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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, April 04, 1884, Image 3

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, gpMwmmm
Sr. D. A- Wbbard,
ZohN-AVjt,
ttt im Bank-Geböudl,
HERMANN, MO.
5i3 vsWudkgks Gebiß $10.00.
Zvtä) ZufaT oder Fäulnis abgebrochene
M,e sännen ihrer natürlichen Form uf
jtat den.
Schmikdculid
ZvagttkrwkrKllätte
von
Hsnry Heneck,
Hermann,
Mo.
ZZnnen I?.inden. und fctrn tut'ifam fiter
latst H itrrr.n on, das, ich ftttS einen
tsrratt ron
Pflusten
K,!:e. KilZ. c:-.t Itn Ulen Ztal gerecht
UHD 2 taifT i?crii vriiij rini.rer
Ti; s ich ha'e ich Waan v?rräthi?. e
tarnen une )tpz 'Stikil aalen pZtiV.Ud)
Il5 dl2:Z d,'?.')?.
Henry Hone?.
Zohn GuanSl.
sortier in
Hau bolz,
Hiudeln, atte. Zitiert,
Ztär uns Ienfterrahme usw.
ejff 1. unb Iar?r 3tr., fetminn, Mo.
f sr3an-3t nf it. '3uii leiten i'.ttt
rCp: urO b:'J:? Iiffartt.
Binucrci - Saloon,
U,?0 ivopp, Eizenkhümcr.
StetA külikes Bier ! -
.frn f an Öent Keller.
T fi t b(c.t ?;:futf. Ma rrit nd (onCif.f
(Jr'n ij n'r,': ilfts an
Um gkre.glsa .S.iimch titUt
Au(o Kropp.
-Nkttkö-
Groccric-Geschäft,
.". mt Marketstr.
Ttr llr.ltn(i.lr,tit b.it iftett fi vcll'at
d!g vaet ptn rocertes ttr Vln
avZ 2t Youi nf;alifit mo rn'ii.t.t dS In
dli?,:n bet t:n i'Priiipu'if u im in? i-S an
te vi tvi-t II
.'v, !.',." i?rjcnMc.
Xfr twl 'ff i'; 1 1 ff r--cc wir z.ir i ictufte
itwy.t.
Wein- und Bicr-
3 a 1 o o
L0" Pkilipp Haeifner.
Vttud) jeden Morgen !
Clf. : U' . i'isifl iiii1) sl kf)iIfttrnf .
I'crrtt.iim, 2?.'.
Lei!) - Stall!
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Fritz Oclisner,
5. Ziuiiic, a ermann, Mo.
iMJVit "i. ,n!n 'vnff tut wt ituui'f
fr i H'i tu tr:t tt f ilni lui'-.n tnti
Irii". , ? n n r f r l ;pnK:t .i stiUuLin
bjr;n i' k"" V" (UMt'rt .
IUT Vfl1- V''n tn''tO'ti i'iirtt nuut s!lIS
j ;t ! t it itf i'r it.
Jrfiil CttuMtcr.
Seuitaitii Slar Mills
Qcorgo A- Klinger,
,M-rir.uu rrit
rlil. stlric, Sliipsttttt ,,. k. w.
ii, !', iifr:i (Mürfirf. alt
ll'ftje. Iut n-it. liVnt n, t. ir . " f.
nd dck k?? I'.'ittsii'ik ' le;a!i!f. 'fttfl
lüN'.k ! l !!"!N'k k'kii'i'N.
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lUhvir'nrjsf, 1'cnn.mtT, JHi.
.ndfin rcir r.n d,t? TnMirtnn trtteit, er
aiie ntr jin5 ins'c.crt K:::itiit v.d dem
TuMi'iim ti? 'fui.tif'ttr iti tutf", dah
ff ctiTt jiad) Rte uor nt 'örtjrlben Z'ivkrli
ftn Z.f k TvfttfrfM'ib't iritb , iir.b tittcu
m qiikiZ'ki' ii'piücd.
,',t'"' 's in allen i7.ua?tliatkn vt
M-i 0 2tsii unb aüttcäti kaden.
Uttl't rflUict) li d)
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Wo A BiWlippi U.
ron Ek. otti'Z t? allen önl. ?t.?dtk;t.
'Zu Q. und M. ?') iübxtid'i Palast
4!afiit.jrn ok'te ii'fd5fel von 2t. Mom4
ni 10 etunbfit lud) Vcitt?prLIff
1 2tu;;bu nach Cincinniiti,
tn v2fu;iif!t nach Walkin.to:!.
ZI stunden nach Valtmiore,
f.lndkn nach lav ')oxt.
2 ? uridkii ant AneUiren ach pu;?rsiHt
uns t'intinnatt. 7 ct:tn?frt am fdnU:n
Ä tJafct!iivon 4 5t!l"!eii am idjntiijten
ach altirnbtf. ednIiÄZ lAnftle Ztk natf)
Äem ?o'k und tifS oöiie ta,wecklei.
4 Zägli,e üge nach
E,!t!nnati und rouiSvill
mit bequenien T'assagicnvagen, Palast
aZkn und 'Lzlzst.3ch!afwgkl,.
Tik
Lhio. Misstsflppi isenbahn
führt seht e:ne dopxclte tägl. Linie von
P a l a st : ch l a f a g k n
v. t.oui4 nach !en??rk ohne 'cchlel.
kl Sarwechsel für iraend eine
Passckgierlasse.
l.und 2 Klasse affagiere n?erdkN alle
aus Tchnk'.l;ügr:t besördcrt.
Ti auz? üinit durch w'lche man ohne
irkh,'kl vnd ohn tiixa ezahlunA von
Ct. Von rjch (Mncinnjti qilangkn kann.
Wut ttJftf, :Raun oder irgend w'lcde In
trmar,o wende man stch an du Tikk-Agen
der mit dieser in Berbindung stehenden
3 et. koui 101 u. 103 nördl. 4. Str.
53- U. Peabody. W. A. Shattue,
Gnil. Manager. Gen'l. paff. Ag.
Cincinneti, O.
T. D. Bacon, Een'l. West. Pasi. Agt.
St. Loui, Mo.
Ausländische Nachrichten.
Z2t&Un3rara
Teteroro. I utm Jahre wird
hfize Sradt nicht unnhki!ich rcrzrö
ert. Ssufmana Otto Vueck, ' Frra
C. F. i'wi, beebfichtlzt, 40 Hau
ser zu bauen v?d dadurch e!Z Vnläu,
gerung der Schulftraße ei ene Straße
ach dn Bahahofe aszulegcs.
grnschielg. ippe.
Holzminden. Nach Nochk i
irannfchseizer Zeitanzea ift der kern
beim Kämmerer Hu chthausea hier verüb
ten Ksisenraube betheUigte Schiffklolldi
ter Johann Förster ta Altoa erzrissen
rsorden. Derselbe ift aus dem Holftemi
schen gebürtig. Ln Wetthsacheu rsurdeu
bei ihm eta B0O Mark ia Baar und eise
größere Anzahl Uhren, die vielleicht auS
einem zseiten Diedftahl herrühren, aus
gefunden. Detmsld. Ter Steuer-Erekutsr
Ni'cher aus Horn ist egen Ukksnden-
fslfchung und Wucher verhakt, t ordeu.
r,Sher?,zih fitSsnu !
Dar m st ad t. WieieSt bekannt ird. !
roird Vrinzefsin Elisabeth, die Verlob:
veS Großsülfren SerziuS Sllerzadr
lisch von Rußland, nicht zsr griechisch:
or'.hsdoren Rclizion konvertiren, da sie
als tZernahlin eine nicht unmittelbar
fuccedirenden Großfürsten keinem rufst
schen EesetzeSzsenge ia dieser Beziehung
unkklltegt.
Alzez. Der auS Dsutenheim ge
bürtia.e hiesige insohner Li hatte aui
dem Nachlasse seiner Altern ca. 800 M.
ali Antheil bekommen und entschloß sich
die Karneozlitzge in Mainz mitzuma,
chen. iion diesen HOO M. brachte W.
nur noch etliche Mark nach Al;ea und
mär eS rvshl der Schmerz um daZ so
lelchksinnig verpraßte leld, der ihn zum
Selbstmord trieb.
van er.
Bamberg. Beim MaSkenzuz dej
hiestaen Karnevslvereir.S wurde u. A.
die ttZötische .Steuerschraube- in so
wiiksamer Weise perstflirt, daß auf An?
trog deS städtischen ienlbeamken geaen
die Z.heilnehmer an dieser Gruppe An
klage erhoben orden ist.
In der Mehlhandluig von Jsaak
i"dltx und Rich. Höhn, !chfol.zer
es:, SchZppk) hat ein Lehrling die
cumnie von is.uw di. anuriagen
und ist dnm:t flüchtig geworden.
l'l ä n ch e n. l?z vergeht jetzt kein
Za3, an dem die nach Welken und ord
wetten abzehenven Pgstüze mcht 8 tii
li WaIzan?, beladen mtk iiZ aus den
'Zttp.'N'ken (otl (ns fcnirnt namentlich ron
,Sll am 2a), angehängt hätten. Der
Ztjatirmti erträchli durch die Vanr.t deS
a (?, de gegangenen Winters eine nicht
;,i verachlenöe Einnahme.
4U f d) o f S tn a x 6. Ter 'c)j ährige
Säqealbeiter oses Lobl in der ä:n-.
bacher Säge rorde vom Tliebserk erfaßt
und erdrückt.
Deggeitdorf. Von einem Strolch,
der seinen Namen olS Vahnatbeiter rtl
auS 'andshut ausgibt, ist auf den ifo;rn
miffiot.är Primbs hier ein Raubmordver
such gemacht worden. ? er Strolch hatte
ron rii'.ds eine Unterstützung erdeten
nr.d cl j dieser sich i seinem Schreiblisch
wandte, um ein ',kl2stück für denselben
suchen, stnrjle er mit dem Messe? in
Hand auf ihn und hol:? jum sziofct
aus. Zum v'ir.ck traten im gleichen Au
grnMuf yvti Herren ln'S Zimmer, die sich
tcfzlt at,f den Strauchdikb ivilfen,
idn entwaffneten und der Polizei überza
den. Dinkcldbühl. Der Rolkgerber-
meister Nud. Rothmund hatte sich kürz
lich lticht nn der rechten Hand gefchnit:
ten, fchtnkte jedoch der unbedfUkendcn
Wunde ketne besondere Vcachlung. AIS
rr nun Häute aus dem Z?alk, demÄrsentk
dkigemiicist l?ar, o,-,, scheint etwaZ vc
der Mis chung in den aum?:t eingtdrun:
gen l!t sciit. er Mann erkrankte, ätzt
lichk Hilfe vermochte ihit nicht zu rclt.n;
rr siatd nach fünftägiger Krankheit an
Blutvergiftung.
a n d h n t. Ter vermittmete Haf:
rr artkoloinä krzKZfer von Iesendorf
wulde im Holze zwischen ?'i!tzsat!l'.nz
und eiersö) als Welche mit Blut über:
fklötnt ausgefunden. liegt unzwci
fcibaft ein Raubmoid vor.
'.'luS dcm Papiererbach wurde die Weiche
e!cr ,rau Z:ijcr int '1iaske!i5?!tüin her-
i ausgezogen.
Au der VKeipfal.
D ü r k U t i in a. H. Der fiühcre
Kapellmeister der hiesigen Kurkapelle
,rckcrik .'ucke ist wegen fahrlässigen
Meiiik'.dS iil einem von der Försters
,vi'.te Vouife Maier aus RegenSburg
gegen ihn angestrengten ÄlimentntionS
prozesie zu 'jähriger (?efZngnißstrafe
vcrurtheilt worden.
a n d st u h l. Maurermeister Schrei
ber fand beim Räumen feines erst vor
Kurdin ersteigerten Kuhn'fchen Hauses
unter einer Kellertreppe ein sog. heimli
ckeZ lcmach. in welchem sich in einem
!opf 450 Stück ganz gut erhaltete Kro
nenthaler ausbewahlt fanden. Unter
denselben befinden sich noch 10 halbe
Kronenlhaler. Sämmtliche (Feldstücke
sind im Jahre 1784 geprägt.
Mürttebers.
S t n t t g a r t. Tie Verdachtsmomente
gegen die wegen des Reinhardt'fchen
Raubmcrd Inlmfüttcn. Döttling.
t.i cnhorn und Hatd. mehren sich noch
von ?ag zu lag: da Hauplmcment ist.
daß )ö:tltng kein Attbi nachzuweiten
vklma.z. Pon dem ermordeten Rein'
hatdt wild erzählt, er habe genügt, daß
leine Piti'on und sein 'eschust von dem
Raukgesittdel bedroht waren, und erst
külilich habe er geäußert, daß man eS
auf ,hu alleul Änfcheln nach vdgesehen
hde. Wenige Tage vor seiner rmor
cung ließ sich da Schloß seiner Laden
thür nicht öffnen. eS steckten Streich'
Hölzer darin, und ti waren Versuche mit
einem Centtumöbohrer an der !,hür zu !
sehen. Reinhardt hatte deshalb euch
einen geladenen Revolver bei der Hand,
auf den er sich verlassen zu können
glaubte. Gegen den raschen Uederfall
von hinten konnte diese VorsichtSmaß
regel aber nicht ausrichten.
Seitdem vor Monaten der ehemalige
Medger (Snnemcin seinen Beruf auf
gegeben und sich dem Sport des Ringens
zuzeroendet. herrscht hier ein wahre
Rmakamxfsieber. Im Schiltzenhsf und
im Zirkus, überall m:rd zur Schau und
Lust de lieben Publikums gerungen.
GönnkVkin ,schmetßt gezpShnllch seine
i?kaner im regelrechten Gürtelringkampf
derart, daß daS Podium zittert, und
unsere .Krafthuber" dringen ihm. al
dem schwäbischen' .Champion-, dem
.stärksten Manne Württembergs', all.
abendlich begeisterte Ovattonen dar. Mit
dem Athleten Ab hatte er jüngst im Cir
kuS einen Ringkampf mit flachen Händen
und dann einen Gürttlrirgkampf auSzu
fechten. Im ersterem gelang eS feineca
Gegner nur, ihn regelncht ; lupf,
im letztere aber sank Gönnewein einigt
Male auf da Knie ur.d hatte ett über
Haupt nur seinem 5mbonxsmt, wodurch
fein Gürtel in die Höhe rutschte umd dem
Gegner keine rech:e Handhab bot, zu
verdanken, daß er nicht besiegt urde.
Die beide Segner grriethea derart in
die Hitze, daß sie nicht von einander
laffen wollten und von den Sekundanten
getrennt werden mutzte. Tb, über
dessen herkulische Kraftleistungen da
Publikum seine durch den Lokalpatriott,.
muS vorgefchneiene Pattemah-te für
Gönne veraaß. hatte den Beifall,
jubel auf seiner Seite.
Bopfluge. QeZ 6 rseiZrrer
Verbreche der Fälschung an Privat
llrrunden rsurde der vormalige Post:
meister Stettzaicr Hier vor Landzerrchr
in ansänge erner uiazsirase vv
2 Jahre Z-chrh?, rm Ga?ze alfz z
3 Jahre verunhcilt. Da 5 SessiMts
schuldrezißer KettnaZer'S dürfte ?ara
vor Geruht zur sprach gekommen sei,
den gar Mancher mag geschwiegen ha
den, rm nicht zu Schade auch och
de Spott ; habe. Kettnacker wsrde
alsbald nach seiner Lerurt Heilung in daZ
Zuch:havZ ach Stuttgart ilberführt.
SaS.
TauberbischvfSheim. Jude
nahe Königheim hat der Wagner und
Ladsirtö Fau'haber zrvei seiner Linder,
und 2 Jahre alt, durch Anhiebe geköd
tet, iväbrend die Mutter der Kinder in
der Kirche war. Seine 12 Jahre !te
Tochter, lie ta einem anstoßende Rzsi
mer krank im Veti lag, entzinz dem g!ei:
chen schuksale nur durch die azstschenr
kunft der Nachbarn. Kur, nach der Blut-
khzt war Fzulhaber au seinem Haufe
entflohen, stellte sich aber eine S:unde
später freiwilliz den ZZehölden. Er h:t
die That in einem Anfall von Verzeif
lunz bezrzen, da er befürchtete, se?ne
Kinde? nicht ordentlich ernähren zu köz
neu. Qx leidet feit Jahren an einer un
heilbaren Krznkheik, dem R?x?enfraF.
U e b e r l i n g t n. Ja der Nähe deS
Kozzenbacher WetherS wurde die Frau
des randwnths Ctraub von Ande.'Shofcn
von einem Wegelagerer überfallen, ver:
genizltizk und ihrer öaarfchafk beraubt.
Zufälllg erschien ein Gendarm in der
5iähe; de? Räuber flüchtete ia den Wald
und die Lerfolgunz blieb resu'.latloZ.
Zel l i. 13. Nach Zell soll eine Mll
lionenerbschafk kommen von einem in
Amerika verstorbenen Zelle? NamenS
Rapp.
Vrandsälle. I Ballrechten ist da,
Änse?en des WalvhüterS Rötieler abze.
brannk. in Zi;enl?aufen daß HauS deS
Thaddü Hexpele? und deS I. Göfer.
in Lotstetken wurden die Oekonemiean-
wesen deS Math. Kübler und de Jos
Stark ein Raub der flammen, sedann in
ÄikligZberg. Gem5,k:de ?lmriz''chsand,
dag Johann tzbner'iche Gasthaus. In
Brer-en bei Bonndorf brannte da große
Änwe'en de SternenwirlhS Theodor
Jfeke nieder.
S?llkZ'5othrrnse.
Straß bürg. Kürzlich fand die
Eröffnung d,S neuen chem.fch'hsstcls:
cischen Instituts der Koi 'er Wilhelm
Universität statt. Tasielbe liegt wie alle
anderen Gebäude für die tnedizir.lsche
Fakultät in der Nähe deS S?ital:horeS
und ist im Anschluß an daS Bürzerfpikal
etbaut. DaS theils ein-, theil zwei
sköckize Gebäuoe bat einen Kostenauf-
wand von etwa 315,000 M. verutfacht.
Hindi i heim. Der .".ojährize, le
dige MühlenbtsitzerJssef Wunde,lh hat
feinem Leben durch einen linteiischuß ein
itnit gemacht. D el selbe war durch einen
Badner. der ihm eingeredet, seine Schwe
jker sei vethert und ein Seldstmotd werde
darauf folgen, zu der unheilvollen That
gebracht worden.
Oetttrrtlüh.
W i e n. Die im Hauke Tto. 105 der
Sklflgasse in HernalS wohnende ZSjäh
rige Wäscherin Maria Gerg?t,? trurde.
a'Z sie MorrzenS nach Wähnnq zur Ar
bei: g?hcn wollte, von ihrem Skberze
nosien. dem 27 Jahre alten Drechiler
Paddel ka, mit dem sie ein Liebesveiuälk
niß llnte? halten, in letzter Zeit aber häu
siz in Streit gerathen war, auf offener
Straße durch fünf Stiche in Brust und
Rücken ermo.det. Der Mörder trank
sich darauf in einer Branntwcir,fchänke
einc". Rausch on und begab sich dann ausö
t'c'ilcikomm'siJliat, wo er erzediite und
',l den Arrest gebracht, fest einschlitf.
nz:?!schcn n:urde die 'Mordthat ruchbar
und Pazderka dem Landcszcrichk übeiliki
fett.
B r ü n n. Der Kassirer deS Staats
bahn'.rachtenmagaziS Johann Stock
hat sich auf dem Abort des Bahnhof
dutch einen Revoloerfchuß entleibt. Durch
eine Revision der leschäftSbücher hat sich
heraukgeftellt, daß er seit längerer Zeit
Gelder in Gcsammlhöhe von 1 4,300 st.
entwendet hatte.
Im nahen Iamni'v machte in der dor
Hiieit GcnoarmeriklKttserne der junge
Bauer Jantsch die Anzeige, daß er seine
beliebte, die L8jährize Bauerbtochtcr
Beipl. auf ihren Wun'ch erschossen habe,
weil ihre ältern daS Verhältniß mit
ihm nicht gestatten wollten.-
Slliwekk.
Genf. Da? Braunschweigdenkmal
in Genf muß vollständig umgebaut wer
den. Der Stadkrath will aber den (?r,
bauer deS MonumentS, ffranel uns alle
übrigen Unternehmer für den Schaden
verantwortlich machen.
Die Polizeidirektion in Genf will den
zahlreichen von tanzofen zelteten dorti
gen Spielhöllen das Handwerk legen.
Bern. In Panama, Columbia, wird
ein schweizerisches Konsulat errichtet und
A. 5. Äkvtt, von oer ::ma .leplk,
otzn uns v.o., zum jcptlHll ernannt.
Der Große Rath sprach sich mit 115
gegen 53 Stimmen für Beibehaltung des
Impfzwanges aus.
ine komische Szene ereignete sich
kürzlich vor den Assisen in Berr:. Ein
scheldöriger Verbrecher Namen Gilgen
wurde wegen RaubeS und Einbruchs zu
I Jahren Zuchthaus verurteilt. Setn
Berthcldic'kr sollte ihm da? klöstnen. (fr
thc:t das indem er sagte: ,,Dir f pt zu
tchn Jahre Zuchthus verurtheilt."
,,(5h, eh. dir fvt ntd gefchvZ". war die
naioe Antwort d,S BerdrecherS. Seilst
der strenge Assifenhof körnte sich dareb
eines Lächelns kaum erwehren.
xfrnvara
Lu remburg. Der wegen der Elier
selber Dnnalnit-Assai?? (ine dortige Fa
brik war in die Lust gesprengt werden)
zu Luxemburg verhaftete Arbeiter war
während eine MenatS als Webermeister
bei Gebrüder Godchaurenf Pulvermühle
angestellt. Den übrigen Arbeitern war
es aufgefallen, daß derselbe am ersten
Tage nach ferner Ankunft seinen ZZolldart
glatt wegrasiren ließ. Erhalte sich unter
einem falschen Namen eingeführt. AlS
die GenSdarmen ihn in der ,adrik arr
tirten urd ihm feinen wahren Namen
nannten, sagte er: .So heiße ich nicht.
UedrigenS weiß ich nicht, maS Sie von
mir wollen." Zu den übrigen Arbeitern
sich wendend, sagt r: ist in Miß
Verständniß; in einer Stunde bin ich
wieder hier." Der Polizei-Kommissär
ron Berlin und der PelizeiJaspktor
vor Metz waren am Tage vorher in
Lunmburz ingerrossen und batten die
Berhaftung desselben kei der StaotSan,
waltschaft beantragt. Der Verhaftete
soll wichtige kompromittirende Schriften
sozialiftiZch-nihitlftrsch) bei sich führen.
Die neueste seltsame Natrerschei
nuvg ist dsi Verschwinden eineS BerzeS
in den Ardennen. Nicht weit von dem
Städtchen Durbuv lag ei kegelförmiger
Hügel, welcher zur Zeit der fpanifche
Herrschaft als Richtpätte diente. Sei:
dem 23. Februar in der Berg verschsun
dn; in steiniges Fe'.d mit einigen klei
nen Gruben ist an seine Stell getreten.
Gegen 6 Uhr Abend bemerkte xr.au t
der Gegend eine leichte Erderschütterunz ;
kein anders! Zeichen hat Kunde rs dem
Moment gegeben, in welchem die Erd
den Berg verschluckt hat.
goffakrt. '
Novelle vo Sile rhaev.
' . ' f ; ... !
' lFtfetzW5)
Noch harte Dshleua keinem rs L
de ferne Plan vertritt er i-rz unter
dem HajCerd de Dip!sraa2e ns rtar
tete den geeignete Moment ab.
Bars Martin befard sich in strah
lender, fast übermüthiger Laune; wab
rend des UmkleidenS erzählte r dem
dienstbeftissene KuZ von der Leutftli.z,
keit der allerhöchste Her, rs feine
.spielend edfolvirte Xitnn nd befe
deri ron der Schönheit der janzen, ernst
hafte Hskbam mir den ilode Zöpfen,
worauf Kai osr-wurfzvsll, rmadnke:
.?!br gnüdizcr Her? Sie wei
den doch ich! auf Ihre alte Tage
.Dnnimkepf," erwiederte sein Herr,
,Z fällt Dir den ein? DeS Fraulei
gleicht unferer Marte auf ei Haar."
xti l'.t c vrrlarunz zetten. eur
melte aber hilKanx:
.Ich hatte schon Anztt. daß sie sich
Lnkerstehe könnte, der"z?ädlge Frau
ähnlich zu sehe."
SbedS wurde Baren MaltisuS euch
mir dem Adjutanten des Prinzen L.. Udo
dem Jüngeren, bekannt, doch gestalkrten
ich die ersten Beuehuge beinahe feind
l:ch für die Wünsche Udo deS Aelteren.
Lirsa MartivuS hatte im pkrnhzuS
seine hohe Gedietcrin empfangen sr.d
war mir der fompsrhifchcn iur:ge Kelle
gin hinüber in die große Loge geganzen,
in welcher die Hofstaaten tich vereinten.
Ja der vorderen Reihe rahmen die
Damen PlaZ, dahinter die Ka?aliere,
wobei die älteren Herren sich meistens
uS Galanterie für cie Hofdamen ia die
dritte Reibe zurückzogen, um den jürge
rea Kavalieren die Stühle hinter den
Damen zu überlasten.
Baron ManinuS aber hatte ungenirt
den Platz binker der schönen Kollegin
eingenommen und wir, von den Strapa
zen des .stillen DiensteH" ausruhend, in
dem behaglichen Sessel bald sanft nt
schlummert.
Von
rechkS und links trafen
.ZN
lächelnde Blicke, selbst das blonde Houpt
der jungen Kollegin, hinter deren Stuhl
eS ihn ivmpathisch gezogen, wandte sich
mehrmals nach dem Schläfer, welcher
mit dem Orchester um die Wette in
mvsteriösen Dissonanten zusammenatbei
teke, weg Streich-, Blas- rd Schnarch
Instrumente hergaben, und über die
üae der ernsthaften Hofdame huschte eS
wie SchalkSlächeln. Dlkß galt offenbar
dem jungen, glänzenden Oksizür, der
eben i.i d:e große Loge getreten war, die
Blicke suchend übet den Flor der Hofda
men gleiten und endlich auf dem barm
leS schlummernden Kammerherrn haften
ließ.
Eb?n brach nach einem stürmischen
Ensemble die brausende Woge der Töne
i in einem kurz schmetternden Akkord
durch die momentane Stille aber fuhr
ein nachrasselnde?, scharf cbschnappende?
Laut!
ES war deS braven Kammerherrn
Schnarchinstrument, welches seither so
fleißig mitmusizirt, nun plötzlich mtt den
ankeren Instrumenten seine Thätigkeit
einstellte.
Wieder wandte sich das blonde Haupt
und eö traf den aus fußen Träumen jäh
Erwachenden ein verlegen, mitleidig sra?
gender tlid.
Baron MartinuS glaubte eine schüch
telne Herausforderung seiner Kritik über
die Wagner'sche Kompo'ition darin zu
lesen, und mit einem beifällig ermuntern
den Wiegen deS Hauptt? gab er sie in
den denkwütdigkn Worten: .'ne recht
artige Musik?", worauf er auch dem
eben eingetretenen jungen Cimicr, der
geräuschlos an feiner rechten Seite Platz
genommen hatle, sowie dem Rachont
ltnkg e:nen freundlichen, Zustimmung
heischenden Blck zakommen ließ. Er
begegnete gemei,senett Mienrn. Sie wa-.
ren merkivüldig zugeknöpft, diese Herren
Adjutanten und Hoikaoalier!?, sie empsin
gen sein einfache? Kunsturtheil wahrhaf
tig wie tine diplomatische Rote!
Dem alten Baron schwoll der Kamm,
er nahm sich ver, seinen sZreund 'Doh
lenau um eine genaue Taxation der
Rangverhältnisse anzugeher! und diese
jüngeren Heeren darnach zu distanciren.
Besonders ärgerte ihn die füffffante
Miene des jungen, brünetten Adjutanten
an feiner rechten Seite, dem er bisher
noch nicht begegnet war. ES schien auch,
als ob die fcdöne Hofdame ntit den blon
den Zöpfen kcine Fremde on dcm Zu
wachs hinter ihrem Rücken emxfänoe,
denn sie drehte sich nicht einmal mekr
herum. Baron MartinuS der sah, daß
die feinen, hübschen Ohren der jungen
Kollegin sich nach und nach rosenrcth
färbten! Bei ihm selbst war es ein Zci
chen von Aerger, wenn ihm die Ohren
brannten. Sie fühlte sicherlich, daß der
Adjutant sie unaufhörlich betrachtete, und
Baron MaitinuS glaubte 'chen bemerkt
tu haben, daß die ernsthafte junge Kolle
gin für Eourmachereie nicht zugänz'ich
sei, denn sie hatte mit keinem der jünqe
ren Herren bisher gesprochen, für ihn
aber die f?eundlichsten Worte und Blicke
gehabt.
In dem Zwischenakt erschien auch
Fieund Dohlenau, ging stracks auf den
Baron zu, reichte dem u-ianzenehmen
Rachbarn zur Rechten die Hand und
stellte ihn darauf dem alten Freunde als
feinen Reffen Udo, Grafen Dohlenau
vor.
Die Herren wechselten einige Worte
und verhielten sich kühl gegen einander.
Nach der Porstellung sagte Baron
MartinuS um Freunde:
.Dein Reffe scheint mir in sehr a?ro
gante? junger Herr zu sein."
Der Reffe der fragte den Onkel:
.Um deS Himmels willen, Onkel, w
führst Tu mit dem alten Lcndjunker im
Sckilde? So ganz ohne Grund hast Du
dieß seltsame kraut doch n.cht vom hei
mathlichen Acker geholt und bcrver
pflantt .' Was soll denn der Mann hier ?'
.Ich habe Dir ja schon oft erzählt,
daß Baron Martinas vom Wetterhahn
mein alter Freund, außerdem einer der
vornehmsten l'andjunker aus meine?
Heimrth und immenS eeich ist. Solche
Leute dürfen da oben nicht rerfauern, ich
unterstütze, wie Du weiß?, gern die Wün
fche aller Edelleute, sich wieder u den
Herrfcherlbron zu fchaaren; wir gerathen
fönst in Gefahr, unter dem neuzedacke
nen Adel und de? femikifchen Geldarists
kratie selbst am Hoe zu et'sticken."
Wahrend der Onkel sprach, betrachtete
ihn der Nesse forschend, er kannte den
Ohm genugkam, um die emt'fangene Er
klärung nicht für erschöpfend' z Kelten,
doch interesirte ihn die Sache nicht wei
ter. Er hatte sich mzmentan über den
.Botokaden" geZ7gcrt. der sich hmte?
die schönste der Hofdamen ''fetzt, um bei
den LiebeSliedern im Penuttierq feine '
Nachmittazischlaf zuhalten. WcSder
Onkel mit dem .Lzndiunk" beabsich
kizke. kennte ihm zleichcültiif sein.
Am nächsten Morgen wkte Uds der
Jüngere im Wohnzimmer Hl t de zielte
ren; sie hatten inen gemeinschaftliche
Ganz zu mache, und der Onkel war
noch bei der T-'l.'tte, a! d r Neffe ibn
zur befohlenen Stunde abhole wollte.
Aas dem Schrridti'ch lszdi Photogra
phie eine hübschen Mädchen in xeltser
brämter Katcsaika und gleichverzierteuz
polnische Mützchen.
Gras Uda derJünzere rtiefte sich ss
sehr in BetrschlLZ de Lüde, daß rr
de Erntn
ahm
de Onkel uichk wahr !
Hd, der Wett lichelir rsZ Ge,
zarhuuLz!
SIS der Reffe sich dsn ach chii.
grm Gruß, mir den Süd ia der Hasd
sä der lebhafte frage : Was ift den
dai Onkel?" ich ad, da he
chelte der alte Hefmann ci?e tzleichIlnze
:ene 2? enrwsrrrte karrett ras ukv
sch:
..Ei Gesche,?," obgleich er sehr et
an wußte, tag rn d Sii" der
'Frage eizentüch ei ..Wer' und darin
eine überraschende ermnihung der Ve
ftätizung hzrrte.
,.Le ra " stotterte der 5?effe
unncher.
..öe ihr naturUch' half der Qnkel
ein, während er de Hur mir Sorgfalt
ver dem Spiezcl über da? durchsichkige
vspe fetzte.
Psn der Baronesse? Wahrhsfriz?
Zch tauzchtc mich e!Zs wrrkl:ch nrcht?
fur per .Keju leszatk, noch usrner i
de Anbli der Photographie vertieft,
fort. Die Toilette mach: mich nur
stutzig, die heradhänzendkn Zöpfe, nd
dann etwas ZremdcS, mir gen ?!euei
im AuSdruc?. Ich sah sie niemals fs
wie soll ich sage so ubermthtz zrrah
lend."
Ld ild ist eine Spezialität: acl
hoc, auf meine Wunsch und fü? mich
allein gemacht, nd zwar in Toilette, in
welcher ich sie zuerst gesehen ; e besitzt
Niemand ein zweites, antwortete dcr
O.'kel gelassen us.d prüfte die Farbe fei
ner Handschuhe in Bezug auf die übrige
Toilette.
Graf Uda der Jüngere blickte einige
Sekunden verwirrt von dem Bilde auf
den Onkel und wieder zurück. Endlich
fragte er effenbar gereizt:
..Wie kommst Du eigentlich dazu?
Du hau mir nie ein Wort von alledem
gesagt ! Seit mann intcressirst Du Dich
Lenn für die Barsnesse?"
..Seit lange, um die letzte Frage zu
erst zu ieaniwo'ten," war die ruhige
Antwort; ..bitte, lege das Btld wieder
an feinen Platz. Wie ich aus den Ein
fall gekommen, diese Photographie für
mich allein herstellen tu lassen, wünschest
Du ferner zu missen, wenn ich Dich recht
cerstanden? Run, das ist sehr einfach:
weil ich sie nämlich keinem Andern
gönne. Und was Deine diitte Be
mcrkung anletlisst: eS war doch noch
immer Zeit genug. Dir davou zu er:
zählen."
Run lachte dcr Rei'e.
.?ameS, Onkel! DaS klingt beinahe,
als ob Du Dir auch da Original refervut
hieitrst:-
Da Du von selbst darauf gekommen
bist, will ich Dir nik verhehlen, daß ich
allerdings daran gedacht habe. Die Ver
hältnisse weisen entschieden darauf hin
Graf Udo der Aeltere steckte während
di'.feS wichtigen GestinbnijTeS in völliger
Seelenruhe Cigarren, Etui. Portemonnaie
und dergleichen zu sich und klopfte prüfend
auf die verschiedenen Taschen seines Ro
ckeS, um sich zu versichern, daß er nich:S
vergessen; .ich fühle mich noch durchaus
nicht zu alt zum Heirathen, habe als
Aequisalent für ein paar mir zu opfernde
Jugendjahre Stellung, Namen und ein
Majorat zu bieten wenn mich daher
nicht die Rück siht nufDich zurückhiel c "
Dem Reffen war bci der unerwarteten
Aussprache daS Blut in den Kopf gestie
gen. jetzt siel er dem Onkel hastig in d&
Wort.
.Bitte, lirber Onkel, wenn dieß doö
einzige Hinderniß sein sollt, so betrachte
efe clö nicht volhanden. Eigennutz und
Habgier sind Krankheiten, für welche ich
durchaus nicht inklinire !
.Ich meist ich weiß wohl." antwor
tete dcr Andere in gleichmütiger Ruhe
wie bisher, da? schließt jedoch nicht aus.
daß ich Dir damit ein? fatale Ueber
rachunq bereiten mußte "
Sie wiegt nicht ;o schwer," behauptete
der Rt'se in f'ivZ' gewaltsamer Groß-
m.uih. .die einzige Desillusion von Be-
deutung wülde inir Baronesse Eridia
durch einen solchen Akt kluger Bercch-
nung bereiten, an den ich übrigens
verzeih mir, lieber Onkel bei aller
Anerkennung Deiner Vorzüge nicht
glaube."
Der ältere Dohlenau lachte in gutze
spielter Ueberraschung:
.Eridia, meine schöne Kollegin? Wer
spricht denn von der? Wie kommst Du
auf den tollen Gedanken?"
.Aber Du sagtest doch eben "
.Ich sprach von meinem Palhchen, der
Baronesse Martina vom Wetterhahn,
deren Bild Du vorhin betrachtetest."
.DaS Bils", rief der Neste erregt,
.ich hielt eö für das Parträk de? Ba
rcnesse Eridia "
.Ah so nun verstehe ich." Udo der
Aeltere heuchelte eine plötzliche Etleuch:
tunz. .Ich schrieb Deine Erregung und
das lebhsfte Interesse der sehr begreif
lichen Bewunderung ,u. Jetzt fällt mi?
allerdings ein, daß Martina der Eridia
ähnlich sieht! Ha, ha. ha, Du meintest
alfo, ich wollte Dir die fchone Hofdame
tur Tanke geben? Nein, mein lieber
Junge, so thöricht ist Dein aler Onkel
nicht. Die sehr charmante Kellegin paßt
so wenig fü? Dich wie sü? mich. Ms?
tina aber besitzt alle Vorzüge de? Ba
ronesse Eridia, und daneben auch die
wünschenSwerth'?n Eigenschaften, welche
Jener abgehen. In Ermangelung eincS
männlichen Erben gebt der herrliche,
große Besitz der Wetterhähne auf Mar
tina, die älteste Tochter, übe?. Un'er
kleines Dohlenau liegt dem reichen
Schlsnki'.ten sozusagen im Arm, beide
Familien sind somit eigentlich auf ein
Beidindunz miteinander angewiesen."
Während dieser Rede hatte der jüngere
Dohlenau daS ominöse Bild wieder in
die Hand genommen und es in reränder
ter Stimmung betrachtet. Er schenkte
den Worten des Onkel ine volle Beach
tung. da Interessanteste bei der Sache
blird ihm oder die merkwürdige Sehnlich
keit. Er fand nun zwar auch Unterschied
und sagte endlich offenherzig:
.DieS reizend Gkschöpf würd ich nie-
mals fü? eine Tochter de alten Boteku
den gehalten haben!"
Dann legte er das Bild fort, ohne et
waS hinzuzufügen.
In der Heimath hieß eS: Schlau wie
Dohlenau. Graf Udo de? Jüngere schlug
nicht cui der Art. rr durchschaute leinen
Onke.
Ihm wurde wie mit einem Schlage dr
gante Manöser in seinem Zusammen
hang, Zweck und Ziel klar.
Der Onkel dachte gir nicht iara?, sel
der heirathen ,u w-llen Mi: diesem
Schachzuge beabsichtigte r nur den, jeder
derartigen Spckulatisn ebzeneigten, da
gegen dem Widerspruch sehr ergebest
Reffes in den von dem Oskel aeplaeten
Weg zu drängen. Da Blld war adsicd:
lich für ihn auf den Schrekisch eelegt
worden, e sollte gerade durch die Aehn
i lich kei? mit der Dame, welche dem Plane
de OskelS hinderlich fein mni,, dem
eindrucksfähige Herzen de Reffe zum
Siixx diene
Sa wett rechne?? er dem Okel richtiz
nach.
Na schliche sich aie? ein pa-r Irr
thümer in feine Kombination. Er glaubte
ca ein Emserstäadniß der beide alte
Kameraden, rahm a, diß Baren Mar
kinu in die Reftd, zeksmme fei. u
sich de Schwiezerfsh. der nicht tu be,
wese grwse sei würd, zur Braat
schau nach Schlau kitten , gehe, an,
sehen, ja da? sich der LanZlunker zum
Kamm er Herrn ufgcfchsunZ babe, r.uz
ars es! den ;a erwerdd Schwiezer
s-h eine gkwiredre Eindruck zu
I vaache.
Die Vttrit?Wz?e:t ?srta ernst
it die Leide sicher sei, nd diese
Punkt klärte sich der Neffe Lerne rair
der AnAadme, k-ß Ytx C&kel it ihr
dsffelde Spiel gnrde nd ihr Herz
jutHia
dMhrwe Ph?:t?grsphie t;
neu Plan grwcnnen habe
? ? w (..
res th sur ;
E ai rh
iicber, sich da schöne Kind in herSs.
p sende? Erw,tnz vor scrncrr be sieche
de Bilde, anstatt zleichmütbiz. e! wü,
lenlvse Objekr väterlicher Auteritat zu
denke.
Die Dohlenan wäre alle schöne Lcute.
und a Zuversicht hatte e auch niemals
Einem ro ihue gefehlt. Uebriseni
gestand er sich, daß deS Onkel Pa!h
chen euch eh daS reiche Erbe recht be
gehreuiserth nd er fühlte c mir
einem beißen Schmerz daß Eridia fei
nem Werbe gegcnnber kühl und unzu
gänzlich blieb. Sie zeichnete euch keine
Ander aus, da war ei Trost, in ihren
riefen ?azcn verbarg sich etwas Uuer
gründliches, daraus wollte fei Herz
inen zweiten, rerheißunzsvellere Trost
fchcpfea.
Vielleicht kennte Eifersucht daS schlum-
merndc Hert Eridia's wecken, viel
leicht wäre Marnaa wirklich ra Stande.
dle Dopprlgaagerrn zu ertetzen viel
letcht!
Ihm standen jedenfalls nach beiden
werten die Wege sie.
Der Onkel war schlau, aber ich
schlau genug, um einen Reffen au alet-
chem Blut zu düpiren. Udo der Jüngere
befchloZk, Ichwelgend dte weiteren Jntn-
guen dcS Onkels abzuwarten, ihm vor-
läustz den heimlichen Triumph zu
gönnen, ohne ihn über da Durchschaut-
weiden aufzuklaren.
iso dachte der Rene.
Der Onkel fühlte sich indessen durch
Kld nir!,5't? R.liiTfiT ftf-tr Kt.
V.tt.MIJV VVtliVt.
Der Neffe haue .angebissen", de? ae
fährlichen Hosdame w-r ein Paroli ge
bogen, emer Verbindung be? Be:den
durch die vorgespiegelte Hcrrakh d Erb
Onkels die letzte Möglichkeit genommen
blieb nur noch nreund MarttnuS
abenteuerliche Idee der Konstruktion
eines chwieoersohnes linker Hand tu
bekämpfen, und das konnte ihm. dem
kluqen Dohlenau. kaum mißlingen
so dacht: der Onkel.
Und die ernsthafte junge Hosdame, um
welche die Plctne auSananderzingen
Sie hatte am Abend vorher dem jün
geren Dohlenau wenig Beachtung ge?
schenkt, den älteren hingegen oft mit
einem fonderdaren Ausdruck ron Ueber
legenheit angeblickt, der ihrem sauften
Gesicht sonst fremd war.
An dem Morgen, der den beiden
Dohlkttau'S so viel zu denken gab. stand
sie lange an dem Fenster ihrer Wohnung.
Sie sah die Beiden, Onkel und Reste,
unten vorübergehen, erwiederte ernst die
gebotenen Grüße und dachte nach wie
ene eS tbaten. Da Resultat war aber
kein freundliches, aus drm blassen jungen
Gesicht sprach Stolz und Wehmutl, und
die Lippen waren wie über einer stummen
Verneinung fest geschlossen.
S e ch st e S Kapitel.
Als der neue Kammerbeir nach dem
ersten Dienst Abends tini elf Uhr in den
Plinzenhof zuiückkthitc. fühlte er sich
m?tk.-?ürdig aliedtrsteif ; Kuck fag.e sein
Wort. wa,f aber einen fpreinenden Blick
auf die Pelzgefütterten und holte auS der
mitge'iirachkkn Apotheke Fliederthee und
eine Terpentineinreibung. Die Flasche
schüttelnd, sagte e? dann lakonisch:
.Tem alten Schimmel hat's auch gut
glth.in, als er neulich so .verschlagen
war!"
Der Baron, noch in der Rolle de
eleganten und jugendeiftigen Kavaliers,
sträubte sich gezen derartige Gedanken
Verbindungen, atkmülig wurde er jedoch
unter den Händen feines alten, heute
auffallend schweigsamen DieuetS, ler
ihm acltiln das siälkcnde Bewußtsein
mit eincm Stück ver Hgfkoilettc n ich dem
andetn ent.iß. ebenso klein als dieler
groß, und bald gnb ein traulicher Duft
von Fliederthee und Terpentin Zeugniß
von dem eirungenen Siege Knck'?.
Er hatte übrigens Zeit, feinen Herrn
auszukuriren, denn am folgenden Tuge
bette der zweite Kammerher? den Dienst.
Dann trat der feicliche Moment ein,
an dem zum ersten Mzle ,.lzrN'ie lo.
letke" gemacht wurde.
fs sollte eine Eour stattfinden; !ie
Hsfansagc schrieb für die H:unt .große
Uniform", für die Damen .rode Ac
cour" ter.
Die überftandene Pferdekr.r und ein
Brief aus der Heimakh hatten den Kam
merherrn so weich gemacht, daß er am
Abend zu eine? Konzession betreffs der
Pelzgefüttetten geneigt war, .falls es zu
machen sei".
Kuck reichte feinem Herrn daS Gala
beinkleid, er batie daö Nützliche mit dem
Angenehmen bereits veibunten, die Pelz
gefütterten steckten fchen drin. Räch ein:
gen Anstrengungen brachte er feinen
Herrn auch wirklich hinein, brachte vor
dem Spiegel jedoch keinen olücklichen Et
fekt hervor. Die kammerherrlichen Leine
hatten eine frappante Ähnlichkeit mit
stramm gestopften Würsten erhalten, die
breiten GalonS flössen nicht daran in
glänzendem Strome nieder, sondern
buckelten sich in allnlei Auswüchsen, dem
angedeuteten Bilde entsprechend.
.ES machte sich" entschieden nicht.
Kuck, der sonst nicht empsindlich in terar
tiaen Dingen war. mußte eö selber zuge
stehen und seinen Antrag fallen lassen.
Der .goldene Rock" wog indeß seine
sechs Pfund reichlich, und dem Baron
kam biebei die tröstliche Erinnerung on
enen Kloben Holt, der. im Zimmer iv--tieren
getragen, genau die Wirkung einer
inneren Etnhkiiu?'zhervsrb:ach!k.
Selbst kmem Gleiß zu Glan, konnten
bei der Pracht de heutigen Hoffest? die
Augen übergehen!
Die jvwelen strahlende Herrin, die
schimmernden, wunderbaren Hofdamen,
die koketten Pagen, die Ordensfterne,
da Lichkmeer. die Hofmarschälle mit den
imxcnirenden Stäben, der Ernst und die
Feierlichkeit de EeremcniellS und ter
Etikett"?, jenes berüchtigten Geschwister
paar, welche er bither recht umgänglich
gefunden nd welches ihm nun plötzlich
doch übe? den Kopf wuchs kein Wun
der, wenn fkin Selbstbewußtsein etwa
erschüttert wurde und die Aufreavng
einen Jagendschimmer über ihn autstoß.
T,e Oberbofmeisteria in ftnfer Bro
ksti od und Diadem macht ihm rin Kem
plient. deß ihm die Hsflaft S vorzüg
lich bekäme.
Der Z?z fetzte sich in Bewegung und
dielt feinen imxsscntc Einzug in die
kfrrZume, der Hefmkrscdsll mit dem
Stsi tzsreu, da h:he Psa? s den
Hsfrlaneke umgebe gebolzt ro vier
Psg5N. welche die f.'ch Meter lange
Schleppe trugen, die wie dcr Schweif
de Kometen ds glZnze?:de Bild ab
f W5
Z?arr,GleilZ batt de Dienst und für
derselben ine Menge Jnstrsktiore er
balten, ve denen ichn der freundschaft
liche R-t5 der blonde Hafdame, sich
stet i nächster Näh zu halten, am erin
verlichste blieb.
Qmt Menge Persönlichkeiten wurden
der hohe Hrria ?om dienfuhuende
Kammer Herrn srgeftellt, fein Schutze
el mit dem ernsten Gesichtche siüftert
ihm Namen nd Notizen zu e machte
sich Alle wie von selbst.
Ti Gedietcri ?r sehr zufnede,
der dienstkifrt; KiNNZtrihlri hatte ihr
stet de raffende Fade gereicht, die
P erste llungen gingen glatt nd gut von
Stattra und Bares Gleiß zu G!ei,z vss
Wetterhahn athmete auf. "
Mz tuZite sie nur z behandeln wif,
fe. tie Kefürchttte GeschMster Etikette
ud 5errmsnie, ihm achte sie keine
Schwiig?ci?ei:.
Jsuner i der Nähe bleibe, Baron
inki ich werde bald wieder da sei!"
flüsterte die freundlich zuge Kollegin
vmJ zitzweSte mit einem rlttachs lsvsn.
Trcht auf," übersetzte der Zurück
bindend sich des Rath ia die ihm ;,
wohnte Jägersprache nd er reckte sich
würdevoll au dem steifen, glizernden
Kragen, gab dem Selbstbewußtsein in
einer tmuthige Wölbung re Brust
und Nagen Raum und ahm ohne
Zöge? auf der kostbare Schleppe Platz,
welche die Pagen nun vorschriftsmäßig
falle ließe, rsöhrend die Gebieterin
Cercle machte.
Warum fellke e ihn auch Wunder
nehmen, einen delsteinbesetzte und blu
sengeschmücktc Teppich seinen Füßen
unterbreitet zu sehen?
Hohen Gasten hat man von alterSher
Blume gestreut, warum nicht such
Edelsteine!
Die Entrüstung der Pagen oabm er
w.. .. ... r- .
r.ir waor, au," er cie iica an
seine Instruktion, blieb der Nächste am
Thron ! Bla4t mir den Staub weg!
L)a hob einer der Pagen, verstohlen
lächelnd, das Ende des kostbaren Tex
xichs und macht die Pantomime de
neuens".
.Will er wohl ! drohte der auf seinem
Rechksboden Bedrohte rzürnt rückcvätt,
eine Bewegung der Herrin ließ ihn seit-
wärt treten, die nächste Person wurde
von der hohen Dame cnzercdet, d:? Ge:
seUschaft verschob dem ent'x?echend ihr
Fronte und der Kammerherr nahm unbe
irrt .dicht auf" feinen Platz wieder ein,
den er mit anerkennenSwerther Konse
quenz inne hielt.
Spater, el die Herrschaften Platz ge
nommen und auch die iienstdestissensten
Kammerberren entbehrt werden konnten,
wurde Baron Gleiß' Aufmerksamkeit
durch eiue faibenxtachliae Erscheinung
gefesselt.
iZhm aezenuber stand eine Dame, deren
Courrobe im wahren Sinn de Worte
einen brillanten Pfanenschmeif bildete.
Auch der Ausschnitt des Kleide, das im
psfante Haupt, die vordere Seite de
Unterkleides schmückten Psauensedkin.
fogar der Fächer in ihrer Hand schlug ein
kleines, brillantes Rad. Aucze an Auge!
?e ebenso bizarre al einfache .zaren
tion machte cllerdingZ einen LberrascheN'
den kiett.
Offenbar baltcn die unruhigen, großen
schwarzen Augen der Dame eine Huldi
gung in dem verblüfften Gesicht deS Ba
rcn Gleiß bersuSgelesen, denn sie kam
plötzlich schnurstrack über den Saal auf
ihn zu.
T'ie Dame gehörte dem Hote rmc
apanagnten kleinen Fürsten an, der dii
KatnevalSzeit in der Residenz zuzubrin
gon pflegte. In Rücksicht auf den 5!uf
fiuherer groer chönheik sah man der
etwa rrentlischen Dame manche kleine
rlbionderlichrcit nach.
,e rauschte also, wie .esagt. auf den
Baton zu, der ihr bereits irgendwo xrä-
lentirt woidkn war.
.WaS starren ie mich fo an. mein
gute? wie heißen Sie doch gleich?
Baron Blitz und Blank von der Wetter
fahne! Richt ? Schweiß Gleiß richtig Z
wedelt xcic wom, ic) wuzjte e IZ, va 10
etwas Blitzende dabei war! Guten
Abend, mein guter aller Dohlenau, sind
Sie auch da ?"
(t? reichte über die Schulter de Ba
rons hinweg dem Grafen die Hand, der
ihr ein Kompliment übe? ihre brillante
Erscheinung machte.
Ru. ich kann S Ihnen ja wiedergeben.
Sie sehen ja auch recht gut aus!" erwie
derte die Dame wohlaefällia ; .hie? un-
er i.tttct Kammltberr hat mich auch so
unverwandt oiiaestarrt, daß ich erpteß
hinübergekonimen bin, um ihn zu fragen,
wkßdald er seil e iner viertel stunde kein
Auge von mir läßt!"
Er wartet daraus, Eie zeden Augen
lick ein Rad schlagen zu seien, meine
?
llergnädig?!e," inteipreknte (1raf Toh
enau, motzt tv!env, da ein recker
Scheiz nicht unznädignusaenommen wer
den w ndc.
..Sxaßvoqtl !' lächelte Gresin Erd
ölen.
Der Baron hatte indessen Zeit, seine
Empfindungen in Worte zu fassen.
.Ich bewundere dieje prächtigen Federn,
sinv sie echt?" fragte er.
.Freilich, ganz echt, von Putern!"
bestätigte die Dame kopfnickend.
Putern war die väterlich Besitzung
der Gräsiz. sie ahnte mcht, in welch
Verwirrung sie den Varon, der al
tüchtiger Landwirth sich auch mit Zucht
auf jeglichem Gebiet beschäftigte, gestürzt ;
ihm war der Erbsitz de? Erdölen bisher
ebenso unbekannt geblieben, al Puten
mit Pfauenfedern, er ncchm sich aber vor,
demnächst eine Kreuzung zu versuchen.
Etwas unbequem waren dem neukreir
ten Höfling die vielen Ausländer in der
Hofgesellschaft. Er war kein MeiS?
der gallischen Zunge und suchte diesen
Mangel dnrch Unnahbarkeit zu decken, ti
er zufällig hörte, daß de? größte teutsche
Diplomat, obgleich ein gewandte? Be
hkrrlche? rcn fünf bis sechs Sprachen, e
der Größe Deutschland? angemessen er
achte, euch aukwältige Noten in teutscher
Sprache zu empfangen und zu deantwer
ten. (Fortsetzung folgt.)
ewaltsame Z?,rhe,ratb,lna !
ganze Totftt.
In der Tüikei bildet jede, auch die
kleinste Rationcliiät sewifkermaßen eine
Republik in dei.t bsolutifli'ch regierten
Staate, denn die Svlkere haben vom je
her tie munizipl, Unabhängigkeit der
unterworfenen Völker geachtet. So st
hen die Ehtisten der verschiedenen Riten
uater Bischöfen vni Patriarchen, denen
dke Regierung fbr bedeutefde. Euro
plern unbegreikl'chk Rechte überlassen
hrt.
Während meine Auf,n:bolk,S in S'
rie, rzkhlte Herr vcn Seaar-Dnpeiz
tan, unternahm ein wesen irrtH vm
ruhigen, hochfahrenden Sinne bekann
ter Patriarch eine Paftorolreife durch
'.eine Diötese. Er wurte ländlich, sit
lich in a!,n Städten und Dörfern mit
den g?öten Ehrenbezeuzuen empkan
gen: man verknallte Pulver, küßte ihm
die Hd nd brachte ihn di kleinen
Kinder zum Segnen. Allein diese Freude
sollte r.tcht lang dauern und bals an
der Gesinnungen we.chen.
I den frischen iktschaster' ist e be
sonrer nter den Christen Sitte, daß
der Heira?h der relig'öse Akt der Berlo
iuvz vorangeht. Die Zeit zwischen der
Verlobung und Hochzeit, 4 fci Jahre,
muß der Zukünf:ize zur Deschafiunz ei
ner Mitgift au Baum und Sctafwvll
verwenden. JeteS Jahr tchick: ter Bee
lsbte die durch feine Fleiß erworbene
Wolle dem jungen Mädchen, welche da
ras Garn rnschf. ds daraus ihr Der
loiter sörbt und vbt. Die gewebten
Stoffe erhält di Braut zur Aufbeweh
runz für ihre Haushalt zurück. Auf
diefe einfache Wei? wird der künjtige
FamiliensZter an ein danernd, richt au
berechnender Hbscht fordern u de
besten nd alürlichfte Gefühle de
m schliche Heizen entsptiagesd
Sparsamkeit nv Arbeitslust gewöhnt.
'Dem eigenmZchtizk Patriarchen er,
schien diefer lührendtalte Gebrauch r.!cht
mehr xassend, und er bkfahl, lje vi
lere Prüfung der Sache, dd all? se,t ei
tSuU i I
sre
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J2I'T
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i .
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P- '
i i "
; -
-der greße
Schmerzeilstillcr
hilt
Nhenmatisluus.
Ruckenschmerze,
Verrenkungen,
Kopfschmerzen,
Zahnschmerzen.
Gliederreißen.
curalgia,
rrostveliken,
ivulililigen,
Gcsmwulst.
csje.vcnsckust,
Brandwunden,
Schnittwunden,
Verstnnchnngen.
Qnctschnngcn.
Hnftenleibcn.
Gelenkschmcrzcn.
Jakobs Ocl
iH it rnnii, Hti4 ti luirt'.i
ISilirt MnKKj'K.
Fanner und Viehzüchter
fii, t hrm e t. 3 I I C 1 1 ti mn( tmrrt r
tlaititl Akg, Im 0rt t!tm MI ttnjf-f.
rWrUU QL ZkX Cfl I in tmtut .
rrit.1(Hti-(fiityi (n NvlUfT, frf !lj(ct.
Ur, iptsv. b. tziiZdk,x, U
iib. ttHOirfltrt in (uitrrt4.-t CtH4rt
tmtf.
tn Hl: t. 3fM Ct t"t 8ft
iiwt fftalch, lüt t t h flrttl im
ib- iNt Mt lrt finctlin'nrti tn nMI fcp4k
l i no tut ch Scn II-'iU ux ftimaif
turnun KrfBM. tlj triin:
Tli 'hrlr A. Voaclrr .,
(SjiWjn in H. TtMt 6 )
i llfinicre, Md.
ner g, wissen Zeit veiletten junacn Leute
unverz'ijzlich'deiratben sollten, itzt gab
gewaltigen Lärm. Die jungen Man
re? waren natürlich fast all bereit dazu ;
alle Mädchen dagegen ethoben cin lcuke
Jammergeschrri, d,n die einen hakten von
ihrer Mitgift nur di, Hätjte. rkre nur
ein Drittel ode? gar ein Viertel erhallen;
und olle etklälten, ihre Verlebten (mri
stev arme Teufel) hätten roch keine
Zeit gehabt, fo viel zn sparen, um die
Ke steti de? Hochzeilefeier zu bestteiken.
Der Patriarch wa? über diese Weige
rung aufgebracht, luß ehne rrkitere z,ei
cter dr! der ividerspenstigen Mädchen
durch fein tuikischen Soldaten etgreifen
und vo? sich sühien. Jetzt fingen tie
hitzigen Köpfe derSüdländerinnen Feuer :
alle übrigen jungen Mädchen packten ihre
Siebensachen zusammen und flüchteten in
da Gebirge.
Kriegslsth beim Patriarchen und Be
jchluß, die strengsten Maßregeln zu r
greifen und die Eltern der Flüchtlinge sv
lange einzusperren, bi die sottgelaufe
nen Schafe wieder zurückgekehlt wären;
bald darauf dieß eS. ein der festgcncm
menen Mädchen fei vrn den Türken mit
Gewalt um Beichtstühle und vor den
Altar geschleppt ws.dcn. Run wu'de
aber da Geschrei und Wehklagen im
Dorfe fo arg. daß de? Patristch da
Weit fuchte. indem er zweien Stellver
tretern die Beendigung der Sache über
ließ.
Beim nächsten Dorfe erkannte der hohe
Herr an dem kalten Empfange ehne Flin,
tenschüss u. drgl., daß er einen gewall
gen Mtßgriff gemacht hab. Seine Ver
ordnung wollte er nicht zurücknehme;
aber er zog sich au ter Klemme, indem
er felbst den Mädchen eine Mitgift
au der Armer.kasse de Sprengel
schenkt.
Inzwischen gerietbrn seine Stellvertre
ter im ersten Dorfe tn noch größere Ver
legenheiten. Dieselben halten, mau
dem Wirrwarr herauszukommen, die
Verlobten nach ihren vermeintlichen Ver
mögenSverhältnissen in zweiKla ssea einge
theilt; ohne Rucksicht auf da abgelieferte
Quantum Welle fällten die der erftern
Klasse S 000 Piaster (stO 80) di
der zweiten N oo.Piafler (52? bi 40).
bedeutende Summen bei der herrschenden
Armuth, al HeirathSgut ihre Bräuten
auszahlen: sie glaubten, dadurch eine
allgemeine HochzeitSfeie? zu Stande z
bringen.
Aber ei far ander : da Jzmmerze
fchrei und der Zink wurde jetzt noch viel
ärger: alle jungen Leute msllte der qc
ringeren Kosten wegen zur zweiten Klaffe,
alle Mädchen um größere Aussteuern zu
eth?lten, zur ersten gehören. Schließlich
mußten sich die frommen Herren picht
mehr zu helfe und machten sich su ir
send einem Verwinde aus dem Staub,.
Da Torf kehrte aber zu feiner grken al
ten Sitte zurück.
Nationale.
De? Landstieicher Karl Gottlieb Türke
wird in einem fächsifch-böhmtsche Grenz
stZdtchen aufgegrissen utb tnit einer
Schaar Verufsgenossrn, de Vagaiuv
diren und Betteln beschuldigt, vor den
Einttlrichter geführt.
Ernjklrichter szu dem Anxefchuliig
ten): Sind Sie Sachse de? Böhme?"
Angeschuldigter: Eatschnld'gen Sie,
ich bm Tutke!
Unsere Kinder.
Mutter: .Berth, orttber swsft Du
denn ach?"
Tie achtjährige Berta: .Ich möchte
wissen, wer einmal mera Hozeükmahl
zzhlen muß: der Papa der der VrSu
tigam!
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