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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, December 26, 1884, Image 2

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M
.ze!)er.
-"itt Eongrek. '" ,
i .:'Ttt i'j -sm Senat fübrleftn
- galls zeitweilig den Vorsitz. Der Flotten
auSfebuR berichtete den Gesetzentwurf für
einstweilige Lemilligung der Ausgaben
in der Flottenverroaltung em. Der
Militärausschuß empfahl die Ablehnung
des Bittgesuchs reS George Slrong
Postens dkr,Grand Arrny' ingairsield m
, Jomi UN Entschädigung des Verlustes,
roelchen die Soldaten und Matrosen des
Bürgerkrieges in, den JahrenlöSI bis
1 865 durch Bezahlung ihres Boldes in
unterwerthigrm Gelde erlitten haben.
An, den Staatminister wurde das Er
suchen gerichtet, dem Senat möglichst
genaue und eingehende Aus5unft über
Umfang und Art dcs Handelsverkehrs
mit Me rilo und den Mittel- und südame
nkanischen Staaten, sowie Cuba, Por
torico und San Demingo zu erthei
Ien. Unter Aussetzung der Tages
ordnuna, auf welcher die .Dakota-Bill-
stand, wurde mit der Erörterung
der Silbeifiage fortgefahren, um
Beck Gelegenheit zu geben, seine
gestern begonnene Entgegnung auf Sher
man's Ausführungen zu beendigen.
Die Berathung der Dakota-Bill wurde
dann fortgesetzt und der Garland'sche
Antrag, die Bevölkerung von Dakota
über die Theilung des Territorium ab
stimmen zu lassen abgelehnt, worauf die
Äusschußoorlaze zur Anr.ahme gelangte.
Nach geheimer Sitzung erfolgte sodann
Vertagung.
Im Abgeordneten Hause wurde
nach Annahme eines Beschlusses für Ver
tagung dcs Eongresies vom 20. d. M.
bis zum 5. Januar die Berathung der
andels:Vorlage fortgesetzt. Hierauf
Bertazuna.
17. Dez. Im Abgeordneten
Kaufe cn.pfe.hl der betr. Ausschuß die
Erhöhung der Bewilligung für ein Bun
desgeböude in Peoria in Illinois auf
245,000 Dollars. Skinner saus New
tyoil reichte einen Gesetzentwurf für
Reaetuna und ftiainnnruna der Postge
hülfen - Gehälter in den Postämtern
ersten Nanccs, ein. Hierauf fuhr
das Kau-Z "mit der Berathura der
Neaaan'icheir Handels -Vorlage for
Auf Antrag von Mills wurde ein Zusatz
angenommen, welcher den E.ieiibahnre
seUschaften verbietet, im Verkehr zwischen
verschiedenen Staaten ein höheres tfahr
aeld als 3 Cents für die Meile zu berech
nen, und auf Antrag von Goff wurde
dem die Bestimmung hinzugefügt, daß
auch hierin wegen der Race oder Hautfarbe
rem unter S'eo aeironen wercen jou
Der Sprecher legte dem Hause die Ant
wort des Oberbundesanwalts auf dieAn
frage betreffs der Verbindlichkeit des
Achtstunden - Gesetzes in Bezug auf die
Briefträger vor, welche verwiesen wurde.
Der Oberbundesanwalt fazt, nach An
führung des Hau;beschlusses: Ich muß
darauf erwidern, daß ich das gewünschte
Gutachten nicht eben kann. Die Be-
fugniß des Obclbundesanwalts, Gut
achten abzugeben, ist gesetzlich einge
schränkt und gestattet ihm nur, dem
Präsidenten oder den' Borstehern br
Vermaltuiiasab'.Keilunaen Rath zu er-
theilen." Vertagung.
Im Senat legte der Vorsitzende
ein Schreiben des Flotten - Ministers
Ehandler vor, welcher darin in Beant
wortuikg einer auf Anregung von Best
an ihn gcrichteten'Anfrage sagt: Die
Sendung der Civilinaenieure Menocal
und Peary und des Enstgn Chambers
nach Nicaragua zwecks Vermessungen
für eine künftige Kanal - Anlage sei
kraft der allgemeinen Befugnis? der
Flcttenverwaltung mit Erlaubniß
Pläsidenten die Flottenofsiziere in
gelegenheiten von öffentlichem
teresse zu. verwenden, qeschcken.
des
An-
I"'
Zahlreiche Proteste gegen die Bestätigung
des amerlkamichpanischen Handelöoer
traas wurden eingereicht und dem betr.
Ausschuß überwiesen. Butler reichte
einen Beschlus,antraq ein. wonach der
PrSst?ent ermächtigt sein soll, die gegen
wartig in New Orleans befindlichen Aus
stellungsgegenstände der Negierung auf
d:e 1886 zu vondon ,n ngland ttatt
findende Kunst- und Gewerbeausstellung
xu fchicken. für die Kosten wer-
den 300,000 Dollars kewilliqt. Diese
Angelegenheit wurde an den Ausschuß für
die Beziehungen zumAuetance verwiesen.
Der Gesetzentwurf wurde angenommen
wonach den wirklichen Ansiedlern auf den
früheren Ländereien der Uncompagre
und Wh te Niver Utes in Eolorado ge
stattet sein soll, bis zu 160 Acker dieles
Landes in Gemaßheu deS Vorkaufs-Ge
setzks zu erwerben. Demnächst hielt der
(Senat eine gelzelme oiBiing ao, in &n
cherdie Ernennung des Fi-'anzministers
McEulloch des Weiteren berathen wurde
In der später wieder aufgenommenen
öffentlichen Sitzung schritt der Senat auf
Antraft von Kale zur Erwägung der
Ausaaben-Ansätze für die Flotte. Hier
auf Vertagung.
18. Dez. Im Senat beantragte
Nest einen aemeimamen Beschluß des
Inhalts: der Jlottenminister habe sich
durch Aborinunz einer Vermcfsungs
lFrnert!im nach Nicaraaua ohne vor-
aänaic.e Zustimmung des Congresses,
einer Ueberschreitunq seiner Amtsgewalt
schuldig gemacht und scl anzuwetsen, dte
weiteren 'Schritte in der Angelegenheit
einstweilen einzustellen. Der Gesetz
entwurf wurde angenommen, wodurch
$50,000 für ein 'afavette zu er
richtendes Siandbild bewilligt werden.
Van Wnck reichte zwei Entwürfe von
Nkniionsaeseben ein. wovon einer die
Venfionen der Wittwen und hülfsbedürf
tiaen Eltern von ehemaligen Soldaten
und Matrosen erhöht, der andere aber
allen invaliden und hülfsbedürfiigen Sol
daten, welche wenigstens drei Monate in:
Bürgerkriege gedient haben, eine Penston
aussetzt. Aus Nntrag von aKomu ,rar
der Senat zu geheimer Sitzung zusam
men in Sachen der Bestätigung MeEul
loch's zum Finanzminister und um 2 Uhr
50 Minuten wurden die Thüren wieder
geöffnet und die Verhandlungnl und zwar
über die Vorlage zur Regelung des inne
ren Handelsverkehrs ausgenommen.
Das Abaeordnetenhaus fuhr,
gleich nach B.-rlefung des Protokolls,
mit der Berathung der Reagan'schen Han
delsvorlage fort, und vertagte stch weh'
rend der Berathung des Parazraplen
2 derselben.
1. Dez. Im Ab geordneten
hause gelangte der Gesetzentwurf, durch
welchen die Genehmigung zur Ueber
brückung dcs Mississippi zu Rock Js
land ertheilt wird, zur Annahme.
Demnächst wurden die Ausgaben-AnsLtze
für Pensionen einberichtet und zur
Vorberatdung iar Hause verwiesen.
Die Berathung der Handelsvorlaze nahm
fg?ann IIJICH yuiiyunij uiiu muiuui uuuy
geflogener Debatte die Verhandlungen
. - ... 4 (Tn cut I
. l : 1 cy..i...,. .mK mii.K.M .4. I
ctg um S ttyr ausgelebt. vijc-1
ordnetenhaus nahm in der Abendsitzung
. . , . ..v .... tz. I
18 Per.uonsanrruge un uuu umuyic jit-y i
v (. : I
uuitu ui-j uiuyi.ii. i
Stm Senat gelangte der Gesetzen!-
wurr. werazer ven ,aq or misanirnis I
deS Präsidenten für den Bezirk Colum
bia zu einem gesetzlichen Feiertage macht, Compagnie zu icqtil werdenden BeHand
zur Annahme. Eingereicht undoerwie i lung, ein eine Bestrafung verdienende
2 . ' yT.F.i i i " arti I :f:" !fx. m t i.
im raurben l.e eventwurte. rur Avkre
tung der Mililär-Baracken in New Or
leanS an da Leuisiana State Agrieul
urrl College" zu Erziehungszweeken,
uUvcf.
AnaenoJtlukn wurde der u. ci
für den Verkauf eines Theiles der Lan
dereien d Shoshooe-, Baunock- und
Sheep-Eater-Jndianer in Jdabo in Ge-
mäßhett deS 1880 avgefchtoNenen Ver
träges. Die Cullom'sche Handelsvor
läge wurde ! deS Weiteren berathen.
Hale berichtete Namens des Conferenz
auSschuffeS für den Flvtten-Etat, daß
eine Emigung nicht zu Stande gekommen
sei. Nach eirer geheimen Sitzung trat
Vertagung ein.
20. Dez. Das Abgeordneten
haus fuhr mit der Berethunz der
Reagan'schen Haudelsvorlage fort, in
deren Verlauf die Vertreter des HaufeS
in der Conferenz mit dem Senat über
den Flotten-Etat berichteten, daß eine
Einigung nicht zu Stande gekommen fei.
Das Hau verharrte bei seiner Ablehnung
Des Senatö-AmendementS und eine neue
Conferenz wurde angeordnet. Auf An
trag von Randall wurde beschlossen, die
nächste Sitzung am Mittwoch abzuhal
ten. Nandall reichte dann einen Gesetz
entwurf ein, welcher die Ausgaben der
Flotte für künftigen Januar nach
Maßgabe des letzij.ährigen Etats für
den entsprechenden Zeitraum bewil
ligt, und die Vorlage wurde ohne
Namens - Aufrauf angenommen.
Auf Antrag von HopkinS gelangte der
Senatsbeschluß zur Annahme, Weih
nzchten und Neujahr zu gesetzlichen Feier
tagen für alle auf Tagelohn angestellten
Arbeiter im Bundesdienste zu erheben.
Demnächst vertagte sich das Haus bis
zu Mittwoch, den 2t. Dezember, und
zwar besteht die stillschweigende Ueberein
kunft, alsdann keine Geschäfte zu ver
handeln, sondern bis zum 6. Jar.uar die
jedesmalige Sitzung um drei Geschäfts
tage zu vertagen.
Der Senat berieth in geheimer
Sitzung den Befchlutzantrag Vest's, die
seitens der Regierung geplante Ve;m:s
sungs Erpedilion nach Nic'razua für
nicht rath'am zu erkläaen. Nach Schluß
derselben wurde dem Ersuchen des Hau
ses um eine nochmalige Conferenz be
tteffs des Flotten:E:ats stattgegeben.
Der Haus-Beschluß für Vtrlagung des
Congresses vom heutigen Tage bis zum
5. Januar gelangte demnächst zur Bera
thun, wurde aber bei der Abstimmung
mit U gegen 25 Stimmen abgelehnt.
Hierauf Vertagung bis Montag.
22. Dez. Im S e n a t reichte Plum
einen Gesetzentwurf für Errichtung eines
neuen Landbezirks in Dakota ein. Der
Gesetzentwurf, wodurch das Gesetz betr.
direkte Durchfuhr von Zollgut auf den
Einfuhrhafen Omaha ausgedehnt wird,
gelangte zur Annahme. Blair bean
tragte Berathung des Gesetzentwurfs für
Ernennung einer Commission zur An
stellung von Erhebungen betreffs des
Schankqewerbes. Die Bill sei im Senat
bereits viermal angenommen worden, im
Hause aber jedesmal unerledigt geblieben,
Der Antraa stieß auf Widerstand, drana
jedoch durch und die Vorlage wurde mit
24 gegen 10 stimmen angenommen.
Hale berichtete Namens des Budgetaus
fchusses den Hausbeschluß für zeitweilige
Bewilligung der Ausgaben der Flotte
nebst Amencements ein. Mit der Erklä-
rung, der Ausschuß schlage statt dieser
Bewilligung für den Monat Januar die
Erneuerung der Bestimmungen des in
der vorigen Sitzung vom Hause ange-
nommenen man für oas zweite yaii
jähr vor und nehme von den Senats,
Amendements betreffs der Thurmschlsse
und stählernen Kreuzer Abstand. Er
werde morgen die Berathung der Vor
läge beantragen. Nach einer geheimen
Sitzung trat Vertagung ern.
Westpoiuterthum
Die Erziehung in Kriegsschulen scheint
m einer Beziehung in der Republik die
selbe Wirkuna zu haben, wie in der
Monarchie. nämlich ganz übertriebene
Strenge in der Wahrung der Macht der
Ofnzere gegenüber der Mannschaft.
Ein kleines amerikanisches ertenftuck
zu znem surchtvaren iirtyeue, ourey
welches deutsche Soldaten, weil ste sich
bis zum Kaiser hinauf über ihren Trans-
xort m Viehwagen beschwerten, zu sieben'-
jähriger Zuchthausstrafe verurtheilt wur
den, ist folgendes: Eduard Decahunty,
Trompeter m der Compagnie L, des 6.
Reiterregiments, machte vor einigen Mo
naten an das Regimer.ts-Kommando eine
höfliche Eingabe, worin er um Versetzung
rn ore tlompagnre bat. Run habe
die Soldaten des stehenden Heeres das
Recht zu einer solchen Bitte um Ver-
setzung, und sie besitzen auch das Recht,
ihre Gründe für einen solchen Wunsch
anzugeben. Der Trompeter hatte als
seinen Grund angeführt, daß er sich von
seinem Capitän unfreundlich behandelt
glaube. Er hatte jedoch auch dabei sich
der achtungsvollsten, in keiner Weise
gegen Disziplin" und 'Subordination"
verstoßenden Spruch gedient. Sem Ge
such ging aber gerade durch die Hände
dieses Eapltans, emes We tpomters Na
mens Ooerton. Der entbrannte beim
Anblicke der Eingabe in heller Wuth,
schrieb unter das Gesuch heftige
Schmähungen gegen den Trompeter, be-
antragte die Abweisung der Bitte, ließ
den armen Bittsteller sogleich als Ge
fangcnen wie einen Verbrecher auf die
Wache schleppen und steckte ihn wegen
Verletzung der Disziplin" in s Loch.
Dieses Verfahren erregte denn doch
solches Aufsehen, daß der Kriegsminister
den Hauptmann Ooertoir wegen tyran-
nischen Verfahrens vor ein Kriegsgericht
stellen lieg. Aber da zeigte es stch auch
einmal wieder, daß reine Krähe der an
deren ein Auge auehackt. Gar mancher
der Ossizieie in dem Kriegsgerichte,
welches im letzten Monate zu Fort Lea-
venworth über Capitan Ooerton avge
halten wurde, mochte gegen einen armen
rittstcllenden Soldaten schon ähnlich ver-
fahren fein, wie Overton, und so wurde
dieier glanzend freigesprochen.
Diese Freisprechung rann nichts an
deres bedeuten, als die thatsächliche Un
terdrückung des Petitions- und Be
schwerde-Rcchts des Soldaten. Aller-
dings besitzt der Soldat dieses Recht, der
ifoxm nach, auch fernerhin ; aber das
Kriegsgericht stellt ihm neben dieses Recht
den Kerker, wie einst jener uckennärkische
Junker rm preußischen vereinigten Land
tag dre Preßfrelhelt mrt dem Galgen da
neben bewilligen wollte.
Immerhin hat sich im vorliegenden
Falle ein amerikanischer Oisiuer eis
gerecht und human bewiesen, nämlich der
VesehlZyabor des ü!rtt!arrrelscs, dessen
Hauptquartier Fort Leavenworth ist,
Brigade-General Augur. Es blieb ihm
freilich mchtS Anderes übrig, als den
Spruch des Kriegsgericht, dessen Vor
sitzer ein Oberst Namen-Z Swaine ist.
formell zu bestätigen, zugleich aber
schreibt er m jeinenr
amtlichen
Erlasse:
Der kommandirende General
wiu i nun -u)"i w viifiu:iutu ciu, I
als bestätige er den vom Kriegsgericht
.tifvii ir.i. i -c . I
II . ?..... Mis. f. f. V... i I
ycuiuiytcti vtuuufu, vuo tu uon rincai i
Soldaten durch Vermittelung seines I
rr.. A:..n.c.cr (. i.l ca. I
2.vmiui(utc-jcicyi9yuuci un ua i
Atmttt hnrhfl hr A.vtf.f. tuM . I
jjimvnvn(.ii yi-ouytviv uuyiui.i)?
volle Bitte um Versetzung aus seiner bis-1
Htiigtn ,vmpaariir out vjiruno I einer
Unzufriedenheit mit der ihm in dieser
muuaria)tö ergruen vuoc
General Augur ist eben ner der alten
Offiziere, welche im Bürgerkriege an der
Spitze von Freiwilligen-Truppen standen
tcietz, fcJs
kräftigen 2
treten müssen),
leaenheit zum Sj
auch Augur schon im ItSu-,
in den Ruhestand taten, "k
ften Jahren wird einer der rurl
kriege zu Soldatenfreunden gewordene
Offiziere nach dem anderen gehen, um
,,unoerfcUfchten" Junkern aus der ari
ftokratischen Kriegsschule Platz zu
machen.
(Zll. Stsztg.)
Der berüchtigte Strolch
Eharly"
,Omaha
eigentlich Charles SteienS, der kürzlich
zu Marooille. dem Hauptorte des
Countv Nodawav im nordwestlichen Mis
souri. von einem Haufen .Rächer auS
dem Gefängnisse, in welchem er sich we
gen Ermordung eines jungen Deutschen
vcamenS Herbert Krämer oefans, her
zusaehclt und aehenkt wurde, war ein
gefährlicher Verbrecher. Wir entnehmen
über ihn dem ,Anz. d. W. Folgendes:
Es wurde behauptet, daß er, als er vor
6 Jahren nach Marvoille kam, schon
mehrere Menschenleben auf der Gewissen
hatte. Im Jahre 1879 erjchoß er rn et
ner Winhshausschläqerei einen Mann
Namens John Mahon. Im Frühjahre
1380 wurde er für dieses Verbrechen auf
10 Jahre in's Zuchthaus zu Jefferson
Citu aesandt. Er wurde aber im ver-
gangenen Winter von Gouverneur Crit
tenden begnadigt und kehrte nach Mary-
ville zurück. Dort herrschte allgemeine
Entrüstung über die schlecht angebrachte
Milde des Gouverneurs, und diese Ent-
rüstung legte sich auch nicht, als die ro
mantiiche Geschichte bekannt wurde.
welche zu der Gnade gefuhrt hatte. Ste
ver.s wer nämlich ein Meister in der An
fertigung von allerlei Spielzeug. Im
Zachthause schnitzte er eine Menge Spiel'
fachen und schenkte diese der Nemen Toch-
ter des Gouverneurs. Dadurch gewann
er nch die Zuneigung des Kindes, und
als dieses im vorigen Winter krank
wurde, nahm es vor seinem Tode dem
Vater das Versprechen ad, Stevens zu
begnadigen. Der Gouverneur hielt
sein dem Kinde gegebenes Versprechen,
Stevens kehrte nach Ma,u?ille zurück
und, pechend auf das Wohlwollen des
Gouverneurs, führte er ein schlimmeres
Leben als früher. B Tage trieb er sich
in den Wirthschaften umher und des
NachtS prästdirte er an einem Spielti
fche. an welchem das schlimmste Gestndel,
aber auch mancher leichtsinniger Bursche
von guter Abkunft verkehrte. Jeder
ging ihm aus dem Wege und die Pouzet
wagte sich nicht an ihn.' Am 3. Dezem-
der gegen Abend kam er m Marvvrlle m
das Wirthshaus von Helgart; er war
angetnmken und in sehr streitsüchtiger
Stimmung. Um emen Streit hervorzu-
rufen.
beleidigte er meyrere Anwesende,
l welche nch aber nicht an ihn kehrten.
? Am Schanktische stand, in Gesellschaft
von mehreren Freunden, ein Verwandter
Helgart's, Herbert Kramer, welcher fiü
her in Marvoille gewohnt hatte, im letz
ken Sommer aber nach Siour Cilu Iowa
gezogen war, wo er sich nach Marvoille
begrben hatte, um zu heirathen. Ste
vens stellte sich neben Kramer an den
Schanktisch und bestellte ein Glas Wein,
wovon er einen Theil absichtlich auf
Kramer's Rock goß. Als Kramer sich
dies verbat, schleuderte ihm Stevens den
Wein ins Gesicht, riß seinen Revolver
aus der Tasche, drückte ihn Krämer gegen
Brust und feuerte. Obgleich zum Tode
verwundet, warf Kramer seinen Gegner
zu Boden und hieb ihn furchtbar durch.
Stevens wurde verhaftet und in's Ge
fängniß gebracht. Kramer lebte noch
bis zum folgenden Morgen und starb un
ter großen Schmerzen. In Marvoille
herrschte über diesen Mord große Ent
rüstung. Daß aber die Bürger selbst
die Sache in die Hand nehmen würden,
erwartete Niemand. So geheim trafen
die Rächer ihre Vorbereitungen. Am
Morgen des 9. Dezember gegen 2 Uhr
versammelten sich ungefähr 60 maskirte
Männer auf dem öffentlichen Platze,
marfchirteir nach dem Gefängnisse und
verlangten vom Sheriff Anderson die
Herausgabe des Gefangenen. Der
Sheriff weigerte stch, worauf der Haus
einen Angriff auf das Thor des Gefäng
msses machte. Der Sheriff schoß au
vie EstUrmenoen uns verwundete emen
derselben schwer und mehrere leicht. Das
,hor gab aber bald unter der Wucht kl
Niger vchmieoeyammer nach, der 2h?
riff wurde überwältigt und Stevens aus
seiner Zelle geholt. Er bat flehentlich
um Gnad. die Luncher hörten aber nicht
auf seine Bitten, sondern führten ihn aus
der stadt und henkten ihn an einer El
sendahnbrucke aus.
DaS neue Weltwunder.
Mit Ausdrücken, wie in der Ueber
fchlift enthaltene, wird jetzt das nach
sechsunddrcißigjährigem Bauen und
Nicht Bauen fertig oewordene und feier
lich eingeweihte Washinqton-Dankmal in
der Bundeshauptstadt gepriesen. Selbst
der Kolner Dom soll nichts dagegen sein
Mit dem Washington-Denkmal, diesem
höchsten von Menschenhänden errichteten
Bau der Welt, lasse sich überhaupt gar
nichts vergleichen so meinen seine Be-
wunderer.
Wahr ist es nun freilich, daß der
Wajhington'Obelisk am Potomac seine
553 Fuß mißt, während der Kölner
Dom nur 535 Fuß hoch ist. Aber des.
halb das Washington - Monument über
den Kölner Dom zu stellen, wäre gerade
fo verrückt, wie wenn man emen unae
süzen, häßlichen, lang aufgeschossenen
Bengel oder Schlangangel"' für schöner
halten wollte, als einen herrlich gebauten
,'tann, weil letzterer um emen Zsll kler-
ner ist als ersterer.
Der Kölner Dom ist die großartigste
uns reique cyopsung golyiiczer Zvau
kunst und macht nicht nur durch seine
Giöße, sondern besonders auch durch
V I I .1 fr 5 r . w f r rr
den unendlichen Reichthum und die Fern-
heit und Anmuth seiner Formcn einen
erhabenen uud zugleich hinreißenden und
rezlucrenden Eindruck. Daqeaen er-
scheint das WaZhington-Monvment dem
Beschauer nur wie ein riesiger Scharn
stein. Blickt man au dem öden langen
?lng hinaus, o wundert man sich aller-
orngs uoer feine unenDucye ränge; y.
langer man aber hinaus blickt, desto
größere Langeweile empfindet man, weil
ttch ev.'n dem Auge qar nichts Fesselndes
darbietet, während man an einem wah
ren Kunstmerke immer neue Schönheiten
enkrecik.
Freilich ist am Washington-Denkmal
nicht Jahrhunderte lang gebaut worden,
wie am Kölner Wom. Aber der aroße
telnyausen, welche nach der Ursprung
lichen Bestimmung nur durch Prioatbei-
träge ernsteben und wachsen sollte, stand
Jrh - e lang als junge, keineswegs hohe
niuiuc v, Ut oeren euroau uno US-
bau Niemand mehr einen Cent beisteuern
..- -
l. r " c err r r L -
wouie, ois oer ongreg fley lqrer er-
barmte und die Mittel zur Vollendung
i. n- r r ... . 9
rs ,,7vieienoaue3 oerqao.
uyaiuui, wie cer große sryorn
stein selber, ist auch feine Laae. Dttrn
cit c .rx. . j(a fr r- r
statt das Denkmal auf einer der schönen
Anhöhen der Bundeshauptstadt zu errich
ten, baute man eS in der Sumpfniede
rung beim Potomac, so daß selbst sein
einziger Vorzug, nämlich seine ööbe.
gar nicht gehörig hervortritt. Die Wahl
deS Stanoorte diese Denkmals ist ae
rade sg einfältig, wie wenn man etwa
...v
.nkmal
tlzstgkeii.
( ja. Vrztg.)
vkattevplnge.
jueu rwoonera veo Dorfes LOt
roanda, Pa., geht eS jetzt, wie ror lan
am fahren den Leuten m der freundu
chen thüringischen Stadt SondnShau
fen. Lue rourve in dem Vraoe von
Ratten heimgesucht, daß daS Hochpreis
liche Consistorium einen Ertra-Bußtag
anordnete, um die Ratten aus Stadt und
Land zu beten. Die Thiere hatten in
wenigen Stunden abziehen können, thaten
aber den Leuten den Gefallen nicht, und
es bedürfte der Kammerjäger und Katzen,
die Landplage zu beseitigen. Wie Letztere
rn Towanda entstanden ist, erinnert an
das Benehmen der Wanderratten, welche
bekanntlich die Hausratten fast gänzlich
aus Europa und Amerika vertrieben und
sich an deren Stelle gesetzt haben. Ein
wohlhabender Farmer hatte vor mehre
ren Jahren zei eigenthümliche HauS
ratten von seinem Bruder in England
zum Geschenke erhalten, kleine zierliche
Thiere, höchstens em Drrttel großer, als
Mäuse und von tiefblauer Färbung des
serdenwerchen elzeS. Die klemen Nage
thiere wurden zunächst in einem Käfige
gehalten, vermehrten stch eben schnell,
wie thre Vettern anderer Nattenfairnuen,
und man ließ sie laufen.
Ein anderer Farmer erhielt kurz darauf
ein paar sogenannter norwegischer Ratten
zum Geschenke, große Thiere von hell
grauer Färbung. Dieselben entkamen
aus ihrer Gefangenschaft, Vermehrten
sich ebenfalls enorm, und die blauen
Ratten verschwanden. Seit der letzten
Erndte sind auch die norwegischen Ratten
äußerst selten geworden, und dagegen
macht sich eine dritte Rattenart breit, fast
so groß wie Moschusratten, und über
alle Beschreibung gefräßig, schädlich, ja.
selbst den Menschen gefährlich. Sie sin
Sie sin-
den sich überall in Häusern, Scheunen,
Ställen, Kellern, unterwühlen die Fuß-
boden, durchnagen die stärksten Bohlen,
wühlen sich selbst durch Steinmauern,
erwürgen fast alle Hühner und fressen sie
an, verheeren die Getreidevorrathe, käm-
pfen zu Dritt erfolgreich mit der besten
Katze und haben fchon Kinder im Bette
angefressen. Em wohlhabender Farmer
m Burlington schätzt seinen Verlust an
Getreide, da die Ratten seit der Erndte
verzehrt haben, aus mindestens G1000.
Viele Milchkeller mußten aufgegeben wer
den.
Niemand hat eine Ahnung davon, wo
her diese dritte Nattenart gekommen ist.
Die Annahme, daß sie Abkömmlinge der
norwegischen und der blauen Ratten
seien, gewahrt durch dre dunkel-blaugraue
garbune, der Thiere an Wahrscheinlich-
keit, doch stehen ihr die Größe und Starke
der angeblichen Mischlinge entgegen.
Eher mögen einzelne Ratten orn den
Werften der Seestädte den Weg in's
Innere des Landes gefunden haben und
erst bemerkbar geworden sein, nachdem sie
sich rasch vermehrt hatten. Mit den aus
den Wer! ten vorkommenden Ratten.
einem Mitteldinge zwischen Wasser- und
Wanderratte, haben die Verwüster von
Towanda und Burlington die meiste
Ähnlichkeit. Daß die Farmer kiöher
chon zeder für sich Alles gethan haben.
ich von der Plage zu befreien, leuchtet
ein, noch hatten alle ihre ucaregeln fo
gut we keinen Erfolg. Sie werden jeyt
ur einige Tage alle ihre klemen Haus
thiere sorgfältig absperren und dann in
allen ihren Lokalitäten, in Hof, Galten
und Fels, vergiftetes Fleisch und Getreide
in großen Quantitäten ausstreuen.
Znländisciie Nachrichten
DaS Mackav-Dennett-Kabel. wel
ches an zwei Stellen, nahe der Küste von
Neu-Schottland und 300 Meilen davon
entfernt, gebrochen war, wird jetzt vom
Dampfer Faraday" aus geflickt. Das
Flick? in der Nähe der Küste ist bereits
bewerkstelligt und mit dem Flicken des
anderen Bruches gedenkt man in einigen
Tagen fertig zu sein. Alsdann wird das
Kabel in Coney Island und an der
Brooklyner Brücke verankert werden.
Eine romantisch gesinnte Dienst
magd, in einem Hotel zu O rillte in On
tario beschäftigt, hatte gehört, daß, wenn
sie ein rohes Hühnerherz verschlucke und
nachher mit dem ersten ihr begegnenden
jungen Manne Hä ids scheke" dieser
ohne Zweifel ihr Gatte werden müsse.
Das dumme Mädchen glaubte an das
Rezept, verschaffte sich ein rohes Hühner
herz und wollte dasselbe verschlucken. Das
Ding blieb im Halse stecken und mußte
sofort ein Arzt gerufen werden, unl sie
vor einem schrecklichen Erstickungstod zu
retten.
s Der Staat Arkansas scheint mit
Eisenbahnräubern schneller fertig zu wer
den, als der Staat Missouri, in welchem
der Hauptbandit James noch heute unbe
straft ist. Obgleich die Räuber, welche
den Eisenbahnzug bei Little Rock über
fielen, ganz schlau zu Werke gegangen
waren, sind sie doch schon beinahe allein
Haft, und statt wie Frank James als H:l
den gefeiert zu werden, haben ste gute
Aussicht auf den Galgen. Die letzte
Staatsgesetzgebung von Arkansas hat
nämlich auf Eisenbahnraub, auch wenn er
mcht mit Mord verknüpft ist, die Todeö-
strafe gesetzt.
Zu dem Leichenverbrennungsofen
in Washington in Pennsvlvanien und zu
Lancaster rn Pennsyloanien, wird jetzt
bald der Ofen der New Zlorker Leichen
Verbrennungsgesellschaft kcmmen. Die
Aktieninhaber dieser Gesellschaft, der II.
s. Crematron Co. , traten dieser Tage
im (Gebäude der Gesellschaft für .Ethk
cal Culture- zusammen und beschlossen,
das Aktiencapital von Z25.V00 auf 35,
000 zu erhöhen. Man glaubt, daß des
Crematorium" bet East Willlamsburg
in 2, vrs 3 worven mit einem acye vec-
sehen sein wird. Dann wird der Ofen
gesetzt werden und die Anstalt wird dann
für den Gebrauch fertig sein.
reinen fcyrecrllcyen Eintritt rn o?e
neue Welt hatte der achtjährige Knabe
George Baker, welcher kürzlich mit ser-
nen rilern uno tSeschwiftern aus dem
Dampfer .Citn of Berlin" von Liver
pool in New Jork eintraf; daS linke
Bein ward ihm buchstäblich vom Rumpfe
gerrs en, alS der Anker vom Schiffe ge-
lassen wurde. Der Knabe wurde fofort
in New Fork nach dem St. Francis Ho-
fpltal aevracht, wo die nöthige Amputa,
tion vorgenommen ward. Die Jnmin'-
che Dompfer-Gesellschaft zahlte dem
Vater des Knaben $500 als Entschädig
ungssumme auS und verpflichtete sich.
den Knaben auf ihre Kosten wiederber-
stellen zu lassen, sein natürliches Bein
kann sie ihm aber nicht wieder geben.
DaS Holzschlagen in den Waldun-
gen oeS Nordens wird wahrend dteteS
WinterS nicht mit dem maldverwüstevden
Eifer von früher betrieben. DleS möchte
auffallen, da die Arbeitslöhne viel niedri
ger sind, alS in früheren Jahren ; denn
die Holzhauer find mit einem Monats-
ohn von $16 biS $20 zufrieden. Auf
der anderen Seite ist aber das Wetter
nicht günstig. Es hat kürzlich noch in den
. ,
Jk. - .
ni,r... . .. tu.....
i"4-1"-" 6 &
ti'im!
vag v me v r.joau
und Nutzholz sehr niedrig sind und dem
Händler nur geringen Prosit versprechen.
? Eine' gefährliche Beschäftigung
schreibt das .Pittsb. VolkSbl. ist die
der Arbeiter in den Drahtfabriken. Der
glühende Draht rollt so rasch ab und bil
der so leicht Schlingen, daß die Arbeiter
noch mehr aufpassen müssen, als die viel
genannten .Häftlemacher, um nicht
Opfer eines Unglücksfalls zu erden.
der im Nu geschehen ist. Dieser Tage
legte sich in der Gautier Drahtsabrik in
JohnStoron dem jungen August Klein
merzer plötzlich der glühende Draht als
schlmae um Hals und Schulter und er
kann noch von Glück sagen, das ihm
nicht der HalS abgeschnitten wurde;
schwere Brandwunden hat er aber doch
davongetragen.
Im Jahre 1885 findet in Chicago
eine Weltausstellung der farbigen Rasse
statt, die sicherlich von Interesse sein und
darthun wird, was die ehemaligen Skla
ven heute zu leisten im Stande sind.'Se
nator Blair hat im Congresse eine Bill
eingebracht, welche $500,060 zur unter
stützung dieser Ausstellung dewilllgt;
das Geld soll an die Regierung zurückge
zahlt werden, falls das Unternehmen
Ueberschüsse erzielt. Die Neger geben sich
große Mühe, um in Chicago ihr Können
und Streben, im günstigsten Lichte zu zei
gen. Ohne Zweifel haben si: noch viel
zu lernen, aber wenn man berücksichtigt.
daß fle erst fett zwanzig Jahren freie
Menschen sind, fo muß man zugeben.
daß sie in dieser kurzen Zeit unter dem
Schutze amerikanischer Freiheit Fort
schritte gemacht haben.
? Falsche Silberdollars. Aus Wash
ington wird gemeldet, daß viele falsche
c rv ' ..k m-.
SilberdollarS im Umlaufe 'nd. Die
Stücke sind gut ausgeführt u , von den
echten nicht zu unterscheiden, fo daß Er
perte sie nur am Gewichte erkennen kön
nen, da sie sich als etwas zu leicht her
ausstellen. Sie zeigen das Gepräge von
1? vlg iö4, irno von .meinem urce
tall", sehr fest in Formen geschlagen und
mit einer Lage Silber, bedeckt. Allem
Anschein nach sind viele dieser Geldstücke
in Umlauf, da täglich im Schatzamt solche
entdeckt werden, die von Kaufleuten und
Bankiers behufs Einlösung Übermacht
wurden. An einem Tage wurden sieben
in einer Sendung von einer Bank entdeckt
und vorigen Montag im Ganzen 41.
Das plump nachgemachte, aus Blei her
gestellte Dollarstück ist vollständig ver-
schwunden, aber diese neueste Fälschung
ist um so gefährlicher, we'l eine Entde
ckung äußerst schmierig ist.
Ein neues riesiges Straßenbahnpros
jekt ist in New York im Werke. Diese
Mal handelt es sich um ein System von
theilweise erhöhten und theilweife auf dem
Straßen-Nioeau befindlichen Eisenbahn
Routen zwischen dem Harlem-Flusse und
der Batterie der Länge nach an der Ost
und der Westseite der Stadt nebst ange
messenen Quer-Routen zur Verbindung
der vorgenannten Längen-Routen unter
einander, so daß sämmtlick e wichtigeren
Fähren, sowie die Hochbahn mit diesem
Bahnsystem in Verbindung gebracht wcr
den sollen. Alle diese Rou'en haben zu
sammen eine Länge von etwa ?0 Meilen
und entsprechen allen Anforderungen des
Verkehrs. Nach einmaliger Bezahlung
von 6 Cents kann ein Passagier in unun
terbrochener Fahrt die ganzen 70 Meilen
der Route befahren. Der Mayor ist zu
Gunsten des Projekts, vorausgesetzt, daß
die Unternehmer 2 Prozent ihrer Brutto
Einnahmen für die Verleihung deS Pri
vilegs zahlen.
!s Im Count Douglas in Südwest
Missouri ist die blutige Fehde zwischen
dortigen angesehenen Familien von Neuem
ausgebrochen. An der Spitze der emen
Partei steht die weitverzweigte Familie
Alsup, welche früher das County fast un-
beschrankt beherrschte. Ihr Uebermuth
rief starken Widerstand hervor, welcher
schließlich in eme Blutfehde zwischen den
Alsups und ihren Gegnern ausartete.
Zahlreiche Mordthaten mittelst meuch-
lenscher Kugeln sind in Folge davon schon
vorgekommen. Selten wird eine solche
bestraft. Am Wahltage, 4. November,
ist ein Alsup aus dem Hinterhalte erschos-
sen worden. Der Morder gehört einer
mit den Alsup'S in Blutfehde stehenden
Familie an. Als der Mörder später im
County-Hauptorte Vera Cruz vor dem
Richter f?and, um sür sein Erscheinen
zum Prozesse Bürgschaft anzubieten, wa
ren beide Parteien in großer Zahl, bis an
die Zähne bewaffnet, eingetroffen. Nur
mit Mühe wurde ein blutiger Zusam
menstoß verhindert.
1 Daß sich auch die Ver. Staaten an
den Alterthumsforschungen auf der In
sei Rapanm betbeuigen werden, erhellt
aus folgender Mittdeilung der N. I.
Handeleztg.: In Washington ist die
Nachricht eingetroffen, dalz die Offiziere
des deutschen Kanonenbootes .Hyäne
auf einer Fahrt von Valparaiso nach den
amoa-Jnseln aus der unter dem 110
westlicher Länge und dem 27 südlicher
Breite gelegenen, unter dem Namen Ra
pani oder Easter Island bekannten In-
sei archäologische Funde von hohem Wer
the, bestehend aus Colossal-Statuen :c.
gemacht haben. Es heißt, die deutsche
Regierung werde eine Expedition aus
senden, um die auf der Insel befindli
chen Alterthümer zu sammeln. Auch die
Regierung der Ver. Staaten hat bereits
Schritte in dieser Richtung gethan und
den Admiral Upshur, Commandeur des
südatlantischen Geschwaders, angewie
sen, eines seiner Fahrzeuge zur Erforsch,
ung der Insel und zur Sammlung der
dortigen Funde abzusenden. Das Smith
sonian Institut in Washington interesstrt
sich lebhaft für die Angelegenheit.
T Von Vrovidence, R.-J., aus hat
sich Hr. Herion an das Staats-Departe-ment
gewendet, um dasselbe zu veranlas
sen, die Freigabe seines in Frankreich in
Haft befindlichen Sohnes Heinrich zu er-
i ij. in. c t -
wirken. Heinrich ist der Sohn des in
Preurzen gevorenen, rn Proordence an
sässigen und vor 14 Jahren eingewaa
derten Simon Herion. Vor 3 Jahren
ging Heinrich auf Besuch nach Deutsch
land und von dort nach Frankreich, wo
er sich für die Armee anwerben ließ. Er
desertirte, wurde arretirt, desertirte aber
mals, gerieth jedoch bald auf's Neue in
Haft, verstand es aber zum dritten Male
zu en: fliehen. Er ging jetzt nach Algier,
wo man ihn abermals ergriff und dieses
Mal seineHast auf 15 Jahre verlängerte,
nachdem er schon zuvor 120 Taae im
Kerker gesessen hatte. Der alte Herion
schickte fernen zweiten Sohn nach ffrank
reich, um zu sehen, wag für Heinrich ge
.t Tia of - . 1
Sm - Das Nächste was
ihm dort pasfirte. war. daß er seiner I
ihm dort pasnrte, war, daß er seiner
Baarschaft beraubt wurde. Der Alte
schickte ihm anderes Geld. Schließlich
fand der zweite Sohn Heinrich in einem
französischen Gefängnisse, und der Alte
wendet sich nun an daS StaatS-Departe
ment, um die Befreiung Heinrichs, als
deS Sohnes eines amerikavifchea Bür
gerS, zu erlangen.
T Ueber die Feuerwehr zu Mobile in
Alabama erfolgen jetzt Enthüllungen,
welche an die alten grauenhaften werten
der in den meisten amerikanischen Städten
ängst glücklich beseitigten freiwilliaen !
Strolchenfeuerwehren erinnern. In den I
letzten 7 Monaten sind in Mobile 70 1
?iC
2Qt. Bau. ... Afr Yrr
k. . Z.
I u r .ompagnre o. v öle Heuer
yatn tmatltai hätten oder bitten cmleam
Y - rt ir . . ' .
lassen. ES wurde eine Untersuchung von
Seiten deS Polizeiraths angeordnet, und
daS mit derselben betraute Comite hat
vor einigen iuigen erlqr erilattet. In
diesem Berichte heißt eS: Die Zeugen
Aussagen würfen ein sehr schlechtes Licht
auf den Charakter jener Compagnie, und
T. !a. V rn.
uns ,vmue ocge rneyr ars vronen Ber-
dacht, daß einzelne Mitglieder 'Zener
Compagnie um den Ursprung einer An
zahl von FeuerSbrünsten wüßten. ES
fei erwiesen, daß Comp. No. S. zu den
Feuern gefahren sei, ehe Alarm gemacht
worven, uno vag ic rmmer. genau den
Herd deS Feuers entdeckt habe, während
andere Compagnien hätten suchen müssen.
Außerdem habe eme Bande von gefähr
lichen und anrüchigen Burschen daS
Spritzenhaus dieser Compagnie zu ihrem
Hauptquartier gemacht. Aus allen die
sea Gründen schlage daS Comite eine
Neubildung diese Theils der Feuerwehr
vor.
1 Neue Art von Heiraths-Vermitt
lung. Gelegentlich einer vor ewiger Zeit
rn Eharlejton, der Hauptstadt des sraa
teS Süd-Carolina, stattaefundenen Hoch
zeitsfeier, an welcher eine große Anzahl
unverherratheter Herren und Damen
theilnahmen, machte ein junger Advokat
folgenden Vorschlag: .Dre unoerhena
theten Mitglieder der Gesellschaft wählen
aus ihrer Mitte eineil z derselbe muß stch
mit dem feierlichen Eide verpflichten, alle
ihm in seiner offiziellen Eigenschaft an
dem betreffenden Abende zugehenden Mit
thcilungen geheim zu halten ; jeder ledige
Herr und jede lediqe Dame in der Ge-
sellschaft schreibt seinen, resp, ihren Na
men auf ein Blatt Papier und darunter
den Namen der Person, welche der oder
I die Betreffende heirathen möchte ; der auf
I v:.f. an 'f. t.rx.t... r.ij.r :v v.
diese Weise beschriebene Zettel wird dem
Präsidenten eingehändigt und derselbe,
hat, im Falle ein Herr und eine Dame
sich laut Zettl gegenseitig zu ehelichen
wünschen, den Betreffenden davon Mit
theilung zu machen ; die Namen deijeni-
gen Perzonen, ver wercyen octt nuniuj
kein aeaenseitiaer ist. müssen vom Präst
denten geheim gehalten werden." Dieser
Vorschlag wurde angenommen und rn
Ausführung gebracht. Das Resultat war,
daß zwölf junge Damen und zwölf Her
ren gegenseitig den Wunsch äußerten, sich
ehelich zu verbinden, doch erfuhren von
dieser Wahl nur die Betreffenden und der
Präsident. Einige Monate nach dieser
Affaire waren elf der Paare, welche sich
auf fo originelle Weise gesunden, verhei
rathet und acht von den jungen Ehemän
nern erklärten, daß sie niemals den Muth
gehabt haben würden, den von ihnen er
korenen Lebensgefährtinnen auf andere
Weise, wie die oben beschriebene, einen
Heirathsantrag zu machen.
Vermischte Nachrichten.
Ein Londoner Bankinsti
tut die London und Provincial Bank
hat den Beschluß gefaßt. Mit
glieder ihres Komptoirperfonals, welche
mit einem Jahressalär von unter 150
Lstrl. ($750) heirathen, zu entlassen.
Eine sehr fürsorgliche, aber etwas harte
Maßregel!
I n der Gemeinde Zellberg
im Zillerthale fand kürzlich eine Kinder
Versteigerung statt. Drei Kinder eines
armen ManneS, der stch beim Bergwerke
verlebt hatte, wurden im Wege einer
Versteigerung weggegeben. Wer den ae
ringsten Ausstattungsbetrag verlangte.
Dem wurden die Kinder zugeschlagen.
Auf die Person deS Ersteh ers wurde da
bei keine Rücksicht genommen. Heitere
Zustande I
DaS .Kreuzn. Tagebl
meldet: ,,Jn dem Guldenbache bei
Strombcrq und einigen Bächen der
Moselgegend ist wiederholt gediegenes
Gold gefunden worden. Wie der Name
Guldenbach andeutet, muß die Goldfäh,
rung dieses Baches schon in alter Zeit be
kannt gewesen sein. Das Gold kommt
nicht als feiner Sand oder Staub, fsn,
dern in ziemlich großen Stücken vor,
welche äußerlich gefchiebeartig abgeschlif
fen find.
Jetzt ist auch die türkische
Flotte in deutschen Händen. Wie aus
Konstanlinopel geschrieben wird, hat der
deutsche Korvetten-Kapitän Starke, wel
cher in türkische Dienste übertrat, vor
Kurzem seinen neuen Posten als türti
scher Marine-Pascha angetreten. Starke
hat die am goldenen Horn ankernden
türkischen Kriegsschiffe genau besichtigt
und verschiedene Reparawren, welche ihm
unumgänglich nothwendig schienen, ange
ordnet. Zum großen Aerger des Eng
länderS Hobart Pascha hat ultan
Hamid, welchem Starke Pascha als ein
sehr fähiger Marine - Offizier von der
deutschen Regierung empfohlen wurde,
beschlossen, demselben in feinem Dienste
durchaus freies Spiel zu lassen.
Während Deutschlands
gesammter inländischer und ausländischer
Poft'Berreyr sich nn Jahre 1884 aus
runv 1667 Millionen Postsendunzen be,
laufen hat, betrug die Zahl der Sendun-
gen tn Großorltanmen 1863 Millionen,
in Frankreich 1350 Millionen. Hiervon
fallen auf den internationalen Verkehr
Zeutichlandö 159 Millionen, Gro?-
britanniens 16 ? Millionen und Frank-
reichS 116 Millionen. Es verhält sich
hiernach der inländische zum ausland-
scheu Verkehr in Deutschland wie 0 zu 1,
in Großbritannien wie 10 zu 1 und in
Frankreich wie 10 zu 1, so daß Deutsch
ran ven verualtnrnmania narr nen inter
nationalen Postverkehr hat.
In einem Privatbriefe
deS schwedischen Lieutenants Juhlm
Dannkelt. der als Vorsteher einer Sta
tion am Conqo fungirt, berichtet derselbe.
daß seiner Station von aufrührerischen
Negern hart zugesetzt wurde. Bei einem
Anfalle, den gegen 300 Neger machten,
würde Juhlin-Dannfelt durch eine Kug l
am Fuße schwer verwundet, doch glückte
es ihm und seiner auS 17 Aanzibaren
bestehenden Eskorte, die Neger mrt
großem Verlust in die Flucht zu schlagen
Er selbst verlor zwei Mann. Theils in
ttolge feiner Verwundung, tzeus von
dem Klimafieber schwer angegriffen.
wurde J.D. auf S Krankenlager gewor
fen und verlor die Sehkraft auf dem
rechten Auge; er begiebt sich deshalb
nach Europa zurück, um Heilung für fein
Augenleiden zu suchen.
Aus Altona wird folgen-
des berichtet. Em dortiger Fuhrwerks
besitze? war beauftrazt, ein Fuder Schutt
und Unrath fortzuschaffen, und da derar
1 r 1 r
Unm ttrfi slfisT ifi.f rna.V.n Vv I
j1-1 1 uvvmu uvtiut wuviu vu; , i
schloß er. damit in die Gegend der
v ü.. t.x.
Bahrenfelder Grandgruben zu fahren.
Beim Nebenzollarnt an der Holftenstratze
wurde der Wagen angehalten und der
Fuhrmann veranlaßt, alte zerbrochene
und vollständig unbrauchbare Petro-leum-,
Oel- und Thrankannen. welche
sich in dem Schutt befanden, als .altes
Brucherfen mit 1 Mark per 100 Kilo
gramm zu verzollen. Der Fuhrlohn
wurde hierdurch um 1 Mark 20 Pf. ge
schmälert, die Zolltollheiten sind dagegen
um eine hochkomische bereichert morden.
Der Erfinder der elektri
schen Schmucksachen. Trouve in Paris.
bat eine tragbare elektrische Laterne ae
baut, welche sofort erglänzt, wenn man
V)UVH-,
soll die gefährlichen
Laternen ersetzen. Eine ,
welche für Gas itndw.
Arbeiter, sowie für Bergleute,
ist, erglüht, sobald der Arbeiters
Gürtel befestigt. DaS Li-cht der Troi
fchen Laterne wird durch eine soaenann
Tauchbatterie erzeugt ; die Lampe bedarf'z
aiffl retner Leitung. . . Sie brennt ö
Stunden lang mit einer Leuchtkraft von
5 Kerze. .
In Seckenhelra bei Mant
5m wurde dieser Tage ein scheußlicher
Gattenmord verübt. Der Metzger und
Händler Wilhelm Sponagel, elcher
mit seiner Frau schon längere Zeit in
Unfrieden lebt, hat derselben nach ewern
vorangegangenen Streit mit einem schar
fen Messer den Hals durchschnitten, ss
daß der Kopf nahezu vom Rumpf ge,
trennt mde. Der Mörder begab sich
hiernach zum Bürgermeister und sagte
diesem: Ich habe soeben meiner Frau
den HalS abgeschnitten und gehe jetzt in's
WeinhauS ; schicke die GenSdarmen bald
nach!" Wirklich ging Sponagel w ein
Wirthshaus und trank noch rasch mehrere
Viertel Norden", wo er alsdann durch
die 'GenSdarmen festgenommen wurde.
Die Ermordete war Mutter von sechs
Kindern, von denen einige bei der Blut
that anwesend waren.
Ueber die bereits tele
graphisch gemeldete Aussindnng eineS un,
vermutheten Schatzes in der Villa
Hietzing wird aus Wien berichtet: Am
20. November fand die gerichtliche Auf
nähme des Nachlasses de verstorbenen
Herzog? von Braunfchweig in Hietzing
durch den LandeSgerichtSrath und Be,
zirksrichter Matzner statt. Mehrere
Wiener Notare fanden sich alS Vertreter
theils der brauvschweigischen Regierung,
theils deS Herzogs von Cumberland ein.
In der dem Herzoge gehörigen Villa
stand auch eine eiserne feuerfeste Kasse,
und welche Ueberraschung die Com
mission fand 40.000 Stück östreichische
Dukaten, circa 500,000 Fl. östreichische,
deutsche, französische und englische Bank
noten und außerdem Werthpapiere im
Betrage on 400,000 Fl., sowie einige
Silbergeld vor. Die Kasse wurde ver
sperrt und das Gerichtssiegel angelegt.
Niemand hatte eine Ahnung, daß in der
Kasse Geld sich befände und noch dazu
in solcher Menge. Natürlich wird jetzt
der Villa eine bessere Bewachung zu
Theil, als bisher.
Die jüdische Bevölkerung
des deutschen Reichs betrug, wie die na
tionalliberale .Neue Zeitung " hervor
hebt, nach der Zählung von 1830 in fol
enden Gemeinden über 2000: Berlin
54.000, Breslau 17,690 Hamburg 16,,
000, Frankfurt 13,850, Posen 7000,
Königsberg 5300, Köln 4600, München
4200, Mannheim 4v00, tzstraßvurg
3550, Hannover 3500, Leipzig, Mainz
und Fürth je 3300, Nürnberg 3000
Stettin 2400, Dresden, Stuttgart und
Würzburg je 2300, Mühlhausen i. E.,
Beuthen rn Oberschlesten und Kempen m
Posen je 2200, Altona 2000. Wenn wir
die Prozentoerhälwisse der jüdischen Be
völkerung unter Hinzuziehung der klei
nen polnischen Städte, welche keine 2000
jüdische Bewohner zählen, betrachten, so
erhalten wir folgende Reihe : Kempen 35
pCt., Samter 22, Czarnikau und Wre
fchen ,e 20, Ostrowo 13, Pirschen und
Lissa je 16, Krotoschin 13, Jnowrazlam
12, Posen und Vnesen je 11,Furth 10.
Frankfurt a. M.. Beuthen (O.-Schl.)
und Friedberg (Hessen) je 10, Rawitsch
(Posen) 9, Mannheim 7$, Brngen 8,
Worms, Alzei und Breslau je 6, Mainz
und Berlin je 6, Würzburg 4, Königs,
berg 4, Hamburg und Straßdurg je 3.
Nürnberg und Mühlhausen i. E. je 3 ,c.
Es wiederholt sich hier also die Erschei
nung, daß in Landestheilen mit polnischer
Grundbeoölkerung die Juden besonders
zahlreich sind.
Zu dem Hochverrates
Proceß wegen des Nieverwald-AttentatS,
welcher laut Kabel letzten Samstag vor
dem Reichsgericht zu Leipzig seinen An,
fang nahm, wrrd aus tlverseld geschrre
ben: Außergewöhnlich wie der Hochoer,
rarysprocen gegen vrernsoorfr uno t
. m 1 rr t rr
riossen sind auch die Beweismittel. Unter
den UeberfuhrungSflücken erscheinen u. a.
vier Baumstämme, ein jeder von etwa
zwanzig Fuß Länge. Seit der Anfangs
Juli auf dem Niederwald vorgenomme
nen Ortöbesichtigung haben diese Stämme
hier beim Untersuchungsrichter gelegen;
dieser Tage wurden sie nach Leipzig ver,
schickt. Die Bäume (Eschen) haben auf
der Stelle gestanden, von welcher auS die
Mine eutzundet werden sollte. SS halte
den zahlreichen Vorübergehenden auf-
fallen können, wenn seitwärts am Wald
säume ein Mensch auf der Erde sich hätte
zu schaffen machen wollen. Daher haben
die Attentäter die auS der Drainage un
ter dem Laube versteckt berauffüdrende
Zündschnur an dem einen der frag
n v ri c . 'r
lichen Bäume auf Brusthöhe emporge.
zogen, fo daß Kuchler tre Schnur rm
Vorübergehen mit emer brennenden (Su
aaxxt leicht in Brand setzen konnte.
Anderseits hätte es schon eine absicht
lichen Suchens bedurft, die an dem
Stamme in die Höhe führende Schnur zu
gewahren, ver an oer Aussuyrung oe
Attentat milbetheiligte Ruxfch giebt be,
kanntlich vor. von Gewissensbissen ge,
quält, die Schnur durchschnitten zu
haben. Inwieweit mit Recht, bleibt ab
zuwarten. Möglich ist auch unter den
geschilderten Umständen) daß die von den
Blättern des Baumes herniederfallenden
Regentropfen die Schnur genetzt haben.
Ein ganz außerordent
licher Fall von Kindsmord wird auö
Belfast in Irland gemeldet. Zu William
Spence, dem Todtengräber des Gottes-
ackerS der Knock, kam kürzlich eine ält-
liche Frau, Mrs. McCrocken, und sagte
ihm, sie habe ein todtes Kind zu Hause,
n ü.rü rr. r ' ,
daS sie unverzüglich wolle beerdigen las
fen. )er ovtengraoer traf die nöibi-
gen Anordnungen, um das Kind Mor
genS zu beerdigen. Zur anberaumten
Zeit erschien auch John Lowther, der
Schwiegersohn der Mrs. McCrocken und
Vater des KindeS, begab sich mit Spence
zum Kirchhof, und dort stellten die Bei
den den kleinen Sara in eine Hütte bei
dem EinganaSthor. während sie die
Werkzeuge holen wollten, um das Grad
zu graben. Dtaturllch konnte eine so
wichtige Operation, und in Irland oben-
drei, nicht ohne Begießen mit Brannt.
wein vor sich gehen, und sie gingen mit,
fammen nach Belfast, um zu zeche,
Mittag? kehrte der Todtengräber allem
zu seinem Geschäft zurück und hörte daS
Kind im Sarae stöhnen. Daraufhin
eilte er unverzüglich zu Lowther und!
benachrichtigte ihn davon ; dieser jedoch
. - - ... " .
UISNN st Tt t" mY 94rntA1tn Itnll rtl h I
- i - -wv.v.j..a - i
Todtengräber sich weigerte, vergrub
5,x.? ,.. e: f.rk 7t.u
Lowther sein Kind selbst. , Noch am sel
ben Abend ging Spence zum Gotteö
acker und nahm einen Freund mit sich.
ie gruben das Kind wieder aus, fan
den es noch am Leben, doch verschied
eS bald nachher. Sxevce machte bei der
Polizei Anzeige, eine ärztliche Unter
fuchunq wurde vorgenommen, tn Folge
deren 2Zoyn lowther, leine Frau und
Schwiegermutter gefänglich eingezogen
wmden.
Trieft, 15. Dez. Hier wüthen die j
Blattern. Durchschnittlich kommen täa, I
lich 25 Erkrankungen und ö Todesfälle
vor. Die Schulen sind tn osoitäler l
umeewandelt.
I,
gA
r-nV
ijürch
irchi f
5'ßte
Ei.r. j
K
ScHtsl-
aus $ Sep
dei tiV.tr
hängen cm?
Öort birst.
in wirrer 2?' -" " 0 '
Viele jkZieh..
ken und ar.,
srden.X - . -'
Pari 820. Drt
Werftüme Haben bec
Mschen Küste 'zwischen
bsurg unbereche, baren
richt. - v v
Madrid, 2ll Dez
Boeren ziehen in oftt: .
Grenze; der PrZstdn.i(
in außer Stande, ihr.cn V
hindern.
Berlin, 21. Dezi'. -V
der, daß der hiesige frarr
ter der mternatisuale't
sellschaft ein Ultimat?
in welchem die '
werfung unter clU F
reich S verlangt wlrd.,
Unterhandlunzen 'u.':..
Otrderr.
Kairo . 80. Dez.
Wolseleu rsird in der
wochedieZusammenzieur.?,
macht in Korti vollendt-n
nrnrenNarsch durch' d i "
Shend? antreten. Tkn?
Korti bis Shendu hhit
und nach Wolselev'S Ve?e
der Marsch 16 Tage in 't-i
men, wenn die Trurpen vs h t '
helligt bleiben. Gleiöze.. .
Suakin aus ein Borste "
Digura gemacht werden, -1
turn Angttffeauf die Flcr leW
u.ii vrt
Venerirl V
Hrrooci v)
rreomon abzuhalten. Ger
xhenson wird sich am Mitr
Suakin begeben um den Oknbefeöi ü
die Erpedikion gegen Oömen : '
nehmen. , - Yv
Leipzi g,-L2. Dez. Da 9lt
gkricht hat in dem HochJerralbSQ,!
wider Rrinödorf und Geoi ss.n lit
gertagren rcetnödorf, Nupsch nd üch
zum Tode und Holzhauer und Bachm
iM irhniihrinrr vim(,...0-.
theilt, wöhnoen. Rheindach und TS :
0 0-"-"T'3v unj('
agegkn von ver urtage veretiA
am Hochoerraihe freigespr) -r, , : j
London. 2Z. Dez. D .
Bombay melden, daß 'zegenr äi! g .ht.
tige Regengüsse den BaMwo5:.-?züt)
gen bedeutenden Schade z-
, ; v-r--- zs
Jnlans.
Gloueefier, Mr.,'
Der Cape Ann ,,Ad?e7:if.
die Zahl im vergangem J
gangenen hkeftgen Fi'krf'
16, mit 151 Menschen. . vtl
Detr
zwei Mei
BvH, Mich"., 19.
ileirTon Laven !u !i.
Lepe
aleichen Namens
belegene Q,A
merbzuS ist gestern Abend ua
gebrannt. Sämmtliche 37 I?
Hauses war gerettet ward
die wahnsinnige Bettha Rockwe
die Flammen zurück nz fand X
gelleres chVeratd Hiflk are
vorhanden.
St. Louis. M0.. 20:
stern Abend fand in butt 40 Meuenl
Chattavoon?, Tenn., in Georgia bclez
nen Dorfe Chatata ein Schulfesilichkeit
ftatk. Sine schaar betrunkener Strolche
vnfuchte die Theilmhsier euimtän
zu treiben. Bei dem Bemühen,' sie ex
dem Vchulhaufe hmauLzumersea, erU
stand eine förmliche Schlacht, wobei drei
Personen geschossen wurce, zehn Stich'
wunden erhielten und viele Andere tt
Schlägen traktirt wurden,
Cineinnati, 20. Dez. In da
hiesigen Umgegend haken r e, schieden e
kleine Postämter' gefälschte Bastanwei,
sungen eingelöst; eine dreser Aemter lt
zahlte 10 ober 12 solcher Schrine. Sie
lauteten s5w2-zlich auf hZdere Berräze,
als worüber sie ursvrürgllch auLgesieÜt
waren. Zu diesen Fällchungen wurden
?c5tZi.l uote erster Ausgabe versendet,
welche uriprüneUch nur über einen ücr
trag in CertS aukgestellt waren und
die der Fälscher den euSzv'rahlenden Dol-
I . , t t: .i. :. s.ic . ci.
laroeirag niquimii lu iiicu una
dementsprechende Zahl in der Dollar-Cs
lonne auf der Anweisung ausknipste der
ausschnitt. Bei den neuen Postal notc
sind derartige Fälschungen nicht möglich.
Traverse. Df.. 21. Dez. Em
aus Wilmot eingetroffener Kundschafter
berichtet, daß dort 150 Mann mit Win-
cheflerbüchsen in dem Mann'schen Bureau
eine Versammlung abgehalten und be
schlössen haben, sallS rn dem vorgestern
von hier geraubten Sicherheitschranke
die Bücher deS County nicht vorgefunden
werden sollten, hierher zurückzukehre
und den Ort zu plündern und einzu
äschern. Auf diese Nachricht hin werde
die Frauen und Kinder fortgeschasst und
oie Männer versuchen auS anderen Or
ten deö County Waffen und Verstärkung
Mannschaften herbeizuholen.
Danton, O., 21. Dezbr. Ska
fchlimmer Unfall ereignete sich heute
Nachmittag aus der Pan Handle.Bayn
gerade außerhalb der Stadt, wo daS Ge
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achtzehn Wagen, der abwärt fuhr, stieß
mit einer mit 6 Wagen aufwärts fahren
den Rangir-Lokomotive zusammen, wobei
die Lokomotive deö Güterzugs vollstän
dig zertrümmert und sechs Wagen den
Abhang hinabgkscyleudert wurden, die
Rangiermaschine aber schwer beschädigt
wurde. Der Lokomotivführer, der Hei"
zer und der Bremser wurden schwer vn
letzt.
Louisville. Ko . 22. Dez. Bei
Eddvville. Stn . bat beute in Eisenbahn
Unfall stattgefunden, bei welchem der Hei,
z?r den Tod gefunden und der Lokomo
tiofüirerschire eV.rletzungenerliltenl)'.
Die Lokomotive überfuhr eine Kub. ent-
aleisie und stürrte nebst aüt Güterwaae
die ösckuna de abrdammeS binab.
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um i Cent für den Bufhel zu erzwingen.
Bis heute Mittag waren bereit 4000
Mann an dem Streik letheiligt.
Portland, Ore., 22. Dez. Heute
Mittag stellte sich in der hiesigen Gegend
ein zweiter heftirr Schneesturm ein.
Die Züge der 'Oregon Railway &
Navigation Ccmvanv gehörigen Bahn
sind emgefchveit. Em Personenzug ist
zwischen The DalleS und CaScadeS im
Schnee liegen geblieben und 6 Lokomoti
ven und 500 Arbeiter sind ihm reist
Lebenömittela. tu 6il!e aesendet worden.
Eine Schneesperre in dem Felsengedirge
verkindert den Eisenbabnoerkebr auf der
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