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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, July 17, 1885, Image 2

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iiHHffiiWiiHi-saa
rwsstti'iBs
germanner ZlolKsblaU.
Qedrüver Gras, Herausgeber.
Amerikanische Aemterjncht.
Aus Washington wird berichtet, daß
ein Bruder des verstorbenen Vice-PrSsi-denten
Wilson eine Stelle als Bote in
einem Departement bekleidet, als xoeU
cher er wöchentlich 9 oder 10 Dollars ver
dient. Damit hat er für eine große Fa
milie zu sorgen; da er aber alt und krank
lich ist, so . wird er demnächst abdanken
müssen.
Der Fall, das Anverwandte bedeuten
der Staatsmänner geringe Aemter in
Washington bekleiden, steht nicht verein
zelt da ; im Gegentheil, es ist ein alter
Brauch amerikanischer Politiker, ihre
.Söhne und Brüder zu versorgen, und
wenn sie keme guten Stellen sür diefel
ben erwischen können, so nehmen sie
. Ichsechte und warten die Gelegenheit ab,
" e zu verbessern. So finden wir, daß
Senatoren ihre Söhne als(5omite-llerks
' oder Senats-Thürhüter beschäftigen, wo
sie natürlich' recht gut bezahlt werden,
aber ihre Jugend und Jahre vertrödeln,
ohne etwas Solides zu lernen, und dann,
wenn sie kein Glück haben, in das Fahr-
' wasser des kleinen Neaierunasbeamten
gerathen, in welchem sie mit knapper
Noth ihr tägliches Brod verdienen, bis
'. ein politischer Wechsel sie an's Trockene
wirft.
Der alte Herr Wilson war in früheren
Jahren Senatsbeamter und betrachtete
Dieses jedenfalls als eine bedeutende
Verbesserung seiner rage, denn wahr
scheinlich ist er, wie sein berühmter Bru
der, ebenfalls Schuhmacher gewesen.
Senator Wilson hat dadurch, daß er sei-
nen Bruder in den Dienst der Negierung
brachte, diesem keme Wohlthat erzeigt.
sondern an ihm und seiner ivaiiulie gro
ßes Unrecht begangen. Wie viel besser
wurde es gewesen sein, wenn er, der reiche
Junggeselle, dem Bruder ein paar Hun
dert Dollars aeaeben hatte, um ein klei-
nes Geschäft zu gründen ! Aber der Zug
r . x vii
zur vffenlilcyen rippe ii oern viineriiu
! ner anaeboren. Jraend ein Amt, und
wenn es noch so unbedeutend ist. wird
mit leiser gesucht und mit klebriger Zä
higkeit festgehalten. So sehen wir, daß
die Söhne reicher Kaufleute Schreiber
stellen im Zollamte. Brieftrngerstellen
oder Thürhüterämter im Bundesgerichte
-.. i v:r cii..
oerleioen. vi-ioij criiui m vikvi Be
ziehung geu .licht ; irgend ein Aemtchen
gemichte von 25 Pfund gewonnenen
Cocons seien so klein und unansehnlich
- . M rrv r jti ...
gewesen, daß )e rein ucen,cy oanc iau
en wollen. . So habe er 75 für Holz
und Arbeit, und 45 an Verpflegunas-
. 11 k.-.
kosten ausgelegt, aoer nicyis oaiur n
genommen. .
SStrx Mican alaubt nicht, daß die Sel-
denraupenzucht in den Ber. Staaten
überhaupt nicyt geminnoringeuo ,ei, un
er erklärt, das; ncy inmcisi ver ,age
Orange keine lohnenden Gespinste er
zielen lassen.
Wir theilen unseren Freunden diese
Erfahrung zur Warnung mit und möch
ten daran nur die Bemerkung knüpfen,
daß es selbst beim Vorhandensein von
Maulbeerblättern rathsam erscheinen
dürfte, den ersten Versuch mit einer be
scheideneren Anzahl von Raupen an;u
stellen. (Amerika.)
-' ' 5k,, ...W iinn ffliTttrttY
ltr)lltll ICUl, UHU Ulliuu llliuvumjiij I
zu wr.en und das unsichere jnraa to.
rasch, als mNttTch.. "er gesicherten
Eristen; zu vertauschen, bieten sie Alles
zaus, um die stelle jci recht lange zu oe
j halten, obgleich sie wissen, daß die Herr
; lichkeit eines Tages ein Ende nimmt.
In Deutschland ist der Negierungs
beamte auf Lebenszeit angestellt und pen
sionsberechtigt, nder dessen ungeachtet
herrscht d'rüben nicht eine solche Aemter
sucht; jedenfalls würde es der Bruder
oder Sohn eines bedeutenden Statsman
nes unter seiner Würde halten, dem
Lande als Laufbursche zu dienen, in
einer Stellung, in welcher nicht die ge
gingst? Aussicht vorhanden ist, voran zu
kommen. (5. Eorr.)
Z)as ?eutschlyttm in Canada.
Seit vielen Jahren, ja. seit Jahrzehn
ten hat auch innada von dein großen
deutschen Auswandercrstl om, der sich all
jahrlich in größerer oder geringerer
Stärke in die westliche Welt ergoß, fei
neu wenn auch nur bescheidenen Theil
bekommen, und die Zahl der in Canada
wohnenden Deutschen muß sich immerhin
hoch in die Hunderttausendc belaufen.
Während wir aber von den Deutschen
sonstwo in der Welt mitunter ein Gebens
zeichen erhalten, aus Mciilo und Eni
tral Amerika, aus Brasilien, Argentinien
und lhili, ja, selbst von den SandivichS
und den Schisser-Jnseln von den Kämpfen
und Errungenschaften unserer i'andSlcute
hören, so dringt selten, fast nie, ein Ve
benszeichen von den Tausenden von
Deutschen in Canada an unser Ohr, ob
wohl wir wissen, daß sie vorhanden sind,
und daß sie ihr Brod und, wie es der
i'auf der Welt mit sich bringt, Glück oder
Unglück haben. Eine kümmerliche
Presse, mit der verglichen, der elendeste
von einem spekulativen Drucker irgendwo
im amerikanischen Hinterwalde heraus
gegebene Jammerwisch noch eine gute
Zeitung genann, werden darf, forgt für
die geistigen Bedürfnisse dieser genügsa
men Landsleute, wärmt alt Anekdoten
auf, hütet sich aber scheu davor, irgend
etwas Neues zu berichten, geschweige
denn eine Meinung zu Sußcrn. Ob un
sere Landsleute jenseits des St. Lorenz
stromes Schulen haben, wissen wir nicht;
ob sie in der höheren Gesellschaft oder in
der Politik eine Stellung einnehmen, ist
sehr zweifelhaft ; kurz, wenn man die un
itx denselben Verhältnissen und gleichzei
tig in den Ber. Staaten eingewanderten
Deutschen betrachtet, ihre Stellung in
Politik und Gesellschaft in Betracht zieht,
dann muß man sich wnndern, wie zwei
Länder unter einer Sonne, mit fast dem
selben Klima, unr durch einen Strom
getrennt, so ganz verschiedene Menschen
herausbilden können. Hier Leben, Strc
!v:t mid r!"!'t. dort Stillstand und
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von . iii.juni znwandcr.ln, d
vor dreißig, vierzia un fünfzig Jahren
tt,!!.-"!'-,i ,-...k' tv.i ,Ver. S taatcn kamen
d't vd, äitcv.i il,- Alvi! miu.i.
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u'cin '(. .uiiiiV
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vj-uY.i . t'.!:o rv vü-ii-Ijcn -l viumuu:! i
liegen doch ebensowohl in Amerika, wie
die Ver. Staaten. Die Entwickelung des
Dentschthums diesseits und jenseits des
St. Vorenz'tromes zeigt, welchen (eaen
die Freiheit aus die Entwickelung der
Menschen ausübt :
Z5om untern Kongo.
Das Auswärtige Amt zu Washington
hat einen interessanten Bericht von Hrn.
W. I. Tisdel, dem Vundes-Agenten bei
den Staaten, die zu der Kongo-Gesell-schaft
gehören, erhalten. Der Bericht
beschränkt sich auf den unteren Kongo
und die Küste, mit Berücksichtigung der
Handelsvortheile, welche dieselben bieten.
Herr Tisdel räth vor allen Dingen
den Amerikanern, welche sich etwa am
unteren Kongo oder irgendwo an der
Westküste Afrikas anzusiedeln gedenken,
sich mit einem bedeutenden Kapital vor-
zusehen, wodurch sie in den Stand gesetzt
werden, mit den seit vielen Jahren dort
ansässigen holländischen, englischen und
deutschen Häusern, welche sast den gan-
r. . , 4. r; st kt
jeii yuiiuei un uti i?iuui vujiuuin,
erfolgreich zu konkurriren. (5in amerika
nisches Haus, welches sich dort festzu
setzen wünscht, muß erst die Gewißheit
haben, daß ihm die Transportmittel zur
Versendung seiner Fabrikate nach außen
und der Landesprodukte nach Hause zur
Verfügung stehen. Amerikaner müssen
an vermiedenen Orten Faktoreien und
Stationen errichten und solche Arbeiter
anstellen, welche akklimatisirt, mit Land
und Leuten daselbst genau bekannt und
der portugiesischen und der Fiote-Sprache
mächtig sind ; sie müssen den Stammes
Häuptlingen Geschenke machen und auf
diese ÜL'c.se die !mgevorenen zum ?e
suche der neueuichteten Faktoreien auf
muntern. Das Alles kostet Zeit und
C5eld, wo sür wenigstens ein Jahr lang
ans Ersatz nicht zu rechnen ist.
Es ist eine irrthümliche Annahme, daß
alle angeblich vom Kongo kommenoen
Produkte wirtlich dort gewachsen sind
überhaupt gewöhnlich von i.JVi her
kommen. Nicht ein Zehntel dieser Pro
dukte ist dort eingeheimst worden. Die
holländisch-asrikanische Gesellschaft von
Rotterdam hat 53 Faktoreien oder Sta
tionen, deren bedeutendste sich in Banana
Point befindet, wo der Betriebsleiter der
Gesellschaft wohnt. Die 52 anderen
Faktoreien liegen zerstreut zwischen
Loango (im Breitegrade :i 40') und
Benguela (im Breitegrade l:" 40') und
etwa 100 Meilen in das Innere hinein,
bis zur äußersten Grenze der Niedern
gen. Am Kongos... sse selbst hat sie blos
7 Stationen, und diese sind, mit nur 2
Ausnahmen, unbedeutend im Vergleiche
mit den übrigen Stationen. Die Gesell
schaft besitzt mehrere kleine Dampfer und
Segelsaiisse, welche den Verkehr zwischen
Banana und den Stationen an der Küste
und am unteren Kongo vermitteln. Auf
diese Weise kanu sie ihre verschiedenen
Niederlassungen mit denjenigen Artikeln
versehen, nach welchen die Eingeborenen
Verlangen tragen. Die Landesvrodntte
werden eingesammelt und in kleinen La
düngen nach Banana transportirt, wo
sie in .Nisten und Packete verpackt und
von wo auS sie in Dampfern, welche der
Gesellschaft gehören, nach Ourova ver-
sandt werden. Nach demselben Plane
verfahren die englischen, deutschen und
französischen (Gesellschaften. Daher i .re
Unabhängigkeit und ihre Fähigkeit, den
ganzen anoel in oem .leslnnoe ve
herrschrn. HerrTisdelglanbt, daß es in der gan
zcn Welt kein frnchtbarercS Land giebt,
als das voin Flnfse Senegal (n: erab
nördlicher Breite) bis zu I"' ::l' südli
cher Breite und etwa 100 Meile,l land
einwärts sich erstreckende Küstengebiet.
Dieser Landstrich ist dicht bevölkert, aber
es ist nahezn unmöglich, die Eingeborc
nen dahin zu bringen, daß sie die werth-,
vollen Produkte ernten, welche die Natur
ilmcn in verschwenderischer ülle bietet.
MitAusnahmedcsLaongo- undKabinda
Stammes sind die Leute wild, unlenksam
und grausam. Sie sehen den Weißen
nicht gerne, und obwohl sie sich seine
Tuchstosfc und seinen Schnaps gern ge
fallen lassen' so würden sie es doch vor
ziehen, wenn sie nie wieder einen Weißen
in ihrem Gebiete zn fehen brauchten.
Das Klima ist feucht, für den weißen
Europäer oder Amerikaner entnervend
und erzeugt unter denselben viele Krank
heiten. Ein Weißer muß während des
ersten Jahres seines Aufenthaltes in
jenem Lande die äußerste Vorsicht an
wenden, um sich von den vergifteten Ein
flössen der Malaria, die im ganzen Lande
herrscht, freizuhalten.
Die Häuser am Kongo, der Küste ent
lang und im Innern des Landes sind mit
wenigen Ausnahmen aus Bambusrohr
und Gras hergestellt. Sie werden
-'..-nannt ?'"d gewähre nur
!v,-i,z Schutz gegen die glühenden Son
i'crn'inti.'i n'tUjiend der heißen oder
rnc!:w.'J 'm es;eit oder gegen die Nc-giiv,5"'-
iv'iln end der Jahreszeit. in
güi,-'?; C f nu), rci'lhe. gesunde Nah
runa u.io ,Ziejnlich hänsiger Geiniß von
einhandeln wollen, die Händler sich aber
nur mit Kleiderstoffen vorgesehen hatten.
Ein Eingeborener läßt sich bewegen.
einen oder zwei Tage anyaueno m einer
Faktorei zu arbeiten, wenn ihm die Ver
sicherunz gegeben wird, daß er nach dem
Ende seiner Arbeitszeit eine oder zwei
CtlnfA-yrrt ftiin fiFnttitnit tnirh. Siirbf
QiUjbl w.m. ......
man ihm ein Stück Tuch als ArbeitS
lohn anbieten, so würde er sich kaum
zum Arbeiten bewegen lassen. Die
Frauen an der Küste dagegen sind sehr
erpicht auf Kleiderstosse, namentlich auf
solche von grellen Farben. Sie sind die
eigentlichen Arbeiter des Landes und
ohne ihren Fleiß könnte wenig oder gar
nichts für den ausländischen Markt ge
wonnen weren. Die Männer lungern
trinkend, schwätzend, streitend oder jagend
umher, je nach ihren Neigungen. Könn
ten sie zur Arbeit, zum Bebauen des
Bodens oder zur Einsammlung der
Landesprodukte sür die Ausfuhr bewogen
werden, so würde das Tieftand ohne
Zweifel bald einen mächtigen Aufschwung
nehmen und ein überaus reiches Land
werden.
Ob amerikanische Baummollstofse am
Kongo und in den Küstenorten so billig
geliefert werden können, wie die rng
tischen, kann Hr. Tisdel noch nicht sagen.
Er ist jedoch überzeugt, daß xräscrvirtc
Früchte, gewöhnliche Messerwaarn. fer
tig zusammengestellte hölzerne Häuser.
Bauholz, Arzneien, Perlen und Hankee
Notions" im Allgemeinen den Küsten
Händlern billiger abgelassen werden kön
nen, als die aus Europa eingeführten.
Die Frage ist nur die, wie diese Händler
zu erreichen sind. Herr Tisdel glaubt,
daß die großen Händler gerne amerika
nische Waarenmuster und Preislisten
sehen würden und, wenn der amerika
nische Fabrikant Waaren von gleicher
Güte, aber zu niedrigeren Preisen als
der europäische Fabrikant, liefern kann,
ein Handelsverkehr in Boma sich an
knüpfen ließe. Herr Tisdel berichtet,
daß ein in Belgien gebautes -hölzernes
HauS am Kongo zu dem Preise von
15.000 verkauft wurde. Jenes Hans
könnte nach der Ansicht des Herrn Tisdel
von einer amerikanischen Gesellschaft zu
dem Preise von 2,000 hergestellt und
mit einem Anschlage von 500 in Boma
abgeliefert werden. Mit hölzernen Hau
fern ließe sich also allein ein bedeutender
Handel dort ausbauen. Allerdings be
finden sich auf beiden Seiten des Kongo
und an der Meeresküste dichte Waldungen
nnd doch lassen di,.' Händler, wie die
brasilianischen, das Bauholz aus Europa
kommen, weil sie . keine Dclzschneldc
yxajfiKr.. s.'w. haben und vorläufig
Seidenzucht.
Die Agitation zn Gunsten der Seiden-
zucht, die vor einiger Zeit von Phila
delphia ans durch das Land ging, hat
namentlich im Süden wirklich Viele
veranlaßt, diesem neuen Erwerbszwcige
zuwenden.
Nach und uach dringen nun auch die
Ergebnisse dieser Versuche an die Ober
fläche. So berichtet Herr G. R. Mican
in Montgomerr) Eonntn im südöstlichen
Alabama, daß er in Gemeinschaft mit
seiner Schwester eine umsasfcnde Seiden
raupenzncht begonnen habe. Von einem
damit erfahrungsmäßig vertrauten Süd
deutschen habe er die sür. die Raupen
nothwendigen Nahmen und Kasten zn
rechtzimmern lassen. Alsdann habe er
fich eine genügende Anzahl von Eiern
verschafft,' und das Gewürm" sei zur
erwarteten Zeit ausgekrochen. Maul
beerbäume gebe es in der Nähe von Pike
Road in Alabama nicht. Allein er habe
in verschiedenenZeitungsartikeln gelesen,
daß die dort massenhaft vorkommenden
Osage-Orangc's" ganz den nämlichen
Dienst thäten. Wirklich hätten auch die
posfirlichen Thierchen die Blätter dersel
ben mit außerordentlichem Appetit ge
fressen. Während der letzten Zeit ihrer
dreimonatlichen Periode so heißhungrig,
daß der von ihm zn ihrem Wärter be
stimmteMann immersort aufdenBeinen
sein mußte, um die 40,000 mit Nah
rungsstoff zu versorgen. Schließlich
hätte sich ein großer Theil der Raupen
verpuppt, aber die zu einem Gesammt-
'reinem Bcrdinr oder portugiesischem
.Weine nebst körpeilicher Beschäftigung
- d'.-i -! .tmun " im .nslnse nach iin
li.ich ii Nacht tagen sehr viel zur Er-
Haltung der Gesundheit in den Küsten
gegcnden oder Flußniederungen bei.
Diese Thatsachen sind von der holländisch
afrikanischen Gesellschaft längst aner
kannt. Sie macht sich diese Erfahr
gen zu Nutze, und sorgt in jeder Hinsicht
in der ausgiebigsten yxtuc snr ihre An
gestellten und Arbeiter, so daß diese im
Allgemeinen sich einer guten Gesundheit
erfreuen und un Stande sind, von zwei
bis zu vier Jahren in jenem Lande zu
bleiben, ohne inzwischen einen Klima
Wechsel vornehmen zn müssen.
Der ganzen Küste entlang sind die
Produkte ziemlich gleich. Die Ausfuhr
besteht hauptfächlich aus Kautschuk, Erd
nüssen. Palmöl, Palmnüssen, Eolanüs
sen und wohlriechenden: Baumharz.
Auch Elfenbein wird ausgeführt, jedoch
uur in geringen Mengen ; die Haupt
küstenmärkte für Elfenbein sind die ver
schiedcnen Ortschaften in Angola. Die
Einfuhr besteht hauptsächlich aus ge
wohnlichen Baumwoll- nnd Wollstoffen,
Rum, Gin, Glasperlen, Flinten, Pul
ver, Tabak und gewöhnlichen Messer
waaren, welche von den Händlern gegen
die Landesprodukte ausgetauscht werden.
Es sind die einzigen Zahlungsmittel,
welche man in jenem Lande kennt. Füuf
zig Prozent aller Waaren, die nach der
Küste gebracht werden, sind in England
angekauft. Der Gin kommt ausHolland
und wird eigens für diesen Handel, der
ungefähr 40 Prozent der ganzen Ein
fnhr ausmacht, fabrizirt. Die übrigen
10 Prozent vertheilen sich auf andere
Länder. Ein paar Flaschen Gin haben
bei den Eingeborenen viel höheren Werth
als Kleiderstoffe, die zehnmal fo viel
kosten, und es kommt hankta vor. das;
Händler nach der Küste zurückkehren
müssen, ohne etwas ausgerichtet zu ha
ben, weil die Eingeborenen nur Gin
ailch noch keine in jenem Lande einführen
können.
Eine Regierung giebt es im unteren
Kongogebiet oder an der Küste nördlich
von Angola nicht, nicht einmal eine
Scheinregicrung. In Banana, in Orten
am unteren Kongo, an der Küste und in
dem Tieflande im' Inneren haben die
Händler in jeder Station oder Faktorei
eine kleine Wasscnniederlagc. Sie sehen
sich nicht selten zur Benutzung dieser
Waffen genöthigt, um sich gcgcnAngrissc
der Eingeborenen zu vertheidigen, oder
Eingeborene wegen irgend eines Ver
gehens zu züchtigen. Ans die geringste
Provokation hin, oft sogar ohne jegliche
Provokation, fallen die Eingeborenen
über die Faktoreien her, legen die c
bände in Asche und plündern die Waaren-
Maaazinc. Jeder Angestellte oder
Arbeiter im Dienste der Handelsgesell
schaften nluß als Polizist dienen, nich
blos zur Sclbstverthcidignng, sondern
auch zum Schutze des seiner Obhnt an
vertrauten Eigenthums. Die Eingeborc-
nen und mit alten .vlintenschloß-Musk
ten bewaffnet und man findet seife
einen Eingeborenen, cs sei denn ein
Sklave, der nicht eine solche Waffe be
säße: selbst Sklaven sind hausia damit
bewaffnet. Sie verstehen sich zwar we
nig aus den Gebrauch von enerivassen
traa.cn aver maipjontpiiu'iuacv eine
schwere Muskete mit sich herum, obwoh
sie im Kampfe vergiftete Pfeile oder
Speere vorziehen, mit denen sie viel bes-
ser ilinzugchen und verderblichere Wirk
ungcn zu erzielen wissen. Sie suchen
sich übrigens setzt mit veucrwassen neue
rcr Konstruktion vertraut zn machen und
Stammes - Häuptlinge verlangen jetzt
nicht selten Magazingewehre und Patro
neu in Mctallhülsen.
Südlich vom Kongo, in St. Paul de
Loando, Benguela nnd MasfomedeS,
wäre eine gute Gelegenheit, amerikani-
sche Waaren segllcher Art abzusetzen
Das Klima ist nicht wesentlich von dem
der südlichen Staaten der Union ver-
schieden nnd die Bednrfnisse der dortigen
Bevölkerung weichen auch uicht viel von
denen der Bevölkerung in den Sudstaa-
ten der Union ab. Die Bevölkerung ist
zahlreich und cs gibt dort viele reiche
Handelsfirmen, welche gern mit den Ver
Staaten in Handelsverkehr treten wür
den, wenn eine Verbindung zwischen den
beiden Vandern hergestellt werden konnte
Amerikanische Wallsischsängcr, welche
nach dem südlichen Ocean fahren, legen
oft in jenen Gegenden an nnd bringen
amerikanische Fabrikate nnd prascrvirt
Früchte u. f. w. mit, für welche sie jedes-
mal sofort einen lohnenden Markt linden
Wolle. Häute, Zucker. Palmöl lind
Kaffee sind die hauptsächlichen Ausfuhr:
artikel. Auf St. Thomc wäre möglicher
'hn-ise cm Markt für amerikanische V.'aa-
ren jeglicher Art zu finden, i ics ist eine
der fruchtbarsten Inseln der Welt. Sie
ist dicht bevölkert und könnte Alles her-
vorbringen, was die Bewohner brauchen
aber diese scheinen sich vollständig mit
der Produktion von Kassee, Zncker nnd
Palmöl zu begnügen, welche sie für die
Ausfuhr verkaufen, während Alles, was
sie znr Kleidung nnd zum Konsum brau
chcii, mit einziger Ausnahme von Früch
ten. eingeführt wird, hauptsächlich aus
London nnd Liverpool. Obwohl das
Land gerade unter dem Aeguator liegt,
kann man doch merkwürdiger Weise sedes
gewünschte Klima antreffen, da das
'and bis zn einer Höhe von 8000 Fuß
aufsteigt. Vom Mittelpunkte des höch
sten Theiles der Insel auS fließen nicht
weniger als zwölf prächtige Flüsse in
ebenso vielen verschiedenen Richtungen,
so daß das Land trefflich bewässert,
fruchtbar und sehr produktiv ist. Die
Pflanzungen werden in ausgezeichnetem
Stande erhalten; auf vieleii derselben
sind gegen I000 Arbeiter beschäftigt.
Eine englische Dampferlinie vermittelt
einen regelmäßigen (monatlichen) Ver
kehr zwischen St. Thome und Liverpool
und eine portugiesische Dampserlinte
zwischen der Jj'sel und Lissabon.
Herr TiS hält es uicht für möglich,
daß die Am ikaner festen Fuß in Käme
run fassen könnten, wo die Deutschen
den Handel beherrschen, oder in Fernando
Po, das unter spanischer Herrschaft
steht, oder im Negerlande Dahomey, an
der Goldküste in Ashantee, lauter engli
sche Besitzungen. Guinea ist ein reiches
Land ; es produeirt außer den tropischen
Produkten Gold, Kupfer und Wachs
von der besten Qualität, die man im
europäischen Handel kennt. Belama und
Bissao, 75 Meilen von der Küste eut-
fernt, bieten dem Händler ganz besondere
Vortheile. Doch englische deutsche und
französische Händler haben fich dort
bereits festgesetzt. Goree, Dakar und
San Luis in den französischen Bcfitzun
gen in Senegal sind blühende Geschäfts-
platze, aber Franzosen verhalten sich sehr
friedlich gegen fremde Mitbewerber.
Dennoch hat sich in Goree ein amerikani
sches Haus, trotz aller Hindernisse, ein
blühendes Geschäft aufgebaut. Auch die
kanarischen Jnskln und Madeira bieten
viel Verlockendes, für den amerikanischen
Kaufmann. Herr Tisdel glaubt,.wenn
dort einmal Agenturen für den Verkauf
amerikanischer Waaren und für den Ein
kauf von Laudesprodukten errichtet
wären, so könnte bald ein lohnender
Handelsverkehr, aufgebaut und eine
Damxferlinie für Frachtvcrkehr und mit
Einrichtungen für einen mäßigen Per
sonenvcrkehr'rentabel gemacht werden.
Jnlänoische Nachrichten.
Wlan rechnet in den Ver. Staaten,
16,000,000 schulpflichtige Kinder, wäh
rend blos 10,000,000 die Schulen bcsu
chen. DieLehrcrzahl beläuf sich anf 290,;
000 und die jährlichen Schnlansgaben
betrageu 591,000,000.
Der soeben beendeten Zahlung der
Bevölkerung von Bussalo zufolge be
läuft sich die Einwohnerzahl dortselbst
auf 202,818 Seelen. Der im Jahre
1860 aufgenommene Ver. Staaten
Eensus ließ eine Einwohnerzahl von
153,134 ersehen.
Vrice Eustcr, der in Eolnmbus,
Ohio, für das Chcri'fs-Amt nominirt
wurde, ist ein Bruder des im Kampf mit
dcu Indianern gefallenen Gen. Euster;
er war früher längere Zeit im Eisenbahn
dienst thätig und betreibt gegenwärtig
einen Leihstall.
Big Bear", Eanada's Sitting
Butt, ist ein Philosoph. Aus die Aussor
dcrung. sich zu ergeben, antwortete er:
Wir sind dem Untergange geweiht und
einen nach dem andern von uns werden
die Weißen tödtctj, ; bevor wir aber ver
schwinden, wollen wir uns alle möglichen
Vergnügungen bereiten GeschäftSlädcn
plündern und vicle Weiße todten."
Die Apelfinen-Erntc Florida's hat
nach den verläßlichsten Berichten letztes
Mal einen Ertrag von ?1 ,7'.0.000 er
geben. Die nächste ErW mag 52,000,
000 bringen. Es werdxn große Strecken
Landes im Norden und Westen jenes
Staates aufgekauft, nm daselbst neue
Niederlassungen mit Orangenhaincn zu
gründen. !
Scit das zeitweilige Uebcreinkom
mcn der canadischcn und der amerikani
schcn Regierung in Fifchcrci-Angelcgen-heiten
bekannt gewordiN ist, erklären die
canadischcn Fischer, daß sie den ameri
kanischen Fischern das Fischen in den ca
nadischen Küstcngcwäs'scrn nicht gestat
ten, sondern ihnen thätlichen Widerstand
lelm'Mi'mw,' mnyiLiA:
rung hat znr Verhinderung von Gewalt
thätigkeiten cincn Dampfer ausgesandt-
In Oregon ist ci r neues Goldfie
ber ausgebrochcn. Diesmal sollen sich
die reichen Schätze von dem Edelmetall
in den Eaglc Ercck-Bergen aus einer
Halbinsel befinden, die durch den Zu
sammenfluß des Powder- und des Snake-
Flusses in llnion Oountn gebildet wird.
Eiii neues Mincnlager,i Pine Vallci) be
nannt, ist von 200 unternchmungslusti-
gen Abenteurern dort bereits gebildet
worden, und täalich strömen weitere
Glücksjäger hinzu.
Die W i n t e r n e i z n -E r n t e hat im
südlichen Theile des Staates Kansas be
gönnen. Nach den zahlreichen darüber
vorliegenden Berichten ist das Durch
schnitts Ergebniß in je ten Eountics um
tr Prozent besser, als es zuletzt vom
Sekretär der Ackerbau - Behörde des
Staats geschätzt wurde. Die Achrcn
sind voll, weiin auch die Halme etwas
schmächtig sind. Das Wetter war in
Kansas während der letzten drei Wochen
dem Rcifwerden deS Weizens sehr aün-
stig und aller Voraussicht nach wird der
Ertrag viel besser sein, als man am l.
Juni glaubte.
7 Ein attei liebstes kleines Spiel-
zeug, dem allerdings ein gewisser unan
genehmer Beigeschmack! nicht fehlt, wird
setzt in NcwZwrk viel ni die reifere In
gcnd" verkauft. Es jist nämlich eine
Zielscheibe, welche nichts Geringeres ror
stellt als ein Schassot viährend der Hin
richtungssccne. Die Sjhcibe befindet sich
au
d
uf der Brust des Hcnikcrs, der, sobald
er Bolzen das Schwarze trifft, mit
einen Kammer ans einen zcnops scyiagx.
Der Delinquent, d, in die tödtliche
Schlinge um den Hals gelegt ist, schnellt
alsdann in die Höhe, ! zappelt ein paar
Augenblicke mit den seinen, nnd dn
Gerechtigkeit ist Genilne geschehen."
, Ein paar kleine cngels in einem
kleinen Dörfchen von Marnland lasen
neulich in einer Zeitung einen Bericht
über die an dem Wesberprüglcr Pycrs
vollzogene Prügelstrafe und geriethcn
L)arübcrin eine fo ungcljeurcZ?cgeistcrung,
daß sie die Sache nachzumachen beschlos
sen. (besagt, gethan.lDic kleinen Böse
wichtcr legten fich aufldie Vaucr, ertapp
ten einen Jungen aus'dem Nachbardorse
und schleppten ihn iin Triumphe in den
Wald. Dort banden i den armen Beu
gel an einen Baum, entblößten seinen
Rücken und prügelten ihn so furchtbar
durch, daß das arme Opfer jetzt in pre
eärcm Zustande darnieder liegt.
Nur unseren ganz 'merkwürdigen
und eigenthümlichen Ehe- nnd Schei-dnngs-icsetzcn
ist cs :u verdanken, daß
folgende Thatsache in das Bereich der
Möglichkeit gehört: In Vermont hat
eine Fran eine Scheidungsklage wider
ihren Mann eingereicht und in derselben
als Schcidungsgrund angegeben, daß
ein New Yorker, der reicher sei, als ihr
Mann, sie hcirathen wolle." Freilich
wird ihr aus diesen (m:nd hin die chel-
dmug nicht bewilligt werden, aber ein
Zeicheil der Auffassung dcr Ehe und der
dieselbe rcgulircnden Gesetze ist cs scdcn-
saus, das; eine ,sran einen solchen fcsajec
dungsgrund geltend mochte."
Unter den Schülern eines Erzieh-
nngS-Jnstituts zu Rcading, Pa., welche
oie vin nau vle er .agr verla cn haben.
befanden sich der 1 8mm ige Karl P. Hon
mann nnd die I lahrige nl. S. Vlcklen.
Dcr Erstere hielt beim Schlußakt eine
Abschiedsrede Namens dcr Abiturienten.
Wahrend des Schlußakts wurde bekannt,
daß die genannten beiden Schüler ver
heirathct sind nnd znar schon seir 9.
April d. I., an welchem Tage Hofs
mann's Vater, welcher Geistlicher ist,
die Trauung heimlich in seinem Hause
vorgenommen hat. Das verheiraihete
.chulmadchcn hat ein Erbe von ?1 25,:
000 zu gewärtigen. Der Schulbuben-
Gatte wird ein Kollegium besuchen und
sich etwas weiter ausbilden, ehe er nater
samilias wird.
E" Wie durch ein Wunder in auf der
Monnt Oliver Schiefebenc-Bahn bei
Pittsburg, Pa., Frau Donaldson einem
gräßlichen Tode cntganzen. Sie befand
,icy in oem Waggon ver ayn und die-
cr halte ungckayr die .'halste deS Weas
zurückgelegt, als er entgleiste und überdie
Brücke fünfzig Fuß tief hinunter fiel, wo
bei cr cinc vollständige Umdrebuna in
der Lust machte. Unten angekommen.
ging der Waggon vollständig in Trüm-
mcr. Wider alles Ern arten hatte rau
Donaldson. mit Ausnahme einer
Schramme im Gesicht, keinen Schaden
genommen ; sie saß unverletzt mitten unter
den Trümmern.
? Der AckerbaurEl'Mmissär Butler
von Süd-Earolina hatt: kürzlich eine sie
ben Fuß lange Peitschcnschlange gefan
gen und wollte dieselbe nach Washington
bringen. Er steckte das Reptil in einen'
Sack und bestieg einen Bahnzug. Auf
demselben traf er Freunde, und diese
wünschten bis Schlange zu sehen. Die
selbe ist richt giftig, aber, wenn gereizt,
sehr Zornig. Kaum hatte er den Sack
aufgebnnden, so schoß das Viech heraus
und wand sich durch den Gang, schlang
sich um die Sitzlehnen, und die Passa-
?iere schrieen und kletterten, so hoch sie
onnten ; ein Neger kletterte zum Fenster
hinaus und hing außen an dem Zuge.
ES dauerte geraume Zeit, das Ungeheuer
wieder einzufangen, aber Butler fuhr
dessenungeachtet allein; Nicmank wollte
den Waggon mit ihm theilen.
Recht böse Erfahrungen im Ankaufe
merikanischer Ländcreien machte neulich
ein Amerikaner im Staate Ehihuhahu.
Er hatte vor Kurzem einen großen Land
strich als terrenos baldios (nicht in
den Privatbefitz übergegangenes Land)
gekaust. Als cr nun nach seinem Besitz
thum, für das er i0,000 bezahlt hatte,
Rindvieh von Teras bringen wollte, fand
er unerwartete Schwierigkeiten, indem
sich ihm der frühere Gouverneur des
Staates Ehihuhahua, General Terra
zas, mit einer bcwaffeten Mannschaft
entgegenstellte und erklärte, dcr rcchtma
ßige Besitzer des Grund und Bodens zu
sein, während dcr Anrikancr das Opfer
eines Schwindels geworden sei. Es
bleibt dem Amerikaner in seinem Unglück
nur die schwache Hoffnung, die si0,000
auf dem Wege des gerichtlichen Versah
rens wiederzuerlangen.
I Maiue, i dessen reichen
Waldungen das meiste Gummi-Harz ge
wonnen wird, hat mau in letzter Zeit
auch mit der Herstellung von Whiskey
Gummi begonnen. In die siedende
Masse wird nämlich nach crsolgter Be
seitigung der schmutzigen Bestandtheile
außer Zucker noch sehr billiger Whiskey
gegossen, wodurch der Gummi einen
starken clkoholischcn Beigeschmack erhält.
Während das weibliche Geschlecht das
verzuckerte Gummi kaut, findet der ver
schnappsteste Artikel guten Absatz unter
den Temperenzlern der Neu-England-Staaten.
Der neue Artikel auf dem
Gebiete der Gnmmi-Produktion ist erst
ein Jahr alt, und schon ist die Nachfrage
nach demselben derart, daß einige
Fabriken versichern, das sie statt deö ver
zuckerten Gummis sortau lieber Whiskey
Gummi auf den Markt bringen werden,
weil sich Das besser zahlt.
i 4? er Jvliiiioer am ussy
ans
Washington besitzt eine ganz merkwür
dige Passion, von Eisenbahnzügen zu
springen, auch wenn dieselben fich in vol
ler Fahrgeschwindigkeit befinden. Zn
'.itteaicil yat cr bereits starre
Verletzungen davongetragen, ohne von
seiner Manie geheilt zn werden. Kürz
lich sanfte er, als er wieder einmal sein
Knnststück machte, mit dem Kopfe in
einen Sumpf und wäre um ein Haar er
stickt. Er arbeitete fich indessen schließ
lich wieder heraus, sprang aus einen
vorübersahrenden Zug, fnhr bis in die
Nähe von Washington mit, sprang dann
abermals ab nnd flog mit dem Kopse
gegen einen Tclcgraphenxfosten. Er cr
litt eine schlimme Kopswunde und lag
mehrere Tage im Bett. Als er wieder
genesen war, kaufte er sich ein Ticket,
stieg auf einen Zug und machte aber
mals einen Purzelbaum, dcr ihm schmerz
hafte Eontusioueil eintrug. Im Bett
wird Sani Tilfsy bei seiner gefährlichen
Liebhaberei schwerlich sterben.
Ein Farmer Namens Gray in der
Gegend von Monnt Earmel im Eonnty
Wabash im südöstlichen Illinois wurde
kürzlich auf folgende freche Art tun seine
Farm betrogen: Seit einigen Wochen
hielt fich in Monnt Earmel ein gewisser
E. B. James auf, welcher ein ihm an
geblich patentirtcs Verfahren, Obst aller
Art in offenen Gefäßen einzumachen, an
rdie Farmer verkaufte. Er gab sich auch
Mühe, das Recht, dieses Patent für
einen ganzen Staat auszubeuten, an
einen Vertraucur.seligen zn verkaufen
und schließlich ging ihm Gran,
welcher erst kürzlich aus dem benachbar
ten Lawrence Eonnty nach dcr Gegend
von Monnt 'nrmcl gezogen war, anf
den Leim. Gray überschrieb ihm eine
Farm, welche ?2'0 werth ist. und er
hielt dafür das Recht, das Patentvcr
fahren in mehr als vierzig Jllinoiser
Eountics zn verwerthen. Als Gran
dann aber den James aufsuchen wollte,
um die Patent-Papiere zu erlangen, war
dieser verduftet, nachdem er die Farm an
einen leschäftsmann in Monnt Earmel
vel kaust hatte. Natürlich ist das i 1 1 -macheverfahien
ei Schwindel.
: Ntd Buntline" oder Edward Jud
son, welcher einst durch Stiftung der
ersten Knownothing-Logcn der Vater der
Knownothiug-Partei wurde, lebt jetzt,
01 Jahre alt, im Delaware-Thale im
Staate New ?1ork in stiller Znröckge
zogcnheit. Ans seinem abenteuerlichen
Leben theilt der T. orr." folgen
des mit: In seinem elften Jahre entlief
er seinen tltcrn in Philadelphia und
ging auf ein Kriegsschiff; er zeichnete
sich ans und wurde vom Präsidenten
Van Buren im !". Jahre znm Midship
man ernannt. Da cr nicht in dcr
Marinc-Akademie erzogen war. so woll
ten einige Kameraden nicht mit ihm um
gelicn; er forderte deshalb an einem
Tage sieben Offiziere und Kadetten und
schmierte fieAlle aus". Später wnidc
er Schriststellcr, d. h. cr sabrizirte Ge
schichten über das wilde cben im Westen
und wurde fabclhaft populär. Während
des Bürgerkrieges diente er als Kund
schafter; in dieser Eigenschaft wurde er
einmal in Nashville von einem Pöbel-
Haufen gehängt nnd als todt abge-
schnitten.
Durch Wespenstiche wurde ein
Marylandcr Farmer Namens Win. P.
Thompson dieser Tage gctödtct. Der
selbe war in einem Kornfeld, zwei Mci
len von North Brauch in Allegheny E.
entfernt, beschäftigt, als er glaubte, um
einen in feiner Nähe befindlichen Stum
pen einer Eiche Bienen schwärmen zu.
sehen. Er ging , darauf zu und, um fich
schnell zn überzeugen, was es sei, schlug
er mit einer Hacke gegen den Banmstum
pen. Es währte gar nicht lange, da ka-
mcn aus dem Baumstumpen wohl an
500 bis C00 Wespen hervor, stürzten
anf ihn los und setzten sich ihm beson
dcrs auf den Kopf, so daß der arme
Mann, wahnsinnig vor Schmerzen, dem
Wohnhause zulief uud laut um Hülfe
schrie. Die Wespen wollten garnicht
von ihm weichen, und als er das Haus
erreicht hatte,' fah feine Frau sich gcnö
thigt, die Wespen, mit welchen er über
säet war, mit einem Besen zu verjagen.
Der arme Mann war jämmerlich zuge
richtet durch die vielen Wespenstiche. Es
war kaum eine Stelle an seinem Kopfe
sichtbar, wo ihn die Wespen nicht ver
mundet hatten, denn er hatte erst kurz
vorher sich die Haare ganz kurz schecren
lasscn. In etwa zwei Stunden war
Thompson's Kopf dermaßen angeschmol
leu, daß er einen furchtbaren Anblick ae-
währte. Er starb unter entsetzlichen
Schmerzen am darauffolgenden Morgen.
s Die Grand Army of thc Rcpublic
bekommt vom Anz. d. W." das fol-
gende wohlverdiente Lob: Geleaentlich
des , .National Encampment" der Grand
Army, welches im Laufe der vergangenen
Woche zu Portland in Maine abgehal-
ten war, fand en Borschlaa. allen
überlebenden Unionskriegern eine Pension
zum Betrage vom $3 im Monat aus der
Bundeskosse zn verschaffen, Befürmor-
tung. viaä) oberflächlicher Schätzung
würde die Ausführung dieses Vorschla-
ges auf etwa s 100,000,000 jährlich zu
stehen kommen. Es gereicht den Ver
tretern der Grand Anny zur Ehre, daß
sie den Schwindelplan mit einer entschied
denen Mehrheit zurückwiesen. Nicht mit
Unrecht darf angenommen werden, daß
der Eongreß sich' willig dazu hergegeben
hätte, dem PcnsionSschlvindel durch em
bezügliches Gesetz die Krone aufzusetzen,
falls die Grand Army als solche dafür
eingetreten wäre. DaS bisher in dieser
Beziehung Geleistete rechtfertigt eine
solche Befürchtung durchaus. Dte besse
ren Bestandtheile dcr Gnmd Arm be
hielten indeß die Oberhand, und es
steht zu hoffen, daß die Angelegenheit
damit ein für allemal abgethan ist."
Ueber eine neue Erpedition nach
Euba wurde am Ltt. Mai telegraphisch
aus Key West, Fla., berichtet. Es
sollten 200 Mann gelandet sein und die
sen sich 1000 Mann ans dem Distrikt
angcschlosson haben. Außerdem sollte
der Gcncral-Kapitän der Provinz sich
mit Truppen nach jener Provinz begeben
haben. Auf Grund dieses telegraphischen
Berichtes wird uns nun aus Santiago de
Euba, 1k). Juni, geschrieben: Wahr ist
cs, daß eine Partie von 12 Mann, unter
Anführung von Limbano Sanchcz, in
dcr Nähe von Baracoa 20 Meilen von
hier, sich ausgeschifft haben, von denen
aber bereits einige sich ergeben haben und
andere gctödtct wurden. Der Nest ist
vor 2 Tagen vollständig versprengt wor
den und bei dieser Gelegenheit ließen
dieselben ihre sämmtlichen Waffen und
ihre gesammte Munition in den Händen
der Verfolger. Daß sich der General
Kapitän mit Truppen nach hier begeben
hat, ist ebenso falsch. Der sitzt ruhig in
Havana und hier haben wir einen sehr
energischen und tüchtigen Gouverneur,
welcher im Augenblick die nöthigen
Schritte gethan hat, um dcr Provinz die
Ruhe zn crhaltcn, was auch schon zum
größten Theile erreicht ist. Ebenso falsch
ist, daß sich 1000 Mann hier der Erpc
dition angeschlossen haben. Nicht ein
einziger, denn alle Welt arbeitet auf dem
Lande und Niemand will die Früchte der
Arbeit von Jahren aufgeben."
Ueber das schändliche Nähnadel
Monopol, unter dem gerade der arme
Theil dcr Bevölkerung am schwersten
leidet, sind jetzt durch cincn Prozeß, der
kürzlich mit Zustimmung des Oberstaats
anwalts von New Pork angestrengt wor
den ist, folgende Thatsachen zu Tage ge
fördert worden: Die Eentral Nccdle
Eompany wurde im März ISS3 in New
Lsork af-nnwvj? .v.". .iuyinn7e4vna .
dein und Geräthschasten zu sabriziren.
Sie verfügte nur über 410.000, wurde
aber dessen ungeachtet von einem Syndi
kat von Nadelsabrikaaten für gefährlich
erachtet und in Folge dessen aufgekauft.
Dieses Syndikat umfaßt alle bedeuten
deren Fabriken, in denen Nadeln und
Gerätschaften für Nähmaschinen herge
stellt werden ; folche Fabriken sind be
sonders in Massachusetts und Eonnccti
cut. Alle Firmen, die zu dem Syndikat
gehören, müssen sich verpflichten, nur zu
den von ihm festgesetzten Preisen zu ver
kaufen. Für je 1000 Nadeln, die von
ihnen hergestellt werden, haben sie $1
Abgabe (Rcyalty) zn zahlen, sowie einen
verhältnißmäßigen Betrag für alle Ge-
rathschastcn. Ein Agent dcr Eentralge
sellschaft sieht monatlich die Bücher aller
yndlkatsmitglieder nach, damit diese!-
ben nicht unter dcr Hand billiger verkau
sen können, als ihnen vorgeschrieben ist
Außerdem aber benützt die Eentralgcsell-
schaft die Berichte ihrer Inspektoren auch
dazu, um jeder aorik vorzuschreiben,
wie viel sie sabriziren und an welche Kun
den sie zu dem vereinbarten niedrigsten
Preise Waaren abgeben darf. Das Syn-
dikatsniltglied, welches Diese Abmachnn
gen übertritt, muß 1000 Strafe bezah
len. Keine Firma darf ihre Gebäude
und Maschinen ohne Genehmigung des
Syndikats verkaufen oder verpachten.
oder irarnd ein Patentrecht abtreten.
Dagegen verpflichtet sich das Syndikat,
seine Mitglieder gegen den Mitbcwerb zn
schützen, nnd ihnen die höchsten Preise
zu versamssen, die das Publikum (also
auch die arme Näthcrin und der arme
Schneider) überhaupt bezahlen kann.
Von dem ausgedehnten Handel mit
Eiern uud dem Verbrauch derselben in
den Städten New ?)ork und Brooklyn
haben jedenfalls nur wenige Leute einen
Begriff. Ein Engroshandler tu Eiern,
dessen Verkanfslokal sich in der Nähe des
Washington Marktes befindet, sagte,
daß jede' Woche fo viel nach New Bork
gebracht würde, nm für den täglichen
(ebrauch eines eden Bewohners von
New Bork und Brooklyn 3 bis 4 Ein
rechnen zn können. Wahrend dcr Iah
rcszcit, wo Eier rar und hoch im Preise
sind, und wo utcht vtele Versendungen
stattfinden, dürfte dcr tägliche Umsatz in
Eiern in den beiden genannten Städten
nicht über 1,000,000 betragen, wo hin
gegen zn Zeiten, da die Preise niedrig
sind nnd der Versendungen viele stattsin-
den, der tägliche Umsatz .':,0",000 bis
r 0oo,oo ans weisen mag. Ein Barrel
enthält 70 Dutzend oder 10 Eier. Für
die Verpackung l ,o ,, 0 Eier find 1 1
Barrel ersorderlich oder auch 30tj l5r-
ladnngen von je 2.", Barrels. solcher
artaonngen ver vange nactj in einer
Reihe aufgestellt, würden ungefähr dcr
0'cfammtlange der Brookluncr Brticke
gleichkommen. Diese Berechnung gilt
aber nur sür die Jahreszeit, während
welcher der Handel mit Eiern ein flauer
ist, denn wenn der Umsatz am größte
ist, würbe wohl 1000 Earladnngen per
Tag angenommen werden müssen. Wäh
rend vor dem Jahre 1$83 verhältniß
mäßig uur wenig Eier voin Auslande
eingeführt wurden, bclicf fich die Ein
fuhr in Jahre ans 2000 Kisten; im
Jahre 13 auf 500 Kisten, und im
Jahre is$l ans 3 '.,000 Kisten. Nach
New ?)ork wurden vom I. Januar bis
1. Mai 1S85 282,721 Barrels Eier,
oder im Durchschnitt 2,000,000 Eier per
Tag aus verschiedenen Theilen des Lan
des gebracht. Dcr Profit bei diesem Ge
schäft ist ein verhc.ltnißniäßig geringer.
?70 pcr Earload war das Höchste, was
... .(.t: X .. st. - . tr . t -
kurrenz machen. Verwunderlich ist dieS
nicht, da für die Auswanderer und Ton
risten auS Südwest -Deutsch land Notter
dam leichter, bequemer und billiger zu
erreichen ist als Hamburg oder Bremen
und die neueren Dampfer der holländisch
amerikanischen Linie mit allem Komfort
ansgestattet sind.
Einer d e r ' a u b Amerika
zum Besuch des" tschechischen' Rational
Theaters nach Prag gekommezien Fest
gaste. Namens Wenzel Neumann, wurde
am 18. Juni verhaftet. Er hatte sich
vor 12 Jahren nach Verübung einer
qroßen Defraudation nach Amerika ge
Züchtet und war vom hiesigen Strafge
richte steckbrieflich verfolgt worden. Der
selbe wurde von einem Detektive in dem
Vororte Bubna erkannt und sofort dem
Strafgericht eingeliefert. Seither ist
noch an sechs anderen von alten Gläu
bigcrn die Taschcnpsändung vorgenom
men worden.
Die Verhandlungen deS
Norddeutschen Lloyds mit der Reichs
Regierung über die Dampfersubvention
sind abgeschlossen. Der. Eontrakt liegt
dem Reichskanzler znr Genehmigung vor.
Der Lloyd übernimmt auf 15 Jahre
gegen Zuschuß von 4,400,000 Mk., die
im Gesetz vorgeschriebenen Verbindun
gen, hat sich erboten, auf der ostasiati
schcn und Mittelmeer Linie mit 12 statt
der geforderten 1U Knoten zu fahren
und will : neue in Deutschland gebaute
und 9 andere in seinem Besitz befindliche,
auf 13 Knoten Schnelligkeit contrahirte
Dampfer einstellen, wovon 5 speziell für
die Fahrt in den Tropen gebaut siud.
angeblich ein Händler jemals an diesem
"Irtikel an Reingewinn erzielte.
Vermischte Nachrichten.
Die
koreanische Neaie-
rung, die bis jetzt selbstgeprägtcS Geld
nicht besitzt, hat den früheren Großher
zoglich hessischen Münzmeister Kraus zu
nächst für einen Zeitraum von drei Iah
ren berufen, damit er in Korea eine
Münze nach deutschem Muster einrichte.
Kraus wird Mitte September mit seiner
Familie die Reise nach Korea antreten.
Der Volksrath von Trans
vaal hat die sämmtlichen Personen, welche
die Petitionen für den Anschluß des
Transvaal an Großbritannien und gegen
die Loslösung des Landes von England
unterzeichneten, für untauglich erklärt,
Mitglieder des Volksraths zn fein. Die
Debatte über die Resolution zeichnete sich
durch große Bitterkeit gegen die Englisch
gesinnten aus. Es wurde sogar ein
Vorschlag gemacht, die Untauglichkeits
Erklänlng auf die zehnte Generation
auszudehnen.
D i c deutschen. Dampf
schissfahrts - Gesellschaften in Hamburg
nnd Bremen klagen sehr darüber, daß
ihnen neuerdings die Antwerpen .Red
Star"-Linit und jetzt auch die Rotter-dam-Amsterdamer
Linie empfindlich Kon,
Der Deutsche Krieger
bund, welchem auch die Rheinische Krie-gcr-Kamcradschaft
angehört, zählt nach
dem jüngsten Jahresbericht 240,014
Mitglieder, die sich anf 92 Verbände,
bzw. Bezirke mit 2774 Vereinen ver
theilen. Sanitäts Eolonnen vom rothen
Kreuz sind in 38 Vereine mit 1145
angcbildctcn Mannschaften eingerichtet
und weitere 22 Vereine mit 800 Mann
ausgcmeldct. DaS Vereinsvermögen
beträgt zur Zeit 25.9,873 Mark. Eine
Sllber-Lotterie zu Gunsten des Waisen
Hauses in Römhild (Sachsen) ergab N3,
000 Mark. An Unterstützungen wurden
im vorigen Jahre in 890 Fällen insge
sammt 12,09 Mark ausgezahlt.
Es wird verbreitet, mel
dct die Köln. Ztg.-,. daß die Aussörde
rung an Unterofficiere der deutschen Ar
mee zur freiwilligen Dienstleistung in
Kamerun bei einem Gehalt von 3000
Ma5-'asIahr..sckU,'lich doch von
gutem Erfolg begleitet gewesen fei; dies
trifft indeß durchaus nicht zu, im Gegen
theil beschränken sich die Meldungen bis
zetzt nur aus sehr vereinzelte Falle, ls
soll übrigens zunächst dort nur ein Eorps
von Polizeimannschaften aus Einge
borencn gebildet werden, welche die
Unteroffiziere aus der deutschen Armee
anzulernen haben würden. Die in die
ser Hinsicht schwebenden Pläne werden
übrigens bald greifbare Gestalt gcwin
nen und dem Reichstage zur Kenntniß
nähme oder Zustimmung unterbreitet
werden, je nachdem sinanzielle Bewilli
gungen in Frage kommen.
In Bo rdeaur wurde am 1?.
Juni das Panzerschiff .Rcquin" (Hai)
vom Stapel gelassen. Es hat zwei
Schrauben, ist 88.2.', Meter lang, 18
Meter breit, 7,5.1 Meter hoch; der
Schiffsrumpf ist a,ts Stahl, mit Aus
nähme der äußeren scitc, die aus Eisen
besteht. Das Schiff hat zwei Thünne;
der erste ist unter Andcrm durch einen
Panzer von 45cm beschützt und dcr
zweite durch Ringe von einer Dicke von
20crn, welche 50 Tonnen wiegen. Jeder
derThürmc wird vier Kationen vom 42cm
und einer Länge von 9,9 im erhalten,
welche 7ö,000,'kg und mit dcr Lafette
1 77,000kg wiegen ; sie schleudern Kugeln
von einem Gewicht von 78kg. Der
Requin" erhält außerdem vier bronccne
Kanonen von 10cm und sechs Revolver
kanoncn HotchkisS; das Schiff hat 000
Pferdckräste und legt 14,5 Knoten in
der stunde zurück.
Der Haß der E zechen ge
gen die Deutschen führte auch bei dcr
Demonstration, welche dieser Tage zu
Ehren der von Amerika zum Besuche des
Nationaltheaters in Prag dort eingetros
fencn Böhmen veranstaltet wurde, zu
Ausschreitungen. Es kam dabei zu
Ruhestörungen, in deren Verlauf die
Fenster des deutschen tasino eingeschla
gen wurden. Ein Ehicagocr Buchdrucker
beantwortete die Bewillkommunsrede
des Bürgermeisters, worauf die Besucher
einer Vorstellung im National-Thcater
beiwohnten. Es wurden zahlreiche Rc
den gehalten und dcr Amerikaner Lepsa
sagte, daß die Böhmen in den Ver.
Staaten stets sich als solche betrachten
und ihre Kinder als Ezechen erziehen.
Mit den Besuchern kamen anch drei
Anarchisten, welche verhaftet wurden ; in
ihrem Besitze fand man Bomben und
Dynamit. (?)'
A l s Kuriosität w i r d aus
Paris ein sich in drn letzten Tagen dort
hartnäckig behauptendes Gerücht mitge
theilt, nach welchem Victor Hugo in
Wirklichkeit gar nicht i Pantheon, son
dern auf dem Pere Lachaise begraben
sei. Sonst ganz ernste Leute behaupten,
er sei bei Nacht auf dem Pere Lachaise
bestattet worden nnd die ganze große
'eichenparade habe lediglich vor leerem
Sarge stattgesunden. Nach dcr einen
Angäbe sci dcr Leichnam trotz Einbalsa
mirung zu rasch in Verwesung über
gegangen, als daß man habe mit dcr
Beisetzung länger warten können, nach
einer anderen habe man so den Wunsch
des Dichters erfüllen wollen, der als
seine Ruhestätte den genannten Kirchhof
bezeichnet hätte. Andere glauben, die
Fanülie und Freunde des Verstorbenen
hätten der Nachwelt die Enttäuschung
bereiten wollen, einen leeren Sarg zu
finden, wenn eine spätere Generation
einmal die Entweihung der Genovefa
Kirche würde rächen wollen.
Ueber den Tod des Feld
marschalls v. Manteufsel meldet man aus
Karlsbad vom 17. Juni die folgenden
Einzelheiten: Manteussel war vor zwei
.agcn an einer Lungenentzündung er
krankt. Er pflegte täalich, abseits von
dem aroßen Strome dcr Kurgäste.
längere Sxaziergänge in die entlegensten
3alnartin nrr llninrnftih nfrn Hst-
tung zu unternehmen. Bei einem allzu
eusg:dehnten Spaziergange hatte er sich
eine Erkältung zugezogen. Ost hatte er
schon über Athmungsbeschwerden ge
klagt. Die Nachricht von dem Tode des
Prinzen Friedrich Karl wirkte gleichfalls
erschütternd auf ihn, so daß die Ent
Zündung der Lungen einen raschen und
gefährlichen Verlauf nahm. Noch heute
früh ließ sich der Feldmarfchall, der keine
Nachtmache bei sich gestattet hatte, von
seinem Diener Waschwasser geben; eine
Stunde später war er, ohne sein nahes
Ende geahnt zu haben, sanft ent
schlafen. Ver 9 Uhr trat eine Lungen
lähmuna und gleich darauf der Tod ein.
Manteussel wohnte in Karlsbad 15
Jahre hindurch in jedem Sommer bei
dem Bäcker Mannl, welcher heute von
allen Seiten, besonders auch von
Journalisten, mit Fragen bestürmt wird
und der einfach und treuherzig antwor
tct: .I weiß gor nir! Er war halt ein
guter Mann!" Manteussel starb im
Bette liegend, von dem anwesenden
Oberstlieutenant Knorr ein Handtuch
zum Abtrocknen verlangend, ohne Todes-
kamps, ohne irgend welche Aeußerung.
.teuere Nach: listen.
, ,, 0 ;
LluSlans.
Siml a, 1 1 . Juli. Die Unters "
lungen zwischen England und diu k:
nehmen, dem Vernehmen nach, c;::.
günstigen Verlauf.
Kairo, 11. Juli. Der Ger......
Vrackenburg . telegraphirt von Tatm.h
ein gestern dort eingetroffener Brief mei
det den Tod des Mahdi. Dieser Brief
rührt von einem Kaufmann in Handah
her, ist vom 8. Juli datirt und berichtet
daß seit dem Tode des Mahdi dessen An!
Hänger untereinander inKampf gerathen
sind. Ein heute in Tatnuh eingetrofZe-'
ner gcflüchtcter ägyptischer Soldat be
hauptet. daß .er am 1. Jitli in Abudan
einen Araber gesprochen habe, der ihm l
Yen 'J'rtS tv rl: ..:ii 7 i
viv j.iui(vi uiiiijci ycin yuur.
M adr id ; 12. Juli. Die Cholera
ist allenthalben, namentlich in Arran
juez im Abnehmen begrisscu.
E m s , 1 2. Juli. Während der Kai
ser Wilhelm heute eine Spazierfahrt
machte, nahte sich ei schlecht gekleideter
Mensch seinem Wagen und warf eiVni
Blumentopf nach demselben mit denk
Worten: So wird das Kaiserreich zcr-!
schellen!" Es wurde kein Schaden ver- j
ursacht. Der Attentäter wurde festae: I
nommeu, wird aber für geisteskrank ge
halten. Washington, 12. Juli. Der
hiesige eolombianische Gesandte Beeerra
hat heute ans Bogota die telegraphische
Mittheilung erhalten, daß die Rebellen
von BarranquiUa auf dein Marsche den
Magdalenen-Fluß hinauf in Ealamar
eine vollständige Niederlage erlitten
haben. Ihre aus 1 Fahrzeugen be
stehende Flotte hat dadurch bedeutenden
Schaden erlitten, daß ei mit Schieß
bedarf beladenes Schiff aufgeflogen ist.
Beinahe sämmtliche Rebellensührer fan
den entweder den Tod oder wurden schwer
verwundet.
Paris. 1.".. Juli. Einer Devesche
ans Athen an das Temvs itufolae. bat'
Griechenland seine sämmtlichen Konfus
late in der Türkei eingezogen, weil die
Pforte mehreren griechischen Konsuln'
das Erequatur nicht ertheilt hat. . k
Paris, 13. Juli. .Le Matin'ß
meldet: Die Abberufung des franzöfi'
schcn Oberbefehlshabers in Annam
General Eourcy, ist wahrscheinlich ; di
Regierung ist gegen die strengen Stra.'
sen, welche auf seinen Befehl den Anna
mitcn auferlegt werden sollen, sowi
gegen Eourcy's Politik der Fortsehnn.'
des Krieges in Annam zum Zwecke der
Bestrafung erMd'öttrm.'' riuJTH
Eourcy für nöthig hält, um die Anna-
mitcn von dem Versuche zu einem neuen
Ausstände gegen die Franzosen abzu-
schrecken. J
Berlin, 1. Juli. Die Mormonen
haben hier einen Sonntags Kreuzzug
begonnen. Sie beabsichtigen allsoirZM
täglich Versammlungen abzuhalten und
cS ist nicht unwahrscheinlich, daß fie hier'
Anhang finden werden. ; j
Wien. in. Juli. In Hunderte
von Kirchspielen richten Gewitter tioi
immer schweren Schaden an und um.
rechnet auf bedeutende Ausfälle indn
Ernte.
Havanna, 13. Juli. Der Ge
fährlichste der Banditen in der Gege
von Matanzas. Guzman Barnue hat fii
den Behörden in Colon ausgeliefert. - 'j
2N!an.
Washington, 11. Juli. Der'
Kriegsminister Endicott hat heute drei
Regimenter Reiterei und das 4. Jnfan
tcrte-Regimenr, zusammen beinahe SOOd
Mann, ans den Departements von
Texas und des Platte in die Umgegend
von Fort Rcno gesendet, so daß die Zahl
dcr Truppen im Jndianergcbiet etm
4(00 Mann erreichen wird. j
St. Paul, Minn., 12. Juli)
Heute Nachmittag kurz nach Fünf joc
ein von heftigen Windstößen begleitete!
Gewitter üben den Minnetonka Seci
Die kleine Dampf - Z)acht Minni
Eook," auf welcher sich der früher
Mayor A. E. Rand mit seiner Frai'
Mary und zwei Söhnen Harvey uni
Frank Rand, I. R. Eoykcndall ml
Frau, Kate Eovkendall und der Maschi
nist George McDonald, sämmtlich au
Minneapolis, befanden, wurde von ei
nein Windstoße umgcworfcn und sämmU
liche Insassen ertranken.
Baltimore, 12. Juli. In de
sieben Meilen von hier entfernten Ort
schaft Towson umzingelte heute früh eim
ungeheuere Menschenmenge das Gesang
niß und forderte die Ausäntwortung de
Negers Howard Eooper, welcher am 2
April die 1 7jährige FarmerstochterKatü
Gray vergewaltigt hatte. Der Sherif
weigerte fich, dem Ansinnen der Mens
zu entsprechen, diese aber übermältiz
den Beamten und brachte den Neger nc
dem nächsten passenden Baume, wo km.
zer Prozeß mit ihm gemacht wurde.
Oxford, Miss., 12. Juli. Ein N.
ger von etwa 2 Jahren vcrfnchte Heu.
früh einer jnngcn Dame, in deren Wo!
nung er sich eingeschlichen, Gewalt an.
zuthun. Er wurde in der Ausführung
feines Vorhabens gestört und floh,wurd
aber bald darauf in seiner Wohnung vk
haftet nnd hinter Schloß und Riegel
bracht. Heute Abend zogen etwa 50
Menschen nach dem Gefängniß, holt?'
den Unhold auS feiner Zelle uid schlez?''
ten ihn ln den Hos der Methodlstenkircl)
wo er ohne Weiteres an einem Barnn
aufgeknüpft wurde. "
A l bann. N. Z?.. 12. Inkl. Heul
früh brach hier in dem Burch'schen Lei,.
stalle Feuer aus und 23 Pferde vtt
brannten. Das Gebäude wurde voll
ständig zerstört. Während deS Brandy
stürzte eine Mauer ein und begrub v.l
ihren Trümmern Feuerwehrleute, vr
denen drei den Tod fanden.
New Orleans, 13. Juli. D
Gebäulichkeiten der Weltausstellug
wurden gestern in Auf st reich verkau,
und von einem gewissen, Newman, ve
muthlich für Rechnungen der neuen Au'
stellungsgeseUschaft, sür 7S,000.e
standen.
Philadelphia. IS. Juli, k
Wolkenbruch verursachte gestern m l
Nähe von Titusville, Pa., eine Uck.
schwemmung. Eine Menge Häuser b
den von ihren Grundvesten verrückt i
andere von der Fluth fortgeschwem'
Menschenleben sind dabei nicht vtw
gegangen, doch ist der am Eigen!'
verursachte Schaden bedeutend.
Washington, 13.Juli. WkN
Kriegsministerium aus dem Jndt
gebiete eingetrossene Nachrichten nielt
daß die unzufriedenen Indianer fich
mählich beruhigen und daß alle Aus
ten zu einer friedlichen Beilegung
Beschwerden derselben vorhanden !
Kankak.ee, Jll., 13. Juli.
Freitag erkrankten in dem Dorse .
mence im hiesigen Eounty GO Perso
nach dem Genusse von getrocknetem Jii
fleische, welches in Chicago herges
und in Momence an den gewöhnn
Verkaufsstellen ausgeboten worden r
Frau Dr. Shrouts und Eharles Wo'
sind dcr Krankheit bereits erlegen
die Frau des Banquiers Hanr
Worcester liegt im Sterben. (
mikroskopisch? Untersuchung hat er?
daß das schädliche Fleisch auf
Quadratzoll Tausende von W
enthält, welche, durch denGenuß dkZ
sches in den menschlichen Körper r
führt von tödtlicher Wirkung find.

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