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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, October 16, 1885, Image 2

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Zjcrmanncr ZlolKsblatt.
csedrüver tSraf, Herausgeber.
Zlnscr SegrapY?u-Si)iZkM.
Das Telegraphen System der Ver.
Staaten übertrifft, roas die Länge seiner
Drahte und die Zahl der versandten De
peschen anbetrifft, alle Länoer der tfrde.
Im vergangenen Jahre ivurdcn in diesem
Lande i;.,000,000, in Großbritannien
:$:,OuO,000, in Deutschland l V'oo.öoo
und in Frankreich 10,OuO,00 Dei-eichen
versandt. In Rußland werden jährlich
etwa 10,000,000, in der Schweiz
000,000, in Spanien ungefähr :;,u00,
000, in der Türkei etwas mehr als 1
000,000, in Belgien 0,000,000 und in
Oestreich etwa V00,000 D epeschen ab
geliefert. Mexiko hat 400 Telegraphen
Büreaur und versendet jährlich ungefähr
7.50,000 Telegramme, während Japan
n:ir 125 Büreaur hat und loch jährlich
etwa :,0oo,000 Telegramme abpchicn.
j e . ?f,im',
175
die d
;cigt
kleineren G
Bcvölk
pezchcn versencei, cus ihumi. im
graphcn in den Ver. Staaten !,aben mehr
zu ilrnn, bezahlen sich bester und werden
allgemeiner von der Bevölkerung benützt,
als die in irgend einem anderen Theile
der ?elt. Im ledten Jahre hakten wir
in diesem vande l',,ooo Telegraphen-
.'Büreaur, und unsere Trähte deckten die
Strecke von l.'4,':.'o Meilen. In diesem
Ia!,re deckten sie eine noch längere
.'Strecke; auch werden die Telegraphen
noch mehr nl? in l ss J beinük.
Po:t den oben genannten Teve'chen
, kosteten die von der ..'ettern-llnict'.-'Telegraphen
- to:npagnle" versandten
durchschnittlich ents ; der T::r.!z-
schniltJ-lcwinn der ompag::le xxo
Telegrainin betrug I '. '' tiitö . vn
' -;:: deckten die Diä!,te icr Gestern
Union" etwa ein fünftel der jetzt von
ihnen bchei richten Strecke; ihre acx
derungen betrugen damals durcki'chniillich
' doppelt fo viel, als gegeniväl kig. Ihr
(Mewitiit betrug II ('entv pro Tcpefä,e.
In l.t hatte die obige Eonu'agme
Linien vo'.l I ', Meilen. E.z wnr
deii von ihr in demselben Jahre i, ,
oho Tep eschen velsandt, und ilzre iin
nahmen betrugen -'.,,'o". ',!,.. Tie
-eiternrlliiion" ha: ei". Ni'in.'it lle .ta
pital von
T ie Baltimore" hioTeiegraphe,!
' ornpagiiie,, hat ihren llinfang in 5ein
g,'gen!.'ärtigetl Jahre bedeutend ler
grüpcrl, und die ! elea.r aphe -Rai en nach
verschiedenen Punkten verringetk. In
I betrug die Länge ihrer ?rä!,te
"., oi;i Meilen, ,väl,,ei.i L'ieifU'e g.gen
wärt ig ."., ooo Meile, i beträgt. Sie ist
' ein be!en!ender'onen! re,it der ,'eüern.
Union", und b.i to'iue.uionei! i!:ib 'ob
eh, ii lelegenheilc, irie d; '-'sv ii. t'jckie
Leichenbegangilis?. wild sei int ein Theil
der an die velschiedenen ..-itniig..?, ver
sandten T eveschcn von ihi' kei'orgt.
Tie ehenialiae Miitnal lZ
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Gestern
- Uiiioit itle
g r a y. h e n " r 1 1 1 p o g n i . ' ' .
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''J e beU'i: keu kö'ine,
sveuch l.tukl.
daß überall da, wo bis jetzt e i n 'ias
balin gewackn'.n, ;. e i u'üchseii. sei
einer der größten okiithäter der Mensch
heit." Beun dies richtig in. wie boch
soll man d
!!I 0i
s Verdienst esien-.g,".'
neue ei;-nateu i
'O'C d a N f-. 5e!iU'
stellen.
Stande
loeliiier
briii'.'!.
oder wan'.igiache aller bisher bekannten i
Arten' Nag'.!,
An dem genannten Poblem ivird g- '
genwärlig in High Hol vorn. EiigU'!.'?, i
mit grofun'-i (s"ir'ev nnd kennd-uem
Er folge gearb.itet. Es Ir'ütult 'h um
nichls Getinge'.e .. als um Erzengnng
nener Be'.;en.gatinusien durch 'ü'.'Iiliche
,ircii;iing. Man üdle sich roi, mit j
welchen Schivieiigkeiten die Anssübrung
eines sol.h.'ii llnternehinens natürlicher- !
iveise verlnüpft ist. Denn die .'ei;en ;
pslan:en werden niibt ron mißen her j
durch die Bermiillung von Insekten oder
eines sonstigen ,aetoi beiruchte: in ;
welchem nalle sich leicht nahe bei cinan : ,
der infäilig versel'icdene Spielarten bil- '
den können, und !ie .:eii;,:iig daliei
auch ans künstlichem B.'ege nr.idmur bf- ;
einstnstt und Ztach längerer iniali'.nng
vielleicht völlig eontrollii, werden könnte.
Der feilen ist doppelgeschlechtig, und
jede Psl'.n;e befruchtet fiel, dii"nr f.u.' sich
selbst. Der Stengel jedes Blümchens
ans einer .'lehre wird durch Samensta::b
befruchtet, der ans Staubgefäßen des
selben Blümchens komml. Eine nalür
liche .ren;ung vetfelsiedeuer vei:enarten
ist somit völlig uudenkl'.ir nnd eine künst
liche erscheint allster st s Izwicrig.
Die'Ieisuche. irel.ue man gegenär:ig
iii High Holborn, und ;war nur dem
Anwesen der Herren Eark-r Eomp.
macht, sind mit einer Operation vcr
bundcn, die sehr viel Erfabiung nnd
(beschick erfordert. Ans iiuer A,'.;a',I
Bei;enb!üthchen werden nämlieh die
S t a u b e u t e l ch e n herausgenommen, ehe
die Blüthen gan; reif find. Tann wird
der Samcnstanb von einer andern Art.
den man als den männlichen .'xaetor ver
wenden will, vorsichtig in die Narbe der
betrctienden Gristel ge schüttet.
Blüthen, welche in nächster Nähe der
künstlich befruchteten stelzen, noerdeii ver-
nichlet, damit man später die künstlich
zu Stande gebrachte Frucht genau aus
finden kann. E; in ein wichtiges Er
sorderniß für den Erfolg der '"oera
tion. daß dieselbe genau :nr richtigen
Zeit ausgeführt wird, und bei Auswahl
des Zeitpunktes spielt auch die Tempera
tur eine große Nolle.
Es wurden bereits in verflossener
Saison über 'JO reue (Gattungen onrch
solche Kreuzung gezüchtet, und in der
nächsten aiion souen cie ersi:e:)e lioey
in großartigerem Maßstabe gemacht wer- i
"7" ic.:.r. :;. r.:; i.1..! .:. .n.. i
den. Der Erfolg ist bis jetzt ein allge-
mein befriedigender, und man bat an
den neuen Gattungen verschiedene sehr !
erfreuliche Wahrnehmungen gemacht, j
-Biele der Kreuzungssorten .reisten zwei
rochen eycr, ats cie 'liistergattungen
UllV lUllltl UIU.ltil .111)1111, iei'.e it-
dcutend mehr Körner enthielten (bei der
Gattung No. 9 wurden aus einem ein
zigen Samenkorn 00 Aehren mit je ."o
Körnern, also zusammen "000 Körner,
erzielt) und nicht so leicht durch den
Wind ausfielen. Unter solchen Um
ständen kann man sich auf die weiteren
Erfolge sicherlich große Hoffnungen
machen.
Jini bem H'rüZck-5!ä!,!)i'tt.
, Ein Deutscher von auswärts bat sich
kürzlich daS Gerichtswesen in Delawarc
besehen und schildert seine Eindrücke in
... llA.tnl. - ....- . . I ! . I ..... .1 -I . . 1. . I .
i i eine njuiuucniiiidit. .i;ui;uu;i, ivoaiUf, m i'uiu uiut w.ii.'n ; c.,Hm uno vhebraniae ant oen
en Fortschritt der zwei Rationen zogen. Auch nicht eine Miene verzogen , - er.. -sr
, das; Japan mit einem bedeutend die Delinquenten; Uoi'ch nahmen die .v. ......
cbict und einer viel geringeren schwarzen in Empfang, um ihnen vorn , i ie eroogner cer vuicmue.i- uu
,r,.n,7 insuli.ii Yird Mal nit'l'v Tt- i (..riil.r idiktirt war. irenau- tu ein siiio ie'vie jicic eines im
einem Briefe an die N. Z). Staatsztg.-
im Wesentlichen so:
Alt sind die Nichter in Delamare
alle: denn man stellt sie auf Lebenszeit
an ch hatte Gelegenheit, der Sep-
tember - Gerichtssitzung in Wilmington
beizuwohnen; die Greise im Hinter-
arunde machten einen sehr günstigen Ein-
druck auf mich, der aber bedeutend abge-
schwächt wurde, als ich die Urlheils-
sprüche vernahm. So wurden z. B.
einem Dieb, der einige Schlüssel gestoh-
len hatte 5.T5 Ersat-geld. die Gerichts-
kosten 3 Monate Gefängniß und 10
Hiebe'iudiktirt. Ein Einbrecher wurde
bestraft um 200 Dollars, 13 Dollars
Ersatzgelder. die Gerichtskosten, eine
Stunde Schandpfahl und 20 Hiebe.
Einem Andern, der des Nolh;uchtsver-
fuchs schuldig befunden war, verurtheilte
der Richter u den Gerichtskosten, 200
Dollars Strafe, einem Jahr Gefängniß,
einer Stunde Schandpfahl und :',0 Hie-
cen
Am Samstag wurde diese widerliche
Erecukioii. der ich aus Neugterde bei-
Es sind wiederholt Versuche gemacht
Worden, die Strafe des Schanövfahls
und des Prügels abuschafien; aber der
. . ,
i alte cingeNcischte D claivarer glaubt un
üa den' aroven Nutzen und Segen dieses
feset-es. ..Philadelphia i?t nahe",
saatc'cr alles Gesindel von da wülde
hierbcr kommen, wenn es nch nicht vor
unseren Hieben fürchtete. So halten
wir uns das Gesindel vom 'eibe."
lueit dieser Glaube in s Blaue schiestt,
siebt mati gleich, wenn man einmal die
Telinauenten 'am Pfahl mustert. Es
sind lauter Schwarte und mit wenigen
Ausnahmen regelmäßige Kunden. Aller
dings gieb: es Einige, welckie die Knute
des S'herisis fürchten. Big ranl."
der berüchtigte Bankränber. fagte :. B.
uulättg't: ..Ich möchte am liebsten in
Tclaware vernrlheil: werden, wenn nur
die rerc Hiebe nicht wären."
t'iii Zuchthaus la: Telaware nicht,
eine iorrektiousanstalt fehlt auch. Im
tontttnaefängnist :u New lfastle fitzen
' .
ie -l-e: Brecher
aus Vebe:is!,eik.
auf kürzere, aber auch
Der Aufenthalt iu die
ist nur insofern Strafe,
lein (cMna.:!!:;
!s die
.xiisanen ihrer Freiheit beraubt
siiüv Il,r Leben i?t ein änfterst begne-ine-...
So kenne ich einen Deutschen,
der wegeit Mordes auf Jahre verur-
;hei't. Alles hat, was sein Her; nur be-g-Ixin
ka:.!-. ,u?e:i Morgen liest er
leine Leitungen. laucht seine Eigarre
i!i!5 hie utt! da wird ihin ein -,asz Bier
gebracht. Por längerer e:r kam. ivie
mir der Sheriff selbst iniltbeilie, ein
'raner -'ilmington's, in dessen Dienst
der deutsche früher stand, am hellen
Tage mit seinem Bierwagen in den e
fängnis'bof aefabren und lud ein ,ciy
Bi r
ah.
V.s wurde mir aber doch ;n
luiir," bemerkte der ge:ii!i:l,liche Sbeiiss.
i ich ließ das Bier wieder aufladen und
: r.üt Abend in die Ielle scha''en."
j Auch ii.l!.!e der Sherisf diesem Mann
! s.'in frilheres Bureau, ein recht hübsch
j tapt-:;. i tes Zimmer, als ;e'!e ein. Kar
' l-.nfpicl nti'o andere llnteihiltungen sie
, ben o'üia.i ans dem Tagesprogramm
.' oer Gefangenen. B.-er arbeiten will.
! kann sich durch Schi'-eln oder flechten
die eik vertreiben und nebenbei Geld
i iilr (Mgavien, Schnaps n. f. w. ein r-
beu. Verbrecher ivevdin auch als Markt
' isängei bennLt ; !od:fchläger auf den
i -Mark: ;n schi.Zen. um Fleisch, Butter
! und ii.r iiu:u!'V.;e:i, gehört v.i den All
n
,b.etti-n i:i .üi. Enstli
T'c öiiarusjnlh'M öik ?.:al5!a:i
Aeifitisir.
Die 'c . ', ! T er.''cke': geben, wie immei
b" n'i'iigen -'-re!g':,?'en, bunt durcheln
a.i'.d.e. .V'anriiii.hlich laun der ;'eser ine
aeiiihil werden durch die stutt'indendeii
er-'ech jungen ?wifien S it -Nnmelien
nnd enmelien.
C lün.iien ist die türkische Provin;,
welche, halb unabhängig vom Sultan.
süd!i.b vom Balkan gebildet wurde, um
den dortigen Bulgaren Selbstän
digkeit ;n ge'älnen, ohne das: sie mit
Bulgarien, nördlich vom Balkan, vereint
mit di-sern sin GrosB,t!gaiien bildeten.
In die'.::: Cl": iumelien sei-te der Snl
lau den tattbalter ein. die Post und
das o!l:v.'sen der Giei:v stand unter
tnrkisel'.'N Beamirn. und iin; Abgabe von
ciuir Mii:,o,! iu'irliel' ir.ar der dem Sul
tan ;u ;a:eude Tribut.
.liiimeUen aber, der westlich gelegene
Iheil der alten Provinz gleichen Namens,
blieb völlig dem Sultan Unterthan.
Senit Hauptstadt ist Adiianopel, nnd
auch seine Äevölkeruna besteht baupt-
!,
sachlich aus Bulgaren, linker diesen rit
: melischen BulgarenIw!.' auch unter den
Bulgaren, iu der Provin; Maeedonien
sind llui ubeu ansgebrochen. welche aller
B'ahrscheinlichkeit nach von iDstllf.nte
lien an-.' angesüskck nnd sicher ebenso
schon länger voi bereitet sind, wie die Ne
voiuuou IN C li .iitnulitii .
VI;i;n zel.-t Kabel Teveschen berichten,
daß die türkischen nippen bei Adeiauo
vel mi! 'l.umeüern ein Gefecht gehabt
haben, so sind das Aufständische in der
türkischen Prorr.t; Numelien nnd nicht
die orgauisirlen Trnrpeu von T tr -.t n -inelien.
V.'enn e ferner beißi, daß viele Nume
lier nach Serbien fliehen, nm der Aus
Hebung ;u:n Heer ;n entgehen, so befielst
sich das ebenfalls nicht ans st-Ni:i;,e-lien,
sondern ans die türkische Piovln;
Numelien, wo die dortigen Bulgaren vor
der Aushebung :nm tüt kisch.en Heer flie
heu, n'elches auf den Kriegsfuß gebracht
weiden soll. Benin ans dieser Nachincht
abgeleitet wird, daß in ÜSst-Nnmelien
bereits der Enthusiasmus im Absterben
sei. so ist das gan; falsch, da es sich
gar nick't ans
Es Zeigt s,ch
dieses Land be;ieht. !
im '"cgenii,e. oa.; ;
. . . t-
die
)'ü!.'!iii en in :) ninr! ien mit di'iicti :
-
,n .'i-..'c'.ime.,en uno Bulgarien seivsi
gemeinsame ache machen
th.il.-i h,n !
der ,-volkeruna ans Bulgaren besteht
Ec; leben jedoch anch eine Anzahl Ser
ben ii'a Norde,', dieser Provinz. Daraus
erkläit sich, das; die serbische Negierung
eine Armee von ,',."( Mann an die
makedonische Gienzc geschickt hat. Im
Fall sich die Bulgaren in Makedonien
und Numelien befreien und mit Oft-
Numelien zn einem Groß-Bnlqaricn zu-
. .- . r . , ' . r
faminenwnchfen sollten, verlangt Serbien
den Tbeil von Makedonien, wo Serben
wohnen. 0 mnß man den Protest
Serbiens gegen eine Bergrößcrnnz
Bnlgariens verstehen. Es verlangt iii
diesem ,all die serbische Bevölkerung in
jenen bulgarischen Provinzen für sich.
Denselben Grund hat Griechenland
für seine Nüstungen. Im Fall sich jene
beiden Staaten Bulgarien und Serbien
durch Anschluß ihrer Stammes-Genossen
vergrößern sollten, verlangt Griechen
land den Erwerb derjenigen Landes
Theile, in welchen Griechen wohnen.
Die Völkerschaften der Balkan
Halbinsel sind die Numänen (in Numä
nicn und noch in den anderen Staaten
zerstreut) ; die Serben, (in Serbien,
Bosnien nnd Herzegowina, Montenegro
und Nord-Macedonien) ; die Bulgaren
(in Bulgarien, Ost-Numelien, Macedo
nien :c.) ; die Griechen (in Griechen-
l . k. . . . iv Atti nrtni rnr n nn i . . . w
um..,, l-.i Mi f. Kiiiuuii.i .uit.iiii.unj i hadern, aiigciielnuem Wesen : sie siebt
entrinnen theils dadurch, da Ne znm , amenklich 'während der ' ttuterhaltunn
direkten An,,:anv,chre.ken. Und dasselbe C VtX, inUüi,m st nnb nniß in ihrer
gilt auch von l'.cacedonien da auch m Jugend schön aewefen fein. '
d:e'er lnrkü.lien Provinz die Mehrzahl
...Y. ... I..,.. .....x,, 1..?u ,f.,... i .
! land, pirus. Tye,,auen und auf oen
Inseln; ; oic viiijancien (in suvanicn; j
und endlich die Türken,
Die letzteren sind hauptsächlich in
Bulzanen und Rumelien ansässig und m
Konstantinopel. Sie sind ihrer Zahl
nach am allerschmächsien. Diejenigen,
welche in den selbstständigen Staaten des
ehemaligen Türkenreichs wohnen, haben
keine Bedeutung für dasselbe mehr,
In den Provinzen, welche dem Sul-
tan noch in Europa gehören, und die
4,700,000 Einwohner haben, wohnen 1
Million Bulgaren, 1,200,0:0 Griechen,
I Million Albanesen und 1.100.000
Türken. Der Nest von 400,000 besteht
aus Numänen. Serben u. s. w.
Die verschiedenen Lölkerslämme auf
der ganzen Balkan-Halbinfcl in runden
Zahlen angegeben, haben etwa folgende
Stärke: Rumänen 4 Millionen, Serben
i Millionen. Bulgaren 4 Millionen,
I Griechen -i Millionen. Albanesen 1 Mil-
j lion und Türken 1 Millionen.
! Phil. Dem.
! v m u ... r.. ...... . 14
j rapioeii .iwiiauui orgi,s,ri,i uimmi
! Enlturvolkes, das durch Ra?e und
'cacneigenilmmlichkeiien niäit nur von
; den .'lu'kralnegern. Den apuanen uno
l den Malarien vollkommen unterschieden
j itf, fonoern auch von oen ewoqnern ocr
! näher und zunächst gelegenen Gruppen
. . . . - I. .ZJ.i.
meyr oocr miiiaci uunuiuu
ic
Earoliner kennen nicht die heimtückische
Hinterlist der Malapen, nicht die iin-
! bändige B.ildhelt der Eingeborenen des
? australischen Festlandes und des große
! reu Theiles von Nen-Guinea ; sie haben
nicht den abstoßenden, ;um Theil wider-
lichen und thierischen lesichtsausdruck
der Genannten, sie ver:ehien nicht das
Fleisch ihrer im Kampfe gefallenen
feinde. Sie sind ein friedliches, Harm
1 loses Bölkchen. das sich von dem Fisch-
sang und den ohne ihr Zuthun unter der
tropischen Sonne in eld und Wald iu
Ueberfülle gedeihenden Früchten nährt.
Gegen die Europäer überaus zutraulich,
: halten die ein;elnen Stämme unter
einander nicht immer Frieden ; einige
Torffchaften stehen sich fast stets feind
lieh gegenüber. Aber ihre Kriege ver
i laufen meist sehr unblutig ; sie bedienen
: sich keiner vergifteten Speere und vier
oder fünf Todte in einer Schlacht gelten
schon für einen schweren Berlust.
Für die deutscheFirma Hernsheim wird
das Bei dienst beansprucht, auch in diesem
Theile der Südsee für Handel und Oul
tnr Pionierdiensic gethan ;u haben. Sie
errichteten die ersten Haudelsstationen
hier und auf den weiter östlich gelegenen
Maifchall-Inseln, und Iran; Herns
heim, der Jahre hindurch als Eonsul
des deutschen Neiches auf der ;ur letzte
reu Gruppe gelegenen Insel Ialnit
Übte, hat überdies unter dem Titel
Südsee - Erinnernngen" ein von der
Berlags - Buchhandlung A. Hofsmantt
n. o. in Berlin mit ;ahlretchen
Inllnstrationeit ausgestattetes Buch ge
schrieben, in dem das Leben und Treiben
der Eingeborenen in sehr lehrreicher und
fesselnder B'eise geschildert ist. Bon sei
nein Besiichr bei dein König von Babel -lhuap,
der größten der Palan - Inseln,
er;ählt Hernsheim :
Aba !hule hat ein freundliches Ge
ficht, die dicken Oberlippen umrahmen
: nur wenige spärliche Haare, während
das Kinn durch einen kleinen .Nnebelbait
geschmückt wird. Langsamen, doch elastU
schen Schrittes näherte er sich, mit der
linken Hand hinler dem drücken den rech
len Arm haltt nd. Diese (Gewohnheit ist
dem Insulaner tnvisch. ivir finden sie
weniguens überall in der Südsee vor.
. Eile haben diese glücklichen Menschen
nie. hoffen sie doch von der Zukunft nicht
me.'ir. als ihnen die iMege:iwau dielet,
und so suchen sie ans möglichst beezneme
Art Üir LebiN ;n verbringen. Freundlich
lächelnd reichte uns Seine Majestät die
biedere, freilich etwas ölige Nechte, und
, ge: l'.bke, mit untergeschlagenen Beinen
ans dem kühlen Bambnsboden Platz ;n
', nehmen. Während er sich nun mit dem
! Händler in der Landessprache unterhielt
nnd über das Schifs und den Zweck nn-
, seres Besnches Erlnndignngen einzog.
wählte er mit bedächtig prüfendem Blicke
j von den Pfefserblättern. die in zierlichen
Bündelchen in dein neben ilnn stehenden
' Korbe lagen, ein besonders schönes aus,
gab ihm :nit der feuchten nnge die
; nöthige Geschmeidigkeit und den natnr
. lichen Ghut; wieder, nahm eine Betel
I ntiß, theilte und reinigte die olivengroße
i Frucht mit dem Beile, legte die halbe
Nuß auf das Blatt und bestreute sie. wie
j die Zuckerbäcker den Kuchen, ans einem
i Bambusrohre mit fcingestoßenem ealk.
' Nun ward der Leckerbissen säuberlich zu
' ;usammengcrollk, der bis dahin ernste
' Aufdruck der königlichen Züge ver
; schwand, und ivieder freuudlick' lächelnd
bot Aba Thule dem Fremdlinge das er
. frischende Gewür;. Im BoranS von
dem Händler instrniri, dankten wir nach
Landesiitke für diesen Beweis der A.h
luug. und der mit so vieler Sorgfalt ;n
bereitete Bissen verschwand mir einem
"very gootl, very gootl" hinter den
I schwar;cu Zählten Seiner Majestät."
Auf der Insel Knsaie herrscht der
König Takosa mit feiner Frau Kosa.
Bon der Gastfreundschaft und Licbcns
Würdigkeit Beider weiß uns Hernsheim
! viel ;n er;äh!en: ..Beide fprreben auf-
fallend gutes Englisch ; während wir
: uns mit ihnen unterhalten, brechen
sauber gekleidete Diener unter unsern
, Augen die in wilder Fülle rings um
das Haus wachsenden Ananas, Feigen
und Melonen und bringen die Herr
: lichen Flüchte auf reinlichen Schalen.
; Tokosa blickt uns ans seinen großen
! Angen gutmüthig, aber energielos an,
, und würde uns nicht seine gelbbraune
(Gesichtsfarbe belehren, daß wir einen
nbfco- Ynfnlanrr nr
uns haben, so
' "
f-:.ul(e msl, ud)t
i ','rsi,-sii:ri F .-Mit -
:... - y. ... e ..
inen, ii n ii i einen wetiim nie i :oeoi neuen
(?a,.didakcn der Tbeoloaie in halten
- .. .... t' -'
-c'tne ,vran Kosa dagegen ist VON leb-
Tokosa's Wobnhaus ist ein stattliches
Gebäude. Auf solidem Steinnnterban
n heben sich die aus hartem Holz ge
hauenen Pfosten, ans denen das gewal
tige Pandanusdach ruht, dessen' weit
ragende hohe Giebel besonders in die
Angen fallen. Die Wände sind ans fei
Rohnen rstäben hergestellt, und wie das
Gebälk, mit dünnen Stricken aus ge
färbter Kokosfafer zusammengebunden.
Diese Stricke werden so kunstooll -gelegt,
daß die verschiedenen Farben hübsche
regelmäßige Muster bilden.
Ter Lieblingsaufenthalt Tokosa's ist
die breite, kühle Veranda ; hier empfängt
er den Tribut, den ihm seine Unterthanen
in Gestalt von Fischen und Früchten aus
allen Theilen der Insel bringen. Halb
kriechend oder völlig aus den Knieen
rutschend, naht sich der Sklave und schiebt
den s.inc Gabe enthaltenden, aus einem
Ko kosblatte geflochtenen Korb bis
zu den Füßen des Königs; und leise,
ohne die Äugen zn erheben, entledigt er
sich der üblichen kurzen Ansprache und
rutscht rückwärts wieder die Treppe hinab.
Mit prüfendem Blicke wandert Tokofa
zwischen den Körben einher und läßt bald
diesen, bald jenen abseits stellen, um sie
uns zum Geschenk zumachen. Auch Frau
Kosa überreicht uns einen ganzenBorraih
von .Tolls," Lcndcnbinden, die hier frü
her die einzige Bekleidung bildeten und
auch jetzt noch unter der von den Missio
nären eingeführten europäischen Kleidung
getragen werden. Zu 'ihrer Herstellung
liefert die in Salzwasscr aufgeweichte
Faser der wilden Banane den starken,
goldglänzenden Faden."
Auf der Insel Kusai sinden sich gewal
tige Ruinen von Steinbautcn, die allein
noch Zeugniß geben, daß Kusaie und die
umliegenden Inseln früher von einem
kräftigeren und intelligcnterenMcnschen
schlag bewohnt gewesen sein müssen. Die
colossalen cyclopischen Mauern zeigen
eine Höhe bis ;u dreißig Fuß und eine
Ticke von fünfzehn bis achtzehn Fuß;
der untere Theil derselben besteht aus
abgerundeten Basaltblöcken, die Zwischen
räume sind mit kleineren Steinen
und Mörtel ausgefüllt. Bon wein und
zu welchem Zweck diese Euklopenarbeiten
ausgeführt sind, darüber belehrt uns von
Seiten der Kusaier nicht einmal eine vage
in der Erinnerung fortdauernde Sage.
In den Ueberlieferungen der Earolinier
lebt nun die dunkle Mär, daß sie einst
ein großes Volk waren, das aus einer ge
wältigen, durch Erdbeben und Fluthwel
len vernichteten Landmasse lebte, die sich
weit nach Norden erstreckte und zahlreich
bewohnt war. B?ie alle Eingeborenen
der Südsce-Jnfeln, sterben auch sie rasch
aus ; an einzelnen Punkten haben sie sich
innerhalb eines McnschenalterS um ein
Drittel verringert. Körperlich klein und
schmächtig, geistig ohne Verständniß,
Gedächtniß und Slribcu, in ihrem Para
diese von jeglicher Sorge frei, auch ohne
irgend einen Zwang der Sitte dahinle
bend, sind sie willenlose Werkzeuge in
den Händen der weißen Menschen, an die
sie zweifelsohne binnen Kurzem ihr pracht
volles, reiches Land zur Ausnützung gänz
lich werden abgeben müssen.
Hans- und Landwirthschaftlichest
E r d b c e r e n - B a u. Im vorigen
Jahre wurden über tausend Bushcl Erd
beeren von etwa 7 Aere Land gcerntet.
Tcr Erdbecrenbau wird jetzt fast ebenso
gut verstanden, wie der Kartoffel- und
Maisbau. Der Mann, der Geld beim
Erdbecrenbau verdient, ist derjenige,
welcher verbesserte Methoden in Anwen
kung bringt und die Beete frei von Un
kraut hält. Bor Allem ist guter, tief be
ackerter und stark gedüngter Boden er
forderlich. Ein zn entscheidender wichti
ger Punkt ist, wo kie Beeren zu Markt
gebracht werden sollen. In neuerer Zeit
haben die aus d'.in Süden kommende
Erdbeeren unsere Methoden gän;lich um
gestaltet. In meiner Knabenzeil began
nen wir mit dem Pflücken in der ersten
B'chc des Juni. Ietze kommen die Bee
reu ans dem Süden schon Ansang Fe
vruar uno sauern ms zum nni. ijs
ist eigenthümlich, daß die bstzüchter im
Süden nur zwei Arten der Erdbeeren
gesunden haben, die sie bauen können.
Sie eine ist die alte B'ilson", unsere
erste Felderbecre. di' andere die Neu
mann" tauch E hnilestcm" genannt).
Jedermann weiß, das: die Wilson". aus !
magerem Boden g-baut, eitle saure
Beere ist; aber sie erträgt den Trans
port gut. Der hiesige Erdbeerenbaner
mnß sich entscheiden, welche Arten er
ziehen und nach welchem Markte er sie
schicken will. Nachdem ich es mit fast
allen Arten versucht und seit I I bis !:.'
Jahren viel Geld für neue ausgegeben,
habe ich mich für die Eliinlcs T ow -niiig"
entschieden. Sie ist die vertheil
iiaf teste Art und mit die liebste. Man
kann '' Ernts das C.iuirt für
Sharpleß" bekommen, wenn man eine
besonders ausgewählte Kiste davon nach
einem Jadeit im Broadwat) (A'ew lorkj
bringt, aber nicht ani einen naben Markt.
Man mnß Erdbeeren bauen, die sich ;i
den gewöhnlichen Marktpreisen mitin'ii
und es ist Unsinn, wenn getagt wild, daß
:,o EC;5ts das 'S.na, t sin die Ernte
gelöst werden können. Es ist nicht
möglich.
T o in a t o E a t sn p. Ein i, alber Bn
shel Tomatoes, sechs Zwiebeln, '. Pfd.
Mucker, ein Pfund Sal; Pfund oemah
len er Senf, zivei Unzen gemahlene Ncl
ken. ) lln;e rothen P fest er. eine Hand
voll Pst, sich bläkt er. Kocht Alles 'zwei
Stunden oder länger, wenn die Toma
toes sehr wässerig sind nnd gerade vor
dem Abnehmen vorn Feuer arlt eiss
Ciiait lnderessig zu. B'enn die Mane
nach der Zugabe des Essigs kocht, nimml
sie eine dunkle Farbe an. Schlagt durch
ein teb. tullt o.n !a
gelt 'ie.
B I a t: s ö u r v i '
chen und vlisie
e i n .n i r k s a
m e s s e g e n gift v o n c t r t ch n i tt.
Beide Mittel sind bekanntlich die furcht-
barsten Gifte, die man kennt, schon in
den kleinsten Gaben führen sie blitzartig
den sicheren iod herbei. Man leoienk
sich daher vielfach dieser Gift?, um Thiere
schnell und sicher zu todten. So wendete
auch vor Kurzem ein englischer Forscher,
r. Parkinson, zur .odtung eines Hau
des Stnchnin an; dasselbe wirkte jedoch
diesmal nicht rasch genug, weshalb er
dein ihrne zur Beendigung seiner Cna-
!en eine nichtige Dosis Blatisiit re reichte.
i er Anstand des .nitnres, der ntiii ei
gentlich hätte doppelt todt sein müssen,
besserte sich indessen in anssallerder Weise
und das Thier, welches bereits im Ta-
deSkampfe gelegen hatte, erholte sich
sehr sckiNlll und wurde wieder oöllig ge-
fund. Diese durch einen Unfall gemachte
Beobachtung suchte r. Parkinson nun
durch weile: e Bersuche zu erproben und
wiederholte das gefährliche Erperirient
an einer An;ahl von Katzen, und zwar
stets mit demselben Nesullat. S o ist es
gelungen, d'.e sehr vedentsame Thatsache
festzustellen, daß die Blausäure ein sehr
wirksames Gegengift gegen Strichntnver
gistnng ist.
Inlättviscne Nachrichten.
Tie Farbigen der südlichen S:aa
ten geben im Ganzen ;o Zeitungen her
aus und liefern l r.,;"0 Lehrer für Schu
len. i In Esser. Pt., bezahlte neulich ein
Mann einem Andern eine Schuld von
.vc.ooo mit klingender Silbermünze. Die
Kiste, in der er das Geld beförderte, wog
mit Letzterem 4x Psnnd.
Präsident Eleveland erhielt dieser
Tage eine schön eingerahmte Photogra
pbie des Fürsten Bismarck mit dem
ächten und eigenhändigen Namenszugc
des eisernen Kanzlers.
Frankliii I. Moses, der berüchtigte
Er-Gouvernenr von S.Earolina. wurde
dieser Tage wegen betrügerischer Erlang
uug von Geld zu drei Jahren Gefängniß
vernrlheilk.
Amerika! - Nemzetör". die einzige
Zeitung in den Ber. Staaten, welche in
ungarischer Sprache publieirt wird und
bisher halbmonatlich erschienen ist, wird
von jetzt an als wöchentliches Blatt er
scheinen. In Springsield, Mass., beging
Frau Olive Eleveland Elark, eine ent
sernte Verwandte des Präsidenten Eleve
land, die Feier ihres I0. Geburtstages.
Die alte Dame erfreut sich noch des
besten Wohlseins.
Im Jnvalidcnhause bei Milwaukee
befindet sich auch cin alter Perser, der
beim Ansdruche des Bürgerkrieges in
das Freiwilligenhecr des Bundes eintrat
und als Mahomed Khan" in die Listen
eingetragen wurde.
Auf eigenthümliche Weise kam die
Gattin von David Riee in Shelby,
Ohio, um's Leben. Die Kleider dersel
den waren durch einen Fur.ken aus ei:
ner vorbeifahrenden Lokomotive in Brand
?e steckt worden und die arme Frau ver
ranr.te. Es wird behauptet, daß zur Zeit
nicht weniger, als 4000 Personen in
Montreal, Tlue., an den Blattern dar
niederliegen. Die Eröffnung des
.Theatre Roqal" ist wegen der Epidemie
verschoben worden. Die französischen
Eanadier widersetzen sich beharrlich der
Impfung.
In Boston ist das Opiumrauchen in
den eristokrattschen Kreisen der Gesell
schaft eingerissen, daß dortige Zeitungen
endlich gegen das Laster zn kämpfen be
gönnen haben. Gebackene Bohnen und
Speck scheinen die Bostoner nicht mehr
in die gehörige Berzückung versetzen zu
wollen.
Der deutsche Schneider Fril; Eisen
tuch in Stockton, Kansas, ist der glück
liche Bater einer Tochter, welche dieser
Tage einem Neger, der sie anfiel, mit
einem Schlage ihrer gewaltigen Faust das
Genick brach. Das Mädchen ist riesig
stark, als Schneiderstochter also ein dop
peltcs Mirakel.
Marie Töppke. ein deutsches Dienst
madchen ans Lcwiskon, Me., rettete
jüngst einen jungen Mann, den sie be
wußtlos auf der Straße fand, vor dem
Tode, indem sie sich seiner annahm und
einen Arzt zur Stelle holte. Ihr Schütz
ling, der einen Millionär zum Bater
hat. hat sie jetzt, mehr wohl durch ihr
hübsches Gesicht, als durch ihre Gut
müthigkeit gerührt, zu seiner Gattin ge
macht. Hier hat also die Wohltätigkei:
sehr hohe Zinsen getragen.
Einem neuen Schwiudelsystem ist
man in New '1ork auf die Spur gekom
tuen. Dem dortigen Sanitäts-Super-intcndcnten
Dr. E. Edson wurde ange
zeigt, daß ein Gauner, welcher sich sür
einen Sanitäks-Inspcktor ausgab, mit
einem Wagen nach dem West-.Washiug-ton-Markt
gekommen sei und eine Menge
Fleisch, Begetabilien und Früchte ,.eon
siszirt" habe, die durchaus nicht verdor
ben waren. Die Polizei ist auf der
Spur des Gauners.
Bon Adrian. in Bates Eo., Mo.,
kommt die Nachricht, daß man kürzlich
auf der Farm eines Herrn Hendersou.
in der Nähe jenes Städtchens, Petroleum
entdeckt hat. Hcuderson ließ einen Brun
neu graben. Als er eine Tiefe von 170
Fuß erreicht hatte, begann eine Flüssig
keil hervorzusprudeln, die nicht Wasser,
sondern gutes Petroleum war, welches
Sachverständige, die sich auf die Nach
richt dieses Ereignisses bin cinfandcn. I
für ..No. I Liibrieatiiig i7:l" erklärten, j
9" ),A T51t!tiV lUtl'S SiVllflV rtiOfn !
. ll'Uy lllilllll II'IU' 1,'UUU'l.l
teil, wer der jüngste Freiwillige" im
Iz . r ... . . . . .. tv. . n i. . -
iiiuaji liuuqtu ,tui iuui ev
sich lieraus, dap der iiuiimelirige .chau
pieler Alfred Wyman als iojährigcr
Junge mit einem New Borker Ncgimente
ausrückte, an 7 Schlachten theilgenom
men und sogar mehrere Wunden erhal
ken hat. T erartige junge Patrioten
waren nicht angeworben, weil das Gesetz
das Anwerben von zu jungen Burschen
verbot, sie liefen aber den Soldaten nach
und wurden im Lager geduldet.
In Süd Earoli.ia treiben seit län
gerer Zeit drei Mormonen -Aelteste ibr
Wesen mit Bekehrungen", haben aber
wenig Erfolg. In dem dortigen E ouittn
Spartanbnig find nun die Leute ganz
besonders aufgeregt über das Trei
beu der Mormonen-Apostel. Bor ineh
reren Nächien umzingelten 10 Handseste
Kerle daS Hans, in welchem die Mormo-neii-Apostel
wohnten, holten zwei heraus
und versetzten ihnen -10 Peitschenhiebe
ans den nackten Nucken. Nach dieser ro
hen E'eifaltthcit verschwanden die Mor
monen ans dem lcnnti).
In der B.n'ii'tenkirche zn lodden
vilie im Str.ate New Bork, in welcher
bis jetzt ein i i. Bo'.l predigte,
befand sich eine Kufe, die 70 Oollonen
Ji.;asser einhielt, und bieiin sollten kürz
lieh mehrere Personen dnrel, llntertanchen
gelaust werden. Die .Kirche war von Zu.
Hörern gefüllt, denn die Gegner Bou
hatten erklärt, sie würden die Taufe z::
verhindern iinssen. Als das erste Paar :nr
Taufe geführt werden sollte und vor der
.ufe stand, entstand plöl-lich ein Ge
rausch, und es wurde die Entdeckung ge
macht, daß das Waffer in der .'tufe aus
gelaufen war. Drei Kirchenmitglieder.
Feinde von Tr. Bott. hallen mit Hülse
von A; varaten das Wasser i,i den .Keller
la Ilsen lassen nnd Löcher in den Boden
der .'cusegebohil. alsdasselbenicht schnell
genug abfloß. Bei dem Versuch, den
Zufluß in N öhreu aus einem Brunnen
abzuschneiden, siel der Küster Harven
kopfüber in das Waffer und mußte mit
Hülfe vou Leitern nach ksioßem Geschrei
und bedeutender Aufregung wieder auf
das Trockene gebracht werden. Die An
Hänger Bolt's holten in Eimern Wasser
lieibei nnd suchten in den Besitz des .'.cel
lers zn gelangen, allein die .Nufe hatte
zil viele Löcher und durch das Einschütten
von Waffer floß immer mehr in den
Keller. Es wät e beinahe zn einer Priigc
lei gekommen, wenn nielit Major Wad
ford seinen :ock ausgezogen und erklärt
hätte, den Ersten, der einen Schlag
führe, werde er dnrchhan, n. Schließlich
wurde von einer Taufe abgesehen und
das Amt des Prediger 'Bott für erledigt
erklärt.
iciin.:;i jiti ei,, iiiveiinn cn j in z,oim einer ränge, ver it)m groe
eitglifcheit Ozeandampfern, da die Dom- ! Schinerzen im Zahnfleische verursachte
pfer ..Oregon" und ..Ilmbi ia" von der ! und ihn'hinderte, irgend welche Nahrung
Eunard Linie, ,, Alaska" und ..Arizona" : zu nehmen. Die Tirektion bestellte ei'
von der Gilion 'inie. ..Ameriea" und : ! neu Zahnarzt, welcher es uiiteriiahiii,
lideie Dampfer von der National Linie, ! mit einem Stäbe von zwanzig Personen
und von der Atichor Linie, der Monarch
Linie und der Skate Linie je zwei Tam
pscr diesen Dampfereompagnien zurück
erstattet worden sind. Die Dampfer
wurden von der britischen Admiralität
im März d. I. gemiethet, um als Trans
portdampfer zu dienen, da man zu jener
Zeit einen Krieg mir Nußland für un
vermeidlich hielt. Aber da der Friede
jetzt gesichert ist, wurden sie zurückgege-
ben. Darüber sagt ein Dami'fer-Aaent ,
in New Bork: ,,In der Zeit, wo der j
Handelsverkehr (und Auswanderer- !
Transport) so lebr verringert ist, und j
eine große Anzahl englischer Dampfer
müßig in den Häfen liegt, da nichiS für
sie zu thun it, während einige Linien mit
bedeutendem Verlust arbeiten, ist es für
die transatlantischen Dampferlinien
höchst unangenehm, daß ihnen gerade
jetzt diese Dampfer zurückerstattet wer
den. Die tompagnien wissen nicht, was
sie mit den Fahrzeugen ansangen sollen
und hätten sie der britischen Regierung
gern noch ans unbestimmrr eit überlas
seil." Das Schatzdepartcment ha: an die
Eollektoren und sonstige Zollbeamte ein
Eirenlar gerichtet, worin dieselben ver-
slandigt werden, dap Artikel 41', der
allgemeinen Negulastcneit vom Jahre
lb4 in Folgendem wichtigen Punkte
amcndirt wurde. In Fä.llen wo HauS-haltungs-
oder Pcrsonal-Esfekten, Hand
wcrkszeug, Bibliotheken u. s. w., die,
falls sie von dem hier einwandernden
Eigenthümer hierhergebracht wären, zoll
frei hier zugelassen werden würden,
innerhalb eines Jahres vor oder nach der
Ankunft der resp. Besitzers (statt wie bis
her vorgesehen, innerhalb sechs Monaten)
hier eintreffen, ist dem Sekretär Mit
theilung zu machen, damit derselbe den
betreffenden Fall entscheide. Diese Mo
disikation erfolgte deshalb, weil Einwan
derer ihre Effekten häufig in der Heimath
zurücklassen, bis sie hier Beschäftigung
gefunden haben und sie gewöhnlich solche
Beschäftigung erst nach Verlauf von sechs
Monaten erhalten.
1s Es ist nichts Außergewöhnliches,
daß ein Mann einen Hund erschießt,
aber in der Nähe von Milford, Pa.. ist
es dieser Tage vorgekommen, daß ein
Hund einen Mann schoß. Ein Deut
scher. Namens Klein, welcher kaum der
englischen Sprache mächtig ist, und in
e'nem zwei Meilen von Milford entfern
ten Hause wohnt, sah nämlich einen
Habicht hoch in den Lüften fliegen und
holte seine Flinte herbei, um denselben zu
schießen. Als er nur wenige Schritte
vom Hause sich entfernt hatte, bemerkte
er einen Hund, der eben in das Haus
hineinlaufen wollte. Der Mann warf
sein Gewehr nach ihm, worauf der Hund
dasselbe mit den Zähnen erfaßte und
wahrfchcilich an dem Lauf desselben hin
und her biß. bis er den Hahn des Ge
mehrcs berührte, welcher gespannt war.
Dasselbe entlud sich, die Kugel drang
dem Klein in den fleischigen Theil seines
rechten Beines und verursachte eine
schmerzhafte Wunde.
Bon Einwanderung und Auswan
deruiig in Eanada schreib! der Asiz. d.
W.": Die Einwanderung nach Eanada
soll in diesem Jahre derart abgenommen
haben, daß der kanadische Ackerbauini
nister beschlossen hat, keine monatlichen
Ausweise der Zahl der Einwanderer zu
veröffentlichen. Wahrscheinlich ist sie so
klein, daß man sich schämt, zn gestehen,
wie gering die Anziehungskraft Eanada'S
auf die Europamüdcn ist. Dabei haben
sowohl die kanadische Regierung als. auch
die kanadische Pacisiebahn in den letzten
Jahren ganz bedeutende Summen zur
Förderung der Einwanderung ausgegc
den. Während nun die Bevölkerung Eana
da's dieses Jahr keinen nennenswerthel:
Zuwachs durch die europäische Einwan
dcrung gehabt hat, nimmt die Auswan
dcrung von Eanada nach den Ncu-Eng-landstaateu
in solcher Stärke zu, daß in
Industricorten in Massachussets sich be
rcits die Wuth der irischen Arbeiter ge
gen die französisch - kanadischen, denen
man den Namen die Ehiucscn Neu
Englands" beigelegt hat, zu kehren be
ginnt. Die französischen Eamidicr I ie
fern nicht nur billige Dienstmädchen für
die ankeeS, sondern auch sehr billige
Fabrikarbeiter. Da die Zeiten in Ea
uada jetzt schlecht sind, kommen die fran
zösisckeii anadier in hellen Haufen nach
den Fabrikplätzen in den Nen - England
Staaten und drücken die Löhne tiefer,
als sie gewesen sind."
Da die Grenze zwischen Britisch
Eolumbia und dem den Ber. Staaten ge
hörenden Territorium Alaska noch immer
nicht festgestellt ist. hat der Gouverneur
, von ouaefa solgenden Bericht an den
i '
Präsidenten (leveland einaeiandt
- ie
Grenzlinie zwischen dem Porllaiid Eannl
und Mount St. EliaS sollte ohne seine-
ren Ansichnb sosort durch eine gemischte
englisch, amerikanische Vermessnngs-Eom-Mission
endgültig festgestellt werden. Ich
balte die Erledign ng dieser Angelegenheit
für eine Sache von naufschtebbarer
Wich l igkeit . Verfch iedene Verkehrsadern
von Britisch Eolninbia, vornehmlich der
2 ackern Niver, nehmen ihren Ansang
Ansang innerhalb der Grenzen des bis
jetzt nngetreiinteit Bezirks. Auch bin ich
von dem Vorhandensein reicher Placer
Bc'inen in den O.uellengebieten anderer
lVeu'ässer, wie des Inno, Toto und Ehil
kat in Kenntniß gesetzt worden. Sollte
balzer die Landesgrenze liier nicht bald
festgestellt werden, so sind zahllose Strei
tigteilen nnd clnvierigteiten niioernieid
lich." Ter englische Gesandte in Wash
ington bitt der Negieinng von Eanada
bereits eine Abschrift vorstehenden Be
ri.iikes lil-erfandl, und es i! ioahrfchein
lich. daß unsereNegiernng seitens Eanada
eingeladen werden wiio. Ii'genienre für
eine gemischte lrenziegul.'nings - Eonr
minion zn ernennen.
Äermischtc Nachrichten.
I in u o r d ö st l i ch cn Theil
von Laneafiiire (England) sind jetzt nabe
zu eine Million Spindeln, 3'.,o00Web
stuhle und l',0"0 Arbeiter unthätig.
A ! S in V a l e n k i a i n S p a
nien die Eholera so stark ivülhete, blie
bei: die l"00 Arbeiterinnen in einer dor
tige abalsfabrik von der laiche gänz
lich verschont.
E i n eifriger Po st in a r k e n
Sammler ist kürzlich in Warschau ge
storben. Er hinterließ eine werthvollc
Sammlnng von t'.7:0 verschiedenen
Postiverthzeicheil. Seiner letziwilligen
Verfügung nach darf sie nur als Ganzes
in eine Hand verkauft werden.
Ein bezeichnendes Schlag
licht ans die in Aegnpten herrschenden
7nstän-oe wirst folgende Nachricht ans
tairo'. Während Staatsgelder im Be
trage von 10,,.. Pfd. Skerl. vom Balzn-
Hofe in Assint nach der Stadt befördert
wurden, ward die Eskorte von einer
:lcäiiberbandc angegriffen, der eS nach
kurzem Kamine mit den Soldaten oe-
lung, sich Des ganze Geldes zn bemäch
tigen un? damit das Weite zu suchen.
U e b e r eine i n t e r e s s a n t e
Operation schreibt man ans Paris : Der
große Elephant im j.irün iraccliina
tation bekam au der Wurzel seines links
seingen großen Hauers einen Auswuchs
das ihter zit operireu. Die Operation
dauerte zwei Stunden, indem vorerst das
Tbier niedergedlückt wurde ; dann si:gte
man den kranken Zahn ab und öffnete
das Geschwür. Der Elephant ertrug
die Schmerzen mit bewundernswerther
Geduld, und als man ihn endlich frei
ließ, führte er eine Art Kriegstanz auf,
indem er unzählige Male wie wild im
eingezäunten Nanme umherlief. Dabei
ist er so vernünftia. das-: er beim Essen.
das ihm nun vortrefflich schmeckt, den
Kops stets auf die rechte Seite beugt, um
die Wunde an der linken zu schonen.
In eine m v o m 31. Juli d.
I. aus Elobi datirten Schreiben an die
Geographische Gesellschaft in Wien
theilte Prof. Dr. Oskar Lenz mit, daß
er in Kamerun den deutschen Gonver
uenr, Freiherrn von Soden, besucht
habe. Ein eigenes deutsches Gomerne
liiriitsgebäude gebe es noch nicht. Ter
(Gouverneur bewohne eine ehemalige
Woerman'sche Faktorei bei King Bell
iPU'ü, cicselre, tu welcher wahrend des
Kampfes Ende Dezember o. I. der
Woerman'sche Agent PantZnius von den
Kamerun-Lkuten ermordet wurde. Die
Beamten des Gouverneurs, Herr v.
Puttkammer (Kanzler) und Tr. Zkrabbes
(Sekretär) wohnen etwa eine Viertel
stunde entfernt in einem ehemaligen Mis
sionshäiischcn, welches recht hübsch liege.
Prof. Lenz fand übrigens d Gouver
neur, sowie die Mitbewohner seines
Hauses etwas sieberleidend, trotzdem erst
wenige Wochen seit deren Ankunft ver
gangen waren. Zur Zeit befand sich cin
kleines Kanonenboot der Eyklop",
Kapitän Stubenrauch, mit einigen CO
Mann Besamung in Kamerun etwas
zu wenig nach der Ansicht bes Brief
schreibers für die noch immer unsicheren
Zustände in Kamerun. Die Kamerun
Bevölkerung sei zweifellos weinger leicht
zu regieren, als die Neger anderer
Küstengebiete. Ihr Benehmen sein ziem
lich selbstbewußt und die Europäer im
ponirte ihnen im Allgemeinen nicht. In
den Gefechten mit den deutschen Kriegs
schiffen Würden sie aber doch wohl ge
sehen haben, daß die Zeiten der Willkür
vorüber seien.
Zur Wiedererlangung
verloren gegangener Gegenstände hat
sich in Brüssel eine Actiengescllschaft un
ter dem Namen Ernrefa" (d. h : Ich
hob's gefunden!") gebildet, welche mit
dem 1. Oktober d. I. ihre Thätigkeit be
ginnt und für Deutschland eine Eenkral-
y. fr ? c i i - a rv
treue in er:in erricyier qai. nsoc
s"dcre will die Gesellschaft ihren Mit-
gliedern zur Wiederlaugung der ans den
I!mkk!,'rt in ,, IxZ,,, nS,r 'Mirt-
Eisenbahnen in den Wagen oder Warte
sälen verlorenen Gegenstände verhelfen.
Zu diesem Zwecke haben die Mitglieder
alle ihre 3!eisekssccten und dergleichen,
als Reisekosscr, Handtaschen, Plaids :c.
mit dem Namen der Gesellschaft, der
Mitgliedsnummer und einem Buchstaben,
der das Land bezeichnet, für welches das
Mitglied, im Generalregister der Gefell
schaft eingetragen ist, zu bezeichnen, z.
B. mit Eureka II. Nr. 1800." Die
benannten Gegenstände sind damit sür
den Fall eines Berlustes kenntlich ge
macht. Die Eiscnbahn-Bermaltungen
wollen .ie Bestrebungen der Gesellschaft
dadurch unterstützen, daß alle in den
Eoupes, Wartefälcil oder auf freier
Bahnstrecke gefundenen, mit dem er
wähnten Zeichen der Gesellschaft ver
sehencn Gegenstände sofort dem Bureau
der Eureka" in Berlin gemeldet wer- !
den, um sie dem rechtmäßigen Eigen-
thumcr aus die schnellste Weise wieder
zuzustellen.
, r
Ein Berliner c l e a r a m in
an die Köln. Ztg. lautet: Der hiesige
marokkanische Ministcrrcsidcut de Tcsta
ist höherem Befebl gemäß von Konstan
tinopel ivieder hier cingetrossen und hat
sich zum Neichskanzler nach Barzin beac-
ben. Daß diese Ncise in Berbindniia
steht mit der von Frankreich in Besitz ge
iionimeiicii, an Marotfo i tributpflichtige
ase n'gmg. wird sich höchstens vermn
then lasten. Frankreich versichert i - pa
nun nyui ewigc.. 1. ,1 unc , 7,0,000 Psitnd Sterling vorzuschießen
schiebt inzwischen fern Nordwestgreitze j doch die Pforte besteht auf einem ere
ilt Algier immer weiter, bis eines fckö- ren etraae J
. - v:. v ...i: .-! :rj ... : . ' - .
neu ges mc vouigen lpai ismcn uue , In Haskcni, in Ost-Numclicn haben
marokkanischen Ansprüche unter ,vrank- j sich bulgarische Bauern gegen die Der
retchs glorreichem Banner begraben , richtung von Militärdienst anfgelehist
llrt .!! Mrt. .-4. ..- .LfAII.fill.4t ' L ." t . ' ii .
1 1 it l.'iu'in. viiiiii viiiu;iii (jiuiniiiu;
Spanien seiner Theilnahme in der Karo
linen'Frage. E i n c S t a t l st l k des König
reichS Serbien für 18,4 ist soeben ver-
ösfetlicht worden. Tie Bevölkerung
.zahlte am Dezember I ,?.,!, i0 ccc
le und das Land besaß 1,-107 Gemein
den, -:,lt".0 Ortschaften und 00 Städte,
mit ."l'7 Kirchen, .'! Klöstern, I öffent
lichen Staatsgebäuden, 1,304 Munin
palgebäuden und 208,304 Privathäu
seru. ES gab :8'., Knabenschulen mit
42,5,74 Zöglingen und '.N Mädchenschu
len mit 7,3l Zöglingen. Der Stand
der Lehrer wies x0 Professoren und
Schulmeister und 2'.'', Lehrerinnen auf.
Der Elerus zählte l,o22 Priester und
'.'.' Mönche.
Ter wirk h s ch a f t l i ch e Nück
schlag der Ausweisungen ailS Preußen
macht sich bis Niedcrschlisien bemerkbar.
So theilt das Liegnitzer Stadtblatt mit,
daß der Vertreter einer Liegnitzer Fabrik
in Lemberg von seinen Kunden zwar
freundlich aufgenommen sei, aber die be
stimmte Erklärung erhalten habe, daß
die Geschäftsverbindung abgebrochen
werde, da ein polnischer Gesiciäftsmann
den ungehörigen einer Nation keinen
Verdienst zuwenden dürfe, die feine
Laudslente über die Grenze weist, ohne
daß sie etwas verschuldet haben.
Tie Zahl der d e u t s ch e n
.aufsah, teischisfe betrug Anfangs d. I.
425,7 kaeneii 4 315, zu 'Arfana des ver-
: gangei.en Jahres). Darunter waren
j 3i!,.7 Segel: luid 55o Dampsschiffe.
! Die Abnahme um 5S Schisse gegen das
; vorangegangene Jahr trifft lediglich die
l Segelschiffe, wogegen die Dampfschiffe
i zugenommen haben. Die Besatzung der
deutschen Kaussahrtei-Schissc ist ctwas
gestiegen, sie betrug 39,91 1 Mann oder
290 mehr als AnsangS 181.
W ic in c h r s a ch b e r i eh t e t w i rd,
hat die preußische Negieniug die Absicht,
die Zahl der Lotterielose von 95,,ooo, die
sie jetzt beträgt, ans rund 20000 zu
erhöben, wovon die ersolderliche Zahl,
vielleicht einige 3,(n,, für sogenannte
Freiloose in Abzug kommen würden. Tie
Zahl der Gewinne würde sich entsprechend
erhöben und ihre Beträge dem bestehen
den Münz-(Mark)Svstcm angepaßt wer
den. Ob die Zahl der Klassen von vier
wiederum ans fünf gebracht werden wird,
stebt dahin.
Die in Frankfurt a. M.
unter dem Titel Ainciiean Public
S'ifi
ibrarn" befindliche Anstalt. deren
Bibliothek nun 5ow Bände enthält, foll
nun auch auf andere Länder als Amerika
j ansgedelini und zu einer internationalen
j Bibliothek in der Weise gemacht weiden,
! daß alle eivilisirten Nationen mit beson-
derer Abtheilung in derselben vertreten
Uno. .xortan isl Zweck und Aufgabe die
Pflege und Förderung des Verständ
nisses der gegenseitigen Interessen im
iiilcruatiaiialeu Handels - Verkehr mit
eivilifiiten Nationen, womit die Be
lcbung und Hebung des besten Eilt
Vernehmens unter denselben zit Gunsten
des Friedens uno des Handels erstrebt
wird.
Der Polizei i u H u d e r
uuuu lvMiuuii; iu i-j i'--i
I. t . ...! AaIiih a.iii
Paiiah-Kaste gehörige Männer zn ver- ! VUiV vif
haften, die einer empörenden Gräber-! El Paso, 10. Okt. Die Los Bruces
Entweihung angeklagt werden. Das ! Silbergruben', welche von dem Gouvn
Hanpi der Bande soll ein Poojari Na- j ncur ihren amerikanischen Besitzern ent
mens Appadoo sein, der mir Hülfe sei- rissen worden waren, sind denselben auf
ner Spießgesellen unlängst begrabene ! Befehl des Präsidenten Diaz, von kl
Leichen, namentlich die von Kindern, ! chcm der Staatsminister Bayard nach
wiederum ausgrub, um, wie man glaubt-, ! ner gründlichen Untersuchung der Sache
die .auxtaderil nuszuschileiden, die cr zur j diese Maßnahme gefordert hatte, zurück'
.iiiieciignng einer -atvc gevrauchke.
chenschnnder nulana
mit der T'essnung eines Kindcsgrabes
leschäskigt waren, wurden sie von der
Mutter des dort begrabenen Kindes bei
der Arbeit überrascht und konnten später
von derselben identiftkirt werden, so daß
i)re Verhaftung möglich wurde.
Das Haar und der Bart des
Königs von Italien, welche schon seit
einem Jahre ergraut waren, sind jetzt
völlig, weiß geworden. Die Königin
Margherita, welche sich einigermaßen
darüber kränkt, daß ihr geliebter Gtte
bedeutend älter erscheint, als cr ist
(König Humbcrt wurde im März 18-14
geboren), ließ aus Paris ein Kästchen
Haarfarbe von einem der ersten Parfü
mcure kommen nnd überreichte dicfe
ihrem Gemahl, begleitet von den
süßesten Schmcichelworten. Der König
nahm die Gabe an. Als am nächsten
Morgen die Königin in ihr Gartenhaus
kam, sah sie daselbst zu ihrem Entsetzen
ihren Liebling, ein weißes Lömenhünd
chen, völlig grün gefärbt. Tie
Königin weinte vor Zorn. Da sagte
König Hnmbert: BeruhigcDich, Mar
gherita, ich mußte das Mittel doch
vorher probircn, ob es haltbar und
nicht schädlich sei. Morgen mache ich
den zweiten Versuch bei Deinem brasi
lianischen Kakadu." AIS der König
Abends in fein Zimmer kam, da fehlte
die französische Parfümerie; die Königin
hatte sie vernichtet.
-.'le die Bande behauptet, hat die Salbe, , ben wird auf -',o,0X) Dollars geschaht,
wenn auf die Augenlider gestrichen, die !
Kraft, verborgene Schätze zu zeigen. ! Galveston, Ter., 11. Ort. A
Während die svirfirnfsfiniiW itiniiA! ..News" wird aus Mount Uleasaui
0
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uSland.
London. 8. Okt. Nußland i,
den Herzog von Cunberland auf
n . r r I
.yrone Vuigariens zu teyen und
marck würde wahrscheinlich diksenWu
-Oilr.
unterstützen, weil dcen Erfülluna Z
fi. .ms j,....:.::x . v ? , P "
,vclij,c ivsoigc-rage lös,
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London, 8. Okt. Jn den.Cbcm
House Buildings. einer Reihe von i'
achtstöckigen Gcschäftsgebäuden in dn
Aldergate Straße, brach heute Morqeu
5 Nur ein ,euer ai,S n
Schnelligkeit um sich griff und in L
Zcit die Gebäude mit ihrem Inhalt s?
..... . rrs.... r V 7" luji
3 mit reifender
stflilt zerstörte. Drr llrfnnitt v.. '
. j Kt ... i iveuers
i)t unbekannt. Die Gebäude enthielt
meist Läden von Luxus-Artikeln ti
waaren und Spielzeug und Truckkreicti'
Eine darin befindliche Bank wurde stark
beschädigt, aber erhalten. Der Cchadn,
wird aus 15,000,000 veranschlagt?
Lima 0. Okt. Die Negierungz,
truxpcn stnd noch in der Verfolgung von
General Eaccrcs begriffen, über dess
Bewegungen man schlecht unterrichtet ist
Die allgemeine Ansicht ist, daß amlt'
wie behauptet worden ist. Eaceres sich j
das Gebirge zurückzuziehen gedenke, die
gänzliche Auflösung seiner Armee die un
ausbleibliche Folge sein wird, indem sein
Soldaten weder willens noch im Ctaiidk
sind, sich den Strapazen kines forcirkka
Marsches auszusetzen.
St. Petersburg, 9. Oktober
ii 4i r 4 mijsil ll -f T
i sehl ist erlassen worden. g-
, vult iMneur uno fonftU
gen Bermaltungsbeamten zur Pflicht
l '"acht wird, sich im amtlichen Berkebr
c.s,.i:.?.l,.4, ..-.-:.-j..7.. .lc9'.
ausschließlich der russischen n,-. ...
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IVVV"0'.' Ociober.
Moxtt hat em weiteres Eircular an
die Großmächte gerichtet und darin um
eine die Wirren in Numelien h,tr,a,nv.
Entschciduna frinAt '
- fährt mittlerweile mit 1,7 3 2
Nüstungen fort, und Unterhandlnna n
- . ge,, iner Anleihe werden gepflogen
- j Die Ottomanische Bank erbietet sich
rt - . " iuj
(i;riiKinM.M s-ii t . . 1
iiiiö sind um die Vergünstigung eilige
kommen, nach Hanse zurückkehren zn dür
fcn. Madrid. II . Okt. Die von der
deutschen Regierung an Spanien abge
sandte Note hinsichtlich der Carvlinkn
deutet an. daß Deutschland nicht eher im
Stande sei, eine endgültige Antwort zu
ertheilen, bis die deutsche Regierung über
die Vorfälle auf )1ap genauere Nachnch
ten erhalten habe.
Athen, 12. Oktober. Ueberall in
Griechenland finden kriegerische Kund
gedungen statt. Die Armee wird schleu
nigst in Kriegsbereitschaft gesetzt. 40,000
Mann Nescrven sind einberufen worden.
W i c n, 12. Okt. Der Freie Prise'
wird aus Sofia gemeldet: Die Eivlvoh
ner flüchten sich. Gerüchte sind im Um
lauf, daß serbisches Militär die Grenze
überschritten habe. Die Regierung bat
nach Philippopel telegraphirt und in
Füsten Alerander ersucht, zurückzukehren.
Militär ist gegen Akpalanea und Lesko
waez im Anzüge.
itttanv.
S t. L o u i s , Okt. 'Die streiken
den Bahnbedieusteten hielten heute Mor
gen in der Turnhalle eine Versammlung
ab, in welcher sich große Begeisterung
für den Erfolg der Sache kundgab. Der
Sekretär des Vollziehunqsausschuffes
der Ritter der Arbeit, theilte mit, die
verschiedenen Gewerkvereine hätten ge
stern Abend Versammlungen abgehalten
und hätten beschlossen, die Streiker zu
unterstützen.
Washington, 7. Oct. Die Ueber
bringung des aus der New Orleans'er
Bcünze hierher gebrachten Silbers im
Betrage von 10,400,000 Dollars vom
Bord der Kriegsschiffe Swatara" nnd
,.Z)antic" in die Gewölbe des Bundes
fchatzes ist heute beendet worden und das
Geld wird in einigen Tagen nachgezählt
weiden, wiewohl man nicht daran zwei
seit, daß es auf Heller und Pfemn'g vor
Handen ist.
New ?1ork. 10. Oktober. Tie
Sprengung des mächtigen Flood 9fock"
im Hollenthore des East River ist heute
Vormittag "glücklich von Statten ge
gangen, "too viel sich zur Zeit beurthef
len läßt, darf die Sprengung als voll
ständig gelungen bezeichnet werden, doch
müssen erst noch die Trümmer, nebst den
von der früheren Sprengung herrühren
den Stücken ausgebaggert werden, ehe
die Nachbarschaft des NisseS als nr die
Schisffahltt ungefährlich gellen darf.
Die diiich die Erplosion verursachte Er
schüiterung machte sich auch in der Stadt
fühlbar, ic wurde in der Eitn-Hall
und im Eoiintii-EoitU-Hoiisi? deutlich
wahrgenommen.
Philadelphia, 11. Ckt. Der
5,5,jährige Robert Whiie, ein Bediensteter
des Forepangh'schen Etrens, wurde, als
er sich beute Nachmittag in Gesellschaft
! einiger Freunde in dem Winterquartier
der Menagerie befand, plötstich von dem
großen Elephanten Einpreß" durch ti
i nen gewaltigen Schlag mit dem Rüssel
j mit solcher Gewalt gegen einen Käsig
l geschleudert, daß dem Unglücklichen die
Eingeweide hervordrangen. Er star?
. .-.:, sv,.....tr C;nUni
, erstattet worden. Der Wert l, der v'ru
i Teras Folgendes gemeldet: tf'
i ,-w. . . ... i. 0.r
viDcud gegen I iiyr wuroe oer
Benjamin' Little von Unbekannte aus
feiner Hütte auf der Anstin'schen Farm
geholt und an einem Baum angeknüpft.
Little hatte einige Tage vorher in Ge
meinschast mit einem anderen öirgr, .
Namens Eharles Zlounz, einen WeNZk
im Schlafe um i.G5 beraubt. W
war aus dem Nücken der Leiche des Gr-
henkten ein Zettel des Inhalt aufgehest,
Little sei nicht wegen jenes Raubes, l'
dem wegen Verleumdung einer achtbaren
weißen Familie gehängt worden.
Washington. 10. Okt. Tom
asiatischen Geschwader hier eingetrolie
nen Nachrichten zufolge, sind auf dem
Bundesdampfer Ossippe" &Ud'
fälle an der Eholera vorgekommen. 6i
Schiff wurde desinsizirt und einem UA
sichgreifender Seuche umer der Man'
schaft vorgebeugt.
Washington, 12. Okt. Nach
Dafürhalten des Leiters des Medizni'
wesens der Flotte, Dr. Hamilton, W
das Erscheinen der Eholera in m..
in diesem Jahre nicht mehr zu befürcht.
St. Paul, ,2.Okt. Der.Pio
Preß" wird aus Winnipeg gem''"''
rz.ivn,, f5r ,,-,tb,t sin verscer
fcfivy v v y '
des Prairiefeuer. Zwei Männer, v.
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Namen unbekannt sind, ur.d viele
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und Pserve ino in oen tumu".. -
kommen. .
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