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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, November 06, 1885, Image 2

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Nrmcmncr MKsblalt.
Gebrüder Graf, Herausgeber.
Hin unterseeisches Aoot.
Ueber em merkwürdiges, neues unter
sttisches Boot, welches in Kopenhagen
koloisales Aufsehen erregt berichtet die
Vell Tid": Tas ganze Voot ist vom
besten schwedischen Stahl gebaut, die
äußere Wand besteht aus der Mitte aus
S dicken Stahlplatten, welche nach bel
den Enden hin nur eine ide von
haben. Der Thurm ist. durch eine be
wegliche Glaskuppel geschlossen, -ben
seinem Platze im Thurme aus hat der
Kapitän nach allen Seiten hm genügende
Aussicht durch die Glaskuppel,
sammtlichen Maschinenwerke werden
durch Dampf getrieben. Xie Naver
kästen an beiden Seiten des Bootes ent
halten jeder eine vertikale Schraube,
s mir fet rtfmölinliien Schrauben-
Damvt'schinen. Indem die Schrauben
mit gehöriger Schnelligkeit in Bewegung
merken mild dlls Boot blö U
einer beliebigen Tiefe unter Wasicr ge
hm werden diese Schrauben in
mnenenaeieMtr Nick tun in Bewegung
oder ganz in Ruhestand gesetzt, so steigt
- . , , . c C V.. tir-rin& Vjä
005 300l 0JOli rniuj uci Viii.v
nfspT ,niar. TieseEinrichtuna. durch
Hülse mechanischer Mittel die Senkung
und Hebung des Bootes durch gleiche
.1 ff! Qll V.J.
Bewegung zu vewerrsieuigen, vuvci
misf tinite l5ientbümlichkert beim Boote.
Hinten befindet sich die gewöhnliche
&Aranhe mit vier klügeln, fünf AllR
im Durchmesser, welche dem Bootedie
vorwärtsgehende Bewegung greor.
hinter lieat das Steuer. Vorne befinden
GJ nt einer nimriniehaUtichen Achse 2
horizontale Nuder, aus jeder eite eins.
Die horizontale Stellung derselben wird
durch Hülfe eines Kontragewichts
hergestellt und diese h-rizontalen Ruder
sind von größter Wichtigkeit, sollte
das Boot in eine schräge Stellung ge
rathen, also die horizontale Stellung
verlassen, während es gleichzeitig vor
wärts getrieben wird, so würde es selbst
verständlich entweder direkt nach unten
oder nach oben gehen. Bei Anwendung
dieser Ruder wird es dagegen fortmäh',
rend in vollständig horizontalem Plane
fortbewegt, wenn es die gewünschte
Tiefe erreicht hat. Die Maschine besteht
aus 1) einer großen komponirten Ma
schine mit Kondensator und zwei Erstin
dern, resp. 12 und 21 Zoll im Durch
messer, 2) zwei kleinen Maschinen, deren
Cylinder einen Durchmesser von 4" und
eine Länge von " haben; diese letzteren
werden benutzt, um einen 'Ventilator in
Bewegung zu setzen, wenn das Vootauf
dem Wasser liegt und erzeugen dieSub
mersion durch Bewegung der Seiten
schrauben. Der Dampf, welcher diese
Maschinen treibt, wird, wenn das Boot
auf dem Wasser liegt, in einem gewöhn
tichen Marine-Dampfkcsscl bei Anwcn
dung vsn Anthracit-Kohlen (zur Ver
ineidung von Rauch) hergestellt. Wenn
' das Boot unter Wasser i fr, wird der
Dampf durch die emmagasinirtc Wärme
des Wassers, welches sich in ;nxi großen
Behältern vorfindet, entwickelt uno wel
ches neben dem im Dampfkessel vorhan
denen Wasser daS Totalgewicht des
Wassers, welches den Tamps nach Druck
hervorbringt, auf Tons steigen läßt.
Von den übrigen Apparaten kann noch
einer zur Abkühlung der l'ut't im Boote,
einer zum Nachweis der Bcschasscnheit
der Lust, einer zur Angabe der erlangten
Wassertiefe genannt werden. Das Boot
hat auch starke Pumpen an Bord, die
augenblicklich sunklioniren können, falls
irgendwo ein Leck enlfteht oder wenn die
8 TonS warmen Wassers fortgcichafst
und das Boot dadurch leichter gemacht
werden soll. Der inwendige Raum ist
groß genug, um die Komprimirung der
eingeschlossenen Luft entbehren zu kern
nen ; auch ist es nicht nöthig, Behälter
mit komprimirter Lust an Bord zu Ha
ben, ebensowenig als irgend ein chemisches
Präparat zur Reinigung der Lust erfor
derlich ist. Durch die leicht bewegliche
Glaskuppel kann außerdem die Mann
schaft zu jeder beliebigen Zeit und bei
jedem beliebigen Tiefgänge, das Boot
augenblicklich verlassen.
Per ?Sett-'T'o.l1vcrcin.
Die auf dem in Lissabon abgehaltenen
Eongresse des Weltpostvereins beschlösse
nen und von der diesseitigen Regierung
genehmigten Nbänterungcn in dem Bcr-eins-Postverkehre
sind folgende:
Die vertragschließenden Länder machen
sich zur Ausgabe von Postkarten mit
Vorausbezahlung der Antwort nicht ver
bindlich, sondern nur dazu die Antworts
Hälften aus anderen Ländern zurückzu
senden. Wo die überseeische Porto-Rate für
Briefe und Poitkarten auf Francs für
1 Kilogramm (9'.5 Eents für 2 Pfund)
und 50 Eentimes (9. Eents) für andere
Gegenstände festgesetzt ist, soll sie le
stehen bleiben.
Die allgemeine Abrechnung zwischen
den Bereinsländern für überseeische Post
beförderung erfolgt, anstatt wie bisher
zweijährig, nur alle drei Jahre und zwar
auf Grund einer 2tägigcn Durch
schnittsberechnung. Für die Beförderung der Antwort
Hälften von Doppcl - Adler - Postkarten
wird keine Gebühr berechnet ; dagegen
wird das Porto für solche Doppelkartcn
aus 10 Centimes (!.'.' lent) ur teoc
Hälfte oder auf das Doppelte festgesetzt.
Bon der Beförderung ausgeschlossen
sind HandelSpapicrc und Drucksachen,
welche an irgend einer Seite die Länge
von 17.45 Zoll oder das Gewicht von 2
Kilogramm (4.4 Pfund überschreiten.
Der Absender eines Briefes kann, wo
die Gesetze es gestatten, ihn vor der Bc
förderung in das Ausland zurückfordern
oder seine Adresse ändern.
Dem Absender oder Adressaten eines
verloren gegangenen, eingeschriebenen
Briefes wird eine Entschädigung von 50
Francs (9.65) zugesichert ; doch findet
dies in solchen nicht-europäischen Ländern
keine Anwendung, deren Gesetzgebung
den Grundsatz der Verantwortlichkeit dci
Post nicht anerkennt.
Es ist eine Bestimmung über die Be
förderung von Erpreß-Sendungcn odet
Bliesen durch Erpreßboten gegen Bor
ausbezahlung einer Gebühr von .10 Een
times (6 Eents) an die Postverwaltung
des Landes, wo die Aufgabe erfolgt, in
solchen Ländern, welche diesen Dienst im
Gegenscitigkeits-Berhältniß übernehmen,
getroffen worden.
Ungemünztes Gold und Silber, Edel
steine, Schmucksachen und andere Kost
barkeiten können mit der Post versendet
werden, sofern dies nicht in den Staats-
Gesetzen der betreffenden Lander ver
boten ist.
Zu den von dem Wclt-Post-Verein
besonderen Abkommen zwischen den
einzelnen Ländern vorbehaltenen Post
Nebengeschästen gehören das Packet-Beförderungs-System,
die Einziehung
von Wechselforderungen, das System der
Jdentitäts-Befchcinigung. der Briefe mit
Werthsangabe und das Geldanmeisungs
System. Die erwähnten Abänderungen treten
mit dem l. April 1886 in Kraft.
ßaNfornisches Hold vor Sutter.
Ein amtlicher Bericht an den Münz.
Direktor erklärt die in vielen Geschichts
büchern enthaltene Behauptung,' daß das
erste Gold in Californien an Sutter's
Mühle" gefunden worden iir, tur un
wahr. " . . , , .
m rr r m C V .hl
zames a.'tarioau-, ,o wu tin,
in fcrm Mllblenaraben entlana und
hiAt, in das Wasser, als ihm plötzlich
ein glänzender Gegenstand in die Augen
fiel. (r bückte sich, hob ihn auf und
fand, daß es em tumpcyen woio war.
in mari er sich aus ein Pferd und ritt
im Galopp nach dem Fort, das sich da
mals an der Stelle befand, wo jetzt
Sacramcnto hegt, spater mußte rr o:e
Ehre, das erste Gold in Kalifornien
entdeckt tu haben, mit Peter L. Weimer,
einem armen Manne, der sich z'ur Zeit
der Entdeckung bei ihm befand, theilen.
Weimer behauptete nämlich, daß er das
Gold zuerst bemerkte und seinen BegleW
ter darauf aufmerksam gemacht habe,
allein Marfhall hatte das Pferd und
brachte das Metall-Klümxchen nach dem
Fort, weshalb men ihm die Ehre der
Entdeckung zuschrieb."
Die Länge der Zeit hat nur dazu ge
fc?iiit hie JhiPe in diesem Kampfe um
die Ehre der ersten Goldenideckung in
Oalironnen zu vermezren. diesem
Suchen nach der Wahrheit sind aber
Thatsachen ans Licht gekommen, welche
Wie lYrtthcckiina bei Sulker's Miu" :n
ptmas anderem Lichte darstellen.
Herr Walkher A. Skidmore. der den
erwähnten Bericht an den u,'cunz-ire:
tor aesandt bat. saat. daß die Eristen
von edlen Metallen in Ealisornien be
rrits lanae zuvor bekannt war.
Air ärancis Trake besuchte 1579 die
Ealisornische Küste und landete in der
Bai, die jetzt seinen Namen trägt. Nach
seiner Rückkehr nach England schilderte
er das Land auf so glühende Weise, daß
der Geschichtsschreider Hakluut sagt, es
gebe dort kaum einen tub oreir irroe, tn
dem nicht edles Metall enthalten wäre.
Bor zwei Jahrhunderten hatte Eali
formen ebenfalls den Ruf. daß es einen
ungeheuren Borrath an Gold in sich
berge. Ein altes im 17ten Iahrhun
derie verfaßtes Buch enthält Folgendes:
AIS die Soldaten des Francesco de
Eoronado kein Gold in Eibola fanden
und auch nicht mit leeren Händen nach
Meriko zurückkehren wollten, gingen sie
nach dem heutigen Ealisornien; denn sie
halten viele wunderbare Tinge über die
dortigen Goldmincn gehört, und daß
Tatarrarcs, der mächtige. Beherrscher
jenes LandcS unermeßliche Reichthümer
benfc?.
Der ealisornische Mineralog. Prof.
B. Hanks, hat nachgewiesen, daß 177',
eine Goldader in der Nähe des Eolorado -Flusies
in. San Diego Eountn entdeckt
winde. Bereits fünfzig Iakre vor der
Entdeckung zu ixtter's Mill" wurden
ferner in der Nähe d.r Quellen des
Zanta Elara Flusses mehrere Gold
Minen beaibeitet, nnd wurde aus die-,
sen Minen Goldstaub iin Werthe von
iO0,000 gewonnen.
Gen. M. I. Vallejo, der 110 in
Ealisornien anlangte, berichtet, daß er
in 1'! auf einer militärischen Erpedi
tion nach jenen Gegenden, die jetzt die
oun:ics Hexn und San Bernavfcino
bilden, in Kern Eountn einen Russen
gefunden habe, der sich dort zum Zwecke
des Goldgrabens angesiedelt hatte,
dieser Mann hatte einen Verrath von
Lebensrnitteln und Maschinen aller Art
zum Ausgraben und Reinigen des edlen
Metalles'.
Um diese Zeit sowohl wie auch in spä-
tcren Jahren schickte
(General alleio
kleine Quantitäten Goldst'.uib in ?ct sie
gelten Feder-cieleii nach der Stadt
Meriko.
Eapikän Walter Eomstock, ein Wall
fischfanger und Angestellter der rinnels
von New ork behauptet ferner, daß er
in 124 Gold aus Eüiifoiiiien versäiist
habe, und daß um die Zeit beinahe jedes
Schiff, das den Hafen von )erba i'uena,
jetzt Sau Ai'aiuiseo verließ, Gold cti:
Bold hatte.
Alle diese Mittheilungen ändern indeß
nichis an der Thatsache, daß die Gold-
entoectung nttr.s eas riei oeiprocyene
Goldficbcr in Ealisornien und damit die
Ncnbesiedlung des Staates veranlaß
hat.
?er Land
Schwittöck in ZXen
?!ZcFilio.
Der Landschwindcl ist zwar schon ein
alteS Uebel in den Ver. Staaten, so alt,
wie die Regierung selber. Aber die
früheren Betrügereien waren verschwin-
dend klein i:n Vergleich zu dcnsenig,
welche stattqefunden haben, seit die
Viehzucht auf den westlichen Ebenen nnd
in der Thälern der clsgebirge einen so
großartigen Aufschwung genommen ha
Tie Nothwendigkeit, größere Landstrecken
für ihre immer mehr anwachsenden .zeer-
den zu erwerben, hak die Herren Vieh
Züchter zur Erfindung neuer Methoden,
um dem gutmüthigen llncleam" feine
weiten 4. omancn abzuschwindeln, ange
spornt.
n keinem crrikoiiuin scheint dies in
so großartigem Maßstabe der Fall zu
sein, wie in New Mcvco. .Nein Wun
der! Hatten doch solche Meister wie
Dorsey und Elkins dieses Territorium
zur Heimath erkoren, ni Handumdrehen
haben sie dort Ve'itzungen erworben,
gegen die manche europäische bürsten-
thumer verschwindend klein nnd.
Die Bevölkerung?- und gesellschaft
lichen Verhältnisse New Merico's sind
den Betrügereien besonders günstig.
Die große Mehrzahl der t'inwohner be
steht aus Amerikanern, die nach dem
halbwilden Territorium gekommen sind,
um sich dort zu bereichern. An dem
Jagen nach Reichthum legen auch Solche,
welche als ganz ehrliche Menschen nach
dem Territorium gekommen waren, ihr,.
Gewisscns-Bcdenken bald ab; das böse
Beispiel Anderer, der Wunsch, im Jagen
nach Reichthum hinter jenen nicht zurück
zubleiben, thut das Uebrige.
Ein gemeinsames Interesse verbindet
alle Landschwind.er unter einander, und
jeder ist ängstlich bemüht, daß nichts
herauskomme. Ist ja einmal ein Sünden
bock nothwendig, so wird sicherlich Einer
dazu auserkoren, .der den großen Bctrü
gereien ferne steht und zu den weniger
Schuldigen gehört. Tie großen Be
trüger stecken mit den Beamten unter
einer Decke und bieten Alles auf, um
jeden neu ankommenden Vertreter der
Regierung sofort in ihre Netze zu ziehen.
So ist es gekommen, daß jeder Land
Agent, der während der letzten zehn
Jahre nach New Meriko g.-sandt worden
ist, mir einer einzigen Ausnahme, von
dem Ringe gewonnen war und seine Be
richte in dessen Interesse abfaßte. Der
Eine aber, der eine Ausnahme machte,
stieß in Washington auf so viele feind
liche Einflüsse, daß sein Bericht zu den
Acten gelegt wurde. Erst neuerdings
st man, aus Veranlassung der Absetzung
des Richters Vincent, der Torsey zum
Geschworenen-Eommissär ernannt hatte,
auf jenen Bericht wieder aufmerksam ge
worden. Einige der Agenten, welche
ausgeschickt waren, um dem Betrüge
nachzuspüren, hatten rhr Hauptquartier
bei Dorsey und anderen Hauptschwind
lern aufgeschlagen und waren Monate
lang deren Gäste gewesen.
Die Betrügereien zerfallen in zwei
Klassen. Die eine umfaßt die aus fpa
nischer Zeit stammenden Landtitel, die
,, Spanisch Claims", deren Grenzen durch
Fälschung und Meineid erweitert wur
den. Die zweite umfaßt Betrügereien,
welche, ebenfalls durch Fälschung und
Meineid, unter dem Heimstätte- und
unter dem Verkaufs-Gesetze verübt wur-den.
Em Beispiel für die erstere Klasse bil-
det der .Gouzales-Clmm," an welchem
der bekannte Elkins betheiligt ist. Ur
sprünglich hat er wahrscheinlich nicht mehr
als 200 Acker umfaßt. Durch Fälschung
und Meineid ist er auf das Tausendfache,
auf 200,000 Acker, ausgedehnt worden.
Die Unbestimmtheit in der Bezeichnung
der Berge, Bäche, Quellen, deren Namen
in der Beschreibung der Grenzen in den
alten spanischen Landpatenten eine große
Rolle spielen, erleichtert solche Betrüge
reien sehr.
Ein gutes Beispiel für die zweite Klasze
der Betrügereien bildet die Besitzung
Dorsev's. die Parlo Blanco Ranche.
Sie umfaßt 140 verschiedene, aber nein
ander anstoßende Heimstätten von je 160
Ackern, elche Torsey von den Ursprung-
ltchen Benycrn durch Kauf erroorden ha
ben will. Dieses Beätzthum zieht sich
von Ehico Springs östlich bis an die
Grenze des Territoriums, fast 0 Met
len weit. Dadurch, daß es alles Wasser
einschließt, welches in jener Gegend zu
finden ist, beherrscht es die Weide nicht
nur auf den 22,400 Ackern, welche durch
die Landpater.te gedeckt sind, sondern that
sächlich auf einer Strecke von 00 Meilen
Länge und 15 bis 25 Meilen Breit, fage
auf einem Gebiete von 1200 Quadrat
mcilcn oder 767,0X Ackern. Ter In
spektor Tunn, welcher ausgesandt wurde,
um die Art und Weife, wie Torsey die
sen Besitz erworben, worüber allerlei
Gerüchte nach Washington gedrungen
waren zu untersuchen, sand Alles in der
Ordnung. Aber ein anderer Inspektor,
Frank Hobbs, der nicht, wie Duun, der
Gast Torsey's wurde, sondern seine Of
nce in einem Zelte aufschlug, ermittelte
durch zahlretche Zeugen sowie durch den
eigenen Augenschein, daß auf den Land
stücken, welche Torsey von angeblichen
Heimstätte-Änsiedlern erworben hatte,
niemals Heimstätten bestanden hatten,
daß das Land nie bestellt gewesen war,
wie es das Gesetz doch verlangt. Ja. er
ermittelte, daß es viele der Leute, von
welchen Torsey den Dokumenten zufolge
'and gekauft haue, sowie die Zeugen,
deren Namen unter den Dokumenten
standen, gar niemals gegeben halte.
Einer dieser Phantasie - Heimstättler
führte den mchrgcnannten melodischen
Namen Obenti'z, und aus seinem Platze
steht jetzt das Wohnhaus des großen
Apostels der Ungläubigen, stöbert G
getreten hat.
Einen merkwürdigen Beleg der Me
lhode der Landschwindler bilden Zwei
Nummerm einer in Neu-Meriko erschei
nenden Zeitung vom selben Datum, dem
17. März 1 3, in deren Besitz der Agent
Hobbs sich gesetzt hat. Eine davon ent
hält zahlreiche ..Landnottzen", wie sie
zur Vervollkominiing eines Titels unter
vem Heimstättezesetz veröffentlicht weiden
müssen; in der anderen fehlen diese No
tizen. Wahrscheinlich ist die Ausgabe,
welche die Notizen enthält, erst Nachtrag
lich im Interesse der Betrüger gedruckt
worden.
Hoffentlich wird die jetzt von Neuem
eingeleitete Untersuchung die ganze
Wahrheit an den Tag bringen, und wild
es den Zchivindlern nicht wieder, wie es
so oft geschehen ist. gelingen, die damit
beauslragtt'.i Beamten in ihre Netze zu
ziehen. Daß sie dit-um bemüht sind, be
weist der Uni'tand, daß sie den neuer-
nannten höchsten Richter desTerritoriums,
Vincent, schon gewonnen hatten. Daß
es den Behörden in Washington Ernit
mit einer gründlichen Untersuchung ist,
dafür darf die Absetzung des Richters
Vincent a!s Bürgschaft dienen.
Anz. d. 29.
0 e ftexte i if; t s5 e ?5a st !gc sch tchtcu.
Eine der ersten Arbeiten des neuer'
österreichisch:'. Rcichsrakhes büdcl die
Prüsung der Wahlen. Behufs derselben
lösen sich die Abgeordneten in Ab
lheilnngen ab, wobei es deZusall fügt,
daß sich die erbittertsten Widersacher
hinsichtlich der Gültigkeit ihrer Wech!
gegenseitig zu tcutroliien hetoeti. Ein
Berg von Wahlakten, die Protokolle
zahlreicher Wahlschlachten, wurden hei bei
geschleppt und vertheilt. Scldstoerständ
lich bildeten heitere und ernste Wohl
geschichken den ('icsprächsstoss in den
Et-.uloirs des Parlaments. Genullt und
List haben bei den letzten Wahlen keine
geringe Rolle gespielt, und mancher
Wahlprotest wild hierüber noch inter
essante Tctails in die esfenklichkeit
biingen. Es ist scrner ein öffentliches
Geheimr.t, das? die Wahlen nun schon
auch in Oesterreich Geld, und verhält
nißmäßig viel Geld kosten. Der ostcr-
reichische Koustiiutlonallsmus lir noch
l'ung.
und das entschuldigt vielleicht d:c
naive Art, mit der man noch ganz ver-
schämt von den Kosten einer Wahl
spricht, während i:r England eine Bill
die nachweisbaren Kosten einer Wahl mit
:50,w Pf. Slerl. siriit und selbst im
benachbarten Ungarn Wahlkosten offen
liqnioirt werden. Immerhin i'l man in
Oesterreich schon ans dem besten Wege,
sich nach berühmten Mustern einzurichten.
Es wird von manchem jüngst erworbenen
Mandate behauptet, es habe 25- bis
:;0,0', Gulden gckoitct. eine umme.
die br österreick
zngersoll, dem orsey oerannnicy ?ur j uno i uicjuigrung einer jicvoiuuoii, uic j jau : er ehemalige Grocer"
seine Nertqeidlgung tu den .-ternposi- ; uvrigeng unter ien vesteyenoen um-iaii- j Wurzel in Pittsurq erhielt neulich
prozesien einen iheil seines Besitzes ad- : den nicht besonders schwer durchzutnyren einem in Colorado wohnhaften ,
chischen Verhältnissen als I '"r Kaszirer und Elerks Bürgschaft stel
bezeichnet werden darf. len. wofür dicfe jährlich hl Prozent
sehr bedeutend
Wie einige Latisundien-Bcsitzcr, die den
Ehrgeiz besaßen, nicht durch das bequeme
Thor der Wahl durch die Großgrundbesitz
.Kurie in das Abgeordnetenhaus cinzn
ziehen, sondern sich vom Volke direkt
wählen zu lassen, ihre Pachter und
Bauern sür sich zu gewinnen wußten, ist
im Verlause der Wahlen bekannt ge
worden. Aber auch bürgerliche Mandats
.ver der griffen tief in den äckcl, um
sich die Wege zum Mandate zu bahnen;
die Form, unter welcher manche Wähler
ihre Stimme zu verwerthen wußten,
zeugt von nicht geringer Erfindungegabe,
o erhielt ein Mandaksmcrber einen
Brief, in welchem ein Wähler ihm feine
guten Dienste für die Wahl anbietet; da
er aber bei der letzten Wahl im Jahre
IST i für denselben Mandaiswerber eine
tüchtige Tracht Prügel einheimsen mußte,
bittet er, ihm vorher eine runde Summe
Geldes als Schmer zensgrld und eiluugs
kostcn begleichen zu wollen. Von einem
anderen Kandidaten erzählt man. es habe
sich zur Durchsetzung seiner Wahl ein
förmliches Wahlconsortium gebildet.
welches das ganze Wahlgeschäft g.'gen
eine ansehnliche Summe durchzuführen
sich verpflichtete. Mit großer Mühe
wurde der Kandidat richtig durchgebracht
und als gewählt proklamirt. Kaum
war der theure Sieg errungen, als sich
das Wahlconsortium rasch in cinProkcst-
Konsortium umwandelte und nun. wo
gegen den Gewählten der geharnischte
Protest vorliegt, mitSicherheit erwartet,
das Geschäft noch einmal machen zu
können. Ein dritter Kandidat hatte
feine Wähler zu einem landesüblichen
Frühstück geladen. Einer seiner Wähler
war verhindert, dem fröhlichen Gelage
beizuwohnen. Er wußte sich aber zu
entschädigen, indem cr dem Kandidaten
schrieb, da cr ohne eigenes Verschulden
um den ihm gebotenen Genuß gekommen
sei, ersuche er. ihm den Entganq durch
Einsendung einer genau angegebenen
Summe zu vergüten!
Dr. Stranski.
Ueber Tr. Stranski, den Haupturhe
der und Anführer der bulgarischen Revo
lution, wird von der Nomoje Wrcmja
folgende Eharakteristik pSi' '
,Dr. SkranZsi ist ein echter Bulgare,
von hübscher, rein südlicher Physiogno
mie, brünett, mit dichtnn Haarwuchs.
Er ist ostrumelischer Lan!,smann und stu
dirte in Bukarest, wo er aus der Nnioer
sität den .medicinischen - Kursus horte.
In Ostrumelien bekleidete Dr. Stranöki
unter dem früheren Gouverneur Aleko
Pascha zwei Jahre hindurch das wichtige
Amt des Finanzdirektors., welches er nach
dem Schützling der europäischen Konsuln
und Beamten der Ottoir.anischen Bak,
Adolf Schmitt, übernommen hatte. In
der fihr fchwierigcn Berioaltunz der ost
rumelifchen Finanzen roc r er nicht viel
glücklicher, als sein Botgänger; er be
gegnete in der Nationalversammlung ei
ncc starken Opposition uad war gzzwun
gen, seinen Posten im Jahre 1882 dem
bekannten bulgarischen Patrioten, dem
Eousin seiner Frau, Gesco, jetzt Direktor
der Nationalbank in Sosia, abzutreten.
Dr. Stranski wurde hier zuf Mitglied des
sogenannten permaner.ten Komitcs,
welches bekanntlich von der Nationalrer
sammlung zur Kontroll.' des General
Gouverneurs gewählt wurde. Aleko
Pascha, der von den Fähigkeiten Dr.
Siranski's eine hohe Meinung hatte, be
stimmte ihn hieraus für den Posten ei'.tcs
Iu'ttzdirektors, stieß aber hierbei auf
den Widerstand des russischen Konsuls
Krebel, und in Folge dessen gerieih Dr.
Stranski in ein sehr gespanntes Verhält
niß zum russischen Konsulate, so daß cr
einige Zeit für einen Gegner Rußlands
angesehen wurde, ur Zeit der Zaren
krönung wurde Dr. Stranski als Tele
gat des permanenten Komitcs mit Dr
Iankulom und K. Velikow nach Moskau
abgefandt, und er benutzte diese Gele
genhcit, um die gegen ihn gerichteten
Vorurtheile in Rußland zu zerstreuen. Er
besuchte Aksakow und Katkom und cr
klärte entschieden, daß es unter den ech
ten Bulgaren keine Feinde Rußlands ge
ben könne. Dr. Stranski ist e.n sehr
energischer, unternehmender Mann. Mit
Gabriel Krestovics, als dieser Direktor
! der inneren Angelegenheiten war, hir
i monirte Tr. Stranski als Finanzdircktor
schlecht, und als Krestovics zum Gene
ralgouverneur ernannt wurde, sühlte er
sich in seinem Amte doppelt unbehaglich.
In der letzten Zeit kam Tr. Stranski oft
nach-Sofia und suchte sich dem Fürsten
Alerander .zu nähern. Dr. Stranski
hatte alle Eigenschaften zur Anzettelung
war.
ZnlSnVische Nachrichten.
--i ci. . . -'s a'.-i...... i,,..
er grepte Bai mrooil-Pjlaitzer bei
Welt ist Herr E. Richarbson im Staare
Mi'sissippi
Der Stadtrat!) von Saoannah,
Georgia, hat die Licenz sür Hanilungs
reisende abgeschafft.
Tie Blumen-Manie dauert in New
.'?rk fort ; jetzt findet dort eine Dahlien
Ausstellung stalt.
-y, oi in'in kHrnS. tu Ifrf.tii:! (W.l
kamen 12 Kühe in den Flammen um,
VI llllllil twmv. tlllUdlH V . ,
meisten derselben werthvolle Zucht-
thicre.
Eine englische Herzogin l,at sich in
den berühmten Jockey Frcv. Archer ver
liebt, und der'elbc iriid sie. da er Witt
wer ist. demnächst heirathcn.
Außer den Methodisten haben sich
nun auch die Baptisten von Wisconsin
aus ihrer Staats-Snnode gegen den An-
ban nnd Genuß r?oii Tabak erk.ärt.
Wie sich schon jetzt herausstellt,
wird das Postdrpartement das Fiecal
jähr mit einem Desi.it oon 7 Millionen
Tcllars abschließen. Tie Abnahme der
auslänoischen Postanweisungen ist sehr
groß.
m Ter Rt f der kalifornischen Pferd?
ist nach Japan gedrungen. In Peta
lutua wurden kürzlich mehrere Traber
für den Mikado zu ?5i.0 per Stück ange
kauft. Tie Pferdezucht stebt gegenwärtig
in 'talisornieu aus hoher Stufe.
Ter Holländer I. V. Van Alde
rcn, welcher kürzlich von einem Bundes
Marschall in Toy'.cslow't, Pa., verhaftet
ivurde. tviid auf Grund einer Enlfchei-
dunq des Bundes-EommiffärS Lmnan ii
New ?)or? an die holländischen Behörde.r zum Aufbewahren von Aepfclwcin rcr
ausgeliefert werden. Der Gefangene ! wenden. Er brachte dasselbe nach der
war früher Kassirer einer Wohlthätig- ! Wcrkstäktc eines Grobschnrieds. damit
keiksanstalt in Gröninaen, unterschlug ! dieser ein qrößercs Spundloch in dasselbe
in
dieser Eigenschaft l ,0 0 Gulden
und verduftete nach den Ver. Staaten.
Hier hm er den Rainen Wilbnr Nar,
maicr an.
Ein deutscher Schneider aus Phila-
Ipia beging vor einigen Jahren Selbst-
mord. weil seine rau eine Xantippe war.
cje ifcm dis veben zur Hölle macht.'. Der
ungiiiaiiaie licinm ein vrcauijr, iiu e,
mit Wasser und sprengte sich durch einen
Schuß in den Mund den Kops ausein
anser. Tie Wittwe nahm das Gewehr
lind stellte es vorsorglich in den Schrank.
ik h-iraihete einen auoeren Man.,, und
jetzt hat sie auch diesen so weit gebracht,
daß er sich entleibt hat. Er bediente sich
dabei derselben Wasse und derselben
Methode, wie sein Vorgänger.
Wie scharf die Gesellschaften, die
1 1 r . . . a
ent
zahlen müssen, sie überwachen lassen
TaS hat dieser Tage Elaion Graham,
ein Elerk der ielsirma Spencer, Trask
&. Eo. in New Vcrk ausgefunden. Gra
Hain steckte ;, ' der Firma ein, um
damit nach Eanada durchzubrenncn.
Kaum war er auf dem Eisenbahnzuge,
als cr auch schon von einem Gcheimpoli
zisten der Gesellschaft, die für ihn Bürg
fchasr gestellt hatte, festgenommen und
nach New Bork zurückgebracht wurde.
,, UV lllUllltlH vi'- .iiuivuiuis
MeEloskey ist fehr kurz und enthält nur
drei Absätze. In dem ersten werden die
Testamentsvollstrecker angewiesen, alle
gerechten Schulden des Erblassers, sowie
die Beerdigungskosten zu bestrcitcn. Im
zweiten Abschnitt vermacht der Erblasser
scin gesummtes bewegliches und unbe
weglich es Eigenthum feinem Eoadj utor,
Erzbischof Michael A. Eorrigan, und
den Bischöfen John Laughlin oon Brook
lyn und Francis McNierncq von Albany
oder deren Erben und gesetzlichen Ver
lrctern als gemeinsames Eigenthum. Im
dritten Abschnitt werden die drei vorae-
M , .-. ... S ,v n.v.u '
nannten Erben zu Testamentsvollstreckern
ernannt.
" Ter von dem Präsidenten Arthur
zum Konsul auf den Fidschi-Jnseln er
nannte Belford von Eolorado, ein Bru
der des Er Eongreßmitglieds Belford
von Eolorado, hat sich als Lump und
Schwindler entpuppt. Er hat auf der
Fahrt nach den Fidschi-Jnfeln, sowie auf
dedfelben eine Anzahl Banken und Pri
vatleute durch auf große Summen lau
tende Wechsel,"!? er auf das Staats
Tcpartemcnt abgab, geprellt. Dem
Schwindler, der sich eben auf der Heim-
fahrt besindct, wird bei feiner Ankunft in
San Francisco von einigen Gcheimpoli
zisten ein warmer Empfang bereitet wer
den. Der New - Borker - Leichenver
brcnnungs - Ofen wird demnächst in
Thätigkeit treten. Man kann in ihm
ungefähr acht Menschenleichen an einem
Tage verbrennen. Seit Mär; sind be
reils 45 Gesuche um Verbrennung von
Leichen eingelaufen, doch konnte man
denselben in Folge der Verzögerung der
Fertigstellung des Ofens nicht entspre-
'chen. Einige dieser Leichen wurden seit-
her beerdigt, mehrere aber nach aus
wältigen Defen geschickt, doch blieben
die meisten, welche in Gewölben beigesetzt
wurden, noch übrig, und diese werden
vollauf .genügen, um den neuen Ofen
auf einige Zeit .tvarm zn halten."
Elektrisches Bogenlicht für Stra
ßenbeleuchtung ist zur Zeit an folgenden
Orten in Gebrauch: Kansas City,
Mo. ; Salem, Lynn, Brockton, Spring
field, Fitchburg. New Vedford, East
Boston.Mass. ; Portland, Maine ; New
port, Providence und Woonsocket, Rhode
Island ; Waterbury, Eonn. ; Utica und
Syracuse, New Aork ; Akron und
Columbus, ' Ohio ; Duluth, Minn. ;
Quincy. Elgin, Freeport und Blooming
ion, Jll. ; Sacramento, Cal. ; Evans
ville und Lafayette, Ind.; Detroit,
Mich.; Fond du Lac und Eau Claire,
Wis. ; Nafhville, Tenn. ; Minneapolis,
Minn.
s Zu Lamar im südwestlichen Missouri
wurde kürzlich ein Mann, Namens
Blunk, verhastet, welcher der Führer
einer Räuberbande sein soll, die im
Jahre 1833 in der Nähe von Eoolidge
im westlichen Kansas einen Passagierzug
der Atchison, Topeka und Santa Fe-Ei-senbahn
zu berauben suchte. Blunk töi
tete bei jener Gelegenheit den Lokomotio
führer Hatton, und drang darauf in den
Wagen der Erpreß-Gesellschaft, woselbst
er Schüsse mit dem Erpreßboten wech
selte. Der Verhaftete hat sich auch
wegen Pferdediebstähle, die er in ver
schiedencn Theilen von Kansas beging,
zu verantworten.
wi Der höchste Gebirgssee in Nord
Amerika ist der Ehicago-Lake in Eolo
rado. Er liegt fünfzehn Meilen rn
dem an der Denver & diio Grande
Eisenbahn gelegenen kleinen Eurorte
Jdaho. Die ersten acht Meilen von
Jdaho können mit einem Fuhrwerk zu
rückgelegt werden ; von da ab beginnt
aber ein sehr steiler Gebirgspfad, auf
dem jedoch ein gcschickterReiter ein Pserd
gebrauchen kann. Auf dieser Tour be
findet sich eine Reihe großartiger Natur
bilder. Der Ehicago-See liegt 11.500
Fuß über dem Meeresspiegel. In seiner
Nähe befindet fich der 14,340 Fuß hohe,
mit ewigem Schnee bedeckte Mount
Roascalie".
7 Daß Dankbarkit auf Erden nicht
ausgestorben ist, beweist folgender Vor-
(George
von
Herrn
Allen 23,000 zugesandt. Allen lebte
früher zu Mount Washington in Penn
fyloanien und kam einst in dürftigem
r.-.-v c . orr" i'-. Ti
i uiianoc zu Wurzel s onier. urzee
' etuv ucni illiiuen xiuiiiii nu i uuv uu;
; J llnS'B,t ibn hre; Jueahrebet
' t. v : cns ..'t ....s.
stch.
Allen zog hierauf nach dem'veslen
lind schrieb vor ungcsähr 10 Jahren das
! letzte Mal, bis neulich ein Brief von
! ihm eintraf, in welchem cr hervorhob,
daß cr sich immer noch seines Gast
! freundes erinnere und ihm als Zeichen der
i Dankbarkeit eine kleine Anerkennung",
; bestehend in jenen 23,000 übersende.
In Charles Roß' Speisewirthfchast
, in New Orleans erkrankten neulich 25
Personen, die an dem genannten Platze
ihr Mittagsmahl eingenommen hakten,
I unter Vergiftungs - Symptomen. Man
; citirte sofort die farbige Köchin, Namens
, Kate Robinson, und zwang dieselbe, von
' der Suppe, aus deren Genuß man die
Vergisrungs-Symptome zurückführen zu
- müssen glaubte, zu genießen. Nachdem
dieselbe drei Lössei von der uppe zu sich
' genommen, weigerte sie sich, das Erpe-
riment fortzusetzen, und gestand, daß sie
ben Inhalt einer Flasche, welche
1 "Rough on Rats" enthalten, der
Suppe beigemischt habe. Ein eigent-
lichcs Motiv sür diese ihre verbrecherische
That vermochte das Frauenzimmer nicht
, anzugeben, und will die Giftmischerin
nur von einem unwiderstehlichen Trange
erfaßt worden sein, den Inhalt der auf
; einer Spinde liegenden Flasche in die
i Suppe zu schütten. Von den erkrankten
' Personen befindet sich glücklicherweise
j Niemand in Lebensgefahr. Die Gift
i mischerin wurde verhaftet.
; Aus eigenthümliche Weise büßte ein
! Mann. in Farmington, W. Va., Albert
lould, scin vecen ein. tr hatte ein ,
i WhiSku aß gekauft und wollte dieses
i brenne. Der Schmied war eben im Be-
grisi. mit einem rotygluhenden Eisen das
,'och in den Boden des Fasses zu bren
nen, als eine gewaltige Erposion der in
dem Fasse enthaltenen Gase erfolgte;
das Faß wurde in Stücke gerissen und
einer der Böden traf Gould so Unglück
lich an den Unterleib, daß er bald nach
her starb. Ein anderer Mann, der in der
Nähe stand, wurde schwer verletzt.
Das Sinken des Zinsfußes, welches
im Laufe des letzten Jahrzehntes stattge
funden hat, hat nicht nur viele Leute, die
von ihren Zinsen leben, empfindlich ge
troffen, sondern auch die zahlreichen
amerikanischen Erziehung - Anstalten,
Eollegcs und dcrgl., in arge Verlegen
heil gesetzt. Vor zwanzig Jahren galt
eine Stiftung von ?20.0o0 als genug
für die Fundirung einer Professur. Unker
einigermaßen geschickter Verwaltung
warfen sie von li00 bis $2000 Zinsen
ab. genug für einen Professor gewöhn
lichen Schlages. Jetzt trägt ein solches
Capital höchstens die Hälfte. In Folge
davon sind viele Eolleges in großer
Verlegenheit, wie sie das Geld für die
Bezahlung ihrer Protesscren auftreiben
sollen.
, Eines entsetzlichen Verbrechens ist
in Philadelphia der ISjährige W. S.
Adams, der Vater des unehelichen Kin-
! des der I7jährigen Kate Tavis, ange-
rragr. ir ou das ncugcvorcne Kind,
während es noch am Leben war, im Hofe
verscharrt haben. In einem mit ihm
angestellten Verhör behauptete Adams
allerdings, das Kind sei todt gewesen,
als cr es verscharrt habe, allein alle Um
stände deuten auf das Gegentheil. Es
ist erwiefen, daß Adams mit Anderen
davon sprach, das Kind zu begraben,
als dieses noch am Leben war. Auf die
Frage, warum er fo vorzeitig vondem
Begräbniß gesprochen, antmorieteAdams,
er habe vorausgesehen, daß das Kind doch
nicht am Leben bleiben werde, und weil
er keine Mittel gehabt, einen Begräbniß
platz zu kaufen, fo habe er das Kind in,
Hof begraben.
Vor einigen Jahren verliefen sich
etliche Haushunde in die Berge an den
Quellen des Wind-Z!ioer (Wyommg),
verwilderten und vermehrten sich. Ihre
Zahl beträgt jetzt etwa zwanzig und sie
sind gefährlicher als Wölfe. Ihr Ver
steck ist in einer großen Höhle, von wo
aus sie Raubzüge gegen benachbarte
Ranches unternehmen und Jungvieh so
wohl wie Wächterhunde todten.. Vor
einigen Tagen fuhr ein Mann von Lan
ders mit einem Gespvnn in der Nähe der
Hundehöhle vorbei, wurde von dem gan
zen Rudel angegritsen und rettete sich
nur durch die eiligste Flucht. Es nahm
ein Nennen von 3 bis 4 Meilen auf Le
ben und Tod, ehe er die Verfolger los
wurde. Ter Treiber felbst wurde trotz
seiner heftigen Gegenwehr am Gesicht,
und Händen schwer zerbissen, während
die Pferde am Hals, Brust und Schen
kein verwundet wurden.
V Seit einer Reihe von Jahren war
die Bauholzindustrie die einzige in dem
Santa Cruz -Gebirge in Californien.
Die Berge und Thäler wurden nach und
nach ihres Holzes beraubt, und ganze
Wälder des roerthoollsten Rothholzes pe
len der Raubgier der Holzhändler zum
Opfer. Gegenwärtig werden Balken
aus roeiter Entfernung zu den Sägemüh
len von Santa Cruz gebracht und dort
verarbeitet. Man findet noch immer
Bäume von 200 Fuß Höhe und 10 Fug
im Durchmesser. Da die Stamme ker
zengerade in die Höhe wachsen, so liefert,
ein einziger Baum schon eine beträchtliche
Masse Bauholz. Man hat berechnet, daß
einer dieser Bäume bisweilen hinreichend
Hol; liefert, um damit ein Feld von 10
Ackern zu umzäunen, oder ein Zwei Stock
merke hohes Haus von sechs Zimmern zu
erbauen. Das Rothholz läßt sich ebenso
leicht bearbeiten wie das der Fichte. Es
eignet sich vorzüglich zur Anfertigung
von Pfählen, Schindeln und Pflöcken.
T In welcher Weise das Lesen von
Dime-Novellen" der lieben Jugend
Amerika's die Köpfe verdreht, beweist
eine blutige Episode, die sich nahe dem
Dutch-Pond bei New-Brighton, .N. N.,
abspielte. Zwei Banden junger Strolche
spielten Straßenräuber"', und im Ver
lauf der in Scene gesetztes Verfolgung
der einen Bande Seitens der anderen
ward Lemuel Eollins, ein 15 Jahre alter
Desperado, der bei seinen Kameraden un
ter dem Namen Dick Turpin" und
,,Bussally Bill" bekannt ist, von dem
löjährigen William Sullivan angehal
ten, der mit einer alten Muskete be
waffnct war. Der letztgenannte Wege
lagerer" befahl Eollins, seine Hände in
die Höhe zu halten, oder er würde ihm
den .Balg" wie ein Sieb durchlöchern.
Als Eollins in seiner angemaßten Würde
als Räuberhauprmann ..Dick Turpin"
dem Befehl nicht schnell genug nachzu-
kommen geneigt war, pfesserte Sullivan
d'rauf los. und ..Dick Turpin" sank
röchelnd zu Boden. Dem Zcäuber
Sullivan war es blutiger Erpst gewesen
Seine alte Muskete war bis zur i'nm
dunq mit Rehposten geladen, von wel
chen ein erklecklicher Theil den Körper
und Kopf des Eollins thatsächlich durch
löcherte.
Im Schatzamts in Washington-ist
jetzt eine neue verbesserte Gcldwage von
der Münze in Philadelphia angekommen
Sie wird benutzt werden, um die große
Menge von Münze, die seit den letzten
Monaten in Washington eingelaufen ist
zu zählen. Außer den Hl 0,000,000 in
Silber, welche von New Orleans in
Kriegsschiffen nach der Bundes-Haupt
stadt geschasst wurden, sind 5, 000,000
Gold zu zahlen, eln Theil der 26,000,
000 Gold, welche während der letzten
Wochen von San Francisco nach dem
Osten gesandt wurden. Die bis letzt in
Washington ci.ngetrosfenen Summen
werden die zählenden Beamten' einen
vollen Monat in Anspruch nehmen, man
crwartct aber noch wettere Sendungen
aus den ubcrsullten (Gewölben der Unter-
schatzämter.
Vermischte Nachrichten.
Ein Schriftsetzer Na m e n s
Rasmussen hat ein mißglücktes Attentat
auf den dänischen Premier Estrup rn K o
peuhagcn gemacht.
Tie Frage der- Herstel
lung eines Kanals zwischen dem Atlan-
tischen und dem iNitteländischen Meere
scheint wieder auf die Tagesordnung
kommen ;n sollen. er Zcanal soll von
Bordeaur ausgeben, über Toulouse nach
Narbonne führen und eine Lange von
450 Kilometer haben.
JD i e deutsch c A a i ) e v i n
hat an das Eentral-Eomite der deutschen
Vereine vom Rothen Kreuz ein Tank
schreiben gerichtet, in dem sie der man-
nichiachen Fortschritte gedenkt, welche die
ache des Rothen Kreuzes" namentlich
hinsichtlich der Bildung von Sanitäts-
Kolonnen gemacht hat.
Der von der d e u t s ch c n
Regierung nach Angra Pcqucna zur
Untersuchung der angeblichen Mineral
Reichthümer entsendete Ingenieur Pohle
erklärt dasselbe für eine wcrthlose san
digc Wüste. Das einzige Erdprodukt
fei Blei und dasselbe nicht einmal die
Kosten deS Transportes werth.
An der transkaspischen
Eisenbahn wird mit srcdcrhaster Elle ge
arbeitet. Die Schienen sind bereits bis
Bhamk, 30 cngl. Meilen von Askabad,
gelegt und die ErdarbeittN sind fertig bis
Scraths. ebenso die Vorarbeiten bei
Mcrw. 4000 Arbeiter sind an der Bahn
und 300 Mann bei der Herstellung einer
Landungsbiucke in der Bay von Michai
lowsk beschäftigt.
Das russische Reichs
Budget weist am I. Juli d. I. an Ein
nahmen 325,157,459 Rubel gegen 299,
159,928 Rubel für denselben Zeitraum
des vorigen Jahres und an Ausgaben
3.17, 407,143 Rubel gegen 320,450,111
Rubel im gleichen Zeiträume des vorigen
Jahres auf. In der diesjährigen Aus-
gabe-Ziffer sind etwa 1 4,000,000 Rubel
für den Loskauf der Bauern einbegriffen.
Von Räubern gefangen
genommen wurde neulich unweit Smyrna
ein junger Engländer Namens Earnaud.
Tie Räuber verlangten ein Löfegcld von
9000 Lstr. Er schreibt an einen Freund:
.Meine Fänger sind Muselmänner und
Ehristen. Versuche das Lösegeld zusam
mcnzubringcn, denn so sicher, als mein
Name Fred ist, werden sie mir den Kops
abschneiden, wenn das Geld nicht b"
schasst wird. Wenn die Näubcr von den
Behörden verfolgt werden, werden sie
mich sicherlich tödicn."
Die größte K ä r p f e n z u ch t
in Deutschland wird aus der Domäne
Plcitz in dcr Nicdcrlausitz betrieben. Sie
erstreckt sich auf 72 Teiche oon zusammen
etwa 4000 preußische Morgen Umfang.
Tie Teiche werden fehr rein gehalten und
sind in verschiedene Gruppen getheilt, in
welchen verschiedene Jahrgänge gezogen
werden. Die Ausbeute betrügt jährlich
an 3jjährigen, ca. 23 Pfund schweren
Karpsen zum Verkauf etwa 2000 Eent
ner. Die Preise sind verschieden, doch
darf man durchschnittlich 40 50 Mark
pro Eentner rechnen. Tie Kosten der
Bewirthschastunq sind indeß nicht unbe-
deutend, sodaß sich der Gesammtertrag
der 72 Teiche gegen 12,000 Tollars
sehr ermäßigt.
Jetzt wollen sich auch di
Schweizer eine Nationalhymne 'beschaf
fen; sie- suchen dieselbe durch ein Eon-
kurrenz-Ausschreiben zu erlangen. Man
sagt, daß die Melodie der jetzigen
Nationalhymne, des ..Rufst Tu, mein
Vaterland," zu complizirt sei und an den
Stimmenumfang zu große Anforderen
gen stelle, darum auch nicht von Jeder
mann mitgesungen werden könne, was
ganz besonders für die Jugend gelte;
ferner fei die jetzige Nationalhymne (d.
h. die Melodie) kein Original, ent
spreche auch nicht dem echt schweizerischen
Eharakker der Einfachheit und halte
lange nicht den Vergleich aus mit dem
männlicy kräftigen Sempacherlied.
Die London er Times"
will von ihrem Wiener Korrespondenten
folgende Nachricht erhalten haben: In
Fricdrichsruhe wurde ein Abkommen ge
plant, wonach Rußland auf die Ent
thronung des Fürsten Alerander verzich
tet und die Vereinigung Bulgariens mit
Ostrumelien unter folgenden Bedingun
gen anerkennt: beide Länder behalten
einen Herrscher, bekommen aber weder
eine gemeinsame Verfassung noch eine
gemeinsame. Verwaltung. Der Pforte
roird Garantie für die Zahlung der bul
garischen Tributs geleistet,' die Suve
rainetät des Sultans bleibt bestehen, der
Fürst von Bulgarien regiert Ostrumelien
als sein General-Gouverncur. Der
Commandeur der ostrumelischen Truppen
wird vom Sultan ernannt.
Aus Düsfeldorf schreibt
man: Ein alter Erbsessel, der noch mit
einem Beine behaftet war, führte seit
Jahren auf einem Speicher der Altstadt
ein beschauliches Dasein. Unlängst
wurde er hervorgezogen und sein Unter
gang beschlossen. Er sollte zum Feuer
anmachen verwendet werden. Als er
auseinandergeschlagen wurde, entfielen
dem alten Lederpolster 53 alte Thaler aus
dem Jahre 1793 mit dem Bildniß Fried
rich Wilhelm's II. Dem Eigenthümer
kam der Fund gerade recht.
Beim Niederbrechen eines
alten Gebäudes in der Stadt Soend
borg auf Fühnen hat man einen seltenen
Schatz, bestehend aus 10 Barren sehr
feinen Silbers, 3774 Silber- und 51
Goldmünzen, alle aus der Zeit des
dänischen Königs Erich von Pommern
(1396 1412) im Baugrunde gefunden.
Merkwürdigerweise knüpfte sich an die
ses Haus die alte Sage, daß hier ein
Schatz vergraben liege, weshalb auch der
jetzige Besitzer in dem Kaufbriefe die
Klaufel hatte aufnehmen lassen, daß er
sich die im Hause etwa gefundenen
Schätze als Eigenthum vorbehalte. Nach
dänischem Gesetz fallen derartige Schätze
der Staatskasse zu, wenn keiner sich als
rechtmäßiger Eigenthümer derselben mel
det. I n Köln wurde am 27.
September der Regierungs-Sekretär a.
D., Rechnungsrath Baumann, von dem
Assisenhofc zu einer sechsjährigen Zucht
hausstrafe und zehnjährigem Ehrenver
luste verurtheilt. Die Zahl der Unter
schleife betrug 81, die Summe bclief sich
auf mehr als 150.000 Mark. Manche
Fälle erwiesen sich als bereits verjährt.
Im großen Ganzen war Baumann ge
ständig, wußte jedoch für seine Hand
lungsweise keinen Grund anzugeben, wie
auch von dem Gelde Nichts mehr zu
sehen ist. Bor vier Jahren trat Bau
mann, der heute 64 Jahre zahlt, in den
Ruhestand und erhielt den Rothen Ad
ler-Orden."
)a keine Ndth bei ihin
vorlag, so schlössen die Geschworenen
jeden Milderungsgrund aus, und auch
der Gerichtshof ließ dem ungetreuen
Beamten gegenüber das Gesetz in seiner
ganzen Strenge walten.
Kürzlich ist in Meriko der
Metztilan-Sec, in der Metztilan . Ebene
belegen, gänzlich verschwunden. Ueber
das Wie" kann dort kein Mensch Auf
schluß geben. Eines Morgens vernahm
man in der Umgebung des See's ein
dumxses unterirdisches Rasseln, daß alle
umliegende Hügel erschütterte und die
Bevölkerung in Aufregung versetzte.
Sobald das (Geräusch aufhörte, bcgan
nen die Gewässer des See's rasch in der
Erde zu verschwinden, bis der ganze
Grund trocken war. Alles Wasser floß
nach derselben Richtung in den Bodcn.
nämlich nach einer Vertiefung zu, die sich
in der nächsten Nähe eines Wassergrabens
bcsindet, der in nassen Jahreszeiten zur
Ableitung der überschüssigen Secgewässcr
bestimmt war. Wohindas Wasser schließ
lich gekommen ist, vermag ebenfalls Nie
mand zu sagen. Der Panueoftuß, der
immer theilweise durch diesen See gespeist
wurde, hat es sicherlich nicht erhalten,
denn dessen Wasserbestand hat sich keinen
Augenblick verändert. Die Regierung
ist ersucht worden, eine wissenschaftliche
Prüfung des eigenthümlichen Vorganges
und der sich etwa daraus ergebenden Fol
gen vornehmen zu lassen. Der See hatte
in der Regenzeit eine Länge von sechs
Meilen.
A u s .Kabul (A f g h a n i st a n s
Hauptstadt), wird indischen Blättern
gemeldet, daß auf Befehl des Emirs
Abchurrhaman Khan der daselbst be-
findliche Residenzpalast Bala-Hlssar, zu
dem noch der große Tamarlan den
Grundstein gelegt hak und der dann im
10. Jahrhundert von dem Kaiser In-
dicnö Sultan Baber bedeutend ermci
tert und verschönert wurde, gänzlich nie-
deraerissen wird, um das Baumaterial
zur'Bescstigung der Hauptstadt zu ver
wenden. Die Veranlassung zur Demo
lirunq dieses Palastes soll, der Hos-
Astrolog des Emirs gegeben haben. Als
der letztere nämlich, im Jahre 189 aus
seiner Verbannung in Rußland nach
Kabul zurückkehrte, um hier den Thron
seines kurz vorher verstorbenen Onkels
Schir Ali zu besteigen, warnte ihn scin
i r - .-x l r
osZsiroioq ernuitco oavor, tm naia-
Hissar zu refidiren, da noch jeder Fürst,
der dort gewohnt, großen Kummer in
selnrr Kamille erlebt habe. Der Emir
hätte nun gerne diesen Palast gleich zer
stören lassen. Er fürchtete sedoch die
Kabulesendie mit großer Pietät an dem
Gebäude hingen. 'Zetzt haut es. man
müsse Kabul gegen die Russen befestigen
und brauche daher auch das Baumaterial
oeS Bala-Hlssar dazu.
Der jetzt aus b c in Amte
scheidende Königl. Polizei Piäsident v.
Madai war der zwölfte Polizeipräsident
Berlins. Er hat dieses Amt wohl am
längsten (15 Jahre) bekleidet. Der erste
Präsident in der Reihe war ein Major
a D. v. Esebeck, diesem folgte v. Armin,
welcher nach kurzer Amtszeit zurücktrat,
weit, wie man damals erzählte, gegen
seinen
r- -r , c ... l
' ?
(1
auf dem für Eholeraleichen errichteten
- 1 yiiitV(Viit( ywuvuf'M 7 v w v ,
: v.... '
onderbeqräbnißplatze beerdigt worden
war. Auf Arnim folgte Gerlach, welcher
als Prasrdcntt nach Köln versetzt und
1840 geadelt wurde. Nach Gerlach kam
Puttkamcr, welcher Präsident der Re-
gicrung in Frankfurt a. O. und schließ-
ich Oberprasident wurde. Dann kam
die kurze Amtsführung v. Minutoli's.
der, 1848 zur Disposition gestellt, später
als Ministerrcsident in Persien starb.
Ebenfalls nur kurze Zeit. war v. Barde-
eben, jetzt Oberprasident der Phernpro-
vlnz, Potizelprasroenr. ;ym folgte v.
Hinckeldcy, welcher im März 1850 im
Zweikampfe mir v. Rochow-Plessom siel.
Ter nächste Präsident war Frhr. v. Zed
litz, der im vorigen Jahre als Präsident
der Regierung von Liegnitz seinen Ab
schied nahm. Nach v. Zedlitz kamen:
v. Winter (jetzt Oberbürgermeister von
Tanzig), v. Bernuth, der im vorigen
Jahre seinen Abschied als Präsident der
Regierung in Köln genommen hat, v.
Wurmb, jetzt Regierungspräsident in
Wiesbaden, und v. Madai.
Von den in Frankreich
gewählten 205 monarchischen Abgeordne
ten sind 121 Orleanisten und 8Z Bona
partisten. Louis Riffs, des canad i
schen Insurgenten sührers, Appellation
gegen das Todesurtheil des kanadischen
Gerichtshofes, ist in London abgewiesen
worden.
In dem zu Ehemnitz ver
handklten .Sozialistenprozeß wurden
sämmtliche Angeklagte freigesprochen und
die Kosten des Prozesses auf die Staats
lasse übernommen.
-Der Herzog von Eumber
land hat unterm 22. v. M. ein Schrei
ben an die deutschen Bundesstaatcn (aus
schließlich Preußens) gerichtet, darin seine
Rechtsansprüche auf die Regierung m
Braunschweig nochmals geltend gemacht
und den bekannten Bundesrathsbeschluß
bekämpft.
Nettere Nachrzilzic::.
stand.
Genf. 30. Okt. Z)er Q'ganer Sce
ist aus seinen Usern getreten und lzat
einen aroßen Tbeil der Sadt ,-i
- 7 - .iV
überschwemmt.
London. 31. Okt. Aus Paris
wird heute Abend telegraphirt, daß
Lesseps bei der französischen Regierung
die Erlaubniß nachgesucht hat. neue
Panama-Kanal-Bcnds über e'intn Be
tr nn K?0 s'siO nnn
;i ,. i'uayiuill jll
dürfen, um die die ursmLnZikf'., r.
fchläge übersteigenden Kosten der Vellen
dung des Wasserweges über die Landenge
von Panama zu decken. Er führt zur
Begründung seines Gesuchs an. daß,
wenn die Kammer es dieses Mal geneh
migt, dadurch 3,300,000 ca jährlichen
Zinsen gespart werden, da das Anlehen
in Form einer Prämien-Anleihe gemacht
werden sollte.
St. Petersburg, 31. Okt. De-
peschen aus Dorpat melden, daß die
Studirenden an der dortigen Unizcrsität
eine Kundgebung gegen die Regierung
ausgeführt haben und daß eine Zeit lang
die höchste Verwirrung in der Stadt
herrschte. Tie Ruhe und Ordnung
wurde schließlich mit Hilfe von Militär
wieder hergestellt. Man befürchtet eine
Wiederboluna der Kundaebuna.
Berlin, I . Nov. Baron Norden
flycht ist zum deutschen Konsul in
Ehicago ernannt worden.
St. Petersburg. 1. November.
In Baku am kaspischen Meere hat
zwischen Moslems und Russen ein blu
tiger Kampf stattgefunden. Militär
wurde zur Herstellung der Ruhe aufze
boten; in dem Kampfe fanden mehrere
Russen den Tod und eine große Anzahl
wurde verwundet.
Kairo, 2. Noo. Tie I.egierung
hat die Nachricht erhalten, daß die Be
satzung von Senaar, welche einem neu
lichen Bericht zufolge niedergemetzelt
worden sein sollte, in nördlicher Rich
trrng den Rebellen entwischt ist und daß
drei Araberstämmc sich ihr angeschlossen
yvcn.
Nisch, 2. Nov. Tie Stadt ist von
Truppen entblößt, da sie sämmtlich nach
der Front geschickt worden sind. Der
neue türkische Gesandte hatte mit dem
König Milan eine lange Berathung.
Es heißt, daß Scrbienö Hauptbe
fchwerde darin besteht, daß cs scinc
Hülfsmittel auf den Ban von Essen
bahnen verwendet habe, welche solange
nutzlos scicn, als nicht auch Bulgarien
Bahnen baue.
London, 2. Nov. Das Ultimatum
der indischen Regierung ist in Mandalay
eingetroffen; man erwartet, daß die Ant
wort der birmanischen Regierung am 8.
Nov. in Nangun .anlangen wird. Das
Erpcditionshecr gegen Birma wird aus
1000 Mann nebst einer Batterie Artillerie
und zwei Gcbirgs-Battcricn bestehen und
cintrrtcndcn Falles auf dem Jrawadi
vorrücken.
London, 2. Nov. Eine Depesche
aus Sophia meldet, daß weder die Bul
garen noch die Numclicr sich ohre Kampf
in Wiederherstellung der Sachlage, wie
sie vor der rumelischen Uirwälzung be
stand, fügen werden, wenn auch die Bai-kan-
Konferenz sie beschließe- sollte.
Brau n schweig, -2. Nos. Der neue
Regent des Herzogtums Braunschweig,
Prinz Albrecht von Preußen, hielt heute
mit seiner Gemahlin seinen feierlichen
Einzug und wurde mit Begeisterung
empfangen.
aniand,
W a f h i 11 q t 0 n. 1 . C Tt.
Die
Natioualfchulö ist im Oktober annähernd
um 13.1 Millionen Dollar verringert
worden.
Des Moines.Ja.. .11. Okl. Ein
mit Nindoieh bcladcncr Zug der Bur
liugton, Eedar Rapids S: Northern
Bahn entgleiste in der vergangenen
Nacht unweit Northwood im Eountu
Worlh. Der Lokomotivführer und ein
Bremser fanden den Tod un) der Heizer
wurde schlimm verbrüht. Achtuildzwan'
zig Stück Rindvieh, welche der Pioneer
Eattlc Eoinpany" in Montana gehörten,
wurden getödtet.
E h a r l c s t 0 v r , W. Va.. 31. Okt.
Heute Morgen um Drei begann das
Wasser im Kanawha sehr schnell zu stci
gen und die Hcchftuth.riß i0 beladen e
Kohlcnschifse oberhalb der Stadt und
eine Menge anderer an dem Flußufer
ankernder Kohlcnbarkcn mit sich fort.
Etwa eine halbe Million Bushcl Kohlen
sind verloren. Der Schaden wird sich
bis jetzt auf 15,000 belaufen. Der
Wassersland im Flusse belauft sich be
reitS auf :l Fuß und steigt f.ündlich um
einen Fuß.
Washington, I . 'Nov. Wie der
Befehlshaber' des auf der Höhe von
Hiogi in Japan vor Anker liegenden
amerltanischen Kriegsschisses Ossixpce"
dem Marineminister meldet, sind die
Eholcrakranken unter der Bemannung
des Dampfers so ziemlich eder herze
stellt und stehen nküc. Erkrankungen nicht
zu befürchten.
S t. P a u 1. Minn.. l. Nov. Aus
Brainard wird gemeldet: Die Haupt
linge der Indianer im nördlichen Minne
fota hielten eine Rathsverfarimlung ab
mW jt.- 9 1X - J-y
ur die Mtc
Earth Reservation ZU gehen und ihre
uiiv u iiumu iiuf uiuiiui.
4 . V ... ' V, Ol ... s..f.... .
Landereien der Bcedeliini
edclung preiszugeben
New Zlork. 2. November. An
der nordailantischcn Küste tobie gestern
ein heftiger Sturm. Die Geschwin
digkcit des Windcs betrug beinahe 40
Meilen.
F 0 r t G a i n c s, Gal. 2. Nov. Der
fünfzehnjährige Negerknabe, John Nod
gers, hatte in einem chuhuiachcrladen'
in Bufflon am Samstag Abend ein Paar
Stieseln gestohlen und war im Besitze
derselben betroffen worden. Dcr Schuh
macher bildete auf der Stelle aus Be
kannten einen Gerichtshof, begehend aus
einem Richter. fc.chs Geschmoreren, einem
Ankläger und einem Vertheidiger, und
dieser erkannte dem Nodgers eine Strafe
von 100 Hieben auf den bloßen RückkN
zu. Dcr Stiefvater des Jungen vollzog
das Straferkcnntniß unzcsäurit.
Madison, Wis., 2. Nov. Die
ser Tage wurde hier eine Diebesbande
entdeckt, welche aus '! Mäimern und
einer Frauensperson bestand, und sich
erst vor zwei Monaten hier eingenistet
hat. Verschiedene von ihr verübte &'
brüche führten zur polizeilichen Beobach
tung der Mitglieder der Bande und am
Samstag Abend zu einer polizeilichen
Durchsuchung der Diebeshöhle, wobei
der Polizist Lyons von einem Mitglieve
der Bande Namens Stewart geschossc
worden ist. Stewart entfloh unmittel'
bar nach der That ; auf seine Ergreifung
hat der hiesige Stadtrath eine Lelohnung
von 500 ausgesetzt.
Washington. 2. Nov. Terk?t'
neral-Ouartiermeister sagt in
Jahresbericht, daß die Nothivcnd'g.e.l
der Errichtung grob'erer und tteirrn'
Militarposten in der Nähe von Jndi?'
ned-Reservationen und strategisch ich
ger Punkte mit ,edcm Tage avgev,'"'
licher werde. Die Besatzungen ren nw
Kasematten versehenen FortS sollten m
ri,dftnsieiten Gksnndbeits l alder w
Quartiere außerhalb der Kasenatten gc
legt und solche Quartiere 0ozi
werden.

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