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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, January 22, 1886, Image 2

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Hermanner MKsblall.
Gdrüver CVraf, Herausgeber.
49. ongre.
12 Jan. Der Senat trat auf Än
nag von Logan dein Beschlusse seines
Ausschusses für Militär-Angelegenhetten
bei, den Grund und Boden der ehcmaw
aen Produktenbörse in New York nebst
dem Gebäude für die Militärverwaltung
käuflich zu cru, erden und das Gebäude
imeckentsvrechend in Stand setzen zu las
sen. Hierauf setzten Pugh und Lance lhre
Bemerkungen über dieSilberfrage fort.
Der Senalsausschuß für Jnwaaer-An-qeleaenheiten
empfiehlt die Annahme des
Danies'schen Antrags, den in der Stour
Reservation in Dakota lebenden Jndia
nern gesonderte Reservationen auf der
selben zuweisen und die Indianer zur
Verzichtleistung aus die überschüsstgen
Ländereien zu bestimmen. Nach Be
stäligung wichtiger Ernennungen des
Präjldenten trat Vertagung ein.
Im Ab g e ord neten h aus wurde
von dem betr. Ausschusse die Hoar'sche
Prädenlschafts - Vorlage zur Annahme
empfohlen. Die Jahresbotschaft des
Präsidenten wurde berathen und Reagan
sprach in einer längeren Rede der
Doppelwährung das Wort. Bland
(Missouri) hielt die gegenwärtige De
batte für verfrüht; der Münzausschuß
werde unzweiselhait in nächster Zeit eme
Vorlage über hen Gegenstand cinberich
Un und der Erörterung des Gegenstan
des vollen Spielraum lassen. Er schlage
vor, die Debatte zu vertagen. Der An
trag wurde mit 79 gegen 73 stimmen
angenommen, und das Haus vertagte
sich.
13. Jan. Im S e n a t führte Se-
nator Hawley in Vertretung des Sena
torsSherman den Vorsitz. Der Aus
schuß für Patentschutz wurde ermächtigt,
beiüallck einer internationalen Ueberein:
kuvft zum Schutze des Verlagsrechts
euqniß aufzunehmen. Die Berathung
. .V cf - r t. T .
der Vortage uoer oie Ausnahme von ju
kta in den Bund wurde verschoben.
Den vom Hause in dem Gesetzentwurfe
,ur Leqalisirung der Gesetzgebung des
Territoriums Wvcming vorgenommeneu
Veränderungen wvrde zugestimmt.
Sodann kam die Silberfrage zur Ver
Handlung und nach geheimer Sitzung, in
welcher eine große Zahl Ernennungen
des Präsidenten bestätigt wurden, trat
Vertagung ein.
Im Abgeordnetenhaus e wurde
der Gesetzgebung zur Lcgalisirung der im
Territorium Wvoming jüngst gewählten
Gesetzgebung angenommen und die Er
wäauna. die der Hoar'sche Scnatsbe-
schluß in Betreff des Präsidentenamres
auf morgen verschoben. Hierauf Ver
taaung.
14. Jan. Im Senat wurde der
Gesetzentwurf für Theilung der Siour
Reservation inDokota erörtert, doch kam
es im keiner Beschlußnahme. Auch der
Gesetzentwurf für Erhöhung des Ge-
Halts dec Bunvesoezirtsricyter tarn zur
Beratbuna. Hierauf Vertagung, bis
Montag.
Im Abgeordnetenhause wurde
der Ausschutz für Rhederer angewieien,
Gesetzgebung zur Forderung der Jnter
essen der amerikanischen Fischerei in Er-
wägung zu ziehen, ec;m. dem Hauze da
hmtlklende vorschlage zu machen. jjjer
Justii-Ausschuß wurde angewiesen, den
Erlaß eines Gesetzes in Erwägung zu
ziehen, wonach Privatansprücte an den
Bund, ehe sie dem Eongrrß zur endli-
chen Beschlußfassung unterbreitet werden
konnten, gerichtlich geprüft werden mup
ten. Sodann wurde der Senalsbeschluß
bezüglich der Nachfolge im Präsidenten-
amte im Hause berathen und McKinley
(Ct)io) meldete ein .Substitut" sür die
Vorlage an, welches das Gesetz von 1792
lediglich dahin ergänzt, daß, um jederzeit
einer längeren Erledigung deS Spre
ckzeramtes vorbeugen zu können, der
Eongreß an dem auf die Eottgreßwahlen
nächst folgenden 4. Merz zusammen
kommen, und wenn zu irgend einer Zeit
das Ame des Senatsoor sitzenden oder
jenes des Sprechers des Hauses erledigt
wird, der Präsident daszenlge Haus, des.
sen Vorsitz erledigt ist, zur Wahl eines
Vorsitzenden einberufen soll. Hier wurde
die Debatte, welche morgen ihren Fort
gang nehmen soll, geschlossen. Auf An
trag von Matson wurde beschlossen,
Freitags eine Abendsitzung zur Erivä:
gung von Pennons Vorlagen abzuhal:
ten. Hierauf Vertagung.
15. Jan. Im Abgeordneten
hause nahm die Debatte über die Prä
sidentschaftsfrage ihren Fortgang. Die
betr. Vorlage wurde schließlich in der
vom Senat vorgeschlagenen Form ange
nommen. Hierauf Vertagung bis Mon
tag. 13 Jan. Im Ab g e o rdneten
hause wurden eine Menge Gesetzcnt
würfe ringaeicht, wcvon zu erwähnen
sind: einer für Einführung einer be:
Kördlichen Schau für Schlachtvieh und
Flkischwaaren; einer für Velwendung
gewisser Nebelschüsse , zur Steuerung des
Nothstandes unter den Ehevennes in
Moniana u. s. m. Ein Antrag Wads
worth's, zu erklären, daß der Präsident
die Pflicht hat, nach bestem Vermögen
den Glcichwerth wischen dem Papier
gelde und dem gemünzten Gelde der Ver.
Staaten aufrecht zu erhalten, und diese
Pflicht der Meinung des Hauses räch
bisher gewissenhaft erfüllt har, wurde an
den Münzzusschuß verwiesen. Ver
tagung. Im Senat erstattete der Spezial
Wiietlfrnfi iiir 11ntirfii.iinn Vrr Trnnft..
tMVMH j fc j t . VIUUV
port-Frage. über die in den Senats-Fe
rien angestellten bezüglichen Erhebungen
Bericht und unterbreitete den Entmur
eines Gesetzes zur Regelung des Hzn
delsverrehrs zwischen den Elnzclstaateu
dessen Rückoerweisung an den Aus
schuß mit der Weisung, den anqebo
genen Bericht in 50U0 Exemplaren
drucken zu lassen, beschlossen wuide
JngallS beantlagte, der Senat solle den
inanzmlnister um Auskunft darüber er
suchen, wie viele von den zum
Februar gekündigten 10 Millionen
Dollars Bonds von den Nationalbanken
als Deckung für Banknoten hinterleg
werden. Morrill erachtete den Antrag
sur wichtig genug, um von seiner Er-
magung sur heute abzusehen, welcher An-
licht vag Haus vertrat. Hieraus ge
langte die Fischerei Frage zur Debatte.
Vorhees reichte einen Gesetzentwurf zur
Ausnahme Montana s als raat ern.
Sodann gelangte das durch Eullom un-
erbreitete Gesetz zur Regelung des Vcr
kehrs zwischen den.Einzelstaaten zurBe
sprechung, worauf Vertagung erfolgte.
Auasyingion, is. Jan. In
nem im Generalpostamte eingetroffenen
Vchreiben des Staatssekretärs der deut
schen Reichspost, Dr. Stephan, avird der
Generalpostmelfter ersucht, einen Post;
beamten nach Deutschland zu schicken,
auf daß derselbe sich mit dem Gepäckpost
dienst in Deutschland aus eigener An
schauung vertraut mache. Dr. Stephan
bedauert mit Beziehung auf ein früheres
Schreiben des Hrn. Vilas, daß der ge
genwärtige Stand der amerikanischen
Gesetzgebung die Errichtung einer Ge
päckpoitverblndung mit dem Auslande
nicht gestatte, spricht aber die Hoffnung
aus. die zunehmende Würdigung dieses
Postzweiges werde, auch die amerikanische
f fartvhitni fistti2 ,vskk.
fcivov,wa vi.Mtiuiii4i, utt
dessen Einführung im Wege stehenden
Hindernisse zu beseitigen.
rorrve.
das schildert Gen. James S. Bsisbln,
Commandant des Lrorr vtioovaxa, yico..
wie folgt: .Vor einigen Tagen war rcy
auf der Nosevud Agency, um zu ,e?rn
wie man dort Rindfleisch austheilt. Diese
Agentur liegt nur 3 Meilen von y,er
(Fort Nlodrara). ,rno oorr vic ge
mischten Stämme der Boule Siour
die alten Banden Spotted Tails. Sre
zählen im Ganzen 8200 Köpfe, und um
Fleisch-Rakonen sur io age zu yaorn,
brauchen sie 276 Stück Rindvieh. Was
sah ich nun? Fünfhundert rothhäutige
Krieger, mit WinchesterBüchsen und den
besten Revolvern bewaffnet, waren er-
schienen, um die minder zu tooien. um
alter kupferfarbiger Schurke stand am
Eingang, und so sst die Pforte geöffnet
k. . ?".:... K.rniiä ,,, fnfirrt
lvuroe. um eii cvil v -n"
versetzte er diesem mit einem steinernen
Hammer einen Schlag auf die Schwanz-
wurzel, um es zum snisi anjuipouicu.
)a arme imer oruuic vor u.e.z.
lief davon und dann nahm der porr
' rt-n w r. rV C ! .
seinen Ansang, tji t mög ern noianer
dem Thier ein Horn weg. dann jagte ein
anderer diesem ein-. Kugel in's Bein.
ein drrtter zerschmettert ihm eine mippe
r . ? 'IX Si.S V
IC. SO langsam wie rnwij iuy, uuum
Sport nur ja recht lange dauere, wurde
das arme Thier in dieser Weise zu Tode
gequält. Das ist die Art unö Weise,
wie die Ver. Staaten Regierung Fleisch
Nationen an die Indianer austheilt. Sie
reizt die Wilden auf zu barbarischen
Greueln, sie giebt den jungen Kriegern
Gelegenheit, sich im Reiten und Schießen
zu üben, damit sie die Soldaten und eo.
die Bürger besser treffen können, wenn
sie mit iiznen Krieg führen. Ich sah dort
junge Jndiinerknaben Vieh grausam zu
Tode auälen. die in der Schule sitzen
sollten, um Schreiben und Lesen, um den
Unterschied zwischen Recht und Unrecht
zu lernen.
Was die Worgue aufdeckt.
Nack Abui von 1968 Kinderreichen,
welche im verwichenen Jahre in die
Morgue der Stadt 'j!ra Aorr eingelie
fert worden srnd, vtelven von oen otoo
Leichen, welche sie aufnahm, 3787 solche
übrig, welche da auslagen, um von Ver
wandten oder Freunden erkannt und
zum Begräbniß auf deren Kosten, oder
aber, wenn na längerer seu uner
kannt, aus allgemeine osten zum Be
aräbnisse auf dem Armenfnedhose ent
fernt zu werden. Das stnv zum yen
die Leichen von Selbstmordern, zum
Theil Ermordete oder bewustlos Gesun
dene. welche einen Mordanfall erlitten.
oder sonst verunaluat waren luo dann
im XSosvitale verstärken und nach der
Moraue gebracht wurden, weit sie ois
-r - ir . ' .
dahin nicht von Bekannten aufgefunden
rvaren. Nur 143 der Leichen in der
New Slorter Morgue konnten nicht er
kannt werden. Das ist ein verhattnlsz-
mäßig so geringer Theil der ganzen Zahl
Verunglückter daselbst, daß sie wohl
meist keine Bekannten hier hatten und
deswegen nicht erkannt werden konnten;
denn viel seltener ist der Fall, daß eine
Leiche so verstümmelt ausgefunden wor
den sind, daß die Erkennung gan; un-
möglich bleibt. Die gänzlich hier Frem-
den tiesern also nur einen geringen Bei-
trag zu den hier todt oder bewutzttos Ge-
Z . . . V ... 1 ? . 1 Cklt ..-,V...i.
sunoeneii. uiuei e u uuiiiiau.ii.u
Personen bleibt nur eine unelkannt, ob
wohl viele Peisonen nie in dre Morgue
eben, wenn Sie Jemanden aus dem
reise ihrer Bekannten vermissen. Es
ist zu bedauern, daß man die Zahl der
elbstentlelbten nicht oejonders angibt
bei den bei Weitem meisten Todtge-
fundenen ist die Feststellung des freimil-
ligen TodeS nicht schwer. Wir haben
aber Grund genug zu der Annahme,
daß die Zahl noch lange kein Drittel der
verunglückten 38 betragt, daß also
über 2000 vielleicht 000 derselben, ge-
qen ihren Willen u ihrem Tode gekom
men sind, vielleicht also auf je 11 bis 16
Gestorbene schon einer gewaltsam. Und
das ist eine schwere Anklage gegen un.
sere Sicherheilsar stalten und gesell:
schaftlichen Zustände. Denn die durch
eigene Hand oder fremde Gewalt oder
verwahrloste Sicherheitsanstalten wirk
lich Gestorbenen pflegen nur ein Drit-
cel. Viertel oder weniger der Zahl der-
jenigen auszumachen, welche ähnlich ver-
unglückt, aber mit dem Leben davonge-
kommen sind. Und wlnn man zu den in
die Morgue Abgelieferten die viel grö-
ßere Zahl Verunglückter hinzurechnet,
welche dahin nicht abgeliefert werden, fo
wnd es augenscheinlich, daß das Leben
und die Gesundheit in unserer Stadt
doch recht wenig gesichert sind, so sehr
sich auch im Ganzen die Gesundheits-
pflege verbessert hat.
Auch erscheinen bei Weitem nicht alle
Verunglückungsfälle in denPolizeiberich-
ten unserer Geltungen. Die Zusammen-
zählung der berichteten bleibt ansehnlich
hinter der in der Jahresstatistik unserer
lcherheltsanikalten angegebenen zurück.
Wenn sie tagtäglich alle angegeben wür-
den, so müßte sich bald eine größere Un
rube und Besoraniü für das eiaene Le-
den und Wohlsein der Bevölkerung be-
rj.il arj. I
iiiuiuiiucn, ui man veovlieuiei. lli.
wie woylsell und 'en chemeven yeutzu-
. . - . fr w I
rgel c. y. iwjig )
per Kandel mit Menschenyaaren.
z t f I
zu den überwundenen rankhetten der
Menschheit gehört und der Mensch als
Waare bei den eioilisirten Nationen nicht
mehr auf den Markt gebracht werden
kann, ist als der einzige verkaufsfähigc
Artikel des menschlichen Körpers das
Haar zu betrachten, welches von jeher
bei allen Völkern, insbesondere den Ger-
manen, als Hauptzierde des Menschen
angesehen wurde. Kein Wunder, daß
alle Jene, welchen aus irgend einem
Grunde der Haaischmuck in der Menge
oder in der Beschaffenheit nicht genügte,
falsche Haare trugen, wie , um Beispiel
schon die eitlen römischen Damen, die
sich gern mit den blonden Zöpfen germa
nischer Jungfrauen schmückten. Der
Ehignon" kann das beste Beweismittel
in dieser Hinsicht abz,ben. Aber nicht
nur zu Zöpfen und Perrücken wird das
Haar verarbeitet, auch Bänder, Ringe.
Uhrketten, ja sogar Fußsohlen weiß die
Industrie der Gegenwart daraus zu ver
fertigen, und es ist daher begreiflich, daß
der Handel mit Menschenhaaren in
Blüthe sich befindet. Unter den Län-
dern, welche Menschenhaare auf den
Markt liefern, iteben Frankreich und
Norddeutschland obenan, während Ruß-
I V. ..V. - 1 ! -t .1 I
iuuu, üciijitii uiiu Cierrcia ern in l
zweiter Linie zu nennen sind und Eng-
land nur verschwindend wenig zu diesem I
iX. C ff . r. m w r I
vanoeiszrveige oeirragr. . A,ucy aus In-
dien und China wie Nordamerika wird
zuweilen eine Partie tmportirt. doch
werden die indischen Haare, weil sie sehr
grov sind, höchstens zu eilen verarber-
tet. . Die feinsten Haare liefert Frank-
reich, wo das seidenweiche Haargelock
eine vtoue spielt.
Der Norden beschickt 1
den Markt mit
den goldblonden und
flachsfarbigen Haaren und Deutschland.
Holland, vor Allem aber Schweden
machen gute Geschäfte mit diesem Arti-
rel. 'jüie langen, dunkeln, schwan
glänzenden Haare stammen zumeist aus
dem Lande, wo die Citronen blühen.
Wenn es im Sprüchwort aber beikt:
Rothe Haar, daß Gott bewahr", so
denkt der sachkundige Haarbandler ae-
rade das Gegentheil, denn er bezahlt die
otyen Haare am theuersten, well sie am
Wie die Indianer vitttttt'
seltensten sind. Der eigentliche Haupt
Handelsplatz für Menschenhaare ist Mar
seille, wo die Einfuhr aus Italien,
Spanien und den franzosischen Provin
zen erfolgt und jährlich mehr als S0,00
Pfund auf den Markt ' kommen. Die
Landmädchen der Bretagne und Zluvergne
find es in Frankreich besonders; welche
ihren Haarschmuck schon für Kleinigkei-
ten hingeben, weil sie bkanntlich ewenl
Kopfputz .tragen, bei welchem das Haar
weit eher lästig als eine Zierde ist. In
Kaen ist ein Markt, welchen junge Mäd
chen, die ihren natürlichen Kopfschmuck
zu Gelde machen wollen, besuchen, und
Stunde um Stunde mit aufgelöstem
Haare, das in seinem Reichthum und
Glänze den prächtigsten Kontrast mit
ihren nackten Schultern bildet, auf einen
Käufer warten. Die Kausiiebhaber
gehen die Reihe derselben entlang, prü
fen Farbe, Wachsthum, Ebenmäßigkeit
und andere Eigenfchaften dcö Haares,
handeln darum Sou für Sou und er
stehen eS endlich, natürlich zu dem mög
lichst niedrigsten Preise. Das Haar
wird dann so dicht als möglich vom Kopfe
abgeschnitten, gewogen und bezahlt. Die
armen geschorenen Mädchen gehen wieder
heim, ihr Haar abermals wachsen zu'
lassen, und verkaufen es später gleiche
falls in solcher Weise.
In Rußland ist der Handel bis auf
ein Minimum reduzirt und russische
Haare sind daher im Preise außerordent
lich gestiegen, seitdem die Leibeigenschaft
ihr Ende erreicht hat und Niemand mehr
gezwungen ist, seine Haare zu veräußern.
Der Preis richtet sich stets nach Güte,
Länge und Farbe des Haares und steigt
pro Pfund von IS 60 Mark, ja noch
darüber hinaus. In England schwankt
der Preis von 4 30 Shilling pro Pfund
für Mittelqualität, erreicht aber für aus
gezeichnete Waare in rohem Zustande die
Höhe von 80 Shilling. In Amerika
iit der Preis 6 Eents pro Unze. Beim
Ankaufe wird gewöhnlich, je nach dem
Gewichte und der Schönheit des Haares
einer Person. 16 Francs bezahlt
200.000 Pfund Haare soll Frankreich
jährlich in den Handel bringen. England
verbrauchte 1860 für 18.591 Psv.trl
Das mittlere Gewicht eines französischen
Haarzopfes betragt 10, eines uallem
schen 12 und eincs deutschen 20 Loch
Die deutschen Haare kommen selten in
ihrem ursprünglichen Zustande auf den
Markt, fondern meistens mit anderen
vermischt, um die schlechtere Farbe und
mindere Qualität zu verbergen, llebrr
gens sind die Stirnhaare vom Handel so
gut wie ausgeschlossen. Die Haarhand
ler haben bei ihrem Metier freilich keinen
leichten Stand, denn das Prüfen und
Sortiren ihrer Waare erfordert eine ganz
bedeutende Routine. Auch die Via)
kommt hierbei mit in's Spiel, denn ein
echter Haarhändler unterscheidet z. B
mischen deuischen usd französischen Haa
im sofort durch den Geruch. Da die
Behandlung der Menschenhaare bis zu
dem Stadium, wo sie zur Verarbeitung
dienen können, eine äußerst schwierige ist
so kann es kein Wunder nehmen, daß
der Preis des zubereiteten Haares ge
wohnlich um 300 - 500 Prozent erhöht
ist, je nach Qualltat der betreffender
Zubereitung.
Die önlgari schen Juden.
&Me man sich erinnern ornd, waren
die Juden in den unteren Donauländern
noch vor zehn oder fünf.ehn Jahren
fchwer bedrückt; in Rumänien begann
die Erlösung unter König Karl, und in
Bulgarien hat sich fruist Alexander ihrer
kräftig angenommen und sie in den Ge-
miß voller politischer, religiöser und
sozialer Freiheit gesetzt. Sie haben sich
an den letzten Kämpf gegen die Serben
in hervorragender Weise betheiligt und
dadurch ihre Dankbarkeit gegen ihren
fürstlichen Schutzer und rhre Anhänglich
keit an denselben in sür sie selbst ehren
voller Weise durch die That an den Tag
gelegt. Mit Bezug daraus kommt aus
der bulgarischen Hauptstadt die folgende
Mittheilung:
Am 2. Dezember zeichnete Fürst
Alexander das von jüdischen Gemeinden
ausgerüstete jüdische Bataillon besonders
aus. Dem Führ,r desselben, Lieutenant
Misrachi, heft te der Fürst mir eigenen
Handen die goldene Medaille sur Tapser
keit an die Brust und richtete an die
kleine, noch übrig gebliebene Schaar
sotgende erhebende Liorte: Eure ge-
sallenen 4?eldtnrameraoen haben gezeigt.
bau sie würdige Nachkommen der
Makkabäer waren, und Ihr selbst habt
rn den schlachten von livnitza, Dra
goman und Pirot bewiesen, daß Ihr
an Tapferkeit und Liebe zum Vaterland
der ruhmreichen bulgarischen Armee nicht
nachsteht.""
Das Bataillon, welches 500 Mann
stark war, hat bei Slionitza allein den
vierten Theil seiner Streiter verloren
in den übrigen Schlachten sind weitere
85 Mann gefallen, so daß es heute, die
Kranken abgerechnet, keine 250 Mann
mehr zählt.
er Ztniergang eines Sorles.
w.lir fps? im VTWm für 3T,rr
" I f V
zger das wiesen- und weidenreiche Alpen-
tbal Sulibera in Süd-Tvrol. welches
sich westlich vom Gettchtsorte Male b,s
v etschern der Presanella und dem
s rtnrtfrnll htrtnahr WAmAM,
Ivim,.m. i4tiv, llllUi3 VUlllVUll'
derte, dem ist sicher dort, wo das breite
yl sich rn die engen Hochthaler von
Pejo und Vermiglio theilt, die kleine
Ortschaft Fuceine mit ihren komfortablen
Zwei Gasthäusern knapp an der Reichs-
straße uno einigen unbedeutenden Ham-
merwcrken aufgefallen. Noch bis Ende
des vorigen'Jahrhundcrts zählte Fuccine
an 40 bis S0 Häuser, mehrere Eisen-
werke mit Arbeiterwohnungen und eine
hübsche Kirche. Das fortwährende Ge-
Hämmer, welches das jetzt so stille Ge-
birgsthal durchhallte, bezeugte, daß an
diesem wellverg'ssenen Orte ein thätiges,
unermüdliches Volk hauste: und man
sah eS auch den gutgebauten Häusern an,
daß hier Wohlstand herrschen mußte.
Zahlreiche Kuhheerden weideten auf den
saftigen Weideplätzen, und in den Lärm
der Eisenhämmer mischten sich die bellen
Jodler der munteren Lteder der lebens-
frohen Hirten. Zu Michaeli, am Tage
des vielbesuchten zieh- und Obstmark
tes, hatte der kleine Ort die Phvsioqno
mie eines Bergdorfes gänzlich verloren.
denn allenthalben herrschte ein buntes,
fröhliches MarktgelImmel : d:e Berabe
mohner kamen von allen Richtungen lum
Manie, Horn- oder Klauenvleh einher
treibend, oder auch nur um den langer-
f.tj. cm J. ;l r
ityuicn uunaj lyrer leinen, Mll au?
den Michaeli-Markt gehen zu dürfen.
und ihnen von dort ein kleines Angebinde
r rw r m .
zu yvien. A.uf ver großen Wrese vor
dem Orte wurde dann von früh bis spät
Avends tauseube von Kaufen abgeschlos
sen, und auf der Straße vor den beiden
Wirthshäusern machten die vielen Obst
Händler aus dem Nonsberge die besten
Geschäfte. Auch für die Eifenscbmiede
sax der Michaelitag der willkommenste
im Jabre : nablte dock an demselben fast
ieder Bauer seine rückständigen Schulden
ab. Aber die sonst so segensreichen Er
findungen des modernen Lebens, der
Bau von bedeutenden Verbindungs
ftraßen und Eisenbahnen sollten der
wohlhabenden Gemeinde unschuldiger
wei'e verhängnißvoll werden. Fremde
Holzhändler siedelten sich bald dort an,
bauten an jedem Berabache mehrere
Brettersäaen. und die Gemeindeoorstände
rieben sich vergnügt die Hände, da es
ihnen endlich, einmal gelurigea war,
Nutzen auS den noch im Urzustände da
stehenden Gemeindcwäldern zu ziehen.
Nur wenige Jahre solcher Wirthschaft
genügten da zeigten sich schon da und
dort auf beiden Lehnen deS Thales aus
gedehnte Holzschläge, die traurigen Vor
boten späterer Ueberschwemmungen. -
Fuceine, das induftriereiche Bergdorf,
welches seit Jahrhunderten von den wil
den Fluthen deS Dermigliano verschont
geblieben, trafen schon vor mehreren
Jahrzehnten die ersten Folgen der Ent
waldung, indem die Kirche und etwa die
Hälfte der Häuser vom verheerenden
Elemente zerstört wurden. Es gelang
zwar damals, einige 20 Häuser und die
Hammerschmieden noch zu retten, doch
waren auch diese ungeachtet der seitdem
ausgeführten Schutzbauten dem aus der
kopflosen Entwaldung mit Naturnoth
wendizkeit folgenden Untergange geweiht.
Bei dem letzten Hochwasser schreckte an
einem Nachmittage -ein dovuerähnliches
Dröhnen die Bewohner von Fuccine aus
ihren Häusern, der Boden erbebte, und
zu ihrem namenlosen Jammer sahen sie,
wie sich aus dem oberhalb des Orts ge
legenen Val--Caoagna ungeheure Stern
massen in das Bett des Vcrmigliano
stürzten und den Abfluß siiner Gewässer
hemmten. Die Erschreckten rafften zu
sammen, was sie von ihrer Habe erraffen
konnten, trieben das Vieh aus den
Ställen, bargen die Kranken und fluch
teten aus den dem Untergange nahen
Hausern; in der folgenden Nacht nß
die Fluth die Archen ein und ergoß sich
in die Ortschaft, die nun auf immer
verlassen bleiben muß, wenn nicht hin:
reichende Schutzbauten den reißenden
Vcrmigliano wieder eindämmen. Und
so ist nun das einst freundliche Bild der
Thätigkeit und des Wohlstandes mit
einem Male jenem des Elendes gewichen !
Die Hammerwerke verstummten, denn sie
sind theilwelse einqemuhrt, theuweise zer
stört ; die Wohnhäuser sind öde und leer,
einige sogar irr Schutthausen verwandelt ;
Gerölle und Steine bedecken die einst
schöne, große Wiese, auf welcher sedes
Jahr, auch Heuer, der Michaeli-Markt
abgehalten wurde, sowie den Obst- und
Krämerplatz, an welchem so manche her-
tere Juqenderinnerung für Schreiber die-
ser Zeilen hastet. Es ichallen keine
lustigen Hirtenlieder mehr! Statt ihnen
ertönen Laute des Jammers und der
Verzweiflung, welche die einer jeden Er
werbequelle fo plötzlich beraubten am
Grabe ihrer Habe trauernd in die
kalte Winterllmdschaft hinaussenden.
Inländische Nachrichten.
In der Gegend von Eonnellsville
in Pennsvlvanlen hat die North Ehr
cago Rolling Mill" 1000 Acker werth-
volles Kohlenland sür ?223.000 gekaust.
um darauf 700 Eoke-Oesen zu errichten
Die Wachen an den Gräbern
Grant's und Garfield's sind am 31.
Dezember 1885 um Mitternacht .zurück:
gezogen worden Die Wache an dem
Grabe Gar siel z's ist feit der Beerdigung
desselben dort belassen worden.
Die Auswanderung von England
nach den Ver. Staaten in 183? zeigt
gegen 1834 einen Abfall von 10
und die von England nach Canada von
9000 Personen. Von Irland wanderten
dagegen 1885 nach den Vcr. Staaten
9000 und nach Canada 2000 Personen
mehr ans als im Vorjahre.
i Im Washington Territorium wurde
neulich ein Thier erlegt, welches den
localen Zoologen viel Kopfzerbrechen
verursacht. Das Thier sieht ungefähr
aus wie ein Wolf, ist aber viel höher als
ein solcher. Von derNakenspitze bis zur
Schwanzspitze mißt es 7 Fuß und an den
Schultern beträgt seine Höhe 3 Fuß.
Sein Fell ist weiß und schwarz und sehr
hübsch wollig.
In den Eingemeiden einer vier
pfundigen Forelle, die jüngst in Vir
ginia City, Nev., aus den Tisch gebracht
wurde, fand man, wie erzählt wird, ein
richtiges 25 Cents-Stück. Dasselbe war
mit einer dicken schwarzen Decke über
zogen und muß sich demnach sehr lange
in dem Fisch inagen aufgehalten haben
Vermuthlich hatte ein Fischer die Münze
fallen lassen, der Fisch sah dieselbe
glitzern, schoß darauf zu und verschlang
sie.
7s In Chico, Calisornien, hatte sich
ein Fohlen derart in seine Stallhalfter
verwickelt, daß es nahe daran war zu er
sticken. Ein zu der Hof'.ailhe gehöriger
Hund fah das Vorgefallene, lief in das
Zimmer seines Herrn, und dann heulend
und bellend zum Stall zurück. Der
Herr folgte ihm nach und kam noch
rechtzeitig an, um das Füllen vom Er
stickungstode zu erretten.
Die Mannschaft eines Schoo
ners zog neulich beim Austernsischen
in der Nah? von Holland Island Barre
in der Chesapeake-Bai beim Netz-Cinhe-den
aus der Tiefe eine Glocke empor.
welche 75 Pfund wog und die Inschrift
trug: Fabius, Philadelphia, 1796".
T!re Glocke hat große Aehnllchkclt mit
der alten Unabhängigkeitsglocke in Phi-
ladelphra.
Daß die Regierung der Ver. Staa-
ten die größte Druckerei der Welt betreibt.
daran wird man wieder einmal durch den
Voranschlag für die Regierungsdruckerei
wr 188783 erinnert. Die Angaben
tnr dieselben werden für das nächste
Rechnungsjahr auf nahezu 3 Millionen
Dollars veranschlagt, wovon 1,38,000
Dollars allein auf Löhne für Setzer und
Drucker kommen. Die Zahl der Setzer
beträgt an 400, der Drucker 45, der
Corrccturl'eser 50. Im Voranschlag
wird der Papierbedars aus 100.000 Rre
oder 43,000,000 Bogen-Druckpapier ge
ichatzt.
Der Lokomotivführer eines Passa
gierzuges bemerkte zu seinem Schrecken
als er nur noch 15 Z)ards von einer Holz
brücke bei Rockn Mount in Nord Caro
ina entfernt war. dan diese in Flammen
stand. RechtZ'itiqes Anhalten war ein
Ding der Unmöglichkeit. Kurz besonnen
riß er das Ventil wert aus.. Der Zug
donnert mit emer chaelligkeit von einer
Minute über die brennende Brücke und
war gerettet. Der durch die Schnellig
keit verursachte Zug war so groß, daß
alle Lichter verlöschten.
? Dieser Tage fehlte bei der Probe
in der großen deutschen Oper ,n New
r t nrv
yoxi J3err xuLwig ceinzrornger ; er
ltellte sich später ein, erklärte aber.
daß er sich von der Gesellschaft trennen
werde, da er ?43,000 geerbt habe.
Vor Jahren verschwand sein Vater, ein
Musiker, aus Dresden und blieb ver
schollen.' In New Z)ork heirathete er
eme reiche jzrau; diese starb ohne Krn
der und setzte ihn zum Erben ein; kür;
lich starb er selbst, und ein Advokat fand
den berechtigten Erben bei der deutschen
Operngesellschast.
Die größteWeizenzufuhr hat unter
allen Städten des Landes außer New-
Zlork die Mühlenstadt Minneapvlis.
Einst war Milwaukee, dann Chicago.
und nun ist Minneapolis die Haupt-
zufuhrftadt für Weizen, der dort aber
nicht zu Ausfuhrzmecken, sondern für die
großen Mühlen der Stadt aufgespeichert
wird. Vom 1. November 1834 bis I.
Oktober 1835 betrugen die Werzenzufuh-
ren nach vitro Zlork an 36.000.000
Büschel, nach Chicago an 24.000.000
und Minneapolis 33,000,000. Davon
sind dort über 26 Millionen Büschel in
ungefähr 6 Millionen Fässer Mehl ver
wandelt worden. ;
? Im Zuchthaus zu Waupua in Wis
confin erscheint jetzt eine von ZuchthLug
lern für Zuchthäusler geschriebene eng,
lische Zeitung in kleinem Forniat. Die
erste No. enthält ern Gedicht, von einem
Dichter im Sträflingskleide, den Anfang
einer ebenfalls von einem Sträfling ge
schriebenen Erzählung, einen Leitartikel
mit der Ueberschrift Ueber die zweck
mäßige Benutzung unferer müßigen Au
gerbllcke. und kurzgefaßte Tagesneuig
keiten. Eine der letzten lautet: Die
Milmaukeer Zeitungen lärmen über tolle
Hunde, und eS ist allerdings wahr, daß
dort mehrere Personen von tollen Hun
den gebissen worden sind. Da sind wir
doch bedeutend besser dran,- als unsere
Zeitgenossen in der Cream Ci?o, denn
da, wo mir leben, könne tolle Hunde uns
nicht beißen, und WasseNscheu ist bei unS
unbekannt."
Vier Aerzte in Detroit veranlaßten,
daß die Gebrüder Knoch wieder in Frei
heit gesetzt wurden, indem sie bezeugten,
daß Fr au Knoch an Lungenblutung starb.
Den Bruch des Schädels war durch die
Ungeschicklichkeit des Arztes Omen beim
Seziren herbeigeführt worden.
mt Der Sturm, welcher am 4. Januar
'an der Küste von New Z)ork herrschte,
verursachte sehr 'starke Hochfluth, viele
Docks und PierS waren überfluthet und
fast alle Keller in den Hafenstraßen von
Nem York mit Wasser überfüllt. Die
Fährboote hatten beträchtliche Fährlich-,
keiten bei ihren Fahren zu bestehen, und
fanden es namentlich die Staten-Jsland-Boote
schwierig, ihre Fahrzeit einzuhal
ten. Kapitän Vogelsang von der aus
Bremen eingetroffeneu deutschen Bark
Mozart" berichtet, daß er am 25.
Dezember von Kap HatteraS mit hefti
gen Liordost-sturmen zu kämpfen hatte
bei welchen die See so hoch ging, daß die
Gefahr des Untergangs des Fahrzeuges
sehr nähe lag. Der Kapitän ließ nun
Oel auf die Wogen gießen; dasselbe übte
sofort eine beruhigende Wirkung aus und
rettete die Bark vom Untergange.
? Die Millionen des Unterschatzamtes
in New Zlork werden demnächst wieder
emmal gezahlt werden, da das Amt in
neue Hände übergegangen ist. Die Zäh
lung, welche eine sehr mühselige ist und
drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen
dürfte, wird von einer, vom Finanz
minister zu ernennenden, auS drei Erper-
ten bestehenden Commission vorqenom
men werden. Der zu zählende Vorrath
an gemünztem Gelde besteht aus $30,
000,000 tn Gold und aus 837.00 rn
Silber. Das Gold wird in Säcken von
je $5000 und das Silber in solchen von
b1000 ausbewahrt. Es bennden sich so
mit im Untrschatzamt 16,000 Säcke
Gold und 37.000 Säcke Silber. Jeder
dieser Säcke muß einzeln gewogen wer-
den und der Inhalt solcher, welche das.
vorgeschriebene Gewicht nicht haben.
wird gezählt. Die vorhandenen Gold
und Silber Certisicate, Greenbacks und
National - Banknoten werden einzeln
gezählt werden.
Samuel Wardell, ein 55 Jahre
alter Lampenanzünder der Ortschaft
Grooe Road bei New Aork, hatte von
jeher einen so gesunden Schlaf, daß er
nur auswachte, wenn rn ferner unmittel-
baren Rahe qroner Larm entstand. Da
er nun Niemanden halte, machte er sii
einen Weckapparat dadurch, daß er ein
Uhrwerk mrt einem an der Decke seines
Zimmers hängenden Gewicht in Verbin
dung brachte. Zur bestimmten Stunde
löste das Uhrwerk das Gewicht aus und
dasselbe fiel dann mit gewaltigem Krach
lu Boden. Dieser Tage zog Wardell fein
Uhrwerk aus und iegte sich dann zu Bett
Es war aber bei seinen Söhnen eine
lustlze Gesellschaft und dieselben ruckten
das Bett des Schlafenden von der
Stelle, um im Zimmer mehr Platz i
haben. An das Gewicht dachte Niemand,
obwohl das Bett gerade unter ixe ge
fährliche Maschine gerückt worden war
Die Folge davon war, daß das Gewicht
dem Schlafenden am nächsten Morgen
auf den Kopf fiel. Wardell ist bald
darauf gestorben.
i Das Goldsieber in der nördlichen
H'.lbinsel von Michigan ist als erloschen
;u betrachten. Alle angeblichen Gold
fünde haben sich als zu unergiebig her
ausgestellt, um Ausbeutung zu lohnen.
wenn nicht etwa die Finder es verstanden
haben, ihr Schäfchen auf andere Weise
ins Trockene zu bringen, indem sie statt
ihrer Minen' die sich meldenden Dum
men ausbeuteten. In der ganzen sog.
Michiganer Goldregion ist nur noch eine
einzige Goldmine wirklich in Betrieb.
die Ropes-Mine zu Jshxeming. Diese
hat in den letzten 13 Monaten wirklich
für G25.000 Gold und Silber zu Tage
gefördert, nur schade, daß diese 5,000
nicht einmal die Betriebskosten decken
konnten. Für die Ropes-Mine sind bis
her im Ganzen $75,000 verausgabt wor
den, und die Aktionäre werden sich in
Bälde ein neues Asseßment" gefallen
lassen müssen, wenn die Arbeit nicht gänz
lich eingestellt werden soll.
1 Dem soeben erschienenen neuen
Jahrgange von Sadlies Directorv"
srnd die folgenden Angaben über die
Verbreitung der katholische: Kirche in
den Vereinigten Staaten entnommen.
Es giebt hier demnach: . 12 Erzbischöse,
62 Bischöfe, 7296 Priester, 1621 Stu
dirende jür den Priesterstand, 6755 Kir
chen, 1071 Kapellen, 1733 Stationen,
d. h. Orte, wo Katholiken von Priestern
besucht werden, aber keine Kirche vor-
Handen ist, 36 kirchliche Studienanstal
ten, 85 Colleges (für Knaben), 618
Akademien (für Mädchen), 2621 Pfarr
schulen,' 492,99 Schüler der Pfarr
schulen und 449 WohlthätigkeitS - An
stalten. Die Gesammtzahl der Katho
lifen ist nicht angegeben und von 6
Diözesen fehlen die Zahlen der Schüler
der Pfarrschulen. Auch die Zahl der
Schüler, welche in den 739 höheren
Lehranstalten find, findet fich nicht, und
ebenso ist die Zahl der in den Waisen-
Anstalten befindlichen Schüler nicht ge-
nannt.
? In Seattle, Washington Terr.,
rjt eine surchlbare Geschichte rm Umlauf:
Im letzten Sommer verließ ein rtalrenr
fcher Bootführer mit sieben Chinesen
Victoria, um dieselben nach der amerika-
Nischen Seite der Fuco-'Ltraße überzu
setzen. Als er die Reise fast zurückrelegt
hatte, sah er den Ver. Staaten Zollkutter
Oliver Wolcott" auf sich zuhalten in
er ugeriicyerniiiyeir oncyi, sein tfaor
zeug zu durchsuchen. Um der Strafe zu
( . T i t r nt t r r
entgehen, dre daraus steht, Chinesen nach
den Ver. Staaten einzuschmuggeln, be
schloß er, sich der Beweise seiner Schuld
zu entledigen. Er rief die Chinesen
ernen nach dem anderen aus der Kazutte.
schlug sie, wie sie einzeln zu ihm heran
traten, mit eiuem Knüttel über den Kopf
und warf sie über Bord. Auf diese Weise
wurde er alle sieben Passagiere los und
als sein Boot von den Beamten deS Zoll
kutterS bestiegen und durchsucht wurde,
fand man keinerlei ihn komvromittirende
Beweise. Eine Nntcrsuchunq wird ein-
geleitet werden, um festzustellen, wag
Wahres oder Falsches an der Erzäh-
ung ist.
Die Wirthe von Cbattanoooa in
Tennessee haben gegen mehr als 100
Personen Verhaftsbefehle wegen Ueber-
trerung des Sonntagsgesetzes erwirckt.
Die Betroffenen sind eirunaSleute.
Leihslalldesitzer, Straßenbahaanzeftellte j
u. s. n. Die Wirthe, denen man auf
Grund dieses Gesetzes verbietet, ihre
crr . 7-
rriyicyasien offen zu halten, wollen se-
9r, weime raawette dreieS Geled be
- -
1 Von einem glücklichen Landkauf
meroer -me ukilwaukeer .Germama':
Du Geschichte ist .lüaenbaft tu vertel
len", aber sie ist wahr, die nämlich von
dem Elückpilz, der in einem altbesiedelten
Counto des südlichen Wisconsin ein Stück
Land für sieben und einen halben Dollar
iausie. vag seit Jahren schon seine 3000
unter Brüdern werth war. Das ging so
zu: Am schönen Eeneva-See, der als
Sommerfrische namentlich bei den Cbi-
cagoern sehr beliebt ist und dessen Usern
V. , I L TO!rV l . . v i r
uuium uiu -uiuen unoommeryoielS Sicht
besetzt sind, wird gut gelegener Grund-
besitz nachgerade big zu Kl 000 den Acker
bezahlt. Die Ufer des Sees sind seit
mehr als fünfzig Jahren besiedelt und es
ist keinem Menschen der Gedanke gekom
men, daß an einem der lieblichsten Punkte
oes ecusers ein Stückchen Land lag.
das noch rmmer Uncle Sam gehörte.
Durch Zufall machte endlich im vorigen
ommer ein err drete Entdeckung. Er
begab sich sofort in die Abstract-Ofsice.
um sich genau nach den Verhältnissen zn
erkundigen, sein Unglück aber wollte, daß
seine Unterredung mit dcnr etwas tauben
Inhaber der Office von einem Dritten
belauscht wurde und dieser Dritte, ein
Herr Lyon, ging zur Bundes-Landoffice
und kaufte wie es sein gutes Recht war
das etwas üler 6 'Acker haltende
Grundstück für Hl. 25 den Acker' Das
Land ist, wie gesagt, unter Brüdern seine
P6000 werth. Das war gewiß ern gluck-
ricyer anoraus
r
In Newark bat. wie die .N.J. Fr.
Ztg.- meldet, ein Herr W. H. Jackson
. .
e,ne Maschine angefertigt und xatentiren nmoglicy gemacyr, oie voue ahryelk
lassen, welche dem Jmportiren von Haar- darüber zu erfahren.
nadeln vielleicht ein Ende macht. Seit- Eine merkwürdige Augen
her wurden von England allein per Jahr krankhrit ist bei einer Revision der Augen
c r. ? A a i w " r ? , r . cr .
,ur nirwen,aer oennlz Simonen 5ll0l-
lars Haarnadeln bezogen, auf welche ein
Eingangszoll von 45 Prozent des Ge-
fammtwerthes zu entrichten war. Herr
Jackson ist. aber in der Zukunft im
Stande, mittelst seiner Maschinen den
Damen Amerika's ihren Bedarf von
Haarnadeln zu den genannten als Ein-
gangszoll zu zahlenden 45 Prozent von
l Millionen Trllars zu liefern, wodurch
eine Erfparniß von über 800,000 Dol-
lars per Jahr erzielt wird. Die Ma-
schine ist eine sehr ingeniöse, obschon sie,
sowie ihre Arbeitsleistung sich wenig
compl,z,rt ansieht und deren Handhabung
eine simple ist, fo daß ein Mann mit ei-
"igcn Knaben wenigstens hundert dersel-
ben bedienen kann. Auf einem am Ende
der Maschine angebrachten Hasvel wird
der zu'verwendende Droht aufgelegt, und
von dsrt aus die Maschine übertragen,
der Mechanismus macht den Draht ge
rade, polirt ihn, schneidet ihn in die rich-
nge Lange, spitzt die Enden derselben,
biegt sie dann in alle gewünschten For-
men und wirft sie fertig in einen an der
Seite angebrachten Behälter. Diese Ope
ration ist eine solch' schnille, daß eine
einzelne Maschine im Stande ist 150
000 Nadeln per Stunde anzufertigen.
? Schon seit einiger Zeit versetzte ein
gewaltiger ächter amerikanischer Panther
die Bewohner des Thales des Liltle
Tennessee" im County. Rabun im nord
östlich sten Thri.le Georgia's in Angst und
chrecren. zcurllcy war vcr Farmer
Geo. Greenleas vcachts aus der Heim
kehr erns dem Eountvhauptorte Clayton
begriffen; bei ihm befand sich zunächst
seine rau, mit welcher er zu Fuß sich
eine Anhohe hinaus begab, um den bei-
oen aultyiercn oas ziehen reines von
seinem kleinen Knaben gelenkten WagenS
zu erikichkern. plötzlich horte er ein
Geräusch im nahen Gebüsch und man
sah durch die Dunkelheit zwei feurige
Äugen leuchten. Grecnlcaf zog und off-
nete sein Mesler ; gleich darauf sprang
mit mächtigem Satze ein gewaltiges
hier an ihn hinaus: es war der Phcm-
thcr; Greenleas führte gegenden gesähr
lichen Feind einen Messerstoß, der jedoch
den Arm der Frau Greenleas traf.
welche sich beim Anblick der Gefahr an
den Gatten schmiegte, um rhn zu decken
Das Messer entfiel Greenleaf's Hand
und er stürzte unter einem zweiten An
prall des Panthers zu Bodcn. Doch
blitzschnell hatte die heldenmüthige Frau
Greenleas das Messer ergriffen, und
noch ehe der Pbante r seine Zähne in das
Fleisch Greenleas s schlagen konnte,
führ.'e'Frau Greenleas aus Leibeskräften
einen Mcsserhicb gegen die Gurgel des
Raudthiercs. Der Hieb gluckte völlig
Mit durchschnittener Kehle wälzte sich
der Phanter am Boden, ein furchtbares
Geheul ausxoßend, und bald darauf
verendete er.
Drei junge Männer von Spring
Brook Townshlp, Pa., begaben sich die
ser Tage auf die Jagd. Sie hatten keine
Hunde mitgenommen. Da der Erdbo-
den mit Gras oder sonstigem Pflanten
wuchs bedeckt und überdies welch war
folgten sie den Spuren von Wild nach,
ohne jedoch irgend welchen Erfolg zu ha
ben. Plötzlich bemerkte einer der jun
gen Leute einen Bären aus dem in un-
mutelbarer Nahe benndllchen Gebüsch
kommen. Er rief seinem Kameraden zu.
er möge sich rasch umwenden und auf den
nur etwa 50 Z)ards von ihm entfernten
Baren schießen. Dies geschah, da aber
der Schuß das Ziel verfehlte, begann der
Bar sich mit um so größerer Schnellig-
keit seinem Angreifer zu nahern. Ein
weiterer schu aus der Buchse des Ja-
gers verwundete den Bären. Doch mit
gesteigerter Wuth sprang er aus den Ja-
qer los und warf ihn zu Boden. Der
Pennsylvanier raffte sich zwar eilig auf.
aber wiederum warf ihn der Bär nieder.
Jäger und Bar walzten sich nun im Ge-
busch eine Zeiklong auf dem Erdboden
er zunächst vennouche andere zaqer
kam nun herbeigeeilt und wollte eine La
dung auf die Bestie feuern, woran ihn
edoch fern Kamerad wegen der damit
verbundenen Gefahr hinderte. Nun
eilte auch der dritte Jäger herbei und
versetzte dem Bären mehre Stiche in den
Hals, wodurch der erste Jager aus seiner
gesahrlrchen Lage befreit wurde und nch
schnell an einen sicheren Ort fluchtete
Ein wohlgezielter Schuß des zweiten der
Jäger nach dem Kopf des Thieres tödtete
schließlich dasselbe. Man brachte den
erlegten Bären nach Scranton; derselbe
wog über 300 Pfund und ist der vierte
Bar, der in Monatsfrist in dortiger Ge
gend geschossen wurde.
vermischte Nachrichten.
tanley toll noch vor
Ende dieses Monates zum Gouverneur
des Kongo-Staates ernannt werden.
Der Name des Dorfes
.Ilnchristen" im Kreise Breslau ist mit
allerhöchster Genehmigung-' in Bis-
marcksfeld" umgewandelt worden.
Die chinesische Regierung
hat unter dem Namen Hansu eine neue
Prvvmz gesSckfsen. Die Hauptstadt der
selben heißt Umrutfi. Die Provinz wurde
aus Distrikten gebildet, welche an das
russische Turkestan grenzen.
Der .Nat.-Ztg." zufolge
sind sämmtliche in Posen in Haft ge-
vommene Zahlmeister, da die Untersu
ckuna- die Verdachtsmomente in
keiner
Weise bestängte, in Freiheit gefetzt wor-
den. ' . I
Der erste von den drei in I
Glasgow im Bau begriffenen schnell-1
dampfern des Norddeutschen Llcyd ist am
22. Dezember glücklich vom Stapel ge
laufen. Das Schiff hat noch keinen
Namen erhalten'.
Die Sozialdemokraten
beabsichtigen demnächst beim Reichstage
die Aufhebung des DvnamitgeetzeS zu
beantragen, fowie einen Antrag einzu
bringen, daß der Wahltag an Sonn- und
Feiertagen sein muß, und die Stimm
zettel in gleichmäßigen, abgestempelten
Couverts abgegeben werden müssen.
Den in Rußland wohnen
den jüdischen Kaufleuten wird nur die
Führung von Exportgeschäften gestattet.
Infolge dieser Verordnung werden vom
I. (13.) Januar an von der Behörde
diejenigen jüdischen Geschäfte gesperrt,
welche sowohl mit inländischen russischen
Erzeugnissen als auch mit ausländischen
Warren im Innern Handel treiben.
Der Millionen-Dieb
T'Kint ist, wie aus Brüssel gemeldet
wird, am 19. Dezember, nach überstan
dener 15jähria.er Zuchthausstrafe in
Freiheit gesetzt". 'Die bekannte .Lolo"
bat sich mit den von T'Kint gestohlenen
Schätzen in Brüssel ein großartiges Va-
lais erbaut, um denselben mit fürstlichen
Ehren empfangen zu können!
Folgende, ganz unalaub-
?aft klingende Notiz läuft durch die
ranzofischen Blätter: .Seit dem Kriege
von 1670 befinden sich noch immer in
deutschen Festungen eine Anzahl fran
zösischer Gefangener, wilche wegen Auf
ruhrs, Insubordination u. s. w. ver
urtheilt worden sind. Wird man denn
niemals ihre Anzahl und ihre Namen er-
fahren? Blele
französifche Familien
haben an der Beantwortung dieser Frage
das größte Interesse, es wird ihnen aber
I 5i! i i. x rv . r v ,
I sammilicoer zoerzreuie rm aarrevier
konstatin worden. Man nennt sie .Roll
Augen". Die Augen eines von diesem
Uebel Befallenen können, wenn nicht bei
Zeiten der Krankheit entgegen getreten
wird, zuletzt nichts mehr erkennen, da
dieselben sich so rasch bewegen, daß wenn
sre aus einen Gegenstand blicken, derselbe
sich in einem Kreis vor ihnen zu drehen
chemt. uson den Gruben Hem,tz. Reden
und Wellerswciler befinden sich einige
Bergleute in ärztlicher Behandlung,
Die Kälte in Verbindung
mit starkem Schneesall hat in Lothrinc-en
die Wölfe aus ihren Schlupfwinkeln in
die bemobntttr Geaenden attrieltn. hre
Zahl scheint sich durch Zuzug aus den
Ardennen vermehrt zu haben. Letzterer
UmstMh st es. K,,tsii,4. yi. n.
rottuna oder auch nur die Verminderung
der Wölfe verhindert. Daß die Jäger
seit fünflehn Jahren scharf hinter Freund
Jsegrimm her sind, dürfte sich aus fol-
genden Wahlen ergeben. Es wurden
nämlich in der Zeit vom I.Ma! 1371 bis
zum 30. April 1872 44, im 1873 76,
lm Jak,re 1874 45. 1873 66. 188283
34 und 188384 ' 20 Wölfe erlegt.
Nächst den Wölfen sind es hauptsächlich
die Wildschweine, welche immer noch in
größerer Anzahl die lothringischen Wäl-
der bevölkern, als im Interesse der Land
wilthschaft liegt. Beispielsweise wurden
deren 188283 nicht weniger als 763
erlegt.
Im Arsenal zu Woolwich
lagert gegenwärtig ein ungeheures Ge
schütz, welches bestimmt ist. Torpedos
unter Wasser abzufeuern. Dasselbe ist
eine Erfindung des bekannten Inge-
nieurs Ericson und in den Vereinigten
Staaten angefertigt, von wo es vor
einigen Wochen in Loodon eingetroffen
ist. Das Geschütz, ein Hinterlader von
80 Fuß Länge und 18 Zoll Kaliber.
hat ein Gewicht von 40 Tonnen und
ist ganz aus Stahl gearbeitet, das Ge-
schoß besitzt eine Länge von 25 Fuß,
wiegt aber, da es im Innern hohl ist,
nur eine Tonn:. Die Mündung des
Geschützes, das 9 Fuß unter der Wasser
linie in der Richtung des Kiels am
Schiffssteven angebracht wird, ist mit
ciner Kauschukkla'ppe bedeckt, welche das
Wasser ausschließt und sich vor dem
Schuß ablöst. Die Ladung, welche, wie
das Geschoß, von hinten in's Rohr ein
geführt wird, befragt nur 20 Pfund
Pulver, die Schußweite ist auf 300
?1ard3 berechnet. Es sollen demnächst
in Portsmouth Versuche mit dem Ge-
schütz angestellt werden.
Mit Streichhölzern kann
nicht vorsichtig genug umgegangen wer-
den. So wird beispielsweise in einer
vom Bureau des sächsischen Landtages
versendeten Beilaae iu dem Recken
fchaftsbericht der sächsischen Brandocr
sicherungskommission nachgewiesen, daß
im Königreich Sachsen in den letzten vier
Jahren durch fahrlässiges Umgehen mit
trerchholzern erwiesenermaßen Zweifel
los 197, muthmaßlich 72, also höchst
wahlscheinlich 269 Brände entstanden
srnd, für welche Schadenvergütungen in
Hohe von 503,777 Mark gezahlt werden
mußten. In 206 Fällen waren Kinder,
,n 60 Fallen Erwachsene Urheber der
Brande.
Ueber die Christenverf o l
gungen in Kochinchina sind der römischen
Propaganda letzt nähere Berichte zuqe-
gangen. Danach wurden in dem Vika-
rrat Ost-Kochinchlna, zu welchem Hue,
die Hauptstadt Annams, gehört, bis
zum 1 . November d. I. geiödtet : 9 fran-
zosische Missionare, 7 einheimische Prre-
ster, 60 Katecheten, 270 einheimische
Rönnen. 24.000 lLhrl tcn: 200 Pfar-
reien wurden vollständdig zerstört. 225
Kirchen verbrannt, 17 Waisenhauser,
10 Nonnenklöster, ö Ackerbaukolonien,
2 Seminare und 2 Apotheken zerstört
Im nördlichen Kochinchina wurden 7000
Christen gelobtet, darunter 9 einhermrsche
Priester und 60 Pfarreien zerstört. Die
verschont gebliebenen Christen starben
vor Hunger. Und all' dieses Gemetzel
und diese Zerstörungen hat die zahlreiche
französlsche Truppenmacht, welche sich in
lenen Gegenden benndet, nrcht zu ver
hindernvermocht.
Nach einem Berichte des
Glasgow Herald über den Schisssbau
am iLIyde im Jahre 1885, wurden 241
Schiffe mit einem Deplacement von
193,453 Tonnen vom Stapel gelassen.
gegen einen Tonnengehalt von 295,854
im vorigen Jahre. Der Tonmngehalt
für das Jzhr 1877, als die letzte über-
aus ernste Handelsstockung herrschte, be
zisserte sich auf 169,710, mithin auf 23,,
743 weniger als in diesem Jahre. Der
Schiffsbau in Sunderland hat in diesem
Jahre ebenfalls ernste Rückschritte ge-
macht. Es wurden im Ganzen 44
Schiffe von 61,760 Tonnen vom Stapel
gelassen gegen 71 von 93,521 Tonnen
1834 und 212,. 360 Tonnen 1833.
In Sunderland herrscht großer Noth-
r c . n ' - r . . . -
irano, oa anillllr wie uvlicy uoer xi,uuu
nur 3000 Personen Beschastlguna im
chiffsbau haben.
Nach AnfichtdeS früheren
französischen Konsuls in Ranqun, der
sich auf dem Wege nach Philadelphia be
findet, wird England in seinem Bemühen.
Birma zu regieren, kaum Erfolg haben.
i?re hermische Monarchie könne ohne Er
Hebung der Bevölkerung nicht einfach
unterdrückt werden. Anstatt Birma
kuriwea tu annektiren. Kätte England
weit besser gehandelt, den Prinz Mien
Jag auf den Thron ,u setzen und daS
Land durch einen englischen Bevollmäch
tigten (Resident), in Mandalav vermal-
ten zulassen.
'
.-'Hl
tj V I
.
4 . t 4
uöland.
London, IS. In.. Ein irisd
-H:gh Sheriff" schreibt an die .Tstn'cs''
daß während des Worlstreites tcr dat
ieren inr Parlament eine HungeiSrielh i z
Irland im Anzüge sei. reiche gef(tzif.fe
Zustände im Gefolge haben rtci-'. (V
waltthZtige Menschrn. schreibt er. sir
entschlossen nicht u hung.rn und weiden
sich ihre Lebensbedürfnisse selbst um den
Preis von Mord und Mißhandlung ver
schaffen. Berlin, 16. Jan. DerUkasdcs
Ezaren, welcher die Ausweisung aller
nicht naturalisirrer Prcußcn aus Nuß.
land anordnet, wird 100 000 Me schen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer, betresier'
Den ersteren werden acht Monate. Un
letzteren sechs Monate und den Bauern
sechs Wochen Zeit zur Räumung des xuU
sischen Gebietes gegeben.
Lim er ick, 16. Januar. Der Äor
stand des ArmenVerdandes hat be
schloss n, -zur weiteren Unterbringung
der Armen 900 cinsl?ckic.e Häuser zum
Kostenxreise von ö-t00,000 zu bauen;
das Geld wird von der Regierung ent
liehen werden.
Paris. 16. Jan. Der Friedens'
vertrag zwischen Frankreich und Mada
gaskar ist genehmigt worden.
London, 17. Jan. Wie 'Dai!,
Telegraph" meldet, beabsichtigt die Re
gierung, die Bestimmungen des .Ciime
Act- gegen das Boycotten und die zur
Herbeiführung unparteiischer Prozesse
und zur Unterdrückung des Terrorisinus
in Irland wieder in das Leben zu rufen.
London. 17. Jan WieeineDexe
sche auS Belgrad meldet, verweigert die
serbische Regierung die Berminderünz
ihres Heeres auf den Friedensfuß unter'
dem Vorgehen, daß sie das Land gegen
Ueberfälle zu .schützen wünsche.
Sofia, 17. Jan. Einem Gerücht
zufolge wird der rufsische Fürst Canta
cuzene zum bulgarischen Kriegsminister
ernannt meiden.
Konstantinopel. 18. Jan. Der
Fürst Alexander von Bulgarien hat der
Pforte telegrophirt. daß Serbien kein
Recht habe, den Ort zur Führung der
Friedensunterhandlungen zwischen Ser
bien und Bulgarien auszuwählen. Wenn
der König Milan auf der Wahl ron
Bukarest bestehe, werde er, Alexander,
nachdrücklich darauf dringen, daß die
riedensunkerhanslungen in rphia $t
führt werden.
Lo ndon, 18. Jan. Salisburu hat
darein gewilligt. China dem Namen nach
als Oberherrn von Birma. unter der Be
dingung auzuerkenncn. daß die Pekinger
Regierung auf alle Tridut'ordeiungni
an Birma verz chtet und die chinesische
Grenze den britischen HZndlern gegen
eine Erlegung des Wertzolles von fünf
Prozent öffnet ; doch soll der Handel mit
Opium ausgeschlossen sein.
2Ulav.
St. Louis. Mo., iS.'Jan. Selma
Klemm, ein Dienstmädchen im Haule
des Dr. Ford,'hatsich heute Morgen
mit Morphin vergiftet. Der Vater der
Selbstmörderin wohnt in Madison Wis.
Lon g B ranch, N. I.. 13. Jan.
Die ganze Bäste von Seabright bis
Manasquan ist mit losem Mais' bedeckt,
welcher aus dem Wrack des am Samstag
bei Spring Lake gestrandeten Schoners
Marry Farr an die Küste gespült wird.
Farmer schaffen ihn waqenwtise fort,
ohne daß ihnen darin Einhalt gethan
wird. Den Rettungsstationen liegt der
Schutz gestrandeter Güter gegen Strand:
dicbc ab.
Des Moineö, Ja., 13. Januar.
AuS dem Staate hier eingetroffene Nach
richten melden vier Todesfälle in Folge
Erfrierens; auch ist eine beträchtliche
Menge Vieh erfroren.
Galveston, Ter.. 14. Jan. AuZ
Chile wird berichtet, daß gestern Abend
ein Bahnzug, auf welchem sich eme
Compagnie Militär befand, bei Valdivia
verunglückt ist. 30 Soldaten darunter
7 Offiziere, blieben auf der Stelle todr.
Washington, 14. Jan. Der
Hausausschuß für öffentliche Ländereien
hat sich darüber geeinigt, diePavson'sche
Bill, welche gewisse Landschenkungen i:i
Mississippi, Alabama und Louisiana, die
zur Unterstützung von Eifenbahn-Gefell-schasten
zum Zwecke von Bahnbauten ge
macht worden waren, für versallen er
kläret, zur Annahme zu empfehlen j von
der Wirkung des Gesetzes bleibt zevoch
die Schenkung an die Giilf & Ship
Island Bahn" ausgeschlossen.
Pittsburg, Pa,. 15. Jan. Die
Kohlen gräberund Arbeiter an den Stand
ard Coke Oesen in der Connellsoiller
Gegend haben gestern die Arbeit nieder
gelegt, um eine Lohnerhöhung um 10
Prozent zu erzwingen. Wahrscheinlich
wird daraus ein allgemeiner Streik ent-
stehen.
Washington, D. C., 12. Jan.
Im hiesigen Criminalgericht wnrde heute
Richard Lee wegen GattenmordeS, An
tonio Nardello wegen Ermordung der
Carmine Rotunno und Louis Sommer
field w?gen Ermordung von Frau und .
Schwiegersohn zum Tode verurthcilt und
die Hinrichtung von allen Dreien aus len
zweiten Dienstag, der aus die Vertagung
deS neuen Gerichtstcrmins folgt, anbe
räumt. New Orleans, 16. Jan. Nach
Spezialtelegrammen aus Leaky im tera
nischen Countv Edwards ist dort ein
Goldlager entdeckt worden. Erzproben
ergaben 63300 Dollars per Tonne.
Goldsucher strömen aus allenRichiungen
herbei.
Jersey Citn, 16. Jan. George
H. Disque, welcher am 6. Oktober o, I.
in Hoboken seine Frau ermordet hat, ist
zum Tode verurtheilt morden und soll
am 26. März hingerichtet werden.
Washington, 17. Jan. Gestern
ging im hiesigen Schatzamte Bundes
Papiergeld im Betrage von s 1200 zum
Zweck der Einlösung ein. Ein Blick aus
die Nummern der Geldscheine belehrte die
Beamten, daß genau diese Nummern tra
qer.des Papiergeld bereits eingelöst wor
den war und eine genauere Besichtigung
ergab, daß die auf den an sich ächten Schei
nen ursprünglich befindlich gewesenen
Nummern abgeändert worden waren und
zwar so, daß mittelst eines Federstrichs
aus der ersten Eins eine Vier gemacht
und einzelnen Zahlen noch erve Ziffer '
binruaefüat morden war. Jedenfalls
war das Geld irgendwo gestohlen und
zum.Zwecke der Verschleierung deS Dieb
stahlS in den Nummern gefälscht wor-
den.
N,m Nark. is. Plan. Die Ocean-
dampfschifffahrls Gesellschaft haben die
wlschendeck'ffahrprerse von Europa nac?
Amerika von $15 auf 20 erhöht.
Vittsbura. Pa . 18. Jan. Der
Schleppdampfer Modoc. welcher hier otr -der
16. Straße in dem Allegiany.Flusie
lag, ist heute in Folge des Bersten. tv
r p TSv
ner '.amp liess et auigesivgen.
Steuermann Joe Davies kam dabei um
das L.ben und der Kapitän Jeff Erans
und der Heizer Matihew Higgens erlit-
ten lebensaefäbrliche Perl, düngen.
übrigen Mitglieder der Mannschaft blie
be unversehrt, DaS Boot wurde cci
io cmSeinandergerlssen und prenz!-.
flogen über 500 Z)ardS weit.
54. 9?,i

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