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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, June 11, 1886, Image 3

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rzllSnvise S?aJrichten.
' VlkMZlttN.
sjeqenort. Die kalten Nacht
: ... iw,'K,inn haben emen aanl
l armen Schaden, der erst inmitten des
. r.-.tTC.- ... r. .t.-. :
Sommers cgi uvui uuiiiicu uut.v.
Verursacht. Eine Frucht, an die jetzt
.'cd Niemand denkt, rond im Sommer
. w Ca Jst. Ü.L
' fast BöUta entsevrr werven. via l,l vies
' die Blaubeere. Heidelbeere oder Befing
Der Verlust für die armen Landbewoh
ner ist sehr groß, ein AusfaJ von ca
0,000 oder 100,000 Mark an Pflück
tt'dienft wird herausgerechnet.
Greifsmald. An der hiesigen
ttninttssität waren im letzten Winter
immatrikulirt: 304 Theologen. 53
Fristen, 403 Mediziner, 124 Philo.
- 1 rct ooj .
sophen. IM ?an,ki! oo viuimciiuc.
Jetzt sind 335 Theologen, 65 Juristen,
425 Mediziner und 131 Philosophen,
im Ganzen 956 Studirende, immatriku
lirt. Meraen. Vsdt einiaen Wochen
herrscht unter den Kindern hiesiger
Stadt eine Masern - Epidemie, wovon
die meisten betreffen wurden, so daß
säovUiche hiesige Schulen, mit Aus
nab?e der beiden obern Knabenklasien
und der ersten Mädchenklasse der Stadt
schule, bis auf Weiteres geschlossen sind.
Ostpreußen.
Ruß. In dem nahen Ort Szieß
kraut hat das Hochwasser furchtbar ge
haust. Der von Ruß nach dort führende
Landweg ist zum Strom geworden. Die
TZmme sind geborsten und weisen große
Püien auf. ffast jedes Hans ist zerstört
und aus feinen Fugen grhoben. Amei I
sind fogar foztgeschroemrnt; die Plätze,
an denen sie standen, sind jezt durch zwei
große Teiche bezeichnet.
Allen bürg. Im Alter von 03
Jahren i't hier der Veteran und Stadt
aachtmeister a. D. Chnstian Glagau
gestorben.
Brandfälle. Durch Feuersbrünste
wurden ztistölt: zu Barkehmen die
Wohnhäuser des Kleinmlrths Becker und
des Kächners Wcndors, zu Hohenfeld
sämmtliche Gebäude des Zl!irlhS Valen
tinTobcy, zu Johannisburg sieben Wohn
Häuser, zu Panstruzga sämmtliche Wohn
und Wirthschaftsgebäde dreier Wirthe
und zweier Eigenkälhner, zu Schlipchen
fct i (Honsken die ganze Besitzung des
Hrn. ZZüftermann, zu Skomatzko daß
Wohnhaus des Gutsbesitzers Tamm, zu
Thzrau die Krugniirthfchaft.
Weßpreußcn.
D an zig. FürdieUeberschwemmten
an der Weichselmündung sind bis jetzt
im Ganzen ers: einige 20,000 M. ein
geganzen, während allein der Schaden
an Gebäuden und Modilien auf 63,000
27i. geschäht wird. Die ungleich große
ren Verlupe an Ländereien und Saaten
haben zahlenmäßig noch nicht festgestellt
werden können.
Marienwerder. Das Ueber
fchuien,!nur:g2N'asscr ist zwar aus unseren
?tiederungs?:tschastcn abgelaufen, doch
und die Ländercien uoch so versumpft,
la's an ein Ackern noch gar nicht zu
denken ift. (?anz besonders haben die
Ortschaften Zn:n;igerwci:e, Gr. Schar
tau, MontauerrcciZe und Zandersweide
gelitten. Iir Gr. chartern sind allein j
12 Hufen unbestellbar. i
I
2 tu hm. Der T,iermjunze Nsbert !
Herrmann. welcher in Güloenfe'lde das ;
Gekost seines Tienitherrn in Brand
fuiti, vt bereite feügencrnxen weiden j
und hat feine Schuld eingestanden, j
?l 1 1 rn a r f. Hier ist vor einizen ;
Tazen der Hankeeniann Jcc:ö Lcstli? ;
ini Äitcr ton iQ'j Jähren geftoiben. '
Pesrn.
Posen. Der Obrsrästdent o. Gün-j
lher beg'nz zu An'ang des iai das st j
des SOjihrigen Tiennjubilärns. Wil- j
liarn Barnow v. Günther, geb. am 8. j
März 1815 zu London, trat anr 5. Mai j
IS 36 in den Staatsdienst ein, indem er
an diesem Tage als KammerZfrichts-
Anskultator in Berlin vereidigt wurde. !
Unterm 8. April 1S73 erfolgte die lir-
Nennung Günther's zunr Obcrvräfiden- j
ten und drt Berufung an ti; 5p. ze j
der Verwaltung der Prooin; Pafcn.
iy r a ii fr a d t. Lor einigen Wochen
würbe in Altendorf eine Vauerzuisbe- j
sitzerin wezen Verdachts des wiederhol- j
tcn G:f:mordes verhaftet. Die Frau ist !
vier nral verheiratet gewesen und alle j
ihre Ehegatten sollen stets kurz? Zeit j
nach der Verbeirathun, gtstorben fein.,!
Ta auch ihr leter Gatte plötzlich starb, j
so ordnete die BeHorde die Ausgrabung
der Leichen an und nahin die Freu in
Halt. Das Verfahren gegen die Ba-a-erngutzbesiT'.rin
ist jedoch wieder emge
still: worden, da der Verdacht des Gift
rncroes sich nicht bestätigt hak.
Schlesie.
Herrnstadt. Die wiederholten
Gesuche des Magistrats um Verlegung
eine Bataillons Infanterie nach Herrn
stadt sind vorn Minister jetzt ablehnend
beschieden worden.
Hirsch berg. Der Noßschlächter
Ninke in Nöhrödorf, welcher gefundheiis
schädliches Pferdefleich und Pferdewürste
verkauft hatte, nach deren Genuß in
Friedeberg. Liebenthal u. a. O. zahlreiche
Erkrankungen und sogar ein Todesfall
der des Zirnmermanns Schulter in Egels
dorf vorkamen, wurde zu 1 Jahren
Gefängniß verurtheilt.
Königshütte. Dieser Tage
wurde hier die Schwiegermutter des im
Sladttheil Klimsawiese wohnenden Ma
schinenwär'ers Kluska begraben, die ein
Alter von 101 Jahren erreicht hatte.
Land eck. Nunmehr soll auch hier
ein Ferienheim für Lehrer und Lehrerin
nen, ähnlich dem in Salzbrunn bereits
seit einem Jahr bestehenden, inS Leben
gerufen werden Von dem zum Bau er
forderlichen Kapital sollen 30,000 M.
durch Sammlungen, die übrigen 15.000
M. durch ein aufzunehmendes Darlehen
gedeckt rcerden.
Laurahütte. Ganz in der Nähe
unseres Ortes wurde bei Czakai auf dem
Bahnkörper die Leiche des Bahnwärters
Kliemt gefunden. Die Untersuchung er
gab, daß derselbe ermordet und dann auf
das Gtleis gelegt worden war.
Provinz Sachsen.
Magdeburg. Der 11. Mai. als
200iZhr,ger Todestag des berühmten
Magdeburger Bürgermeisters Otto v.
Guericke, hat Anregung gegeben, ein
würdigcs Denkmal des großen Natur
forschers und Staatsmannes für Magde
bürg zu erstreben. Ein Ausschuß her
vorragender Bürger hat die Sache in die
Hand genommen.
Suhl. Seit längerer Zeit schon
liegen die Geschäfte der alten Waffenstadt
Suhl sehr im Argen; die zahlreichen
Gewchrfabriken, welche die Haupt
Industrie Suhl's ausmachen, haben von
den deutschen Regierungen schon seit
Jahren kernen Auftrag mehr erhalten
und fristen ihr Dasein lediglich noch von
Prioatbestellungen. Im December v. I.
haben dieserhald die Arbeiter sämmtlicher
Gewehrfabriken hier eine Petition an
den Reichskanzler abgeschickt, in welcher
gebeten wurde, bei Herstellung des in
der deutschen Armee einzuführenden Re
petirgewehreS auf Suhl Rücksicht zu neh
men. Hierauf ist seitens des Kriegs
Ministeriums ablehnender Bescheid er
gangen. Man wird wohl kaum fehl
gehen, wenn man annimmt, daß die
Möglichkeit deS VerrathS der neuen Ge
wehnheile an eine fremde Regierung den
Hauptsarior für den admeri enden Be-
lchnv vttdet. ,
WeSlalm.
Bochum. Zu einer Strafe von fünf
fahren Zuchthaus wurde der Bergmann
Hernr. Schöxpner aus Schrick bei Stie-
pel verurtheltt, wer! in fernem Keller 16
Dunamitpatronen gefunden wurden und
er auch vor Begehung des Attentats auf
das Haus deö L)r. Pickert rn Weirmar
mark gedroht hatte, .er werde verschiede
nen Leuten Dynamit in die Bude wer-
sen.-
H a m m. Der Winkelier Muselmann,
welcher am 23. Dez. v. I. feine Frau
uns vier Kinder tödtete, ist jetzt in die
Irrenanstalt zu Marsberg abgeführt
worden. Lort wird er fern Leben wohl
beschließen.
Brandfälle. In Eschede brannte die
Weberei von Strovk nieder, in Herten
das Hagemann'sche Wohnhaus, in Hü
sten das Haus des Kaufmanns Gordes,
in Meinkenbracht. in Folae Blitzstrahls.
das Wohnhaus des LandmannS Aßrnann,
in Langenhagen bei Mennighüffen Wohn
Haus und Scheune des Kolons Henris-
men er gen. Schwarze. Ferner wurden
ein Raub der Flammen: zu Ondrup das
Wohnhaus des Oekonomen Bergmann,
zu Rösenbeck 13 Wohnhäuser, zu Tilgte
das Haus des Schreinermeisters H., zu
Vlotho das Wohnhaus des Kolons Flach-
men er.
Rhernprodioz.
Köln. Nach ten bei dem Kon-
sistorium der Rheinprooinz eingereichten
statistischen Tabellen tes Jahres 1584
wurden während tiefes Jahres in der
ganzen Rheinprooinz 10,033 Kinder aus
gemischten Ehen geboren. Davon wur
den 6077 katholisch, 3496 evangelisch
getauft. Gemischte Ehen wurden 2787
geschlossen und davon 1270 evangelisch
eingesegnet.
Elberfeld. Der ehemalige Ri-
neldini des Wupperthales", Karl Bie
bwhäuser, der bald nach seiner Ent
lassung aus dem Zuchthause von der
Barmer Gefängniß-Gesellschaft mit den
Mitteln zur Reise über's Meer ausqe-
rüstet worden rst, dam;t er dort em ehr-
rcher Menzch zu werden versuche, ist der
einer Landung in Amerika von den Ve-
hörden zurückgewiesen worden und mit
demselben Schisse, auf welchem er die
Ueberfahrt bewerkstelligte, wieder zurück
gekehrt. Dul k en. Eine Wette kannlballZcher
Art kam hier am Ostermontag zum
Austraz. In Folge derselben biß ein
Arbeiter einem lebentiaen Hahn den
Kopf ad, rupfre ihm die Feiern aus und
verzehrte ihn dann in rohem Zustande
bis auf ten letzten Rest.
SchlkSsiz-ßslßkia.
Kiel. Der in der Assaire Prohl
wegen Landesoerraths mitverhaftete und
nach Berlin überführte Maschinenmeister
Schwartz ist dort im Moabiter Unter
suchungsgefänzniß gestorb?n.
Apenrade. Das Allerneueste in
unferer städtischen Verwaltung ist, daß
der Magistrat unserer Stadt streikt. In
Folge von Skreirigkeiten mit dem Bür
genneistcr VreZen hat nämlich der ge
sammte Magistrat seine Entlassung ge
nommen. so daß die auf einen der letzten
Tage anberaumte Satzung nicht staikstu
den konnte. Der Senator Lange glaubte
sich durch eine Atuß -rung des Bürger
Meisters gelegentlich einer Kontrcverse
neZkn der Vrrroalkung der Hans Peter
Hansen'schen Stiftung beleidig! und
legte sein Amt nieder, und die anderen
Magistrats nufgliede? folgten seinem Bei
spiel. To ndern. Durch Urbarmachung.
Einrichtung und Bexstanzunz der sog.
Widauinsl ist unsere tadt um eine vor
rüglch? Anlage bereichert worden. jni
Lauf weniger Tage sind hier nicht weni
gcr als 7 Selbfüno'de verübt worden.
Haank?.
Hannover. 2:uf v'N! Klosterzute
Buchenberz in .iedensahl war der
14iäh:ice Sohn Ernst des Gutepähters
Mezzer "beir Treiben der Pferd- am
G.pelwerke einer Maschine angestellt.
Als man denselben kurze Ant bei diesem
Geschäfte allein gelassen hatte, fand man
ihn rnit gebrochenem Genick
todt
am
der
GZöcl l:c.?;n. Wahrscheinlich ist
Junge rom Göpelsitzbrett gefallen.
Hildesheim. Seit Kurzem ist
am Kehrwiedermall ein neuer Ausblick
geschaffen, der jeder Sicherung entbehrt,
irdem n:cht einmal eine Brustwehr oder
Barriere vorhanden ist. Vier junge
Leute gingen em Abend über den Kehr
wic'dcrwull spazieren ; einer derselben be
gab sicb zu der Aussichtsstelle und stürzte
in die Tiefe hinab, wobei der Unglück-
liche einen chädelbruch erlitt, an desien
Folgen er am nächsten Morgen seinen
Geist aufgab. Der Verunglückte hl.'g
August Bücker, ist 27 Jahre alt, aus
Erlinghaufen in Lixpe-Detmold gebürtig
uni seit vorigem Jahre hier aus der
Zuckerrafsinerie beschäftigt gewesen.
E l i c. Die Nachtsroste wahren) der
ersten Tage des Mai haben auch in hie-
stzer Gegend in der Pflanzenwelt mehr
fachen Schaden angerichtet. Unter an-
derem wird aus Mehle mitgetheilt, daß
auf eine dtezahrlge Heldeloeer-trnte im
Elze-Mehler-Holze. fast gar keine Hoff
nung mehr zu hegen ist.
E e l l e. Die hiesige reformirte Ge
meinte feierte am 23. Mai ihr zweihun
dertjähriges Bestehen.
Hessen-Nassau.
Kassel. Der vormalige kurhessische
Generalstabs-Mojor. Ferd v. Pfiiler,
der, durch die damaligen Verfassungs
wirren veranlaßt, schon im Jahre 1858
seiren Abschied nahm, ist in Zolss
anger nach siebenjährigem schwersn Lei
den im Alter von 86 Jahren gestorben.
Frankfurt a. M. Vor einiger
Reit machte ein Musketier des hi gar
nisonirenden 81. Jnf.-Regts., um sich
den Mißhandlungen seiner Vorgesetzten
zu entziehen, einen Selbstmordrersuch.
Oberst v. Struensee hätte den jetzt als
Invalide aus dem Lazareth Entlassenen
er hat ein steifes Genick behalten
gern auf die Festung gebracht, weil er
Selbstverstümmelung annahm. Das
Kriegsgericht hat jedoch den Musketier
von dieser Anklage freigesprochen, da
gegen den Unteroffizier Weber wegen
Mißhandlung des Mannes zu 3 Wochen
füwerem Arrest und den Unteroffizier
Schmidt zu 3 Tagen Mit relarrest verur
theilt. Bettenhausen. Die Frau des
hier wohnhaften Maurers Wegner. der
schon fünf Sprößlinge besitzt, ist dieser
Tage mit Drillingen niedergekommen.
Mutter und Kinder, ein Knabe und zwei
Madchen, befinden sich wohl.
Königreich Sachsen.
Dresden. In den letzten fünfzig
Jahren ist der Antheil der LandSeoölke
rung deS Königreichs Sachsen an der
Gesammtbeoölkerung desselben erheblich
zurückgegangen. Im Jahre 1834 be
trug die Landbevölkerung noch 67, im
Jahre 1885 dagegen nur noch 57 Pro
zent der Gesammtbeoölkerung.
In Berggießhübel beging der
älteste Veteran Sachsen's, der med.
prakt. Gotthels Traugott Küchler den
96 Gebmtötag. Der greise Veteran
beging bereits 1860 se,n eojähriges
ubilüum als At. Er wurde 1790 in
Rosenthäl bei Königstein als Bauern, läufig bis Ende Mai in Aussicht genom
söhn geboren. IS 10 trat er in die sächf. ! en.
Armee als Feldscheer ein, rächte die
Feldzüge in Rußland'. (Uebcrganq über
die BerttNva) und tn granrrerch tn;
und nahm als Comvaqnre-Oocrarzt I
Kl. (beim Lcibregiment) IL50 feinen
Abschied.
Schöueck. In hiesiger Gegend
beobachtete man jetzt crn uu gerann zahl
reiches Auftreten von Kreuzottern. Der
Bürgerschullehrer Schlegel nag wärenö
der Otterserren m vier Tagen nrch
weniger als 11 Stück dieses giftigen
Gewürms.
Leipzig. Hier geht das Gerücht
von einer großartigen Umgestaltung und
Erweiterung des Krvstallxalaftes in der
Weise, tag unter Hrnzunahme eines
größeren Areals ein stattlicher CireuZ,
sowie ern Diorama errichtet werden.
Der Bau it für 4500 Personen berech
oet; die ersten Vorstellungen sollen
Opern 1337 stattfinden.
Thüringische Staaten.
Ja G era konnte das 2. Bataillon
des 96. Regiments nicht aus dem Thor
nach der Humvoldtftrake ausrucken, wer!
das Thor von außen mit eingerammten
Balken seit veroarrrkadlrr war. Dres
Manöver ist eine Revanche des Publi-
kumS. dem fett Jahren der Weg über
den ajernevplatz gesperrt ist.
Altenbura. Der hiesige Defrau
dank Lingke wurde in Brünn in Mäh
ren verhaftet. . Ein dortiger aus Alten-
bürg gebürtiger Lehrer las in den ,Flre-
genden Blanern den mtt der Photo-
grapyre verleyenen tecrdrret aeaen
Lingke in einem Kaffeehause, woselbst
auch dieser sag. Der Lehrer machte -
nize andere Gäste auf Lingke ausmerk
sam. Darauf ordnete die Polizei eine
scharfe Bewachung des Verdächtigen an.
und bald erfolate die Verhaftung.
Lingke hatte sich als Kaufmann Ludwig
Schmidt aus Breslan anaeaeben. Von
den 300.000 Mark, die er der Altenbur-
ger Filiale der .Allgemeinen deutschen
Kreditanstalt defraudirt hatte, fand
man bei ihm 50,000 Mark.
Auma. Der vor 4 Jahren wegen
Unterschlagung fluchtig gewordene Ge-
rchtsoollzreber treoeritz it in lLh.cago
aufgegriffen worden und sieht seiner Aus
lieferung an die diesseitigen JustizbehZr-
en entgegen.
Freie Städte.
Hamburg. Am Vormittag des 6.
Mai, an dem Tage, an welchem vor 44
Jahren beim großen Brande das alte
Rathhaus in Asche gelegt wurde, fanz
die feierliche Grundsteinlegung zum Bau
des neuen Rathhauses statt.
Lübeck. Einen während der Oster
feiertags vielfach besuchten Ausflugsort
bildeten die durch die Hafenerweiterungs
Arbeiten freigelegten Fenuvgswerke auf
der Wallhalbinfel. Bei der Malsfähre
gewahrt man jetzt einen mächtigen, star
kcn Festungsthurm und daneben weite
gedeckte Kasemalten-Gänge. Es ist die
fes die frühere Bastion Fiddrt, deren
El bauung ins fünfzehnte Jahrhundert
fällt. Sie zeigt Mauern von über einen
Meter stark. Diese Mauerwerke sollen
zu Anfang dieses Jahrhunderts mit Erd
reich bedeckt worden sem. Gleichzeitig
mrr diesen Wällen werden auch die auf
der Halbinsel stehenden Häuser abgelra
gen: die Droge", früher zur Lagerung
von Schlffsahrls - BedarfsgegenNanden
benutzt, und das Glockenglrßerhalls",
in welchem früher auch Luveck's Kanonen
gegossen wurden.
Oldenburg.
Barrel. Im Alier von 90 Jahren
ist hrer ein alker Klieger der Frerheirs
käcnpfe, Hermann Mester, ettorden.
In unzerem Amt (Telmenhortt) iZ! nun
mehr nur noch ein Veteran von 1313-15,
der Privatier Mefeberg in DelmenhorZt,
am Leben.
V e ch t a. Von ehemaligen, jetzt in
Amerika lebenden Zöglingen unseres
LehierZemlnars wurde cem Tlrektor des-
, selben, Terb.ck, nno dem Lehrer Diebels
anläßlich ihres 25'ahrigea Jubiläums
je em Etfenbiinstock mit goloener Krücke
übersän!:.
Mecklenburg.
S t r e l i tz. In der Irrenanstalt
Talldcrf bei Berlin .befand sich feit erni
ger Zeit ein verheiratheker Mann von
hier, dessen Zustand sich so erheblich ge
bessert hatte, daß man ihn zu seinen Ver
wandten hierher kommen ließ. Nach
kurzer Zeit jedoch sprang er zum Fenster
hinaus, holte ein Beil, schlug damit die
Thür der Stube, worin feine Frau und
Tante saßen, ein, siel über die beiden
Frauen her und verletzte sie am Kopse
und im Gesicht so erhiblich, daß an ihrem
Aufkommen gezweifelt wrro.
M a l ch i n. Ein hiesiger Kaufmann
beabsichtigt vor dem Ka'.enschen Thore
eine Baumwollenspinnerei und Weberei
zu etabliren.
Vraunschveig. Anhalt. Lippe.
Braunschweig. Vor Kurzem
starb hier Frl. Minna Hcnneberg, die
Schwester des verstoi denen Malers
Rudolf Hennebcrg. In ihrem Testa
ment hat Frl. Henneberg, abzüglich von
80,000 M., die in Form von Legaten
an Verwandte und Dienstboten hinter
lassen sind, den Rest ihres Vermögens,
gegen 200,000 M. daar und ein Grund
stück anderWolfenbüttelerstraße, unserer
Stadt behufs Einrichtung einer Sti
tung zur Erziehung armer Mädchen ver
macht. Die Stiftung soll, laut einer
Bestimmung der Erblasserin, unter Lei
tung deS Pastors Dr. Skerl und des
Stadtraths Retemeuer stehen und zum
Andenken an den Bruder des Frl. Henne
berg den Namen .Rudols-Stift" er
halten. Z e r b st. Nach langen Leiden starb
hier an Blutvergiftung der Geheime
Archivrath F. Siebiak im Alter von 63
Jahren.
Ar o l se n. Prinz Albrecht, Vetter
des regierenden Fürsten Georg, hat sich
in Bamberg mit der Prinzessin Marie
Luise zu Hohenlohe.Oehringen verhei
rathet. Großherzogthum Hesse.
Bin gen. Die Hiobsposten über
Frostschäden mehren sich in erstreckender
Weise. In den Gemarkungen Spans
heim, Grohlsheim, Dietersheim,
Sprendlinaen. Gaulsheim, ferner, wenn
auch in nicht so bedeutendein Maße, in
Dromersheim und den erponirten Lagen
von Büdesheim, sollen große Obst- und
Wein Komplexe total vtroichtet sein.
Vilbel. Auch von hier war eine
Petition an das Großh Ministerium der
Justiz und des Innern gerichtet worden,
die Errichtung einesöeichenoerbrennungs
ofens an einem Orte des Eroßherzog
thumS gestatten zu wollen. Nunmehr ist
eine Antwort eingegangen, in welcher
das Großh. Ministerium erklärt, daß
man sich nicht veranlaßt gesehen habe,
die Errichtung eines Leichenverbren
nungsofens im Großherzogihum zu ge
stalten. Satzern.
München. Wie im vvrigen Jahre
strömen auch Heuer die Augenkranken
aus allen Theilen Tirols in Meran zu
sammen, um bei dem jetzt dort wohnen
den verzog Karl Theodor von Bayern
Hilfe zu, suchen. , Die Zahl der Patlen
ten beträat schon über tausend. Der
dortige Aufenthalt deS Herzogs ist vor
r2..C Ha sVmb 9sTvt tn Hitättiif nnnm
Im Aulvcrtyunn.
Lsn 6. 6. 272 S 1 1 g.
Im Jabre 163 tv der dicke Walter
Van'Twiller Fouvernenr der Kolonie
Neu Niederland, aus welcher sp!tn der
gewaltige Staat New-?)srk entnanden
ist. Der gestrenge Herr residirte in dem
an der Sudspitze der Manhattan-Jasel
an der Stelle der jetzigen Batlerrz-,
aeleaenen vierminkeliaen Fort Amster-
dara. von dessen Wällen sich eine Herr
liche Aussicht über die Bai mit ihren
waldgekrönlea Inseln und die in sie ein
mündenden Ströme darbot. Allerdings
waren die G'wässer weniger belebr, als
keu'tutaae. wo Schiffe aller Nationen
sich auf ihren Wogen schaukeln, und un
,a!zl,ae aroke und rleme ampser rn
ihrer ruhelosen Haft dareuf urnherkreu
;en. Dazumal sah man böZziens eine
oder wer holländische Gall'oten mit
thurmhohem Hinterdeck im Hafen liegen.
und vielleicht hier und da ein vereinzel
tes, schwerfälliaes Segelboot, oder das
arauöse Kanoe eines Indianers die
glulhen durchschneiden. Trotzdem zeig
ten sich bereits die Anfäoae einer auf
blühenden Stadt, denn außerhalb des
Forts erhoben sich schon zahlreiche, be
aueme. zum Theil aus holländischen
Ziegeln erbaute Wohnhäuser, von Gär-
ten umgeben, und auch einige geräumige
Speicher, welche Zeugniß für die Leb
haftigkeit des Handelsverkehrs der noch
so jungen Anfiedlung ablegten. Selbst
an der Küste von Long-Jsland, wo jetzt
die Riesenstadt Brooklyn sich ausdehnt,
erblickt man schon einige Gebäude, ob-
gleich es nicht viel mehr als sunfund
zwanzig Jahre her war, feit Hendrik Hud-
sonmit feinem .Halbmond die Bai ent
deckte, und als erster Weißer in den
Strom elnfegelte, der seinen Namen
verewigt. Von dem edlen Gouverneur
Van Twiller, den der Pfarrer Bogar
dus, welcher damals der Kirche in Fort
Amsterdam vorstand, öffentlich ein Kind
des Teufels" nannte, weiß die Geschichte
nichts Gutes zu erzählen. Er war ein
schwacher, eigennütziger Charakter, der
seine Stellung nur seiner Verherrathung
mit einem Mitglied der Familie Van
Rensselaer verdankte. Anstatt für das
allgemeine Wohl der Kolonie zu sorgen,
nahm er sich nur seiner eigenen Jnteres
sen und der seines Verwandten, des
Patroons- Van Rensselaer an, dem die
holländisch-mestindische Kompagnie einen
enormen Landstrich an dem Ufer deS
Hudson angewiesen hatte. Diese Art
der Länderverlheilung wirkte höchst nach
theiliz auf das Gedeihen der Kolonie,
denn da die Ackerbauer kein Land besitzen
dursten, fodcrn dasselbe nur nach einem
mittelalterlichen, feudalen System von
den .Patroons" pachten konnten, so
fühlten sie sich nicht besonders zur Nie-
derlassung geneigt. Es fehlte daher
noch an diesem wesentlichsten Element
für die dauerde Blüthe eines Staates,
und bis liberale Einrichtungen sich Bahn
brachen, bestand die Bevölkerung von
Neu Amsterdam fast nur aus Händlern
und deren Anhang, welche ein Vortheil-
Haftes Geschäft mit den Indianern be-
trieben, von denen sie große Ouantlta
ten werthvoller Pelze und Felle gegen
Glasperlen. Branntwein und andere
europäische Beglückungsmittel vertausch
ten. An einem Abend im Oktober des ge-
nannten Jahres flackerte ern lustiges
Holzfeuer in der Küche des Haufes eines
olchen Handlers in der Gegend der
eylgrn iZeaoer-Skraße und warf einen
leichten Schein auf alle Gegenstände in
dem hohen, weiren Raume. Der zierlich
mit bunten Ziegeln gepflasterte Boden,
die geweißten Wände, der mächtige Herd,
die rauchzeschwärzle Decke mit hervor-
lebenden Balken, dt schneren Stühle
aus Eichenholz und die Fenster mit den
kleinen runden Scheiben lieferten das
getreue Ebenbild der Stü)t einer hollän
dischen Bürgerfamilie jener Zeit, und
wenn nicht an der Decke, statt der Speck-
eilen no Wurste, zahlreiche geräucherte
Bärenschinken und .irschkeulen gehan
gen, sowie auf dem Boden einige große
Bären- und Elennthierftlle gelegen hät
ten, so hätte man wähnen können, man
befinde sich in Maestricht oder Utrecht,
anstatt am Rande einer unendlichen,
von grausamen Indianern und Raublhie-
ren zeder Art bevölkerten Wildnis;.
Vor dem Heide, die HSr.de müßig in
den Schooß gelegt, saß ein junges Mäd
chen von solch' eigenthümlicher, poesie
voller Schönheit, wie man sie wohl zu
weilen auf den Gemälden der alten
niederländischen Maler erblickt. Ihr
schlicht nach hinten gekämmtes, blondes
Haar, ihr zartes, leicht gerundetes Ge
ficht mit den großen, kindlichen, blauen
Äugen, ihr wundervoller Teint wie
Milch und Blut gaben ein bezauberndes
Bild ab, und dabei kleidete das ganz
einfache, eng anschließende Gewand von
dunklem, flämischem Wollenzeuz mit
der schneeweißen schürze darüber die
zierliche Gestalt so entzückend schön, daß
sie in ihrer Umgebung wie eine zarte,
duftige Blume erschien, welche schüchtern
ihren Kelch inmitten des Gestrüpps eines
düsteren Tannenwaldes erhebt. Es war
die als die schönste Maid in ganz Neu
Niederland bekannte und vielbegehrte
Jungfrau Christina Terhevden, die ein
zzge Tochter des verwlttweten Herrn
Leonardus Terhenden, eines der ältesten
und angesehensten Ansiedler der Kolonie.
Leider schien gegenwärtig ein schwerer
Kummer auf dem Herzen der jungen
Dame zu lasten, denn die Augen, welche
so klar blicken konnten, waren vom Wei.
nen geröthet, und um den rosigen, klei
nen Mund, der wie zum schelmischen
Lächeln geschaffen schien, zuckte ein Aus
druck herben Schmerzes. Jetzt fahr sie
empor und horchte, während ein glühen
des Roth sich über ihre Züge ergoß.
Dann sprang sie auf und blickte zitternd
mit erstaunter Miene aus die Tbür.
Diese flog auf und ein hochgewachsener.
schlanker, junger Mann mit dunklem,
krausem Haar und blitzenden Augen trat
herein und blickte sie ernst und traurig
an. WU kommst du hierher, Rei
mond." rief das Mädchen, die Hänoe
wie unbewußt auf das Herz drückend.
.Hat mein Vater sein grausames Ge
bot, welches uns für immer trennen
sollte, zurückgezogen? O sprich, was
hat sich zugetragen?" .Nichts, Geliebte.
erwiderte der Ankömmling mit bebender
Stimme. .Nur daß ich nicht willens
bin. mein ganzes Lebensglück für alle
Zeiten zert'ümmert zusehen, ohne noch
einen Versach zu machen, das harce
Herz deines Vaters zu erweichen." .ES
ist vergebens," sagte das junge Mäd
chen, den Kopf senkend. .Alles, was
meine Liebe zu dir mir eingeben konnte,
habe ich ihm gesagt. Flehend habe ich
auf meinen Knieen gelegen vor ihm, vor
meinem Vater, der mich steig geliebt
hat wie seinen Äugapfel, und mit Thrä
nen in den Augen hat er sich ab
gewendet nnd gesagt, so Gott ihm
helfen möge, er könne nicht enders
handeln und ich müsse die Gattin
von Dirk De Greot werden." .So
fliehe mit mir, Geliebte, nach dem Dela
wäre, oder weiter nach Maruland, wo
wir freundliche Ausnahme finden werden.
Dort wollen wir uns ein neues Heim
aufbauen, glücklich in der Liebe, welche
uns beseelt." .Ich da,f dir nicht fol
gen," erwiderte Christina. '.Wenn ich
ihn verließe," sagt mein Valer, .so
würde ich das Verderben auf ihn herab
rufen und ihn einem furchtbar:, fchimpf-
lichen Tode überliefern. Lieber, fügte
sie leise hinzu, .will ich selbst in den Tod
gehen, damit Dirk De Groot mich nicht
als Gattin berühre. .Halt ein. m. tief
ihr Geliebter, indem er sie an die Brust
schloß. .Ehe eS so weit kommt, will ich
mit dem groben Gesellen kämpfen auf
r c c s-w t jw a r -
reven.uno teme Ktat tjr ver
seinen ebenbürtig, und wäre sie eS nicht,
so würde die Macht meiner Liebe sie ver
doppeln." Wemend lag das junge MSs
chen an feiner Brust, als ein ältlicher
Herr mit gebeugtem Haupt und stark er-
grautem Haar und Vollbart, unbemerkt
von den Liebenden, in das Gemach trat.
Seine Kleidung war die eines Bürgers
jener Zelt. Er trug emen breitkrampl
gen Hut, eine große, weiße Halskrause,
ein Wamms mit dem Mantel darüber,
wkite, bis an die Knie reichende Bein-
klelder und schwarze s krumpfe rn nledrr
gen, mit Rosetten verzierten Schuhen
Seine Auge funkelten zormg. als er
seine Tochter in den Armen des junge
Mannes erblickte, aber er bezwäng sich.
.Was ,,t das, Retmond Ban Borst."
sagte er mit strenaer Stimme. .Ich
habe Euch den Umgang mit meiner Toch
ter verboten, und Ihr seid ein Schurke.
wenn zor ne oeanoca tnnter meinem
Rücken besucht." .Da? bin ich nicht."
rief Van Borst, indem er sich heftig um-
wandte, wahrend Jungfrau Terhevden
in einen Stuhl sank und ihr Gesicht mit
ver Vaurze vedeckte. .Ich bm aekom-
men, um noch einmal em vernünftige?
Wort n,lt Euch xvl reden. Warum wollt
Ihr mich nicht zum Schwiegersohn und
ure Tochter zwingen, den wüsten De
.Groot zu heirathen. den rauben Licute-
naut des Gouverneurs, den dleser zu al
un schlechten streichen benutzt, die er
gegen uns Burger und unsere Gerecht
fame ausführt? Gehöreich nicht einer
v n er -f , , i
der ersten Familien in Amsterdam an?
Bin ich nicht einer der angesehensten
Bürger hier? Ist mein Geschäft nicht
das blühendste in unserer Kolonie? Bin
ich nicht der Gunstlin der Indianer
Häuptlinge, welche mir stets ihre besten
Pene unv Helle llesern? Habe ,ch Euch
nicht gesagt, daß ich baareS Geld besitze
m Hülle und jvulle? Und liebt mich
nicht Eure Tochter, welche lieber in den
Tcd gehen würde, als in die Arme Dirk
De Grool's?" .Es ist Alles so wie
Ihr sagt," erwiderte Terhevden mit ei-
nem tiefen Seufier. .und dennoch dürft
Ihr niemals wieder den Versuch machen,
Euch meiner Tochter zu nähern. Ich will
Euch den Grund angeben. Laß uns al-
tem, Ehnstlna, wandte er sich dann
mit gebieterischer, aber nicht unfreund-
licher Stimme xu seiner Tochter. 5ch
habe mit Rnmond Van Vorst zureden."
Wie rm Traume wankte das junge Mäd-
chen aus dem Gemach, nnd Terbendea
warf sich auf einen Stuhle und starrte
i w .
nnner vor sich ym.
etzt Euch" saate er dann zu dem
ungen scanne, welcher oerAussorderulla
-w - - m -
nachkam. .Es sind jetzt viele abre
her", hob er mit leiser Stimme wieder
an. .als ich eines Abends m eme Hafen-
schenke rn Rotterdam gerieth. in welcher
ch vorher och nie verkehrt halte. An
dem Tische, an dem ich mich niederließ,
aß em Englander. ein übermüthiger,
unangenehmer Geselle, der stark ange-
trunken war. Er führte Redensarten
über unser Volk und unsere Sitten,
welche er in der gemeinsten Weise
schmähte. Ich geriety in Wortwechsel
mir lym und trank m memem Aerger
einen Krug Bier nach dem anderen. Er
waro lmmer veleiolgender. .ann machte
er eine Aeußerung, bei welcher ich die
Fassung verlor. Alles Blut schien mir
m den Kopf zu steigen. Fast ohne zu Borst, welche ich bei mir trage." Zu
wissen, was ich that, ergriff ich den gich löste er unter seinem Wamms einen
schweren Bierkrug und schlug damit auf schweren Ledergünel und hielt ihn mit
den Kops des Engländers, daß dieser lemer kräftigen Hand dem Krieger ent
todt rusammenbrach. Ich enistod und' gkgen. Das Auae desselben funkelte.
hielt mich verborgen. Der, den ich er-
Ichlagen, gehörte einer sehr vornehmen
englischen Familie an. Die Gerichte
fahndeten nach mir und die englische und
die holländische Regierung setzten einen
Preis auf meinen Kcpf aus. In con
turnaciim wurde ich zum Tode durch
das Rao oerurtheilt. Nach unsäglichen
Gefahren gelangte ich hierher. Jetzl gibt
es nur einen emzigen Menschen m ver
Lclt, der mich unter meinem wirklichen
Namen kennt und weiß, daß ich es war,
über den das Urtheil gefällt ward. Die
,er Mensch ist Dirk De Groot, der an
jenem Abend in der Schenke zugegen
war und mich hier niedererkannt hat.
Seit Jahren hat er feine Gewalt über
mich ausgebeutet. Fast Alles, was ich
mir über meinen Lebensunterhalt erwor
ben, hat er mir abgezwackt, um es in
wüster Weise zu verprassen. Ich mußte
es ihm geben, da ich wußte, daß er mich
sonst anzeigen und in Ketten nach Hol
land schleppen lassen würde. Jetzt ver
langt er meine Tochter zum Weibe und
ich kann sie ihm nicht verweigern." .So
laßt uns zusammen fliehen", rief Van
Vorst. .Reichlich will ich Euch ersetzen,
was Ihr hier im Stich läßt". .Es geht
nicht", erwiderte Terhevden. .Zweimal
habe ich den Versuch gemacht, aber der
mächtige Lieutenant des Gouverneurs
hat indianische Spione gedungen, welche
mich stets überwachen. Kaum hatte ich
die ersten Schritte gethan, so ward ich
entdeckt. Mit spöttischer Miene kün
digte De Groot mir an, daß er mich bei
dem dritten Versuche unfehlbar dem Ver
derben ausliefern würde. Auch würde
er mich in den anderen Kolonien zu sin
den wissen, welche ja zu England ge
hören. Ihr seht, welches Vertrauen ich
Euch schenke, Reimond Van Vorst, den
ich mit Freuden meinen ohn genannt
hätte. Ich will Euch auch noch sagen",
fügte de? alte Herr mit gibrochener
Stimme hinzu, .daß, wenn es nicht
wegen der anderen Welt wäre, ich mir
lieber mein Messer in das Herz stoßen,
als das Glück meiner einzigen Tochter
dem Unholde opfern würde." .Verzagt
noch nicht", rief VanVorst aufspringend.
.Ich will sehen, ob ich nicht mit dem
Schurken fertig werden kann, der die
Macht, welche er über Euch gewonneu
hat, in so schändlicher Weise ausbeutet.
Vielleicht kann ich ihn kaufen. Sonst
soll er kämpfen! Mein Arm ist stark und
ich glaube den Degen fast so gut führen
zu können, als er. Was soll mir auch
das Leben, wenn Ihr mir Eure Tochter
entreißt, an welcher mein Herz mit
allen seinen Fasern hängt!" Er schritt
hinaus, ohne eine Antwort abzuwarten,
Am nächsten Vormittaa stand Van
Vorst vor dem Hauptthore des Forts
'ffmft'tfrXTTfT m rt Ki .5 1 ffr I
er wohlbekannt war, ihn sofort passiren
ließen. Er trat in den Thorweg, wel
cher ihn durch den dicken, schräg ad
fallenden, mit Stein bekleideten und mit
Kanonen gespickten Wall in das Innere
der kleinen Festung führte. Diefeö bot
einen sauberen und ganz militärischen
Anblick dar. Um einen großen, weiten
Hof reihte sich verschiedene, aus hol
landischen Ziegelsteinen errichtete Ge
bäude, welche die Wohnungen des Gou
oerneurs und seiner Offiziere und Be
amten enthielten. Außervem erblickte
man Wirtschaftsgebäude und Ställe,
sowie die Räumlichkeiten für die Be
satzung. Ueber Alles ragte eine Kirche
mit rothem Ziegeldache und einem spitzen
Thurme empor. Hier und da sah man
Wachen und Gruppen von Soldaten,
einige in Srahlhauven und andere in
breiten Hüten. Theils standen dieselben
behaglich umher, theils putzten sie ihre
Waffen oder lagen anderen Beschäftig
gungen'ob. Einige kleine Kanonen
vollendeten das kriegerische Bild. AtS
Van Vorst einigz Schritte gegangen war.
Ivvm; vv v v tv us uuvii vwiia i
trat ern großer, breiter Krreger mit
wallenden. Jeder auf dem Hut und
einem langen Degen an der Seite au
ihn zu und blieb vor ihm stehen Er
war schon in reiferen Jahren, und sem
dunrleS Haar und fern gewaltiger Voll
bart waren schon von Silber durchstreift,
I .T rr r . n V
em Gesicht war stark eröthet, als
aoe nen ver lüunn immer eine
darauf festgesetzt. Aus dem Gürtel
den er um sein reich verzierte? Leder
wammS trug, blickte der Kolben einer
langen Reiterpistole hervor, und in der
Hand trug er ein Bund riesiger Schlüssel
welche er spielend erklirren ließ Aus
seinen Augen' siel ein anmaßerider,
höhnischer Blick auf den jungen Bürger,
ver ihn. finster ansah. ,WaS bring
Euch her, Man'zeer Van Vorst?' sagte
er. .Wollt Ihr mir vielleicht Glück
wünschen zu ne ner bevorsteheuden Hoch-
zeit mit der schonen Jungfer E.tznstina
tf. C A & M
erhcvden? Als Freund deS Hauses
werdet Ihr vielleicht eine Einladung er-
halten. Ueber das Antlitz des mnqe
Mannes zuckte eZ. .Ich möchte Euch
aus kurze Zelt allein sprechen, Komman
dant De Groot," sagte er. .Hier
spitzen zu viele Eurer Soldaten ihre
Ohren." Erstaunt blickte der Offizier
aus. Vann lachte er. .Meinetwegen!"
rief er. .Ich will gerade unseren Pul
venhurm inspiciren. Dahin könnt Ihr
mir solaen." Sie schritten weiter. blS
sie an emen langen, thurmartraen. auS
Quadersteinen aufgeführten Bau kamen,
der aus dem FeftuagScvalle herauszu
springen schien. An der Fronte dessel-
den war crne schwere, rmt Elfen be
schlagene Thür, vor welcher zwe, Schild
machen mit blitzenden Partisanen auf
und ab wanderten. De Groot schloß
die Pforte mit einem der großen Schlüssel
auf, welche er in der Hand trug, und
I n .r i (. wt i
sie gelangten in einen dunklen, mit
Steinen ausgemauerten, gewölbten
Gang, in welchem eine Laterne mit
Fenstern von Hornblende bma. Der
Offizier ließ diese durch einen der Sol-
Daten anzünden, lehnte die Pforte
wieder an und ging dann, von Van
Vorft gefolgt, weiter, während die
Schlldwachen vorne ihre reaelmäßiae
anöeruva wieder aufnahmen. Nach
einigen Schritten befanden sich die beiden
Scanner vor einer zweiten Thur aus
Eisen, welche De Groot ebenfalls
önnete, und dann traten sie in ein xiem
lich hohes, weites, viereckiges Gewölbe,
welches der Schein der Laterne von
draußen nur matt beleuchtete. Als sein
uge sicy an vaz dunkel gewöhnt hatte.
ervticrte Ban Borst ringsumher gewal
tlge Reihen von Fässern, welche, eine
vor der anderen, bts an dle Decke auf-
gesrapeir waren.
Ja dem Raume, den fie freiließen.
standen einzelne Fässer, welche wohl für
I C f . . .
ven augenvuillqen gebrauch bestimmt
"n machten, denn derOssizier nahm die
i r r . r r c
10 e oaraur uegenoen ecret vaoon' und
rufte ihren Inhalt, worauf er fie wie-
der zudeckt:. Dann blickte er auf die
ausgeslapetten Vorralhe und verallch
!" Veovacytungen mlt einigen Notl
5e" tn semem ascyenvuche. .Genug,
um uns Alle in die Hölle zu schicken,"
murmelte er. .Und nun, Mvnherr,"
wandte er sich zu VanVorst, .was habt
Z?r mir zu sagen,' .Ich will Euch sra
gen," erwiderte dieser finster, .ob Ihr
ulir Eure Braut, Jungfrau Ehriftina
Terhevden sur eme Summe Geldes ab-
"cren wour.
Offizier blickte verwundert auf
li iie u? werty k fragte er
dann lachend mit lauerndem Blick.
.fünftausend Goldgulden." saate Van
und er hatte schon die Hand an dea Gür
tel gelegt, aber er lieg ihn wieder los,
so daß er klirrend zu Boden fiel. .Nicht
doch Reimond Van Vorst," sagte er höh
nlsch. .Ich will mir lieber für meine
alten Tage ein hübsches Weib ruleal
Auch möchte ich Euch keinen G-fallen
thun, denn von allen starrköpfigen Bür
gern hier, die ihr unsere Knechte sein
solltet und doch uns oeaenüber immer
auf Eure eingebildeten Rechte rocht, seid
Ihr der schlimmste."
.Das Madchen seht lieber tn den
Tos, als in Eure Arme!" rief Van
Vorst.
.Um so besser!" lachte DeGroct:
.dann werde ich das Veranüze haben.
sie zahm zu machen. Nehmt Euren Bet
tel zurück und laßt uns gehen. Ihr habt
meinen Bescheid."
Ber diesen Worten bückte er sich, um
den Ledcraürte aufmbeben. der trod
seiner Weigerung eine seltsame Anziehe
unzskraft auf seine Blicke auszuüben
schien. In demselben Moment riß Van
Vorst die Pistole des Ofsiziers aus des
sen Gürtel, und ehe dieser sich aufrichten
konnte, hatte er den losen Deckel von
einem der Pulverfässer gestreift und hielt
nun die gespannte Schußwasse gegen die
schwarzen orner. .Bei dem ersten
Laut, den Ihr ausstoszt, bet der ersten
Bewegung, dre Ihr gegen mich macht.
drücke ich log, und wir fliegen in die
Luft." sagte er mit gedämpfter Stimme,
welche förmlich einen metallenen Klang
hatte.
Der Offizier war zurückaetaumelt und
lehnte sich mit starren Blicken an die
Fässer hinter ihm, während man selbst
bei dem matten Lichte wabrnebmen
konnte, daß er todtenbleich wurde. .Um
aller Heiligen willen!" sagte er leise.
nehmt Euch in Acht! Die geringste Be-
t-1 Finr Primi fc tcf&if i frf Vt
uiutij uiui vw vug (liUVbU
so befolgt rasch meine Anordnun
gen,- entgegnete Van Vorst. .Nehmt
den Ledergürtel dort und befestigt ihn
unter Eurem Wamms." Mit bebender
Hand gehorchte der Offizier. .Jetzt
kniet nieder," befahl der Buraer, .und
erhebr die Rechte ! " De Groot that es.
Und nun," sprach Van Vorst weiter.
.leistet Ihr mir den folgenden Schwur.
oder dieses Gewölbe wird in der nach
sten Minute zum Feuerschlund, und die
berstenden Wälle stürzen über uns und
Alles was in dem Fort lebt und webt
zusammen. Also sprecht: So wahr mir
Gott helfe, und ich durch die Fürbitte
meines Erlösers Verzeihung für meine
Sunden erlangen mochte, aus daß ich nicht
in die Tiefen der Hölle geschleudert werde.
schwöre ich, dag ich sur alle Zelten dar-
aus verzichte, die Junafrau aenannt
Christina Terhevbea als mein Ehegemahl
fcrrtft- ttTti fAwirtV i4 Kah
tiuijuuivtt v. j u vt t ftb7t VUD
ich niemals wieder eine Forderung,. wel
cher Art fie auch sein möge, an den hier
unter dem Namen Leonardus Terhehden
bekannten Bürger stellen will und daß
ich euch niemals m irgend erner Weise
das Geheimniß verrathen will, welches
mir aus dessen Leben bekannt ist; widri
genfalls meine Zunge verdorren und
meine Seele der ewlgen Verdammniß
anheimfallen mag ! Amen!" Den Blick
stair auf die Pistole gerichtet sprach De
Groot den Schwur noch. .Jetzt geht",
sagte Van Vorst, welcher seine Waffe
nunmehr auf den Offizier richtete und
das Puloerfaß wieder bedeckte. De
Äroot schrill hinaus und Van Vorst
folgte ihm Mechanisch schloß derOffi
zier die eiserne Thür. Vor derselben
gab der Bürger ihm seiae Pistole zurück,
und sie schritten durch die Außenxforte
in das freie. Der erste Impuls De
Groot'S schien zu sein, den Wachen einen
Befehl zu geben, aber er biß sich aus die
Lippen uns schwieg. Die Lampe ward
ausgelöscht und dre Pforte deS Pulver
thurm'S verschlossen. Der Offizin,
welcher allrr.Lhlich seme natürliche Farbe
und auch ekwaS von seisem kecken Blick
wiedergewonnen hatte,, begleitete den
Bürger bis an.daS-AuSLanzöthsr im
ueznlr.zsmall. .straf nach .Gott,"
sagte er, .enn Ihr rmch nicht unter
gekriegt haZt! Ihr solltet Stahlhaube
und Harnisch tragen, Ihr würdet sie
zieren wie keiner.- Auch seid Ihr ein
ehrlicher Kerl, daß Ihr mir wenigstens
das Gold gelassen habt, welches unter
memetn Zzmms kurrt. 'Darum will
ich Euch die Kriegslist nicht weiter nach
tragen und mich nllt Euren blanken
smcktn trösten. Die werden rnir man
ches Mädchen kaufen. MSaetJbr olück
lich wrrden mit Euer blonden Katze und
niemals den Preis, den Ihr für sie le
zahlt habt, zu hoch finden!" Mit svöt
tlschem Gruß verabschiedete sich der Of
silier und VanVorst trat durch das Thor
m s reie, ws ihm die von der Wonne
beglänzte Bai freudig entaeaenstrablte.
Nach der vorhergegangene, furchtbaren
Anfreguna suhlte er sich einen Auen-
blick so matt, daß er sich an einen der
Baume stutzen mußte, aber er richtete sich
rasch wieder aus, voll Jubel über das.
was er rouiracht.
I dem tause des Herrn Terhevden
herrschte lichte Freude, als Van Vorst
berichtet hatte, wie er den Feind über-
wältigt, und seine liebliche, so gewaltsam
erkämpfte Braut an's Her, schloß.
Zwar hatte der alte Herr Leonardus noch
einige ZOeoenren, oo ver wuoe je sroot
seinen chwnr auch halten werde, aber
I X . . T W -Hk Vm
Von Vorst wußte sie zu beseitigen. Auch
meinte er, daß der Offizier ich mit
Hülfe des ihm zugeworsenen Geldes
wohl bald zu Tode prassen würde
Hierin irrte er sich aber, denn es kam
anders. Kurze Zeit nach den erzählten
iLretgms en Srachen Kampfe mtt den Ja
diavern aus, welche durch die unbe-
sonnenen und graasame'n Matzregeln der
NeglerunA uvd ihrer Trabanten aus das
Aeuszerfte gereizt waren. In emem Ge
fecht im Walde, am Ufer deS East-
RiverS, m der Gegend wo jetzt die
.Turtle Bau" embieat. ward De Groot
von den Seinen getrennt, und die Keule
eines Wilden zersprengte die Bänder
semer Stahlhaube und riß fie ihm vom
Kopfe. Ein Tomahawk fuhr hernieder,
und gleich darauf schwenkte die Hand
einer Rothhaut den blutigen Skalp de'S
erschlagenen holländischen Offiziers.
)ie Trauung deS ehrenwerrben Bür-
gers Relmond Ban Vorst mtt der tagend
samen Jungfrai Christina Terbevden
ward ven dem handfesten Pfarrer Bo
gardnS mit allem ihm zu Gebote stehen-
den Pcmp vollzogen. Der wackere Geist
lche freute sich, daß die reizende Braut
von emem semer Gesinnungsgenossen,
und nicht von dem wüsten Soldaten
heimgeführt wurde, der zu der ihm ver
haßten Clique des Gouverneur gehörte.
Erließ eS sich auch nicht nehmen, ihr
einen orden:lichen Kuß vx aelttt. der
eine stattliche Ehehälfte, die Frau Anneke
Jans zu einer ungeduldigen Geberde
veranlaßte. Nach Beendiauna der kirch
ichen Cerenionie ward im Terhevden-
qtn aus im tüchtiges Gelage aesnert.
an dem alle Freunde und Bekannte des
neuvermählten PaareZ theilnahmen. und
vet welchem mancher saftige Rehrucken,
mancy.r Varenschmren, pausen von
Feldhuhnern, und große Quantitäten
Kruller und anderer holländischen Ge-
backe verzehrt wurden. Wieviele Krüge
qaumeneen Biers und wlkvkele Farz:
chen feurige? spanischer und xortugiesi-
cyer zeme dabei geleert würgen, ist in-
dessen nicht in den alte authentischen
Pupieren, Venen ich diese wahren Bege
benheitea cnttiommen habe, verzeichnet
Bekannt ist nur noch, daß die äußerst
zahlreichen Nachkommen des Vaa Vorft-
chen Ehepaar's zu großem Ansehen und
Ehren in der immer mehr aufblühenden
lazr am user osstyio on lang er.
ijev dicke Gouverneur Van Twiller
ward im nächsten Jahre nach Holland
zurückberufen, da die Beschwerden über
eme schlechte Verwaltuncr endlich Gehör
bei den General-Staaten fanden. DieS
war ihm durchaus nicht ansenehm. denn
außer anderen werlhoollen Grundstücken
tte er zuocr die vorder .Bauern", am
Eingange des East-Rioers, gelegene In-
el, welche ramaiS vcutlen lland hiep.
eigenthümlich erworben und gedachte da-
eldzr sem Leben zu beschllepen. Ja
Folge dessen trägt diese Insel heute noch
den Namen .Gooernor's Island".
l.onntagsbl. derN.-Z). tsztz".)
Der ächt' SchwarzwSlder.
Anno Tabak ist's einmal passirt. da
hat ein Tabaksfabrikant für den Schwarz-
wälder Bauern auf feinen Tabakspäck-
em mir ver Qualität Kummers l emen
neuen Stempel herstellen lassen, weil
der alre Stempel unbrauchbar geworden
war und dabei dem Künstler den Auf-
trag gegeben, möglichst genau sich an
as alte Bild zu halten, weil er seine
Pappenheimer wohl kennt.
Was geschieht? Wie d:e ersten Päck-
ein mit dem neuen Stempel hinauZae
geben find, so kommt ein Bäuerlein in
greudenfladt zum alten Muller und be-
gehrt von demselben sein oecoohntkS
Päcklcin Schwarzwälder zu einem Batzen
den halben Vierlinz. Der alte Müller
giebt ihm das Päcklein, mein Bäuerlein
zahlt und geht. Aber kaum hat eS die
Thüre zugemacht, so steckt eS den Kopf
schon wieder herein und sagt noch unter
der Thür: Herr Müller, dean Tabak
will e' net! Des ist net der ächt'!
Freilich, freilich ist's der ächte: warum
sollte eS denn nicht der achte sem!
Herr Müller, haltet Se me nu net für
so dumm! I' war wohl.' was e sag'!
Der ächt' Schwarzwälder hat acht Kuöpf
am Kittel und des do Hot nu sieb.
Höchster Sipfel der Realistik.
Der Maler Klerl malt so plastisch
und naturgetreu, daß sich bei seinem
jüngsten Historienbild ganz was Außer
ordentliches ereignet hat: Die Schlag-
schatten, welche die Figuren auf dem
Bilde warfen, pflanzten sich auf dem
Fußboden deS Ateliers weiter!
Taxe.
Badett: .Bitte, schreiben (&ie nur
einen recht schönen Liebesbrief an mei-
nenFranzl!"
Schreiber: .Schon recht, kostet aber
20 Pfennig , und wenn Sie wollen, daß
Sie der Herr Franz! gleich heirath',
macht's 40 Pfennig'!"
Ei modernerSettler.
Bettler: .Ich bitt' die gnä' Frau um
a' bisserl Suvp'n!"
Frau: .Ist nichts mehr da bei mir
wird um zwölf Uhr zu Mittag ge-
gessen!"
Bettler: .Sie müssen auch nicht weit
her fein feme Leut' essen alle erst um
eins!"
uf der Treidjagd.
Förster (zum Sonntagsjäger, der,
statt der Haien, schon einige Hunde
todtgeschossen hat): .Sie, wenn Sie
mit den Hunden fertig sind, sagen Sie's
uns. damit wir noch rechtzeitig
ausreißen können!" '
GeföhrttcheS Talent.
Mufiklehrer: , O, Ihr kleiner
Moriy hat viel Talent; er wird sich
schon die Bahn brechen I " ' " -
Cornmei zien, ath : Gott der Gerechte l
E' schöne Talent, sich ze brechen de
Bann'! ::
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fecvaat. nmat Clat. XUlarta, Cjmtirirrni.
Kdnntiisujl rIie. fi i1 rm nftti:a
rt .fctütnrf ftm StnnlbcLtm ttt Kirmt ant t.-r
Sttrr. 6 t Mi&ittas Ur die ffr, tig:tu
rtäBlliftra BrtntfiTHtm, seist far SUt, eelch li;:t
ftfntt ?ttfflrt füS.
4 rtiiigl nt twiiet Ut Plat n?if In !Ttff:t
Martert titS?CTtBi ttr Sfcnimitfrt ; fct'cir:;j
Bsttttmata r siße, nd Bärrt die Sr M bi
Xenra. 8l Stttt pst ST-eftwter, OaSnKfc
Wahrte. tVrß rrfua j. E,ergiklr,?nt c hat d?,
Hit ftiart ltita. 6 ttfijcijt Zie niat
snt Mrartait v Arrnimm nc& arrlcitulnt.
-Ut aSrrm !fn9qnrira tiun t'r.
CCyJ trSjt eijt t'mtUTfrBittnt!rfrr-Ht
liKut trat UiIj. ScKtkmfciantail iH
Vxtnm, ra CnSaa mlcmi CtltänTt. IC.
Bo den Ouaden.
Die Quaden wohnten so lehren
?ie Bücher in dem Gebiet,
Wo man jetzt Böhmen, 2,ährnr ,
Und Oesterreicher sieht.
Sie rsaren deutschen Stammes.
?i späteren Schwaden vkrmandt.
Und brachm aus langer Weile
Ear oft in'S römische Land. '
Besiegt in zwanzig Schlachten,
Z?arei sie stets wieder da.
Somit nicht zu verachten
Als folgendes geschah :
Zum Kaiser sprach ServlliuS,
Landpfleger in Norikum,
Tie Ouaden zu vertllgen.
Wäre nützlich und nicht dumm.
Ter Nasser sprach vomnormen
Aufwand der Kosten und daß
Die schönen Uniformen
Ihn dauerten vielbaß,'
Dazu die armen Soldaten.
Die jeweils kämen um,
SS wäre der Quaden Vertilgung
Sonst allerdings nicht dumm.
ServiliuS d'rauf : ..Wir besitzen
Viel reipendeS Eethier,
Im CircuS zu benutzen.
Verwenden wir'S auch hier!
Hetzt man ein Rudel Löwen
Den erlen aus den Hals,
So werden die Ignoranten
AuSieißen schlimmsten Falls."
Der ais ließ daS Rudel
Ueberschminnnen den Oonau-Arrn.
Qho ! WaS närrische Pudel l"
Scholl'S auS dem Ouadenschwarrn. -Die
LSiven sprangen an's Ufer,
Die Quaden. zorneSroth.
Schlugen mit dicken Bengeln
DaS HundSvikh einfach todt.
Da stutzten die Legionen
Und concentrirten sich weg:
ZS ist da nichk gut wohnen
Meinst Du nicht auch. ?olleg?"
So sprachen sie. Zu Serviliu
Sprach Seine Majestät:
mQi imponirt der Lome
Blos dem. der itza vkrsteht."
Ludwig Eichrodt.
Warura man heiratyet
Der Vine freit um die Moneten,
5er Aud're um en hübsch' Besicht,
Der Drille gar aus LicbeSi.ölhkn,
AuS .ram der vierte, rore er spricht ;
Der ixün'te tühlt sich so alleine;
Der Sechste wünscht Nachkommenschaft,
Der Siedente sucht sich 'ne leine.
Weil Kleines estinalZ Großes schafft ;
Ter Aite will 'r.e Eroxe haben.
Weil de!, rast ihm mangelt sehr;
Ter 5!eurike will sein Älker laden,
tw ..! -ir .11,.... .
i iyu4(, iy itui ,iuiv(M(
Der vlst' und Zwölfte, 's ist zu dumm,
D?e wußten Beide nicht, warum.
Die Rock-Island Bahn bat eine
Anleihe von 10 Millionen Dollars auf
genoninitn, unr einige längst geplante
seUenlmieu zu bauen.
Börse Mnng
büft den, die ßch selift helfen. Die atue
hat Sträattt zrrr Heilung menschlicher Uebel
geschaffen ud die medizinische Wissenschaft
hat ihre heilende Kräfte, sowie die zur Bo
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Nationen erkannt. Das Resultat dieser Ent
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Hilfe und Heilung verschafft. Tausende ren
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das 'Mittel ist sehr beliebt.
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Von Bremen: Jeden Sonnabend und
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