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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, July 23, 1886, Image 2

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-! H 1
"gtnnomter- Volksblatt.
tSrüver Graf, Herausgeber.
4. Sonsred.
13. Juli. Im Senat wurde d,e Vor
läge, welche für ein Denkmal auf dem
NeoolutionS-Schlachtfelde von Stonn
Polnt, N. ZI., 25,000 bewilligt, ange
nommen. Den Reft der Sitzung nahm
die Fluß und Hafen-Vill in Anspruch,
die jedoch am Schluß der Sitzung, um
Mitternacht, unerledigt blieb.
Im Abgeordnetenhaus urnr
den wichtige Aenderungen in Betreff der
Tabakssteuer vorgenommen und sodann
derMorrison'sche Finanz-Anttag erörtet :
es dem Finanzminifter zur Pflicht zu
machen, so oft der Ueberschuß deS Bun
desschatzeS, einschließlich deS Reserve-
! " .ms C sTT X. -i.fi .
IVIIV9 6 k. f D "
lGreenbackS) 100 Millionen Dollars
übersteigt, den Mehrbetrag zur Ein
lösung kündbarer Bundes schuld scheine zu
'verwenden, im Mmdestbetrage von 10
Millionen Dollars im Monat. Noch
mehrere Amendements wurden einge
reicht und demnächst die Berathung für
heute geschlossen.
14. Juli. Im Senat wurde die
Berathung der Fluß- und Hafm-Bill
fortgesetzt. Hierauf unterbreitete Logan
einen .gemeinsamen Beschluß ' für An
nahme der Landschenkung zur Errichtung
eines MilitSrpostenZ in der Nachbar
schaft von Chicago, woraus Vertagung
eintrat.
Das Abgeordnetenhaus fuhr
nach Annahme mehrerer Bills für öffent
liche Gebäude, mit der Erörterung des
Morrison'schen Antrages fort: es dem
Finanzminister zur Pflicht zu machen, so
des Reservefonds zur Einlösung
der Schatzscheine (Greenbacks) 100 Mil
lionen übersteigt, den Mehrbetrag zur
Einlösung kündbarer Bundes-Schuld-Scheine,
im Mindestbetrage von 10
Millionen Dollars im Monat zu ver
wenden und wurde derselbe schließlich
mit überwältigender Mehrheit angenom
men. 15. Juli. Die dem Senat in
Sachen SenatorPavne von Ohio unter
breiteten Berichte wurden zum Druck
verwiesen und auf die Rezistrande ge
setzt; sodann nahm die Berathung der
Fluß- und Hafen-Bill ihren Fortgang.
Das Abgeordnetenhaus be
schloß auf Antrag des Budget-Ausschus-seS,
die vorjährigen Bewilligungen für
den Bundeshaushalt bis zum 31. Juli
zu verlängern. Holman erstattete über
s.. . iviniAinnfT r?r inn hiujelilc
die Konteren! betreffs lez Mtats für
Verwaltung, Gesetzgebung und Rechts
pflege Btricht, worauf die Verhand
lunaen bis um Ackt auSaeskbt wurden
In der Abend sitzung wurden diejenigen
Vorlagen des Arbeits-Ausfchusses ange
nommen, welche die Beschäftigung von
Sträflingen oderAuslandern Ui Landes
bauten verbieten, das Gesev aecen Ein
führung contrattlich gebundener Arbeiter
aus demAuslanre oerZcyarsen u. f. w.
16. Juli. Der Senat nahm etwa
ein Dutzend elgener Penstons-Vorlagen
an, worauf mit oer dritten remng der
Fluß- und Hafen - Bill fortgefahren
wurde. Die Vorlage selber gelangt
hierauf zur Annahme. Der Flotten
Etat wurde in der ibm vom Senats-Aus
schuß gegebenen Fassung ohne Weiteres
zur Abstimmung gestellt und angenom
men, woraus Vertagung nun.
Das Abaeordnetenhau
nahm die in der Conferenz mit dem
Senat vereinbarten Aenderungen am
Etat für die Verwaltung, Gesetzgebung
und Rechtspflege in Pausch und Bogen
an und trat auch dem Vorschlage des
Senats bei, der CioildienstCommission
noch einen ijietr zu dewMlgen. '.)!
Veto des Präsidenten gegen drei Pen
sionSiBemilligungm wurde aufrecht er
halten, ein weiteres aber überstimmt
In der Aenderung wurde eine PenstonS
Bill angenommen, worauf um $10 Uh
Vertagung erfolgte.
17. StniL Das Abaeordneten
Haus trat nach Entgegennahme von
Ausschußberichken in die Boröerethung
der Ausgaven-Aniatze für nnenvefestl
auna ein. sta der Äbendsitzuna wurden
etwa zwei Dutzend Bills für den Druck
von amtlichen cqxit)tiiacn angenom
men. worcuk Vertaauna eintrat.
Im Senat wurde die Be'athung
der vom landwirthschaftlichen Ausschutz
unverändert einoericyketenleomargarins
Bill des Hauses beschlossen und ihre An-
t ti..L.i -..tj. i r . an-j. - -
naymr ujtini gtitcii ju j ein. yiau) ei
ner geheimen Exekutiv Sitzung trat Ver
tagung ein.
19. Juli. Im Senat nahm die
Erörterung der Oleomargarin-Bill ihren
Fortgang und hielt Vance eine gehar
nischte Rede gegen die Maßnahme,
welche er als einen schändlichen Verfas
sungsbruch und eine Vergewaltigung der
persönlichen Rechte brandmarkte.
Das Abgeordnetenhaus fuhr
m,t der Berathung des Besestigungs
Etats fort. Randall nahm von seinem
Antrage, den Betrag von 500,000 auf
$100.000 herabzusetzen Abstand und
schlug den Zusatz vor, daß nur Geschütze,
Geschosse u. f. w., einheimischen Fabri-
kats angeschafft werden sollen. Dem
Antrage wurde zugestimmt und die Vor
läge wurde angenommen. Der Be
richt über den vollständigen Mißerfolg
der Konferenz mit dem senat betreffs
der Streitpunkte in der Bill für Ab
schaffung deS Vorkaufs-, Waldaöanu
und Oedläniereien-Gesetzes, gab zu län-
geren Erörterungen Anlaß. Eine noch
malige Conserenz wurde angeordnet.
Antrag zvcorrlfon s die Viat am
23. Juli zu schließen, wurde an den
Finanzausschuß verwiesen. In der
Abendsitzung gelangte der Gesetzentwurf
für Ausstellung von Postanweisungen
über kleinere Geldbeträge zur Annahme.
$it Matioar-Si0rlotl)ek.
Die Congreß-Bibliothek ist die reich
haltigste Büchersammlung des Landes ;
ob sie aber die beste ist, möchten wir be
zweifeln. Unsere .Peabodv-Bibliothek"
ist gewählter, die Lennor' Bibliothek in
New-Aork, Bancroft'S und Sutro's
Bibliotheken in San Franzisco haben
seltenere Bücherschätze; aber immerhin
wird die Washingtoner Bibliothek mit
der Zeit alle überflügeln, zumal nach
dem sie erst ihr eigenes HauS erhalten
hat, wozu jetzt die beste Ausficht vor
Handen ist. Ueber den kleinen Anfang
der Bibliothek und deren allmäliges
Wachsthum liegm folgende Notizen vor.
Als der Eongreß der Ver. Staaten
sich im Jahr 1800 zum ersten Mal in
der Stadt Washington versammelte,
verwilligte er $5000 .zum Ankauf sol
cher Bücher, als zum Gebrauch des
CongresseS nöthig sind, und zur Ein
richtung eines schicklichen Zimmers für
dieselben."
In IL01 wurde auf Verordnung deS
CongresseS die Bibliothek in das früher
vom Repräsentantenhaus benutzte Zim
mer gebracht. Zugleich wurde das Amt
des Bibliothekars geschaffen und eine
Reihe von Regeln 'für die Bibliothek
entworfen. Die jährliche Verwilligung
dafür betrug nur $100. und als die Bri-
ten in 1314 die ReglerungsgebSude nie?
dnbrannten, enthielt die Bibliothek erst
2000 Bände. Bald darauf kaufte die
Regierung für $23,950 die Bibliothek
des Ex-Präsidenten Jeffersov, die 6700
Bände umfaßte.
i ri wurde die Vernilliaung für
die Nationalbibliothek auf $2000 und rn
1824 auf $5000 das Jahr erhöht. ; In
I8SI wurde die Bibliothek wieder von
Feuer heimgesucht, und von ,000
Bänden wurden nur 22.000 gcrrttet.
Hierauf verwilligte der Congreß $72,
000 für den sofortigen Ankauf von
Büchern. Die Bibliothekhalle wurde
wieder aufgebaut und feuerfest gemacht,
indem man die Wände, Decken und
Schränke aus Eisen herstellte. In 1360
hatte man 75,000 Bände beisammen,
und die jährliche Vnwilligunz wurde
von $700 ans $10,000 erhöht. In
1866 wurde dann die Bücherfammlung
des .Smithfonian Instituts etwa 40,
000 Bände, der Conzreßbibliothek zu-,,-.?T
r 1867 wurde die Bibliothek
des Geschichtsforschers Peter Force, 60.-
000 Bücher, Broschüren uno vas
schriften, für $100,000 erworben.
Dmch die Akte vom 3. Julr 1370
wurde die Auszeichnung von Verlags
rechten (Copyrights) dem Bibliothekar
des CongresseS übertragen und verord
net, daß zwei Exemplare jedes neuen
Druckmerkes in der CongreVblbllothek
niedergelegt werden. Durch diese Ver
ordnung erhält Letztere jährlich einen
Zuwachs von etwa 30,000 Artikeln,
darunter eine Menge Musikstücke, Druck
bilder, Chromos, Photograxhie'n, Kar
ten Schauspiele.' Zeitschriften u. s. w.
Hr. Spofford, der Bibliothekar, hat jetzt
360,000 Bücher und 200,000 Broschüren
in Verwahr; da die Schranke jedoch uur
300,000 Bände zu fassen vermögen,
liegt der Rest in Gewölben unter der
Rotunde des Kapitals und in dunkeln, ab
gelegenen Räumen aufgeschichtet. Durch
ernsthafte Bemühungen zur Besserung
dieses schmachvollen Zustandes haben sich
namentlich Senator Morrill von Ver
mont und Repräsentant O. R. Single
ton von Mississippi in der jetzigen Con
greßsttzung hervorgethan.
Das neue LibliothekGebäude, wofür
der Congreß nunmehr eine halbe Million
verwilligt hat, soll östlich vom Kapital,
auf einem offenen Platz stehen. Die
dazu gewählte Form ist aus mehren
früher entworfenen Plänen zusammen
gesetzt. Des Aeußere ist im Stul der
italienischen .Renaissance" geplant und
zeigt einen schwerfälligen Untnbau, ein
weniger schwerfälliges und höheres Ein
trittsstockwer! und ein noch höheres und
mehr entwickeltes Hauptstockwerk. An
der Front erhebt sich ein die Flügel über
ragender Mittelbau mit fünf Abth-i-lungen,
deren drei die Eingänge zum
eisten Stockwerk enthalten. Auf beiden
Seiten dieser Eingänge erheben sich
thurmartige Vorbauten. Die vier Ecken
des Gebäudes sind durch drei Stockwerke
hohe Pavillons inarkirt, voraus cin Ge
länder mit vorstehenden Eckpfeilern er
richtet wird. Die beiden Neben- und
die Hintere Seite sind entsprechend ein
facher aufgeführt. Der Haupteingang
ist ein kreisförmiger, aufsteigender Fahr
weg mit breitcrMitteltreppe. Die Front
thür des Unterbaues befindet sich unmit
telbar unter der Hauptthür des ersten
Stocks; ein waagerechter Fahrweg, der
fich unter ien Treppen des Hauptein
gangs hinzieht, führt dort hinein. Der
Mittelbau und die Pavillons sind mit
Säulen und Mandpfeilcrn geziert ; Bild
hauerarbeit ist am Ganzen nur fpärlich
angebracht.
Die Rotunda in der Mitte der Halle
wird 100 Fuß im Durchmesser und von
achteckiger Form sein; Säulengänge
werden daraus nach allen Theilen des
Gebäudes führen. Zur Bequemlichkeit
des allgemeinen Besuchers wird ein acht
eckiges Lesezimmer von 100 Fuß Durch
messer, gerade so groß, wie das hübsche
Picton-Lesezimmer in Liverpool, Eng
land, hergestellt. Nebst diesem gibt ls
viele größere und kleinere Zimmer zum
Studium besonderer Gegenstände, zur
Benutzung der Senatoren und Rep: äsen
tanten, zur Aufbewahrung Taufender
von Karten, Druckbilderik, Handschriften
seltener Druckwerke u. f. w. Für die
gehörige Ausstellung der vielen Artikel
der Rechen- und Schreiberr.nst, der Ab
thcilung für Copyrights" und für
Zeitungen, Musikstücke. Broschüren ic,
ist ebenfalls reichlich Raum geschaffen.
Ein besonderes Zimmer in einem Haupt
theile des Gebäudls.wird der Aufbe
Währung von Wafhingtoniana", d. h.
allen Bücöeln. Scbriflstücken und Teaen-
nanocn, vie ic) auf cie .qciuiic vccrg
Washington's beziehen, gewidmet fein
r i t r f r . gi r i ' r . rzt
Die erwähnte Bill verwilligt ?500.000
und beschränkt die Kosten des Bauzzlstzi
auf $550,009. Die Gefammtkoften der
Neuen Bibliothekhalle einschließlich des
Bauvlabes weiden aus 2.323.000 ver-
anschlagt. Selbstverständlich muß also
f". . . r i c ' - c o-.fx.
jjnrei vsain nccj iuj in oie jUijqjc grei
seit, tbe er seine aroße nene Bibliothek
Halle vollendet sehen kann. Hoffen
wir, daß die Geschichte dcö Washington
Denkmals sich an diesem Baue nich
wiederholen wird.
Pie ?Scizen-Srt?.
Von allen
ierealien ist der Weiien
als Brodkorn der c:vllllrtcn Welt das
wichtigste und die Weizen?Ernte emes
jeden Landes von großer Bedeutung sür
das Land. Eine gute Ernte macht gute
Geschäfte, eine MtLcrnte hat einen
schlimmen Winter im Gefolge. Die
Weizenernte ist in diesem Jahre beson
ders reich ausgefallen und wird trotz
vervlmdertem Areal die von 1834 über
treffen, welche 513,000.000 Bushel be
trug.
Der Durchschnittsertrag der Vereinig!
ten Staaten ist sür die letzten fünf Jahre
etwa 435,700,000 Bushel im Jahre
1835 blieb jedoch die Ernte weit hinter
dem Durchschnitt zurück, indem nur
357.000.000 Bushel ezeerntet wurden.
Das amerikanische Volk verbraucht jähr-
lich 257.249.v62 Bushel. für Saamen
sind etwa 50.000.000 Bushel nöthia.
der Rest kann ausgeführt werden.
Aber gerade mit der Ausfuhr hapeit
es seit einigen Jahren. Die amerikani-
schen Spekulanten haben es aeaen Ende
der siebenziger Jahre zu toll getrieben.
fte yaven die (Sans geschlachtet, welche
die goldenen Eier legte. England sollte
von Chicago aus gezwungen werden, die
unverschämtesten Preise zu bezahlen,
woraus sich die Engländer erinnerten,
daß sie in Asien eins der reichsten Wei-
zenländer der Welt haben ; Indien be
gann 1831 mit den Ver. Staaten zu
concurriren; diese indische Concurrenz
st fe:tvem mit iedem Jahre fühlbarer
geworden und war so stark, daß selbst
von unserer geringen 85er Ernte noch
ein gewaltiger Posten unoerkauft ist.
wahrend Rußland und Indien den Ge-
treidemarkt der Welt beherrschen. Ua-
ere reiche Ernte kann deshalb dem ame
rikanischen Farmer nur zum Segen qe-
reichen, wenn unser Volk Verbrauchs-
fähiger gemacht wird oder aber, wenn
europäische Verwickelungen eintreten.
welche den Bezug aus Rußland und In
dicn erheblich vertheuern oder gar in's
Stocken bringen.
Die amerikaniZche Republik ist was
wahrscheinlich verschiedenen Lesern neu
sem wird nicht der bedeutendste Wer-
zen.Consument aus den Kopf der Bevöl-
keruvg. Hier rechnet man 4 bis 5 Bushel
Weizen auf jeden Menschen im Lande,
in Frankreich rnmmt man dagegen das
Doppelte an. Dieses bewe'.st übnzeaS
Nichts für die Lebenshaltung deS Frau-
zofen, daß diese besser se, alZ die des
Amerikaners, denn dieses ist nicht der
Fall; eS zeigt nur, daß der Franzose
eine ganz andere Küche führt, als der
Amerikaner. Zferner darf man richt ver
geffen, welche gewaltige Quantitäten
Mais hltr in Lande erubrt werden und
das Brodkorn ersetzen. Die ersten Pko-
mere leben vorzugswerje von iwais, 0
daß dieses Oereal nack, Art der Teuto-
neu, eil eS öie Hauptbrodfrucht war.
von ihnen Zchlechtweg den camen orn
erhielt. Ja Deutschland und Skandlna
vicn. wo der Roaaen Brodfrucht ist.
heißt eben dieser Korn. -
rankrerch tt auq nac? cen Ber. sraa
ten das bedeutendste Weizenland der
Welt; im Jzhre 1L35 erreichte seine
Produktion 313,000.000 Bushel, Ruß
land hat erst 20S.00O.co Bushel ge
zogen. Rechnet man das asiatische Rußland
und das chinesische Rtich ab, welche keine
Statiiiiken liesern. fo läkt sich die .e-
sammt e Weizenernte drr Welt auf
2,110,000,000 Vufye: sqayen, oavon
wächst in den Ver. Staaten der fünfte
Theil.
Jedenfalls oraucyen mx reine jun
ger snoth für das nächste Jahr zu be
füi&ten und der Vanik dieser Taae an
der Chicagon Börse war nur ein blin-
der Larm.
Die Zeitungen der ßrde.
Nach den von einem französischen Sta
tiftiker vorgenommenen Ermittelungen
beträgt die Zahl sämmtlicher Zeitungen
der Erde etwa 35,000. Nimmt man
die Zahl der auf der Erde lebenden Men
schen aus eine Milliarde an, so ist also
auf 23,000 Köpfe ein Blatt zu rechnen.
Unter den fünf Erdtheilen kouuut die
höchste Zahl, 29,000, auf Europa.
Von den europäischen Großmächten weist
Deutschland die höchste, Rußland die
niedrigste Zahl auf. In Deutschland
erscheinen etwas mehr als 5,500 Zeitun
geu, darunter 800 Tagesblätter. Den
zweiten Rang nimmt England mit etwa
4,000, darunter ebenfalls 800 täglich
erscheinende Blätter, ein. Fast die
gleiche Zahl hat Frankreich auszuweisen.
Es erscheinen 1,568 Blätter in Paris
und 2503 in den Provinzen; die Zahl
der täglich erscheinenden Zeitungen be
trägt 360. Italien folgt mit 1,400
Zeitungen und so fort, von denen 160
täglich erscheinen; auf Rom kommen
200, auf Mailand 140, auf Neapel 120,
auf Turin 94 und aus Florenz 79 Blät
ter. Oesterreich ist mit 1,200 Zeitun
gen, darunter 150 Tagesblättern, ver
rreten. Spanien zählt etwa 850 Blät
ter, von denen fast ein Dii:tel täglich
erscheinen. Rußland hat nur 800 Zei
tungen auszuweisen; in Petersburg er
scheinen etwa 203, in Moskau 75.
Mehrere derselben sind in zwei oder mehr
Sprachen abgefaßt, eine davon gleichzei
tig in russischer, deutscher und französi
scher, eine andere zugleich in deutscher
und russicher Sprache. Eine verhält
nißmäßig sehr große Zahl von Zeitungen
weist Griechenland auf, was. sich aus
dem außerordentlich entwickelten poli:i
schen Interesse der Griechen, von denen
jeder sich für einen geborenen Politiker
hält, erklärt ; fast jeder kleine Flecken ist
wenigstens mit einem Blatte vertreten.
Die Schweiz zählt 430, Belgien und
Holland je etwa 300 Zeitungen, darun
ter einige ziemlich bedeutende. Der
Erdtheil Asien hat im Ganzen ungefähr
3,000 regelmäßig erscheinende Zeitun
gen auszuweisen. Veihältnißmäßiz
sehr wenige Zeitungen erscheinen in
China; das amtliche Regierungsblatt
.King Pao" in Pecking erscheint täglich
in drei Ausgaben, j?de derselben auf
Papier von besonderer Farbe; andere
bedeutende Blätter sind die in Shonghal
erscheinenden Tshen Pao" und ,Bu
Pao' und das Regierungsblatt von
Korea. Einen gewaltigen Aufschwung
nimmt die Tagespresse ia Japan, das
circa 2,000 Blätter ausweist. Die vier
bedeutendsten Blältcr führen die Namen:
Holschischibum- und Mainitschim
bum". In Tonakinz ist in letzterer
Zeit ein Blatt .ö'avenir du Tonlin" ge
gründet worden. Belutschistan und
Afghanistan haben bis jetzt noch keme
Zeitungen auszuweisen; in Persien er
scheinen im Ganzen sechs, ehr wenige
Zeitungen kommen auf den Erdtheil
Afrika und zwar alles in allem kaum
300, davon etwa 30 auf Eg'pten.
Weit zahlreicher ist dagegen die Tages
presse in Amerika vertreten. Allein in
den Vereinigten Staaten von Amerika
erscheinen 12,000 Zeitungen, unter de
nen sich etira 1,000 Tageblätter befin
den. Es sji hier noch bemerkt, daß in
den Vcreinigicn Staaten 120 Zeitungen
antsckließlich von Negern verwaltet,
herauszegtben und redigirt werden ; das
älteste dies, r Regerblälker ist der .Elo
retor", der vor achtzehn Jahren in San
Francisco gegründet worden ist. In
Canada, welches 700 regelmäßig er
scheinende Blätter zählt, hat die franzö
siche Presse das Uebergewicht. Von den
zwanzig Zeitungen, die Quebec auf
weist, erscheinen nur vier in englischer,
alle übrigen aber in französischer Sprache.
Ordnet man sämmtliche auf der Erde er
scheinenden Zeitungen nach den Spra
chen, so ruuß der englischen Sprache der
Löc'nanth.'il zuerkannt werden, und
zwar mit 16,500 Blättern; hierauf
folgt die deutsche Spraqe mit 7,800,
die französische mit 6.850, die spanische
mit 1.600 Blattern.
"glo meör 'gctUtu.
Deutsche Gelehrte und patriotische
Enthusiasten sind seit Jahren auf der
suche nach deuiscyen Blutsverwandten
unter den Völkern dcr Welt und haben
in diesem Bestreben recht schöne Resul'
täte aufzuweiten. Daß halb Frankreiq
germanisch, ist vom ethnologischen
Standpunkte nicht xu leuanen ; auch die
Lombardei Italien's, sowie die spani-
schen Catalonier Goth-AIanen) sind
längst reklamirt. Neuere Forscher sind
aber weiter gegangen. Die Theorie,
daß die Deutschen von den indischen
Ariern abstammen, ist längst umge
stoßen; vielmehr behauptet man jetzt, daß
anderthalb Jahrtausend vor Christo
europäische Arier in Indien cingewan-
dert sind. Karl Blind macht die Trojer
und andere Stämme zu deutschen Lands-
leuten; ein anderer Forscher hat die
kühnen Piraten der Berberstaaten und
die Beduinen des Atlas für unsere
Blutsverwandte erklärt. Nun kommt
man soaart mit amerikanischen Vettern.
Der .Anz. des Westens erzählt: Aus
dem Umstände, daß der Kriegshäuptling
der Sioux, welcher den Oberbefehl in
der Euster-Schlacht führte, den Siamen
Gaul trug, nimmt der verdiente und
viel zu wenig bekannte Alterthums for
scher E. Tausch Veranlassung, darauf
hinzuweisen, daß in den Zldern der Sioux
wahrscheinlich uraltes teutonisches Blut
stieße.
Nach emer Sage, die unter ihnen von
Geschlecht zu Geschlecht vererbt werde,
seien ihre Stammväter auf fliegenden
Drachen über das große Wasser des
Ostens (das atlantische Meer) gekom
men und hätten sich hier Weiber genom-
men, mit denen sie die Nation der
Tetons (dieses ist der Name, mit dem
fich die loux bezeichnen) gezeugt hatten.
Herr E. Tausch findet in dem Namen
Tetons einen Anklang an Teutonen-
und .Deutsch." Die fliegenden Drachen, ,
auf welchen die Urväter der Siour oder
TetonS über das Meer gekommen fein
sollen, sind ,ym zufolge die Schisse der
altsächsischenVickinger,dieals .Drachen"
bezeichnet wurden. Er meint, es sei
sehr leicht möglich, daß einmal eins oder
dieser Schiffe, mi! denen die
alten Sachsen weite Seereisen unterneh-!
men, uöer den auanüzqen zcean ver
schlagen worden, und daß die Insassen,
an der Rückkehr in die Heimath verzwei
felnd, fich hier niedergelassen. habt."
Dieses wird in den nordischen Sgag
bestätigt. Snorri'S Heimskringla be
richtet über eine ganze Anzahl Winland
fahrten, und selbst Adam von Bremen,
der um die Mitte deZ 11. Jahrhunderts
lebte, hat Manner gesprochen, die in
Winland gewesen waren. .
InlänSiZche LZacZrlchteN.
Aus Philadelphia wird berichtet,
daß die dortige -Todiengräber einen
Zweig der .ArbeitSritter" bilden wollen.
? Kürzlich wurde in Boston ein Exem
plar des von Benjamin Franklin heraus
gegebenen Kalenders von 17S7 für
tzlS.50 verkauft.
? In Nord-Dakota giebt eS jetzt 895
öffentliche Schulen mit 19,725 Schülern
und 144 Lehrern. DerWerth des Schul
eigenthums wird auf 81,108,536 ange
geben. Die Zahl ter Privat und Pfarr
schulen ist beinahe ebenso groß.
Für das De Kalb Denkmal ist jetzt
in Annaxolis in Marvlavd von dem
betr. Comite ein Platz ausgewählt.
Mau entschied sich für denRasenpla an
der Südweftscite des Staatshauses, wo
früher die alte Fontäne war. Die Statue
rotrd im Laufe dieser Woche nach Anna
polis versandt werden. Des Piedestahl
ist gleichfalls fertig.
? Gen. Alfred Pleasanton, der be
rühmte Reiterführer aus den ersten Iah
ren deS Bürgerkrieges, lebt gegenwärtig
in bitterer Armuth in Washington.
Gen. Pleasantoa zog als reicher Mann
in den Krieg; Oberst Fast, der Ende der
siebenziger Jahre im hiesigen Zollamte
eine Stelle bekleidete, war sein Schmie
gersohn. i Nachrichten auZ dem Indianer
Gebiet zufolae sind seitens der großen
Viehzüchter Unterhandlungen im Gange
um die mehrere Millionen Acres um
fassenden Ländereien der Ofagcs, Pon
cas, PawneeS und Otoes im Indianer
Gebiet zu miethen. Diese haben ihr
Land von den Cherokees erhalten, und
da den Cherokees daS Recht zugesprochen
worden ist, ihr Land nach Belieben zu
vermiethen, so wird dasselbe Recht auch
von den genannten Stämmen in Anspruch
genommen.
An der Wasserscheu verendet sind
in Ballard - County, Kv., 20 bis 30
Kühe. Dieselben wurden plötzlich wild,
bellten wie Hunde und stürzten auf alle
lebenden Wesen, die ihnen in die Nähe
kamen. Vor einigen Wochen waren in
jener Gegend zwei wüthende Hunde ge
tödtct worden, von denen die Kühe
wahrscheinlich gebissen worden waren.
Die Wasserkraft der Fälle obeder
ren Quinnesee in Wisconsin, dwo ae
Fluß aus einer Höhe von 47 Fuß herab
stürzt, wird von der Hvdraulic Power
Co." ' verwendet, welche comprimirte
Luft drei Meilen weit bis nach Iren
Mountain dirigirt, wo mittelst derselben
die gesammte Maschinerie der Chapin
und Ludington Eisengruben getrieben
wird.
? Bei dem Versuch zwei kleine Kna
ben zu retten, ist ein in Losell in Massa
chusetts der achtzehnjährige Fadian
Demarrcr einen Hsldentod gestorben.
Er fah, wie die Zcnaben, Victor und
Eugene Fontain, der eine 7-, der andere
O.jährig, beim Baden nahe der Aiken-straßen-Brücke
den Boden verloren, und
sprang ihnen nach, obwohl er selbst nicht
schwimmen konnte. Aber auch für ihn
war das Wasser zu tief, ur.d alle drei
ertranken.
s Gegen die Vielweiberei unter den
Juiianern führt der ,Anz. d. W." fol
genden Hieb: .Daß die Vielweiberei der
Mo:monen unterdrückt wird, ist ganz in
der Ordnung. Aber waium strett man
nicht darnach, sie auch bei den Indianern
auSjurotten? Man hat dafür u:n so
mehr eine Berechtigung, als die meisten
Indianer von der Regierung gefüttert
werden, wahrend die Mormonen, denen
! der B:ftd einer Zweiten Fran nachae
wiesen wird, in'S Zuchthaus gesandt
werden, zieht der ivthe Sohn der
Wildnis nur um so mehr Rationen, je
mehr Weiber er hat.-
ti'.ir 5T?iifcrtrm,-tf:iJT! Vr sWiit virr-
Wasserkraft sür gewerbliche Zwecke ist
neulich in Niagara Falls, N. Z) , die
.Niagara River Hydraulic Tunnel &
Sewcr Co." mit einem Capital von
3,00,00 gegründet worden. Die
Gesellschaft hat von der letzten Ne?z
Verker Legislatur einen Freibiief erhal
ten und beabsichtigt oberhalb der Fälle
in der Nähe dcr neuen Hängebrücke einen
30 Fuß breiten, zwei Meilen dem Fluß
entlang laufenden Tunnel zu bauen, von
welchem aus Scitentunnels die Wasser
krasl nach den verschiedensten Richtungen
leiten können. Präsident der Gesell
schast ist Charles B. Gasrill.
Der Vavaeei der rZrau Nurkbart
E ""V J n vv.
in Kankakee, Jtf., saß neulich im offe
nen Fenster des Haust s seiner Herrin,
als sich plötzlich .aus lichter Höh'" ein
Habicht auf ihn losstürzte, und ihn zu
Boden riß. Oer Papagei war anfäng
lich über den unvorhergesehenen Ueber
fall fehr verdutzt, sina aber bald an. die
Situation zu begreife, uud wehrte sich
mit Schnabel und Krallen so herzhaft.
daß der Habicht bald einen harten stand
hatte. Da sing der Papagel an, laut
um Hülfe zu schreien; seine Herrin eilte
mit einem Kartosselstoßcr herbei und
schlug den frechen Habicht todt. Ihr
Liebling war aus dem Kampfe mi! ziem
lich heiler Haut' davon gekommen, flog
auf's Fenster zurück, räusperte sich und
sagte, als ob nichts vorgefallen: 'Tolly
wants a cracker."
? Ein wahrn Sirocco wird aus
Pierre in Dakota berichtet. In den er
sten Tagen des Juli herrschte dort schon
furchtbare Hitze bis zu 103 Grad im
Schatten. Am Abend des 4. Juli aber
begann die Lust im Westen roth zu
glühen, und ein Wind erhob sich von
solcher Gluth, daß die Bewohner sich in
die Keller flüchten mußten, und zugleich
von solcher Stärke, daß mehrere Häuser
umgeweht wurden. Noch um 2 Uhr
Morgens zeigte das Thermometer 10S
Grad.
?B:e .Abendpsst" in San Fran
cisco schreibt: .In letzter Zeit ist ziem-
lich viel Kupfergeld in Cirkulation ge
kommen und ist zu hoffen, daß dasselbe
bald überall Eingang findet, da die noch
aus den schönen Bonanza - Zeiten her
stammende Sitte, sich nicht mit kleineren
Münzforten aufzuhalten, heutzutage
nicht mehr em Platze ist. Ein großes
Dry GoodS Geschäft hei endlich daS
Problem gelost, rndem S eme errotze
Quantität Kupfermünze imxortirte und
begann, stets bis auf den Cent genau
seinen Kunden herauszugeben. "DeS
Svstem hat allgemeinen Anklang aefun-
den und wird hoffentlich recht bald allge
mein eingeführt werden."
? Ein hartväckiaer Selbstmörder
wider Willen ist in New Fork lebender
Schwede, Namer.d Nikolaus Peterfon.
Er hat schon mehrere Male die Reise
nach Europa in einem kleinen Ruder
boote angetreten, ist aber niemals weiter
als ein bis zwei Meilen über Sanio
Hook hinaus gelangt. Aber jedesmal ist
er noch glücklich aufgesischrwordcn. Erst
mcyrere
Mitte röriqer Woche hatte er die Reise
wieder, diesmal von Lovg Branch aus,
angetreten, aber wenige Stunden spater,
fand man ihn gänzlich erschöpft an den
Kiel deS umgestürzten BooteS geklam
mert. Trotzdem hat er am Sonntag
Morgen die Reife auf'S Neue angetre
treten, und bis zum Abend hatte man
noch nichts von ihm gehört.
? Der .Tyndale-Posien,' G. A..N.
in Philadelph' hat dieser Tage eine inUr
essante Reliquie auS dem Bürgerkriege
erworben, nämlich eine kleine Messing
kanone, die in der Schlacht von Aatie
tan, gedonnert irrd die Reihen der Con
föderirten gelichtet hat. Als am 17.
September 1L62 die Schlacht wüthete,
zog ein fechszehnjährizerJunge auS
Sharpsburg seine kleine Kanone auf ei:
nen Hügel und begann auf eigene Ver
anlwortlichkck! zu feuern. DaS kleine
Gefchütz richtete große Verheerungen an,
und einige Scharfschützen erhielten den
Auftrag, diese Batterie zum Schweigen
zu bringen. Am anderen Morgen.fand
man den kleinen Kanonier todt neben
seine Geschütz. Die Kanone wurde
kürzlich sür .altes Eisen" verkauft und
gerieth in die Hände eines Veteranen,
der ihre Geschichte kannte und sie dem
obengenanntcn Posten zum Geschenk
machte.
? George S. Edwards von Leadville
in Colorado, der am 4. Juli bei Beste!
guvg deS .Jron Hill" vom Blitze ge
troffen wurde, erholt sich allmälig.
Sein Fall ist ein merkwürdiger und er
regt die Aufmerksamkeit der Fachmän
ner. Nachdem Edwards vom Blitzstrahl
niedergestreckt war, lag er 15 Minuten
lang in bewußtlosem Zustande am Bo
den', ohne Unterstützung zu erhalten.
Der Blitz hatte ihn am linken Backen
getroffen und eine Anzahl Zähne aus
dem Munde gelöst, dann ging derselbe
in diagonaler Richtung über seine Brust
zur rechten Seite des Körpers hinab und
nahm seinen Lauf von hier in der Nich
tung nach den Füßen, worauf er durch
den rechten Stiefel des Getroffenen sowie
durch dessen rechten Fuß fuhr. Im
letzteren hatte er eine Oeffnung fehr
ähnlich derjenigen eines Kugelloches hin
terlassen. Die Kleidung war in Stücke
zerrissen und Theile derselben wurden in
der Entfernung von 200 Fuß wiederge
funden. Von dcr Stelle aus, auf wel
cher Edwards gestanden, war dcr Erd
bodcn auf eine große Entfernung aufge
wühlt. An der Stelle des Körpers, an
welcher der Blitz herabgefahren war,
hatte er eine schwarze l Zoll breite
Spur hinterlassen. Am schwersten
hatten die Lungen des unglücklichen
Mannes gelitten, was sich zunächst durch
einen Blutsturz kund gab, der erst auf
hörte, nachdem Edwards 1 Quart dieses
Lebenssaftes verloren hatte. Außer die
sen Verletzungen war. der ganze Körper
mit Blasen bedeckt, die von einer Ver
sengung herrührten.
1 Man hat berechnet, daß bei der
nächsten Präsidenten-Wahl mehr, als
eine Million 'vtimmgeber stimmen wer
den, welche nach Schluß des Bürger
krieges noch nicht geboren waren. Die
jüngsten von Jenen, welche im Jahre
1L60 sür Lincoln gestimmt haben, wer
den bann im fünfzigsten Lebensjahre sein.
Der letzte Census erweist, daß zur Zeit
der Aufnahme desselben (Juni 1830)
3,270,509 eingeborene männliche weiße
Bürger im Lande waren, die das 21.
Lebensjahr überschritten hatten. 0,311,,
742 davon, cder ungefähr 76 aus jedem
100, waren zwischen 21 und 49 Jahren
alt. Beträchtlich mehr, als ein Achtel
davon (1,189.239), waren resp. 2l, 22
und 23 Jahre alt, während die Zahl
Derjenigen, die das 49. Lebensjahr er
reicht hatten, nur etwa die Hälfte mehr
(1,053.767) betragen hat. Die Ver
hältniffe werden im Jahre 18L3 diese!
ben sein, und es ergiebt fich daraus, daß
bei der nächsten Präsidentenwahl mehr.
als drei Viertel aller Stimmgeber Man
ner fein werden, die entweder im
cv.r,
OuV
1660 noch nicht ceöorcn waren oder das
stimmfähige Alter noch nicht erreicht
hatten, üftehr, als ein Achtel wirb aus
Leuten bestehen, die trst sjit Beendizung
des Krieges geboren wurden. Uns die
Zahl dieser Letzteren wi'd nur u e!n
Drittel geringer sein, als dieZahl Derer,
die den Krieg mitgemacht haben. ' Eine
andere Gencraüon erscheint allmählig
auf der Bi!d?äche, und mit ihr werden
auch andere Fragen, als die bishttigen,
i:i den Ve:dergrund treten.
1 Kürzlich ist in Lone Mountain, Cal.,
ein Mann gestorben, der behauptete, ein
natürlicher Söhn dcö großen Napoleon
aewesen zu fein, eine Mutter war in
dem Verbannungsorte LcngVcod auf St.
Helena Weißzeug'.Aufseherin. Sie stand
im mittleren Alter, war aber noch sehr
anziehend uud besaß den uppkqsten Haar
schmuck, den man fich denken kann. DaS
Kmd der .schonen Otvmpla", wie sie ge
nannt wurde, war seinem Vater so ähn
lich, daß alle Napoleoniden ihn darum
beneiden könnten. Nach, dem Tode dcs
Kaders kehrte die Gouvernante mit ih
rem Kinde nach London zurück, wo fie ei
nen Uhrmacher, Namens Goidon, heira-
thete, der das ,nd adoxklrte und es spa
ter fein Handwerk lehrte. Mann g ewor
den g:nz votdonAonsparte nach New
London, Connecticut, wo er sich Vermö
gen und politischen Einfluß erwa-.ö und
in seinen Mußestunden sich auch journa-
llflifch beschäftigte. Das .Bulletin
von Nowick und der New Londoner
.Star" brachten zahlreiche Artikel von
ihm. Später zog er sich nach Califorrn'en
zurück, wo er starb. GordonVonaparle
hatte von seinem Vater eine hohe Intel
ligenz geerbt, die ihm geschäftlich vom
Nutzen war; von Charakter war er ver
schlössen und sehr zurückhaltend; seine
Beziehungen, das Geschäft ausgenom
men, erstreckten fich nur auf einen ganz
kleinen KreiZ bevorzugter Freunde. Er
war in semcr Erscheinung das leib
haftige Abbild seines Vaters und zwar
in einem solchen Grade, daß Alle, die
ihn zum ersten Male sahen und das Ge
heimniß seiner Herkunft nicht kannten,
von seiner frappanten Ähnlichkeit be
troffen wurden. Er sprach übrigens nicht
von seiner Abstammung, außer wenn er
getrunken hatte ; dann aber gestattete er
Niemandem, daran zu zweifeln, daß er
wirklich der Sohn des .korfischen Erobe
rers" sei.
SttmisHte StaHrichlen.
Di e Königin von Italien
hat eine Dame, die Dr. Siznora Mar
garita Farne, zu ihrem Leibarzt ernannt.
Dieselbe gehört zu den ersten Jtaliene
rinne, die sich dem Studium der Medi
zin widmeten. Signora Farne begann
1870 ihre Studien und war nach deren
Vollendung in den Hospitälern Turins
und Mailands thätig, isie durfte die
erste Dame fein, die von einer fürstlichen
Persönlichkeit zu ständigen ärztlichen
Beratherin erwählt worden ist.
Von der unqeheuren Geld-
macht des HauseS Rotbschild aibt Fol-
gendes einen Begriff: Man erzählt sich,
daß Lord Salisburv, als er Minister-
Präsident wir, an den Chef des Londoner
Hauses Rothschild die Frage stellte, auf
wie viel Geld von demselben die Regie
rung tm äußersten LcotYsalle rechnen
rönne? und daß Rothschild zur Antwort
gab: Fünfzig Millionen Pfund Ster
ling binnen rierundzwaozig Stunden
und weitere zweihundert Millionen bin
nen acht Tageu. DaS bedeutet also
zwölfhundert Millionen Dollars l .
ES dürfte nicht ; allge
mcra bekannt fein, daß bei Manövern zc.
selbst der Kaiser auf seinen Besitzungen
nicht von Einquartierung frei ist. Seme
regelmäßige Einquartierung für Babels
berg beträgt 16 Manu, doch ist dieselbe
schon mehrfach bis auf L0 Mann gestie
gen. Selbstverständlich freut, sich ein
zeder Soldat, wmn ihm sein Quartier in
Babelöberg angewiesen wird, weniger
vielleicht der Ehre halber, als weil er
neben gutem Logis und Essen euch noch
eine Ertra-Zulsge von 50 Cents pej
Tag hätt.
. Wie verlautet, steht die
deutsche Reichsregierung mit dem Schwel
Zer Bundesrath in Unterhandlmig über
eine für die Beförderung der deutschen
Truppen im Kriegsfalle vortheilhafteren
Neutralitätsvertrag, um die Truppen
auf der Linie Konstanz, beziehungsweise
Nheinfelden Bafel transportire zu
können. Käme dieser Vertrag zu
Stande, dann märe der Bau der pro
jektirten strategischen Bahn St. Ludwig,
Leopoldshöhe-Lörrach-Rhemfelden über
flüssig. In der sächsischen Lausitz
sind gegenwärtig noch ungefähr S
55,000 Wenden cmsäßig. - Kürzlich ist
nun der amtliche Nachweis über dieZahl
der wendischen Volksschüler erschienen.
Demnach hat in den Jahren 1873 bis
1334 dte ;ahl onfelben um 622 zuae
nommen. Die allgemeine Ansicht, wo
nach man in nicht tu ferne? Zeit das
gänzliche Erlöschen diese? slavischen Be
völkerungsinsel innerhalb deS Deutsch-
thums annaam, dürfte also doch unrrch
tig sem.
Ein sehr seltener Fisch
wurde, der .Kiel. Ztz." zufolge, in die
sen Tagen nach Frederikshaoen von einem
Strundvogt gebracht, nämlich ein
Trachvpterus, der in todtem Zustande
eng Land getrieben' war. Der band-
oder schwertförmige Körper ist silbergrau
mit rosenrothen Kiemen.' Derselbe ist
5$ Fuß lang, ca. 1 Fuß breit und in der
Mitte 3 Zoll dick. Der Fisch ist sehr
wenig bekannt, weil kaum ein Zoologe
Gelegenheit gehabt hat, em lebendes,
vollständig erhaltenes Exemplar zu sehen.
Im Herbste 1827 wurde en der jütischen
Küste zwischen Fredenkshaven und vka-
gen ein iSremplar ausgeworfen, welches
bis 1840 das einzig bekannte war und
die Ausnahme in die dänische Fauna ver-.
anlafzte. Ueder d:e Lebensweise des
,rawopterus wein uian fo ernt wie
nichts, nur, daß er nie en Angeln ae-
fangen wird und nur nach heftigen Stür
men auf den trand geworfen vor-
kommt. Das gefundene Eremplar ist
dem zoologischen Museum in Kopenhagen
uverfandt.
In London wurden die
ser Tage die beiden Inseln Loppen und
Kaloen, unweit Tromso im Norden von
Norwegen, die als werthvolle Jaqd- und
Fischerei Gründe geschildert wurden
öffentlich versteigert. Bemerkt wurde
zur Empfehlung, daß der Herzoq von
Edinburgh vor einigen Jahren dem
Jagdsport auf diesen Inseln abaeleaen.
und fich damit höchlich befriedigt erklärt
habe. Koppen hat einen Umfang von
etwa 3 engl. Meilen, und die kleinere
Insel Kalven von 3 Meilen. Das da
selbst ansässige Fischervölkchen beschäftigt
sich hauptsächlich mit dem Stockfisch
Fang. Die Leute trocknen den Fisch in
einer autzerst primitiven Weise, und sen
den davon große Quantitäten nach
Frankreich und Italien. Als besonderes
Reizmittel für Käufer wurde von dem
Auktionator hervorgehoben, daß auf den
Inseln eine Leberthran Fabrik nutzen
bringend errichtet werden tonnte. Nach
geringer Konkurrenz wurden die Inseln
einem Hrn. I. Eurrn für ?5.000 zuge-
schlagen.
Die
24 Turrenoorser.
welche durch
den revzausfcduk vom
Eanton Kirdjaln abgetrennt bei Ostru-
melien belassen wurden, haben sich, nach
dem ein bnlgarifches Regiment eingerückt
war, gefügt. ES stellt sich aber jetzt
heraus, daß dcr zur Türkei geschlagene
Bezirk von Kirdialn keine andere Ver
bindung mit Adriancpel hat als einen
Weg, der durch das ostrumelische Gebiet
fuhrt. Um liefen: vevelflcnde abznzel
fen, hat die Pforte jetzt an die bulgari
sche Regierung das Ersuchen gerichtet,
es möge noch ein schmaler Gebielsstrei
fen vom rördlichen Ufer der Aide dcr
Zuiza uberlaffen werden.
Eine Zeitung von Saint-Lo,
.Lc Gars norrnand", berichtet von ei
ner absonderlichen Betrügerei, mit wel-
cher stch die Lieferanten und nige mit
schuldige Vertreter der Regierung der
Nalional-Vertheidigung im Winter"l870
7l bereicherten. Ein Hausbesitzer in
der Normandie bewahrte seit dem Kriege
eine Anzahl Patronen für Remington
Gewehte, welche von einquartirten Mo
bilgardisten zurückgelassen worden waren.
Letzthin brach er die Kugeln aus und
versuchte sie einzuschmelzen. Sie schie
nen ihm merkwürdig leicht. In der
That waren sie aus Papiermache? geformt
und nur mit einem Bleiblättchen überzo-gen.-Diese
Fabrikatiensmethode erin
nert an die schuhe mit Papiersohlen,
mit welchen die Loirearmee ausgestattet
wurde, und fiischt beiläufig auch das
Andenken an den Millionenbetrug der
Eisenbahnen, euf, welcher, obwohl er
völlig klarzelezt ist, niemals gesühnt
und ersetzt werden wird, da die Bahn
Gesellschaften die Regierung, nicht die
Regierung die Bahnzesellschaslen in der
Gewalt hat.
Einen weiten Begriff
von menschlicher Lanalediakeit muß das
Amtsgericht Landshut in Schlefien ha
den, da es in einem Äusaebot in den of
fentlichen Blätternden am I.Juli 1740
geborenen Bauerssohn Jacob s:gl von
Unterglaim, dcr fchou em 10. December
1824 als .vermißt" m'dem Hvpotbe-
kenbuche eingetragen war und über des
sen. Leben .seit 1 Jahren" keine Nach-
richten vorhanden sind, unterm 15. Apr.
18L6 aunordert, sich spätestens bis
Samstag, den 29. Januar 1887 per
sönlich an der Gerichtsstelle anzumelden.
Der seit 02 Jahren vermißte würrde sich
dem Amtsgericht als Greis von 128
Jahren vorstellen.
Die bevor stehende. Er
össnung der suboenrionirten deutschen
Dampfer Verbindungen nach Ostasiea
und Auftrallen erreg: in der Londoner
Geschäftswelt sehr merkliche Beklem
mungen. Schon unter den seitherigen
für den deutschen Mitbewerb so außer
ordentlich erschwerenden Bedinaunae
hat der englische Export nach Australien
an der stetig wachsenden Concurrenz
Deutschlands einen gefährlichen Neben
tmaler kennen gelernt, letzt durste sich
die Sachlage noch mehr zu Ungunsten
der englischen Unternehmer gestalten.
Auch der Anziehungskraft deutscher
Häfen für überseeische Verfrachtunq er
wächst aus der Eröffnung der deutschen
fudoenzlonlrten Dempserlrvlen eine be
deutsame Steigerung. Thatsache ist.
daß die berufensten Tertreter der ein
schlaglgcn englischen Interessen zu zwei-
feln beginnen, ob London sein elther
gebrachtes Monopol als internationales
Handels- und Verkehrs entrexot noch
lange werde behaupten können. DaS
Londoner Entrepotgeschäft ist innerhalb
der ersten fünf Monate deS laufenden
Jahres um etwa zehn Prozent zurück
gegangen ; einen greßen Theil deffelben
hab die deutschen Nordsee-Häfen en
sich gkZogen.
Neuere VlagjxiQUvu
uSlanv.
Athen, 16. Juli Aus der Provinz
EtiS werden fürchterliche Gewitter,
stürme gemeldet, welche den Gebäuden
sowie den Feldfrüchten ungeheurer, Scha
den zugefügt haben. Die Bewohner be
finden sich in großer Noth.
London, 10. Juli. Die tranZ
kaSpische Eisenbahn ist jetzt dem Han
delsverkehr biZ Merrs geossnu.
Paris, 17. Juli. Der Londoner
Berichterstatter des .Journal deS. De-
batS" meldet, daß der britische Minister
deS Auswärtigen Graf Roseberrv. Ruß
land e:nen bestimmten, und nachdrucrlt
chen Protest gegen die Schließung deS
Freihafens von Batum UZ eine osten
bare Verletzung des Berliner VertrazeZ
zugestellt habe.
NeuLaredo, Meriko, 17. JuN.
Gestern herrschte hier in Folge der auS
Mier und Guerrero einaetroneve Nach
richten große Aufregung. ES heißt, daß
die ganze dortige Gegend unter Waffen
sreht und daß die Ausständische von
der amerikanischen Seite deS Ri Grande
Znzuq erhalten. Der Er-Revolutionär
und Bandit Buenito Diaz. dcr sich seit
längerer Zeik euf der tcxaaischen Seite
des'FlusseS aufgehalten hat, hat sich den
Aufständischen in Meriko angeschlossen.
Neu Laredo ist zum Hauptquartiere der
RegierungLtruxxen im nördlichen Theile
von amauupaS ausgewählt worden.
London. 18. Juli. Ja der Graf-
schaft Tvroue in Irland fielen gestern
namhafte Wahlkrawalle vor, bei denen
mehrere Menschen verletzt uns eme
Menge Leute verhaftet wurden. Die
Polizeimacht wurde verstärkt.
Paris. 13. Juli. Der Prinz
Napoleon (Plon Plon) sieht im Begriff
nach New fyoxl zu reisen, um dort mit
t o..v; t.i rn v!..
feinem oync uoiriz ei cenigung
von dessen Reise um die Wett zmammen
zutreffen. Der Herzog von ChartreS
und Familie sind heute nach Tunondge
abgereist.
London.. 19. "(au. Das neue
Parlament wird wahrscheinlich am S.
Au au st Zusammentreten und wie man
glaubt, alsdann bis zum Oktober ver
tagt werden.
Belgrad, 19. Juli. König Milan
eröffnete heute die Skuxtschina. In
feiner Thronrede hob er hervor, daß
Serbiens Beziehungen zu Bulgarien
dieselben seien, wie vor dem Kriege.
Diese Erklärung wurde mit Beifall auf
genommen.
Rom, 19. Juli. JnBrindist find
heute 4 Erkrankungen und 2 Todesfälle,
in Fontana 20 Erkrankunaen und 8 To
desfälle, in Latia:u 19 Erkrankungen
und 4 Todesfälle und in San Vito 11
Erkankungen 1 Todesfall an der Eholera
vorgekommen.
Berlin, 19. Juli. Bei den Ge
meindewahlen in- Elsaß-Lothringen sind
19 eingewanderte und 13 eingeborene
Deutsche rn den vsemeinderath von Metz
gewählt worden, während in dem 37
Mitglieder zählenden Gemeinderath von
Straßbura 11 Mitglieder der Protest-
Partei, 9 eingewanderte Deutsche und
11 Mitglieder, di- zu keiner Partei ge-
hören, gewählt worden sind.
3UIAUS.
Porti and, Me.. 16. Ju.i. Vier
Wagen deS Forepauah'fchen Eircus u
i ges sind heute Morgen um halb Drei
bei Vassalborouah den ffahrdamm hinab
gestürzt. 25 Pferde kamen dabei um
und mehrere Menschen wurden verlttzt.
Zwei Leute werden vcimißt uiib liegen
vermuthlich unter den Trümmern.
Detroit, 10. Juni. Heute Mor.
gen gegen 7 Uhr ereignete sich iu Port
Äuttln eine Kessel Erplosion. Das
Kesselhaus wurde vollständig zertiüm
mert. Der Maschinist Den Dnz:?t er
hielt schwere, der Feuermann Andy Mc
Kannen leichte Verletzungen. Ein 14
jähliger Knabe Willis Jewell wurde
zuerst vermißt. Später fand man feinen
fast zur Unkenntlichkeit entstellten Lcich
nam unter einem Trümmerhaufen.
Wellsville, 17. Juli. Gegen
7 Uhr erplodirte in Joseph Fassttl's
Kesskl-Wcrkstäite ein Kessel. Das ganze
Gebäude wurde zerstört. Zwei kleine
Kinder Namens Driscoll, welche in der
Nähe deS Kesselhauses spielten, wurden
unter einer einstürzenden Mauer begra:
ben. Nachdem dcr Schutt endlich weg
geräumt worden war, fand man den
Leichnam des einen Kindes, während
das andere so schwer verletzt ist, daß eS
nicht am Leben erhalten werden kann.
Von den Arbeitern der Weike wurde
Niemand verletzt. Dcr eine Tonne wie
gende Kessel wurde 300 Fuß weit weg
geschleudert. Philadelphia. Pa.. 17. Juli.
Einer Depesche aus London znfolae ist
dcr englische Dampfer ,St. Andrew"
aus dci Fahrt von Blueftelds nach P;i
ladelphia untergegangen.
St. Louis, I3.J2li. Heute Nach-
mittag um Zwei brach in der Bauholz-
Niecerlaae von Knapp, tout & Co.
hierselbft eine Feueröbrunst ous, die
binnen vier Stunden etwa 2S Millionen
Fuß Holz einäscherte und einen Schaden
von Pi00,vu vtrurfachte. dem eine
Versicherung von ungefähr $275.000 ae
gcnllbelstehk.
New York, 13. Juli. Die Wer fte
in Rockawoy Beach brach heute zufam
men und 30 Personen stürzten von der
AuZganzsplailke des Dampfers Colum
bia ins Wasser. Alle wurden gerettet,
doch erhielten mehrere Verletzungen.
Nuack, N. Y., 19. Juli. Auf
dem Oak Hill-Friedhofe im Eountv
Rockland wurde gestern Nachmittag bei
der Beerdiguna eines Mädchens in un-
mittelbarer Nähe des Grabes ein Baum
vom Blitz getroffen. Entsetzt stoben die
Leidtragenden auseinander, beruhigten
sich jedoch bald wieder und harrten in
dem Kampf der Elemente aus, bis die
Leiche beerdigt war.
Mirrneapö lis, Minn., 19. Juli.
Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet,
weiß die Bundes-Geheimpolizei. wer den
Einbruch in dem Postamt in Miancaxo
lis, Minn., verübt hat. Es waren an
demselben fünf Personen bctheiligt,
darunter die bekannten Einbrecher Jack
Quinn, der in Indianapolis .27,000
gestohlen hat, und Jerrv Cook.
Toledo, O., 19. Juli. Der
Sheriff Parr in Pauldizg, einem 00
Meilen westlich von hier gelegenen
kleinen Orte, wurde vorzestern Morgen
um Zwei von mehr als hundert verlaro
ten und bewaffneten Leuten geweckt,
welche da? Gefängniß umrivgten und
die AuSarUwortung der Schlüssel forder
ten. Sie erklärten, sie hätten ge
schweren, den Gefangenen Bill Halt
zu hängen und der Gefangcneawärtcr
würde sich Unannehmlich keiten ersparen,
wenn er den Gefangenen friedlich au!
liefere, lünr Sheriff versuchte durch
Uebcrredung die Aufmerksamkeit der
Menge an sich zu fesseln, während der
Hilfsshniff Swain den Gefangenen
durch eine Seitenthür fortzuschaffen ver
suchte. Die Menge wurde dies jedoch
gewahr, bemächtigte sich Hsliv's geaalt
sam, schleppte ihn eine Meile weit außtr-
halb der Stadt und hängte ihn an einem
Baum.
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RülZenschmerzell,
SSMir. Cttifra ff?t
Caett4Mf. rie. '
Frische LZ. Lch!,!.
Zahnschmerzen,
5kkchwee tifrt, finai.
rcilBSra s'?r,Gk, pZktz,.
Gtltattifeiitrw. Clmtoc).
ssb alle Schzr. rlch ein iutze Skiati
lxnöchige.
Farmer und Viebzüclzter
cd, i her St. Jakob Drf ein ,uktffi,che,
Hlmittrl gtgt di tpraft c4ttlftanl.
Ctne Stasi Ct 3' Crt ludst 5 5, (
ptafdxit für S in iebn potbtlt ia lat?3f
Äüt 5.00 xrtn ,wkl Älaf 4a frei aadi cUtn ieu
ka d . Staate rjandt. !Xoa abruft :
Tre Charles A. Vogeler Co.,
LaUimon. ClartlaaL
Ir. D. A. Mbard.
Zahtt.Arjt,
Office im BankGebSudk,
HERMANN, MO.
Em voMudkgcS Gciiß $10.00.
Zufall oder Faulniß akgebrochme
Zähne können zu ihrer natäilichkn Form auf
gebaut werden.
Schmieöe- und "
Zvagnerwerltflallt
von
Honry Honeck,
Herrsaun, No.
Mein! Kunden, und demPudliTum Lter
Haupt zeige ich hiermit an, daß ich stets eine
Borralh von
Psiiigei,
!alte, eiche au dem besten Stahl gemocht
ind und ich daher jeden Pflug garantire
kann; auch Halle ich SLagen vorrZthiz. se
stellungen und Reparaturen werden punkilich
und billig besorgt.
Henry Honec?..
Wein- und Bier-
S a l o o n ,
von Philipp Haeffner.
Lunch jeden LTZorgen !
t. Straße, zw. Markt und Schillerftraße.
kzennann. Ho.
Leih .. Stall!
m
Fritz Cchsner
2. TtraKe, Sermauu. No.
NkZtpfklde oder ?uhrn,rrkesind verstund
der Tag den liveralen i-reisen auizu
leihen. VUiit und üsel werden zu annehm
baren Bedingungen gefuttert.
tS Heu, fetter unb jtoin findet man stell
iu ze tzunäßkn Preisen.
Fritz Ochkuer.
yermann Siar Mllö.
Seorgs.. LUiusssr,
Fabrikant von ,
Viehl. ttlele, ShipstuN u.s.w.
Für alle Sorten Setreide, ali f
l?eizen, Roggen, Kern n. f. n., n.J. n.
wird der höchste Marktpreis bezahlt. Beßel
lttnzen prompt besorgt.
ttnveraleichlick,
Schnelle Zeit"
über die
Ghio Mississippi Uy.
von St. LouiS nach allen Lstl. Städten.
Die O. und M. N'y führt jeht Palast.
Schlafwagen ohne Wechsel von St. Louij
in 10 Stunden nach Louisville,
10 Stunden nach Cincinnatk,
20 Stunden nach Washington,
31 Stunden nach Baltimore,
33 Stunden nach New Fork!
2 Stunden am schnellsten nach Lou!2
und CnMinnaii. 7 Stunden am schnetttt
nach kLalhing'en. 4 Stunden am schneSAm
nach Valklmore. Lrbnllch schnelle Zeit nach
New Dort und dies ohne ailvechsel. ,
4
TöglleZt!etÄ
Ctscknnati n LonlsvlSt
mit bequemen Pasiagicrwagcn, Palast
wagen und Palast-Schlafwagen.
Die
Ohio. & Mississippi Eisenbahn
führt jetzt eine doppelte tägl. Linie von
Palast' Schlafwagen
v. St.Loui nach SZewAork ohne Wechsel.
et Uari?esel für irgend eine
Pasfagierlasse.
I. und 2 Klasse Passagiere werden alle
auf Schnellzügen befördert.
Die einzige Linie durch welche man tnt
Carwechsel und ohne ertra zahlung rsa
Ct. Loul nach Cincinnati gelange kun.
Für TickeiS. Raten oder irgend elche A'
formation wende man sich an die TicketAg'
ten der mit dieser in Verbindung stehende
Bahnen. 4
St. LouiZ 101 u. ILZ nördl. 4. Str.
W. W. Peabody, W. B. Shattue,
Gen t. Manager, Senl. pag Agt.
Cineinnati. O. ,
G. D. Baeon, Genl. West. Pass. Azk.
St. LouiS. 2ft.
Charleston. W. 8a., 14. pul.
Gestern Äbend um Fünf stürzte auf der,
der Hawrs Nest Coal Comxaav gehsn
gen Eisenbahn ein Wagen iu wel.
sich sechs Personen befanden in den
Creek, wobei Wm. Sncad den
fand und ei Civcinnatier H2c.-
reisender Namens Annau schwer ver
wurde. Die übrigen vierJsaff.
Wagens kamen mit leichten :chrs
davon.
Memnansmu

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