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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, January 21, 1887, Image 2

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germanner MKsblatt.
QtbtüTtet Graf, Herausgeber.
ttonsreb'Serhandlnnaen.
Washington, II. Jan. Im
Senat berichtete der Ausschuß für die
cniZantt.Anaeleaevdeiten AmendementS
zu dem HausbeZchluß für Bewilligung
eine Wegerechts über die Jndianerlän
dneien tm nördlichm Montana und nord
eftlichen Dakota. an die St. Paul,
Mmveapolis & Manitoba-Bahn ein.
Die Bundls - Eisenbahngesetz Vorlage
uifcc bcS Weiteren erörtert und ihre
Annahme von Coke. SaulSburu und
Harris befürworttt, worauf Vertagung
eintrat.
Im Haufe wurde die Fluß- und
Hasendill emberichtet und zurBorbe
rathung im Hause verwiesen. Der Mk
litärauSschutz berichtete die SenatSbe
schlüffe surErrichtung von Militaristen
beiChicago undDenoerein,wovon ersterer
aus die Regiftrande gesetzt, letzterer zur
Vorderathungim Hause verwiesen wurde.
Der Ausschuß für Gesetzrevifion berich
iele einen Gesetzentwurf ein. wonach die
Ernennung von Congreß Abordnuzen
zu Leichenbegängnissen außerhalb deS
Bezirks Columbia verboten, die An
brmguvg von Trauerabzeichen an den
Bundes gebäuden aber nur auf Anord
nung des Präsidenten gestattet fein soll.
Hierauf Vertagung.
,2. an. 5tai Senat wurde die
ftriii zur Einreichung von Ansprüchen
aus Grund deS foa. .French Spoliatron-
Gesetzes" beim Gericht für Ansprüche an
den Bund um ein Jahr verlängert; vom
Ausschuß für Küstenvertheidigung ein
Zusatz zu der Vorlage für Ermu:higung
der Stahlverserttgung sur i2ea?ue, ,
hingehend berichtet, für VertheidigungS
werke 5 Millionen Dollars auszuwerfen.
Hierauf fuhr der Senat mit der Er
wägung des Bundes EisenbahngesetzeS
fort. Vertigunz.
Das HauS trat in die Berathung
der EdmundS'scben Vorlage zur Ver
fchärfung des Gesetzes gegen die Viel
weiberei. bezw. des Tucker'fchen Substi
tutS dafür ein. Die Debatte zog sich
mehrere Stunden lang hin und als sie
endlich geschlossen war. wurde zur Ab
siimmung über das Tucker'sche Substitut
geschritten und dasselbe ohne Einzel
abstimmung angenommen. Darauf Ver
tagung. IS. Jan. Im Senat nahm, nach
Erledigung der laufenden Geschäfte, die
Berathung des Bundes - Eisenbahnge
scheS ihren Fortgang. DaS Tucker'sche
HauS-Subftitut sür den EdmundS'schen
Senatsbeschluß in Sachen der Mormo
nen wurde abgelehnt und Edmund S,
JngallS und Pugh wurden beauftragt, die
Verhandlungen mit dem Haufe darüber
zu führen. Nach einer geheimen Ereku
tivsttzung Vertagung.
Im Haufe wurden mehrere Vorla
gen deS JustizauSschusseS angenommen,
u. A. die, welche für Verlegung von
Rechtssachen auS den taatsgerichten in
die Bundeskreisqerichte auf die Fälle be-
schränkt, in welchem das Klageobjekt
mindestens 2000 Dollars beträgt. Der
Eesetzentwnrf für Erweiterung der
andiakeit des Gerichtshofs für Anfprü-
che an den Bund, gelangte nach kurzen
Elörieruagen zur Annahme. Hierauf
Vertagung.
1 4 . Jan. Im S c n a t reichte Jnaalls
einen Gesetzentwurf für Gemährung von
Nachtrogs-Pension in besti-zimten Fällen
an Solche ein, dZe durch außerordentlichen
Eonarekbeschluk vensiomrt wurden.
Nach anderer unbedeutender Geschäfte
trat Vertagung bls Montaq ein.
Im H au fe wmke der Gesetzentwurf
betreffs Zählung d,r Wahlmännerstim
nen nach Maßgabe der Vorschläge deS
5onferenzauSschusse3 angenommen, wo-
-auf Svezlal-Vorlagen deS senats zur
Jerathung gelangten. Etwa ein halbes
Outzend solcher Vorlagen wurden ange
nommen. darunter die für Entschävi
auna der fckin'brüchiaen Mannschaft deS
Dampfers .Afhuelot", worauf die Ver-
Handlungen bis zum Abend ausgesetzt
i rv . . cwi im l.
rvuroen. n ver oenoilyung muivrn
24 Pennons-Vorlagen angenommen
worauf um 10 Uhr 20 Minuten Verta-
auna eintrat.
15. Jan. Der enat hielt heute
keine Sitzuna ab.
Im Hause berichtete der Finanz
ausschuh einen Gesetzentwurf für Ver-
einigung gemisser Zollbezirke ein, wel
cher auf die Reaistrande wanderte ; der
Handelsausschuß einen Gesetzentwurf für
Erhebung von statistischen Angaben über
Aussuhr, Etnwanoerung und Auswanve
rung ; wurde zur Berathung im Hause
verwiesen. Der SenatSbeschluu betreffs
Einlösung und Umpraaung der Handels
dollarS wurde ebenfalls zur Vorberothung
im Hause verwiesen. Nach Verlauf der
Morgenstunde trat dos Haus in die
Vorberathung der Fluß- und Hafen-Bill
em, vertagte sich aber daraus.
17. Jan. Im Senat wurden au
Antrag von Plumb (NansaS) ixt Eom
missäre für den Bezirk Columbia ange
wie en. oem enat mllzmyetten, wie
viele Wirthschaften deS Bezirks ohne
Lizenz betrieben und warum dieselben
nicht geschlossen werden. Hlerauf ge
langten PenstonSbewilligungen deS Hau
feS zur Verhandlung, deren etwa 40 an
genommen wurden, worauf auch der
PenstonSetat im Betrage von 70 Millio
nen nach einigen unbedeutenden Abände
rungen angenommen wurde. Vertagung
Im Hause beantragte der Ausschuß
für Jnvaliden-Penstonen durch Matson
dle Annahme emeS Gesetzentwurfs be
. treffend Pension mittelloser Eltern von
Soldaten und die Pensionirung solcher
ehrenvoll verabschiedeter Soldaten, bezw
Seeleute, die gegenwärtig arbeitS
unfähig, aber für ihren Lebensunterhalt
auf ihrer Hände Arbeit angewiesen
find. Ein Antrag, dem Senats
Amendement zu der Merican Pension
Bill- deizutreten, wurde unter Aus
setzung der Geschäftsordnung angenom
men, so daß die Maßnahme letzt nur der
Unterschrift deS Präsidenten bedarf.
Vertagung.
Morphium und Eocain.
Kaum wird ein neues schmerzstillendes
oder betäubendes Mittel entdeckt und als
ein Segen für die leidende Menschheit
gepriesen, so wird es auch schon durch
Mißbrauch zum Fluche für Tausende.
Der Branntwein selbst ward ur
fprünglich als kostbares Heilmittel ange
wendet und als .Lebenswassers ge
priesen: .was ist heute daraus gewor
den 1 Welchen erschreckenden Umfang
die Opiumsucht namentlich hier in
Amerika gewonnen hat, ist schon oft her
vorgehoben worden. Man denke, daß
die Ver. Staaten im Jahre 1875 nur
65,000 Pfund verbrauchten, im Jahre
1885 dagegen nahe an 3,000,009 Pfund,
also daS Sechsundvierzigfachel
Zahllos find auch die Opfer der
M o r p h i u m-Einfpritzung.
Allen diesen Plagen schließt fich nun
noch die Cocain sucht an. ES ist
kaum zwei Jahre her, seitdem das Cocain
als ein die Schmerz-Empfindung an be
stimmten Stell! betäubendes Mittel in
Gebrauch gekommen ist und schon füllen
fich die Kranken und Irrenhäuser mit
den Opfern mißbräuchlicher Anwendung
diese Mittels. Sonderbarer Weise hat
fich vielfach der Glaube verbreitet, daß
man durch den Cbcamgebrauch fich das
Morphium abgcwZhnen und so allmälig
der Morvhiumsucht Herr erden könne.
Aber da kommt man auS dem Regen in
die Traufe: eS entsteht durch den gleich
zeitigen Gebrauch von Morphium und
Coeain eine ganz eigenartige Mifchkrank
heit, welche viel schlimmer ist, als der
durch jedes einzelne der beiden Mittel er
zeugte rankyntSzuttanv.
ÄuS Berlin schreibt man, daß diese
Mischkrankheit dort jetzt sehr häufig zu
werden begmne. o öeftnvet iw tn ver
Charite, Abtheilung für Geisteskranke,
einer jener Unglücklichen, der jetzt aber
wenigUenS scheinbar aus oem Lege er
Besserung ist. Vor Kurzem wurde er
vom Geheimrath Westphal in der
xsvchiatrischen lioik vorgestellt. Es
ist ein Kaufmann in den dreißiger Iah
ren, ein intelligenter und gebildeter
Mann. Er schildert seine Leidensge
schichte so:
Im vorigen Winter litt er eine Zelt
lana stark an rheumatischen Zahnschmer-
zen. Da er eS gar nicht mehr aushalten
konnte, nahm er seine flucht zu mox
bium. Erst nahm er es in kleinen
Dosen, dann in immer steigenden, bis er
täglich Gr. gebrauchte. Sobald er
einen Versuch machte, das Morphium
auszusetzen, befand er sich in der klag-
lichsten, katzenjämmerllchsten Stimmung,
bekam Uebelkeit. Erbrechen, beängsti-
oer.de Zustände, starken Schweiß, hefti-
ge3 Herzklopfen und Zittern an allen
Gliedern. Dabei litt er an aufregender
Schlaflosigkeit. Da hörte er von dem
Cocain, daß man sich durch dasselbe das
Morphium abgewöhnen könne. Mit
Freuden arin er tu diesem Mittel und
gebrauchte es neben geringeren Dosen
von Morvbium seit dem Monat Oktober.
uerft glaubte er sehr gute Wirkungen
u versvüren: fühlte sich freier und em-
viand eine höhere Spannkraft deS
Geistes. Aber dato würbe es iqnmmer
als zuvor. Nicht nur, daß er die Mor
vbiumanster nicht loswerten konnte.
aucb die Cocamaeikter. die er leer ge
rufen batte. um jene zu vertrelben, ver-
mocdte er nicht meyr zu oannen. 13.9
' - rr
traten Sinnestäuschungen ern; er horte
Stimmen, welche ihm drohten, sah Ge
stalten, die ihn versolgten und o taute
sich in ihm die Wahnvorstellung, van em
Anschlag gegen sein Leben geplant werde.
Durch die Stimmen, welche er hörte,
hatte er vernommen, daß seine Wirth
chastertn mit elnem mngen scanne, er
. , . ' cr r .fi 'r.
tn dem aue woynie, tm Zveryaiiniß
habe. Er hörte, wie dieser zu verschie
denen Malen am Tage mit der Wirth-
schafterin zusammenkam, hörte sie mit
einander sprechen und einen Anschlag
gegen sein Leben planen. Er hielt den
ungen äKann für den ANfuyrer emer
Diebes- und Räuberbande. Nachdem
ihn dieser Verfolgungswahn etwa vier
Wochi gequält hatte, gerieth er in
furchtbare Erregung und Angst. Er
demolirte den Ofen, fortrücken wollte er
ihn, um zu sehen, ob nicht der junge
Mann durch eine Oessnung unter dem
Ofen zu der Wirthschafterin herauf-
komme. In derselben Furcht rücne er
alle Möbel von ihrem Platz, um den
Räuber hinter ihnen zu entdecken.
Schließlich wurde er tobsüchtig und mußte
in die Charite geschasst werden. Hier
wurde ihm sofort das Cocain entzogen
und dadurch sein erregter Zustand wieder
ruhiger. Allmälig hörten die Sinnes-
taufchungen und damit jnne Waynvor
stellungen auf und augenblicklich besitzt
er
vollständige Berstanvn'.s seiner
Krankheit. Er sieht ein. daß seine Ver
folgungs-Jdeen Wahn gewesen Zeien und
behzupkit jetzt, vollständig von denselben
frei ,u sein. Auch ivix Heilung der
MoivdiuiusuÄt ist die allmalige Ent
mohnung eingeleitet wölben. lr oe
kommt täglich nur noch 0,01 bis 0,02
Gramm. Da er den festen Willen hat.
das Uebel los zu werben, so ist Aiissicht
auf völlige Genesung vorhanden.
vn "gzoftffot als c5.eichenranver.
Weil viele amerikanische Staaten noch
immer nicht gehörig dafür sorgen, daß
medizinische Lehranstalten mit Menschen
leichen versorgt werden, so sind die Leh
rer der Anatomie daselbst förmlich auf
den Leichenraub angewiesen. Natürlich
betreiben sie ion in der Regel nicht per
sönlich, sondern die Anftalten kaufen die
Leichen von den schlauen Räubern, welche
die .Waare" heimlich in der Lehranstalt
abliefern.
Aber jetzt ift sogar ein Professor der
Anatomie selbst bei einem solchen Raube
abgefaßt morden, nämlich Dr. Wm. I.
Cathell, einer der Lehrer der Anatomie
an der angesehenen Baltimore? medizi
nischen Universität.
An einem der letzten Abende gegen
neun Uhr sah ein schlauer Baltimorer
Polizist Namens Bünger den Professor
auf einem stattlichen, von zwei starken
Pferden gezogenen Wagen einherfahren.
Der Profssor war in Pelze gekleidet,
hatte feine Beinkleider in lange Stiefel
gesteckt und sah im Lichte der Straßenla
ternen aus. als ob er von einer anftren
genden Fahrt käme. Der Polizist schöpfte
Verdacht, schritt auf den Wagen zu und
glaubte darin einen Sarg versteckt zu
sehen. Er hielt das Fuhrwerk an,
schwang sich hinaus und kutschirte es
sammt dem Anatomen nach der nächsten
Polizeistation. Hier wurde der Sarg
geöffnet, und in ihm fand sich die Leiche
einer etwa dreißig Jahre alten Negerin;
sie war aus dem Armenfliedhofe geraubt.
Bei noch genauerem Suchen fand man in
dem Wagen auch noch einen Sack und in
diesem den Kopf eines weißen Mannes.
Der Professor wurde vorerst, obgleich
sich Freunde und Bürgen einfanden, in
Haft behalten. Er hatte dies feiner ei
genm Ausrede zuzuschreiben, wonach
die Leiche .der Negerin sich zwar bereits
auf dem Armenfliedhofe befunden
hatte, aber noch nicht beerdigt gewesen
war.
In Baltimore ist man mit Recht in sol
chen Dingen doppelt mißtrauisch, da dort
neulich Neger eine Negerin lediglich zu
dem Zwecke ermordeten, um ihre Leiche
an die Anatomie zu verkaufen.
Der alte Andreas VefaliuS, der Be
gründer der wissenschaftlichen Zergliede
rung deS menschlichen Körpers, hätte eS
sich wohl nicht träumen lassen, daß mehr
als dreihundert Jahre nach ihm in ei
nem cioilsirten Staate seine Jünger noch
zum .Leichenraub greifen mußten, um
Objekte sür's anatomische Theater zu
erhalten.
Wichtige Katscheidnng.
Der Minister deS Innern hat eine
Entscheidung in einem Land-Falle abge
geben, welche von mehr als gewöhnlichem
Interesse für die Leute entlang der Nord-Pacific-Bahn
ist. Am 2. Januar 175
belegte ChaS. HolmeS ein Stück Land
von 160 Acres im Bozemao-Bezirk in
Montana, und als er nach fünf Jahren
den endgültigen Titel verlangte, wurde
ihm dieser für die eine Hälfte des Landes
verweigert, auf den Grund hin, daß eS
in einer ungeraden Seition liege und
mithin ein Theil des der Nord'Pacific
Bahn geschenkten Landes sei. DaS Ge
neral-Landamt und der damalige Mini
ster deS Innern hielten die Entscheidung
deS Landamtes in Bozeman aufrecht,
und am 10. Februar 1831 wurde die
Eintragung für die eine Hälfte deS Lan
des aufgehoben, und Holmes ein Besitz'
titel nur für die andere Hälfte gegeben.
Im vorigen Jahre reichte HolmeS ein
Gesuch um Wiedereröffnung seines Fal
leS, auf Grund neuentdeckter Beweise,
ein, und brachte Belege bei. daß am .
Februar 1872, sechszehn Tage ehe die
Nord-Pacifie-Bahn die vorläufige arte
ihrer Route eingereicht hatte, em Mann
Namens Herrn, Miller ganz dasselbe
LandaufGrund des HeimflSttezefetzeS de
legt hatte, und behauptete, daß dieses
Land also damals, als belegtes Land,
nicht in die Schenkung an die North
Pacisic-Bahn elsgelchtolien era ronvre.
In Folge davon, deß Miller sein Recht
nicht rerfolgte, sondern das Land leer
stehen lieg, konnte Holmes es un zayre
137S von Neuem belegen. wcnnncr
des Innern hat letzt entichleden, daß
SolmeS' orderuna eine berechtigte ist;
i r ... nr . i. ;r '. r! - Ct .. C V !
vag vie storo-4Zrlnc-!iy ,,,
von ihrer endgültigen Route nicht vor
Juli 1S32 einaereicht habe, und dag das
Land sowohl zu? Ze,t der allgememen
vorläufigen wie zur Zelt der beftlmmten
und endaültiaen Schenkung an die Nord-
Paeistc-Bahn thatfachttch detegt gewe,en
sei und deshalb nicht in die Schenkung
eingeschlossen werden konnte. HolmeS
erhält also sein Patent.
Die
ee Afrika - ßTpkdltion
Stanky's.
Bekanntlich bat Henry Stanley un-
länsst New Bork verlassen, um. durch
ein Telegramm des Königs der Belgier
berufen, nach Europa zurückzukehren.
ES handelt sich um eine neue große afri
kanifche Expedition, welche unter Stan
leq's Gewährter Leitmig einen doppelten
Zweck verfolgen soll. Vor allem soll sie
trachten, durch Oberägvpten und den
Sudan biS zuEmin Bay (Lr. Schnitzler)
vorzudringen. Nach den neuesten aus
Sansibar einlaufenden Nachrichten denn
det sich Sann Bey in der Gewalt deS
arausen Muanao. Königs von Uganda,
welcher erst jüngst das Unioro-Gebiet
überfiel und 10.000 Menschen hinschlach
ten ließ. Wenn Euiin Bey fich wirklich
in der Gewalt dieses Unholds befindet.
so wird die Aufgabe der Stanley'fchen
Srvedltlon eine äunerst schmierige sem.
Jedenfalls wird eS nicht genügen, Stan-
ley durch einige, wennauch noch so kühne
Forscher bealciten zu lassen. Es wird
vielmehr nothwendig sein, ihm ein klei
neS Heer en die Seite zu stellen, da die
rpedltton wayrschemlich den lyararter
elnes regelrechten elvzuges annehmen
wird. Die Kosten werden naturgemäß
die aller früheren afrikanischen Erpedi
tionen we,t übertreffen, eLhald dle
Lanntifche Regierung allem nicht in der
Lage ist, dieselben zu tragen. ES haben
fich aber bochherziae Männer gefunden,
welche dem kühnen Forscher die Mittel
zu snnem gewagten Unrernehmen zur
Versüauna stellen, in erster Linie Se.
Meiestät den König der Belgier, dann
Herr William Mackinnon, der reiche Ja
dustrielle von Glasgow, welcher seiner
zelt auch die lnternattonale Afnra-lz?
sellschaft in Brüssel unterstützte, und
Her? Hutton, der Präsident der Man
ch esterer Handelskammer. Wie verlau
tet, beabsichtigen die Unternehmer der
Stanley'fchen Expedition gleichzeitig mit
der letzteren eine zweite unter der Füh
rung Herrn Jofeph Thompfon's zu ver
anftalten. Dieselbe soll auf einem an
deren Wege zu Emin Bey vorzudringen
trachten, namentlich mit Vermeidung deS
Uganda-GebleteS. Sollte also die Stan
ley'sche Erpedition mißlingen, so hätte
man noch immer die Hoffnung auf das
Gelingen des Thompson','chen Zuges.
Herr Thompson ist ein kühner Forscher,
welcher vor einigen Jahren das Kili-Manjari-Gebiet
entdeckte. Wenn die
Befreiung Snin Bey's gelungen ist,
dann sollen sich beide Erpeditionen unter
itanley's Führung zu einem Zuge nach
dem Congo vereinigen und das obere
Congo-Land von dkn arabischen Skla
venjägern fäubern. Die Kosten dieser
Erpedition, welche sonach die Zurückge
winnung der Station Stanley-Fälle zum
j . i . t t :n tvs.
saeuc Hiivr ivnv,
will der Kö-
nia der Belaier ganz allein traqen.
Beide Expeditionen gehören zu ren kühn
stm Unternehmungen unterer xtu, und
e3 bleibt nur zu hoffendaß der Erfolg
die Gefahren und Muhen lohne.
Kundeverstand.
In Louisoille haben dieser Tage zwei
Neufundländer einen alten deutschen
Bürger durch ihre Klugheit vor einem
schrecklichen Tode bewahrt.
Joseph Schier bikleidel eine Stelle als
Wächter bei der Kentuckz Fuinilure
Manufacturing Company. Ja einer der
letzten Nächte trat er aus dem Gebäude,
um sich im Kohlenschuppen Kohlen für
seinen Ofen zu holen. Es war bitter-
kalt und der Boden fest gefroren. Schier
glitt aus und stürzte, versuchte, sich wie
der zu erheben, fand dies der unmog
lich. Er hatte den Schenkel gebrochen.
unsaht sich aufzurichten, dlted er am
Boden liegen. Er rief um Hülfe, aber so
sehr er auch seine Lungen anstrengte, -
Niemand hörte ihn. Niemand kam. Er
wurde sich klar darüber, daß er erfiieren
müsse, wenn keine Hülse käme. Seine
Gliedmaßen wurden starr und steif. Er
schrie weiter nach nuite, so lange er
konnte, aber vergebens. Ein TodeS
grauen überkam ihn und er war daran.
die Besinnung zu verlieren.
Da stellten sich die einem in der Nähe
wohnenden Herrn NamenS I. L. Efch-
mann gehörigen Neufundländer Flora
und Gipfo bei ihm ein. Ec hatte die
Thüre oft gefüttert und gestreichelt. Sie
kannten, daß der hülfloö daliegende
Mann nicht im Stande fei. fich von der
Stelle zu bewegen, und begannen ein
klagendes Heulen und Winseln. Sicher-
lich hörte man sie weiter, als man die
Stimme Schicr'S hälte vernehmen kön
nen, und ihre Lungen hielten auch länger
aus, als die des Verunglückten, aber auch
sie vermochten Niemanden an Ort und
Stelle zu locken. Der Zustand des Ver-
unglückten wurde schlimmer. Die Hunde
verließen ihn. Kurz darauf wurde Frau
Eschmann durch das Anschlagen und das
Gewinsel der Thiere, die an der Thüre
deS Eschmann'fchen HauscS kratzten und
scharrten, auS dem chlase geweckt
Herr jcymann zog fich an und gmg an
die HauStbüre. Die Neufundländer
sprangen so heftig an ihm empor, daß sie
iyn at umranmen. gt glauvte an
fänglich, daß eS sich um einen Einbruch
handle. Doch das sonderbare Thun der
beiden Hunde brachte ihn bald von die
sem Gedanken ad. Sie zerrten an ihm
und endlich begab er sich mit ihnen vom
Hause weg. Sie liefen immer einige
Schritte vor ihm voraus und er folgte
ihnen. Nach einigen Minuten stand er
vor dem am Boden liegenden Wächter.
Schier hatte das Bewußtsein verloren,
als Eschmann kam und war kalt und
starr. Er wurde schleunigst nach der
geheizten ,Ossi der Möbelfabrik ge
rächt, und dort nahm fich ein Arzt, den
man schleunigst herbeiholte, seiner an.
ES mußten starke WiederbelebuvgSwittel
in Anwendung gebracht werden, ehe der
Bewußtlose wieder zu fich kam. Seine
Schenkelocrlttzung wurde vorläufig
verbunden und man brachte ihn
dann nach seiner Wohnung. Er befindet
fich jetzt außer Lebensgefahr.
Während Schier von dem Arzte in der
Fabrik verbunden wurde, schienen die
Hunde, die ihn vom ErfrierungStode ge
rettet hatten, sehr genau zu wissen, um
wag eS sich handle, und lugten, die Vor
derpfoten auf das FenftergestmS legend,
durch das Fenster in das Zimmer. Die
treuen Thiere haben sicherlich bei ihrer
Rettungsthat nicht Instinkt, sondern be
rechnenden Verstand bewiesen, wie ihn
Brehm den Neufundländern allerdirgS
mehr im Hinblick auf ihre RetlungSlha,
ten im Wasser zu kanut. -
JnlSndisSe NachriSten
s Der erflvderikche Nankee Tbad.
Fomler ist kürzlich zu Sevmour in Eon
vecticut eeüsrben. Er erfand eine
Maschine zum Einheften von Stecknadeln
an i i irn.u: x.a.rr.., I
in Papier, eine Maschine zur Herstellung
titx(T Stecknadeln, eine Nadclmaschme.
eine Maschine zum Anspitzen von Draht
u. f. w. Die Früchte seiner Erfindun
gen genossen Andere, und er stard m
Armuth.
T Die städtischen Beamten in Everett,
Mass., hatten vor einiger Zeit einen
parsamkeUsansall. Sie überlegten xq
die Geschichte und kamen endlich zu dem
Entschlüsse, dak es doch eigentlich eine
Verschwendung sei, wenn man ten Pser
den des Feuer-Departements den ganzen
Tag lang das Futter gebe, ohne daß sie
arbeitev. Die Folge war, day dle Pterve
ungefähr eine Meile vom Spritzenhaus
entfernt mit Kies beladeve Fuhrwerke
zsgen, als m der (Stadt Feuer ausdraq.
Ehe es möglich' war, die Pferde zur
Stadt zurucklubrlngen und vor die Lösch-
Maschine zu spannen, lag das brennende
Gebäude bereits in Asche, seither sie
ben die Pferde der Feuerwehr wieder
im Stalle und fressen ihr Futter ,ura
sonst."
1T Die Gesammtzabl der ,n den Ver.
Staaten im Jahre 1336 gezogenen I
Schweine belauft fich aus 46,092,043. 1
5n denieniaen 12 Staaten, in denen das
Schweine-Pökelgeschäfl am Ledhaftesten
betrieben wird, belief fich dle Zahl aus
29,280,249 Stück, welche sich in folgen-
der Welle aus dle Staaten vertyeuen:
eS kamen auf den Staat Iowa 4.819,-
003, sodann auf den Staat Missouri
4.163.091. ferner auf den Staat Jlll-
noiS 3,967,961 Schweine. Dann folgte
der Staat Jndiana mlt 2.773,199, und
diesem Ohio mit 2,442,457 Schweinen,
Nebraska folgte mtt.312,734: mxon-
sa? find 2,275,173 Schweine während
de legten saures seloaen worden. Die-
sem Staat folgte Tennessee mit 2,122,
646 Schweinen. In Kentucky wurden
2.032.1 33. im Staate Michigan 840,682
und in Minnesota 440,640 Schweine
während deS verflossenen Jahres ge-
zogen.
Ein kaltblütiger Mord. In einem
bei Csiro. unaefähr 20 Meilen von
ParkerSburg, W.-Va., gelegenen Schul-
yauie wuroe am leylen leniag way
rend des Unterrichts der Lehrer SilaS
M . . Tv n - ? r i
M. Hoff von einem rohen Burschen,
Namens JameS McGee, im Alter von
13 Jahren derartig gestochen, daß er
vermuthlich sterben wird. McGee
pflegte die genannte Schule zu besuchen,
wurde aber, da er die kleineren Knaben
maltrailirte und sich unziemliche Frei-
heilen gegen die älteren Mädchen heraus
nahm, von Hoff fortqewiesen und ließ
bereits bei dieser Gelegenheit TodeS-
drohunaen qea.cn den Lehrer verlauten.
Am genannten Tage kam er wieder nach
dem Schulhause und stieß Hoff nach
kurzem Wortwechsel ein Dolchmesser in
die Brust. Hoff stürzte auf den Boden
und wurde von den Schulern m seine
Wohnung geschasst ; sein Zustand ist ein
hoffnunasloser. Eine Anzahl Männer
hat sich zur Bersolgung deS fluchtigen
McGee aufgemacht und dürft?, da die
Aufregung über die feige That eine gi vße
ist, ohne Zweifel kurzen Prozeß mit ihm
mache, sallS sie seiner habhast werden
sollten.
Wie die Indianer in den Berabä-
chen der Felsengebirge Fische fangen und
zubereiten, erzählt ein Reisender: Ein
S
stock wird urecht aeschnltten: das eine
Ende wird so zugeschärft, daß die äußnste
Spitze eines Gemsenhornes b,quem
darauf gesetzt werden kann. Diese wird
mit einem starken, kurzen Bindfaden an
das Stockende befestigt. Der Fischer
tritt nun an das untere Ende des Was
serfallcs, wo das Wasser ruhiger zu flie
ßen anfängt, erhebt den Arm und läßt
den Speer mit aller Kraft auf eine eben
oorbeischwimniende Forelle niedersausen.
Einen Augenblick ist das Wasser blutig
gefärbt. Der Fischer zieht zurück, die
Hornspitze löst sich, und ein feiner Fisch
zapplt an dem Bande. Seltsam ist auch
die Weise, auf welche die Wilden die
Forellen genießbar machen. Sie kneten
Lehm, den sie am Ufer deS See's loslö
fen, zu einem Teig. Mit diesem Teig
wird dann jede Forelle einzeln umgeben.
Sie erhält eine Lehmumhüllung von ei
nem Zoll Dicke und wird dann zum
Backen in's Feuer gelegt. Nach mehre
ren Stunden werden sie wieder heraus
geholt und mit Steinen geöffnet.
Am Beever Creek im Jndianerge-
biete ist vor einigen Tagen .Otter Bett ,
ein großer Häuptling der ComancheS,
gestorben. Er wußte, daß es mit ihm
zu Ende ging. Kurz vor seinem Tode
wurde lhm seine KuegsauSrustung ange
legt, sein Gesicht mit den Kriege färben
bemalt, sem Haar mit Adlerfedern ge-
schmückt und der alte Krieger dann auf
recht mitten im Wigwam niedergesetzt.
So starb er. Otter Belt hinterläßt
fünf Frauen. Alle fünf ergriffen gleich
nach feinem Tode Messern, zerschnitten
sich damit dle Gesichter und brachten sich
an andern Körxerthellen Wunden bet.
worauf sie sich die Haare ausrauften und
sch. eckliche Klagelieder sangen. Dann
verbrannten sie ihre beiden Zelte mit
Allem, was darin war, selbst den größ-
ten Theil ihrer Kleider. Die Krieger
standen ernst lm Kreise umher und sahen
ihnen zu. Schließlich wurden noch zehn
Pferde zu Ehren Otter Belt's getödtet.
Da dieser zufällig auf dem Anwesen des
Preß Addmgton gestorben war, so be-
fanden sich unter den erschlagenen Rossen I
mehrere der besten Pferde Addmgton S,
der darüber nicht gerade sehr erfreut
war.
Ueber Californien'S Handel mit
gedörrtem Obft hat bei dem CitruS-Feft
in Sacramento George W. Meade, der
Chef des ersten San Francisco Hau
feg in diesem Handelszweig, kürzlich eine
Rede über diesen Gegenstand gehalten,
worin er u. A. dringend rieth, keine
Aepfel mehr an der Sonne, sondern sie
sämmtlich in den Dörröfen zu trocknen,
da letztere Waare im Osten viel höhere
Preise bringe. Ferner rieth er ein sorg
fälliges und sauberes Sortiren und Ver
packen aller Waaren an. Von fogenann
ten französischen und deutschen getrockve
ten Zwetschen find in Californien nach
Meade'S Angabe in diesem Jahre 2 Mil
lioncn Pfund verpackt worden, von
Pfirsichen 750,000 Pfund, von entstein
ten Pflaumen 500,000 Pfund, von
Aprikosen aller Sorten 600 000 Pfund,
von im Ösen gedörrten Aepfeln 450,000
Pfund und von Feigen 150,000 Pfund.
Falls die nächste Saison günstig aus
falle, möge dieses Ergebniß verdreifacht
oder vervierfacht werden. In Süd-Ca-lifornien
würden die getrockneten Apriko
se mit Schwefel gebleicht und sorgfältig
sortirt und brächten so 22j Cent das
Pfund. Meade räth, dies auch mit
Pfirsichen, Aepfeln und Birnen zuthun.
Der Rostnenhavdel habe seit 1870 von
Jahr zu Jahr zugenommen, trotz der
großen spanischen Concurreu,, so daß
im verflossenen Jahre von Californien
70u,000 Kisten Rosinen, die Kiste zu
20 Pfund, was gleich 50 Millionen
frischer MuSkattrauben. versandt werden
seu. "
Ein sehr schlechte WeihnachtSg
schenk hat einer der Unternehmer der
neuen New Yorker Wasserleitung, John
Bruntoa mit Namen, ftiaen Arbeitern
gemacht. Am 22. Dezember wurde ihm
ein TSchterchnr geboren, und zur Ver
herrlichung dieses frohen Ereignisses und
deS WnhnachtSsesteS kavste er seinen
Leuten nicht etwa einen Türken oder
Handschuhe oder Stiefel oder irgend eine
. 3
andere nützliche Sache, sondern er nahm
7G0, ertheilte des Geld unter 14
Wirthe entlang der Strecke, welche er
unter Arbeit hat, und ließ seinen Leuten
bann verkündigen, daß sie zwei rage
lang frei trinken dürften. Die Folge
war, daß die Kelle sehr bald betrunken
waren, Schlägereien unter einander und
mit der Polizei anfingen und die ganze
Gegend unpasstrbar machten. Dle.mei
ften feierten Weihnachten mit zerschlage-
nen Köpfen und Viele im Polizeigewahr-
sam. Hoffentlich ist Brunton so an
ständig und bezahlt wenigstens die Stra-
fen der Letzteren.
1s Gräuliche Menschenschinderei soll
auch auf Schiffen des kalifornischen
ZuckerkonigS Claus SpreckelS vorrom-
men. Von der camornilchen Gewerk
fchaft der Seeleute war er genöthigt
worden, seine chinesischen Heuer und
Matrosen zu entlassen und Weiße an
zustellen. Statt der 30 Chinesen, die
früher aus fernem Dampfer Alameda
waren.
miethete er aber so behaup
tet die Anklage nur 21 Weihe, welche
dleselbe Arbett wie jene 30 Mann ver-
richten mutzten. Aus der letzten Fahrt
nach Honolulu wurde emer der Heizer,
Johann Schröder, krank und begab sich
an Deck, um frische Luft zu schöpfen.
Von einem der Offiziere wieder hmad
geschickt, wurde er ohnmächtig. Der
Offizier erklärte dieS für Verstellung
und befahl mehreren Seeleuten, Tchrö-
der vor dle offene Thur eines der Kessel
zu halten. DieS geschah, biS Schröder'S
Kleider in Brand geriethen und der Ge
ruch deS versengten Fleisches deS Ge
marterten den Raum füllte. Schröder
wurde in eme Ecke geworfen, reckte sich
noch einmal und war todt. Im Logbuche
wurde angegeben, er sei verunglückt.
Als die .Alameda- kürzlich in San
Francisco einlief, begaben fich mehrere
Augenzeugen zum BundeS-Anwalt und
erzählten ihm den ganzen Borsau, dessen
strenge Untersuchung jetzt emgelette
worden ist.
? In den Vereinigten Staaten gieb
eS gegenwärtig 14,160 Zeitungen und
Zeitschriften jeglicher Art. Im Laufe
des Jahres hat fich die Zahl der Zeitun
t
aen aeaen vorraes laux um vd ver
mehrt. Tägliche Zeitungen giebt eS
1216, ein Gewinn von 3, Canada
hat 679 Zeitungen. Ungefähr 1200
Zeitungen oder Zeitschriften haben eine
Cirkulation von 5009 und darüber.
Etwa zwei Drittel aller Zeitschriften er
scheinen ein Mal wöchentlich und die Zahl
dieser Wochenblätter hat sich am meisten
in KansaS und Nebraska vermehrt.
KansaS hat auch den größten Gewinn
an täglichen Zeitungen auszuweisen. Es
giebt 700 religiöse Zeitungen in den
Ver. Staaten und fast ein Drittel davon
wird in New York. Philadelphia, Boston
und Chicago gedruckt. New Fork ist
weit voraus, aber Chicago kommt noch
vor Boston. Drei Zeitungen sind dem
Seidenwurm, sechs der Honigbiene und
nicht weniger als zweiunddreißig der
Hühnerzucht gewidmet. Die Zahnärzte
haben achtzehn Zeitungen, die Phono
graphen neun, die Taubstummen und
Blinden neunzehn. Die Prohibitionisten
besitzen 129 Organe, die Liquörhändler
8, die Wciberrechtler haben 7, die
.Cansy- - Fabrikanten . Die Gastro
nomie ist durch 3, das Interesse der GaS
gesellschaften durch 2 Zeitungen vertre
ten. 690 Zeitungen werden in deutscher.
42 in französischer Sprache gedruckt.
t cr cw rs . y v cm n.
vitxoyoxi, itcBjiiean8 uno iu)orceier,
Mass., haben je vier französische Zeitun
gen. ES giebt mehr schwedische Zeitun
gen als französische. Zei tägliche Zei
tungen werden in der böhmischen Sprache
gedruckt. ES giebt eine welsche, eine hc
bräische, eine chinesische und eine chero
kestsche Zeitung.
In Washington ist viel davon die
Rede, das Territorium Jdaho verschwin
den zu lassen. Bekanntlich ist es bereits
vorgeschlagen, den nördlichen Theil
Jdahg's, den nördlich vom Salmon
Fluß und dem Horse Creek belegenen.
zum zukünftigen Staate Washington zu
schlagen. Jetzt will man auch den süö
lichen Theil mit Neoada vereinigen, um
dadurch der Bevölkerung Jdaho'S zu ei
ner Staatsregierung zu verhelfen und
Neoada eine anständige Bevölkerung-
zahl zu geben und ihn den Ch,rakter
emer .Rotten Borcugh" zu nehmen.
Der Vorschlag soll in Jdoho Freunde
haben.
SerrnisHte Nachrichten.
Auf der Werfte in Wil
helmShaoen hat man günstige Versuche
gemacht mit einem neuen Schlffsanstrich,
welcher auf der Außenseite der eisernen
Fahrzeuge eine völlig spiegelglatte Fläche
erzeugt und daS Anheften der die Fahr
geschmindigkeit so erheblich beeinflussen
den Muschel und Kalkgebilde gänzlich
verhindern soll.
Ein Madrider Gelehr,
ter, Herr Carulla, hat eS sich zur Auf
gäbe gemacht, die gesammte Bibel in ge-
rnmten Bersen herauSzugeber. Das
Werk, welches nun vollendet ist, umfaßt
nicht weniger als z w eih und er tsech zigtau
send Verse und Herr Carulla hat viele
Jahre seines Lebens dieser Arbeit ge
weiht.
Für den z u erwartenden
Sprößling des Prinzen Wilhelm, den
vierten Urenkel Kaiser Wilhelms, ist be
reitS ein EtatSpoften in der Cioillifte
ausgeworfen. Jeder Familienzuwachs
belastet dieselbe mit sechSunddreißig-
tausend Mark, der Summe emeS
Minister . GehaltS. Der junge Elden
bürger erhält sofort bei der Geburt seine
eigene Bedienung, sowie seine eigene
Küche. Bom vollendeten zehnten LebenS
jähre ab steigt sein Etat.
Die Selbstmordversuche
von Ktndern.wurden kürzlich in Frank
furt a. M. durch einen merkwürdigen
Fall vermehrt. Der 9iährigen Tochter
eines SpezereihändlerS wurde von eini
gen Mitschülern der Vorwurf gemacht,
unreinlich zu sein. Sie nahm fich dieS
so zu Herzen, daß sie beschloß, fich daS
Leben zu nehmen. Zu Haufe angekom
men, nahm sie eine Lösung von
Schwefelhölzern zu sich, worauf sich so
heftige Leibschmerzen einstellten, daß
dem Kinde die Todesgedanken auS dem
Sinne kamen. Reumüthig bekannte sie
der Mutter die That, so daß noch recht
zeitig Gegenmittel angewandt werden
konnten.
Der 300jährige Jahres
tag der Hinrichtung der Maria Stuart,
die am 3. Februar 158.7 stattfand, soll
dem .Manchester Guardian" zu Folge
durch eine Gedenkfeier begangen wer
de, jedoch nicht im Sinne einer Partei
gängerischen Rechtfertigung ihres Ver
Haltens, sonder mehr als ein Zeichen
des allgemeinen Mitgefühls über ein
unglückliches Geschick. Die Gedenkfeier
soll auch einen pompösen Aufzog w sich
schließen, der die Trachte und die Per
fönlichkeiten der unglücklichen Königin
eiber, sowie ihrer Freunde und Feinde
und die damaligen Zeiten im llgemei
nen zur Anschauung bringen wird -- -
Zwei SSkularfeft sollen
in den ersten Monaten deS JahreS (te
stiert erden. Koitllingen rüstet fich.
den 400. Geburtstag seines unsterblichen
L?ohnes, des schoarzrünstlerS Johann
Z?aust, der zu den vielen Faustsagen
Veranlassung gab, feierlich ,u begehen
Die Jahreszahl von Fauft's Geburt
ffcht fest: 1487. als Monat hält man
den Februar für wahrscheinlich. daS
TageSdatum selbst ist unbekannt. Den
JlZOiahrigea Geburtstag deS ersten Volks
buche? über Faust (1537 bei Spieß in
Frankfurt am Main) werden sich die
Frankfurter Verleger wohl auch nicht rat
gehen lassen, ohne das interessante
Werk zu reproduziren.
n dem eine uxetle von
Mühlhausen entfernten Dorfe Körner
wurde dem Invaliden August Aßmuß,
welcher den Feldzng 1870--71 bei dem
6. Thüringischen Infanterie Regiment
vlo. 9o mitgemacht, eme Kugel entfernt.
welche der Aermfte beinahe 16 Jahre
unterhalb der rechte Schulter bei fich
geführt. Aßmuß erhielt die Kugel am
Abend des 12. Januar 1371 nach Be-
endigung der Schlacht bei Le ManS von
einem Franktireur. Die Kugel wurde
als eine zusammengedrückte Bleimasse
an der rechten Hüfte gefunden, wohin sie
sich im Laufe der Jahre gesenkt halte.
Elne junge schöne Dame
hat in Buda-Pest einen Selbstmordver
such im Dianabad ausgeführt. Sie schoß
fich eine Kugel in die linke Bruftseite und
verletzte sich scher. Aus alle prägen
nach ihrem Namen, dem Beweggrund der
That u. s. w. verweigerte sie die AuS
kunft. Am nächsten Tage wurde sie
iedoca im RochuSwitale durch einen Be
kannten erkannt.. Sie ist eine Deutsche,
heißt Anna Osten (aus Bischofföheim
in Baden) und wollte sich in Pest durch
lsvlerunterncht tortorinaen. ge
lang ihr nicht, stunden zu erhalten, sie
gerieth in Noth, wurde ihrem Quartier;
uns Koltgeber, einem ttadttichen Be-
amten, ziemlich viel schuldig und hun
gerte in letzterer Zeit. Ein Beamter deS
deutschen Konsulats erschien nach der
That im Spital und fragte sie, ob sie
etwas wünsche? Nichts als den Tod,
war die Antwort der LebenSübcrdrüssi-
gen und sie verweigerte fortgesetzt jede
Auskunft.
Gräfin Anna Peci, die
Nichte deS Papstes, genas vor Kurzem
eines Mädchens. Der Papst hatte sich
! stündlich über daS Befinden der Wöchne
rm Bericht erstatten lassen, uns als er
hörte, .daß Alle vorüber', fuhr er in'S
Palais der Grann, um seinen Besuch
ablustatten. Die gesammte Dienerschaft
empfing den Papst knieend, doch dieser
bedeutete ihnen, sie moaen ausstehen, und
schärfte ihnen ein. die Wöchnerin gut zu
pflegen. Der Papst küßte seme Nlchte
und lleß sich die neugeborene Kleine zet
gen, die er segnete. Sie wird auf
Wunsch deS Papstes .Paulma' heißen.
Als der Papst fich entfernt hatte, fand
man in der Wiege kostbare Schmuck
fachen für die junge Mutter und deren
Töchterchen.
Ein tnierelfanter P r o-
zeß. gelangte kürzlich in Frankfurt a. M.
zur Verhandlung. Streitgegenstand ist
eine Geige, welche die Kleinigkeit von
$1800 gekostet hat. Der nunmehrige
Besitzer hatte dieselbe w der Annahme
erstanden, eine echte Guarneri zu erhal
ten, während er jetzt behauptet, das In
strument rühre nicht von disem derühm
ten Meister her, eS liege also eine Täu-
schuna vor. Der Gerichtshof erkannte
auf Vernehmung von Sachverständigen.
Das Instrument wnd demnächst in Eng
land, hierauf in Paris und dann in
Italien eine fachmännische Prüfung auf
seine Echtheit zu bestehen haben.
Prtvatter Wendel von
Bamberg ist feit Jahren ein glühender
Verehrer deS GerstenfaftrS der Büttner
fchrn Vrauer.i im benachbarten Weizen
dorf und hatte die Gepflogenheit, all
abendlich eine Kanne diefcS Stoffes mit
nach Haufe zu nehmen. Aber Herr
Zachaus, der strenge Hüter deS Bam
berger Zolles, erstattete Anzeige. W.
sollte wegen Bieraufschlagöhinterziehunz
ei.ie Konventionalstrafe von 1 M. zahlen.
er weigerte sich ober dlssen und ließ eS
zur Gericht Svn Handlung kommen, allwo
er duich Zeugen nachweisen konnte, daß
er gerade cni fiaglichen Abende, von der
Hitze des Tages verleitet, lange schon
vor dem städtischen Zollhause den Becher
biS aus d:e Nagelprobe geleert hatte.
Leere Bierkrüge sind aber zur Zeit noch
zollfrei, und so kam der Angeklagte
unter großer Heiterkeit straffrei durch.
Vor dem Richter M.
Benett in WandSworth (London) er
schien die 20jährige Lucie Crump und
klagte, daß sie vor fünf Wochen der
junge Maler Rohl gewaltsam geküßt
Hr. Benctt fragt das Mädchen, warum
sie nicht früher die Klage eingebracht.
uns diele anrworlet: 3ch war vor
Schreck krank, denn ich habe zwei Lieb
haber, und wenn einer von ihnen diese
Geschichte erfahren hätte, wäre ein fürch
terlicher Lärm entstanden." Hr. Benett
erhebt sich von seinem Sitze und meint:
..Bei einem Mädchen, das sich klug mit
zwei Liebhabern zu helfen weiß, braucht
eS emeS Kusses wegen keinen Richter
spruch.'
DaS Schneegestöber vom
20., 21. und 22. December hat das
ganze Land Württemberg schwer heimge
sucht. Durch eine Reihe von Straßen
Stuttgart' ist ein B aHusch litten noch
nicht gekommen; längs der TroUoirS
m v jj ß ivuviiv
liegt der Schnee meterhoch aufgeschichtet.
0 7 , JL 1 . V ' .
Der Gang über die Planie wird durch
eine Warnungktafel als lebensgefährlich
bezeichnet. Schon am 20. wurden dort
einem Mädchen durch fallende Teste beide
Schenkel gebrochen. Auch die Kal. An
lagen sind für den Verkehr vollständig
gesperrt. Die Straßenlaternen find so
dick eingeschneit, daß der Anzünder nicht
beikommen kann, und udem ist der
Brenner über.ist so daß da, GaS nicht
ausströmen kann. Der Eiscnbahnver-
kehr stockte 3 Tage lang fast aäazllch
Die Fremden, die abgereist waren, kamen
wieder zurück und suchten ihre alten
Quartiere auf, da die Züge, mit denen
sie befördert werden sollten, im Schnee
stecken blieben.
Bon einer Fahnenflucht
aus seltsamer Veranlassung wird aus
dem französischen Departement Correze
berichtet: Am 13. Februar 1865 wurde
im Dorfe Puloelari ein Mädchen Namens
Franziöka Negreverge geboren, aber aus
Irrthum auf dem Standesamt unter dem
Namen Franz eingeschrieben und als
Knabe bezeichnet. In Folge dieses
NmftandeS wurde FranziSka auf die dies
jährige Rekrutenlifte gesetzt, und sie war
eben im Begriffe, nach Algier abzureisen,
wohin sie sich als Dienstmädchen ver
düngen hatte, als ihr der Gendarm
ihren Geftelluugibrief überreichte. Sie
wandte fich an den Bürgermeister, damit
der Irrthum berichtigt werde, allein der
selbe gab die merkwürdige Antwort: ,S
sei zu spät uud die Sache sei jetzt nicht
mehr zn ändern. Inzwischen hat fich
Franziöka nicht gestellt, sondern ist nach
Algier abgereift und will abwarten, ob
man sie wegen Fahnenflucht unter An
klage stellen wird. '
teuere Nachrichten.
UnSlanv.
St. Petersburg. 14. Jan. Der
Gouverneur von Hcrat ist nach Kabul
berufen worden, um fich aea de Vor
wurf. im Geheimen Rußland zu keaün
stizen und unter der Bevölkerung Haß
aeaeu vsnqunia cniuimurcn, ju ccicuu
ernten. Wenn er dies Anklagen schul
diz befunden wird, wird er zum Tode
verurtdeilt werden. -
Berlin. 15. Jan. Die .Politische
Correspondenz" berichtet, daß Warschau
Mit ausgedehnten BesestizuvgSwerken
und einem befestigten Lager versehe.
sswie daß die französische Regierung!
das Aufwerfen von Schanzen in der Nähe
der deutschen Grenze bei Toul nnd Verdu
angeordnet hat, welche bis zum Früh
jähr vollendet sein müssen.
In unskrrchen in Ungarn ist der Mo
hacs'Baccser Bahnhof abgebrannt. Der
Schaden beläuft sich auf. eine halbe
Million Gulden.
London, 15. Jan. Der Dublrner
Packet-Dampser .Banfher", welcher 300
Menschen an Bord hatte, ist heute am
frühen Morgen aus daS Felfennff in
Holvhead ausgelaufen. Unter den In
fassen deS Schiffes entstand große Be
forgniß, die sich indessen wieder legte.
als der Dampfer nach drei stunde nott
wurde. Dagegen lief der Dampfer
.Eleanor bei dem Versuche, dem
.Bansher zu Hilfe zu komme, eben
falls auf das Riff und liegt noch dort.
Zur Zeit dieser Unfälle herrschte dichter
Nebel.
Brüssel. 16. Jan. In einer heute
in Marcioneß abgehaltenen Massen Ver
sammlung von Bergleuten wurde Le
schloffen, das allgemeine tlmmrecht
und eine Reform der Bergbau-Gefetzge
buna zu fordern. Ja Charterst werden
Anftalten zu einem allgemeinen Streik
getroffen.
Rom, 16.' Jan. Der preußische
Gesandte bei dem Vatikan, Baron v.
Schlöler. hat von seiner Regierung
Depeschen erhalten, in denen der Wunsch
nach emer baldigen Verständigung mit
dem Vatikan ausgesprochen und ange
deutet wird, daß Preußen zu diesem
Zwecke zu bedeutenden Zugeständnisse
bereit ist.
Berlin. 16. Jan. Wie aus Kiel
gemeldet wird, stützt sich ter Deutschfrei
finnige Haeael in dem Wahlkamxfe auf
die Behauptung, daß die Auflösung deS
deutschen Reichstages wegen der Ablth
nung des Branntweinmonopols erfolgt
sei. .
Emer Depesche auS Mainz zufolge
haben die Militär-Conferoen und Zwie
back-Fabriken und die Koblenzer Vamps
mühlen den Befehl erhalten, Tag und
Nacht zu arbeiten.
Dublin. 17. Januar. In der
Grafschaft Kerrn wurde gestern Abend
der Pächter Keane, nelcher seine Pacht
bezahlt hat, durch einen chutz schwer
verwundet.
London, 17. Jan. Verschiedene
in England lebende Deutsche haben von
dem hiesigen, deutschen Consulate dle
Aufforderung erhalten, sich zur Rückkehr
nach Deutschland mit Frist von vierund
zwanzig Stunden nach erhaltener An-
Weisung bereit zu machen, um fich ein
tretenden Falles bei den betreffenden
Reserve-Hauptquartieren zum Militär
dienste zu melden.
Wien, 17. Jan. Die Regierung
fährt mit der Beschleunigung der Kriegs
rüstungen fort, unter Anderem ist die
Rothe Kreuz Gesellschaft angewiesen
worden, die unter ihrer Leitung stehen
den Hospital-Stäbe auf volle Stärke zu
bringen und in den Hospitälern die Zahl
der Betten zu vervierfachen. Verträge
über bedeutende, im März zu erfüllende
Lebensmittel. Lieferungen sind abgeschlos
sen worden.
3nianB,
N .
Washington, 13. Januar. Der
HauS Finanzausschuß hat heute ke
Breckenridge'schcn Gesetzentwurf für Ab
schassung überflüssiger Zollbezirke ange
nommen. Danach sollen u. a. aufge
hoben werden: Dunkirk in New Jzik.
Petersburg und Richmond in Virgir.ien,
Atlanta in Georgia, Natchez und Vicks
bürg in Mississippi, Teche in Louisiara,
Chattanooga ia Tennessee, Gulena in
JllinoiS, Burlington und Duduque in
Iowa, Michigan Cito und Supelior in
Michigan, La Crosse in Wisconsin,
Duluth in Minnesota, Humboldt und
San Diego in Californien, Süd Oregon
ia Oregon. Man erwartet dadurch eme
Ersparniß von, 100.000 Dollars im Jahr
zu erzielen.
Tanlorville. Ind., 15. Jan.
Ein trauriger Unfall hat sich heute F üh
2 Meilen füdlich vsn hier zugetragen.
Die JameS 'Molohom'schm Eheleute
hatten fich nach der Stadt aufgemacht,
um einige Einkäuse zu machen und ine
kleine Hnpothck von ihrem hübschen An
wesen abzulösen. Unerklärlicherweise
versuchte der sonst so vorsichtige Mann
vor einer rückwärts fahrenden Lokomotive
über das Geleise zn gelangen, sein Fuhr
werk wurde zertrümmert und seine Freu
auf der Stelle getödeet, während er sei
ber so schwer verletzt wurde, daß er nur
noch etliche Stunde lebte.
Atlanta, Ga., 15. Jan. Als ge
ster Nachmittag die neunjährige Tochter
von Ralsse Brooks im Coontu Meri
wether aus der Schule nach Hause ging,
wurde sie plötzlich von einem jungen Ne
ger, der ihr in einem Gebüsch am Wege
aufgelauert hatte, ergriffen und fortge
schleppt. Mehrere Weiße waren aus der
i rr . r m . ÄÄ -
?lmnm Vorfall gewesen
I MAAtM (AA14 CiAV A Vm
und machten sofort Jagd auf den Bu
ben, der, al er fich entdeckt sah, da
Kind fahren ließ und Fersengeld gab.
Er wurde die ganze Nacht hindurch ver
folgt und schließlich heute früh ermischt
und einem onftabler übergeben, der fich
mit ihm nach dem GerichtSorte des
County Greenville aufmachte. In der
Nähe deS OrteS aber wurde ihm der Ge
f?ge "
während fünf derselben den Beamten fest
hielten, führten die Uebrigen den Neger
davon und knüpften ihn am nächsten
Baume auf.
W at e r I o o. Ja., 15. Jan. Heute
hat der erst seit Kurzem verheirathete
junge William CroSö seine Frau und
fich selber erschossen, nachdem er zuvor
in der Stadt seine Verbindlichkeiten ge.
ordnet hatte.
Ann Arbor, Mich., 16. Januar.
Der Professor der Mathematik an der
hiesigen Universität und Verfasser vieler
Lehrbücher über Mathematik, Edward
Ölver) ist unerwartet einem Herzleiden
erlegen.
Hough ton. Mich., 17. Jan. Der
Lokomotivenschuppen der Calumet &
Torch Lake-Eisenbahn hkerselbft ist heute
früh nebst mehreren Lokomotioon ein
Raub der Flammen geworden. Der
Schaden biLLuft sich auf $100,000.
St. Lo uiS, 17. Jan. Das Ober
Bundes Gericht hat die Nichtigkeit
beschwnde deö im Jahre 1L32 wegen
Mordes zum Tode verurtheilten John
HeveS gegen das ihn verurtheilende,
vom Ober ftaatkgericht von Missouri be
ftätigte Erkenntniß abgewiesen, so daß
der ' Vollstreckung deS ' TodeSurtheilS
nichts mehr im Wege steht.
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Nüöenschmerzen,
SerKttch?. ettlfta ft .
C4. r,d.
gxijche Wke . echUtwde.
Zahnschmerzeu,
Srsch rilke. kwrß.
nft. iu(8tfra
rkk,chZr??k. Ckrratetl.
snb alle 6erj.'tl wtterUdje Äutei
- d nöthige.
Farmer und Viehzüchter
sind in htm Ct. ?al5 Cct in nübjrrtrtffUrt
Heilmittel gege die ebrecde de iöiehftandeÄ.
eint Alascke ZU Jak, Ctl tortet Cent, lM
Stafien für $.. 9 " jede? I
ür 5.00 erd, ,m2l, ?ttacke s r e i achalle h.
tä der er Staate versandt, a aoresfi:
The Charles A. Voareler Co.,
Baltimore. Msr?!ld.
Schmiede- und
Magnerwerkflalte
V0N'
He,!? Honech,
Hermann,
230
Meinen Kunden, und dem Publikum alte
Haupt zeige ich hiermit an, da? ich fttt neu
Vorrath von
Pflügen
halte, elche au dem besten Stahl gemacht
find und ich daher jeden Pflug garantiren
kann; auch halt ich Wagen oorrälhiz. Ve
Peilungen und Reparaturen werden pünktlich
und billig besorgt.
Henry Hontkk.
Leih - Stall!
Fritz Ochsner.
2. Straße, Hermann, Mo.
Reiipselde oder Fuhrwerke sind ver Vtunde
oder lag zu den lideralSen preisen auSzu
leihen. Pferde und Esel werden zu aimehm
baren Bedingungen gefuttert. '
tST Heu, Haier und Korn findet man fLtti
zu zeitgemäßen Preise.
JritzOchSner.
germann Star Mlls.
Georg A- Klinger,
Fabrikant von
Mehl. Kleie, Shipswff u.s. w.
Für alle Sorten Getreide, alö
v?eizen, Roggen, Vorn v. s. m., u. . m.
wird der höchste Marktpreis bezahlt. Segel
lungen prompt besorgt.
Unvergleichlich
Schnelle Zeit
44
über die
Ohio MsMppl Zly.
von St. Louis nach allen Lstl. Städten.
Die O. und M. R'y führt jetzt Palast,
Schlafmagen ohne Wechsel von St. Louia
in 10 Stunden nach Louisoille,
10 Stunden nach Cincinnati,
30 Stunden nach Washington,
21 Stunden nach Baltimore,
23 Swnden nach Ne Fort
3 Stunden am schnellsten nach Louilvill'
and vincinnati. 7 Stunden am schnellpe
nach Waihmg-on. 4 Stunden am jchnellften
nach Baltlmore. Sehnlich schnelle Zeit nach
Nem Koik und die ohne iZarmechselT
4TSslioeZügeach
Etnelnuati LouiSville
mit bequemen Passagierrvagen, Palast
zagen und Palastkchlaslvagen.
Die
Ohio. & Mississippi isenbahn
führt jetzt eine doppelte tLgl. Linie von
Palast Schlafwagen
v. St.LoüiS nach NewZ)ork ohne Wechsel.
et Earwechsel für irgend tint
Passagierlasfe.
1. und 2 Klasse Passagiere werden alle
auf Schnellzügen befördert.
Die einzige Linie durch elche man ohne
Carwechsel und ohne ertra Bezahlung von
St. Loui nach Cincinnati gelangen kann.
Für Ticket, Raten der irgend welche In
konnatian inende man kick an nie ?icket,Nae
ten der mit dieser in Verbindung stehende
Bahnen.
n St. Louik 101 u. 102 nördl. 4. Str.
23. 23. Peabod, 23. B. Shattuc,
. Gett'l. Manager, Gen'l. paff. Zlgt,
Cincinnati, O. -
ra t m ru t cm.n aa
w. u. juiuii, vicu . -u?ci.
St. Louis. Mo.
Direete Deutsche SchnellStxser.
Eider Em Werra Saale
lbe ffulda Aller Trave
Zweimal die Woche.
Von Bremen: Jeden Sonnabend und
Mittwoch.
Von New York: Jeden Sonnabend
Mittwoch.
Reisezeit zwischen
Bremen und New Jork
Neun Tage.
Ueber
1,S0,
Passagine sind seit Entstehung der Gesell
schaft in 1857 sicher und gut auf den Dam
psern deö Norddeutschen klood zwischen
Deutschland und Amerika befördert worden.
Die Schnelldampfer deö Norddeutschen
Llood bieten mit l0 Den Deck, Vorzug
lich er Ventilation und auSgezetchne
ter Verpflegung, sowie durch , kurze
Keisedauer eine comsorradle und ve
schleunigte Reiseaelegenyeit nach und
von Deutschland.
Wegen Preise und Accomodation in Zwi
schendeck oder Kajüte wende man sich an
OelrichS Se Co.,
No. 2 Bowling Gleen. New ?)ork.
4. Elausseniu & Vo , General
Agenten für den Westen o' 2 souty Elark
ftraße. Ehicago,Jll. -
TheodorBergne r,Ägent,
Hermann, Mo,
IS
UND

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