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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, July 15, 1887, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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HAMBURGER!
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Wein- und Bier-
Saloott,
von Philipp $tffttr
Lunch jeden Morgen !
4. Sirahk. zw. Markt und Schillrrftraße.
Hermann. fflo.
Leih - Stall!
von
Fritz Ochsner,
L. Straße, et mann, Mo.
iKeifpfeibe oder Fuhrwerke sind per Stunde
oder Tag n den liberalsten Preisen auöju
leihen. Pferde und tZsel werden zu annehm
taren Bedingungen gefüttert.
tggr Heu, Hafer und Korn findet man stet?
zu zeitgemäßen Preisen.
ritz Ochsner.
Hermann Star Mills.
George A. Klinger,
Fabrikant von
Mehl, Klei,, Shipstuss u.s. w.
Für alle Sorten Getreide, al
Weizen, Roggen, Korn u. s. w., u. . xo.
wird der höchste Marktpreis bezahlt. Beste!
langen prompt besorgt.
Schmiede- und
Zvagnerwerkstalte
von
Henry Honeck,
Hermann, Mo.
Meinen Kunden, und dem Publikum über
Haupt zeige ich hiermit an, daß ich stets einen
orrath von
Pflügen
halte, welche auS dem besten Stahl gemacht
sind und ich daher jeden Pflug garantiren
kann; auch halte ich Wagen vorräthig. Be
fiellunaen und Reparaturen werden pünktlich
und billig besorgt.
Henry Honeck.
SS ist ein liebliches, wohlschmeckendeste.
irSnk. ein Malaria-Äntidote 'riikt lagen
fkärkend, appetiterregend, überwindet alle
Echmäche und verbessert das 'l.
?reis xer -Zkinl-kaflne.
I.nties' ?karruaO' Co.,
alleinige Eigenthümer,
1. XLOUX&9 3VT0.
Sbtns hatten orrSltzig eine uZwabl von Vuvlies'
H,möo,alhIIche rznkikn, Lroup und Hütten lirpirn.
Panacea Cinlmcnt.
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werden, obwohl S durch sei-
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nen angenehmen Geschmack
dazu berechtigt wäre.
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ländische Nschrichte.
V OeSsale.
Meschede. Der Gericht. Aktuar
Verold ist versastet ordem : innerbalb
dreier Jabre bat derselbe verschiedene
Vparrasien lArnSberg. altern u. A. m.i
nacy und nach um 21,000 Mark le
schwindelt.
Hentprovuu.
Köln. Die au dem Droxek Till-
mann HanS wohlbekannte Händlerin
Simons, deren Tochter Bertba. die
Putzfrau I. Jakobs und der Anstreicher
abn. der Ehemann der .ubLtteri des.
Zttllmann aas. wurden wegen deS
s. Zt. erwähnten DiebflahlS von
Schmucksachen im Werthe von ungefähr
7000 Mark, turn Nachtbeile der aus dem
kletnen Griechenmatkte wohnenden Ehe
leute Eiser, zu 4 Jahren Zuchthaus.
bezw. 18 Monaten und s Jahren Ge-
tanamk und 3 Jahren Zuchthaus ver-
urkyelll.
Aachen. Eine Aktiengesellschaft hat
in der Nähe deS Hüttenwerkes .Rothe
roe", ein aroneS Terrain xur Geain,
nung von Eisenerzen angekauft.
Bonn. Der Schneider Balzer von
Rauschendorf, der unter dem Namen
eines Frhrn. ,v. Geiger in Schweppen-
bürg" in der Umgegend zahlreiche
Vcywtndelnen verübt hat. wurde tu T
fahren Zuchthaus verurthetlt.
chleSwig.Holstein.
A l t o n a. Unlängst wurde hier ein
lunger Mann verhaftet, der sich durch
unfinniges Geldverschwenden auffällig
macyle. Bet semer Berneymung nannte
sich der Verhaftete Ingenieur Weigel und
behauptete, größereGeldsnmmen, die man
bei ihm vorfand, in Amerika beim Eisen-
vaynoau verdient zu haben.
Flensbura. Der vor eiuiaen
Jahren vom Landgerichte zu einem Jahr
Zuchthaus verurtdetlte. damals aber nach
Dänemark entflohene chlachter E.THiede
ist unlängst, als er sich hier versteckt auf-
hielt, ermittelt und festgenommen wor-
den.
Heide. Das Stadtverordneten-
Kollegium hat beschlossen, dS am Land-
wege belegen Gefangenhaus nebst dem
daran grenzenden Schmidt'schen Gewese,
wczcues sur wu ivt. erlanven woroen
r r r r. r. n cm n l
ist, an den Holzhandler Gehülfen zum
Bau eineS PostgebäudeS, vorbehaltlich
der Genehmigung der ReichSpost-Ver-waltung,
für 18,000 M. zu verkaufen.
Neumünster. Um dem Mangel
an kleinen Wohnungen abzuhelfen, wird
der Kaufmann C. FriesenHamburg 16
Wohnhäuser zu je 8 Wohnungen für Ar
beiter erbauen. Der Baugrund liegt an
der Chaussee nach Altona.
Hannover.
Dannenderg. Kürzlich kehrte ge
gen Abend der Deichoogt Staab in dem
benachbarten Haar von der Jagd zurück.
Derselbe vermeinte auf einem Acket stücke
einen Fuchs zu sehen, legte an und feuerte
ab. Ein markerschütternder Schrei be
lehrte ihn aber, daß er, statt auf einen
Fuchs, auf einen Menschen geschossen
hatte, und zwar auf die Magd deS Hof
besttzers Lampe, Namens Vogt, die gerade
mit Jäten beschäftigt war, als sie von
Staab verwundet wurde.
H a r b u r g. Auf der Chaussee vor
Helmstorf wurde der Dienstknecht Karl
Voß, welcher in Hittfeld konditionirte,
mit einer ander rechten Kopfseite befind-
lichen großen Wunde als Leiche aufge
funden. In Hittfeld war Abends zuvor
Tanz gewesen, und hatten sich dazu auch
aus Helmstorf Knechte und Mägde ein
gefunden. Voß hat dann nach Schluß
des Vergnügens die Mädchen nach Helm
storf zurückbegleitet und ist auf dem
Heimwege jedenfalls überfallen und er
mordet worden.
HessenNass.'u.
Frankfurt a.M. Der wegen Er
mordung der Wittwe Heinz zum Tode
verurtheilte Metzger Boppert ist zu le
benSlänglichemZuchthauS begnadigt wor
den. Eine Entschädigungsklage des
bei der Hanauer Eisenbahnkataftroxhe
verunglückten Kaufmanns Herzog gegen
den Fiskus ist vom Oberlandesgericht
endgültig entschieden worden. Der FlS
kuS wurde zu einer einmaligen Entschä
diaung von 1200 M., sowie zu einer
jährlichen Rente von 750 M., die bis
zum zurückgelegten 76. Lebensjahre an
Herzog zu zahlen ift, oerurtheilt.
Kassel. Die Inhaber der Firma
Roßteuscher Je Sohn, der Privatbau
meister Hermann Roßteuscher und dessen
Sohn, der Ingenieur Ernst Roßteuscher,
wurden, weil sie bei Erbauung des ftäd
tischen Schlachthauses in den Jahren
188083 die Stadt um etwa 47,000 M.
betrogen haben, zu 1 Monaten Gefäng
niß und 1000 M. Geldstrafe bezw. 1
Jahr Gefängniß verurtheilt.
Sachsen.
Schönberg. Die normalspurige
Sekundäreisenbahn von hier nach Schleiz
ist nunmehr in Betrieb genommen.
Zwischen den beiden Endstationen blfin
den sich 3 Haltestellen: Mühltroff,
Langenbuch und Lössau.
Z w i ck a u. Die Leiche der Ehefrau
des Gutsbesitzers Gerber aus dem be
nachbarten Dorfe Weißbach, sowie die
jenige deS bei Gerber bediensteten
Knechtes Wendisch wurden kürzlich von
Nachbarn im ersten Stockwerk deS Cer,
ber'schen Hauses aufgefunden. DerHalS
der Frau war bis auf den Wirbel durch
schnitten, während man in der tödtlichen
Herzwunde des Wendisch ein großes
Fleischermesser stecken fand, daS seit 14
Tagen im Haufe vermißt wurde. Bis
jetzt herrscht die Ansicht vor, daß der
Knecht die Hausfrau ermordete und sich
dann selbst den Tod gab.
Markneukirchen. Bei dem Schnei
dermeister Naumann im Dorfe Wehlen
war kürzlich ehr Einbruch verübt und
eine Summe von 380 M. entwendet
worden. Der Verdacht siel sofort auf
den Schneidergesellen Karl Helbig von
hier, der dann auch später verhaftet
wurde und geständig ift. Helbig war so
gleich nach seinem Einbruch mit der
Eisenbahn von Bischofswerda über Zit
tau nach dem Neißthal gereist und hatte
als Sommmerfrischler unter dem Namen
eines Freiherrn im Restaurant zum
Neißbach Wohnung genommen und auf
hohem Fuße gelebt, bis ihn die nachge
sandte Polizei dingfest machte.
Thüringische Ztaetra.
Hildburghausen. Die Porzellan-Fabrik
in Kloster VeilSdorf hat das
Schloß im benachbarten Weiteröroda an
gekauft, um in dasselbe eine Porzellan
Fabrik zu verlegen. Mit den Reparatur
arbeiten am Gebäude ist schon begonnen.
Sonneberg. Die Veruntreuun
gen deS Kämmereigehülfen Mentz sollen
sich auf etwa S,v0 M. belaufen ; doch
scheint die Stadt keinen Verlust zu er
leiden, da dieses Manko durch die Kau
tion, sowie durch eine Zwangshypothek,
eingetragen auf das Wohnhaus des In
haftirten, reichlich gedeckt ist.
G o t h a. Ueber die Ernteaussichten
im gothaifchen Lande wird berichtet:
.Auf den Anhöhen steht derRoggen recht
dünn, dagegen in der Ebene sieht man
wundervolle Felder von Roggen, wäh
rend der Weizen durch den anhaltenden
Regen gelb geworden ist. Dasselbe be
trifft auch die Kartoffelfelder, da man
durch das anhaltende Regenwetter klagen
hört über wasserharte, sowie angefaulte,
nicht keimjähige Kartoffeln. Von dem
Wiesenwachs oersvricht man sich eine
ziemlich ergiebige Ernt?.
rete Städte.
Hamburg. Der Tischler Brand
in der Grindelallee ermordete seine Frau,
indem er ihr mit einem Küchenbeil den
Schädel einschlug. Eifersucht soll den
Mann, der nocn am selben Taae erbat-
tet wurde, zu der That bewogen haben.-
Ein großes Feuer zerstörte die Wind-
und Bamvtmuhle von edendurg to
Moorfleth. sowie das Wohnhaus, ein
lleberhaus und mehrere athen.
Bremen. Der Senat ließ der
Bürgerschaft das von der Fivanzdeputa
tton eingereichte Budget der außer
deutlichen Verwendungen, (Weferkorrek-
tton, Gas und Wasserwerke) zugehe.
L)ie mantdevutatlon beantragte eme
Anleihe von 1012 Millionen Mark.
Oldendurg.
Oldenburq. Der Oberkellner
I. H. Hilgen zu Bremen, früher in
Kondition hier, hat die Stadtwage und
die damit verbundene Restauration an
den Markthallen, welche Eigenthum der
Gemeinde ist, auf 6 Jahre zum iahrlt-
chen Betrag von 3400 M. gepachtet.
Den bisherigen Pachtbedingungen ist als
wesentliche Neuerung hinzugefügt, daß
der Pächter in Zukunft persönlich das
Wägen vorzunehmen hat. Der frühere
Pächter E. Lange bahlte lährlich 2350
Mark.
A p e n. Bei einer Fahrt nach hiesiger
Ortschaft scheuten die Pferde deS Gast-
wlrthS Dirks aus TorSholt. Dirks
wurde aus dem Wagen geschleudert und
erlitt schwere Verlesungen, denen er
nach Ansicht der Aerzte erliegen muß.
MeklendurO.
Ribnitz. Die neue holländische
Mühle deS Müllermeisters Nagel ist bis
auf den Grund niedergebrannt. Das
Feuer war durch das Warmlaufen eines
WellzapfenS und durch erfolgte Ent-
zundung des MehlstaubeS entstanden.
SchwurgerichtS.Verhandlunaen. Ver-
urtheilt wurden: der 52 Jahre alte
Ehausseewärter Johann Wiedow aus
Dambeck wegen MeineidS zu 17 Mona-
ten Gesöngniß, die Knechte Wmkler und
Oehlke aus Weudischdorf wegen Verbre-
mXm C! . X I X.A' ? .
chen gegen die Sittlichkeit zu je 3 Jahren
. . t . . m .
Zuchthaus und der Knecht Borgwardt,
als Mitschuldiger der beiden letzteren, zu
2 Jahren Gefängniß.
Braunschweig. Walde?.
He lm st ed t. Nach einer Nachricht
von Bremerhaoen ist am 19. April d,
I. an Bord des von Melbourne nach
Deutschland segelnden SchisseS öoben
staufen der bisher in Avoca in Äustra
lien wohnhafte und in hiesiger Stadt am
18. September 1813 geborene Zwischen-
deckspassagier, Goldminer HeinrichNiege,
gestorben. Neben den Netseestekten hat
derselbe auch 390 Lstrl. 16 Schilling,
gleich 3164,50 M. baareS Geld hinter-
lassen und es werden die etwa erbberech'
tigten Angehörigen des Verstorbenen
aufgefordert, sich zu melden und über
den Nachlaß Verfügung zu treffen.
A r o l s e n. Der in der A. Spever'-
fchen Buchhandlung beschäftigte 15,ah
rige Lausbursche Eisenberg aus Helfen
ist fnt einigen Tagen verschwunden und
mit demselben auch eine Summe Geldes,
welche er bei verschiedenen Kunden deS
genannten Geschäfts einkassirt hatte.
Eorbach. DaS hier zu errichtende
Kriegerdenkmal ist nunmehr ferttgge
stellt. ES kostet in Summa 6900 M.,
exklusive deS Gitter, das auf 600 M.
veranschlagt ist.
roßherzogthum Hessen.
D a r m st a d t. Die Auswanderung
aus dem Großherzogthum bezifferte sich
tmzayre insu auf 17'25 Perionen, von
denen 1699 sich nach den Ver. Staaten
wandten.
Frankenhausen. Der Land
wirth L. W. G. Ackermann ist wegen
falscher Angabe von angeblich bei einem
Brande seine HauseS zerstörten Modi
liargegenständen, bezw. wegen Betrugs
versuchs zu 7 Monaten Gefängniß und
300 M. Geldstrafe verurtheilt worden.
Ackermann war s. Z. unter dem Ver
dachte der Brandstiftung verhaftet, jedoch
wegen mangelnder Beweise wieder ent-
lassen worden.
Arheilgen. Vor Kurzem über
fuhr der Landwirth Hahn ein in der
Straße spielendes Kind, das auf der
Stelle todt blieb. Das Merkwürdigste
ist, daß von demselben Fuhrwerk, unter
welchem daS Kind umkam, vor ewigen
Jahren der Vater Hahn's zu Tode ge
fahren wurde.
Vayern.
München. Der Bäckergefell Lud
wig Schrever, der am 21. Dezember
d. I. den Spänglergefellen Johann Zo
belinSko auf dem Marienplatz erstochen
hat, wurde wegen Todtschlags zu 12
Jahren Zuchthaus oerurtheilt. Er war
schon 26 Mal wegen Körperverletzung,
Diebstählen :c. bestraft worden.
Passau. Im Kampf mit dem
Wilderer Fruth von Hemerau brachte
der Jäger Pfeiffer von Leithenmühl
diesem eine gefährliche Stichwunde bei.
Regen. Der hiesige HofwirthS
braver Anton Winter ließ das außer
halb deS Marktes flehende St. Antoni
Kirchlein durch zwei Münchener Künstler
restauriren.
Waldkirchen. Anläßlich einer
Streitigkeit gab der Gastwirth Josef
Kainz seiner gichtkranken und deshalb
auf den Füßen schwachen Frau einen
Stoß, so daß die korpulente Frau zu
Boden stürzte. Hierbei verletzte sie sich
innerlich derart, daß sie nach zwei Tagen
starb.
Kempten. Der Stadtbaumeister
Riß von hier feierte sein 25jähriges
Dienstjubiläum. Der Stadtmagistrat
verlieh demselben in Anbetracht seines
ersprießlichen Wirkens den Titel .Bau
rath-.
.Memmingen. Das Landgericht
verurtheilte die beiden Maurer Johann
Degele und Willibald Leupold von
Offingen, welche in der Gäterhalle da
selbst einen Einbruchs -Diebftahl ver
übten, zu je 2 Jahren und 5 Monaten
Zuchthaus.
S.heifaU.
DeideSheim. Im Streit wurde
dem Schreinergesellen Friedr. Dreßler,
welcher beim Meister Georg Weitlauff
arbeitet, mit einem schweren Stein der
Schädel eingeschlagen. Der Thäter ift
in der Person eines Schmiedegesellen,
zuletzt bei Schmiedemeister Adam Metzger
dahier beschäftigt, entdeckt worden. Der
selbe wurde geschlossen abgeführt und
soll die That bereits eingestanden haben.
Der Verletzte befindet sich immer noch
in sehr bedenklichem Zustande.
St. Jngbert. I Folge de Ge
nusses verdorbener Leberwurst, welche
ein hiesiger Metzger geliefert hatte, er
krankten im benachbarten Orte Spießen
45 Personen. Gegen den betreffenden
Metzger wurde die Untersuchung einge
leitet.
Kaiserslautern. Während ei
ne heftigen Gewitter schlug der Blitz
in das Wohnhaus de Herrn Philipp
Heimann in derLSndelftraße ein.
Württemberg.
Stuttgart. Der unter dem Ver
dacht, an dem Lustmord aus dem Boxser
detheiligt gewesen, zu sein, fteckiruFich
verfolgte Friseur Jakob Ecdle ift in
LudwigSbura verhaftet worden Der
selbe wurde im Jahre 1863 za Nattheim
geboren. I der Vchule hatte er sich
weder durch Unfleiß och durch besondere
Unarten ausgezeichnet. ; Er lernt, bei
voriges Jahr in Heidenheim bei Friseur
John Vlelle fand, verlor er diese bald,
weil er "zwischen Mein und Dein nicht
unterschied. Darauf, kam er nach Lan-
genau und von dort nach Stuttgart
B r e t t a ch. Die ganze Familie dS
Müllers W. sammt Dienstboten wurde
durch Hirsebrei vergiftet, der in einem
messingenen, mit Grünspan behafteten
Kessel gekocht worden war. Dem Arzt
gelang eS mit vieler Anstrengung, die
Kranken zu retten, nur ein Kind ist ge
Ztotven.
Cannstatt. Durch Beschluß der
Kollegien wurde eine städtische Anleihe
von
1,000.000 M. 3 pEt. zum Kui
S6 pEt. mittelst Ausgabe städtischer
von
Schuldverschreibungen an die Würlt
Vereinsbank aufgenommen.
Oea.
Karlsruhe. ZZach der amtlichen
ZusammenflelluugderUebersichten, welche
die tm Groklzerzoatbum turn Geschäfts
betriebe zugelassenen Auswanderung?-
Unternehmer alljährlich einzureichen ha
den, find von denselben im voriaen
Jahre 2,935 Personen nach überseeischen
(X.l .!! . . ' fTKt
tHnecin rsoroerr woroen. jjie weit
aus überwiegende Mehrzahl dieser Per
sonen, nämlich 2314, worunter 2,31
Badener, wanderte nach den Ver. Staa,
ten von Nordamerika zu.
Eppingen. Wie f. Z. berichtet.
wurde der Bäcker Miles von einem ihm
Auflauernden durch Schläge mit einem
Beile mißhandelt. MileS ift unterdessen
gesundet und aebt seinen mefA&ften ute,
der nach. Damals wurde nun der
. . d-, -i-7-i
Knecht A. Weihröther, da viele Anzeichen
ihn verdächtigen, in Untersuchungshast
genommen, derselbe hat letzt auch.
nachdem er bisher hartnäckig geleugnet
oat, seine Schuld eingestanden.
Ettenheim. Sowohl hier wie in
Kappel und Wittenweier wurde ein star
I rJL- 1
keS Erdbeben verspürt.
Fr ei bürg. Auf dem Friedhofe
wurde daS Denkmal eingeweiht, das die
altkatholtsche Gemeinde ihrem früheren
veelsorger, Professor Dr. MicheliS er-
richtet hat.
Elsaß'Lotli ringen.
Straßburg. Der 20jährige
Schreiber Jakob Hellbringer aus Ober-
dorf wollte sich einen Jur machen und
erschien auf dem Tanzboden in einer
weißen Schürze, die er mit einem rothen
und einem blauen Bande befestigt hatte.
Ein diensteifriger Gendarm sah ,n dieser
Handlung die verbotene Exhibition der
sranzösischen Trikolore und Hellbringer
hatte seinen Scherz mit S Monaten Ge
fävgniß zu büßen.
Alberschweiler. Die drei Direk-
toren der Glashütte VallervSthal, Paul
und Viktor Thouvenin und I. Verdele.
haben einen Ausweisungsbefehl erhalten.
In Folge dessen ift den Arbeitern ange-
kündigt worden, daß in 14 Tagen zwei
Drittel derselben entlassen erden und
der vollständige Schluß ver Hütte bevor-
lieht.
Hirstngen. Der Pfarrer Gehl
zu Obersept wurde zu 20 M. Geldstrafe
verurtheilt, weil er während der Wahl
stunden in einem Wahllokal, in welchem
sich ein Harmonium befand, Tnze und
Märsche spielte.
Oesterreich.
Vöcklabruck. In Altnang wurde
das Haus des dortigen Schuhmachers
Minksch, in dem sich der Eigenthümer
mit seiner Frau und seinen zwei Kindern
befand, nachdem man die Thür von
Außen verriegelt und verbarrikadirt
hatte, iu Brand gesteckt, und zwar in
der Absicht, daß die ganze Familie
Minksch mit demselben verbrennen solle.
DaS Haus wurde zwar, vollständig ein
geäschert, doch konnte die bedrohte Ja
milie durch rechtzeitiges Einschlagen der
Thür dem sonst unvermeidlich gewesenen
Flammentod entrissen werden. Ein
dieser ruchlosen That verdächtiger Tag
löhner wurde dem Gericht eingeliefert.
Brück. Eine keim feldmäßigen
Schießen des Militärs fehlgehende Ku
gel traf die im Zeiler-Steinbruche be
fchäftizte TagelöhnerStochter Theresia
Krebs in die Brust, so daß sie auf den
Tod darniederliegt.
Schweiz.
Bern. In einer Eingabe an das
eidgen. HandelSdepartement weist der
Bernische Verein für Handel und Jndu
flrie nach, daß in Folge der von Italien
geplanten Zollerhöhungen auf Käse (von
8 aus 20 Fr.) eine allgemeine Entwer
thung der schweizerischen Produktion ein
treten und der Markt völlig dem auslän
dischen Fabrikat überlassen werden müßte.
G larus. Als ein Kuriosum mag
erwähnt sein, daß gegenwärtig beim
Obergericht deS KantonS kein einziger
Prozeßfall anhängig ist.
Thurgau. Bei der Arbeit am
Stationsgebäude in Erlen fiel der Dach
decker Karli von einem Gerüste und brach
das Genick.
Luxemburg.
L i s ch e r t. Der Schenkwirth Haag
verweigerte einem Stromer ein Glas
Bier und warf ihn in Folge der Schimpf
reden zur Thür hinaus. Der Stromer
versetzte Haas einen Messerstich. Man
verhaftete den Landstreicher, der ziemlich
zerschlagen ward.
Oberp allen. Am 11 Juni Nach
mittags gegen 5 Uhr entstand eine
FeuerSbrunst in der Behausung des Tag
löhnerö Johann Phillippe. Bis auf'S
nackte Mauermerk ist Alles verbrannt.
1s Im Staat New York tritt jetzt noch
ein von Gouverneur Hill unterzeichnetes
Gesetz wegen Weivfälschnng tn Kraft.
Es verbietet daS Aufdoktorn von Wein
mittelst gesundheitsschädlicher Chemika
lien und stellt die Begriffe .reiner Wein",
.Halbwein" und .gemachter Wein",.de
ren Qualität auf der Etikette verzeichnet
sein muß, fest. Unter reinem Wein wird
solche? Produkt von Trauben oder
Fruchtgährung verstanden, das nur mit
Zucker angesetzt ist und nicht mehr als
acht Prozent Alkohol und mindestens 75
Prozent reinen Traubensaft enthält.
Halbwein muß zwischen 50 und 75 Pro
zent Traubensaft enthalten, und unter
gemachtem Wein wird solcher verstanden,
der davon einen geringeren Prozentsatz
als 50 Prozent enthält. Die Straf
bestimmungen gehen von t20 bis zu
tl00 Geldbuße der Hast von drei Mo
naten bis zu einem Jahr. Der Angeber
erhält die Hälfte des Strafgeldes.
1 Zu Anfang des ReoolutionSkriegeS
fehlte eS den in Philadelphia angewor
benen Truppen an Blei . für Kugeln
Um diesem Maogel abzuhelfen, beor
derte Benjamin Franklin als Präsident
de Sicherheit -Ausschusses die Weg
nähme sämmtlicher Bleigewichte in den
großen Standuhren der deutschen Bür
ger von Germantown. Diese waren
ihm nicht sehr dankbar dasür, allein sie
sahen die Nothwendigkeit ein und fügten
sich derselben.
einem Friseur in Gievaen und o!va oald'I .
darauf in die Fremde." Aus ha W K' j W W
ksk. r, K.Axr.iw.s.TTf-e forschen, so vollkommen erfolglos
WtVl I WnC k. V4VWf VIV 'Cl- kU WH l I - Öl mr m
C,iZY ... r!L ' ay' 1Z ' feine Bemühungen aeblleben.
ViibVIVlH WVM AM IltiM.. U13 V I
Der braune Prinz
Historische SrzählungvonEdm. Suhnn.
lFortseduna. i
So leicht le Fnravd e sich vorgestellt
zu er.
waren
Wie oft
auch der Kammerdiener deS Herzogs von
ff..: r t . . r. - "
I ernem rrn oetmucy naqge
schlichen war, er konnte dessen Spur
vicht werter verfolgen, als bis zu dem
yerzoglichen Jagdschloß hinter Bersail'
leS, welches die östliche Seite des Boi
de Ventadour beiührte. Hier konnte die
10 eitrig Gesuchte sich nicht aufhalten,
denn der Kammerdiener behauptete, jeden
Winkel und jeden Bewohner desselben
u kennen. Nur das staub fest, daß der
verzog gewöhnlich . Abends acht Uhr rn
die Mauern feine Jagdschlosses eintrat,
w er sich jede Bedienung verbat, um in
keinem istuvirzimmer ungestört an ar
s - ilSi9
g,hbt. mervtener spotte
h.it.ti f r m. tELin Ci v
Blanche trua stets andere Lüte. weck
felte mit den Mäntel, kam xu verschie.
denen Stunden, ritt selten und bediente
tq nach jenem Abende meistens eines
verschlossenen, unscheinbaren WaaenS.
Daß die Spur der so eifrig Gesuchten
endlich aufgefunden werden mukte. war
ax tau Mamtenon keinem Zweifel un
terworfen. aber sie witterte bei dem Ge-
danken, daß dies dem Könige eher ae
lingen würde, als ihr und ihrem Ver-
vuadeten. vkur zu gut beobachtete sie.
daß die gegenstandslose Leidenschaft deS
Königs mit jedem Tage heftiger wurde
und rag sie ihn vergebens in den glän.
zendflen Hossesten zu zerstreuen suchte.
Von Haß und Eifersucht gefoltert.
aber äußerlich mit jener lammfrommen
Mtene der ergebenen Dulderin, welche
Mass dem Könige gegenüber sie anzn
I r.. t.-. ... . v. r-t o- 7
!ul 8U uciunucn, ok uiuu von
vtamtenon wiederum tn threm Bou
doir und träufelte ihr LiebltnaSparfüm.
JaSmin-Essenz, so reichlich umher, daß
die Atmosphäre eine betäubende zu wer-
den begann. Ungeduldig blickte sie nach
der geheimen Thür, durch welche le Fer
rand eintreten mußte.
Endlich öffnete sich die Tbür und le
Ferrand erschien.
Noch keme Spur?- fragte Frau von
Zvkatntenon gespannt.
.Jede verliert sich im Bois de Ven-
tadourl
.Unerträglich 1"
Madame, ich habe ein Mittel gefun
den, das uns zum Ziele fuhren wird.
Haben Sie Briefe von dem Herzoge,
aus denen ich feine Handschrift studiren
rann?'
.Hier sind die heuchlerischen Versiche-
rungen seiner dankbaren Ergebenheit
faflt boste Frau, indem sie le Fer-
rand eine Handvoll Briefe übergab, die
sie aus einem Fache ihres Sekretär ge-
nommen. Ver Spion überflog dieselben
. . T " i . c f i ..
und steckte sie dann rasch und heimlich zu
sich, dann gab er die anderen zurück.
.Was wollen Eke thun?'
.Hören Sie, Madame l Lassen Sie den
Herzog auf diesen Abend acht Uhr zu Jh
nen befehlen."
Ich kann den Verräther nicht sehen!"
.Sie werden ihn sehen müssen, wenn
Sie ihn bestrafen wollen! Im Palaste
des Herzogs zu Paris ist kein Diener,
welcher das Vertrauen feines Herrn in
Bezug auf diesen Liebeshandel besäße.
Allem Anschein nach ist aber derselbe der
zärtlichste auf der Welt."
Hier preßte Frau von Mamtenon
krampfhaft die Hand auf ihr Herz und
le Ferrand fuhr fert:
Es ist anzunehmen, daß der Herzog
seiner Geliebten Nachricht zugehen läßt.
warum er sie am Abend nicht besucht."
kyr wayrscheiniico i-
Diese Nachricht wird durch keinen
seiner Diener bekördert, eS ist viel
mehr anzunehmen, daß sie durch das
neu eingerichtete Institut der Stadtpost
befördert wird."
.Ich begreife!"
.Ertheilen Sie dem Direktor des
Institut den Befehl, sämmtliche Briefe,
welche heute zur Beförderung in der
Richtung nach Versailles hin aufgegeben
werden, Ihnen zur Ansicht vorzulegen ! "
.ES soll geschehen l"
Frau von Maintenon gab bei diesen
Worten ein Zeichen mit der Glocke,
worauf ein dienstthuender Offizier ein
trat, dem sie die Weisung ertheilte :
.Se. Majestät der König erwarten den
Herzog von Maine diesen Abend acht Uhr
in den Tuilerien zu einem wichtigen
Staatsgeschäfte."
Der Offizier entfernte sich mit einer
tiefen Verbeugung, um den empfangenen
Befehl sofort an feine Adresse zu be
fördern.
Nach einer halben Stunde empfing
auch bereits der Direktor der Stadtpost
den von le Ferrand gewünschten Befehl.
Dieser hatte sich nicht getäuscht. Als
die letzte Post befördert werden sollte.
fand sich unter den eingelieferten Bnefen
. r- - r '
e ner von der Hand des Herzogs.
Frau von Maintenon wollte ihn hastig
erbrechen, woran sie indessen le Ferrand
verhinderte, indem er bemerkte :
.Was wollen Sie thun, Madame?
Der Brief wird nichts enthalten als die
einfachen Worte: .Ich kann nicht kom
men," und AehnlicheS. Aber lesen Sie
die Adresse und Sie werden begreifen,
daß eS noch weiterer Mühe bedarf, um
den Aufenthalt der Dame zu irfahren."
Frau von Maintenon las :
.Herrn Le Tellier, Kastellan deS
Schlosse RepoS d'Augufte te Ver
fa!lles."
.Betrachten Sie ti fe Zeichen und die
darunterstehenden Worte: .Eiligst zu
besorgen!' so können Sie schließen, daß
der Brief nicht an den Kastellan gerich
tet ist, sondern daß dieser ihn der herzog
lichen Geliebten übergeben soll."
Frau von Maintenon fühlte das Ge
wicht der Gründe ihres Vertrauten uud
der Brief wurde unerössnet wieder zur
Post gesandt.
Le Ferrand verabschiedete sich daraus
mit folgenden Worten :
.Und nun werde ich mich sogleich nach
Versailles begeben uud morgen, Madame,
erfahren Sie ein Mehrere?."
Le Ferrand hüllte sich in die Klti
der de Haustrer und fuhr in
die unmittelbare Nähe de Schlosses
MonrepoS, wo ein einsames Wirthshaus
stand, vor dem auch der Postbote an
hielt. Le Ferrand bemerkte, daß der
selbe nicht durch den Haupteingavg in daS
Schloß eintrat, savdern durch eine kleine
Thür,' welche dicht am BoiS de Ventadour
gelegen war.
Tiefe Dunkelheit herrschte in dem
dichten Walde, nur hm und wieder leuch
tete eine beschneite, baumleere Stelle her
vor.
Der Spion stellte sich hinter einen
dicken Baumstamm und beobachtete 'den
Eingang. Kaum zehn M.nuten waren
vergangen, so öffnete sich die Pforte.
Ei Mann mit einer Blendlaterne trat
heraus, leuchtete überall vorsichtig um
her, dann bog er mehrere Baumzweige
zur Seite und le Ferrand erkannte eine
schmale, geebnete Weg, anlasse Vor
handeusein mitten in dem dicke Gestrüpp
Niemand gedacht haben würde. Leise
schlich le Ferrand hinter demKaftellanher,
in nöthiger Entfernung, damit seine
Schritte ans dem knisternden Schnee
nicht gehört werden könnte.
Nicht zehn Minute waren vergangen.
US die beide Wanderer an einer Ring
mauer ankamen, hinter der sich dunkel
das Dach eines Haukes empsrhob.
! Der-, Sasteatr-' lautete drei Mal in
gleiche Patiser und nach wenigen Mi,
nuten kssnete sich die Eingangkporte.
Beim Scheine der Blendlaterne er,
kannte le Ferraad Blanche's reizendes
Gesicht. Sie mußte es fein, daS war
die schönere FontavgeS, wie sie Frau von
Maiatcvoa geschildert.
Blanche war mit dem Kastellan hin.
eingegangen. Plötzlich bewegten sich
zwei dunkle Gestalte der Mauer ent
lang und suchte tappend nach dem schma
len Wege.
Le Ferrartd hielt dem Athem an, um
besser lauschen zu können.
.Endlich gefunden," flüsterte der
Eme.
,Et, Slre! Die Bäume könnten
Ohre haben. , Hier heißt eS vorsichtig
zu Werke gehen. Lassen Sfe uns eilen,
daß wir aus diesem verdammten Walde
kommen!
Die Sprechenden gingen hinter ein an.
der de schmalen Waldxfad ort.
gz,. teü l0$rcnr
mur
melte le Ferrand. .Ller beißt eS rasch
zu Werke gehen!"
DaS geschah am Abend deS 3. Februar
1L83.
VII.
Der Winter von 1633 war einer der
kältesten, den man je in Frankreich
erlebt hatte, und der 4. Februar war
einer der kältesten Tage diese Winter.
Gleichwohl hatte Ludwig XIV. auf
diesen Tag eine große Jagd im Boi de
Ventadour befohlen. Tbeilnebmer der
selben waren indeß nar Herren, vielleicht
zwanzig Kavaliere, unter ihnen der Her
zog von Maive und der Prinz Eugen.
Veit Monden da erste Mal. daß der
kleine Abbe zu einem öosseste aina. Die
Einladung zu demselben war in einer
solchen Form ergangen, dak er sie au
Rücksichten für seine Mutter Olympia
hatte annehmen müssen.
Ein dichter Nebel sank auf Versailles
nieder und schmückte die Bäume, durch
welche der Jogdzug sich bewegte, mit
weißen EiSkrvftallen ; dieRäderder könig
lichen Wagen knirschten und die Reit
pferde mußten von den unzufriedenen Ka
oalieren vorsichtig mit ihren erstarrt evFm
gern über die eiSglattenWege geführt wer
den. Der König saß mtt seinen Jaad-
Kavalieren in einem dicht verschlossenen
Wagen; zn beiden Seiten desselben rit
ten sein soha, der Herzog von Maine.
und der junge Prinz von Conti. Hinter
demselben der Prinz Eugen und seine
Freunde, die Herren von Cregun. le
Rochefoucauld und Turenne. Hinter
den andern Kavalieren fuhr die Diener,
schaft und den Schluß der ganze Kaval-
rade dlldete der Kammerdiener Laporte.
Energische Versuche, die Jagdhörner
mulhig schmettern zu lassen, mißlangen ;
! die Rosse schnoben und bäumten sich und
reme llmmung einer rechten Jagd fröh-
I llll.li fA -. 'c tn c
lichkeit wollte die Theilnehmenden über
kommen. Die entsetzliche Kälte er
starrte das Leben in dem heißblütigen
Franzosen.
Der Zug bewegte sich auf jenem Wege
weiter, auf dem Eugen und Blanche
wahrend deS
vergangenen Sommers so
oft neben einander geritten waren, dem
Platze vorbei, auf welchem die Liebenden
sich so est Treue geschworen, nach dem
westlich am WaldeSrande stehenden För
sterhause, wo daS Dejeuner eingenom
men werden sollte, bei dem sämmtliche
Kavaliere gern verweilt hätten, wenn
die Ungeduld deS Königs es zugelassen.
Vte Kavaliere stellten sich an dem
Waldrande auf, die Treiber hallohten
im Walde. Der König, der Herzog von
Maine und der Prinz Eugen, hinter
ihnen der Kammerdiener Laporte, be
gaben sich nach der entgegengesetzten
Seite deS Waldes und waren bald den
Augen sämmtlicher Jäger entschwunden.
Die abgeharteten Bauern aus den daS
BoiS de Ventadour umgebenden Dör-
förn waren neugierig herbeigekommen.
um topk chultelnd tyre Bemerkungen
über die vornehmen Leute zu machen,
die bei solcher Kälte jagen gingen.
Unter ihnen war auch die kleine Colette
und ihr eifersüchtiger Mann Etienne,
welche den Prinzen Eugen von ferne ge
sehen hatten und den leutseligen jungen
Mann gern einmal wieder gesprochen
hätten.
Noch warfen sie neugierige Blicke auf
daS Försterhaus, als ein halberfrorener
junger Edelmann aus dem Walde trat
und sie bemerkte.
.Reizende Schäferin, holde Daphne,
redete im Geschmacke jener Zeit er die
niedliche Colette an; .wag stehst Du
hier in der grimmigen Kälte ? Geh' mit
in das Försterhaus und überrede auch
die anderen Hirtinnen, ihre Schafe zu
Haus zu lassen und mit hineinzugehen!"
Etienne schob sein kokett kntrendeS
Weibchen zur Seite und ergriff das
Wort:
.Herr Graf, das ist meine Frau, keine
Schäferin, sondern Fermiere und heißt
auch nicht Daphne, sondern Colette, und
Ist r ' o- ' .?Xl Cf !m
ich bin der Fermier (Pächter) FransoiS
Etienne!"
.Freut mich, so interessante Bekannt
schaft zu machen!" erwiderte der Graf
mit vornehmem Lächeln, während auch
die übrigen Bauern und Bäuerinnen,
kühner geworden, herbeikamen.
.Dennoch lade ich Euch Alle ein, mit
herewzugehen, und damit daS Tergvü
gen vollkommen werde, so schasst Musik
zum Tanze!"
Für diesen juugeu Herrn, Grafen St.
BriS, der die Landleute nur aus den
Pastoral-Comödien Moliere'S kannte,
hatte eS einen unendlichen Reiz, mit
ihnen tiaen Tag zu verleben. Jeden
falls dünkte e ihm behaglicher, feine
Hand um die schlanke, warme Taille der
kleinen Colette zu legen als an sein kal
teS Jagdgewehr.
DaS Wort .Tanz" hatte seinen Zau
ber auch bereits auf die Frauen ausge
übt, und im Chor jubelten sie:
.Musik, Musik, holt Eure Jaftru
mentel"
.Fort!" rief der lunge Graf lustig.
.LycaS, Covdon, Philidor, Colopho
vium, holt Eure Instrumente!"
Fünf der sechs Banern entfernten
sich eiligst und kehrte nach kurzer Zeit
mit Geigen, Baß und Flöte zurück.
Alsbald kam auch der zweite und dann
der dritte Caoalier mit erstarrten Fin
gern aus dem Walde. Der Graf St.
Bris rief ihnen lachend zn:
.Kommt, meine Freunde! Ver
schmähen eS die ewigen Götter nicht, die
Töchter der Erd zu lieben, so brauchen
wir es nicht zu verschmähen, mit den
Kinder der Unschuld einen bal charn
petre zu veranstalten, bis der König bei
Vergnügens der Jagd satt ift, wie wir.
Wir wolle die Grazie vo tHloe,
Daphne, JriS und wie Alle heiße mö
gen, bewuadera!"
"Ne sit tibi pudori ancilla!" rief
der ewigermaße klassisch gebildete Graf
de la Ronclere. .Veranstalte wir den
bal champetre I"
St. BrtS führte die kleine Colette. de
la Rouciere eine andere ländlich Schön
heit in da Försterhau. Di Bauer
mit ihre Frauen folgte nach.
Bald ertönte die wenig künstlerische
Musik der Ball begann.
ach einer Stunde waren sämmtliche
halb erfrorene Kavaliere Theilnehmer
desselben, während die Diener Wache
hielte, damit beim Nahe de König
da Vergnüge beendigt erde könne.
Jaiesse hatte auch Dies bald et
iqueendes acy gesunden.
- W5wegen hatte er diese Jagd wem
iiaiwif um Pch) zui ilSerzeugen, ob
Blanche i jenem Hause ohne, rao er
sie am Abrnd Zluoor aeseben. um au dem
x . '
-öni-hiEcn des Ptiaze Eugen schließen
G?U VmC.TI.. V! Cl .
zu können, ob derselbe die Sau kenne.
ob er wirklich Blanche licbe oder eb ein
Zafall ihn mit ihr zusammengeführt
lzave, itx oyne Bedeutung ar.
Nach kurzem Umherftreife im Walde
schritt der König, w'e zufällig, jenem
schmalen Pfade zu, auf dem er gestnn
Tveno mir roporre gewandelt war.
CVY t i r 1 a . r m w w M. m
jyiic? zrierr tai)titca- aate er zu
seinem Begleiter; .sehen Sie, meine
Herren, dort steht ei einsames, kaum
zu entdeckendes Haus. Lasse Sie un
ra demselben auf kurze Zeit A ul suchen.
Nahe nicht erheucheln können, wie sie
sein Aatliy zeigte. Er konnte diese
Hau nicht kennen, er wußte als nicht,
daß hier Blanche wohnte, der sie wohnte
wtrrltcy tcht hier. Der König wollte
Veonflyetr yaven.
.Sire," sagte der Herioa von Maine.
.etwa zehn Minuten von hier liegt mein
agviwton. von nndet ch tede Be
auemlichkeit."
.Nein, Herzog, wir wollen heute ein
mai niqi oeguem lkven, sondern etwas
von den Mühseligkeiten de Leben er
Nagen lernen, wie gewöhnliche Mm
scheu. Nach zehn Minuten können wir
schon et froren fein."
.Ich theile die Meinung Sr. Maje
stflt, sagte der Plivz. . .Wa wir be
dürfen, werden wir auch sindeu: ein
Kamin, ein gute Feuer und einen be
guemen Fauteml.
Prinz Eugen flieg in der Gunst de
König.
An der Mauerpforte angekommen, zog
der Herzog rasch zweimal nach einander
den daran befindlichen Glockenzug, und
nach einer kleinen Pause noch zweimal.
Eine geraume Zelt verstrich. Niemand
öffnete. Ungeduldig läutete der König
wiederholte Eine Stimme von Innen
fragte:
.Wer da?"
.Seine Majestät der König!" ant.
wartete rasch und laut der Herzog, noch
ehe e der König zu verhinder ver
mochte.
.Bitte gehorsamst um Verzeihung."
erwiderte dieselbe Stimme. .So hohe
Besuch k'note ich nicht erwarten. Ich
werde sogleich öffnen."
Nach wenige Minuten geschah dies
und die draußen Harrenden traten ein.
.Wer sind Sie?" fragte der König
den öffnenden ältlichen Hernn von kräf
tigem und zuverlässigem Aeußern, der
rasch mit dem Herzoge einen bedeutungS
vollen Blick gewechselt hatte.
.Der Gutsbesitzer le Morne, Sire!"
erwiderte der Gefragte.
.Wir bitten um die Erlaubniß, eine
halbe Stunde bei Ihnen verweilen und
uns an Ihrem Kamin erwärmen zu
dürfen!"
.Ich weiß so große Ehre dankbar zu
schätzen," versetzte le Morne verbindlich,
indem ir die Herren in sein angenehm
erwärmte Gemach führte.
Von Außen hätte Niemand diesem
Hause angesehen, wie geräumig, bequem
und schön dasselbe im Janern eingerichtet
war. Aus eine dahin zielende Aeußerung
de König sagte le Morne:
.Ich habe die Ehre zu bemerken, daß
es ein alte Tempelherrnhaus war ; das
Jagdschloß des Herrn Herzogs war die
Komthurei."
ES wäre mir interessant, die einzelnen
Räume deS HauseS ansehen zu köunen,"
sagte der König.
.Ew. Majestät haben in Ihrem Ei
genthum zu befehlen!"
Während der König bei diesen Worten
le Morne' wiederum seine Blicke auf
daS ruhige Antlitz Eugen'S heftete, be
merkte er nicht, daß der Herzog und le
Morne abermals Blicke wechselten.
Die unteren Räume de HauseS waren
bald und mit sichtlicher Ungeduld deS
König besichtigt. Die breite Treppe
hinauf gelangte man durch ein schmale
Vorzimmer zu einem Eingänge, den
zwei große Flügelthüren bildeten. Diese
öffneten sich und ließen ein mit allem
Luxu eingerichtetes, große? Zimmer
sehen. Die gegenüberliegende Wand
zierte daS lebensgroße Porträt eine
alten Manne in der AmtStracht eine
englischen OberrichterS.
.Wer bewohnt diese Räume?" fragte
der König.
.Die Wittwe de Lord Abercombv,
jene Herrn, dessen Portrait Sie dort
sehen. Sire!" erwiderte le Morne mtt
großer Ruhe.
.Hat die Dame Töchter?"
.New. Sire!"
Indem der König bei sich überlegte,
ob le Morne wohl wahr rede oder icht,
fiel sein Blick auf ein daliegende kleine
Buch. Er griff danach und öffnete e
unbemerkt. ES war ein englisches Ge
betbuch. Täuschung war hier mcht mög
lich. In dem innern Umschlag war ei
Miaiatur-Portrait. ewe ältliche Dame
vorstellend, geheftet, deren Aehnlichkeit
mit Blanche nicht einen Augenblick zu
verkennen war. Darunter waren von
einer weiblichen Hand die Worte ge
schrieben: .Lucia Abercombo ihrer Toch
ter Arabella!"
Also le Morne hatte die Unwahrheit
gesagt.
.Wo ist die Lalu?" fragte der
König.
.Seit zwei Tagen nach Calais gefah
ren, von w sie erst in einigen Tagen
zurückkehren wird."
Daß l Morne jetzt abermals log.
würde der König vielleicht . weniger
bemerkt haben, hätte er ihn nicht be
reits auf der ersten Lüge ertappt. Indeß
schwieg er und glaubte Folgende fest
gestellt zu haben: Euzm liebte Arabella
Abercombo nicht, er kannte sie nicht in
mal dem Name nach. Sie mußt an
jenem Abend bei Eugen, als ewem ihr
aäntlich Unbekannten. Schutz gegen die
königliche Verfolgung gesucht hab. Der
Lord Abercombv war an Vram geitor
den. weil er. wie der König wußte, sich
politisch kompromittirt hatte, und seine
Wittwe lebte w Frankreich, um das Ge
triebe der Welt zu fliehen. S kombi
nirte er und hegte keine Zweifel mehr,
daß Arabella die von ihm Gesucht sei,
och weniger zweifelte er. ihre Liebe ge
innen zu könne. Höchst befriedigt mit
dem Resultat ferner Forschungen, indeß
noch leidenschaftlicher von dem Wunsche
angestachelt, da reizende Wesen bald an
seine Brust drüben zu rönnen, verueg
der König die Wohnung le Morne' und
kehrte nach dem Förfterhause zurück.
Die Musik schwieg, al er in der Ferne
sichtbar war, indeß vernahm der König
von dem eigenthümliche Balle. Er be
fahl, denselben keme Augenblick z
unterbreche. Er selbst tanzte mit einer
wohlbeleibte PächterSfrau. Eugen er
barmte sich der kleinen Colette und der
Herzog war artig genug, mit ewer Ll
teren Bäuerm zu tanzen. Al nun gar
die Edelleute eine Komödie rmprnifirten,
in welcher der König, der de Bauern
stand durch unerträglich Steuerlaste
autsog, al der Gott derselben iexriese
wurde, waren die Bauern überselig, die
Kavaliere, vo Champagner und Vcede
erhitzt, vergäße die Etikette und Man
cher kämpfte Woche lang nachher mit
bitterer Reue.
E war der leichtsinnigste und uSfle
IMISZZVH
lassenste Weud w.dem. Wea Lr dwkz'S
XIV. Nur zwei Herren bliebe:? ernst
und wurden rnit jeder varknnerdüS Zli
ute ernster, eS wsre der Herzuz von
Mawe und Prinz Eugen.
' I- 1s -.. I VI IM
Hoffnung auf nahe, LiebeLglüS schwel
I t m m ü '
rn ,pöt entkleidete Laxorte feine i
g enden Herrn, der dem Vertraute die
Ergebnisse st t aer Forschur gen mit
theilte. .
Ludwig XIV. hatte Frau von Main
tevon heute keine Sekunde gesehm.
VIII.
Frau von Malukenon sak am ander
Morgen unruhig in ihrem eudoir.
ihre Bundesgenossen sehnsüchtig erwar
tend.
Btiorgnlß de Herzog bemerkt, al der
könig die Absicht geäußert, in U Mor
ne'S Han ew'utreten, und ihr In
grimm gegen die verhaßte Nebeuluhle,
:tn war nur noj krrütbarer aewoiden.
Zbre ?uge funkel'en dämonisch, ihre
Lippe kramxsten sich zusammen, al
sollten sie sich nicht wieder össnen.
Endlich trat le Ferrand n und rich
tet die Frage an die ungeduldig Har
reode?
.WaS gedenken Sie fl tbu. Ma
dame?" " ' '
Sie darf nicht länger lebe! Ge
sicrn hat der König, der mich schon wo
chenlavg vernachlässigt, einen a anten
Tag zubringen kSane,', ohne mich nur
zu sehen. Und al wäre di age de re
tour schon bei ihm eingetreten und wollte
ihm de Leichtsinn de JünaUva wie
dergebe, vergißt ec seine königliche
Würde und alle Etikette so ganz und
gar, daß er und die sauberen Kavaliere.
die er gestern zur Jagd befohlen hatte,
sich nicht scheuen, mit gemeinen Bauer
weibern zu tanzen. Mein girrender
Schäfer würde mit sewer angebeteten
chöoen ' vielleicht in jenem romavti-
fchen Haufe im Bol de.Ventatour ein
idyllische Leben führen, wenn sie ihn
erhörte!"
Frau von Maintenon erzählt h'erauf.
wa ihr Laporte mitgetheilt. Dann fahr
stefort:
.Nun rathe Sie mir, was zu thu?
.W!e stb Dcn:o'.5kll: ?o7.t2g?.cS?"
fragte le Fetrand ltise.
Frau vo Mawteaon schauerte ewe
Lugenblick und erwiderte dann :
Aber weiter? Ist e möglich, eine
Person zu erkaufen, die in der Nähe der
Verhafte lebt? Scheint sie doch ach
Allem vo den treueften und zuverläs
stiften Dienern de Herzog bewacht zu
Da ist sie. Aber, e giebt aridere
Mittel. Haben Sie den Brief tmter
schlagen lass.n, den tec Herzog ihr
gestern geschrieben, da er wegen der kö
nkglichenJagd nicht zu ihr gehen konnte?"
.Hier ist er."
.Lassen Sie mich sehen, Madame."
Le Ferrand la :
.Geliebte!
Nimm heute nur dies Aeichen mei.
ner treuen Liebe. Ich selbst bin er
hindert z kommen. Morgen Abend
ruhe ich wieder in Deinen Armen.
Ewig der Deine."
.Vertresslichl Kenne Sie dies
Brief, Madame, den ich hier in der
Hand halte?"
.Ha, eS ift einer von jenen zärtlichen
Ergüsseo, die mir der Verräiher einst
widmete. Woher haben Sie denselben?"
.Ich nahm denselben von Ihnen, um
ihn zu gebrauchen, wenn Sie schwach
von Ihrem Werke ablassen würden.
.Wozu wollen sie den Blies be
nutzen?"
.Für Ihre Rache. , Lady Abercombv
soll die Q lalen der Eifersucht empfia,
deu, wie Sie sie empfinden, Madame."
Sie werden mich prorntuiren. Wenn
der Brief in die Hände deS Königs
fällt?"
.Dana ist der Herzog von Mata ein
Verräther und Ihre Tugend strahlt in
um so reinerem Lichte."
Der Inhalt deS Briefe war derariig.
.Indeß wird die Eifersucht sie nicht
tödteu!" bemerkte wieder zweifelnd Frau
von Maintenon.
.Hören Sie weiter, Madame!"
.Ich zittere vor Erwartung!"
.Wenn Lad? Abercombo den Brief
empfängt, was wird Sie thun?"
.Sie wird rasen oder Thränen ver
gießen, je nachdem sie sanften der auf
brausenden Temperamente ist."
.Wenn sie später erfährt, daß der
Herzog nicht treulos ist, waZ wird sie
dann thun?"
(Schluß folgt.)
Ar. D. A. Zibbard,
Zahn-Arzt,
Office im Bank.Gevüude,
HERMANN, MO.
Eiu vollßlMkgeS Gebiß 510.00.
Zufall oder Fkulik abgebrochnie
Zähne können zu ihrer natürlichen Form aus
gebaut erden.
PPTSC
nüFarsti"!
n
SHneüdampfttfagrt !
autie Teereise iu neun Xteu
zwischen
Bremen und New York.
Die berühmte Schnelldampfer
Aller, Trave, Saale, Ums,
Eider, Werra, Fulda, Elbe.
Sonnabends nd ittwAchs vo
Bremen.
onnaoeno un stttwosW ro
New York.
Bremen ift sehr bequem für Reisend
gelegen und von Sreme au kann
ma w sehr kurzer Zeit sämmtliche
Städte Deutschland, Oesterreich und
der Schwei, erreichen. Die Schnell
Dampfer de Norddeutsche Llovd find
mit besonderer Berückflchtigung der
Zwischendecks - Passagiere und zweiter
Cazüte-Passagiere gebaut, haben hoye
Verdecke, vorzügliche Venttlatio und
ewe ausgezeichnete Verpflezung.
Mehr wie
.,750,000
Passagiere haben milden Dampfer de
Äorddeutfcheu Llotzd die Reife über'
Meer cher und gut zurmrgelegt. vegen
Preise und weiterer Information wende
man sich an
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