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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, August 05, 1887, Image 3

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Oel Mi
gegen NheumatiSmuS.
Wunderbare Heiluszes.
0 3rf ,elIU Icra eZrW.
. ItanStrJth,. fg.
titlet virrzlg Jahr Ita 14 i Cyfr ehe
tatifAcr Schmerzen acttKfen. Ich wt
Vttatdatt.CU Jaksi CcX a gebrauchen und
och bestich i g lasche mgadt hatte, a
Xtn ll Schmerze erschm,bn Steint Ölte
der, elch fteis und lahm aren, sind jetzt so
gelÄcktg ipU ia einer Jugend.
3f. !.
30 3 gelitte b kieiU.
.: - var,Ssd.
jenr Frank Durge, welch fet Stab
den' Aeschtrr Seschäs, 127 VrchangeEtraie,
rbeitet, sagt: Mein Vater, welch Rr,.
forf-eua Crbt, hatt feit den letzten
dreißig Jahre tn iebe Eiiirtt an Rheuma
tiimui T den ft&fcen gelitten. Cr oa die
bt'ten BcTt zu Rath und ersuchte oUc tt
kannte- Heilm,tkel,hn irgend eichen Erfolg.
I letzte int, iu elcher ett sein Küsse
trab d untere Heil sein ein stark an
gesaZnmlle xiren, versucht St. JlckvhH rf
und m kurzer Zeit war er gehnlt
IS Sl teilt. tu da, eitllt.
Da Louitzoi? ourter Journal,
sagt: Vroscffor S.Ä. Donalds, Ich
' in d Schlacht bet Eetttturg schn er
nmdet würbe, hatte über achtzehn Jahr
destZnbig an rheumatischen Schmerzen gelitte.
Er ertucht viele Tokloren, fcU berühmt
tn Bäder, leckrische Apparate und die v
ch,edensten fccütnittcl ohne Erfolg. Endlich
ersucht er Lt. Jakob Oel, etchel lha voll,
ständig wiedhrs:eUl.
20,000 HergekenZ sgkgeim, .
Oberst D.I. Williamson, in früherer
Knnee.Cffliicr und CrConfuI d V. St.,
Gart Francilco, Cat., berichtet, dai T lange
?ahr an acutem Rheumatisnru gelitten
habe, und nachdem er alle bekannte Heilmit
Ul und dt berühmtesten Bäd der Länd
ergeben angewandt hatte, nird durch die
ttr.nxrbung von St JatvdK CX Süktandig
iedhergeftellt,
THE CHARLES A. V0CELE8 C0 Bxttinon, Mi.
Mg- Eintausend Dllar erden dem-
je,'!',en bezahlt, welch Bereise liefert, das, di
, eolsiehende oder all anderen Leugniss, welche
von der Tb Chartei A. Vieler Co., roffent,
llcbt werden, nick, t echt find. Alle vonunvSgent
ichizn Zeugnisse td wahrheitgetru
Wein- und Bier-
3 a l o o n ,
von Philipp Haeffner.
Lunch jeden Morgen !
4. Strave, v. Markt und Schillerstraße.
Hermann. Mo.
Leih - Stall!
Bon
Fritz Ochsner,
2, Strahl, Qetmann, Mo.
jteitpfelbe oder Fuhrwerke sind per Stunde
der Tag ;u den liberalsten Preisen auszu
leihen. Pferde und Esel werden zu annehm
baren Bedingungen gefüttert.
3T Hu Hafer und Korn findet man ftetö
zu zeitgemäßen Preisen.
ritz Ochsner.
Hermann Star Mills.
George A. Klinger,
Fabrikant von
Mehl, leie, Shipstusf u. f. w.
Für alle Sorten Getreide, als
Weizen, Rcggen, "Korn u. s. xo., u. s. n.
wild der höchste MarkipreiZ bezahlt. Bestel
langen prompt bejorat.
Schmiede- und
Zvagnerwerkställe
von
Henry Honeck,
Hermann,
Mo.
Meinen Kunden, und dem Publikum über
baupt eige ich hiermit an, daß ich stets einen
BorratY von
Pflügen
halte, welche aus dem besten Stahl gemacht
find und ich daher jeden Pftug garantiren
kann; auch halte ich Wagen vorrälhig. Be
ftellungen und Reparaturen werden pünktlich
und billig besorgt.
Henry Honeck.
EZ ist ein liebliches, ivohl,'chii:r,5c!,dtS i"'
tränk, ein Malaria '.'lntidoie ".'iikl n,gr:i'
stärkend, ppetiterregciid, iibeiiviildct a'dt
schwäche und oeibefin t das 'Vlm.
?reis fl.OO per ?in.-?rasäir.
Luyties' Pharrnaey Co.,
otlfiniaf (inrnttjünirr,
ST LOUIS, 3VEO.
Edens Hallen vorrälhig eine Auivabl nun i'unl.c
Hmö,alHiche Nizneien, (noup unv Hunen-Ziov',,
kift Panacea Cinlnifnl.
.lu jaden bei
STOEIsTlTEPo.
Jtuv, 31 o.
esssssti
Ia5 teile und siicrsu .tciirnit.'el. uji la::t5ei;
ten, t, tuich S?ri.f acrlcn l.r Vcfrfr, ?;leta, IcZ
WaerSunt Unieilfttcc tsTuija.ttffnt, u fernen ;
um ItürfttauIlJ'tii:, fiivfictt-'n, "tT'ifi-fun.i,
(yaüfuJ t unbQ.'ialaiia'iel'tt vcUi: itiii.-. inu W:ael
IHtefämyffn, tetun; man i tii tu& feinen an
zeizmen efd:uu.t firt auüjciifcr.encsn
tf a Ctganigmn nif t nur in seine Ire nalür.
U4e Bahn leitet, (onlern uch beiriikt, daß sich tcr
fietper vcn 'Xtuen krisiiqt und siärki. ?.ur uö
tfjnrnisicfftn zusammengesetzt, ist der !'ri-i.I
I, v?UsIändiz unschädlich und kann ten
Jung und Sllt ebne jeglichen Nachtheil eingenom.
kn nreil. ?.lZ Blutreinizer ist der rrii-My
jtitters wcl'l durch kein ndereZ Mittel zu
krscden. . baden in ,ed Apotheke für deu Pres
rcu tl.,xro Alasä'e.
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Der einzige wahre
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A Wil Vieren, und stellt die Gesundheit
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xieprPTia, nppenuottaitlt, ur-Drrrau.
iitsicii, ccoicacpc nno vgeipannk
vrn hokiiicv gevrili. smowtn.
anueirin nni Tfcnww rroairn
neue rast. !eledt da Ge
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Vlllttttt weich mit den, ihrem Geschlechte eigne
5Ta..I7. .7 Melden dedaftet sind, erde Dr.
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sart?. "vtrkt reine und gesund Geftchl.
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uölündifche Nachrichten.
TZrandtttburg.
B e r l i n. Der Schlossergesell Gustav
Gohlke, der in feinem elterlichen Hause
eingebrochen war und dort gestohlen
hatte, wurde auf Antrag der eigenen
Eltern zu 2$ Jahren Zuchthaus er
urtheilt. Der bekannten Pächter. des
Schieß standeS in der Haserihaide-, der in
: No. 87 Lützowflraße wohnenden oojäh
rigen Frau Mayer, wurde durch Unvor
sichtigkeit eine Schützen ein Ause au5-
geschossen. DieAnlaaen aus dnnDön-
Hofsplatz sind dein Verkehr übergeben
worden urd binden den usla.frcttnf.ffl
Beifall des Publikums.
S p a n d a u. Die Stab: suhl im Be
griff, eine vierte Anleihe im Betrag von
1 Mill. M. aufzunehmen.
Telto. Der OrtSoorst.her S. zu
Nunödorf, elcher im vorigen Jahre
durch einen uuglückllchen Zufall, in
Folge dessen sich fein Jagdgewehr ent
lud, den jungen Lehrer feiiirS Heirnaths,
dorfeS so schwer verletzte, daß dessen Tod
bald eintrat, und der roegen saorlösstgn
Körperverletzung, die den Tod herbeige
führt, zu der geringsten ßesetzlichen
träfe verurtlzetlt roorden ist, ist vorn
Kaiser begnadigt morden.
Brandenburg. Die am Wasser
lhor No. 25 mohnenden Reini5e'schen
löheleute stnd mit Hmterlaflung bedeu
tender Schulden von hier vcrschmunden.
Auch ihre drei Kinder haben ne hier ge
lassen.
shartottenvurg. unter großen
kfeltttchkelten wurde hier daz Sahrige
Stiftungsfest des .Allgerneinen Krieger-Berein-
begangen. Etwa 2(1,000 alte
Krieger und sonstige Gäste waren an?
mesend.
Pommern.
Cammin. Der Schreiner Otto
Kücken von Wollin, der in den Jahren
1853 8 seinem damaligen Prinzipal,
RechtSanmalt Schraeige? hier, Werth
papiere und Silbergeräth in Höhe von
zusammen 66,500 272. entwendet hat.
wurde zu 6 Jahren Zuchthaus ver
urtheilt. Bei der Verhandlung gab
Kücken an, daß er die Sachen nicht selbst
gestohlen, sondern von einem Arbeiter
Büß, der inzwischen nach Amerika aus
gewandert ist, nur zur Verwaltung bezw.
zum Aufbewahren erhalten habe.
C o l b e r g. Der Gedenktag der Auf
Hebung der Belagerung deS Jahres 1807
wurde in dies?m Jahre, bet seiner 80.
Wiederkehr, besonders festlich begangen.
Am Gedenktag selbst fanden in sammt
lichen städtischen Schulen Festakte statt.
Am Tage darauf wurden in der Mai
kuble Festgottesdienst uud Volksfest ab-
gehalten.
Uecker münde. Wie f. Zt. berich-
tet, wurde am zweiten Pfingltfeiertage
d. I. in der Voaelsanaer Forst die ur.-
verehelichte Großkopf ermordet. Als
den muthmaßlichcn MZrder verhaftete
man bald daraus den Arbeiter oll.
Die angestellten Ermittelungen haben
nun ergeben, daß ein noch größerer Ver-
dacht der Thäterschaft aus rne chnnede-
geseuen Hermann Ttlla.r und Franz Pu
vgal fallt, jijtz Ersteren wuroe man
berens habhaft.
Ostpreußen.
Tilsit. Dem um das Gedeihen un-
serer Stadt hochverdienten, verstorbener
Abolf Post ist ein Denkmal errichtet
wordn, das unlärigst feierlich enthüllt
wurde. Dasselbe, in einer FelZgrotte
stehend und in Sandsteln hergestellt,
tragt an der Vorderseite elnen Lorbeer
kran,. mit der Inschrift: .Adolf Post'
an der Rückseite steht die Widmung:
Dem rastlosen Förderer des Gemein,
wodls."
W e h l a u. Die ledige Amalie Liedtke
von Burgerswalve wurde wegen Kindes-
mords zu 2 Jahren Gezangntb verur
theilt.
Westpreuben.
Briefen. Die Stadtverordneten
beschlossen, ein neueS NathhauS auf dem
der Stadtgemeinde gehörigen Platze an
der evangelischen Kirche erbauen zu
lassen.
Neumark. Für die durch Verzug
ausgeschiedenen Herren Progvmnastal-
lehrer Bowlen und Brauereibetttzer Zol
lendopf wurden FZrbereibesttzer Schmidt
und prakttscher Arzt Dr. Nelke zu Stadt
verordneten gewählt.
Unglücksfölle. Durch Unglücksfalle
kamen um s Leben: der Tlschlerlehrlmg
Mar Jakobi von Jastrew und die je 12
Jahre alten Mädchen Emilie Szvbber
und Emma Vierkant von Mlchelau (er
trunken), die Frau des Amtsvorstehers
Tuchel in Jungfer (von einem vom
Sturm entwurzelten Baum erschlagen)
und der Pferdehändler L. Lindemann
von Marienburg und der Besitzer Ludwig
Knabe von Montau (in Folge eines
Sturzes).
Posen.
Jnowrazla. Wie mitgetheilt,
wurde der Büdner Erdmann Zuhlke von
Gr -Glinno im Walde ermordelt aufge
funden. Die Untersuchung hat r,un er
geben, daß der Schwiegersohn des
Zuhlke, der Arbeiter Tober, seinen
Schwiegervater ermordet hat, um in den
Besitz eines Theiles der Hinterlassenschaft
des Todten zu gelangen. Tober ist ver
haftet und hat feine That bereits gestan
den. Schön lan k e. Der Arbeiter Wil
Helm Zink wurde von der Straskammer
wegen eines Siltlichkeitöverbrechens, be
gangen an seiner 14jährigen Tochier, zu
3 Jahren Zuchthaus verurlheilt.
Schlefien.
B r e S l a u. Neuerdings sind hier wie
der wegen Verdacht der Betheiligung an
geheimen Verbindungen ein Metalldre
her, ein Möbelpolirer und ein Student
Namens Johann Kasprowicz verhaftet
worden. Der f. Z. wegen des gleichen
Verdacht in Würzburg verhaftete, von
hier gebürtige und hierher gebrachte Can
didat der Medizin Marcuse ist gegen
Caution wieder in Freiheit gesetzt wor
den. Der 19 Jahre alte Lehrling des
Fabrikbesitzers KoschinSko, Paul Richter,
ist nach Unterschlagung von 0 M. Ge
schSftSgeldern flüchtig geworden. Der
Apotheker Eleve Krause, welcher im
September v. I. auf einer GebirgStour
zuletzt in Charlottenbrunn gesehen wor
den war und seitdem vermißt wurde, ist
unweit ReimSwaldau todt aufgefunden
worden. Jedenfalls ist Krause durch
einen Sturz um'S Leben gekommen.
KSnigShütte. Der Gemeinde
schreib und Steuererheber Scholz von
Neu Heiduk war unter Mitnahme von
Gemeinde Geldern flüchtig geworden,
wurde jedoch wenige Tage spater in Lü'
deck festgenommen.
Kreuzburg O.-S. Im Reiner
dsrfer Forst hat der Oberförster Rasim
im Handgemenge einen von Woziczvo in
der Provinz Posen gebürtigen Wilddieb
Namen Johann Kanzlierz erschossen.
Provinz Sachse.
Mühlhausen. Seit Anfang Juli
hat hier da Institut der Nachtwächter
aufgehört zu eriftiren ; an deren Stelle
ist ein polizeilich organisirte Corp sog.
Nachtwachpolizei getreten, welche von
Abend 10 Uhr bi zum Morgen den
Sicherheitsdienst in der Stadt und den
Vorstädten zu versehen hat.
- Nordhausen. Der Gärtner Becker
ist wegen ürafbarer Handlungen, die er
an Schulkindern verübt hat, verhaftet
worden. Schon vor Kurzem hatte er sich
dieserhalb strafrechtlich zu verantworten,
neue-BeweiZanträge brachten jedoch die
Angelegenheit zur Vertagung. Jnzwk
schen hat er sich run abermals an einem
Kinde vergangen.
ZOeftfalen.
Dortmund. Der am 1. Mai d.
I. wegen körperlicher Mißhandlung zu
3 Jahren Gefängniß verurtheilte Arbei
ter L. Hiller wurde, nachdem er bereits
S Monate seiuer Strafzeit verbüßt hat,
im . Wiederaufnahmeversahren sreige-sprachen.
L i p p st a d t. Der vor einigen Wo
che von einem Sträfling durch Messer
stiche verwundete Oberinspektor der Kor
riaenteoanstalt Benninghausen, Rothe,
befindet sich auf dem Wege der Besse
run, so lag man hont, ihn am Leben
zu erhalten.
Löhne. In Deck ist der Mühlen-
pachtn Rolf, gen. Rühmever, meuchle
risch überfallen und schwer verletzt wor
den. Die Veranlassung war. daß die
Thäter vor Kurzem mit Rolf in Streit
gekommen waren, weil die Leute mehrere
.acoe aus vem Vute Becr veiankatcu
und fte bei dieser Schlägerei den Kurze
ren zogen.
Vnnprovinz.
Coblenz. Ein von der Baronin
A. v. Oppenheim in Bassenheim gegrün-
detez Krankenhaus ist durch Pastor
chmitt eingeweiht und seiner Beftim-
mung übergeben worden. Die Hochher
zige Stisterin, welche selbst dem feierli
chen Akte beiwohnte, überreichte dabei
dem Bürgermeister Wunderlich eine An-
wetZung aus 300,00 M. mit der Be
stlmmmig, duß von den Zinsen dieser
umme die Unterhaltungskosten deS
Hospitals bestritten werden.
Crefeld. Die Bevölkerung unse
rer Stadt belief sich am 1. April d. I.
auf 96,525 Seelen.
Düsseldorf. In einer unlängst
abgehaltenen Sitzung der Stadtoerord
neren theilte der Oberbürgermeister mit,
daß der Bau unseres neuen Rathhauses
im Ganzen 306,103 Mark gekostet habe.
Barme. Pfarrer Meislocb feierte
diS 50jährige Priefter-Jubiläum, aus
welchem Anlaß ihm von seiner Gemeinde
3,500 M. als Geschenk überreicht wur-
den. Hr. Meisloch hat die Summe als
Fonds zur Beschaffung einer neuen Or
gel für die Pfarrkirche bestimmt.
SchleSwig.Holstei.
FlenSbura. Die I4iäbriae Marie
Ohlsen von Thielen, welche, wie f. Z.
berichtet, bei dem Gastwirth DetblefS in
Sandschleuse (Stapelholm) das HauS
in Brand zu stecken versucht hatte, um
aus ihrem dortigen Dienst forNukom-
men, wurde zu 1 Jahr Gefängniß ver
urlheilt.
.Neumünster. Malermeister W.,
welcher vor einigen Jahren schon einmal
verschwand, dann aber, von Amerika
r . .
kommend, plötzlich wieder auftauchte, hat
4l JMm ah a i a .4.jl iX. x. a r
sich abermals unsichtbar gemacht. In
einem Wchrelven an seine Frau hinterließ
er, daß er Selbstmord begehen werde.
Nordstrand. Nachdem auf unse
rer Insel nach Ueberwindug großer
Schwierigkeiten ein Gemeindestatut em
geführt worden ist. wurde unlängst der
frühere Staller Lorenz Jakobsen zum
Gemeindevorsteher gewählt.
Brandfälle. Niedergebrannt
sind: In Gammelgaard die Jnsthäuser
deS L. Jensen ud N. Rickertsen, in
Gr.kRheidt daS Anwesen des Müllers
August Hoffmann und im Wessenbure
nerkoog das HauS des Arbeiters Mundt
und ein Theil des benachbarten Peters'
schen HauseS.
Hannover.
N o r t h e i m. Der Tabaksbau un
serer Gegend, der bei dem Aufblühen
derNübenzuckerindustrie beträchtlich nach
gelassen hatte, hat sich in den letzten
Jahren in Folge der schlechten Rentabili
tät des Rübenbaues wieder derart ge
boben, daß er Heuer wieder den alten
Umfang erreicht hat.
V e i n e. Wie aus Oelheim gemeldet
wird, sind die Vereinigten deutschen Pe
troleumwerke in einer Tiefe von 60 Me
tern neuerdings fündig geworden. Das
neue Bohrloch soll innerhalb 12 Stun-
den 7 Barrels Rohöl liefern.
Walsrode. Der Häusling H.
Rothe von Hamwiede war kürzlich als
Reservist zu einer zmeimöchentlichen
Uebung nach Celle beordert morden, wo-
durch seine seit längerer Zeit gänzlich
lahme Frau und sein Kind m dre trefite
Noth kamen. Rcthe wandte sich in einer
Reklamation an das Bezirks-Kommando
in Celle um Befreiung von der Uebung,
die ihm aber nicht gewährt wurde. W2H
rend der Dauer der Uebuna brach nun
in Hamwiede Feuer aus, dem auch das
Rothe'sche Haus zum Opfer fiel; Frau
und Kind konnten nur mit genauer Noth
gerettet werden.
Hefsen.Nafs.'u.
C a s s e l. Ein junger Kaufmann
NamenS Nolte, der nach längerem Auf
enthalt in Amerika hierher zurückkehrte.
wurde im Kirchditmolder Wege ron dem
in Wehlheiden wohnhaften Handlung?
Gehülfen Hahn, mit dem er kurz vorher
einen Streit gehabt hatte, überfollm und
durch Messerstiche schwer verletzt. Hahn
ist in Hast.
Niederaula. Bürgermeister Bieder
wurde wegen Vergehen im Amt zu sechs
Monaten Gefängniß verurtheilt Im
Juli vorigen Jahres erhielt Bieder aus
Amerika 400 Mark zur Vertheilung an
die hiesigen Armen, nachdem er bereits im
Mai vom Landannenverbande zur Ver
theilung an die Waisenkinder 70 Mark
erhalten hatte. Anstatt beide Summen
an die Gemeindekasse abzuliefern, ver-
wendete Bieder dieselben zu seinem
Nutzen.
Soden. Unlängst wurden unsere
Quellen an die Pächter derselben, Her
mann Fao und Rüben Morgenstern, vom
Gemnnderath übergeben. Die Unter
nehmer gedenken eS zu einem jährlichen
Versandt von 500,000 Flaschen zu brin-
gen.
atyien.
Ein seltenes diamantene Jubiläum
eierte der um das sächsische Finanzwesen
hervorragend verdiente Wirkliche Ge
Heime Rath a. D. Frhr. v. Weißenbach.
ES waren dieser Tage 0 Jahre, daß
derselbe der Ökonomischen Gesellschaft
im Königreiche Sachse als wirkliches
Mitglied angehört und deren gemein
nützigen und volkswirthschaftlichen Be
strebungen seine unausgesetzte Theilnahme
gewidmet hat. Zur Feier dlefeS Tage
hatte sich eine Deputation ver fett l .e
begründeten Gesellschaft, bestehend auS
dem derzeitigen Dnector und mehreren
Ausschußmitgliedern, nach dem Sommer
. . X. " -.- fC 0CIi-
anontze oes Auvnars oer 5oerkogn.iz
begeben und überreichte demselben, als
höchste Auszeichnung, welche die Gesell
chaft überhaupt zu gewahren yar, ein
!üftlerisch ausgestattetes Ehrevdiplom.
B orna. Die Stadtverwaltung be
bsichtigt im Frühjahr nächsten Jahre
den Bau einer Wasserleitung zu begtn
nen. deren einmalige Kosten sich auf
unaefäbr 150.000 bis 180.000 Mark
und 400 Mark jährliche Unterhaltung-
kosten belaufen dürsten. Da Wa er
soll au der Umgebung von Bockwitz zu
geführt werden, wo sich ein vorzügliche,
klare und schmackhafte Wasser finden
soll. Man hofft den Bau im Herbst
nLSften Jahre beendet zu haben.
Rieia. Eine auswarnae rrma ge
denkt hier eine Riesendampfmühle zu er
richten, die tSglich Ivv Centner avttni
fertig stellen soll. Da Areal wurde
von der Stadt an die Firma verkauft
' THSringische Stetem "
G er a. Der Gemeinderatb hat die
stadträthliche Vorlage, betreffend den
Ban eine neuen Bürgerschutgebäude
nebst Turnhalle t:nd Schulbad mit einem
Kostenaufwaude .von 205.000 M.. ae-
nehmigt. Da Gebäude soll in der un
mittelbaren Nabe de an der Schüler
straße gelegenen und' von der ersten
Knabendürgerschule und einer Abtheilung
der zweiten Kuabevbürgerschule besktzten
SchulgebäudeS errichtet werden.
G reiz. Der Mehrertrag der Spin
tussteuer, selcher nach Abzug der Aus
gaben für Militärzwecke den Einzel
staaten zufließen soll, wird für Reuß S.
L. nach erfolater Schätzung auf den
Kopf der Bevölkerung 1.6 bis 1.80 M.,
im Ganzen ungefähr 80.00 bis 100,000
M. betragen. Dadurch wird die sonst
schon günstige finanzielle Lage deS
Landes noch bedeutend gebessert und
man glaubt, daß eke Ermäßigung oder
Beseitignng der unteren Steuerklassen
eintreten wird, sowie daß den Gemein
den erhebliche Zuschüsse zu den Schul
lasten durch Nebernahme der Alterszula-
gen ver Lehrer gewahrt werden.
K ö st r i tz. Die Handelsfrau Wittwe
Moritz von hier wurde auf dem Bahn
Hofe von einem Personenzug überfahren
und gräßlich verstümmelt. Sie starb
wenige Stunden später.
. Freie Städte.
Hambur g. : Die Leiche des Dienst
madchknS Leisegang, welche früher bei
dem Menageriebefitzer Müller auf St.
Pauli in Dienst stand, wurde beim Kuh
wärder aus der Elbe gefischt. Da das
Mädchen in der letzten Zeit an Schwer
mttth litt, so vermuthet man, dasselbe
habe Selbstmord beaanaen. Der 39
järige Tischler I. A. Brand, welcher.
wie 1. jt. ausfuhrlich berichtet, seine
Frau mit einem Beile erschlug, wurde
von dem Schwurgerichte der vorsätzlichen
Körperverletzung mit tödtlichem Aus
gange scbuldig erkannt und zu 8 Jahren
jucytyaus verurtheut.
Bremen. Der Oderlootse Ger
lach ist an Stelle der von seinem Posten
zurückgetretenen Hafenmeisters Misegaes
zum Hafenmeister in Bremenhaven er-
nannt worden.
Oldendurg
O b e r st e i n. Dr. Heidemann aus
Schmalkalden ist zum Lehrer an der
hiesigen Realschule ernannt worden.
Varel. Unter großer Theilnahme
von verwandten und Freunden feierten
Hr. C. Schmieß und Frau das Fest der
fllbernen Hochzeit.
Unglücks- und Brandfälle. Der
HauSsohn HellmerichS au Bauens
wurde von seinem Gespann zu Tode ge-
adren: der ISiSkrtge Fabrikarbeiter
Konrad Hunoldt in De'.menhorst und der
V . ... .'WikMvi l HV VW.
Arbeiter Winter von Hankhausermoor
- 7
sind ertrunken und die lojähriae Tochter
res steueraufseyer Wefting tn Ooel
gönne wurde von einer Kuh zu Tode se
schleift. Abgebrannt sind die Häuser
des Schmied BremSwlg und des WirthS
iüJiere in Lohne und dasiemge des Tisch
lermeisters Kroog tn Varel.
Mecklenburg.
Neubrandenburg. Der Dro-
guift Otto Vloch ist mit Hinterlassung
etneS flrokken 'OemttS flüchtig geworden
Der Staatsanwalt zu Neustrelitz hat
einen Steckbrief wegen Unterschlagung
gegen ihn erlassen. Das Hotel Zur
goldenen Kugel, Eigenthumer Fritz
Rohn, ist käuflich an einem gewissen
Otto Sattler aus Lübeck überaeaanaen.
Rostock. Der Landgerichts - Präst
dent und Vicekanzler der Universität, v.
Liebeherr, feierte fein 50jjShrigeS Dienst
jubiläum. Zur Feter dieses TageS waren
das LandgertchtSgebäudeanderSchwaan
schenstraße, das Landuniversttätsgebäude,
das Rathhaus und andere öffentliche Ge
bäude, sowie auch viele Prioathäuser der
Stadt festlich beflaggt.
Braunschweig, halt.
Oelsburg. Vor Kurzem wurde
beim Pastor Schuseil eingebrochen. Der
Dieb ist durch die nicht genügend ge
schlössen Fensterscheiben gestiegen und
hat Silbersachen, als Löffel, Messer,
Gabeln u. s. w. geraubt.
W o l fen büttel. Die 16,000
Nummern zählende Medizinalbibliothek
deS Krankenhauses zu Braunschweig
wurde durch Beschluß des Staatsmini
steriumS der hiesigen Bibliothek über
wiesen und wird nächstens nach hierüber?
führt und letzterer einverleibt werden.
Stadtoldendorf. Wegen ein
Sittlichkeitsverbrechen, begangen an
einem 13jährigen Mädchen, ist der 17
Jahre alte Weber Karl Meyer verhaftet
worden.
Bernburg. In einer außer
ordentlichen Gemeinderathssitzung wurde
die Ausführung des Projekts wegen
Erweiterung des hiesigen Wasserwerks
zum Kostenanschlage von 105,40 M.
genehmigt und hierbei in Aussicht ge
nommen, die Beaufsichtigung und Lei
tung des Erweiterungsbaues dem Bau
rath Salbach ia Dresden zu übertragen.
Grobyerzogthur Hesse.
Bürzel. Der Tagelöhner Daniel
Dauß wurde wegen eines kürzlich in ei
ner Strafsache geschworenen falschen Ei
deS verhaftet.
Fürth i. O. Der berüchtigte un
ter dem Namen .Rattenmüller bekannte
Einbrecher ttonrad Müller ist zu 12 Iah
ren Zuchthaus verurtheilt worden. Der
Polizeidiener Fink und der Landwirth
Knapp von hier, die bei der Verhaftung
Müller ausgezeichnete Dienste geleistet.
erhielten Jeder 30 M. Belohnung. Au
ßerdem erhielt Knapp, der von dem,
Strolch verwundet worden war, 80 M.
Schmerzensgeld.
Vavern.
Augsburg. Der Nachtwächter
Hafner von Gersthofen wurde wegen
dringenden Verdacht, den im Pfarrhofe
dortselbst vor wenigen Wochen nächtli
eher Weile vorgekommenen Diebstahl be
gangen zu Haien, verhaftet und in das
hiesige LandeSgerichtSgefängniß eingelie
fert. Auf dem Pfarrhof zu Hoizkir
chen entwendeten Einbrecher eine größere
Anzahl von Werthpapieren.
Landshut. Ja Peisenberg wollte
der Bauer Selmer einen Burschen vom
Kammerfenfter verjagen und bewaffnete
sich zu seinem Schutze mit einer Flinte.
Der Bursche packte das Gewehr beim
Kolben, um 'es dem Bauern zu ent
reißen, dabei entlud sich da Gewehr
und der Schuß traf den Selmer derart,
daß er entseelt zu Boden sank.
Lager. Lech feld. Beim Gefecht
schießen wurde der Unterofsizier Schraml
deS 4. Infanterie-Regiment, welcher
zur Bedienung eines zeitweise erscheinen
den und wieder verschwindenden Brust
ziel kcmmandirt war, durch den Schuß
eke anderen Unteroffizier so unzlück
lich getroffen, daß er sofort todt war.
K e m p t e n. Nach LuSeinanderfttzun
gen mit seiner Frau ging der Fabrik ar
beiter Golderer in seine Wohnung, be
goß die Betten mit Petroleum, zündete
sie an und hängte sich an der Schlafzim
merthür auf. In Folge de starken
Rauche eilte die Nachbarschaft herbei,
schlug die verschlossene Thür ein und
konnte den Brand, ehe..er noch größere
Ausdehnung gewann, löschen. Die
Wiederbelebungsversuche an dem Todes
kandidaten waren mit Erfolg begleitet
. Gluck auf!
Roman von E.!ernir..V
tJL ' (Fortsktzung.)
m Ulrich, an den diese Mahnung Haupt
sächlich gerichtet war, warf einen gleich
gültigen Blick hinauf zu den bedrohten
Kränzen, machte aber keine Anstalt,
ihnen zu Hülfe zu kommen.
.Hörst Du nicht?' wiederholte der
Vater ungeduldig.
.Ich dächte, ich stände bei den Gruben
in Arbeit, nicht hin bei der Edreopforte.
.jn nicht genua, daß wir hier oben
Wache halten müssen? Wer das Ding
r . v " . . a
gebaut hat. mag eS auch wieder in Ord
nuvg dringen.
.Kannst Du denn das alte Lied nicht
einmal heute lassen?' fuhr der Schicht
meister ärgerlich auf. .Nun, s steige
einer von uch Anderen hinaus I'
CTI - CD r x - criji. c mi!
Die Bergleute blickten auf Mrich, als
. . ... . '
martern ii, 1 Yx,rm in isr
Zustimmung, da die aber nicht erfolgte,
so rührte sich Keiner, nur Einer machte
Cm m n r - "
2,uene. ver Aunorveruna ,olae ,u
leisten: der junge Führer wandte sich
schweigend um und sah ihn an. E war
nur ew einziger Blick der herrischen
blauen Augen, aber er hatte die Wirkung
eine Befehl, Jener trat sofort zurück,
keine Hand regte sich mehr.
.Ich wollte, sie fiele Euch auf die har
ten Köpfe!' rief der Schichtmeister hef
tig. indem er mit jugendlicher Rüstigkeit
selbst hinaufstieg und die Flaggenstange
festband. .Vielleicht lernet Ihr dann,
wie man sich bei einem Feste zu benehmen
hat. Den Lorenz habt ihr auch schon
verdorben, der war bisher noch der Beste
unter Euch, aber der freilich thut ja
nur, wa sein Herr und Meister, der
Ulrich, ihm befiehlt!'
.Sollen wir un vielleicht freuen, daß
nun noch ein neues, vornehmes Regi
ment hier angeht 1' fragte Ulrich halb
laut. .Ich dächte, wir hätten an dem
alten genug!'
Der Schichtmeister, mit der Fahne be
fchäftigt, hörte zum Glück die Aeußerung
nicht, da junge Mädchen aber, das bis
her fwmm seitwärts gestanden hatte,
wandte sich hastig um und warf einen be
soraten Blick nach oben.
.Ulrich, ich bitte Dich!'
De? trotzige junge Bergmann schwieg
nun zwar auf diese Mahnung, aber seine
Züge wurden um keinen Schein milder
und nachgiebiger dabei. DaS Mädchen
war vor ihm stehen geblieben, es schien
ihm schreer zu werden, etwas luszufpre
chen, daS halb wie eine Frage und doch
auch halb wie eine Bitte klang, endlich
fagte sie leise:
.Uad Du willst heute Abend wirklich
nicht zum Feste kommen?'
.Nein.'
.Ulrich '
.Laß mich in Ruh, Martha, Du
weißt, ich mag Eure Tanzgeschichten
nicht.'
Martha trar rasch zurück, ihre rothen
Lippen warfen sich jetzt auch trotzig auf
und der feuchte Schimmer in ihren Au
gen war wohl mehr eine Thräne deS
Zornes als der Kränkung bei diesem un
freundlichen Bescheid.
Ulrich bemerkte das nicht oder achtete
nicht darauf, wie er sich denn überhaupt
nicht viel um sie zu kümmern schien.
Ohne ein Wort weiter zu verlieren,
wandte ihm das Mädchen den Rücken
und ging hinüber nach der anderen
Seite. Die Augen des jungen Berg
mannes, der vorhin bei der Fahne hatte
helfen wollen, folgten ihr unverwandt,
er hätte augenscheinlich viel darum ge
geben, wenn die Aufforderung an ihn ge
richtet gewesen wäre, er hätte sie sicher
nicht so gleichgültig zurückgewiesen.
Der Schichtmeister war inzwischen
wieder heruntergekommen und betrachtete
eben mit großer Befriedigung sein Werk,
als vom Hügel drüben der erste Böller
schuß krachte, dem in kurzen Zwischen
räumen ein zweiter und dritter folgte.
Dies Zeichen von der endlichen Ankunft
der Erwarteten rief begreiflicher Weise
einige Aufregung hervor. Die Herren
drüben geriethen in lebhafte Bewegung.
Der Direktor musterte in der Eile noch
einmal sämmtliche Empfangsanstalten,
dec Ober-Jngenieur und Herr Schässer
knöpften ihre Handschuhe zu, und Wil-
berg eilte zu Martha hinüber, um sie
vielleicht zum zwanzigsten Male zu fra
gen, ob sie seiner Vcrse auch sicher sei
und nicht etwa durch unzeitige Befangen
heit seinen ganzen Dichtertriumph auf'
Spiel setze. Selbst die Bergleute ver
riethen einiges Interesse, die, wie eö
hieß, junge und schöne Frau ihreS künf
tigen Herrn kennen zu lernen. Mehr
als einer zog den Ledergurt fester und
drückte den Hut tiefer in die Stirn. Ulrich
allein stand völlig unberührt da, ebenso
starr, ebenso verächtlich wie vorhin, und
warf auch nicht einmal einen Blick nach
jener Seite.
Aber der mit so vieler Mühe und
Sorgfalt vorbereitete Empfang sollte
ganz anders ausfallen, als man ei ar
tet und gehofft hatte. Ein Schreckens,
ruf de Schichtmeisters, der jetzt ar.ß x
halb der Ehrenpforte stand, lenkte Aller
Blicke dorthin, und was sie jetzt sahen,
war allerdings entsetzlich genug.
Die Höhe herab, über die der Weg
vom Dorfe hierher führte, kam oder flog
vielmehr em Wagen, dessen Pferde
augenscheinlich im Durchgehen begriffen
m .vt c w ft. n i .
waren. BermulUlicr, vurq cie Boer-
chüsse scheu gemacht, stürmten sie in
rasendem Laufe dahin, so daß der
Wagen, auf dem unebenen Wege hin
und hergeschleudert, in größter Gefahr
chwebte, eutweder den jähen Abhang
hinabzustürzen, oder an den mächtigen
Bäumen lwkS zu zerschellen. DerKutscher
IUJICU vylfcHVJJfcM v...vv.
h?ben, er hatte die Zügel fahren lassen,
und klammerte sich in Todesangst
chien alle Geistesgegenwart verloren zu
einen Sitz an, und vom Hügel drüben.
wo man ver Baume wegen oas uuaiua,
deS man angerichtet, nicht wahrnehmen
konnte, krachte noch immer (schuft auf
Schuß und spornte die entsetzten Thiere
zu immer wilderem Jagen an. DaS
schreckliche Ende dieser rasenden Fahrt
lag nur zu deutlich vor Augen ; bei der
Brücke unten kam unausbleiblich die
Katastrophe.
Die am Hause Versammelten thaten,
was eine größere Versammlung bei sol-
& schri rSStJHSt
Nef rathlos und hülfto durcheinander,
W so nothwendige Hülse rlirklich zu
cher Gelegenheit meist zu thun pflegt
bringen, fiel Niemandem nn. Selbst
von den Grubenarbeitern hatte rm Mo
ment, aus den doch hier Alle ankam,
keiner den Muth oder die Geiftesgegen
wart, rasch einzuschreiten. Keiner außer
Einem, der allein seine Besonnenheit
nicht verlor. Die Gefahr in ihrer gan
zen Größe mit einem Blicke überschauen,
den Vater und seine Kameraden zur
Seite schleudern und hinausstürzen, war
für Mrich da Werk einer Minute. In
drei Sorünaea datte er dre Brücke er-
VfiUUMW fl, - -
icht, ein Angstschrei Martha' hallte
re
ibm nach zu spät, er hatte sich den
9 ,r ' r t.
Pferden berett, entgegengeworsen uno
fiel ihnen in die Zügel. Hochauf bäum
ten sich die erschreckten Thiere, aber an
statt inne zu halten, setzte sie zu neuem
Laufe an und wolltm ihn mit sich fort
reißen. Jeder Andere are von ihnen
geschleift und zertrete morden, aber
Mrich' Riesenkraft gelang e, sie z
bändige. Ein furchtbarer Ruck am
Zügel, de er nicht losgelassen, zwang
da, ewe der Rosse zum Sturze, e fiel
! und riß im Fallen auch da andere mit
nieder ter Wagen stand.
Der unse-Beramann" wär cn -iin
chlaz getreten,. n dec sicheren Voraus
fetzuna. die Josc ss.' ,um Mindesten die
: Dame, in ObnmaSt m fabehi deiner
! Auffassung nach war dieS dir aewönttckie
suuanr, ver Bornehmen, wenn irgend
m Z
eine wesaur naye trat, aber nicht von
alledem hier, wo, wenn irgendwo im
resen, dcq ro.?7!lch etnuial die Berech
tiguna zur Ohnmacht vorhanden war.
Die junge Frau stand aufrecht im Wagen,
sich mit beiden Händen kramvfbaft cn
der Rückl.hoe festhaltend, ihre starren.
werr geoirneren Augen rsarea noch auf
?M)chtt, in dessen Tiefe die
I .wrthrf mnfrfiiinltift in V. tAa Cmi.
ayrt wahrfcheinlich rn der nächsten Mi
I nute ein schreckliche Ende gefunden
hätte, aber kew Laut, kem Angstschrei
i uvi. ic u,4ätM;isueicn ge
.c, t.a..tx.i.n t, ---- .
jii.h, uictiu ia juu. .cuyci
1 PtIM M. IuTmvmma j-
uui, iuiiu siyiuu 6u wuutu, er
?r hier freilich unausbleiblichen Tvd ge
I IiaIi1 I Sti .4 4. V tV Cl
I orachl oaire, yalle Ire dem Tode Uumm
fest in' Antlitz gesehen, und ihr Ge
stcht zeigte, dag sie e mit vollem Be
mtf?fl1 AlhAt
"oiu'-it
Ulrich h atte sie rasch um sagt und heraus
gehoben denn d:e um. Boden n wild
aufbäumenden und schlagenden Thiere
vrachlen den Wagen immer noch in
einige Gefahr. E waren nur wenige
Vecunven, während er te über die
Brücke trug, aber während dieser Secun-
den hefteten sich die dunklen Augen fest
auf den Mann, der sich mit solcher
ttdesoerachlung san umer die Hufe
ihrer Pferde, geworfen, und sein Blick
streifte das schöne blasse Antlitz, das der
Gefahr. so muthlg Stand gehalten
vielleicht war eö dem jungen Bergmanne
gar zu ungewohnt, auf einmal ein wei-
z. -m ri irr . 'i. v ,
che schillerndes Seidengewand im
Arme, und sich von dem weisen luftigen
Schleier umweht zu fühlen, der über
seiner Schulter flatterte, ein Ausdruck
der Verwirrung glitt über feine Züge,
und hastig, beinahe ungestüm, setzte er
die Dame drüben nieder.
Eugenie zittette noch leise, als ihre
Lippen sich zu eiuem tiefen Athemzug
öffneten, das war aber, auch das einzige
Zeichen der überflandenen Angst.
Ich ich danke Ihnen! Sehen Sie
nach Herrn Berkow!"
Ulrich, der bereit im Beriffe stand,
dies zu thun, hielt befremdet inne.
.Sehen Sie nach Herrn Berkow', sagte
die junge Frau, in einem Moment, wo
jede angstvoll den Namen ihres Mannes
gerufen hätte, uud sie sagte eS sehr kühl,
sehr ruhig: eine Ahnung von dem, wag
die Herren an der Terrasse vorhin so
ausführlich besprochen, dämmerte in dem
jungen Bergmanve ans, er wandte sich
um und ging nach Herr Berkow zu
sehen.
rr ? r i r. ? c rr . r er
dreier veouriie rnoessen i eines sei
ftandes nicht mehr ; er war bereits allein
auSgeftiegen und herübergekommen.
Arthur Berkow hatte auch bei dieser
Katastrophe seine passiv gleichgültige
Natur nicht verleugnet. AlS die Gefahr
so unvermuthet hereinbrach und seine
junge Gattin Miene macht, anS dem
Wagen zu springen, hatte er nur die
Hand aus ihren Arm gelegt und leise
gesagt: Bleib' sitzen, Eugenie! Du
bist verloren, wenn Du den Sprung
wagst!" Dann war kein Wort, keine
Sylbe weiter zwischen ihnen gewechselt
worden, aber wahrend Eagenie aufrecht
im Wagen stand, nach Hülse ausblickend
und entschlossen, im letzte Moment
dennoch das Aeußerste zu wagen, ver
harrte Arthur unbeweglich auf seinem
Platze; nur als man sich der Brücke
näherte, hatte ereinen Augenblick lang
die Hand über die Augen gelegt, und
hätte sich wahrscheinlich mit dem Ge
fährt zerschellen lassen, märe nicht gerade
im entscheidenden Moment die Hülfe ge
kommen.
Gegenwärtig stand er am Geländer
der Brücke, vielleicht um einen Schein
bleicher als gewöhnlich, aber ohne Zit
tern, ohne jede äußere Spur der Er
regung; ob er sie bereits beherrschte
Ulrich mußte sich gestehen, daß ia dieser
Apathie zum Mindesten etwas Unze
Ähnliches liege. Der june Erbe hatte
eben noch dem Tode in's Auge gesehen
und jetzt sah er ihn an, als sei ihm die
ser energische Retter aus der TodeLge
fahr eine unfaßbare Merkwürdigkeit.
Die jetzt ziemlich üb flüssige Hülfe
kam nun von allen Seiten herbei. Zwan
i'g Hände regten sich auf einmal, die ge
stürzten Pferde wieder aufzurichten und
dem vor Schreck noch immer halb besin
nungslosen Kutscher herabzuhelfen. Der
ganze Schwall der Beamten drängte sich
herbei und umgab das junge Ehepaar
mit Bedauern, Theilnahme und Beileids
bezeigungen aller Art. Man erschöpfte
sich tn Fragen und Hü'fsleiftungen,
man konnte gar nicht begreifen, wie das
Unglück halte geschehen können, und
maß den Schüssen, dem Kutscherund den
Pferden abwechselnd die Schuld bet
Arthur ließ das einige Minuten lang
völlig passto über sich ergehen, dann
machte er eine abwehrende Bewegung.
Nicht doch, meine Herren, ich bitte
Sie! Sie sehen ja, daß wir re de un
verletzt find. Lassen Sie unS nur vor
allen Dingen nach dem Hause gelangen."
Er wollte seiner Gattin den Arm
reichen, um sie dorthin zu führen,
Eugenie aber blieb stehen und blickte
umher.
Urd unser Retter? Hoffentlich ist
auch ihm nichts geschehen?"
Ja so, daS hätten wir beinahe ver
gessen!" sagte der Direktor etwas
beschämt. ES war ja Hartmann, der
die Pferde aushielt! Hartmavn, wo
sind Sie?'
Der Gerufene antwortete nicht, aber
Wilberg, der in semer Bewunderung für
dle romantische That ganz semen voryerr-
p. 7w.,
S Groll gegen den . Thäter verga , rief
fn ...Dort drüben siebt et!" nnd
cillc yuiuvci flu ucui juiigcu ;tijjmu.,
der sofort zurückgetreten war, als die
Herren sich herbeidrävgten, und jetzt an
einem der Bäume seitwärts lehnte.
.Hartmavn, Sie sollen mein Him
mel, wa ist Ihnen den? Sie sind ja
todtenblaß, und wo kommt denn da
Blut her?'
Mrich kämpfte augenscheinlich mit et
nem Anfalle von Bewußtlosigkeit, aber
dennoch flog ein zornige Aufleuchten über
seine Züge, als der junge Beamte eine
Bewegung machte, ihn zu stützen.
Emvört daß man ihm so etwas wie eine
$a$ rra s "an.
JmjJ&JiiJZl
,.ES ist
ft -
gar nicht! me
bloße
Schramme l
Wenn ich nur ein
Tuch
hätte."
Wilberg war im Begriffe, da semige
hervorzuziehen, al plötzlich ei seidenes
Gewand dicht neben ihm rauschte. Die
junge Frau Berkow stand an seiner
Seite und reichte, ohne ein Wort zu
sprechen, ihr eigenes, mit kostbaren
Spritze besetztes Taschentuch hin.
Barone Windig mochte noai nvc?
t tr (
niemals in die Lage gekommen sein, bei
erwunsungri. pi.u. v"i t
t O. L It.. am 17 (im rmlTTt
pe,
daß diese, wwzige, reich gestickte Battrst.
tuch wenig geeignet war, da, Blut zu
stillen, das. bisher noch durch da dichte
blonde Haar etwas zurückgehalten letzt
mit all Mac&t beroorbrach. uno
Ulrich mußte da besser al sie wisse,
dennoch griff er wie unwillkürlich nach
dem Dargebotenen.
Danke, gnädige Frau, aber da,
nützt nn, nicht viel," sagte der Schicht-
meister, der bereit neben seinem Sohne
flano uns den tet um dessen S5u!ter
legte. air sin; Ulrich I damitsg
er fein eigenes Taschentuch von derbem
Leinen .hervor. nd drückte c ans hU
dem Snsche nach ziemlich! tiefe Köpf
wunse.' ' ' ' . '
,.Jst eS denn gefährlich?" fragte
Arthur Berkow, der in Begleitung der
übrigln Herren jetzt auch herbeikam, in
schleppendem Tone.
Mit einem Rucke hatte sich Ulrich von
seinem Vater loSkemacbt und in die
Höhe gerichtet, die blauen Augen blickten
ltuperer vrs je, ais er nerv entoesnete:
.Ganz und ger nicht! E braucht sich
Niemand darum zu kümmern, ich hels
I I sl .ix.; - ' ' .
mir schon allein
Die Worte klanaen zlkemlick, nebr
bietia : indessen der elm nrtiift,. rirr.fi
l i . " , " '
i war cca zu groß, a:s daii man sie hätt
i lugen rönnen, llevr.aens schien Herr
I CD r ' m . . . 17 . ,
errrm sroa iu letn. da die Hnfmprt
ihn der Mühe überhob, sich noch weiter
I C ? . . rw w
um die ganze Aogeleeenheit ru kümmern
.Ich erde Jnen den Arzt senden,'
sagte er in seiner matten. eleiSsültien
Trr ! r . . " . -
Wkl,e, uno ccnüjcnr detzalten w r UVS
noch - vor. Für den Augenblick ist ja
HU.se .genuA. da.dsrs ich bitten, Eu
genreL-
Bte tunae Dame nabm den darae-
botenen Arm, aber sie wandte den Kopf
z. ,l r m . . T
U "UM, zurück, wie um Nch zu uder
zeugen, ov die uöihige Hülse auch wir5
ltch da fn. ES schien fast, al ob die
Art, wie ihr Gemahl die Sache be
handelte, nicht ihren Beifall habe.
.Unser ganzer Empfang ist veruo-
gluckt I" sagte ÄZilberg. als er sich einig
Minuten spater den Herren anschloß.
die den sobn lbreS CbefS und dessen
Gattin nach dem Haufe bealelteten. san,
I . . r . . ' P O
nieoerge, ragen zu demverZngeoleur.
.und ihr Gedicht da,ul' spöttelte
dieser. .Wer denkt icht noch an Verse
und Blumen llebrigenS. für jemand.
der an Vorbedeutung glaubt, war dieser
erfle empfang tn der neuen Helmath
gerade nicht glückverheißend. Todesge
fahr, Verwundung, Blut aber das' ist
ja gerade ehre Romantik tn Ihrem Ctrzle,
r:,-.. iTTl. ! m i
-a?iicig. Sie lSkinen eine Bauare
darüber dichten, nur müssen Sie diesmal
nothgedruvgen den Hartmarn zum
Helden nehmen
.llr.d er st und bleibt dennoch ein
Bär!' rief Wi.bera etwas aerekt.
.Konnte er der gvädisen Frau nicht ein
Wort deS Dankt sagen, al sie ihm
ihr eigenes Taschentuch anbot? und wie
ungezogen rcac seine Antwort Herrn
Berko gegenüber? Aber eine Riesen,
vatur har dieser Mensch! Al ich ibn
frage, weshalb um GotteSwillen er stch
denn nicht verbunden hat, giebt er mir
lakonisch znr Antwort, er hätte die
Wunde anfangs gar nicht bemerkt. Ich
bitte Wie! Empfangt da einen Schlag
am Kopfe, der jede vo uns ohnmäch-
tig hivgestrcckl hätte, und der bändigt
noch die Pferde, trägt die gnädige Frau
aus dem Wagen, und merkt e, nicht
eher, daß er verwundet ist, als bi ihm
das Blut stromweise herabstürzt; da
sollte ein Anderer aushallen!'
Die sämmtlichen Grubenarbeiter wa
ren inzwischen bei ihrem Kamervden zu
rückgeblieben, die Art, wie der künftige
Chef sich mit diesem und seinem Danke
an ihn abgefunden, für den Augenblick
wenigstens, schien sie arg verletzt zu
haben. Man sah viel finstere Blicke,
hätte manche bittere schneidende Bemer
kung. selbst der Schichtmeister zog die
Stirn krau und hatte heute auönahmS
weise kein Wort der Vertheidigung für
den j mgen Herrn. Er war noch immer
bemüht, das Blut u stillen, wobei ihm
Manha thätige HUfe leistete. Die
Züge deS MischevS trugen einen AuS
druck so unverkennbarer Angst, daß er
selbst Ulrich hätte auffallen müssen,
wären seine Augen nicht nach einer ganz
anderen Richtung hingewendet gewesen.
Es war ein seltsam langer und finsterer
Blick, mit dem er den Davonschreiteo
den nachschaute: er dachte augenschein
lich an etwas ganz Anderes, als an den
Schmerz seiner Wunde.
Im Begriffe, einen vorläofizen Ver
band um die roch immer blutende Stirn
zu legen, bemerkte der Schichtmeister,
daß sein Sohn das Spitzentaschenwch
noch in der Hand hielt.
.Das Spinngewebe', die Stimme dlö
Alten klang ungewöhnlich bitter, .das
gest ckte Spinngewebe hätte uns auch was
Rechtes genütztl Gleb e der Martha,
Ulrich, sie kann es der gnädigen Frau wie
der zurückbringen.
Ulrich blickte auf da Tuch nieder, daS
eich und duftig wie ein Hauch zwischen
seinen Fingern lag; als aber Martha
die Hand danach ausstreckte, hob er eS
rasch empor und preßte eS ans die
Wunde, die zarten Spitzen färbten sich
blutroth.
.Aber was machst Du deun l' rief der
Vater halb, erstaunt, halb ärgerlich.
.Willst Du etwa mit dem T inge da daS
zollttese Loch im Kopse verbinden. Ich
dächte, wir hätten Tücher genug!"
..Ja so, ich dachte nicht daran!"
evtgegnete Ulrich kurz. Laß nur,
Martha, eS ist ja nun doch einmal ver
dorben,' damit schob er eS ohne Weitere
in seine Blouse.
Die Hände deS Mädchens, die sich eben
noch so flink gerührt, sanken auf einmal
nieder und unthätig sah sie zu, wie der
Schichtmeister einen nothdürftigen Ver
band anlegte und das Tuch feiiband.
Dabei hefteten sich ihre Augen fest auf
Ullich'S Gesicht. WeShsld beeilte er sich
so daS kostbare Tuch unbrauchbar zu
machen, wollte er e vielleicht nicht
zurückgeben?
Der junge Bergmann schien übrigens
wenig Talent für die KrankenroOe zu
haben. Er hatte sich schon sehr unze
duldig gezeigt bei all den reichlich avge
botenen HülfSleistuvgen, und es be
durfte der ganzen Autorität de Vater,
um ihn zu vermögen, daß er sie sich
überhaupt gefallen ließ; jetzt aber stand
er auf uad erklärte entschieden, nun sei
e genug, man möge ihn endlich einmal
in Ruhe lass.
.Laßt ihn, den Starrkopf!' sagte
der Schichtmeister. .Ihr wißt ja, e
ist nicht mit ihm anzufangen; wir
wollen hören, was der Doktor sagt.
Du bist mir der rechte Held, Ulrich! Bei
der Ehrenpforte helfen, die für die neue
Herrschaft gebaut wird, das geht beileibe
nicht, das ist entwürdigend, aber stch
vor die Pferde werfen, die mit derselben
Herrschaft durchgehen, und sich gar nicht
darum kümmern, daß noch ein alter
Vater da ist, der nur den einen Junge
hat ans der ganzen Welt, daS kannst
Du. Eonfequeoz nennt man da ja
wohl in Eurer neumodischen Sprache.
Nun. Ihr Anderen, da Ihr doch ew
mal Eurem Herr und Meister in allen
Stücken folgt, e kann wirklich nicht
schaden, wenn inx Euch diesmal ein
Beispiel nehmt.'
Und mit diesen Worten, denen man
trotz ihre a küvfteUen Grollev nur zu
deu lich den Stolz auf den Sohn und die
Zärtlichkeit für ihn anhörte, ergriff er
Ulrich' Arm und zog iha mit sich fort.
E ar gegen Abend. Die Festlich
keite auf den Berkow'schea Gütern
hatten, wenigsten soweit e die Tbeil
nähme der Herrschaft dara betraf, ihr
Ende erreicht. Man hitte, nachdem die
gefährliche Katastrophe, welche beinahe
da eao.e fcft ia Zsraae stellte, glücklich
überwunden war, da ursprün gliche Pro
innm gewissenhaft inne gh alten, .jetzt
endlich befand sich da, junge Ehepaar,
da den ganze Nachmittag über von
allen Seiten in Anspruch ekneminen
worden war allein in seiner LZohunz.
Soeben hatte sich Herr Schässer verad
schiedet,? der. morgen räch der Nesitenz
zu dem' älter, n Herr Berko zurück
kehrte, und jetzt rerließ auch der Diener,
nachdem er den Thectisch in Ordnn a et
bracht, das Gemach. '
Die auf dem Tisch brernende Lauzpe
warf ihr kler.S. müdes Licht auf die
hellblauen Damasttaveten und die ksft
bar gearbeiteten Möbel de kleine Sa
lor,, der, wie überheupt ' sämmtliche
Üärxwt de Häuft, zum Empfange ter
iuuzen lirau ganz neu und böchft pracht
voll eingerichtet, zu den Zlnnrer der
letzteren gehörte. Die ftidere De,
häflge, dicht zugezogen, schienen da
Gemach von der AuZenwelt völlig abzu
schließe; in den Vasen und Marmor
schalen dufteten die Blumen, und cuf
dem Tische vor dem kleinen Ecksorha
stand das silberne Theeservice bereit,
war ia all der Pracht doch ein L ild trau
licher, harmonischer Häuslichkeit.
Soweit e eben den Salon betraf
die Neuvermählten schienen vorläufig den
Zauber dieser Häuslichkeit noch nicht zu
empfinde. Die junge Frau f?ad, noch
im vollen GesellichattSavtuae. ans Um
Teppich inmitten deS Zimmer und hielt
das Bonquet in der Hand, das Wilderg
an Stelle Martha' vu selbst zu über
reichen da3 Glück eebabt datte - Dr
Duft der Oravgevblüthen fesselte sie
sehr, so sehr, daß sie nicht die mindeste
Aufmerksamkeit für ibren Gatt: flSH
behielt, der eine solcke Aufmerksamktit
auch in der That nicht l eavsprnch te, denn
kaum hatte stch die Tbür himtr ht-ct
Diener .schlössen, so sank er mtt dem
Auidrrck der Erschöpfung in einen Fau
ICUU.
.Dieses ewige Revräseutirenmüssen ist
wirklich ödtendk Findest Du nicht.
Eugenie? Seit gestern Mitta hat man
uns kaum eine Minute gegönnt ! Erst
die Travnng, dann das Diver, dann die
t..riri . .... .
o?Ii vitrengenve sliendahn uns Er
trapostfahrt. die eae Nacht nnd den
Vormittag hindurch, dann roch den
tragischen Zwischenfall, hier sieder
Empfang, Beamteuvorstelluna. Diner
mein Papa scheint, als ,r das Pro-
g'aim dttser ffefllichkcit entwarf, an
nicht daran gedacht zu baden, daß wir
so etwas wie Nerven besitzen. Die mei
vigen sind, ich geftihs es. röllig hin.'
vjic ränge grau wendete den xops und
ein sehr gerivssch ätzender Blick litt über
den Mann hin. der bei diesem ersten
traulichen Beisammensein ihr von seinen
.Nerven' sprach. Eugenie schien nun
allerdings diese Uebelftand nicht zu ken
nen; ihr scloaeS Gesicht verriet!, nicht
die leiseste E pur von Erinüdung.
.Haft Du Nachlicht erhalten, ob die
Wunde deS jungen Hart mann gefährlich
iu- fragte t statt aller Antwort.
Atthur schun etwa befremdet, da
man von der ungenö Änlich langen Rede,
zu der er sich ausnahmsweise einmal hatte
ortretße lassen, so gar keine Noti,
nahm. .Schässer sagte, eS sei nicht von
Bedeutung," entgegnete er gleichgültig.
,Er hat, glaube ich, den Arzt gespro
chen. Dabei fällt mir ein, man wird
och auf itgend eine Anerkennung für
den jungen Menschen denken müssen.
Ich werde de,. Direktor damit beauf
tragen." 0
,soutest Du die Sache nicht lieber
persönlich in die Hand nehmen?"
Ich? Na, damrt verschone mich!
Wie ich nachträglich höre, ist es nicht
einmal ein glwöhnlicher Arbeiter, der
Sohn des Schichtmeisters, s-lbft Steiger
ode? so etwas; wie kann ich da wissen,
ob h'cr Geld oder ein Geschenk oder sonst
etwas am Platze ist! Der Direktor wird
das ganz ausgezeichnet arrangircv."
Er ließ den Kl p,' noch tiefer in die
Polster zurücksinken. Eugenie erwiderte
nichts; sie ließ sich auf das Scpha nie
ter und stützte das Haupt in die Hand.
Nach einer Pause von etwa einer Minute
schien eS Herrn Atthur denn doch einzu
fallen, daß er feiner jungen Frau einige
Aufmerksamkeit schuldig sei, und daß er
füglich nicht während der ganzen Thee
stunde stumm in seinem Fauleuil vergra
den bleiben könne ; eS kostete ihm aller
dingS einige Avfirevguvgm, aber er
brachte das Opfer und erhob sich wirk
lich. An ter Seite seiner Gattin Platz
nehmend, erlaubte er sich, ihre Hand zu
ergreifen und ging so weit, daß er ver
suchte, den Arm um ihre Schulter zu
legen; aber eS blieb bei dem Versuche.
Mit einer raschen Bewegung zog Euge
nie ihre Hand au der seinigen und
rückte seitwärts. Dabei traf auch ihn
wieder jener Blick, der seinem Vater ge
stern ia der Kirche die erste Umarmung
der Schwiegertochter so gründlich oerlei
tet halte. Es war derselbe Ausdruck
eisig stolzer Abwehr, der besser al Worte
sagte: Ich bin urnahbar für Dich und
Deinekgleichenl"
(Fortsetzung folgt.)
Sr. H. A. Dibbarö,
Zahn-Arzt,
Office im Bank-GebAudr,
HERMANN, MO.
Em vollßäudlges Gebiß $10.60.
Zufall der Fiulniß abglchrochene
Zähne können zu ihrer natürlichen Form auf
gebaut werden.
UNO
NEÜ-Y
SHuelTdaulpftrsayrt !
urue Seeise iu e Tage
zwischen
Bremen und New Jork.
Die berühmten Schnelldampfer
Aller, Trave, Saale Erns.
Eider, werra. Fnlda Elbe
Sonnabends und Mittwochs von
Vreme.
Sonnabend und Vkittwochs ach
5ke York
Bremen ist sehr bequem für Stusende
aeleacn und von VktkMeN au kann
3 . . . r .. r- .t:.,
man i ie;r rrrzer 5eir
Städte Deutschland, Oesterreichs und
der Schweiz erreich,. D:e Schnell
dampfn des Norddeutschen Llovd sind
mit besonderer B.rückstchtigavg der
Zwischendecks -Passagiere uns zweiter
Eajüte-Passagiere gebaut, haben hohe
Verdecke, vorzügliche Ventilatis und
eiue ausgezeichnete Verpflegung.
Mehr wie
1,750,000
Passagiere habe mit de Dampfer re
Norddeutschen ttovd die Rei.'e übn'
Meer sicher und gut zurückgelegt. Wegen
Preise und weiterer Information wende
man sich an
Oelrichs & Go.,
2 CaiBliig Seen, Ke vr.
A kassetO 4 So, &eanüU
StMLW?'.. No. Coth Llark
Straße, buaao. 2US.
Theodor S r s e r,Agevt,
Hermann, Mo,
PfflI
BREMEN

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