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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, August 12, 1887, Image 2

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ss -
GebrüVer Gras, Herausgeber.
Die NegerbevSlkerung ver
Bnnveshauptftavt.
Die Stadt Wafhmgto. welche noch
,u Ansang der sechziger Jahre ein große
Dorf roar, in deffen Hauntftraßen ühe
und Ziegen grasten, und roo in den
Tümpeln und Lehmkulen der uoge
pflasterten Straßen sich Schweine wälz
ten, oder Gänse und Enten sich ihre
Dasein? freuten, ist heute die schönste
Stadt deS Lande und eine der fchöntten
Städte der Wett; aber sie hat heute eine
Schatlevfeitt, roelche sie w den legten
Tagen der. Sklaverei noch nicht hatte,
eine üf ermäßig große Negerbevölkerung.
Diese Negerbevölkeruvg, welche der
Bundeshauptstadt während deS Krieges
und seit Beendigung desselben beständig
vom Süden und Norden zugeströmt ist,
hat längst den Charakter eines Gemein
fchadenS angenommen, der die Sradt in
gesundhtillicher und moralischer 93e
ziehung verpestet.
Die Sterblichkeitsrate zeigt tn den
neun Jahren von 1876 bis 1Z5 einen
Durchschnitt von 19.02 der Weißen und
34 99 der Neger und Mulatten, so daß
nahezu dopvelt so viele Neger, als Weiße
starben. Diese Rate wird noch unglei
chcr, wenn man die Altersklassen tn Be
tracht zieht; so z. B. beträgt die Sterb
lichkeit der Minder unter fünf Jahren
bei den Weißen nur 6 27, bei den
Negern aber 1 41. Tedkgedvre wer
den bei den Negern sehr viel mehr
Linder, als bei den Weißen. Noch er
schi ecklicher ist aber die Zabl der außer
ehelichen Kinder unter den Negern. Im
Jahre 1885 wurden in Washington 5
inder außerehelich geboren, während
unter den Negern die Zahl der illegitimen
(Siburien auf 237 stieg, und DaS bei
einer Bevölkerurg, welche immer noch
drei Weiße auf einen Schwarzen zählt.
Don zmewodzwanzig ermordeten veuge
borenen Kindern waren zwanzig
farbig.
Ader noch schrecklicher ist das Bild,
welche die Berichte des Criminal-Ge-richtes
bieten. Vom Januar 1831 bis
zum November 1882 wurden im Distrikt
Columbia 253 Personen unter dem
Strafrechte verurtheilt, nämlich 64
Weiße und 15'J Neger; am 21. Bvrii
1884 befanden sich 17 Personen im Ge
fängniß, ihren Prozeß erwartend, näm
lich 52 weiße Männer und 1 1 4 Neger,
keine wße Frauensperson, aber 23
vceaertnnen. Man denke. 337 außer
belicke Geburten und 20 KindeSmorde
in einem Jahre! Welch' entsetzlicher Zu-
stand der BerkomTehett! (Serave ,n
der Bundeshauptstadt scheint sich der
Neg?r als freier M?nsch von der denkbar
jchiechtestlN erne ja zeigen.
Xov etnesvervienten Forschers.
Die amerikanische wissenschaftliche
Welt hat einen schonen Verlust erlitten
durch den Tod deS Professors Dr. Carl
Stau, der seit vielen Jahren daS sich der
Erforschung der amerikanischen Vorzeit
widmende Mitglied des Smithionian
Institute in Wasbwgton und m den zetz
trn Jahren der Curalor deS mit dieser
weltberühmten Anstalt v bundenen Na
tional-Muskumö gewesen ist.
Ltau wurde i Jahre 1826 iu Belgien
,n einer deutschen tfarnme geboren, ftu
dirle in Heideiberg und war dann in
Deutschland im höherenIkealschulwesen
hänx. Nach reu Ver. Staaten kam er
schon im Jahre 1848, und wirkte dann
eine Zeit lang als Sprachlehrer zu Belle
rille in Illinois, besonders aber in New
Pork, machte sich schon damals einen Na
men als Allerlhumsforschtr und wurde
daher als solcher schon vor einem Viertel
jahrhundert an da .Smithsonian In
mute berufen.
Die archäologischen Abhandlungen und
Schriften, die er in dieser Stellung otx
faßie, haben ihm einen Weltruhm ver
schafft. Er ist der Schöpfer einer wissen
schädlichen Alterthumöforschung inAme
rika. und seine Forschungen und wissen
schafllrchen Arbeiten über daS amerikani
sche Steinzeitalter sind klassisch. Selbst
auf die Fischerei und auf die Ftscher-Ge-rathe
der amerikanischen Uroölker erstreck
ten sich seine Untersuchungen. Von ebenso
gründlichen und scharfstrnigen Forschun
gen zeugt sein Werk öder die alten ame
rikanischen Steinwerkzcuze. Er hat auch
die beste Untersuchung über den geheim
nißvollen Paler que-Stein geliefert, und
erhielt dafür von der Universität Frei
bürg in Baden den Doktortitel.
Rau schrieb deutsch so meisterlich wie
englisch und war ein hochgeschätzter Mit
arbeiter der vorzüglichsten archäologischen
Zeitschriften Deutschland'S während er
seine Schriften sür's .Smilhsonian Ja-
stitute' natürlich ra enalischer Sprache
verfaßte.
Um die Anordnung und Einrichtung
des Nationalmuseums in Washington
hat ir sich ebenfalls sehr verdient ge
inacht. Wenn Rau sich nicht auf Forschung?
reisen befand, oder nicht im benachbarten
, Bau deS Nationalmuseums zu thun hatte,
schloß er sich in seinen Thurm im .Smith
sonian Institute" ein, in welchem er das
einsiedlerische Leben eine alten Jungze
seilen fährte. Nur einmal deS TageS
verlieft er den Thurm, um fern Mittags-
mahl einzunehmen und zwei GlaS Bter,
nicht mehr und nicht weniger, zutrinken.
Bi einer so überaus sparsamen Lebens
weise sammelte er ein nicht unbeträcht
licheS Vermögen, das j,tzt seiner in
Deutschland lebenden Schwester zufallen
wird. Seine werthvollen archäologischen
Sammlungen und eine sür die Alter
thumSkunde wichtige Bibliothek bleiben
im Smitljsnian Institute.
Als Sonderling ging er in Washington
mit keiner Menschevseele um, außer mit
btx Familie Schade. Diese besuchte er
jedoch nicht, um aus dem Geiste Louis
chade'S polttische Welöheit zu schöpfen.
tonoern um mtt vesjen Kindern zu spie
tn
Wie hoch geschätzt er trotz seiner Ab
sonderlich leiten in der wissenschaftlichen
Welt Amerika's war, beweisen die sein
Wirren tqi warm anerkennenden Trauer
beschlüsse des Smithfonian Institute und
anderer hochstehender wissenschaftlicher
Anstalten.
Lebensversicherung.
Wie viele Leute, die ihr eigene der
ihrer Angehörtgen Leben versichern, lesen
die Contrac'e, welche sie unterzeichnen,
aufmerksam durch und machen sich ihre
Bedeutung klar? Sehr wenige, und
wenn sie eS thun und an etwas Anstoß
nehmen, sagt ihnen der Agent gewöhn
lich, das seien nur Formalitäten und
habe wenig zu bedeuten. Seine Gesell
schaft setze ehren Stolz darein, stets
prompt zu zahlen und sich nie verklagen
zu lassen.
Und doch mag es sehr viel bedeuten.
Und doch mag eine kleine, unbedeutend
erscheinende Clausel manchmal die Nicht,
bezahlnvg der Lebensversicherung zur
Folge habe, auf welche ei Vater zur
Versorgung seiner Familie im Falle sei,
neö vorzeitigen Todes gerechnet hatte.
Die besten Gesellschaften freilich haben
ihre VersicherungS-Contracte neuerding?
verekfacht und viele Bedingungen, die
f'üher zu ihren Gunst und zu Un
gunfien de Verficherten gestellt waren,
fallen lassen. Andere aber haben die
JcWmZjcWltlsblalK
redinssn'ien vervieksältigt, so daß ein
geaohultcher aittijq nq raunr vo?
dmch das Labvrinlh durchzusinden weiß.
Ein Hr. H. H. Garden hat diesen
Uebel stand in der neuesten Nummer de
.Populär Science Menthls besprochen.
Er macht besonders auf die in viele
LebeoSoersicherung Covtracten ent
haltene Clausel aufmerksam: .Wenn
irgend eine Angabe in diesem Gefach in
irgend einer Beziehung unwahr ist, so
soll der Contract dadurch null und ich
tig werden und alle der eil S gemachten
Zahlungen sollen der Gesellschaft er
fallen sein."
Daß das nicht etwa eine bloße
Redensart ist. sondern bitterer Ernst
werden kaonn, das beweist der Prozeß
d Erben deS Col. Dwiaht fax New
fYork gegen eine Anzahl LebenSoerfiche
rungSgefellschaften, in welchen jener sich
versichert hatte. Die Gefellschatte
weigerten sich anfangs auf den Grund
hin des ZahlevS, daß Dwight Selbst
mord begangen habe und, während er
sich bereits mit dieser Abficht trug, um
seine Familie zu versorgen, sein Leben
hoch versichert habe. Als eS ihnen nicht
gelang, den Selbstmord zu beweisen,
verweigerten sie Zahlung auf den Grund
hin, daß Dwight die Frage, ob er je
malS Hantel mit geistigen Getränken
getrieben habe, falsch beantwortet hübe.
Dwight, der sehr rnannichfache Ge
schöftsverbindungen gehabt hatte, war
nämlich auch einmal Theilhaber an ei
nem großen Hotel gewesen. Mit diesem
Hotel war, wie das ja die Regel ist, ein
Trinklokal verbunden gewesen. Dwight
hatte, als er die LebenSverstcheruogs
Contrakte unterschrieb, entweder nicht
daran gedacht, oder er halte daS Be
stehen einer Trinkstube w dem Hotel,
dessen Theil - Besitzer er gewesen war.
nicht als einen .Hanöel mit geistigen
Getränken" angesehen. Aber daS Ge
richt entschied: .Wenn ein VersichmmgS,
Contract (policy) in klaren und un
zweideutigen Worren eine scheinbar un
bedeutende Nebensache zur Bedingung
der Gültigkeit deS ContrakteS macht, so
kann weder daS Gericht noch die Jury
darüber hinauskommen." DaS Ende
vom Liede war, daß Wittwe und Waisen
nichts erhielten und daß die LebenSver
sicheruvgS - Gesellschaften auch noch daS
eioaezahlte Geld wohlgefällig nfteck
ten, um damit ihre Ädookatenkoften zu
bezahlen.
So sehr die Urtheil mit dem Gesetze
üderernsrimmen mag, so sehr wrderlprrcht
es dem natürlichen RechtSgefühle. Aber
die Gerichte würden in allen ähnlichen
Fällen ohne Zweifel ebenso entscheue.
Aus sehr natürlichen Gründen lassen eS
indessen die Gesellschaften nicht gern aus
einen Prozeß ankommen, der die Ge-
schichte in der Leute Mäuler bringt.
'Sie schicken lieber, wie Hr. Gardener
ausführt, einen Agenten zu den Hinter
blrebenen. Dieser versichert der Wittwe,
und weist eS ihr aus dem von ihrem ver
ftorbenen Gatten unterzeichneten Ver-
trage nach, daß die Gesellschaft ihr von
Rechtswegen keinen Cent zu bezahlen
brauche. Jener habe bei Erngehung des
Conlractes falsche Angaben gemacht, und
dem Contracte zufolge enthebe dieS die
Gesellschaft aller Verbindlichkeiten. Die
Gesellschaft gehe aber die bedrängte Lage
der Wtttwe nahe und sie wolle grotzmüthtg
sein. Wenn die Wittwe sich mit einem
Theile der Versicherungssumme zufrieden
geben und die Gesellschaft aller Ausorde
rungen entbinden wolle, so sei diese bereit.
ihr jenen Theil zu zahlen. Wenn sie aus
dem Ganzen bestehe und klage, so werde
sie gar nichts erhalten. Natürlich werde
eS nothwendig fein, daß sie die Geschichte
geheim halte, denn sonst konnten ja an
dere Versicherte oder die ActionSre der
Gesellschaft dagegen proteftiren, daß
aus einen VerftcherungS-Contract, der
durch Betrug erlangt fei, etwas bezahlt
werde.
In der Regel gelingt eS dem Agenten,
dle arme grau emzufchüchtern. Manch
mal gtauvte ste iq sogar auch noch zur
Dankbarkett verpflichtet und unterzetch
net eine Erklärung, worin der Gesell
schaft für die prompte Auezahlung deS
BerstcherungsgeldeS gedankt wird. Herr
GardtNer versichert, dieS komme öfter
vor, als das Publikum ahne.
Wie leicht Jemand in einem Lebens
oersicherungs - Coatrakt, ohne eS zu
wollen, die Unwahrheit sagen kann, weift
Herr Gardener an mehreren Betspielen
nach. In vielen solcher Contrakte steht
z. B. die Frage: Ja welchem Alter
sind Ihre Großeltern gestorben? Wie
viele Leute giebt'S wohl, die das genau
anzugeben wissen? Indessen sie glauben,
es ungefähr zu wissen. Sie ichreiben
das nieder. Nachher stellt sich heraus,
daß es unrichtig ist, und die Gesellschaft
hat das Recht, daraufhin die AuSzah
lung der Versicherungssumme zu verwei
gern. Auch nach den Krankheiten, an denen
die Großeltern gestorben sind, wird in
vielen VersicherungS-Contrakten gefragt.
Man weiß es nicht genau, giebt eS aber
nach bestem Wissen und Gewissen an.
Nach dem Tode deS Versicherten faat der
Arzt, er sei an dieser oder jener, sür erb
lich geltenden Krankheit gestorben. Ir
gevd ein aller Mann findet sich, der sich
errnnert, der Großvater mütterlicher
seitS fei an derselben Krankheit gestor
ben, und die Gesellschaft verweigert
darauf hin die Zahlung der Verstche
rungösumme, weil der Versicherte eine
falsche Angabe gemacht habe.
ehr hauftg kommt eS auch vor, daß
Wittwen sich mit Abschlagszahlungen be
gnügen oder ihre Ansprüche lieber gaoz
fallen lassen, als daß sie eS darauf an
kommen ließen, daß in einem Prozesse
der Name ihres verstorbenen Gatten in
den Koth gezogen wird. Dies kann nach
den zahlreichen Claufeln des CovtracteS
m mannigfacher Weise geschehen. Ja
vielen iontracten wird z. B. gefragt, ob
der Versicherte jemals über den Durst
innre, iute meisten schämen sich, das
mit Ja zu beantworten. Die Folge
tu, oay etc Gesellschaft einen Haken ftn
det, um Zahlung zu verweigern und
die Wittwe zu einem Compromiß zu
zwingen.
Wo liegt die Abhülfe für diese Miß
brauche? Die Gesetzgebungen könnten
einschreiten. Aber daS hat feine großen
scymlkNgrcrlen und Bedenken. Das
Einfachste wäre, daß Solche, dieLekenS
Versicherungen abschließen, sich künftia
hin die Contracte genau ansehen und sich
weigern, solche, welche allzu verwickelte
Bedingungen enthalten, zu unterzeich
en. Die Gesellschaften, welche noch
an solchen Contracten festhalten, würden
sie dann bald von selber fallen lassen.
(Ä.d.W.)
Der neue Bulgarenfürst.
Der junge Prinz auS dem Hause
Koburg, welcher von der Sobranje m
Tirnowa zum Fürsten gewählt wurde,
steht im Alter von 26 Jahren ; er ist am
26. Februar 1861 in Wien geboren.
Seine Jugend fällt in stürmische Kriegs
eilen; als Knabe hörte er mit ernster
Aufmerksamkeit von den blutigen
Kämpfen zwischen Oesterreich und
Preußm, von dem Kriege zwischen
Frankreich nnd Deutschland mäo-
len. So hat er lebhafte Eindrücke,
wie sie weltgeschichtliche Umwäl,unaen
selbst im Gemüthe eine Knaben üben,
and gespannte Interesse für große ge
chichtltche Thatsachen frühzeitig nupfan.
)en. Seine Erziebuoa war. wie die
aller seiner Geschwister, eine höchst sgxz.
,uge. rr Prinz, et nrel Loui
Philipp? tnrch srfa 'fthntirr, Prin
triftn Cleraenlme von Orleans, rann
auch fet seinen Züge den TnpnS der
Orleans nicht verleugnen. . Dem Prin
zen Ferdinand, einen blonden jungen
Man von nicht über Mittelgröße, kennt
man in Wien als , eine angenehme Er
schewurg der höheren Gesellschaft; fein
Auge verrkh Geist und Entschlossenheit,
die stolzgeschwungene Adlernase erinnert
an die königliche Herkunft von den
Orleans, deren er sich gern rühmt.
Wie fein Vater, Prinz August von
Kodurg, östreichischer General war, ge
hört auch Ferdinand von Koburg der
östreichischen Armee an, wo er den Rang
eineS Oberstlieutenant im II. Husaren
Regiment bekleidet.
In den Studien, welche Prinz Ferdi
nand von Koburg machte, hat er ftetS
eine ernste Richtung verfolgt, als sehe er
sein Schicksal voraus, daß auch er nach
der Taditioa be Hauses Koburg, da so
häufig seine Söhne al Herrfcher auf
europäische Throne entsendete, einst eine
Krone tragen erde. In der jüngsten
Zeit waren eS vornehmlich sozialpoliti
sche und landwirth schaftliche Studien,
welche Prinz Ferdinand betrieb. In
der OeffentUchkeit ist der Prinz fast gar
nicht hervorgetreten; er gilt in Wie
als ein beliebt Mitglied der hohen
Aristokratie, ohne indessen de stürmt
scheu Vergnügungen de Sport und de
Spiele sich hinzugeben, wie sie oft in
exklusiven Kreisen üblich find. Im
Winter konnte man den Prinzen häufig
in der Hofoper und bei Coozerten sehen;
den Sommer pflegte er mit seiner Mut
ter aus deren Landfitz in Ebenthal bei
Dürnkrut zu verbrmgen. Hier giebt
sich der Prinz gern nawralssevschaft
lichen Studien hin. Er ist ein leiden
schasllicher Ornitholoz und befitzt eine
bedeutende Sammlung für dieses Fach
in seinem Palai. aus der Seilerstätte,
welche auch vom Krooprwzm Rudolf
wiederholt besichtigt wurde und bei dem
Orailhologen Covgresse, welcher vcr
einigen Jahren in Wien tagte, die Auf
merksamkeit der Fachgelehrten erregte.
Der Prinz, der Liebling sem er Mutter,
hat das Haus derselben nur verlassen,
um Reisen in das Ausland zu unter
nehmen, die seinen Blick schärfen, seine
Weltkeantniß erweitern sollten. Als
im Frühjahr 1833 die feierliche Krönung
des Kaifers Alexander vollzogen wurde,
befand sich auch Prinz Ferdinand von
Koburg unter den fremden Prinzen,
welche der Einladung des Czaren folg
ten. Damals war der Prinz der Gast
des Herrschers, dessen Wort jetzt für sein
Fürftenschicksal so schwer in die Waag
schaale fallen wird. Zugleich mtt dem
Prinzen befand sich auch Fürst Alexander
von Bulgarien alS Gast des Czaren tn
Moskau, und die beiden Prrnzen ver
kehrten mit einander in herzlicher Weise.
Nicht ohne eine gewisse Befriedigung er-
uralte spater Vrmz ,5erdroand. da er
vom Clären bei jener festlichen Gelegen-
heil mit ausgesuchter Liebenswürdigkeit
behandelt und oft ostentativ ausgezeichnet
worden fei. Die pikante Hofchroni?
stand übriqenS damals in Moskau, wo
ein reiches Zusammenströmen von Fürst
lich ketten aus ganz Europa stattfand, in
vollster Blüthe uuo )o erzählt man auch.
daß während der Krönungszeit die ersten
Keime zur Verstimmung des Czaren
gegen den Fürsten Alexander gelegt wor
den seien. Der große Czar habe in
jenen Tagen, die ihn in seit er vollen
Macht zeigten, dem kleinen Fürsten von
Bulgarien die Ehre erwiesen, diesen in
seinem Absteigequartier aufzusuchen.
Der Fürst jedoch beging die Ungeschick
lichkeit oder hatte das Unglück, nicht zv
Hause zu sein, ein Zwischensall, welcher
den Zorn des leicht erregbaren Czaren
wachgerufen haben soll. Wird er sich
seinem Nachfolger gewogener erweisen?
Die Soldaten - Selmath in
Dayton.
Es giebt wohl kein Land der Erde,
daS für feine Invaliden eine solch' väter-
llche Fürsorge bekundet, wie dre Ver.
Staaten. Alles, was das Auge ent
zückt, das Herz erfreut, zur Bequem
lichkeit und Gesundheit beiträgt, was
mit emem Worte Dem üicemchen ein
glückliche? Dasein schaffen kann, ist in
der oldaten Heimath zu Dayton, O.,
der größten derart rn den Ver. Staaten
und überhaupt in der Welt, zu finden.
Die Aulagen sind von einer wahrhaft
mährchenartigen Schönheit. Die Kunst
des Gärtners hat einen Blumenflor er-
zeugt, der uns an dre üppige uud färben
prächtige Fülle der Tropen erinnert, und
voll Entzückung schwerst der Blick von
Blume zu Blume, von Strauch zu
trauch, alle mit Blüthen behängen.
Die Anlagen der Anstalt umfassen einen
Flächenraum von etwa zwei Quadrat-
meilen. Grün schimmernde See'n wech-
sein mit großen Rasenflächen, Anhöhen
mit lieblichen Thälern und rauschende
Wälder mit lauschigen Grotten ab, wo
kruftallklare Quellen sprudeln und bunt
blätterige Rankengewöchse am grauen
Gestein emporklimmen.
Allgemeine Bewunderung erregen die
von dem Hortlkulturrsten angelegten,
auS frei wachsenden Blumen bestehenden
Des ins. die im wahren Sinne deS
Wortes einen Blumentexxich bilden.
Mitten tn einem der See'n gedeihen auf
einer erdbedeckten Felsplatte Blumen in
allen möglichen Schattirunqen und in
der Gefammtform eines AlliaatorS:
ferner haben mir auf der Rasenfläche
eines Bergabhanges einen riesigen
Schmetterling, das Wappen der Ver.
Staaten ist vorhanden, kurz, die DesstoS
find eine große Errungenschaft der
Hortikultur. Durch die Anlagen ziehen
sich Wege, deren jeder nach einem der
uniovStreuen Staaten benannt ist. So
z. B. haben wir da die Pennsylvania
Aoenue, JllinoiS-Aoenue rc. Üeberall
bemerkt der Besucher Insassen der An
ftalt, die entweder auf dem Rasen in dem
kühlen Schatten der Bäume ruhen oder
in den quellenreich cn Grotten Schutz vor
den versengenden Strahlen der Sonne
suchen. Jeder trägt die Uniform eines
Bundessoldaten. Die Leute sind uvge
mein zuvorkommend und erbieten sich
zur Verrichtung von allerlei Gefällig
ketten.
Als Führer dürfen nur die Wachtleute
fungiren, die durch ein Schild mit der
Inschrift "Police" kenntlich find. Ein
der englischen Sprache unkundiger Deut
scher könnte sich an Ort und Stelle sehr
leicht onentiren, denn überall hört man
deutsche Laute. Richtet man an einen
Trupp Soldaten eine Frage in deutscher
Sprache, so schallt e deutsch wieder
zurück. Die Zahl der deutschen Jusassen
betrögt etwa 1,500. ES treffen viele
deutsche Zeitungen ein und die Bibliothek
enthält eine große Anzahl deutscher
Bücher. AIS d,e Turner die Gebäultch
keiten in Augenschein nahmen, wurde
ihnen wiederholt ein herzliche .Gut
Heil" zugerufen. Gegenwärtig beher
bergt die Anstalt etwa 4.200 Personen.
darunter 20 Neger. Man kann nicht
behaupten, daß alle Insassen den Ein
druck der Gebrechlichkeit macheu, im
Gegentheil, der Besuchet begegnet
mancher kräftigen Gestalt, indessen wer-
den die Umstände seinen Eintritt doch
wohl gerechtfertigt haben, denn sonst
märe er nicht zugegen.
Viele alte Knaben sind vorbanden, und
der Führer machte un die Mittheilung,
daß sich wöchentlich im Durrbirbuitt fünf
Todesfälle ere gnete. Dte Insassen find
nicht zur Arbeit angehalten. Sie können
I ihre Zeit zubringen, wie eS ihnen beliebt;
wenn sie sich jedoch nützlich machen wol
len, so werden sie für die Arbeiten, welche
sie verrichten bezahlt. Im Schatten der
Kaserne (bairacks) kann man sie zu
Hunderte stundenlang gruppirt sehen ;
dort vervrrngen sie ranchend und plan
dernd den Tag; mitunter, wenn der
Geldbeutel e rlaudt. wird auch Ein
getrunken. Bier wird in der Anstalt für
die Jasafsea cm Zapf gehalten, während
der Besucher den edlen Gerstensaft weder
für Geld, noch gute Worte bekommen
kann. Einer nicht geringen Zahl bietet
die Verfertignog von allerlei Schnitz
werk, von Perlen Schnüren, gläsernen
Rrppsachtn Gegenstände, welche sie,
in de Kasernen auf den Betten auSge
breitet, dem Besucher feilbieten, eine er
hebliche Einnahmequelle.
Ein recht interessante Bild entrollt
sich vor den Auge be Besuchers, wenn
Mittag die Tafel gedeckt wird. I je
dem der beiden SpeifefSle wird für 2030
Mann gedeckt 1040 ans jeder der
durch einen Gang von einander getrenn
ten Säten. Etliche Datzend Personen
sind beschäftigt, die Speisen w großen
Behältern heretvzutragen,nod andere sül-
len sie in dre bereu stehenden Schusseln.
Alle wird mit mllttärifcher Pünktlichkeit
verrichtet. Der Aufseher ruft den Na
men der Speise, welche herbeizuschaffen
ist, mtt mahrer Stentorstimme au, und
alsbald bewegen sich die dienstbaren Ge-
ster in die Küche, von wo sie bald schwer
beladen wieder erscheinen. Die Kost ist
einfach, aber sehr nahrhaft. So war
einmal Kraut-Tag ; e gab Kraut, gute
Fleisch. Brod, Kaffee, Pie c, kurz, ein
ganz auteö Mahl.
Täglich werden IsooPieS verbraucht,
und in der Bäckerei braucht man täglich
50 F:ß Mehl. Auf M gegebenes Sig
nal ftrömea punkt 12 Uhr die Ve
teranen von allen Seiten in den Speise
saal, und binnen einigen Minuten find
alle Tische besetzt ; aber eS wird noch nicht
avaefanaen. Erst, wenn ein werteres
Signal gegeben worden ist, setzen fich die
-w, rr . t rn C
Messer und Gabeln in Bewegung, uud
die Besucher baden fich zn entfernen.
Wir setzten unsern Weg nach der Kapelle
fort, die prächtig eingerichtet ist. DaS
ist nebenbei die einzige Kirche, welche je
von der Regierung der Ver. Staaten ge
baut worden ist. WaS eben von der
alanzyollen Einrichtung gesagt wird.
findet übrigens auf alle die zahlreichen
Gebäude Anwendung, und das Ganze
ist ein hehres Monument der Dankbar
keit der Nation. (W. a. E.)
(AuS dem .Berliner Tageblatt'.)
Alfred rupp.
Einer der bekanntesten Männer unse
rer Zeit, in srinem Geschäftszweige uu
zweifelhaft der bedeutendste Industrielle
der Welt, zugleich der reichste zvcann
Deutschlands, der Geheime Commerzieo
rath Alfred Krupp, ist am 14. Juli auf
seiner Va Hügel bei Essen im 73. Le-
bensjahre gestorben. Mtt ihm scheidet
ein Mann auS dem Leben, der, von den
denkbar kleinsten Anfangen cuSgezanzen,
eine Itx größten Fabriken der Erde ge-
schaffen bat, em Mann, dessen Ernadun
gen und Erzeugnisse sogar in der Welt-
schichte erne Stolle gespielt haben.
Ja demselben Jahr, da Alfred Krupp
das Licht der Welt erblickte, IS 10, grür
bete fein Vater, Friedrich Krupp, mtt
nur zwei Arbeitern eine kleine Gußstahl-
fabrik m Essen; sechzehn Jahre spater
ftano Alfred Krupp rurt fernem zwer
Jahre jüngeren Bruder am Sterbebette
feincS noch nicht 40jährizen Vater S
Der Sterbende vertraute seinen Söhnen
das Gebeimniß einer besonders werth
vollen Metallmisch unz au, die er nach
unsäglichen Mühen gesundeil hatte. Die
beiden Knaben verstanden ihren kranken
Vater kaum und nach nicht geringerer
Mühe, als tiefer zu fernen Versuchen
gebraucht hatte, gelang eS ihnen, jene
Entdeckung, welche den Grund zu der
Größe der Weltsirma Krupp gelegt hat,
festzuhalten, weiter auszubilden und
auszunutzen.
Man erzählt fich, van vnn rer ver
storbene Alfred Krupp den deutschen
Kaiser, dem er seine Fabri? zeigte, bei
dieser Gelegenheit an einen Platz geführt
hat, wo er nach seiner ergenen Er
zählung als lOjähriger Knabe einem
der wenigen Arbeiter seines VaierS ein
Stück Brod wezgenommen hatte, um da
. . ml m
mit fernen unger zu muen. 4)lee rse
schichte, welche den Vorzug hat, nicht
erfunden zu sein, schildert mehr, als
ganze Bände eS könnten, die Sorgen
und Mühen, mit denen das heute so groß
dastehende Unternehmen in seinen ersten
Ansängen zu kämpfen hatte
B'S zum Jahre 1S4S waren die beiden
Brüder Krupp gemeinsam Besitzer der
großen Essener Gußstahlsabrik: da
trennten sie fich, und der jüngere Bruder
gmg nach Paris, wo er längere Zeit als
Privatmann lebte. Er fiedelte dann
nach Wien über und gründete dort in der
Nähe der österreichischen Hauptstadt, iu
Berndors. erne aroke Silberwaarev
Fabrik, die gleichfalls einen Weltruf be
fitzt. Der jüngere Krupp ist schon vor
etwa 10 Jahren gestorben, und die
Berndorfer Fabrik wird von seinen Söh
nen fortgeführt. Der altere Bruver
Alfred war seit 1L43 alleiniger Besitzer
der Essener Fabriken, die jetzt in den
Besitz seines eimiaen SobneS über
gehen.
Die Krupp'fchen Werke tn Essen bil
den bekanntlich eine ganze Stadt, fast
könnte man sagen, ein ganzes Reich für
sich ; sie ernähren Zehntausende und be-
chöstrgen Arbeiter selbst außerhalb Eu
ropa's. Oer letzt verstorbene Eh es der
Firma hat sich auch von leher deS Rufes
erfreut, seine Untergebenen stets mit be
anderem Wohlwollen behandelt, ihnen
Erleichterungen und Bequemlichkeiten
feder Art zugänglich gemacht zu haben.
Erst im Verfolg der letzten Reichstags
wählen scheint daS Verhältniß zwischen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch in
Essen eine Trübung erlitten zu haben.
Doch handelte eS fich dabei wohl nur um
AuSnahmesälle, von denen nicht einmal
feststeht, ob sie auf persönliche Rechnung
deS KaoonenkoaigS zu fetzen waren.
Alfred Krupp war eine gerade und
offene Natur; im persönlichen Verkehr
oft rauh und abstoßend, wenig ge
sprächig, hatte er etwas unheimlich
Ernstes, etwas SonderlinghafteS an
sich. Seiner gesellschaftlichen Stellung
nach zu den Bevorzugtesten dieser Erde
gehörend und nach seiner Ueberzeugung
ven conservattoen Prmztpiea huldtgenZ,
war er doch ein echter Demokrat ach
ferner Art, er führte ew schlichtes, ein
facheg Leben ; Prunk und Pracht, wenn
er ihrer auch nicht immer entrathen
konnte, waren Nicht nach feinem Ge-
fchmack. Bis an fein Lebensende hat er
auch den schlichten bürgerlichen Namen
oerdehaiten, den sein Vater und er durch
ihrer Hände Arbett. im Schweiße ihre
Angesichts, zu Ehren gebracht haben.
Er hätte ihn mit hellem AdelSklavge um
geben können, aber er zog eS vor. der zu
vierven, als der er geboren war
Ja VivcenneS in Jndiana ließ ein
Mann. Namens EbarleS Bobn. einen
blinden Pensionär. Namen I. S.
Bunch, verhaften auf die Anklage, ihn,
letoe Frau entfuhrt zu haben. Bei der
Verhandlung stellte stch die interessante
Thatsache heran, daß Bohn seine Frau
an Bauch für 300 verkauft. Bunch aber
ven für dte summe ausgestellten Wech-
sei nicht rechtzeitig gezahlt hatte.
JnlSnvifHe ZIaQttQttzu
Die barmherzigen Benediktiner
Schwestern in Newark in New Jersey
haben let GreedSdor in Marnland 750
Acre Land gekauft, und wollen darauf
eine Töchter-Akademic und ein Kloster
errichten.
Ein mit Melonen befrachteter Elfen
bahnzug legte kürzlich die Strecke zmi
schen Baldosta in Georgia und Boston
fa 75 Stunden zurück. Die Entfernung
beträgt 1300 Meilen. Eine ähnlich
schnelle Fahrt eine Frachtznge ist bis
her noch nicht vorgekommen, besonder,
da e galt, über zehn verschiedene Eisen
bahnlioien zu fahren
Ein weißer Haifisch, welcher vor
zwei Wochen im Hudson, in der Nähe
von Haoerstraw, gesehen ward, ist zwi
schea der Insel Esopn und der Newbur'
ger Bai aufgetaucht uud tummelt sich
daselbst seit mehreren Tagen luftig um
her. Der weiße Haifisch ist ein äußerst
seltener Besucher in amerikanischen Ge
wässern, da er im mittelländischen Meere
zn Hause ist. Alle Versuche, den Hai
der Newburg mit einem FImtenschusse
oder einer arpune zn erlegen, sind bis
jetzt gescheitert.
Seine Verzkchtleiftung auf seine
Penston hat der Veteran Harvia Cun
ningham zn Elk Falls im Connrn Elk in
KansaS dem PevfiovScommissär Black in
solgendemSchretben mitgetheilt: Strei
chen Sie mich von der PenfionSlifte.
Ich bin durch den Glauben an den
Herrn geheilt. Gesegnet sei der Name
deS Herrn. Es hat nur uörigen me
viel gefehlt; der gesegnete Herr hatte
also nicht viel Mühe. Gesegnet sei sein
beiliger Name. Wenn dem frommen
Manne. ÜbriqenS nie viel fehlte. warum
bat er denn sa lauge eine Pension bezo
gen? Schön ist eS immerhin, daß er auf
sie verzichtet.
Der in HaftiogS, NebraSka, woh
nende JameS McConlau erwartete den
Besuch seines in Canada weilenden
I ' .
SohoeS. Als McConlau am 25. Juli
auf dem Bahnhofe in Hafting erschien.
um seinen Sohn zu bearüßen, wurde
,hm mitgetheilt, daß sein Sohn aller
dmas mitgekommen sei, aber als Leiche,
uud daß dre Leiche fich tn einem Sarge
im Gepäckwagen des ZuqeS befände.
Der alte Mann jammerte über den Tod
seines Sohnes und ließ die Leiche beer
digen. Am 27. Juli traf der Sohn
McConlav'S in seiner Eltern HauS frisch
und gesund ein. Man hat big fetzt och
nicht herausfinden können, wer du Leiche
gesandt hat und wer eigentlich unter dem
Namen McEovlao begraben wurde.
In Denver, Eol , steht die Wittwe
Emilie O. Witter unter der Anklage,
ihren Mann vergiftet zu haben. Witter
kam mit seiner Familie auS Jndiana und
erwarb in Denver ein bedeutendes Ver
mögen. Der Mann, durch seine geschäft
lichen Erfolge übermüthig geworden, ließ
sich mtt anderen Frauenzimmern ein.
Seme Frau erfuhr dies und es kam zwi
scheu Beiden zu heftigen Scenen. Sie
wohnten wohl noch in demselben Hause,
aber mit dem Verhältnisse zwischen Gatte
und Gattm war es sür immer vorbei.
Das einzige Band, welches sie noch zu
sammenzuhalten schien, waren ihre beiden
Kinder. Witter trieb es fortan immer
ärger, uud deshalb mag im Herzen der
Frau der Gedanke zu dem verbrechen
fchen Schritte entstanden fein.
Eine schreckliche zene ereignete
sich in Germantown bei Weft-Bend in
Washington County in Wisconsin. Der
Farmer Arnold daselbst halte sich gerade
hingesetzt, um ein kleines Nachmittags
fchläfchen zu halten, als sein Töchterchen
mtt der Meldung hereinßürzte, der
Stall brenne. HinauSeilend sah er auS
der Thüre Flammen hervorschlagen, und
in der Thüre, zwischen der oberen uud
unteren Hälfte eingeklemrnt seinen klei
nen Sohn, der sich vergeblich anstrengte
zu entkommen. Er wollte hinzuspringen,
und ihn retten, aber die Flammen schlu
gen mit solcher Heftigkeit aus der Thür,
daß er zurückgetrieben wurde, und er
mußte fem Kind elend verbrennen lassen.
Wahrscheinlich hat der Knabe durch
Spielen mit Zündhölzern das Feuer
selbst angefacht.
Höchst .ritterliche teranifche Räu
ber vergreifen fich sogar an armen
chinesischen Eisenbaha-Arbeitern. Nachts
erschienen kürzlich in Odessa, einer klei
nen Station, 60 Meilen westlich von
Big Spring im nordwestlichen TeraS,
fünf schwer bewaffnete Männer vor ei
nem von chinesischen Arbetter bewohn
ten Haus, erzwängen fich Einlaß und
nahmen den armen Schluckern Kleider
im Werthe von 0 Dollars ab. Dann
begaben sie fich zehn Meilen weiter nach
War sied und erbeuteten auf ähnliche
Weise in einem Chinesenlager tz 120; ge
gen Morgen erreichten sie Midland, wo
sie Chinesen gegen $350 baar raubten.
An letzterem Platze wurden die Beraub
ten noch dazu auf gemeine Weise miß-
handelt, einer sogar heinahe getödtet.
Man hat die Räuber verfolgt, aber sie
nicht eingefangen.
Die aufgeklärtesten Staatsmänner
Kentucko's wünschen sehnlich deutsche
Einwanderung. So sagte kürzlich der
ausgezeichnete demokratische National
Abgeordnete Wm. C. P. Breckinridge in
einer Nede tn LoutSotl.e: .Die Etowan
derung, und vor Allem die werthvolle
deutsche Einwanderung, ist wie ein Strom
nördlich an uns vorbeigegangen. Unser
Wtaat ist von den fleißigen Söhnen deS
.Vaterlandes, denen eS daheim zu eng
wurde, und dte mit Frau und Kind nach
dem Lande der Freiheit kamen, nicht ent-
wickelt worden; sie wandten fich dem
mehr versprechenden fruchtbaren Westen
zu, und mir blieben abseits der Straße
liegen. Ich bin ein Befürworter der
Einwanderung, und vor Allem der gefun
den deutschen Einwanderung, von der
wir leider bis jetzt nur zu wenig bekom-
men haben."
Der .Cuuarb - Dampfer Um
bris, der am Sonntag Nachmittag w
New York einlief, hatte auf der See ein
seltenes Abenteuer. Am Mittwoch Mor
gen gegen drei Uhr sahen die Ossiziere
auf der CommandoBrücke plötzlich eine
himmelhohe Wogenwand vor sich; sie
wußten, daß nne Fluthwelle von uoge-
wöhnlicher Größe auf sie eindrang, und
erwarteten zagend den Anprall. Die
Wassermassen schlugen über Bord, rissen
einen Theil der Commandobrücke hin
weg, und das Wasser draua durch die
Luken in die Kajüten und das Zwischen
deck. Einige Passagiere erlitten bei dem
fürchterlichen Anprall der Wagen, durch
welche das ganze Schiff w seinen
Grundveften erfchüttert wurde, uobe
deutende Verletzungen. Nachdem sich
der Sturm gelegt hatte uud der an
gerichtete Schaden reparirt worden war,
setzte der Dampfer seine Reise fort.
- Auch in Callawao Countu im mitt
leren Missouri bat der gefräßige Mis
souri in diesem Jahre wieder viel Land
weggewaschen. Acker - um Acker deS
reichsten .BottomLandeS wird tagtäg
lich von den Wellen untergraben und
stürzt stückweise in die gelbe Fluthen.
Die Südseüe de Flusse ist durch die
steilen Steinhügel gegen die Wutb de
Stromes geschützt; die Sttömuna wird
dadurch ach der Seite von Callaman
Countv getrieben und entfaltet hier ihre
Macht in erbarmungsloser Weise. Etwa
drei Meile unterhalb Cedar Citn ist
noch Waldland ; dort sind jetzt Holz
fäller an der Arbeit, und nicht lauge
mehr
wahre, so ist auch h kx
der Widerstand gebrochen, den die Baum
wurzeln und da! Unterholz bisher dem
unrm er Wogen entgegensetzten.
Dana wird auf jeuer Strecke der Fluß
Serr seia, und die Farmer, welche da
ehZlz s thöricht zerstöre, müssen ihre
Geblulichketten nnd Zäune e-ter land
einwärts schaffen.
Dem New Yorker Arzte Dr.D.
Mvlcahn ist eS nach langjähriger Be
mühuog endlich gelungen, seine An
sprüche auf eine Erbschaft von 175.00
Franc anerkannt zu sehen. Die Gattin
von Don Jose Xtfre, eine spanischen
Edelmannes, welche eine Tante Mul
cahn' war, depontrte im Jahre 1870
bei den Pariser Bankier Durant & Co.
175,000 Franc für ihre Schwester
Amina Downing, ebenfall eine Tante
Mulcahn', welche Nonne w einem Klo
ster zn Baltimore war. Ehe da; Schrei
be, welches die Nonne über da Ver
mächttiß unterrichten sollte, noch in
Baltimore ankam, starb Freu Xtfre, nnd
kurz nach Empfaug de Schreiben starb
auch Amina Downing. Dte Frage ent
stand nun, ob der Stieffohn der Frau
Xifre oder D. Molcahy al Er.e de
ffrl. Downing da Geld erhalten solle.
Nach langen RechtShändeln entschied ei
spanische Gericht, daß da Geld Frl.
Downing gehört habe, und dann ent
schieden amerikanische Gerichte, Dr.
Mulcahu sei der rechtmäßige Erbe de
FrlS. Downing. Die gerannten Pari
ser Bankier baden sich berett erklärt,
daS Geld, jedoch ohne die Zinsen, an
Dr. Mulcahu auszuzahlen.
Von einem treuen polnischen Lie
beöpaar wird auS'Castle Garden berich
tet: Vor ungefähr sechs Wochen traf
im Einwanderer-Depot ein polnisches
LtebeSpärchen em, nämlich Joseph
TurczanowictzundSterhauieNedzwinSka,
welche ihrer Niederkunft nach einiger Zeit
entgegensah. Obgleich Joseph fich er
&L Stephanie zu h errathen, beschloß
lt EmwWdernngS-Commission, die
Beiden nach Europa zurückzusenden;
Joseph jedoch entkam im Einoerftändviß
mtt seiner Geliebte an Caftle Garden
und wandte sich nach Homestead in Penn
suloanien, wo er Beschäftignag fand.
Stephanie wurde nach Liverpool zurück
gesandt, verkaufte aber dort ihre Habse
lig keiten nnd schiffte fich auf einem nach
Philadelphia fahrenden Dampfer sofort
wieder ein. Vor einigen Tagen langte
sie in Philadelphia an uud wurde dort
zugelassen. Seither kam sie nach Caftle
Garden, um ein Eiseubahnbillet nach
Homestead zu lösen und dann dort ihren
Joseph zu heirathen. Sie wurde sofort
erkannt, auf Befehl de Einwanderung
CommissärS Stephenson festgenommen
und schien darob verzweifeln zu wollen.
Als am nächsten Tage Commissär Hau
fett, Präsident der New Yorker deutschen
Gesellschaft im Caftle Garde zutraf.
wurde ihm dieser Zustand der Dinge be-
richtet. Er bethätigte äußerste Entrü
siuna über das unverantwortliche Vor
gehen Stephenson'S. eine Person gefan-
gen zn halten, welche in Folge ihrer Zu
lassung in Philadelphia der Jurisdiktion
der New Z)orker ErnwanderungS-Eom
rm m . r- r . ,
mi'non entrucri vt. uns oewirrie re-
phanien'S Freilassung. Sie brach zuerst
in Freudenthräuen aus, dankte Herr
Häufelt in überschwenglichster Weise für
ihre Befreiung und bereitete sich dann in
fliegender Eue ans die Weiterreise vor,
Kürzlich wurde Frau Busch, eine
junge verheirathete hübsche Frau, die zu
Redan, einer kleinen Station an der
.Georgiaer Bahn, unwett Atlanta,
wohnt, während ihr Gatte abwesend
war, von einem imbekannten Neger, der
sie vm eine Mahlzeit bat, als sie dieselbe
zubereitete, in unzüchtiger Absicht ange
fallen; es gelang ihr jedoch, sich von ihm
loszureißen und dre m der Nähe an
einer Eisenbahn beschäftigten Arbetter
um Hülfe anzurufen. Der schwarze
churke nahm NeißauS und konnte von
den ihm nachsetzenden weißen und
schwarzen Arbeitern nicht eingeholt wer-
den. Am Abend bestieg ein Neger den
südwärts fahrenden Anschlußzug zwischen
Ltthena und EonverS und begab fich fo
fort in'S Wasser-Clofet. Der Conduk
teur Bovd erkannte nach der ihm zu
Theil gewordenen Beschreibung in ihm
den Neger, der Frau Busch angegriffen
hatte, und setzte ihn in ConverS ab, von
wo Polinnen ihn nach Nedan zurück
brachten. Dort sammelte sich bald ein
großer bewaffneter Haufe, man ließ
Frau Busch holen; sie erkannte indem
Neger sofort den Thäter, und auch eine
Negerrn erkannte in ihm Denjenigen, den
sie nach dem Hause der Frau Busch hatte
gehen sehen. Nun war sein Schicksal
trotz femeS Leugnen besiegelt ; er ward
nach dem nahen Wald gebracht uud dort
aufgeknüpft. Vor seinem Ende sagte
er, er beige Nuben Johnson Hudson
und wohne tn iovtngton. und bat. an
seine Frau daselbst und deren Bruder zu
schreioen, sie möchten seine Leiche in Em
pfang nehmen, da er nicht von den
Gelern verzehrt zu werden wünsche.
OerrnisHte Nac)rlcJten.
3ra ouvremagazin z u Pa
ris wurden zwei Damen beim Diebftahl
ertappt. Sie wurden zum Polizeiamt
gebracht und mußten erne körperliche Un
tersuchung über sich ergehen lassen, die
jedoch ohne Ergebniß war. Dagegen
haben dte tn ihrem Hause gemachte Nach
suchungen erwiesen, daß sie in verschiede
nen Läden für mehr al 15.000 FrcS.
Waaren gestohlen hatten. Die eine der
Damen ist eine Fürstin, die andere ihre
Gesellschafterin, aber ebenfalls von sehr
vornehmer Abkunft.
In Trier erregte die Einstel
lung eineS katholischen Geistlichen, eineS
geborenen ElsässerS, bei dem dortigen
9. Infanterie Regiment nicht geringe
Aufsehen. Er ist berett 3S Jahre alt
und hatte kurz nach Beendigung de
deutsch französischen Krieges seinem
neuen Vaterlande den Rücke gekehrt,
um in einer französische Diöcese Ver
aendung zu finden. AIS er nun vor
Kurzem seine Ettern in einem Dörfchen
bei Colmar besuchte, wurde er von der
Behörde aufgegriffen und nach Trier ge
bracht, um hier seiner Militärdienst
Pflicht zu genügen.
Eine Tage fand zuDe
rendorf, einem Stadttheile von Düssel
dorf, ein von einer Gesellschaft veran
stattete Preiskegeln statt. Der Kegel
junge war angewiesen, die Kegel mtt ei
nem Bindfaden umzuziehen, wenn da
.Haupt der Gesellschaft warf, was der
Kegeljuoge auch pflichtschuldigst that.
Gegen diese Haupt und seinen Gehül
fcn war deswegen die Anklage wegen
Betruges erhoben worden. Die Düssel
dorfer Strafkammer verurtheilte Erste
ren zu einem Monat, den Gehülfen zu
14 Tagen Gefängniß.
Die Ausweisung deutscher
Unterthanen aus Rußland dauert rage
schwächt fort. Anfangs des Monats ar-
hielten sämmtliche deutsche Wirthschaft
Itamtc, Gärtner, Kaufmann? gehülfen.
Handwerksgesellen, Arbetter u. s. w.,
die fich im reise Rvjin, Rusfisch.Polen,
auf preußischen Paß aufhalten, die Auf
sordenmg, in zwei Monaten vcusftsch
Polen zu verlassen. Die Gutsbesitzer,
Kaufleute resp. Gewerbtreibenden mnß
en sich schriftlich verpflichten, die bei
ihnen in Arbett stehenden Deutschen in
nerhalb de angegebenen Zeitraum zu
entlasse.
wird e3
-Einenlsetzlicher Selbstmord
wird von Los Moor bei Bradford ge
meldet Dort sprang der Lrketter Jssef
Normiogtoa, welcher den Schmelzofen
zn bediene hatte, auf einen Wagen nnd
von da in Gegcnr?art eines College in
den der Lom Msor-Eifenges ellscha ft ge
hörige Schmelzofe.DaFener wurde
sofort ausgelöscht, aber eine Stunde ver
ging, ehe man den völlig verkohlten Leich
nara herausziehen konnte.
Die .St. Petersburger
Zeitung macht auf zwei neue wichtige
Gesetze emfmerksem. Durch da eine
wird da bisber giltiz gewesene Verbot
für Juden, Christen in ihre Dienste zn
nehmen, aufgehoben, nuter der Bedin
gung jedoch, daß sie diese ihre christlichen
Bediensteten in kern er Weise an der Feier
ihrer kirchlichen Feste und Sonntage und
Ausübung sonstiger gotteLdienßlicher
Pflichten verhindern'dSrfen. Da andere
Gesetz betrifft die vielbesprochene AuS
landkpaßstener. Danach ist der Betrag
derselben nunmehr auf 10 Rudel für
jede Paß und da Halbjahr festgesetzt
morden, von welcher Summe fünf Pro
zeut dem FiSku und 9ö Prozent dem
JovalidevfondS zn Gute kommen sollen.
Zur Errichtung eine Denk
stein für die am S. April 1848 kei Ban
in Schleswig gefallenen deutschen Stu
deuten fordert ei Kieler Comtte, an
dessen Spitze der Rektor der Universität
steht, die Kommilitonen von einst , und
jetzt auf. In dem Aufruf heißt eS:
.Ja jenen Kämpfen um das Deutsch'
thum SchleSwigHolSein war die Kieler
Universität die geistige Führerin, Kieler
Professoren traten ein für die Idee der
Freiheit nnd de Rechte deutscher Lande,
Kieler Studenten aber gaben einen voll
gültigen Beweis ihre Patriotismus, in
dem sie hinauszogen, die Festung Rends
bei Bau der feindlichen Uebermacht stell
ten. Kein Merkzeichen bewahrt bisher
j der Nachwelt die Erinnerung an jene
Ereianiß, während seit Jahren berett
ein Denkstein die Stätte ziert, an der die
gleichzeitig ausgezogenen Turner gefallen
find. Da Denkmal soll spätesten
am 9. April erricht Verve.
Ueber die Einführung de
Deutschen al alleiniger Geschäftssprache
auch für den Bezirkstag in Lothringe
find Erörterungen im Gange. Die Be
jahung dieser Frage unter Gewährung
einer entsprechenden Frist darf, der
Köln. Ztg. zufolge, nach Lage der
Sache al sicher angenommen werden.
In der BezirkSoertretnog befinden sich
gegenwärtig nur 6 bis 7 de Deutsche
nicht mächtige Mttglieder. Werde nun
der Termin für Einführung der deutschen
Geschäftssprache bis ach de nächste
Wahlen gesetzt, so habe die Bevölkerung
Gelegevhett, dieselben durch dcukschspre
chende Abgeordnete zu ersetzen Wie sehr
ein solches Borgehen geboten erscheine,
gehe daraus hervor, daß Lothringen nv
ter Weglassung ber Milttärpersonen dlo
181.736 französch-, dagegen 247.584
deutschredende und 76.135 irn gemischte
SprachengebletelebendeEmmohnerzählt.
Die französischs?rechende Bevölkerung
macht nur 30,37 Prozent der sesammt
deoöllerung aus.
;u oem ourch oasavei ge
meldete Bravduoglück im fränkischen
Marktfleclen Ober-Elsbach werden sol
gende Einzelheiten gemeldet: Das Feuer
brach am 13. Juli gegen Mrttaa in
emem dem Georg Joseph Hergenbahn
gehörigen Holzschuppen auf bis jetzt noch
unaufgeklärte Werie aus, theilte sich so
fort vom Winde bezünft'at den ubnaen
WrrthschastSgkbZuden und dann dem
Wohnhause mit, die bei der großen Hitze
wie Wunder brannten. Dann, vom
Winde gepettscht. verbreitete sich das
furchtbare Element mtt rasender Schnei
liaUU in östlicher Rich.unz weiter und
in kanm einer Stuude standen über 200
Gebäude in Flammen. Vergeblich war
es, zn löschen und zu retten, rathloS und
thatloS standen die wenigen im Dorfe
anwesende Bewohner der Macht deS
FeuerS gegenüber und vermochten seiner
v.rheererden Wir kurz keinen Eiuhatt zu
thun, renn v:e sämmtlichen wehrhasten
Männer waren auf der Rhöa, um Fut
ter zu machen. Gegen Abend aelana eS
der Feuerwehr, den Rest des Fleckens zu
retten, galt Niemand war verfichert.
uever 4vu Personen ftvd obdachlos.
Der Pfarrer Stach in Pfron
ten hat die Burgruine Falkensteiu bei
Hohenschwangau käuflich erworben. An
Stelle dieser Ruine wollte bekanntlich
König Ludwig II. eine neue großartige
urg vauen, wozu alle Vorarbeiten be
reit im Gange waren. Der Weg war
oerert angelegt uud am Fuße deS Ber
eS das MaschtnenhauS gebaut, um das
a n auf die spitze deS Kegels empor
zuleiten. AuS Mangel an Mitteln mußte
der Bau unterbleiben. Im Schlosse
eufchwanstern sind die Modelle der al
ten und der geplanten neuen Burg eus
gestellt. Pfarrer Stach beabstchttat je
denfalls, die Ruine zu erhalten ; diese ist
ein Waarzelmen ver Veaenv und ver
mehrt de landschaftlichen Reiz
In Bourge. Frankreich.
isi er .vreroanoiger goo oaourch zu
MO. a. . . . r- ? . ? rar w .
.ode gekommen, daß ihm ein Löwe, m
dessen Rachen er den Kopf gesteckt hatte.
den Kopf abbiß. Von Vv.tm Löwen
baodiger Agab wird eine seltsame Ge
fchtchte erzahlt. Aaob war trüber mtt
NoumaHaoa. einer bekannte Thier
anorgerrn, zmammen. r war er
sehr schöner Mann, dessen vlötzliche
erfchwtnven au ber Menagerie Aus
sehen regte. Man fragte nach ihm
und die zchtervauvlgertn NoumaHaoa
gab den Bescheid: .Er hatte Furcht, ja
metn Herr,' sagte sie, .er hat Furcht,
eS ist so, wie ich Ihnen sage. Das ist
ein Unglück, das über ihn gekommen ist
uuo va rhn unfähig macht, tn dem Ge
werde zu bleibe. Unser Gehelmmß
besteht darin, keine Furcht zu haben.
Man bändigt die Löwe nicht, man stellt
Nch tauen das erste Mal ruhig entgegen,
sie erschrecken und weichen zurück. Aaob
hat angefangen, zu ztttern: glauben
ste nur, daß dte Thiere Da .gesehen ha
vm. Auch tchrre er in stör. DaS war
keine Bravour mehr. Da warBkavade.
uud damtt st nicht gethan. Wir
haben un deshalb von ihm getrennt.
Er Hat unsere Thiere verwöhnt. Mtt
denen ist'S vorbei, denn sie kennen jetzt
ihre Macht über un. Man darf mtt
ihnen viicht mehr anstellen. Sobald
man in unserem Berufe einmal ar gefan
gen hat, zu ztttern, so muß man ihn
aufgeben, . oder man geht d'rauf. Er
will ihn nicht aufgebe, er wird d'rauf
gehend Die Thierbäudigeria hat Recht
behalte.
In England Hai ei
Schelm den Scherz in die Welt gesetzt.
vafz Die Kntara redeS am ubttaumS
Taze im britischen Reiche geborene Kind
mu sechs Goldstücken nnd einer silbernen
Wiege beschenken würde. Schon 400
Gesuche find in Folge dessen in Windsor
eingelaufen und andere werden folgen ;
denn die Zahl der täglicher Geburten be I
4 9 . . F m. cn ? ? i A r t r
irazi rur va jererargre onrgrercg ar
lein 3200. Wie groß sie im britischen
Rache, ist noch nicht festgestellt: indes
se, so viel ist sicher, daß da gesmmte
ZahreSernrommen der Kömarn nicht
ausreichen würde, um die Goldstücke
nno gar vre Wiegen für ledes am
31. Juni geborene JuiilänmSkind zu
beschaffe.
j-,k
tXulam
Madrid,
!,ust. Jz
ProvmzOrenseritetHochsas'trgrrse
Schaden an die?e!dfrüchke sind &l
ten.heilS zerstört, viel Vieh ist e.irunke
uud Hunderte von Menschen sind tn den
Bettelstab gebracht. ; ra
5nbon, S. Aug. Z Leaikuät
auf einer Oase der Sahara hat ein bef,
tkgeS Erdbeben - stattgefunden.
eure Anzahl Häuser eingestürzt ist.
London. 6 Luzuft. Mo, lct
den englischen Dampfer Queen iu, New
Zlorker Hafen in die Lust fpresgeu ailte
tü der hiesigen Polizei sehr wohl bekannt'
Er sprengte. 1S32. unter Ramm
Moorhead die Glaßgvwer Gaifadri? in
die Luft und war auch bei den Unterneh,
Nlnogeu, daS Ministerium d,S Innern
nnd die .Times in die Luft zs sprengen
betherligt; einer feiner Spießgeselle
McDermott wurde damals verhaftet er
selbst entkam ach Amerika. '
In Ottawa re sachte er das Parla
mentSgebäude in die Lust ,u sprengen
Die Mittel dazu hatte ihm O'Dovowan
Rossa gelief rt; damals hatie er heftize
Strettigkeiten mtt den Feriern in Ca
nada. NeundmgS hatte er in New ZZork
mtt Dviamtt Versuch angestellr. Die
Zerstörung der Statue Andre' war sei
Werk. Er wird den Verruck.e spielen,
um frei zu kommen. '
Berlin. S. August. Heute h be
retis die Feier des ISOjährigen Bestehen
der .Georgia Aogußa, der Uoise, fMt
in Göttingen, mtt dem Einzüge de
Prinzregenten osa Btaunschmeig i die
festlich beleuchtete Stadt begosveo, dem
ein Fackelzng ter Studenten mit daran
anschließendem Comma folgte.
Der verstorbene Besitzer der meltbe
issesz
, f fciucu .ilCl
tern eine Millionnnd den Arme Itr
Statt Essen eine halbe Willi Mark
letztwilliz vermacht.
In Süd.Deutfchland und Oesterreich
ist die Ernte im Gange. Die Ernte ist
nach Menge und Beschaffenheit de 5e
treibe eine gute Mittelernte; die Web
zenernle i Ungarn vnheißt den ledeu
tendsten Ueberschvß. wie er seit winde
ftevL 20 Jahren nicht erzielt morden ist.
Pari. 8. Aug. Der Gauloi
dringt darauf, daß alle Grenzbeamtkn
auf deutschem, wie französischen Gebiet
angewiesen werden sollten, von ihren
Befugnissen in solcher rücksichtsvollen
Weife Gebrauch zn machen, daß alle
Störungen zwischen Frankreich ud
Deutschland vermieden würden. Beider
Länder sehnten sich nach Friede.
Pari. 8. August. Die Regierung
hat den Gebrüdern Weißbuch, Spiel
waarenfadrikanten in Embremine, im
Mosel-Departement, deren Fabrik von
dem PrZfekten Schnerb geschlossen wor
den war, eine Gnadenfrist von drei Mo
vaten bewilligt, um ihnen Gelegenheit
zu geben, ihre Fabrikate zu verkaufe.
Wegen de Schließen tiefer Fabrik
durch den Präfekten fanden diplomatische
Berhandlunzm zwischen BiZknarck und
der französischen Regierung statt.
anunB.
SanFranciSco, 5. Aug. Au
Honolulu hier eingetrosseoen Nachrichten
zufolge hat der König Kalakaua am 10.
Juli die neue Verfassung, welche ihm
thatsächlich nur die BegnadigungSgewatt
IZßt, genehmigt, ver -gestürzte Mini
fier'Präfldent Gibson ist auf einem Se
gtlschiffe ou Hooolulu enl kommen und
fc.Cfc.. HJ. . r : er
i-ciuuci Hcgcuwuiiig uuu vuu(juni
cic j unterwegs.
Macon. Ga., 6. August. Heute
Morgen wurde die ganze Farnttie de be
kannten, zwölf Meilen von hier wohnen
den Farmer, Cupttaia Richard Wool
falk, zu der feire Frau, vier Kinder und
eine Tante seiner Frau gehören, in ihrem
Hause mtt obgeschndtevem Halse gefun
den. Tom G. Woolfalk. ein Sohn au
erster Ehe, ist der That verdächtig.. Der
Sheriff ist nach dem Platze abgegangen.
Joliet, S. Aug. Das Feuer.
da gestern den ganzen Tag in der
Gegend von Manhattan in Groundv
Countu gehaust h tte, war kanm bemei
ftert, al nicht wett von dieser Brand
statte, wett er abwärt a der Eisenbahn,
ein andere auS brach und 100 Acre
verheerte ; auch ein HauS brannte nieder.
An manchen Stellen erhob sich eine
Feuersäule von dreißig Fuß und im
Durchschnitt loderten die Flammen zehn
Fuß hoch. Alle machte sich an' Werk.
da Feuer zu dämpfen, und tl gelang
auch nach vielen Anstrengungen. Bei
Matteso brannte eine große Strecke
au ; in den Wäldern haust da Feuer
noch immer, selbst die stärksten Bäume
unterliegen ihm.
Milwaukee. 6. August. Heute
brach ein Kohlenschuppen, ans dem 2Q0
Menschen Platz gevomme hatten, um in
dem Schiffsbauhofe von Wolf L- David
son dem Stapellauf der Dampfbarke
William H. Wolf beizuwohnen, zusam
men; die ganze Menge stürzte 30 ?uß
tief in' Wasser. Zwei Todte wurden
au dem Wasser gezogen; 14 Schweroer
undete wurden nach dem Hospital ge
bracht.
Im Fluß wird jetzt nach Todten ge
sucht, da wenigsten ein halbe Dutzend
ertrunken sein müssen.
Fort Wort h. Tenn.. 7. August.
Die ProhibitionSgeoner feierten Freitag
Abend auf einem öffentlichen Platze die
Niederlage der Prohibitioniflen mit Ab
brennen von Feuerwerk. Eine Rakete
flog in ein Pulverfaß, auf dem einJaoae
faß; eine furchtbare Erplofion folgte;
der arme Junce. JameS Lazenby. wurde
in die Luft geschleudert und fiel dann
furchtbar verbrannt auf den Boden; er
starb gestern Morgen; ein anderer
Junge, der auch schrecklich verdraont
war, starb am Nachmittag ; der 11 jährige
Gu HatchM ist so schlimm verbrannt.
iSa& 9T tllÄt VirtnAtt f um iriT mrfr. 2mi
w W V MTIV j
andere Knaben sind auch sehr stark ver
bräunt, doch ist ihr Znstand nicht hoff
nungSlos.
Fulton. Mo.. 7. ua. Bei der
gestern auf der vier Meilen von hier
entfernten Farm deS Horfon Smith ab
gehaltenen Coronerk'Untersuchuug über
die Ermordung Smith' gestand sein
zehnjähriger Sohn Mevton ei, daß er
den Vater erschossen habe und dazu von
seiner Schwester und einem Nearrbube
veranlaßt worden sei. Sein Vater habe
ih schlecht behandelt und. weil er in
der Nacht deS 4 aus dem Hause gewesen
sei. ausgepeitscht
NogaleS. Aii,'.. 8. August. Dte
Schaluppe Sarah befand sich in der
Früh de 25. Juli km Golf von Califor
nie, zwischen SanPedro und Martine, ,
al plötzlich ein Windstoß da kleine
Fahrzeug umwarf. Am Bord desselben
befanden sich der Kapitän und dessen
Frau und Linder, ein Bergmanv Namens
Embladajo Halle uud S Matrosen.
Alle, bl auf de Kal an und 4 von
den Matrosen, die sich on dem Wrack .
festklammerten, fanden in den Wellen
den Tod. Ihre Leichen kamen TegS
darauf zum Vorschein und snlcn den
Haien zum Fraße.
Fünf Tage ach dem UuglülkSfalle
verloren zwei von de Matrosim den
Verstand und stürzten sich in' LZasser,'
wo Haie sie mtt aufgesperrten ZLachen
erwarteten. Der Kapitän, ein Matrose
und der Schiffsjunge wurden, neichdem
sie acht Tage lang Hunger und Durft
gelitten, von einem Schiffe aufgenom
me und rjachZSuanAa gebracht.
Neuere l.'

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