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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, August 02, 1889, Image 3

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Der IVsoiibcfr."
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liie Biis üb sie auch in ihrem Traum
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die lull' zerstörte .Vtitt;, sondern die liebe
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den oc;:::cr:i lag die s i.!e Z?iiitcrnacht mit'
ihren tausend hnilelndcn Sternen und
ibrem glij,-:rr.rea cchr.ee; und in der
Sü:Lv I .".:.'tete die kleine Lampe, und der
iil'..::,-,e .'lachelesen strahlte eine sanfte
Wär.ne jüv. Zazil hatte fleißig geschafft
freu ganzen nun war sie müde und
sehi.ke s'.ch nach cilas. Ader sie mußte
ja c::i de:i S-iartl N'arte::. testen Pfeiflein
noch i;::;;u'r lra::i;te. Uns sie geduldete
sich .:.::: a lsi:::ic ja so lange nicht
mehr daueeü. !.!. er die Pfeife in die
,ens:e'.i!!sche langen ui.o sagen würde:
Gc!, J.'i:::::;!, i.':nm 's ii Schlafens,
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auf
hin
und her, nun richt.
e er s.ch
und
schante, ans die rückwärts gesiemmten Arme
ges!üi.t, mit weit au'.'.eriisenen Augen
umher, -as i-? denn? ie steht denn
alle-:? Und wie weil is denn mit der Zeit?
Es muß ja d' Nacht ichen lang vorbei sein !
Aber init'ia .Hastee, s'.eiiich, da wird's
schlecht ausschauen da Herrchen. Und mich
hungert's, das; alles tracht in mir!"
Zäzil erheb sich, löste ca-3 kleine Bändel
von der .Urare und warf es dem Burschen
in den Cchost. Ta l as! 'was zum listen
kannst alles b halten, 'chir jwei, 2.'iartl,
gelt, wir Halten's scheu se- j'.cch ans."
Sie halte noch nicht ausgesprochen, da
ging ein leises Zittern diuvh die Wände.
Martl's erster Blick slog zur 'Lecke; dort
oben war alles unveräncit, nichts rührte
sich an den Brettern; aber das Zittern der
Wände wiederholte stch in;D ein dumpfes,
wie auS weiter erne liingeudes Geräusch
ließ sich vernehmen.
''Zäzil! Hörst es?" stammelte Aartl.
Teine Leus und meine
Unecht' sind da !
,
sie graben schon !"
In jah auswallender rende ickjaig Zazil ;
die Hände vcr's Gesicht und brach in !
Schluchzen aus. Sepp aber sprang auf,
warf die Kotze in einen Winkel und schrie !
mit gellender Stimme: oho! Lcut' l
da da! Hoho! Leut' ! Hcho l"
Zornig satte ihn Martl beim Arme, j
Was hast Tu denn? Bist denn narrisch ;
worden !" ;
Na ja, d' Leut müssen ded) winen, daß
alles gut sieht in den Hütten müssen !
doch wissen, daß alles noch am Leben is!" 1
Und
begann der Bursche sein
Geschrei.
Mit einem verächtlichen Lächeln wandte
sich Martl von ihm ab, ging auf Zäzil zn
und zog ihr sanft die Hände vom Gesicht.
Jetzt heißt's, den Kopf in der Höh' und
d' Augen offen halten !"
Wieder zitterte daS ganze Haus und ein
matteS Knirschen ließ stch vernehmen.
AIS Mart's Augen zur Decke flogen, er
hlaßte er. Die Thürplatte halte sich vcr
schoben, der Pfosten hatte sich gerührt und
stand nicht mehr gerade. Mit banger
Sorge dämmerte in ihm die Befürchtung
auf, daß die draußen arbeitenden Leute
beim Ausgraben des Schnees die richtige
Stelle verfehlt und den Schacht um ein
Putzend Schritte zu hoch begonnen hätten,
so daß sie beim Weitergaben, statt auf die
äußere Thüre, auf das zertrümmerte Hüt
tendach und auf die schwer bedrohte Decke
der Sennstube stoßen mußten. Und was
er fürchtete, fand er auch gleich durch die
niederdringenden Geräusche bestätigt, die
sich immer deutlicher vernehmen ließen.
Man unterschied bereits die schreienden
Etimmen der Leute, dumpf hörte man
jeden Pickelscklag, das Stampfen der Füße
nd da? Kollern der aus dem Schachte
geworfenen Felsbrocken. Und immer wie
der zitterten die Wände, immer häufiger
knirschte und ächzte die Decke.
Da reckte sich Martl auf, wie ein Ning
Umpfer vor dem Angriff. Er wußte, daß
die Gefahr, die seit dem Sturz der Lawine
über ihren Köpfen gedroht hatte durch all
die langen, bangen Stunden, nun erst
lebendig wurde. Was über ihnen sich
rührte cS konnte die Nettuug sein, aber
auch das Ende. Martls Blicke flogen
durch die Stube. Er suchte die Stelle,
die am wenigsten gefährdet war, wenn die
Decke in Stürzen kam und den Stuben
räum mit Balkentrümmern, Schnee und
Steinen füllte. Prüfenden Blickes hingen
seine Augen an der starken Blockwand,
welche den Ganz von der Stube trennte,
an der Thüröffnung, deren Nahmen aus
plumpen, schweren Pfosten gefügt war.
Hierher trug er den niederen Hcrdschemcl,
und stellte ihn hart über die Schwelle und i
winkte dem Mädchen. Komm, Zäzil
da setz Dich her !" Wortlos that sie, was
er verlangte. Und Tu. Scpp, wenn ich
Dir im Guten rathen dürst', so laß Dein
Umrennen und Dein Schreien sein und
stell Dich neben s' Deandl unter d' Thür'."
$1 klang ein so tiefer Ernst aus seiner
dedenden Stimme, daß der Bursche mit
erschrockenen Augen zu ihm aufschaute und
dann schweigend den Platz einnahm, der
ihm angewiesen war.
Martl enzündete einen frischen Span
es war der letzte und reichte ihn dem
Mädchen. Da, Zäzil, nimm Du 's Licht
-uf Dich kann ich mich verlassen."
Mit seinein Messer sprengte er ein lange?
jpcheit von der Hclzbank und zerschnitt cs
haftig in dünne Späne, die er dem Mäd
chen über den Schoß legte. Gelt, Zäzil
ihnmir folgen ! Laß 's Licht kein'
uzenblick nct ausgehen und und
wai auch g'schehcn mag, rühr Tick net
Fleck, thu kein' Schritt in' Gang
laus und kein' in d' Stuben 'nein:
t feuchten Augen blickte sie zu ihm
iii i r la"g seiner Stimme ging ihr
irJi I " au3 tm Uang dieser Stimme
"Ölte sie die tiefe, schmerzvolle Sorge
jl , b,e 'b" um sie bewegte, um sie
IX . SlC 'u"kte ihm an, daß er gerne
M? gesaat Hatte, etwas, das aus
d. , $r m "'vordrängte auf die Lip
-'. inner leine ui;,.. f-;;.. v tu..
.im. lllllllCIl l'Wll -cui
Kenünter dT?ure 55er schrote:
Da richtete auchLäzil die Augen ,u Eevv
. s: 1. i
.upvi, ic you orr, orennenden Span, als
-V a C. W 3 n m .
möchte sie bas ficht e Burschen heller
erleuchtet sehen, und ein dittereS Lächeln
auiC um iyrr ipxen, wahrend sie leise
vor ,ich hinraunte: .A B'sonderer! Wie
lange war e her, daß sie zu diesem Wen
Ich gqagt hatte: So, Sepp, ich will'S
n?t I, , ,,, : i. cr: .... , , . -
.... , VUp iiv qui vlN!" mai
aber ,eyt aui ihren Augen sprach, das
sah sich an wie Haß. Nicht Haß nein
Verachtung ! Noch verstand sie ihn nicht
ganz, diesen Heuchler, noch wußte sie nicht,
weshalb er seine Maske plötzlich hatte
innen lauen, eines aber wußte sie: diese
stille, sinstere efahr, die einen ganzen,
echten Mann erforderte, hatte ihr gezei-zt.
nnici vun cicjeu ccioen ver Besondere-
war. -uit Sepp im ersten Todesschreck
des Mädchens vergessen hatte, dem er eine
! Minute früher sein Leben und den lekte
Blutstropfen verschworen, des konnte sie
ihm verzeihen. Aber wie er sich gebärdet
hatte in all den folgenden Stunden!....
AIs überkäme sie ein unüberwindlicker
l Ekel, so wand sie das Gesicht von ihm, und
mir ciecm trae war sur sie das Leben
dieser Tage abgeschlossen und ein neues
Leben nahm seinen Anfang in ihrem Her
zen. Eie schaute zu der knirschenden,
zitternden Tccke empor und schüttelte
lächelnd den Kopf. Diese Balken durften
nicht brechen und stürzen, wenn eS einen
! gütigen Herrgott im Himmel gab sie
muyte ja nun Zeit haben, Zeit sür daS
neue Leben. daS ihr leuchtend aufge
gangen aus dem Tunke! dieser schneeum
j lagerten Stube.'
Ein Geräusch von splitterndem Holze
machte sie aufblicken. Sie sah. wie Martl
den Klapptisch aus den hölzernen Angeln
riß, die an dcr BIockmand befestigt waren.
Und den beweglichen Fuß deS Brettes
brach er über dem Knie entzwei, so daß
nur ein kurzer Stumpf an der Platte ver
blieb. Zäzil begriff nicht, waö Martl
damit bezweckte. Sie schaute ihm fragend
ins Gesicht, als er mit dem Brett an'ihre
Seite trat. Martl aber hatte jetzt keine
Augen für daS Mädchen. Seine Blicke
hingen unverwandt an der schwankenden
Tecke. Immer deutlicher ließ sich das
dumpfe Poltern und Gestampf über dem
Gebälk vernehmen, immer deutlicher, fast
schon verständlich, klangen die wirr durch
einander schreienden Stimmen und jetzt
verstummte das Pochen und ollern, eine
einzelne Stimme überklang die andern,
dann hörte man, von mehreren Stimmen
zugleich, jenen eintönigen Nus, den die
Holzkncchte beim Schleifen oder Heden
einer schweren Last auszustoßen pflegen.
Weiter und weiter öffneten sich Martl's
Augen, seine Lippen klafften, in athemloser
Spannung schienen seine Züge wie ver,
stcinert wieder vernahm er jenen ge
zvgenen Ruf nun eine kreischende
Stimme, ein wirres, angstvolles Geschrei,
ein Poltern, Stürzen und Schmettern
die Wände bebten, cs krachte die Decke
und splitternd flog der auf dein esse!
ruhende Pfosten gegen den Herd.
Schon aber hatte Martl mit der Lin
ten Zäzils Arm ergriffen, und das Mäd
chen mit seinem eigenen Körper deckend,
schwang er die Tischplatte gleich einem
Schilde über den Kops empor. Und vor
den Beiden brach es nieder mit dröhnen
dem Geschmetter ein tischhoher FelS
block stürzte mitten in die Stube, aber der
die Decke stützende Pfosten hatte die Wucht
der Steinmasse gedämpft, so daß die Bai
ken, welche vor und hinter ihr zersplit-
ternö nicderbracbcn, den Halt über den
Wänden nicht völlig verloren und aeaen
die ctubc einen von Lücken durchrissenen
Krater bildeten, den das nachstürzende
Geröll und der uachrollende Schnee fast
zur Hälfte füllten. Und hinter dem
Schnee einher fluthete das helle, grelle
Tageslicht in den halbverschütteten
Na um.
Balkensplitter, Brettstücke und Fels
brocken waren gegen den Schild geflogen,
den Mart! zum Schutze über sich erhoben
hatte. Aber die Platte und Martlö Arm,
sie hatten Stand gehalten. Nun warf er
das Brett bei Seite und hob daS an allen
Gliedern zitternde Mädchen mit beiden
Händen vom Schemel empor.
Jetzt, Deandl jetzt schnauf auöl
Alles is gut l 21 Minuten noch, und Dein
, Vater hals Dich am Herzen l- Ein lauteS
Gerappel machte ihn aufblicken, und ein
; müdes Lächeln ging über seine Lippen.
! Da schau dein pressirt'S aber, daß
! er 'nauskommt!" sagte er und deutete dem
i Burschen nach, der sich an den hängenden
j Balken emporgeschwungen hatte, nun
durch riue Lücke hinausschlüpfte auf dep
Schnee und mit katzenartiger Behendig
keit emporklettcrte über Schutt und Bai
kentrümmer.
In der Höhe verstärkte sich da wirre
Geschrei; doch neben dem aufwärts klet
terndcn Burschen glitt eine schwere Man
nesgestalt über den steilen Rand der
Grube nieder. Es war der Pfrointuer.
Zäzil! Mein' Zäzil!"
Bater Vater! mein liebs Va
terl!" schluchzte das Mädchen auf und
streckte die Hände.
Hastig erweiterte Martl eine der Lücken
zwischen den Balken, hob Zäzil mit raschen
Armen empor über den liegenden Schutt
und Schnee, der Pfrointuer riß das Mäd
chen an seine Brust, und von oben streckten
sich den Beiden ein Dutzend helfender
Hände entgegen.
Stammelnde, lachende, weinende Men
schcn umringten Zäzil, als sie droben
stand,' befreit, über dem schiefen Dache der
Lawine, die sich breit hinunter dehnte bis
an den Waldsaum. Zäzil aber hörte
keine? der hundert Worte, die ihre Ohren
umllangen, und hatte keinen Blick für die
Gesichter, welche sie umringten. Ihre
Augen glitten über die Leute hinweg zu
einer Gruppe dort drüben das war
der Holzerscpp, und ihm zu Füßen lag
ein schluchzendes Mädchen, da seine Äniee
umklammert hielt das war die Senne
rin des PfrointnerS und der Bursche
stieß daS Mädchen mit roher Faust von
sich und rannte dem Waldsaum ent-
gegen
Nun verstand sie Alles AlleS. Ein
erleichternder Seufzer löste sich aus ihrer
Brust, und ein Lächeln glitt über ihre
blassen Lippen. Martl wo iS der
Martl!" stammelte sie noch, dann griff sie
mit den Händen an ihre Schläfe, und
ohnmächtig sank sie ihrem Bater in die
Arme.
7.
Graue Dämmerung füllte
schon die
Auf dem
Stube des Pfrointnerhauses.
- I ! .1 c O.v.s.C - " I i
grauen großen Ledersofa 'lag Zazil aus
gestreckt.' Ihr Haupt war in ein weißes
Kissen versunken, ihre Haire waren gelöst.
und ihre Hände ruhten tn den anven
ihrer Mutter, die vor dem Eopha auf
einem niedern Schemel saß. Eine feine
Nöthe war über Zäzils Wangen gehaucht,
und mit zerstreutem Lächeln lauschte daS
Mädchen auf die sprudelnden Worte der
Mutter, welche lachend und weinend von
den bangen Stunden erzählte, die sie
durchlebt' hatte, seit die Nachricht vom
Sturz der Lawine, inö Tors herunter
gedrungen war.
Ta öffnete sich die Thüre, und der
Pfrointner betrat die Stube. Zäzil rich
tcte sich halb empor und nickte dem Va
ter zu.
..No also, mein Deandl wie ii Dir
I
denn setzt?" stug d Uc.!
.Besser, aterl, desser. ich banl. Dir
fd)3n I 2b rc aS i rtntm nin -
! der SHortl schon herunter!
.Natürlich! Hab' ihm g'rad guten
" oend g'sagt am Zaun !? -,
I Sil ließ sich zurücksinien
, - - ?
ih da! RiU
j f. Und als der Pfrointuer zur Fenster.
msche ging, um seine Pfeife zu holen, rief
' r . ;t . ..... ... '
. Ir iön niu in er limme.
,Vater?
Er kam, und zärt.ich strich er die schwie
liae Hand über 3äiili Stirn und tfaar
Was willst mein Deandl?"
Sag, Vater.. ..möchst mir an rechten
G'fallen thun? ' '
"Aber g'wiß ! Und wenn verlangst,
daß ich mein schönste Aul) am Schwanz
um Dachfenster 'naushänen ' soll
heut' thu' ich Dir Alles z'lieb !
Die Pfrointncri kicherte vergnügt;
Zäzil aber faßte die Hand des Vaters und
drückte sie an ihre glühende Wange.
A Borschaft hätt' ich säge z'lassen
ja an' Martl. Und mir ls. als könnt'
ich kein' Ruh', kein' Schlaf net finden in
der Nacht, ehre ich'ö net vom Herzen hab',
was ich ihm sagen muß ! Weißt es noch,
Vater am Samstag Abend was ich
Dir g'fagt hab'? Mir thät'S noch allweil
g'fallen daheim und gar net Pressiren
thät'S mir ich könnt' schon warten auf
an B'sondern !"
Jetzt aber," siel der Pfrointner, in dem
eine Ahnung aufzudämmern schien, mit
kreuzfideler Stimme ein, . jetzt aber,
Deandl, scheint's mir, jetzt pressirt'S Dir
g'waltig !
Ja, Vater, ja," lachte Zäzil unter
Thränen, während die Pfrointnerin vor
Heller Freude die Hände zusammenschlug.
Denn in der Hütten unter der Lahn, da
hab' ich ihn ja g'funden, mein' B'sondern!
Und soll ich Dir sagen, wie er heißt? Gar
net weit hast zum gehn, wann mit ihm
reden willst. Und schau, da thät'ft mir
halt an rechten G'fallen, wann ihm sagen
möcht'st: ich laß ihn bitten, daß er mir den
Samstag Abend nimmer nachtragt und
und wenn's ihn net verdrießen that',
und wenn's ihm lieb und recht wär', so
so möcht' er halt den selbigen Gang a
zweitsmal machen !"
Brav. Deandl ! Recht hast ! Auf der
Stell' geh' ich 'über! Hast eS g'hört.
Alte das is halt m e i n' Tochter !"
Der Pfrointner packte seinen Hut,
stülpte ihn über die Haare und schoß zur
Thür hinaus, als fürchte er, daß Zäzil
ihren Auftrag widerrufen könnte.
Jetzt kam das Zünglein der Psroint
nerin in Bewegung. Auf die zwanzig
Fragen aber, die sie in einem Athem her
auShaspelte, schüttelte Zäzil nur den
Kops.
Ich kann net reden, Mutter!, ich
kann net. Mein Herz iS alles ,'voll!
Und g'rad das Einzig' kann ich sagen:
den Vdartl mag ich, Len Martl, und sonst
kein' andern ! So viel lieb iS er mir, so
viel, daß ich'S gar net sagen kann !" Und
schluchzend deckte sie das Gesicht mit beiden
Händen. ,
Die Pfrointnerin war vor Staunen und
Freude völlig wirr im Kopfe. Sie trip
pelte planlos in der Stube umher, und
als sie sich anschickte, die Hängelampe über
dem Tisch zu entzünden, verbrannte sie ein
halbe Päckchen Streichhölzer, bis sie auf
den Gedanken kam, daß man, um den
Docht anzünden zu können, doch wohl den
Zylinder abnehmen müsse. Und als nun
die Lampenflamme ihren traulichen Schein
durch die Stube warf, suchte die Pfroint
nerin ihr altes Plätzchen wieder auf und
plauschte darauf IoS wie ein Mühlwerk,
daS bei Hochwasser in'S Klappern kam.
Plötzlich hob Zazil den Kops empor und
stammelte: Ter Vater kommt !"
Die Pfrointnerin lauschte: Na ich
hör' noch nix I"
Zäzil aber hatte ch nicht getäuscht.
Eine kurze Weile noch, dann klapperten
schwere Tritte über das Hofpflaster. Nun
öffnete sich die Thüre, und Zäzil erschrak,
als sie daS mißvergnügte, zornige Gesicht
des VaterS sah. -
Der Pfrointner warf seinen Hut in eine
Fensternische und schalt: So einer! Is
dös a Dickschädel l Da hört sich doch alles
auf! Na, na, was sich in zwei Tag' nct
alles andern kann! Mein Deandl iS die
G'scheidte worden und jetzt fpielt der
ander' den Ueberspannten. Er kann'S
net glauben, daß d' ihn gern haft sagt
er. Nachtragen thät' er Dir gar nix
sagt er aber er möcht' a Bäuerin, die
ihn nimmt auS Lieb, sagt er und nct
eine, die ihn gestern zur Thür 'ausschickt
und heut wieder ja sagt auS übertrie
dencr Dankbarkeit l Und gar net verdient
hätt' er'S um Dich, daß er an solchen
Tank verlangen könnt' sagt er daS
bißl Aushalten in der Hütten, meint er,
daS wär' ja gar uct der Red' werth ! Zu
g'redt hab' ich ihm wie ci'rn bockbeinigen
Lampl aber wann der amal sein Köpfl
aufsetzt, nachher reißt'S ihm Gott Vater
nimmer 'runter. Da soll ja doch gleich a
heiliges Donnerwetter drein schlagen
in so a Narreteil"
Jetzt stockte dem Pfrointner der zornige
Redefluß, und er machte zwei recht ver
dutzte ÄugM,' als er dem Mädchen ins
Angesicht sah, daS mit ruhigem, heiterem
Lächeln zu ihm aufblickte.
Geh, Vater, mußt Dich net ärgern
und .... Mutter! sei so gut, wo hast denn
meute Echuh'?"
Ja Deandl," stotterte die Pfrointnerin.
Du wirst doch net "
Aber g'wiß ! Und weißt. Bater, was
ich mir den!'? 'Du hast halt an meiner
Botschaft 'S Beste vergessen!"
Wär' net übel!" lachie der Pfrointner.
Ja. ...zum richtigen Reden, da hätt'
ich Dir halt mein Herz mitgeben müssen,
Vie'S schlagt in mir. Und die ganze $e'A
schön hd' ich mir 'denkt, eS wär' doch
besser, enn ich gleich selber reden thät'
mit'm Martl."
Recht hast, Deandl l Und mach weiter,
Alte, d' Schuh' gib her ! Und tumme!
Dich, Madl! Und red ihm mir fest ins
G'wtffev, dem bockbeinigen Nick! I"
Mit zitternden Händen knotete Zäzil
die gelösten Haare im Nacken zusammen,
dann schlüpfte sie in die Schuhe, schlug
ein Tuch, das die Mutter ihr reichte, um
die Schultern und eilte avon.
Tiefe Dämmerung lag schon über dem
weiten Thal. Nur die schneebedeckten
Kuppen der Berge waren noch von roth
lichem Licht umflosien.
AIS Zäzil den dunklen Garten durch,
schritt schaute sie empor zu jener Berg.
hiZhe, auf welcher daS Almfeld ihres Va
terS gelegen war. Deutlich sah sie daS
FelsgewSnde ragen, und deutlich unter
schied sie die graue, schneelose Gasse,
welch über der Stelle, wo die verschüttete
Hütte stehen mußte, vom Grat der Felsen
über die Wand sich niederzog. Sin leiser
Schauer rieselte um ihre Schultern und
hastig eilte sie citer. '
Jetzt bog sie um die Ecke dcZ Bründk
Hauses. In der Stube brannte Hit
Lampe, und Zäzil sah durch da Jenst
den jungen Bsuern im Hxrrgptt.swinkej
sitzen. Er hielt diz Arme, über dem Tisch
gekreuzt und daS i Besicht m ihnen per
graben'.'
Leisen Schritte betrat sie den Flur
und öffnete sacht die Thüre. Martl hörte
sie nicht kommen. Eine Weile stand sie
schweigend, dann rief sie mit schüchterner
Stimme seinen Namen.
Erschrocken fuhr er auf, stieß sich hinter
dem Tisch hervor und starrte sie an mit er
blaßtem Gesichte.
- Du?.... Zäzil?"
$ Ja, Martin, i ich ! Und sei net hart,
daß' ich "kommen bin lang halt' ich Dich
net auf. Die Botschaft, wo ich Dir sagen
hab' lassen durch mein' Vater, die kennst
ja 7- und mein Vater hat mir auch Dein'
Antwort bracht. Und schau, da muß ich
Dir doch a Vcrgeltszott sagen, daß
mich für gar so a dankbares Deandl haltst.
Es is was Schöns um an dankbaken Men
schen ja und drum is mir's völlig
arg, daß ich Dein' gute Meinung von mir
net gelten lassen kann. Ich bin halt so
viel aufrichtig, weißt! Und bin Dir gar
net dankbar na fallt mir gar nct
ein ! Weswegen denn auch? Weil in der
Hütten droben Dein', Leben eing'sctzt hast
für's meine? Das hast ja müssen weil
a braver Mensch bist, a ganz a B'sondcrer
uiid weil mich gern hast !"
Mit schwankender Stimme hatte sie be
qonnen und beim Anblick der hilflosen
Verwirrung, die sie von Martls Zügen
las, war ihr der Muth gewachsen. Einige
Schritte trat sie näher und sprach mit hei
terem Lächeln weiter: Ja, Martl, ja
weil mich gern hast. Am Samstag hab'
ich Dir Teine kurzen Wörtle vor'gworfen
jetzt aber weiß ich, daß man mit solche
kurzen Wörtle mehr zum sagen weiß, als
wie mit stundenlange Reden. Weißt es
noch? Wie ich Dich selbigsmal g'sragt
hab', weswegen denn g'rad auf mich ver
fallen bist, da hast mir g'sagt: .Weil mir
halt die nächste bist s? und so I' Es
hat mir gleich zum denken geben. Dein
.so und so' und jetzt versteh' ich's,
wie's vermeint war. So .."sie deutete
hinüber nach dem Pfrointnerhof. 'dann
schaute sie mit leuchtenden Augen zu ihm
auf. preßte die Hand auf ihre Brust und
lächelte: und so !"
Der starke lange Mensch am Tische zit
terte an Händen und Füßen. Seine
Lippen bewegten sich, aber aus seiner
Kedle wollte kein Laut.
Und was bei Dir da einzige, kurze
Wörtl werth iS i.-: der Hütten droben
halx' ich'S aussludirtl Es is Dein Leben
werth und mehr noch, Martl, weit mehr
noch Dein Leben und Lieb'. Unser
Hergott muß sich schier 'denkt haben: dem
einfältigen Deandl da drunten muß ich
amal zum merken geben, was der Unter
schied is zwischen Aua und Mann und
d'rum hat er mir dicselbigcn Stunden zu
der Hütten 'schickt und Dich dazu. Was
Dich 'naufg'führt hat. in d' Hütten, schier
mein' ich, daß ich mir's denken kann.
Der Zufall is 's am allerletzten g'mesen.
Wer'S g'sagt hat, weiß ich nimmer
'leicht war's am End' gar mein Herz, das
mir g'sagt hat: es war a ganz kleinS bißl
Eifersucht dabei?
Na, Zäzil na laß Dir sagen "
stotterte Martl. auf dessen Zügen Nöthe
mit Blässe wechselte. !
jazil aver lpracy tapfer Wetter, a,
Martl, ich will Tir's einb'stehen er hat
mir g'fallen. Drunten am See, wie er
daS Büdl 'rauög'holt hat, das hat mir in
d' Augen g'stochen. Aber ich hab' ihn
bloß g'sehen am Tag und in der Sonn'
und Nacht hat's werden müssen, daß mir
d' Augen aus'gangcn sind über ihn und
über Dich ! No schau und da könnt' ich
Dir jetzt die schönsten Sachen sagen
könnt' Dir sagen, daß mir in diesclbizcii
Stunden fester 'ncing'wachsen bist in's
Herz, als wie ein Baum in hundert Jahr'
'neinmachst in sein' Boden. Kennt' Dir
sagen, daß ich so gern wie Dich lein' Men
schen nimmer hab'' auf der ganzen Welt.
Aber na Tu hast ja mci'm Vater g'sagt,
daß meiner Lieb' net glauben kannst.
Hast ja g'sagt, ich nimm Dich auS lauter
Tank! Und is doch von Tank gar kein'
Hfh hei mir sonst h'm.tlir iih
w wwawyB M
Dich ja g'noininen aus lauter Eigennutz,
weil ich mir an Bessern und Liebern ntm
mer z' finden müßt'. Aber na da is
jetzt nix mehr z'redcn d'rübcr !"
Zäzil jcsscs na Deandl," stam
melte Martl in überquellender Freude,
schau ich weiß ja gar net, was ich
sagen soll alles dreht sich um mich
'rum "
Mit schalkhaften Augen ichante sie zu
ihm aus und sagte: G'rad ein? noch
muß ich Dir sagen nachher laß ich Dir
schon Dein' Ruh'! Nach der selbigen Was,
serfahrt am See hat mir der Ander' mit
G'walt a Bußl g'iiommcn. Auf an See
aber, so mein' ich heut', und wenn cr
noch so wild thät, fahrt a jeder Bub'
uauS, wann ihn dcr Uebermuth plagt.
ÄaS ich aber von Dir in der Hütten dro
den g'sehen hab', unter der Lahn und in
der finstern G'sahr, daS, Martl, eas
macht Dir so leicht kein zweiter nach ! Drei
Menschen hast am Leben g'halten und
da sollt' "ich Dich nct besser zahlen, als
wie den Andern, dcr daS kleine Büdl
aus'm See 'rau-Z'zogen hat ? Ta müßt's
ja gar kei' G'rechtigkeit nimmer geben auf
der Welt. Na schau und weil ich halt
gar so a G'rechte bin, drum steh ich da
und srag' Dich von selber: Magst eins
haben a Bußl !"
Und verlockend hielt si? ihm den rothen
Mund entgegen.
WaS er sagte, wußte cr nicht; und sie
verstand eS noch .weniger; es war ein
Lallen, ein Jauchzen aber mit den Ar
men wußte er schon besser zu reden, als
mit der Zunge. In stürmischem Jubel riß
cr Zäzil an seine Brust, umklammerte sie,
daß ihr der Athem zu vergehen drohte,
und überströmte ihr Gesicht mit glühenden
Küssen.
Da ließ sich am Fenster ein klirrendes
Pochen vernehmen, und erschrocken fuhren j
yi )iiipii .iiipiii.iiibpr
die Beiden auseinander.
Durch die Scheiben guckte dS vergnüg
lich grinsende Gesicht deS Psrointners.
Verlegen fuhr sich Martl in die Haare.
Zäzil aber lachte: Geh, Martl
vor mei'm Vater brauchst Tich net schenk
ren I"
Und wieder bot sie ihm die rothen Lip
p?n.
Ende.
Gemeinnütziges.
G g e M u s k i t o st i ch e wendet
man Salmiakgeist an, oder man legt
feuchte Etde auf die gestochene Stelle.
Lin vorzügliches Mittel,
Flöhe zu vertreiöen. ist gestoßener oder
im Petroleum ausgelöster Kampfer.
Brom be e rw e i n wird folgender
maße,, hergestellt. Die zerdrückten Brom
beren werden aug.'prest und der Saft
jurch Flanell in einen tcinkrug geseiht.
5u ied.m Quart Sast setzt man 2 Pfund
Zucr. rührt gut uin. giept nach 3 Tage
ttar ad, fügt zu jedem Quart Saft 2
Quart schwachen Weißwein u.td füllt die
Flüssigkeit auf Flaschen.
Haarfärbemittel - Nccept:
Etwa jetzt gesammelte unreife Walnüffe
werden zerrieben und ihnen Gewichts
tbeil Alaun dabei zugesetzt. Dies
Äischung verrührt man tn der Ijfacben
Vaseline und läßt alles bei mZßtgV
Wärme 3 Wochen lang stehen. DÄ
Mittel ist ganz unschädlich, verlangt aber
häusige Anwendung.
Uin vergilbte Wäsche wieder
weiß zu machen, weicht man dieselbe in
sauer gewordene Buttermilch und läßt sie
darin liegen, tjnd zwar gröberi länK
als feinere. Alsdann wäscht man ste
mit Seife in lauwarmem Waffer, fvült
jt . , r r.'ttx
m lauern naco uno rrocrner ire.
feUI? Zulgbren nicht derlte.M
wiedervoa inan S Bei' Vihx:
Wüsche darf die Milch nicht zu sauer
Versalzene Schinken aeni',
bar u machen. Man lege dk
inken 24 Stunden i So'
Man nimmt hierzu soviel Soda, biö
das Wasser glatt anfühlt, kocht es
läkt es dann erkalten und weicht
Schinken ein: das Wasser mutz densel
den bedecken. Schreiher dieses hat d3
Mittel kei unschmackhaften Schinken
probirt, diese aber dann 48 Stunden in
dem Sodawasser liegen lassen. Mej
Schinken müssen hinterher tüchtig aoge
waschen werden:
Kalbsleber als Heilmittel.
Ein spanischer Arzt bat seit mchr als öS
Jahren eine Anzahl Fälle von Nacht
blindheit dadurch gebeilt, daß er Stücke
von Kalbsleber auf alühende 6oln
legte und dann zweimal des Tages eiwck
jedesmal 8 bis 10 Minuten lang die
Augen über die Dämpfe halten ließ. Sin
anderer spanischer Arzt bestätigt diese Er
fahrung insofern, das er mehrere Fälle
von Nachtblindheit heilte, indem er den
Patienten geröstete Kalbsleber essen ließ.
(Schweiz. Volksarzt.)
Um Glasscheiben in Schränken
oder Fenstern zu blenden, mrchtman mit
einem nicht zu vollen in) I mit perl
grauer Oe'farbe Flecke in handbreiten
Entfernungen auf das Glas, nimmt
dann ein Stück Watte und betupft mit
der Farbe das ganze Glas. Selostver
ständlich hängt das Gelingen des Blen
dens von dem gleichen, geschickten Tupfen
ab. Wenn die Arbeit gut ausfällt, so
siebt die Platte sebr täuschend dem matt
geschliffenen Glase ähnlich. Wünscht
man die Farbe wieder zu entfernen, so
betupft man das Glas so la'ge mit
Watte, welche in Terpentin getaucht
wurde, bis die Farbe verschwunden ist.
Vorzügliches Mittel gegen
Hühneraugen. Ich war oft un
äh:g zu gehen, schreibt ein Leser, und
and durch nachstehendes Mittel gar bald
vesentliche Erleichterung. Ich schnitt
aus alter Leinwand kleine Kompressen in
der Größe eineS FünfvfenniqStückes,
legte diese vierfach, in kaltes Wasser ge
taucht, auf daß Hühnerauge und um
wickelte die Zehe mit einem etwa 10 cni
lanaen 3 e in breiten Streifen Gummi
pap'.er. Die Kompresse muß jeden Mor- i
gen und Abend erneuert werden, vtam
ungefähr 14tägigem Gebrauch läßt sick)
die harte Haut des Hühnerauges mit
Leichtigkeit abziehen. Die Kompresse
verursacht keinerlei Unbequemlichkeiten.
Heilkraft desEiweißes. Für
Schnittwunden giebt es kein schneller hei
lendes Mittel, als einen Ueberzug mit
rohem Eiweiß. Ebenso ist das Eiweiß
eines, der wirkfamste.l Heilmittel gegen
Dssenterie (Durchfall rothe Ruhr).
Mit oder ohne Zucker geschlagen und auf
einmal heruntergeschluckt, wrrd das Ei
weiß einhüllend und die Entzündung des
Magens U!id der Eingeweide befänf
tigend. Zwei oder höchstens drei Eier
genügen an einem Tage bei gewöhnlichen !
Zufallen; es ist dies nicht nur lednm,
sondern auch leichte Nahrung, wie fie den
Patienten in solchen Fällen am dienlich-
liebsten, daher eine um so raschere Ge-!
nesung erwarten läßt. j
E i n d a u e r h a f t e r 2l n st r i ch auf
Holzwerk wird aus 3 Theilen Kreide !
oder ungelöschtem gepulverten Kalk und 1 i
Theil Theer bereitet, wobei letzterer bis j
zum mieden erhitzt uns dann die Rreive
oder Kalk hineingerührt wird. Nicht
Weniger h.iltbar ist eine Mischung aus 2
! ZV"y
' --VCUC
cn teinkoblentbeer, 2 Theilen
! Hol;- oder Steinkohlenasche, 2 Theilen
geschlämmtem Vehm oder Ziegelmebl und
! l Theil fein gesiebtem Sand. Der ogen.
i sinnische Anstrich, weicher sich tief in Holz
! hineinzieht und sehr billig ist, wird aus
5 Theilen Roggenmehl, 15 Theilen Was
ser, einer Lösung von 2 Theilen Zinkvi
triol in 45 Theilen heißem Wasser und
einer Lösung von l. 5 Kolophonium in 10
j Theilen festem -thrän dargestellt, auch
beliebig mit Farbstoffen versetzt. Roman
j oder Portlandeement liefert fehr brauch
! bare Anstriche für Holzwerk. Für Holz
werk wird ein im Wetter fehr haltbarer
! Eementanstrich herze.tellt aus 1 Maßtheil
j Romancement, 2 Masztbcilen geschlämm
I ten Scheuersand, 1 Maßthcil Quark und
! 1 Maßtheil Buttermilch. Anstriche mit
j starkem Alaunwasscr soll das Holzwerk
! gegen Feuer sichern. Dock werden da-
durch verbrennbare Gegenstände k'ines
I Wegs unverbrcnnbarer geinacht, sondern j
j eS werden nur dcr Angriff und die Zer- j
I störung derselben durch das Feuer cr j
schwert und verzögert. ,
Kleinen Kindern gibt man ge-,
wohnlich i Theelöffel voll Eastoröl als i
! Abführmittel. Thut dies seine Wirkung ;
! ntcht, so gebe man von folgender slhi - -
i tur, 1 Theelöffel voll : Manna 1 Drachme,
'??. ....... .ii."' 1 1. :.a. .ii i
Tyrup von alter Faulbaumrinde ttuck-
tkorn) 2 Drachmen, Antswasicr o Trach-;
men. Die alte Faulbattinrinde Ijati
keine Brechen erregende Eigenschaften '
wie die frische. !
Ein Thee von gerösteten Sonnen-
blumensamen wird als Heilmittel bei
Stickhusten gerühmt. Man mache den '
Versuch einige Wcchen hindurch. Den !
Thee lasse man einige Äiale des Tages :
trinken.
Augen leiden durch zu ettge
H a l s k r a g e n. Professor Dr. Förster,
Hiktor der Universitäts-Augenklinik in
m . o r ....Xi v ..... c ,r v.r.
cjitüiau, iiuiu;v vuiuu uu uaiiuui, t'uy
Augenleiden von Schülern und Schule-
rinnen nicht selten durch das Tragen enger i
Halskragen hervorgerufen werden. In
nicht weniger als 300 beobachteten Fäl-'
len handele es sich um ein chronisches,
durch Störung des Blutumlaufes veran-'
laßtes etden.
Chronischer Schnupfen. Als
Z?ur dagegen wird empfohlen täglich
kühle Abreibungen, durch Wannen- und
Flußbäder, durch welche die weniger lei-
is .... i l rv r
stungssayige cytetmyaur rer aus
Ferien gesetzt wird. Ferner strenge
Trockendiät, durch welche die Ueber-, J"u , ,. m '
schüsie an körperlicher Feuchtigkeit vom!. Bremen ist sehr bequem für R,'de ge
rtk, , legen und von Bremen aus kann man in
Orgamsmus Mbit ausgesogen werden, ! s,. zt sämmtliche Ttädte Deutsch
und drittens Ableitung des Blutes zu ! ,.,ds. Oesterreichs und der Schei, erreichen,
den Händen und Füßen. ! ZU Schnelldampfer des Norddeutsche Llo?d
Bki N erv enkie b er ist es bcson-' mit besonderer Berücksichtigung der
, I - J ö ' ! Zwischendecks . Passagiere und zweiter Sa-
ders wichtig, d der Kranke tmmer von su.Paffagiere gebaut, haben hohe Verdecke,
einer reinen kühlen Lust umgeben ilt. vorügiie Ventilation nnd eine auSgezeich.
Man fürchte hier keine Erkältung. Auf i nete Verpflegung,
dem Lande empfiehlt es sich, den ranken , Mehr wie
auS dem engen Ztmmer in die Scheune l,73Ö,Jl)00
oder unter ein Zelt, eine Veranda u. f. ; Passagiere haben mit den Dampfern des
w.m bringen. Die küble und reine Luft
ist hier wichtiger, als alle Arzenei.
Geaen schwächende Nacht-
schweiße htlft oft schnell das Abreiben
deS Körpers mit emerLosung,, welche man
auS 2 Drachmen Chloral und einer Tasse
voJlWaffer mit etwas Alkohol herstellt.
Das. Abreiben sollte mehrere Abende hin
tereinander .efchehen.
Gegen die kleinen Faden
w ürm er (kinvormg), die sowohl bei
Erivachsenen, als auch bei Kindern im
After ihren Sitz haben, wendet man
iweckmaia einen Aufau von Jnsecten-
pulver als Clystir an. Ein solcher Thee '
I, ' cm r r. . ' ll (N f . . ,
yt ai8 aieymiilet gegen iiieuc am
Leibe auch probat, wenn Salben nicht
vertragen werden.
i
fsszr 5i '
lny4 rz-c....z a Atr
tr- r " ä.- 5 x -.T
fav Zlnerwachsene und Ander.
Cftti izet sich für Sind so ,ul,"daß'ich
tt mxskhle als vorzüglicher ie alle mir bekannten
DU. ß. . xcher, H. D.
Hl 6c Ozsord CL, Broovon. 32. fß.
Romrnel & Sobbe
Eigenthümer der
Morrison Nursery .Weinberg!
MORRISON,
VaSttnade Tonnt?, - Missouri.
Missouri Pacific
Eisenbahn.
3-:-
cx
äglich-:-Zügc -:3
zwischen
KattsasCityll.St.Lollis
Solide Züge
mit
Pullman Buffct & Schlaf Wagrn
über die
0riuw8krtino
nach
Plieblo und Denver.
2 Tägliche Züge 2
nach
exas u. dem Slidwesten
H. C. Townsend,
Gknixal Passagirr und Tickct'Agcnt,
Et. VeuiS, Mo.
Vj. ,
r;f.,:
mS::'
K.
.. i
tzMU
"Ja. ZH
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1h itie lUls'ML JlV.'l I,!"'
itiwhnntojtl pnpir Mi!t;;
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1 t"- I liiruttt
in t in wuiid.
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ZE3Zorx2.cin.2n.
(Zirlenthümer.
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DaS vorzügliche Hermanncr
Lager-u.Flaschett-Bicr
entspringt dieser Brauerei.
- Handlung!
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