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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, January 03, 1890, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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DaS
Verbrechen
der 5. 1xenue,
As man van K. Grern-Tarrey.
(Fortsetzung.)
y. Eine Entdeckung.
Mi? Mary suchte eine einsamen
Winkel auf und lies; iliicm Schmerze
freien Lauf. Ich lenkte meine Aufmerk,
famkcit wiederum auf Mr. Gryce; er
war eifrigst damit beschäftigt, die Zahl
seiner Finger zu zahlen, dennoch zeigten
seine lZüge einige Unruhe. Äci meiner
Annäherung cr die Hände sinken
und empfing nlich mit einem flüchtigen
fächeln, das mich unattzenchm berührte.
3ch lott xucu feine Borrourf
uiackeu." redete ich ihn an ; 3tc halten
daö iKecht ;u l;an&cIiTr ,rie je es tha-
Und schließlich icur-cist da i.n::cr noch
nicht, daß sie n;it bern Äordc ;n schaf.
seit halte."
,Mr. 'JJci)moiti, ich biu als Detektiv
mit dieser 2aüic l'ctrant, und ich bcab
sichtige ncine "ää-t zu erfüllen in
Ihrem ganzen Umsaitj."
,Gen?iß." beeilte ich mich, zu erwidern.
.Können 2ic adcr ernttlich glanbcn, daß
dieses junge, zarte Mädchen sich an
einem 0 ungeyeiiernairn .-crorecyen
bctheiligtc? Äuf die lloßeu U'erdäch.
nennen belieben, vergießt jetzt bittere
Thränen. Sie sollten versuchen, die
Dame zu trösten. -
Trotz des Stauncus. in welches mich
diese Worte verseilen, ging ich hinüber
zu Äiö Mary.
.Die Trostcöortc eines fremden
mögen Ihnen anmaßend dünken, mein
Fräulein; dennoch bitte ich Sie, sich
Ihrem Schmerze nicht so hinzugeben ;
bedenken Sie. daß der Schein einer
Thatsache noch kein absoluter Beweis
ist."
Sie blickte mich mit unendlicherSanft
mutli an.
Ich weiß e?. sagte sie leise ; aber
Eleonore weiß cS nicht ; sie ist so heftig,
so maßlos, daß sie sich nicht ordentlich
Nechcnfchaft gibt über die Dinge. Sie
ist in eine Falle gerathen. Sagen Sie
mir, läuft sie wirklich Gefahr und
sollte sie "
Sie konnte den Salz nicht zu l5nde
führen. Durch einen Wink machte ich
sie auf die Gegenwart des Detektiv auf.
merksam.
.Wie meinen Sie das? Ich verstehe
Ihre Aeußerung nicht, daß sie in eine
Falle gerathen sei."
.Ich meine," sagte sie mit Festigkeit,
.daß Eleonore wissentlich oder nicht
die Fragen des EoroncrS derart fcc
antwortete, daß Alle, die sie hörten, den
Glauben hegen müssen, sie wisse mehr
von dem Verbrechen, als sie sollte."
Sie sprach mit immer leiserer Stimme,
aber so dcntlich. daß ein jedes ihrer
Worte in allen Winkeln des Zimmers
vernommen werden konnte.
ES hatte den Anschein, als wolle sie
etwa verbergen." fuhr sie fort ; da ist
jedoch nicht der Fall, meiner festen Ueber
zeugung nach Eleonore und ich, wir
vergehen einander nicht fondcilich
aber dcsicn ungeachtet bin ich überzeugt,
daß sie ebensowenig betheiligt ist an dem
Verbrechen wie icb. Man müßte sie
sau
vorstellen, nicht wahr ? Wiederholen
Sie ihr in meinem ?!amen" sie sprach
mit kam vernehmbcrer Stimme die
Ansicht, die Sie eben auSsprachen, daß
der Schein oft trüqt nnd kein Beweis
für Thatsachen ist."
Uebcrrascht blickte ich sie an. Welch
eine Schauspielerin, dieses Wett, !
Wäre es nicht besser, wenn ic selbst
mit ihr redeten?"
Wein, eö besteh: keine Intimität
zwischen uns."
DicS Alles ist mir unverständlich.
Man hätte ihr klar machen müssen, daß
absolute Wahrheit der sicherste Weg ist."
Mary fing an zu weinen.
Jd), warum trifft dieses Unglück
mich, die ich immer so glücklich war?"
.Vielleicht eben deshalb."
.War es nicht genug an dem furcht
baren Tode meines OnkclS? Und, daß
meine eigene Eonfinc "
Ich berührte ihren. Arm ; sie stockte
und biß sich die Lippen.
.Noch dürfen wir ja auf eine gute
Lösung hoffen, mein Fräulein. Ich
glaube wirklich, daß Ihre Sorge über
trieben ist und daß Ihre Cousine, falls
nicktS Neues hinzu kommt, seine ernste
Smbr läuft."
hatte diese Worte gesprochen in
der Absicht, zu erfahren, ob sie wegen
der Zukunft noch in Sorge sei.
Fall nichts Neues hinzukommt?
Was sollte da noch liin;nkommcn. da sie
doch unschuldig ist? Warum hat mir
- r ioroncr keine weiteren prägen ge
stellt? Ich hätte ihm saacn können.
daß Eleonore gestern Abend ihr Zimmer
mazt vertanen hat."
.Das hätten (ie flirrn siimtfii?"
.Allerdings. Mein Zimmer liegt der
.reppe naher als das t'.irnc. Um Hut
unter zu gehen, hätte sie an meiner Thür
vorbei müssen, und da hätte ich sie doch
gehört?"
.Da ist kein Grund." erwiderte ich
vuruvt. Haben ie keinen andern Ve
ftejs?"
Ich werde Alles sagen, waö nöthig
däre," flüsterte sie mir in'ö Chr.
Ich schnellte in die H?he. Ja. dieses
Mädchen würde jetzt eine Viigc sprechen,
iqre uoustne zn retten, wie iie lic
Kit im Berkör nelooen hatte ! Da
als dankte ich es ihr ; jetzt flößte sie
wi nt,etzen ein.
E? aibt ntrfitS nn jit rtttrr snsrsini
Gewissenlosigkeit berechtigte, aalte eö
uch, Jemanden zn retten, den Sie
?t luden."
.Wirklich?
Sie seufzte und wandte langsam den
lkovfab. j
.Bilden Sie sich keine zn schlechte
Mewung von mir; ich dachte nichts
mnico zu thun."
. 'te hur öffnete sich, und ein Manu
nat ein. Es war derselbe, der vorhin
eonorcii gefolgt war, als sie nach dem
.Verkör das Äimmrr irrster?
Mr. Gryce, ich hätte ein paar
Sorte mit Ihnen zu sprechen."
MJtT 3tiftw tf., :,. -j. !...
"" luiyii u;ui uuuj uuu
Uusslur. und eö war uns nicht mög
U, thr Gespräch zu belauschen. Mary
, Utglk.
' Kommt er aus Eleonoren's Zim
Klaube es. weiß eö aber nicht
Mben Sie. dak !htt ffmifine wirk
- S etwas i ibrcm Besitz hat, das sie
ten ; (ttcr oa; c.i? .ycij rnijii naiicn :
War sie nicht schon c:c.:üzcnd loinpro
miltirt. auch ohn.' dieses TaschcnkTch?
tizungcu emer Anocrcn inn rurscn "
.Diese Andere, wie Sie die reizendste
icrde der Ticm Yorker (Gesellschaft zu
warnen nnd ihr lagen, daß sie durch
solches Verhalten Verdacht errege. Sie.
Mr. Nanmond. Sie könnten ihr das
zu verbergen wllnsöst? '
Glauben Sie denn, daß 'sie etwa
verbergen möchte ?"
Da sage ich nicht. Aber eö ist viel
die ökcde gewesen von einem Papier,
und " . - - ; t,
.Man wird bei Eleonore weder Pa.
pier noch sonst etwa finden. Erstens
waren keine Dokumente vorhanden,
wichtig genug, um sie verschwinden zu
lassen. " (Mr. Gryce, der eben zu.
rückkch
rte. schien wie versteinert.)
avon
mute ich enntnl baben.
War ich denn nicht die Vertraute mei
ncs OnkclS?"
Vielleicht konnte aber Ihre Cousine
etwas in Erfahrung gebracht haben
wollte ich einwenden.
Sie zog sich mit auffallender Kälte
jnrüif.
Da war nichts in Erfahrung zu
bnugen. Wir führten das denkbar
einstufte und ruhigste Leben. Und so
werde ich denn nicht klug au allen die.
sen Vermuthungen ; für mich ist eö im
zweifelhaft, dass der Onkel von einem
Dieb ermordet wurde, der sich in'ö
Haus zu schleichen gewußt hat. Ich
vermuthe sogar, daß der Mörder einer
Räuberbande angehört. Ich bitte auch
Sie, an dieser Auslegung festhalte zu
wollen, wenn nicht wegen der Ehre
unserer Familie, so doch mir zu Liebe
flüsterte sie mit zärtlichem Blick.
In diesem Augenblick wandte sich
Mr. Gtt)ee ganz urplötzlich um.
Hätten Sie die Güte, sich in Ne
benzlmmer zu bemühen, Mr. Ray
mond? Ich möchte Ihnen etwas mit
theilen."
Ich beeilte mich zu folgen, erfreut,
von einer Unterredung los zu kommen,
die ebenso gefährlich wie peinlich zu wer
den drohte.
Wir haben Ihnen verschiedene Mit
theilungen zn machen." erklärte nun
Mr. Gryce in vollständig ungezwunge
ncr Haltung. Zuvörderst gestatten
-ssic mir, Ihnen ?)cr. JobbS, einen mei
ncr Agenten, vorzustellen Mr. Ray
mond. ES handelt sich um wichtige
lnge. ay dieselben ganz vertrau
lchcr Art nnd, brauche tdi wohl mcht
erst hinzuzufügen."
Gewiß mcht"
So saqcn ie nnS denn, was Sie
wissen. JobbS."
Mr. Gryce hatte mir den Befehl
ertheilt. Miß Eleonore zu überwachen ;
o bin ich denn nach dem Beryor
ihr und den beiden Dienstboten ae
olgt ; sie gingen nach deS FrauleinS
Zimmer hinauf. Dort angekom
mcn "
Dort? Wo?" unterbrach ihn Mr.
Gryce.
In ihrem Zimmer."
Wo liegt dasselbe?"
U?cr treppe gegenüber.
DaS ist nicht ihr Zimmer?
Fahren
-ic fort."
DaS wäre nicht ihr Zimmer? Dann
war es in der That das Feuer, um das
cS sich für sie handelte," rief er.
aS Feuer?"
Verzeihen Sie, ich möchte die Dinge
,n vcr cclycnsotge vencrnen. Wie vc
merkte mich zuerst nicht, obgleich ick) ihr
ans dem Fuße folgte ; und erst in diesem
Zimmer was also nicht das lyng.
ist entließ sie die Dienstboten und
wurde sich meiner Aufsicht bewußt.
Ruhig und gefaßt trat sie ein. die Thür
onen lanend. 'A:a ten mehr anders
konnte, folgte icl) ihr und setzte mich
ganz aujelis. ic cixuiqcic uao gm
t
dann ruhelos aut uno meoer, oas t
ein Anzeichen, welches mir von metner
Praxis aus ziemlich bekannt ist. Plötz.
lich blieb sie stehen uno nes :
Ein GlaS Wa,,er : Im werde wte
der ohnmächtig! Schnell! Da, auf
dem Tl,ch im Winkel!" um von
hin zu gelangen, mußte ich hinter einen
großen tehspiegel treten, der bis an
die Decke reichte ; ich zögerte also. Sie
blickte hinüber zu mir und sah mich an.
Nun. meine Herren, ich glaube, Sie
hätten auch nicht widerstehen können."
So fahren Sie doch fort !" rief un
geduldig Mr. Gryce.
jch enor ste aiio einen vingenona
aus dem Auae. Derielbe hatte tyr
wohl genügt, denn als ich mich ihr mit
dem gewünschten Glase näherte, kniete
sie vor dem Kamin und machte sich an
ihrer Klcidertaille zu schaffen, so daß
ich die Ueberzeugung gewann, sie ver.
suche etwas zu vernichten, ve
betrachtete sie (mir, in der Nähe, als ich
ihr das GlaS Wasser reichte, daraus
schien sie jedoch nicht zu achten, sondern
den Kamin im Auge zu behalten mit
einem Ausdruck, den ich noch an sei
nem menschlichen Wesen wahrgenom.
men habe. Alsdann trank sie einige
Tropsen und näherte ihre Hände dem
Jener.
Mir ist kalt." flüsterte sie. Ach
Gott, wie kalt ist mir !" Die war
der Fall, denn ihre Zähne schlugen aus.
einander. DaS Feuer war beinahe auS
aeaanien: ick lab sie von Neuem
nach ihrer Kleidertaille fasten. Dieses
Mal wurde ich sehr stutzig ; ich beugte
midi vor nnd sah. wie ue etwas m den
Kamin warf, das einen klingenden Ton
von sich aab. Eine Vermuthung stieg
in mir auf ; ich eilte hin, doch sie stürzte
vor, erfaßte den gefüllten Kohlencimer
und schüttete dessen ganzen Inhalt auf
die heilze Aiche.
Ich will mehr Feuer habcu." rief sie
Dann machen Sie eö aanz verkehrt
sagte ich nnd holte die Kohlen Stück für
Tr; jm o v stl.'X- Uta IA "
iiia an? vcr jcijc ijiiuui,
Bis was?" fragte ich, als ich ihn. mit
Mr. Gryce einen stuchtlgcn ua ivecy
sein sah.
SZis ick dies aemndcn hatte." erwi
dcrte cr. Er öffnete feine Hand nnd
zeigte einen Schlüssel, dessen
Rtng zerbrochen war.
10. Der Eifer de Detektiv
erhält einen neuen
Impuls.
Also doch, die schöne sympathische
Eleonore ich konnte den Gedanken
mAt slitßhettfcit.
OTi formen frftrtillit " saate Mr.
förttec. -Im bitt es nicht. Ein Weib wie
Win tvlfonorc aerätk, nickit in Wieder
fnrücl'k. in Berwirruna. fällt nicht in
Ohnmacht ohne Grund."
r?; meib da ein folckeS Ver
brechen begangen, wäre im Gegentheil
die Lebte dazu " versetzte ich. Geben
Sie den Schlüssel her; ,ch muß t.)u
frfipn."
Es ist der gesuchte ; ein Zweifel ist
ausgeschlosien."
W.'n sie ikre Unschuld behauptet.
nahm ich das Wort, .dann werde ich
daran glauben !"
(vr f,ik rnirfi staunend au.
Sie haben großes Bertrauen zu den
brauen." pottelte er. a mun me
inn slstnicm fteneit. dak Sie niemals
Gelegenheit haben, anderer Anficht zu
werden.
Nach kurzer Paule fügte er, zu dem
Agenten gewendet, hinzu :
Onuua. rf pn le Mi Eleonore.
Sem ' (7ns nn liinunterlukommen.
HUU v V -w - tf
Erschrecken Sie die Dame mcht ; aber
sorgen Sie dafür, daß sie kommt."
Bevor. Miö.. Eleonore erschle.it. ein
ÄugeMick', 'Kelchen-ich-ebenso seyre?
sehnte als fürchtete, kehrte, ich zu Mary
zurück und entschuldigte mnn langes
Ausbleiben.: ;3r. -
.Was aibt U?m fraate sie mit errea
ter Stimme.
Nicht von Bedentunz. önaftiaen
Sie sich nicht !"
Mem besorgtes Aussehen hatte nnch
jedoch schon verrathen.
iss geyr etwas vor t riet
.Ihre Cousine wird gleich herunter
ommen.-
.Hierher?- saate sie mit deutlich er
'ennbarem Widerwillen.
Nein, nach dem Salon."
5fb werde irfit Hna daraus ES
ist fürchterlich, und man will mir nichts
anvertrauen!"
Beten Sie zn Gott. Miß Mary,
daß da mchts anzuvertrauen fein möge ;
Sie glauben an Ihre Cousine, dies
versicherten Sie mich vorhin. Beruht
gen Sie sich. Wenn sich etwa ereig-
nen sollte, da Ihnen zu wlen noth
Hut. werde tch eö Ihnen sagen."
Kck kebrte nun zu Mr. Kr zurück.
und im selben Äugenblick erschien Miß
teonore.
Es war ersichtlich, dan sie dem 3u
sammenfinken abc war : dcuuoch trat
sie in stolzer Haltung auf uns zn und
namte mtr eine lciazte Beroeugung. ats
f.t mitn ervuate.
Einer 5ür Aaenten erf nebte mich.
hierher zu komme," sagte sie, zu Mr.
Gryce gewendet. Haben Sie die Güte,
... r . r:. r ...
um. giciu? zu lugru, wuv st iuuiiu;tn,
denn ich bin erschöpft und sehr der Rnhe
bedürftig."
Ich bedauere, Sie stören zu müssen,
mein Fräulein," erwiderte Mr. Gryce,
indem er sich die Hände rieb und der
Thürklinke einen väterlichen Blick zu-
warf, aber ich möchte Sie fragen "
Sie unterbrach ihn.
Sie möchten Auskunft baben über
den Gegenstands den Ihr Agent mich in
den Kamin werfen sah?"
Jawohl, mem tfrauittit."
Ich weigere mich, irgend welche
Frage zu beantworten. Ich habe nur
das Eine :u saaen. den Schlüssel kielt
ich versteckt und versuchte es, ihn in der
Ajchc zu verbergen.
Aber, Fräulein "
Sie hatte bereits die Thür erreicht.
Ich muß Sie um Entschuldigung
bitten ; mein Wille ist unerschütterlich,
Sie würden nur Ihre Zeit verlieren."
ituv r: - . : i a
unu ic Utility vuv uiuiiii.
Mr. Grhce blickte ihr mit dem leb
Hastesten Interesse nach, verbeugte sich
tief und bccilti sich, ihr ans dem Fuße
zu folgen.
Mein Erstaunen war so arok. dan
ich wie festgewurzelt dastand ; bald ließ
ilcy ein icijcr .nu ueruenmen, uno
Mary trat mit glühenden Wangen auf
mich zu.
Was gibt'S!" nes sie sieberhast.
Was hat Eleonore ge agt?"
Leider nicht !" ver etzte ich. AuS
ikrer beklaaenSwertken Berschwieaen
heit entsteht ja gerade da ganze Uebel.
J' ...iif. i. j." !..rj. vi . v u
ie mui3ic vorn cuijcijcn, vug ic vmu)
diese Handlungsweise "
Sie was denn?" unterbrach
mich Mary mit immer wachsender
Sorge.
. --'v v o- - f v : . r.u AAr4..M.
sie roiro ocii uigcn okki .yuuuiiij
nicht entgehen können."
Sie blickte mich mit einem Gemisch
von Zweifel und Entsetzen an. dann
r Pr. r: J. .TZTZ1 AfjW.
lieg ic iiu; in luitu tii yuuui
und bedeckte das Gesicht mit den
Händen.
Ach, warum stnd wir nur auf oer
Welt?" schluchzte sie. Wozu bleiben
wir am Leben iu
Theures Fräulein." rief ick. ver-
zweifeln Sie nicht. Wenn die Zukunft
auch bedrohlich aussteht, vertoren ist
noch nichts ; sobald Ihre ioustne zur
Einsicht koinmt, wird sie erklären "
..... . r r.x 'r CCi--..l.
te i)onc NIMI aus meine -u.-uiu,
rief aber mit bebender Stimme :
Gewlste Frauen wurden wahn,in
nig. wenn ste meinen Eharatter hatten !"
'ick verstand nickt aan;. waö sie
sagen wollte, und versuchte alle Mög.
j . 1 ' . .L.. .rnC.MIt
UCYC, ic zu ocruyigrii. uuci uuivui.
Die Unzulänglichkeit meiner Bemübun
en erkennend, wollte trn mlcy envuch
ici ihr beurlauben.
ES ist mir seh
schmerzlich. Sie ohne
jeden Trost zurückzulaffen," sagte ich.
und doch mochte tcy 5ynen o gerne
nützen. Haben Ste weder Freunde noch
verwandte, die isie gern vet stm ,aycn .
ES ist traurig, allein irückzubleiben in
einem Hause, wo sich ein solches Unglück
zugetragen."
Konnten Sie glauben, daß ich hier
bleiben würde !" rief sie. .Das würde
mir ja das Leben kosten ! Diese Nacht
hier bleiben!"
Sie zitterte vom Kopf bis zu den
Füßen.
Eine sanfte Stimme ließ sich vemch.
mcn :
ES ist auch gar nicht nöthig, daß
Sie hier bleiben. Miß Leavenworth."
Ich sah mich verwundert um und er.
blickte Mr. Gryce, der sich'S in einem
Lehnsessel behaglich gemacht hatte.
Wir werden über alles wachen, und
Sie können sich getrost entfernen."
Weit entfernt, feine Einmischung
kiel in nebmen. schien sie darüber er-
freut und, mich bet Seite nehmend, frug
sie leise :
Sie hatten diesen Mr. Gryce für
sehr geschickt, nicht wahr?"
DaS muß man bei seiner Stellung
voraussetzen. Er ist bei den Behörden
sehr angesehen.
Sie ging auf Mr. Gryce zu und
sagte, ihn bittend anblickend :
Man Hirt mir von Ihrem großen
Talcnt gesprochen; man hat mtr vcr
sichert, daß Sie den wahren Schuldigen
zu entdecken verstünden, wie undurch
dringlich auch daö Dunkel sei möge,
da ihn umgibt, und daß Ihrem Auge
Nichts entgeht. Wenn dem so ist, so
haben Sie Erbarmen mit zwet Waisen
und suchen Sie mit Ihrem gewohnten
Scharfblick den Mörder meines OnkclS
ausfindig zu machen. Durch ihre merk
würdige Haltung mag meine Cousine zu
Verdächtigungen Anlaß gegeben haben,
aber ich schwöre Ihnen hiermit, daß ich
sie für ebenso unschuldig halte, wie mich
selbst. Indem ich Sie bitte, den Schul
diaen wo anders zu suchen, möchte ich
Ihrer Wachsamkeit nachhelfen und nicht
sie verwirren. Der Verbrecher muß
ein Räuber, ein gemeiner Mörder sein.
Suchen Sie ihn! Nicht wahr, Sie
werden ihn suchen?"
Sie hatte etwas so Rührendes tn
Ausdruck und Haltung, daß Mr. Gryce
kaum Herr scmcr Bewegung bleiben
konnte. .
Zuerst müßte Hannah wieder gefun
den werden," rie? sie, zu allererst!
Fahnden Sie nach ihr. lassen Sie die
ganze Welt nach ihr durchsuchen ; scheuen
Sie keine Kosten, mein Vennögen steht
zu Ihrer Verfügung, und ich biete eine
große Belohnung für die Entdeckung
des Elenden, der das Verbrechen bcgan
9C Mr. Gryce erhob sich langsam. Der.
undurchdringliche Mensch schien wirklich
gerührt. .,
Mein Fräulein, e bedürfte nickt
Ihres herzbewegenden Rufes, um mei
.Eifer, nuwe Wga.ahk anz.usvprnkn.'
Wlcht'und Eigenliebe hätten dies schön
bewirkt, da Sie mir aber die Ehre er.
weisen, sich an mich zu wenden, vcr
spreche ich Ihnen, dag ich von fetzt ab
mit noch größerem Eifer an die Lösung
diese Räthsels gehen werde. Was
einem Menschen zu thun möglich ist,
werde ich durchsetzen, und wenn ich nicht
binnen einem Monat vor Sie trete, um
mir meinen Lohn zu holen, dann bin
ich. Ebcnczcr Gryce, nicht der Mann,
für den ich mich bisher gehalten habe."
UndElconvtt?"
Wir wollen Niemanden namhaft
machen," erwiderte er mit Milde.
Einige Stunden spater verließ Miß
Mary das Hans, und auf ihre Bitte
begleitete ich sie zn Madame Gilbert.
einer Freundin, die ihr Gastfreundschaft
angeboten. Zuerst fchicn sie Gewissens'
bisfe zu empfinden, weil sie - ihrer Cou
sine nicht Lebewohl gesagt hatte ; dann
wurde sie unruhig, wie wenn sie eine für
sie peinliche Begegnung fürchte. Sie
blickte nach rechts und links, schrak zu
sammcn beim Anblick der Vorübcrze
hendcn und athmete erst freier, als der
Wagen aus dcr Avenue in die 37ste
Straße einbog. Nun ersuchte sie mich
um Bleistift und Papier, kritzelte schnell
zwei ode? drei Zeilen nieder, indessen ich
mir die Frage vorlegte, warum sie dies
eigentlich im Fahren u. gerade jetzt thue.
Ich möchte dieses Billet aufgeben,"
sagte sie ; hätten Sie wohl die Güte,
einen Augenblick halten zn lassen, damit
ich die Adresse deutlich schreibe?"
Ich erfüllte ihren Wunsch. Sie sal
tete das Blatt, welche ich aus meinem
Taschenbuch gerissen hatte, machte die
Aufschrift uud versiegelte cS mit einer
Postmarke. die sie ihrem Portemonnaie
entnahm.
' Dieses Billet sieht eigenthümlich
aus," sagte sie, es vor sich hinhaltend,
indem sie sogleich die Adresse verbarg.
Warum wollen Sie nicht damit war
ten. bis Sie an Ort und Stelle sind ?"
wagte ich zu bemerken. Sie könnten
es dann mit Bequemlichkeit schreiben
und crpedircn."
Ncrn, es hat Eile ; es muß auf der
Stelle fort. Da haben wir auch gerade
einen Briefkasten."
Möchten Sie mir daö Billet geben ?"
sagte ich, die Hand danach ausstreckend.
Sie machte eine abwehrende Bewe
gung, öffnete den Schlag, sprang.hin
aus, blickte scheu um sich und warf den
Brief in den Kasten, worauf fiel) ihre
Züge merklich aufklärten.
Bei ihrer Freundin angelangt, c::t
ließ sie mich fast heiter und bat mich, sie
am folgenden Tac zu besuchen, um ihr
über den Verlauf des Verhörs Bericht
zu erstatten.
Ich verbrachte den Abend damit, die
Aussagen der Zeugen zusammcnzustcl'
len, nnd bemühte mich, jeden Gedanken
an die schuld Eleonorens zn beseitigen ;
aber ich vermochte bei keiner andern
Theorie stehen zu bleiben nnd setzte die
S- auptpunkte auf. die dem Verdacht zur
rundlage dienten :
I. Die Entsremdnug, welche scit
einiger Zeit laut Aussage des
Mr. Harwcll zwischen Elco.
norc und ihrem Onkel herrschte ;
II. Hannah'S rälhfelhafteS Ver
schwinden ;
III. die von Miß Mary gegen iizre
Cousine vorgebrachte Anklage,
vclchc Mr. Gryce und ich allein
vernommen hatten ;
IV. die ausweichenden Antworten
Eleonoren's hinsichtlich des Ta
schentiiches, daö, mit Pulver und
Fett beschmutzt, in dcr Blb!io
thck aufgcfundctt wurde ;
V. Eleonorens Weigerung, die Fra
gen hinsichtlich dc$ Papiers, das
sie dem Tisch von Mr. Lcavcn
worth entnommen Halle, zu be
antworten :
VI.
Als
dcr bei ihr vorgefundene Biolio
lbekschliissel. ich dieses Mcmcnto in meinem
Taschenbuch wohl verwahrt Halle. öff
nctc ich eine Abendzeitung, den Er
preß". Meine Augen fielen alsbald
auf folgende Zeilen :
Furchtbarer Mord!
Dcr berühmte Millionär Leavenworth
ermordet im, eigenen Hause.
Mörder noch unbekannt.
DaS Verbrechen wurde Vermittels? eines
Revolvers vollbracht.
Erstaunliche Cinzclhciicu."
Dem Himmel sei Lob und Dank!
5lbr Name wurde nickt acnannt. Wie
aber würde cS morgen damit stehen !
Sie ist un'chuldlg: istc mun un
schuldig sein! wiederholte ich unaufhör
lich. Dann frug ich mich wieder, wo
rauf ich diese meine Schlußfolgerung
gründete ! Auf ihr Antlitz, auf ihre
schönen Züge allein !
Ich fühlte mich schon ganz cnt.
muthlgt. als man mir eine Depesche
überbrachte, von dcr ich gleich annahm,
sie müsse von Mr. Vccle sein; sie
stammte jedoch vom Besitzer des Hotels,
in dem mein Associe abgestiegen war
und lautete wie folgt :
Washington.
Mr. Everctt Raymond, New ?)ork.
Mr. Veclc liegt sehr krank bei mir
darnieder. Habe ihm Depesche nicht
mitgetheilt, Folgen befürchtend. Werde
cS baldmöglichst thun.
Thomas Loworthy."
Warum fühlte ick mich plötzlich um
fo Vieles leichter? Sollte ich dcr Rück
kehr Mr. Vccle's mit Furcht entgegen
gc,ehcn haben? Wer kannte fo wie
er die Angelegenheiten der Familie Lca
venworth ? SLer ivürdc besser wie er
dazn verhelfen können, daö furchtbare
Geheimniß aufzuklären? Ich fetzte
miä) wieder vor meinen Schreibtisch,
las nochmals die eben gemachten No
tizcn durch nnd schrieb in dicken Buch,
staben neben den Paragraphen VI da
Wort verdächtig. Nun würde wohl
keiner behaupten, daß ich mich durch die
Schönheit derjenigen, gegen welche sich
so viele Anklagen anhäuften, habe blen
den und bcthörcn lassen !
Dennoch wiederholte ich mir immer
wieder leise die Worte, welche ich Mr.
Gryce entgegen gerufen: Wenn sie
ihre Unschuld bchauptct, werde ich ihr
glauben."
11, Eine erregende Szene.
Die Morgcnzcitungen brachten auS
führlichcre Berichte; dcr Name Elco
norenS kam zu mcincr großen Frende
nicht darin vor ; es wurde nicht einmal
darauf angespielt. Man besprach das
geheimnißvolle Verschwinden von Han
nah, dcr Kammcrfungfcr. und wenn
man sie nicht als den eigentlichen Mör
der bezeichnete, so schien man sie doch
für dessen Helfershelfer zu halten.
Der Artikel der .TimcS" schloß so!
gendermaßcn : Die Polizei hat die
Spur dcs verschwundenen Mädchens
entdeckt." Der Herald" brachte seiner
scits folgende Nachricht :
B e l o lz n n n g. Die Verwand
ten deS kürzlich verstorbenen Mr. Lca
venworth bieten eine reiche Belohnung
für jede Nachricht über die seit dem
Abend deS 4. März auS ihrem Hause
in der 5. Zrdcnue verschwundenen Han
nah Ehester. .. Sie izt Jrländcrin von
Geburt.ungefähr fünfundzwanzig Jahre,
alt und an folgende Merkmalen zuer
kennen : groß und chlÄ?,raune,'roty.
lich schimmernde Haare, frifche. rosige
Farbe, feine und regelmäßige Züge,
kleine Hände mit zahlreichen Spuren
von Nadelstichen, große Füße. Im
Augenblick ihres Verschwinden trng sie
ein braun und weiß karirtcS wollenes
Kleid ; vermuthlich auch einen alten
roth und grün gestreiften Shawl. Auf
il)rer rechten Hand hat sie die Narbe
einer großen Brandwunde, an der lin
kcn Schlafe zwei oder drei Pockennärb
chen." .
Diese Zeilen gaben meinen Gedanken
augenblicklich eine andere Richtung. Ich
kann es mir erklären, bis dahin hatte
ich nur wenig an Hannah gedacht, und
doch mufzte die ganze Angelegenheit von
dcr AnSfage diczes Mädchens abhängen.
UnanSgcsctzt ging ich die verschiede
nen Einzelheiten des merkwürdigen Fal
leS durch und fand nur zwci Löfungcn:
Hannah Ehester mußte wieder gcfuudeu,
oder Eleonore Leavenworth mußte be
wogen werden, die Erklärung abzugeben,
wann und wie sie in den Besitz des
BibliothckzimmerfchlüssclS gelaugt sei.
Ich verließ mein Bureau gegcu zwei
Uhr Nachmittags, um dcr Untersuchung
beizuwohnen, kam jedoch nicht mehr zei
tig genug, das Verdikt zu hören. Es
verdroß mich dies um so mehr, als ich
eine Gelegenheit verabsäumt hatte, Elco
norc wiederzusehen, die gleich nach der
Jury den Saal verlassen und sich in ihr
Zimmer zurückgezogen hatte. Aber Mr.
Sarwell war zugegen und von ihm er
fuhr ich, daß das Erkenntniß also g'lau
tct hatte :
Gemordet durch einen Revolver
schnß. Mörder unbekannt."
Dieses Verdikt gewährte mir eine
.außerordentliche Erleichterung, denn ick
hatte Schlimmeres befürchtet. Ich
konnte nicht umhin, zn bemerken, daß
der Sekretär, trotz seiner gewohnten
Ruhe und Kaltblütigkeit, meine Befrie
digung theilte.
Dagegen berührte eS mich weniger
angenehm zu erfahren, daß Mr. Gryce
und seine Agenten das HauS bald nach
dem Urthcilöspruch verlassen hatten.
WaS mochte er im Schilde führen?
Sehr bekümmert wollte ich gerade fort
gehen, um ihn aufzusuchen, als das
Schließen eines Fensters im gegenüber
liegenden Hause meine Aufmerksamkeit
festelte ; ich blickte hinüber und erkannte
Mr. JobbS, dcr, hinter den Vorhängen
versteckt, das HauS beobachtete. Diese
Thatsache genügte, um mich in Mr.
Gryce'S Absichten einzuweihen, und ich
empfand tiefes Mitleid mit dem armen
verlassenen Mädchen, das sich in dieser
Weise unter polizeiliche Aufsicht gestellt
sah. Ich ließ mich nochmals nieder und
richtete einige Zeilen an sie, in denen ich
mich ihr als Vertreter von Mr. Vecle
für allc vorkommenden Fälle zur Ver
sügung stellte ; alsdann schlug ich den
Weg zn Miß Mary ein.
Man führte mich in einen jener läng
lichen SalonS, wie sie noch in vielen
amerikunifchcn Häusern üblich sind, und
bald erschien auch Miß Mary.
Ich fürchtete schon, Sie hätten mich
vergessen. Welche Nachrichten bringen
Sie v.'ii Hause?"
Ein Verdikt, welches die 'Thatsache
konftatirt, daß ein Mord von einem oder
mehreren unbekannt gebliebenen Jndi
vidncn begangen wurde."
ie Spannung ihrer Zuge lofte sich.
Sind alle jene Leute sott?"
Bei meiner Ankunft fand ich nur
noch die gewöhnlichen Hausbewohner
vor."
Wir werden alfo keine Unannchm
lichkcitcn mehr haben?"
Ick) sah mich in dem Zimmer um.
ES ist Niemand m dcr Nähe,"
sagte sie.
Nach einigem Zögern brachte ich
ziemlich linkisch hervor :
Ich möchte Sie weder beunruhigen
noch erschrecken, aber ich habe die Em
pfindunz. als wäre es Ihre Pflicht,
noch heute nach Haufe zurückzukehren."
Warum?" stammelte sie. Wüß
ten Sie mir einen besonderen Grund
dafür anzugeben ? Wissen Sie nicht,
daß ich nickt mehr unter demselben
Dache mit Eleonore weilen kann?"
Ich weiß nichts, ich weiß nur, daß
sie Ihre Verwandte ist. nnd daß Sie
wie Schwestern zusammen aufgewachsen
sind. Ist eö Ihrer würdig, sich in
einem Augenblick solcher Prüfung von
ihr loszusagen?"
ES ist schwer, unter den obivalteu.
den Umständen mit Ruhe zu über
lcgcu." erwiderte sie bekümmert, und
fragte mich dann, ob ich ihre Rückkehr
für unbedingt nothwendig halte ; auf
meine bejahende Antwort bcaann sie zu
weinen und erklärte die Sache für eine
Unmöglichkeit.
Entschuldigen Sie." rief ich aus.
ich habe die Grenzen meines Mandats
überschritten; das soll nicht wieder
vorkommen. Sie haben gewiß viele
Freunde; bei diesen müssen Sie sich
Rath holen.''
Die Freunde, von denen Sie sprc
chen, sind eben so viele Schmeichler, die
mich dasjenige thun heißen, was mir
angenehm ist; Sie allein haben das
Recht zn beschien."
Oh! Ich befehle nichts, ich bitte
nur."
Sie wissen nicht, was Sie vcrlan
gen. Mir ist, wie wenn ich in dcr At
mosphärcjcncs Hauses ersticken müßte.
Könnte Eleonore nicht hierher kom
men ? Ich bin überzeugt, daß Mmc.
Gilbert sie aufnähme ; wir hätten eine
jede ilnscr Zimmer und könnten sS
vermeiden uns zu begegnen."
Sie vergessen eine Hauptsache, Miß
Mary. Die Beerdigung Ihres On
kcls soll morgen Nachmittag stattfin
den."
Ach ja ! Mein Onkel, mein armer
Onkel!"
Sie sind jetzt das Familienvbcr,
Haupt. An Jhncn ist cS, demjenigen
das Geleite zu geben, dcr fo vicl für
Sie gethan hat."
Da; ist alles richtig," erwiderte sie
iu eigenthümlicher Weife. Ich möchte
mich Ihrer Achtung würdig zeigen,
Mr. Raymond, und werde zu meiner
Cousine zurückkehren."
Gott gebe, daß Ihre Cousiue deS
Trostes nicht bedürfe, den Sie ihr vor
kommendcnfallS gewiß . nicht versagen
würden !"
Ich werde meiner Pflicht genügen,"
sagte sie kurz.
Als ich die Straße entlang ging, be
gcgncte ich einem elegant gekleideten
sungen Mann, dcr mir im Vorbei
gehen einen durchdringenden Blick zu
warf. Seine Kleidung, die für einen
Gentleman zu auffallcno war, ließ mich
in ihm cincn von Mr. Gryce'S Agcn
ten vermuthen. Fast wollte cS mich
bedünkcu, als hätte ich ihn bei dem
euacnvcrhör acfelzcn. Ich beeilte
meine Schritte, um nach der Avenue zu
gelangen, aber besagte Person war mir
zu meiner großen Verwunderung
zuvorgekommen und stand an der
gegenüberliegenden Ecke, im Gespräch
mit einem zweiten Individuum ; letzte
reö schien auf die Pferdebahn zu war
ten, unterließ es jedoch nicht, mich einer
genauen Prüfung zu unterwerfen.
Dies wurde mir jo unbequem, daß ich
, , . " . : . Sr-
mich an ocn Menschen, mu.dcr ,ge
wandte, ob meine Züge ihm so unan
genehm seien, daß er sie so gründlich
mustere.
Ich finde, daß Ihre Physiognomie
zu ocn angenehmsten geyött, erwiderte
er mit verbindlichem Gruß, worauf er
sich in entgegengesetzter Richtung ent
scrnte.
Wer mochte das wohl sein ? Jeden
all ein Gentleman m des Wortes
trcnzstcr Bedeutung, ein Mann von
eltncr Schönheit und elegantem Acuße
rcn. Er mochte- vierzig Iayre zahlen ;
seine energischen Züae wurden durch
einen Schatten von Melancholie gratis
dcrt, der dazu beitrug, sie noch emnch
mcnder zu gestalten.
Zur Polizei gehört er gewiß nicht,
agtc ich mir. ES ist auch nicht erwie
en, daß er si6) thatsächlich mit mir be
chäfligte ; dennoch werde ich ihn sobald
nicht vergessen.
Gegen acht Uhr Abends brachte mir
Tt)omaS von Miß Eleonore ein Billet
mit der dringenden Bitte um eine u
sammcnkunft. Kommen Sie," hieß
eS darin, ach kommen Sie! Ich"
Das war alles ; die Fcdcr mußte
ihrer ohnmächtigen Hand entfallen sein.
Ich beeilte mich, ihrem Wunsche nach
zukommen.
(Fortsetzung folgt:)
Wie sonst.
Student A: Ich schwanke sehr, ob
ich heute auf die Kneipe kommen soll?"
Student B : DaS ist neu ! Mach'S
wie sonst und schwanke, wenn Du zurück
kommst!"
Am Zieltag.
Frau: ,D, Mann, WaS könnten
wir denn dieses Mal unserem Hausherrn
Unangenehmes sagen,, wenn wir unser'n
Zins zahlen?!"
Gefühlvoll.
Herr : Hören Sie nur, Fräulein Ist
dora, wie die Windsbraut heult!"
Fräulein: Gerade so, als vb sie von
ihrem Bräutigam verlaffen Korden
wäre !"
Schneidig.
Lieutenant A (zu seinem, von de,
Nordsee zurückgekehrten Kameraden) :
WaS - Kamerad - Nordsee - groß
artig ; - Wellenschlag - schneidig ; - O st
see jarnischt-"
Lieutenant B : Ach einfach C i
vil daseien!"
Schöne Gelegenheit.
In der vorigen Woch: Hab' ich
Schmerzen gehabt überall, ganz schmeck
liche ! Ich sag' Ihnen, da hätt' ein Dok
tor 'was d'rauZ machen können!"
Genaue B e rechnung.
Arzt: Wenn auch Ihre Frau
Gemahlin über die a'ten Schmerzen
klagt, so hat sie doch im Bade um zehn
Pfund zugenommen ! DaS werden Sie
woblzasch ätzen wissen?!"
rrt ' .n.i :x
i9ane : vsani genau ioiti Niiq
da Pfund 100 Mark!"
Unnöthige Sorge.
Mutter (an ihren Sohn, Studiosus,
schreibend): Soeben lese ich mit
Schrecken, daß in Eurer Stadt in Folge
schlechten Brunnenwassers derTyphuö
ausgebrochen ist; trinke um Gottes
willen kein Wasser !
Deine besorgte Mutter."
Neue Charge.
A: Wer ist denn die Dame dort
mit ihren vier Töchtern
B : Schwiegermutter Aspirantin !"
Feiner.
Hausfrau (zum Dienstmädchen): Was
hattest Du oenn wieder so eingehens mit
der Köchin von Geheimraths zu reden "
Dienstmädchen : 0, wir unterhiel
ten uns viel feiner, als die gnädigen
Frauen es z.l thun pflege.,; die reden
immer von bei Dienstmädchen,
wir aber sprachen von den Herr
schaften!" H ö ch st e S ch in e i ch e l e i.
So, meine Theuerste nun befinden
wir uns etwa 9W,003 Fuß hoch über
dem Meere "
Nicht möglich :"
Ohne Scherz Selbstverständlich
denke ich dabei wieder an Ihr
Füßchen!"
Variirte Redensart.
Ach, sieh' nur, Anna, die wundervol
len Hüte in diesem Schaufenster !"
0 nein, ich mag nicht! Kaufen
kann ich mir ja doch keinen, weil ich kein
Geld habe. Wozu soll ich mir also den
Kopf wässerig machen 'i "
Ein Nachtheil.
21. (zu seinem College, der, wie viele
Schlachtenmaler, bisher auf feinen Bil
dern Alle, was er nicht machen konnte,
mit Pulverdampf verhüllte) : Ja,
Freund, wa fängst D u an, wenn daö
rauchlose Pulver eingeführt wird V
Unangenehme Bekräftigung.
Herr: Mir müssen Sie einen besonders
billigen Preis machen. Ich bin nämlich
Kunde wie dieser hier bei Ihnen ge
kaufte Hut beweist!"
Verkäuferin : Und offenbar ein sehr
alter Kunde?"
Modernes Dienstmädchen.
Jede Herrschaft jammert Einem vor,
daß in früheren Zeiten ein Mädchen es
10 bis L0 Jahre im Dienst ausgehalten
hat ! Ich würde es auch aber e
gibt keine Frau mehr, die es
auöhäl t!"
Lakon isch.
Händler: Ich lasse Ihnen diese?
Huhn um fünf Mark!"
Käufer (weggehend): Ich auch '."
Macht der Gewohnheit.
Jtzig (dem ein Sohn geboren): Rosa,
gehen Se schnell zur Behörde und lassen
Se mer das Jungelche buchen !
Angepaßt.
Herr: Dcr Assessor soll nun doch seine
alte Flamme heirathen ? !"
Nachbar: I,. Er ist ein leiden
schastlicher Kartenspieler, und da
heiratheter seine Herzdame, die pi
kante, treffliche Karoline!"
Experimente.
Die Faser vieler Beefsteaks ist häusig
Verdacht err-gend. Durch Anstellung
eines sehr einfachen und wenig kost
pieligen Versuches läßt es sich mit leich
sigkeit feststellen, ob das Fleisch echt ist,
oder eb das sanfttrabende Droschken
Pferd sein Leben hat lassen müssen.
Verfahre folgendermaßen: Lasse Dir
drei Beefsteaks serviren, jedes auf einem
besonderen Teller. . Stelle die drei Tel
ler mit Inhalt, einen hinter den andern,
in gleichen Abständen m einer Reihe auf.
Nun rucre ren erften euer um eno
.zwei Handbreiten vorwärts ! Stammt
nun das Fleisch vom Troschkenpferd, s
rücken dann die beiden an
dern Teller von selbst nacZ
und schließen sich dem ersten
an.
Diese? niedliche und überraschendt Ez
periment dürfte ebenso interessant für
rein materielle Naturen, wie für Spin
tipen sein.
C0CfLE'8ÄPiLLS
Thls old Engrlish Fcrnilj Mcdldne in
use sor 86 jears, all orcr Uie world,
sor Bile, lud igcstlou, Ltrcr, &c.
0s Pure Yegstabls Ingrcdients.
FRIT fROJI merctmy.
Joseph Pfaurscli,
Praktiker
rmachee,
3. Straß,, Hermann. Mo.
Rkparaturk an Wand- und Taschenuhren,
Schmucksachei, usw. werden prvmpt und billig
auegksührt. Zufriedenheit qarantirt.
Um gen. igten Zuspruch bittet,
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CLildrcn cry sor it. Kevcr sails to eure.
Cüills onco broken will not return.
Cost you only half the prio of other Chill
Tonics.
ITo Quinino needed. Ko purgati vo needed.
Contains no poison. Cheapcr tban Quinino.
It purifio8 tbo blood nnd removes all na-
larial poieon from the eystem.
It i3 as largo as any dollar tonio and rotaüi
I loroucenis.
WARnANTTTD
Co.riLLE, Um., 1, gj.
Mtoictm Co., Pul, Teoa.
PI m m Ihre, iou f jour Vrorc'a Tubleii CM!
Toni. I m plerd wlih ib. tot fro yny lut iwur, Thi
t IwwU w... i. M.hlf wllh I f 1 m. rklll TMI.
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had hroale cbilla Tor moolbi put, aa. at Ihem tor a yaar, aa
witbla thre erka atlr bnlnnlD wlia tb. Cklll Tonli tfcn
er halt aod heart;, lih red aal roij rbni.. It aetnd llk
cbartD. V. W. Enaw, M. p.
A
HJtrtxxx-uiollor.
Bmuem
und
alzHaus.
HUGO KROPP,-
Heiraann, 2ALo.
DaS vorzügliche Hermanner
Lnger-u.Waschett-Bier
entspringt dieser Brauerei.
nahrhaft und wird ron keinem anderen Jabrilaz
andlüng!
von '
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