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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, January 10, 1890, Image 3

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Das
eVbrötye
der ö. mtvonuc
Nsman van id. Grern-Tarcry.
(Fortsctztt,g.)
12. Eleonore.
MoLy tarn und öffnete mir.
9Jiii5 tlccnorc cnraitct Sie im Sa
l'ou."
Niemals Ijaitc die prachtvolle Bor
IjaUc mit ihrem von der Zeit geschwärz.
ten Eichenpar. ftrem geschnitzte:,
Wandgetäfel n:i) ihren massiven
Bron;ever;icrnn7,cu solchen Eindruck
aus mich cn::a,t!. taimld hatte ich
mit sol:i)cr"(k.!c.;Ut tic tticlfcit sinteren
sWinn'Ki ,', i! t,ci' Sillcn
t u i . j - fc'r i
ttjjir a::.-.ckolnn,en. horchte ich. Alle? i
blieb schcigj2:iz. Veijc i&el r'i dir j
schnikren jciöcncn sortieren bei Seite
und erblickte (Slconorc !
DaS luxuriöse Gemach, das von
kostbaren Stoffen und unschätzbaren
Kunstcgcnständcn strotzte, war von
einer einzigen ('v.i(aini:;c beleuchtet.
Unter ihrem glänzenden Strahl saß
Eleonore; sie war so blaß, so unbe
wcglich fast, wie die weiße Psyche hinter
ihr: die Hände im Schooß gefaltet,
scheinbar unempfänglich für jeden von
außen kommenden Eindruck, sah sie
aus, wie die verkörperte Verzweiflung
gegenüber einem unerbittlichen chickfal.
Ich wagte es nicht, mich zu rühren,
aber wenige Augenblicke später wandte
ie den Blick nach meiner Seite hin,
ließ einen Auöruf der Freude ans und
rat mir lebhaft entgegen.
Miß Eleonore !" brachte ich hervor,
selbst verwundert über den cigcnthüm
lichen Ton meiner Stimme.
Sie bedeckte ihr Antlitz mit den Hän
den und schien erdrückt durch eine Welt
von Erinnerungen, die sich ihr bei mci
nem Anblick wieder aufdrängten.
,WaS ist geschehen ?" fragte ich.
.Wissen cie es denn nicht!" jam
inerte sie. Ich soll es ja sein, bchaup.
ten die Veute chcn Sie. hier
steht'S " Und sie wies auf ein am
Boden liegendes Blatt.
Ich nahm es auf ; cS war die Evc
ning'Post" ; in dicken Buchstaben stand
zu lesen :
Der JvaU Veanenworth.
Letzte Einzelheiten über den geheimniß
volle:, Äl'oi'd.
Eine Anverwandte stand im Bcr
dacht, das Bcrbrcchcn begangen zu
haben.
Der schönste Stern unseres gesell
schaftlichen .nimmcls durch Wolken vcr.
hüllt.
Biographie von Miß Eleonore Vea
venwotth."
.Was bedeutet dies Alles?" flüsterte
sie. Was soll dies heißen? Wird
die ganze Welt verrückt ?"
Ich wußte nichts zu erwidern.
Mit beiden Händen in den Haaren
wühlend, fuhr sie fort :
Mich anklagen, mich ! Mich, die
ich den Boden anbetete, auf den er trat !
Mich, die ich mich zwischen ihn und die
Kugel gestürzt hätte, wenn ich eine AK
nung von der Gefahr gehabt! Diese
Verleumdung trifft mich wie ein Dolch
in's Her;."
Die Rührung übermannte mich ;
dennoch wollte ich ihr mein Mitleid erst
benn bethätigen, wenn ich die volle
Ueberzeugung ihrer Unschuld gewonnen
haben würde, o sagte ich nach für
zer Pause :
Diese Anklage überrascht Sie sehr,
Miß Eleonore. Hatten Sie denn gar
nicht daran gedacht, welchen Zweifeln
Ihre Zurückhaltung ic anöfetzte?"
Aber aber "
Als Sie dem Eoroncr jede Aus
kunft bezüglich des von Ihnen entnom
menen Papieres verzagten, als sste sich
ausdrücklich weigerten, Mr. Gryce zu
sagen, auf welche Weife der Schlüssel
m "
Sie trat einen Schritt zurück, cnt
setzt durch meine Worte.
Still," rief sie starr vor Schrecken,
, zweigen tc: vjut lommr es Mil
liliter vor. als hätten die Wände Ohren,
als könnten die Schatten uns bchor
chen."
.Ah," rief ich. hoffen Sie noch zu
verbergen, was die Detektives entdeckt
haben?"
Sie schwica.
.Ich sürchte, Miß Eleonore, daß
Sie Ihre Vage nicht riclttig auffassen.
Wie würden Sie darüber urtl)cilcn,
wenn Sie nicht selbst bethätigt wären ?
Ucberlegen Sie einen Augenblick, und
le werden cuiclicn, dap eine Erkla
rung schlechterdings "
.Ich kann aber nichts erklären," jagte
mit schmerzlich bewegter Stimme.
.Sie können nichts erklären ?"
War es der Tcn. in dem im dickes
prach. ich weiß es nicht, aber die
emgen Worte schienen auf sie zu wir
n wie ein Pcitsc'enK!cb mitten in'S
tlitz.
.Ah." rief sie. cö ist nidit möalick.
auch Sie an mir :inriTssn ! sVrf
löiilitr ...... ! - m
iiuiu L i iii iiiiiir npr nnn lwnr
n r im ai a . . i. , . . of-.c - .
, , g 4VU. .il'Vl litt. IVCi
1 1 vl U44LU , i l 1 1 1 1 1 .111111111 Nil
chkin svrickt so tiniHi-fi iimct. mtsfi!
- im ii in ml -i iiiii tu i
ch. jetzt erst bin ick, -,trU t ucn !"
ie sank auf das Sofa :ur!ick vor
ajam uns crzwelünnq.
Mein Herz ;oa sich franiofliaft ui
anten; ich eilte zu ihr bin :
.vjaj ertrage cö nicht, eic ,n diesem
stände w seken. ii)fiü Eleonore :
knSie mir, das? sie unschuldig sind,
i 'ich werde sibucii ria.iL'u
-lk schnellte empor, und sich in ihrer
zen Höhe ausrichtend, rief sie :
sr.n man mir ins Gesicht schauen
r 'Ur Ichuldlg halten?" Ich
chte betrübt ein bejahendes Zeichen.
A.i, t,r.-.j. J :, . .-".
viuuujc livll) oeweiie i junr
tort mit einem Blick finsterer Ent.
lknheit. Nun. so kommen Sie
mir!"
ie eilte durck, h. fttnr cuifm
,' - . " ....
l-och vermochte ihr kaum zn fol
0r dem 6?rffnsM,nn,ii ihrcÄ
'fÄ f 1 f jMiiuin ybY
ciö blieb sie in stolzer Haltung
kiommen Sie!" sagte sie noch ein-
L flnrr rn.,,i.:.'. A ' -
V' nl "ujivjcr iiininc. ie
X TbJl- und trat leise ein.
,as Gemach war unbeleuchtet, doch
M e üb mich allmalig an die Dnn.
u und seh, wie sie in die Knie sank
flirren mu dem Leichentuch be.
rper; sie beugte das Haupt
ml fLS' uns ix Hand auf
ruft aeleat innt ,,.
lj . " ---I iv ju inil yv
ö??nan meineUnschuld glau.
öl Sie !' n Öcr,id,crtc
i!tWs-?.'ppen auf das blasse
ttAnttltz ihres Wohlthäters ;j!e
n
iqaslUAeni usoruen ves Geymerzes.
Dann, etwas beruhigt, stand sie auf
und sagte mit. leiser, doch zitternder
Stimme:
Vermöchte ich wohl so zu handeln,
wenn ich schuldig wäre? Können Sie
annehmen, daß ich, von der Schmach
des Verbrechens befleckt, es wagen
würde, ihn zu küssen?"
Sie wars sich nochmals auf die Knie,
um schlau a den leblosen Körver mit ikren
Armen, bedeckte ihn mit rhren Küssen X
iino tgren thronen.
Ach, wenn da oben ein Gott lebt, der
das Gute liebt, das Äöse verabscheut,'
so möe er mich je: t erhören! Wenn
ich jemals in Gedanken oder durch die
That, nit oder ebne Absicht die Beran.
la-jsnng zu dem Tode dieses Vielgelieb.
ten gewesen bin, wenn uur der Schat
ten eines Verbrechens mein Herz oder
meine Hände bedeckt, möge fein ZZorn
mich hier treffen und mich mit dem Tode
bestrafen auf dem entseelten Leibe dessen,
der mir geraubt wurde!"
Diesem leidenschaftlichen Auöbruch
folgte ein tiekeS Schweigen. Mir war
zu Muthe, als hätte die ganze Welt
athemloö di:feu Schwüren gelauscht.
Eine unendliche Freude zog in mein Herz
ein; Mitleid, Hoffnung. Zärtlichkeit
bemächtigten sich meiner Seele. Mich
zu dem armen Mädchen hinunterbeu,
gend. faßte ich ihre beiden Hände.
Jetzt glauben Sie nicht mehr, daß
ich ein Verbrechen begangen," sagte sie
mit einem .Nilideslächeln.
Ein Verbrechen." das Wort ent'
schlüpfte mir ein Verbrechen!"
Rein." fuhr sie mit Ruhe fort. ES
gibt keinen Menschen, der mich hier
eines Verbrechens zeihen könnte."
Ohne zu antworten, faßte ich ihre
Hand und legte sie anf des Todten
Brust.
!Vie beugte den Kopf in Sanftmuth
und Dankbarkeit.
Jetzt mögen die Kämpfe an mich
herantreten," flüsterte sie leise es
wird doch einen Menschen geben, der
trotz allem schein an mich, an meine
Ehre glaubt."
IX Das Räthsel.
Als wir hittunter kamen, stand Mary,
hart und gebieterisch aussehend, in ihren
langen Trauermantel gehüllt, mitten im
Salon. Sie war bereits vor wenigen
Minuten angelangt und erwartete uns.
Nach Mary'S GesichtSauSdruck konnte
ich mir vorstellen, wie peinlich das Zu
sammensein der beiden Verwandten sich
gestalten würde, uud wollte mich zurück,
ziehen. Ich verbeugte mich daher vor
Mary und jagte:
Ihre Cousine hat mich soeben von
ihrer zweifellofeu Unschuld überzeugt,
und ich bin bereit, mich mit Leib und
Seele Mr. Gryce anzuschließeu, um
den Schuldigen zu entdecken."
Mich dünkt, daß man Eleonore Lca
vcnworth nur grade in'S Antlitz zu
schauen braucht, um von ihrer Unschuld
überzeugt zu sein," antwortete Mary
hochfahrend.
DaS Blut stieg mir in die Schläfen,
aber auch ehe ich Zeit fand zu einer Er
widcrung, fügte sie noch eisiger hinzu :
Eleonore genießt meine volle Sym
pathic."
Sie warf ihren Mantel zurück und
blickte zum ersten Mal ihre Cousine an.
Eleonore trat einen Schritt vor, und
ich begriff ohne zu wissen, warum
daß dieser Augenblick für Beide von der
höchsten Wichtigkeit sei. Sie betrachte
ten sich einige Sekunden lang mit haß.
erfüllten Blicken, in denen sich jedoch
noch andere, mächtige und undurch
dringliche Gefühle spiegelten. Eleonore
fand zuerst ihre Kaltblütigkeit wieder ;
sie richtete sich auf und sagte mit Stolz :
Es gibt noch etwas Bessere als
Sympathie, das ist Lerechtigkeit. Kom.
mcn ie hinüber in das Wohnzimmer,
Mr. Raymond; dort werde lch mit
Ihnen reden können."
Sie wandte sich nach der Thür, aber
Mary eilte ihr nach und hielt sie ge
waltsam zurück. Rein, bleiben Sie,"
rief sie. Ich habe Ihnen etwa zu
sagen, Eleonore Lcavenworth."
Ich zog mich zurück, und zehn bange
Minuten hindurch durchschritt ich m
fieberhafter Unruhe den Salon, wäh.
rcnd tausend Zweifel und Vermuthun
gen in mir stritten. Was war das Ge
hcimniß dieser Familie? Wo lag der
Grund zu der Feindschaft der beiden
Cousinen, zwischen denen das herzlichste
Einvernehmen herrschen sollte? Diese
Feindschaft war übrigens nicht von
heute.
Ich konnte nur ein undeutliches Mur.
mein vernehmen, als plötzlichdie Thür
aufging und Mary lant die Worte her.
vorstieß :
Nach dem. was sich soeben zugetra
gen, können wir nie mehr unter dem
selben Dache weilen. Morgen muß
eine von uns eine andere Wohnung be
:ichcn,
-
Dann, athemloö uud mit geröthcteu
ergriffen ; ich vermochte keinen Entschln
zu sauen, als mconore eintrat uno ,lcy
ruhig neben mich setzte. Nur ihre große
Blässe verrieth die Anstrengungen des
Kampfes, den sie soeben geführt. Sie
war nicht mehr das verzweifelte Weib,
da mich bei meiner Ankunft empfangen
hatte. War es das Gefühl, daß es
zum wenigsten einen Menschen gab. der
unbedingtes Vertrauen in sie setzte ?
War cS der Austritt, der am Bette ihre
gemordeten Onkels stattgefunden, der
ihr die nöthige Kraft und Geduld vcr
liehen? Ich weiß eS nicht, aber ein
anderes Mädchen stand vor mir. ein
ernstes, opferfreudiges Weib, gewillt,
jede Schmach zu ertragen und dennoch
erschlossen, zu beweisen, daß wenn sie
anch durch ein unglückliche Zusam.
mcntrcffcn der Verhältnisse schnldig er-
scheine, nichts im Stande sei. die Rein
heit ihrer Seele zu beflecken.
Sie ertrug tapser meinen Blick und
fragte:
Sagen Sie mir, woran ich bm;
sagen ie mir die ganze Wahrkeit, wie
grausam sie auch sein möge, denn ich
fürchte, meine Lage nicht genau ausge.
,aßt zu haben."
Glücklich, sie so sprechen zu hcrcu,
erklärte ich ihr. inwiefern gewisse That,
suchen zu dem fatalen Verdacht, der auf
ihr lastete. Anlaß gegeben. Ich fügte
hinzu, daß ich überze-ugt wäre, eS würde
ihr ein Leichtes sein, denselben zu vcr
wischen, und bat sie schließlich cindring.
lich, mir ihr ganzes Vertrauen zu fchen
keu.
Ich glaubte Sie überzeugt von mel.
ltnscknld?' erwiderte sie zaghaft.
ncr Un
5t. das bin ich für nieine Person.
Aber die ganze Welt soll meine Ansicht
theilen." . ...
Uy lUliW l ÖMJJV I 7?
Der Verdacht ist auf mich gefallen, er
rah-h an mir basten und mein Name
(iAa u m t nri rrr nnn ilirmrr I l II
bleibt auf ewig befleckt
küßte ihn zu verschiedenen Malen, erst
leise, dann tt!e im Wahnsinn, in leiden.
r a ev . . ' JL
Wangen, durcheilte sie den öiur uns
stürzte weinend die Treppe hinauf.
Dicke vcinliche Scene hatte mich tief
.Und das wollten s enragen, wenn
cmA. m
em emzlges vo iugi
Jch fürLte daß Heute meine Worte
nichts meyr., fruchten." flüsterte sie.
Uebrigms Hat. die Angelegenheit wie
ich aus Ihren Aeußerungen schließen
muß eine sehr fatale Wendung ge.
nommcn. ES ist kaum anzunehmen,
daß Mr. Gryce auf Erklärungen, die
von mir ausgehen, Werth legt." .
.Er wäre im Gegentheil sehr erfreut
zu erfahren, woher Sie den Schlüssel
der Bibliothek genommen, da er als.
dann seine Nachforschungen nach der
zweckdienlichen Seite richten könnte."
Da sie schwieg, zog sich mein Herz
von Neuem zusammen.
ES wäre um so wünschcnswerthcr.
daß Sie ihm die Thatsache erklärten,"
drängte ich weiter, als es immerhin
möglich ist. daß Sie Jemanden kom
promittiren, den Sie zu vertheidigen
wünschen "
Sie erhob sich mit blitzeuden Angen.
Ich werde verstehen Sie mich
recht niemals wem es auch fei
verrathen, wie dieser Schlüssel in mei.
nen Besitz gekommen ist." Sie setzte
sich wieder, und faltete die Hände mit
einem Ausdruck, iu dem uncrschütter
lichc Entschlossenheit lag.
Ich stand nun meinerseits auf
durchmaß das Zimmer, wahrend
Verdacht mir grausam das Herz
fleischte.
.Was auch für mich daraus
stehen möge, selbst dann, wenn
und
der
Zcr.
cnt-
alle,
die mir zugethan sind, auf den Knieen
wor mir lägen, wurde lch es nicht
sagen."
Ihre Absicht ist also, die Richter
irre zu führen?"
Sie blieb stumm und unbeweglich.
Ihr Entschluß, eine andere Person
auf Kosten Ihres guten Namens,
Ihrer Ehre zu vertheidigen. Miß Eleo
nore, ist zweifelsohne sehr großmüthig ;
aber Ihre Freunde und oie Freunde
der Wahrheit dürfen ein solches Opfer
nicht dulden."
Mein Herr." unterbrach sie mich
stolz.
Ich fuhr entschlossen fort :
Wenn Sie uns Ihren Beistand
versagen, nun. so werden wir ohne Sie
handeln ! Nacy der Scene, der ich dort
oben beigewohnt, nach den ergreifenden
Versicherungen von Unschuld, die Sie
mir gaben, nach Ihrem augcnschein.
lichen Entsetzen vor dem Verbrechen
und seinen izolaen, wäre ich der vcr
ächtlichste Mensch, wenn ich selbst
aus die Gefahr hin, mir Ihre Unzufrie
dcnheit zuzuziehen nicht all' mein
Streben und alle meine Zeit darauf
verwenden wollte, Ihre Interessen zu
vertheidigen und Sie von dieser furcht
baren Verleumdung zu befreien."
Was haben Sie vor?"
Ich stellte mich vor sie hin.
Ich will auf das Glänzendste Ihre
Unschuld beweisen. Ich will den wah
ren Schuldigen entlarven."
Ich zweifle, daß Ihnen dies gclin
gen wird, Mr. Raymond."
Sie zweifeln, daß ich den Thäter
entdecke und festnehmen lasse?"
Ich zweifle," brachte sie mit Mühe
hervor, daß irgend wer jemals den
Namen des Mörders erfährt."
Dennoch gibt es Jemanden, der
diesen Namen kennt."
Und wer sollte daS sein?"
Hannah izt zweifelsohne genau un
tcrnchtct; und dieses Mädchen aus
findig zu machen, wäre so zu sagen
gleichbedeutend mit der Entdeckung des
Mörders."
DaS sind ja nur Vermuthungen,"
erwiderte sie.
Ihre Cousine hat eine große Beloh
nung ausgesetzt für Nachricht über Han
nah. Im ganzen Lande wird sie ge
sucht. Ehe acht Tage vorüber sind,
ist sie hier, daS ist mehr denn wahr
scheinlich."
Hannah kann mir in nichts hcl
fcn." sagte sie mit cigcnthümticher Be
tonung.
Gibt es irgend Jemand, oder
irgend etwas auf der Welt, das Ihnen
von Nutzen sein könnte?" fragte ich
mit immer wachsender Verwunderung.
Sie wandte ihr Antlitz ab.
Hören Sie mich, Miß Eleonore!"
bat ich. Sie haben weder Mutter
noch Bruder, um Ihnen zu rathen und
Sie zu leiten. Ich flehe Sie daher
an, genügend vertrauen ln mtcy zn
setzen, um mir eine einzige Sache nicht
vorzuenthalten."
.Welche?"
Haben Sie irgend ein Papier von
dem Tische ihre OnkelS an sich genom
men, wie man Sie dessen beschuldigt?"
Sie zauderte ; dann erwiderte sie :
Ja, ich habe ein solches Papier an
mich genommen, ich sage Ihnen dieses
im Vertrauen."
Ich konnte einen schmerzlichen Scus
zcr nicht zurückhalten.
M fraae nick! danach. waS dieses
Papier enthielt, nur ob eS noch existirt ?"
Sie iy mtcy starr an.
Nein," versetzte sie.
Ich hatte Mühe, meine Enttäuschung
zu verbergen.
Seien Sie mir nicht böse. Miß
Eleonore, wenn ich Fragen an Sie
richte, die Ihnen grausam erscheinen
mögen, aber nur die ernne Vesaor, in
der Sie schweben, treibt mich dazu.
Sagen Sie mir noch eins, ich flehe Sie
an. Als Sie sich am Abend des Mor.
des in Ihrem Zunmer aufhielten, was
hörten Sie da, nachdem Mr. Harme
hinaufgegangen war und ehe die Bib.
liothek geschlossen wurde? Sie spra
chen bereit davon bei dem Verhör."
Ich merkte sogleich, daß ich zu weit
gegangen war.
.Ich wollte nicht undankbar erschei.
nen, mein Herr, daher beantwortete ich
die eine Ihrer Fragen ; aber mehr kann
ich nicht sagen. Fordern Sie nichts
weiter von mir, ich bitte Sie darum."
Dieser Vorwurf schmerzte mich; ich
versprach mit Bedauern, ihren Wün
sehen nachzukommen.
.Dennoch, und was sich auch crelg
neu möge," fügte ich hinzu, werde ich
Alles thun, was in meiner Kraft steht,
um deu Thäter zu entdecken. Es ist
dies für mich eine heilige Pflicht ; aber,
da Sie es wünschen, werde ich keine
weitere Frage an Sie richten."
.Mr. Raymond, könnten, möchten
Sie nicht den Dingen ihren Lauf
lassen? Ich verlange nach keiner Hülfe
und 'sähe es lieber "
.Die Großmuth einer Unschuldigen
darf dem Schuldigen nicht zum Vor.
theil gereichen," unterbrach ich sie, und
ich dulde nicht, daß Ehre und Glück
eines edlen Weibes dabingeopfert wer.
den, um eine feigen WcörderS willen."
Als ich die Avenue hinunter schritt,
kam ich mir vor, wie ein muthiger Rci
sender, der sich auf einem schmalen,
über einen uncrgründbar tiefen Ab
gründ gebreiteten Steg hinüber wagte.
Wie sollte ich es anfangen, um Mr.
Gryce'S Vorurtheile zu bekämpfen ?
Welche Beweise für die Unschuld Eleo
norenS konnte ich ihm bringen ? Wie
die Thatsache feststellen, daß sie eine an
dere Person auf eigene Gefahr decke?
Wie sollte ich endlich ermöglichen, den
wahren Mörder von Mr. Leavenworth
zu entlarven und baS unschuldige Mäd
chen von den über ihrem Haupte schwc
bmden Verdächtigungen zu befreien.
Europäische Lokalttotizell
Sahen,
Amberg. Im künftigen Sommer
wird hier eine obepfälzische Gewerbe
und JnduftrieAuzstellung stattfinden,
welche wie sich Bürgermeister König in
einer Versammlung den Industriellen im
Gewerbevereinssaal au ' drückte ein
Spiegelbild der LeistungZfähiz'eit nicht
nur von Amberg, sondern auch weiterer
Kreise der Obcrpfalz liefern soll.
Eismannsbera. Wie erinner
lich wüthete während de5 Sommers hier
eine Typhus - Eridemi; in wahrhaft
schrecklicher Weise. Als Ursache des
Krankheitsausbruches wurde die elende
Beschaffenheit des Trinkwassers erkannt,
was zur Folge hatte, daß die Errichtung
einer Wasserleitung beschlossen wurde,
die jetzt ihrer Vollendung entgegengeht.
Fürth. In den liesigen Spiegel
fabriken gelangt da? gesundheitsunschäd
liche SilberbelcZ'ccrfahre z t immer wei
terer Verbreitung, nachdem es gelungen
ist, die filberbeleqten Glaser in Amerika
erfolgreich einzuführen.
Regens bürg. Der 'ehemalige
Notar Weigert von Stadtamhof, der die
über ihn wegen zahlreich verübter, aemei
ner Unterschlagungen verhängte Gefäng
nißstrafe in Amberz verbüßt, hat ums
Veicvalfung einer englischen Grammatik
nachgesucht. Ob er w.chl beabsichtigt,
nach seiner Entlassung Amerika zu be-
Jlücken, - und sich deshalb mit der eng
ischen Sprache vertraut macht? !
Trüben bach. Ein gewisser Hof
mann von hier hatte im Jahre 1834 ei
nen Soldaten ÄkamenS Fiedler von
Neuensel bei eii'.em Streit tödtlich der
letzt und wurde zr 5 Jahren Zuchthaus
verurtheilt. Nach seiner kürzlich erfolg
ten Entlassung wollte er heirathen,
wurde jedoch abgewiesen, was er sich
so zu Herzen nahm, daß er sich der
giftete.
u dr öcinpsal,.
St. Jngbert.. Sicherem Verneh
men nach beabsichtigen einige Fabrikan
ten und Kapitalisten die Errichtung einer
Attien-Glashütte hier. Das hierzu aus
ersehene Terrain am sogen. Schmelzer
Wald, in der Nähe deZ Bahnhofes, soll
bereits angekauft sein. DaZ Betriebs
kapital soll durch Aktien zu 1000 M. auf
über $ Million gebracht werden.
M a i k a m m e r. Bei dem in äußerst
schlechten Rufe stehenden und vor nicht
langer Zeit aus dem Gcf".ngniß cnt
lassenen Schuftcr Franz Genzlinger
wurde dieser Tage eine Hausdurchsuchung
vorgenommen und Geld sowie Schmuck
fachen beschlagnahmt. Ge ?z!inger, der
die beschlagnahmten Gegenstände in
Großniedesheim. woselbst er in Arbeit
stand, mittelst Einsteigenö und Einbruchs
gestohlen haben soll, wurde verhaftet.
T h e i s b e r g st e g e n. Auf dem hie
sigen Kohlenbergwerk sollen di: Gabun
gen wieder aufgenominen werden. Ab-
gesehen davon, daß die dort zu Tage ge
förderten Kohlen vo ". sehr guter Qualität
sind, freut man sich über die bevorstc -
yenve Wieverausnayme ttf etMM,
Will dadurch Arbeit und Verdienst für
die Umgegend m Aussicht sieht.
ade.
Karlsruhe. Im Hause Werder
straße 92 stürzte sich die etwa 45 Jahre
alte Ehefrau Bohner vom vierten Stock
werk in den Hof hinab, so daß der Tod
sofort eintrat. Wie cs scheint, hat die
Frau die That in einem Anfall von gei
stesgestörtheit ausgeführt.
Heidelberg. Mit der Einver
leibung von Neueheim in die Stadt
wird e ' nun Ernst u:td soll dem nächsten
Landtag schon eine diesbezügliche Ge
setzeSvorlage unterbreitet werden. Die
Stadt Heidelberg erhält damit zu ihren
ca. 28,000 Einwohnern auf einen Schlag
einen Zuwachs von rund 2600 Seelen.
H e u b r 0 u n. Kürzlich entfernte
sich von hier der Gemeindcrechner und
Rößlewirth Johann Georg Leus, um
angeblich seinen zur Zeit beim Militär
in Freiburg dienenden Sohn zu besu
chen, ist aber bis heute nicht wieder u
rückgekel'rt; dahingegeu fehlen in der
ihm anvertrauten Kasse ungefähr 300
Mark.
N e ck a r a u. Der Kassirer der
Ortskrankenkasse Albeecht, welcher in
einer hiesigen Fabrik angeüeUt ist, hat
ich mit der Selbstanklage, daß ein De
izit in seiner Kasse bestehe, dec Staats
anwaltschast gestellt.
Stockach. Dieser Tage stieß man
hier anläßlich der Grabarbeiten zur Ge
winnung des für das neuerbaute Kran
kenhaus nothwendigen Wassers auf eine
Steinschicht, welche sich im weiteren Ver
lauf der Arbeit als eine schwere Stein
platte erwies, unter der sich in sauberer
Beschalung aus gut erhaltencin Eichen
holz eine Quelle fand, von deren Vorhan
densein die ältesten Leute nie etwas ge
hört haben.
Walldürn. Schmeichelhaft für
den hiesigen Menschenschlag ist es nicht,
daS bei einer Bevölkerung von über 3000
Einwohnern bei der kürzlich stattgefundn
nen Rekrutenmusterung nur ein einziger
junger Mann diensttauglich befunden
wurde.
Mklklknvur .
Leussow. Die kürzlich verschwun
dene Tochter des Häuölers Pannecke ist
als Leiche in der töck.-.itz bei Niendorf
aufgefunden worden. Ob Selbstmord,
Unglück oder Ve.b echen vorliegt, bleibt
zu untersuchen.
Mittel, Wendorf. Die bisher
trn. Strantzen in Hamburg gehörige
bpach:stelle ist v.vn Ebpachthofbesitzer
in Hinter-Wendorf für den PeciZ von
84,000 M. incl. Jn"entar gekaust wor
den. Hr. Stranöen bette im Iah e 1882
1 m rv.r..
für d,e Stelle 123,000 m. vezahtt.
N 0 st 0 ck. Die Bierbrauerei
von
Mahn ck OhIerich wird ,nit einem Aktien
kapital von 2,0 ,009'lf. in eme Aktien
Gesellschaft umgewandelt. Die Brauerei
ist bei einem letztjährigen Absatz von rund
70,000 Hektoliter die größte Mecklen
burzs.
Württemberg.
Stuttgart. Das Stadtgespräch
bildet augenblicklich eine Loosfälschung,
die mit dem ersten Preis derHeilbronner
Kirchenlotterie getrieben worden sein soll.
Der königliche Kutscher Fr. Obermüllcr
zeigte ein Loos 35040 vor für den Preis
yon 20,000 M.. das aber eine Fälschung
yon 38040 in 35040 zeigte.
Bihla fingen. Die bürgerlichen
Kollegien haben beschlossen, die Kirche
einer gründlichen Renovirung zu unter
ziehen. Mit der eingehenden Reparatur
der Orgel ist bereits begonnen, während
als erstes Geschäft für s Frühjahr die
Erhöhung deö Thurme? in Aussicht ge
nommen ist.
C a n n st a t t. Der bisher in Stutt
gart in Arbeit st hende Zimmermann
Krauß von hier wurde a i Händen und
Füßen gefesselt aus dem Titiax gezogen,
lebte jedoch noch und wurde in s Kran
kenhaus verbracht. Bis jetzt konnte er
keinerlei Mittheilungen darüber machen
wie er in dem Zustande in's Wasser ge
kommen ist. ,
O eh r i n g e n. Ein großer Theil
de Anwesens von Jsaak Herz ist dieser
Tage durch Feuer zerstört worden. Ein
frühere? K 'echt deZ Abgebrannten, ein
gewisser Michael Maier uii3 Micheliach.
rat nach - ge.-.em Geständnis den Brand
gelegt ; Ä.ver lruide verhaftet.
Sulzbach a. M. Großes Ausseben
erregt U Verhaftung des in hiesiger
cLiemei'.'.v ur.o umgegenv. agemem be
liebten Pfarrer? S. wegen angeblichen
Sittlichlcitreraebens. Eine schon frü
her stattgehaoe .-i?ersuchunz lattt daZ
Ergcb.iiß. daß Hr. S ge.'.e,' SichecheitZ
leistung auf freiem Fuß bö.'assen' werden
ist; um so unerwarteter kam die anläßt
lich einer weheren Ver .nung völlig
gene Festnahme.
Okftkrrelch.
Wien. Der Komiker Dessoir hat auf
der Bühne des Volkstbeaters während
der Vorstellung plötzlich das Gedächtniß
verloren. Der Künstler muße in ä.zt
liche Behandlung genommen werben.
Baden. Der hiesigen Polizei ist eS
gelungen, von der Baden, Äködling und
Umgebung unsichermachenden Einbrecher
banre zwei Haupträdelsführer, Wolf-
ang Reitmayer in Perchtoldsdorf und
dalbert avatsky m Guntramdorf zu
verhaften.
Marburg. Bei dem Ein;uae deö
neuen flovenisch gesinnten Bischofs wird
sich die hiesig: deuifche Gemeindevertre-
tung nicht vetyeulzen, wen man a
vergessen ' hat, den Stadtrath sowohl
von der Ernennung deZ Bischofs als
auch von der Inthronisation des stove ii
schen Kirchenfürsten in Kenntniß zu
setzen.
Olmütz. Dec Tazlöhner Franz
Ullmann, welcher angeklagt war, seinen
greisen Vater ermordet und dessen Leiche
in einem Wassertümel versteckt zu ha
ben, wurde zum Tode durch den Strang
verurtheilt.
Pest. Der Kassier der ungarischen
Südbahn, Franz Karrel, aus dessen Kaste
eine Summe von 22,713 Gulden ge
stöhlen worden war, hat sich Tags darauf
auf dem alten Friedhofe durch ein Re
volverschuß entleibt. K. hinterließ einen
Brief m welchem er versichert, an dem
Diebstahl unschuldig zu sein.
Schwel,.
Bern. Die Zündholzfabrikanten det
Kantons werden nächstens in einer Ein
gäbe an di Bundes zersanmlung um
Einführung der schwedischen Zündhölz
chen oder deZ Monopols durch den Bund
bitten. Trotz aller bisherigen befolgten
Vorschriften und angewandtem Vorsicht
nehmen die Erkrankungen in den Phos
phorzündholzfabriken in bedenklichem
Maße zu.
Appenzell A..RH. JnderNe
tungsanstalt Wiesen bei Herisau brach
kürzlich ein Brand ans, der jedoch im
Keime erstickt wurde. Sech Zöglinge
hatten das Feuer angelegt und z vat auf
Grund eines zwischen ih,iu bereits im
Frühjahr abg.'schlo'scncn Komplotts, die
Anstalt je eher je lieber in Brand zu
stecken. Im Oltober wac bereits ein
V:r'uh gemacht worden.
G l a r u s. mit -cocm aze zeigen
! 5, den Kanton mehr Schwlerigkei
j ten fiic die Unterbringung von Irren.
j Gi drängt immer mehr zu,n Bau einer
I Kantonsanstalt hin. Laut Landsge
j meinde-Beschluß sollen 20,000 Fr. in den
Jrrenoa-l-sono gegrv.
1 11 v t rn 0 v ni hpvp i. n
Zürich. Der frühere Eassirer deZ
TuchzeschästZ Sticklcc & Eo. in Richters
weil, der, wie erinnerlich, s. Z. wegen
Untersä lazunz einer Summe von über
S00,0c Francs vrla'tet wurde, ist zu
7 Jahren Zuchthalis verurthcilt worden.
.
Ein M 0 r d um eine Cigarre
ist im Gefängniß Sai .t Pierre in Mar
seille verübt worden. Dort befanden
sich seit einiger 'e!t die be d?n Sträf
linge Oggero nnd ö-rry in Haft. Zwi
schen beiden hatte sich ein Streit entfpon
nen, weil Wurty sei,;em Kameraden ab
geschlagen hatte, ih: einige Züge aus
seiner Cigarre thu , zu lassen. Kaum
eine Stunde nachher wars sich im Schlaf
saae Oggero aus Wuvty u:,d brachte ihm
in der Herzgegend stchs tiefe Messerstiche
bei und zwar mit ei!'.er solchen Schnei
lig?eit, daß weder Wärter noch Gefan
gene, die sich ganz in d.r Näbe befanden,
ihn zurückzuhalten vermochten. Del
Mörder gestand ein, daß er die That
der Cigarre wegen" vollführt habe.
In Jackson in Mich'gan jagte vcr
einigen Tagen ein großer Hund eine
kleine Maus vor sich hin, die in voller
Todeeagst eine,l ?e'egravhe ,:pfosten
hinauf kletterte uid ode., am Draht
angelangt, diesen wie ei : Se ltänzer be
trat und lang'ain b j i n näch'ien Pfo
sten binabschritt. Ti ? Saerganz
hatte sie fast eine Stu d ii A.is'ruch
genommen, und as sie m m wieder u
die Erde h.rabkam. war sie f ermaltet,
daß sie si 9 wi'lig von eine n Mann auf
heben u ,d forttragen ließ.
Amerikanisches Allerlei.
Eine unterirdische, geräu
mige Höhle, welche mit werthvollen
Waaren aller Art angefüllt war, wurde
kürzlich in der Nähe von Newton, ,n
Kansas, von mehreren Knaben entdeckt.
Es stellte sich heraus, daß jene Gegen
stände von zahlreichen Einbrüchen her
rühren, welche im Laufe des Sommers
in der Stadt verübt wurden und von den
Dieben in jener Höhle ohne Zweifel ver
borgen wurden.
Dieser Tage wurde zu Manito,
Illinois, ein taubstummes Paar, Tho
mas I. Cranwell von Manito und Fräu
lein Ella Hollett, ein hübsche junges
Fräulein von Crawford County, Jll.,
oetraut. Rev. Philipp Gllett von der
Taubstumnien - Anstalt in Jackonville
vollzog die Trauung in der Z'ichen
frrflc. Eine aroke Menae Freunde
j wohnten der Trauung und dem darauf
fclacnden umvtan vtu
Ein Farmer in Mains hat auf
einem Acre Land 738 Bnshel Kartoffeln
ae:oaen. !
Wie Talmadge, der jetzt den
j Orient bereist, behauptet, hat König Sa-
lomo sechrhundert unv acylzig liuronen
Pfund Gold und 1.02.000.377 Pfd.
Sterling Silber besessen. Das ist aller
dings ein großer Reichthum. Aber doch
war es ein Glück für den weisen König,
daß es zu seiner Zeit noch kein Weih
rach!ösest geh. denn die 1000 theuren
GattiLne- mit ihren Plagen würden all
jährlich ein Vermögen verlangt haben.
Großes Unheil hat ein Blut
Hund angerichtet, welcher bei der Auffüh
rung ro.i ..Onkel Tom's Hütte" vrn
Theater zu PottStown in Pennsylvanien
milwirkte. Die blutg'erige Bestie über
siel nämlich plötzlich den die Rolle des
Advo!aten Ä'arks spielenden Schauspie
ler Wm. Crandall, faßte ihn mit ihren
scharfen Zähnen an der Kehle und brachte
ihm schwere Verletzungen ber. Der
furchtbar zugerichtete Mann wurde, nnt
Mühe dem wuthschnaubenden Hunde ent
rissen und, nachdem eine Wunden ver
bunden waren, nach dem Hosprtal über
führt, worauf die Vorstellung ihren Fort
gang nahm.
Ueber eine seltene Verwechse
lunawird aus Chicago berichtet: Patnck
Lynch, ein mächtiger, gutmüthig' aus
sehender Matrose, hatte sich eines schöV
nen Morgen vor Richter Kersten wegen!
eine? Abends in die methodtstisch-epis
copale Grace-Kirche gemachten Einbruch
Versuchs zu verantworten. Da Paddv
aber den Richter zu überzeugen wußte,!
daß er in der Trunkenheit die Kirche für
ein im Auslaufen befindliches Schiff fit;
halten habe, so entließ ihn derselbe ohne
Strafe, empfahl ihm aber zugleich, in
Zukunft öfters bei Tage in die Kirche zu
gehen, um das nochmalige Vorkommen
derartiger Verwechselungen unmöglich zu
machen.
Ein neuer Enoch Arden ist
Capt. Pet. Pahne, welcher sich im Jahre
1836 von Whetcom County in Califor
nien, wo. er sich mit seiner Frau nieder
gelassen hatte, nach Alaska auf den Wal
sischfang begab und seitdem verschollen
war. Kürzlich kehrte Payne, deffen
Schiff im Eikmeer untergegangen und
der nicht in der Lage gewesen war, seiner
Frau Nachricht zukommen zu lassen, nach
Hause zurück und machte dabei die unan
genehme Entdeckung, daß sich sein hüb
iches Weibchen mit einem mngen Cana
dier, mit Namen William I. Forbes, den
der wackere Seemann als Schutzwächter
seiner Gattin zurückgelaffen hatte, inzwi
schen verheirathet hatte. Der Vorsicht
halber hatte die Frau eine Scheidung
von threm ersten Manne erwirkt, damit
sie, . falls er doch wieder zurückkehren
sollte, nicht wegen Vielmännerei belangt
werden könne.
Der deutsche Wohlthäter
Johann D. Lankenau in Philadelphia,
der Gründer des dortigen Maria I.
Drexel Home" nebst Diakonisien-Anstalt,
hat jetzt auch noch einen schönen Bearäb
nißplatz auf einem dortigen Friedhofe für
solche Diakonissen gestiftet, welche in
ihrem Berufe sterben. In der Mitte des
Platzes ist ein 9 Fuß hohes Granitkreuz
errichtet worden, auf dessen Sockel die
Inschriften: Zum Andenken an die
Diakonissen des Mary Drexel Homes
und Philadelphia Mutterhauses der Dia
konissen", und auf der entgegengesetzten
Seite Getreu bis in den Tod" ange
bracht sind. Kürzlich wurde die feierliche
Einsegnung dieser Begräbnißstätte vor
Genommen. Hierauf ward die Leiche der
rüheren Oberin Frau Marie Krüger,
welche vor zwei Jahren im deutschen Ho
spital starb und auf dem Lutherischen
Friedhofe bestattet worden war, feierlich
auf dem neuen Platze beerdigt.
Wieder ist ein amerikani
scher Goldsisch" von einem Baron"
cingefangen worden. Frl. Sarah PhelpS
Stokes, die älteste Tochter deS reichen
Bankiers Anson Phelps Stokes in New
Bork, wird sich demnächst mit dem in
Deutschland geborenen, aber in England
lebenden Baron tzalkett verheirathen.
Die jungen Leute lerüten sich in dem
franzosischen Badeorte Pau während des
letzten Jahres kennen und lieben, und da
Baron Halkett nicht nur einer aristokra
tischen Familie entstammt, sondern auch
ein sehr hübsches Quantum blinkender
Dukaten" sein Eigen nennt und außer
dem durch seine Verbindung mit dem
Bankhause Rothschild in London auch in
Finanzkreisen eine Rolle spielt, so hatten
die Eltern der jungen Dame gegen eine
Verheirathung ihrer Tochter mit ihm
Nichts einzuwenden. Der glückliche Bräu
tigam befindet sich auf dem Wege nach
den Ver. Staaten. Frl. Stokes ist eine
reizende, schlanke Brünette von 19 Iah
ren, während Baron Halkett ebenfalls
als eine höchst interessante Erscheinung
geschildert wird.
Von einen: 16jährigen Mäd
chen erschossen wurde dieser Tage der
junge Schwede Julius Hoer, welcher
auf ler Farm des Herrn Ab. Epperson
in der Stähe von Barkersville, Mo., an
gestellt war. Darüber, wie sich die Ge
schichle eigentlich verhält, gehen verschie
dene Gernchte. Dem einen zufolge soll
Hörer der I jährigen Louise Epperson in
Abwesenheit ihrer Eltern unsittliche An
träge gestellt haben und darauf von ihr
erschossen worden sein. Ein anderer Be
richt will wissen, daß Hoper das junge
...,'ädchen rfters mit ihren vielen Anbe
tern genccki habe, w.rauf das Mädchen
drehte, ihn bei d r nächsten Gelegenheit
zu erschiefel. AI er nun dieser Tage
während d.s Mittagessens abermals an
fina, sie z.l nec' n, ei sie plötzlich in's
Nebenzimmer c-ela:-.fe ., habe dort einen
Revolver gch -lt und den Spötter damit
erschossen. Die bereits eingeleitete Un
tersuchung wi:d ohne Zweifel den richti
zen Thatbestand ergeben; b'.s jetzt hat
den Anschein, als ob die erstere Les
a?t die richtigere sei.
Recht trübe sind die AuSsich
tcn für die einst blühende Seidenindu
sirie der Stadt Patcrsvn, N. I. Lohn
strcitk,itctt und Hader mit den Arbei
ter-Unionen haben viele der dortigen
Fabrikanten veranlaßt, ihre Etablisse
mcnts nach kleineren Orten Pennstlva
nien's zu verlegen, wo ihnen billige
Arbeitö!ra''t reichlich zur Verfügung steht,
und die Bewohner Paterfon's sehen schon
mit Schrecken der Zeit entgegen, in wel
cher auch die wenigen noch dort thätigen
Seidenfabrikanten das Beispiel ihrer
Genossen befolgen werden. Wer hat
aber den größten Nachtheil davon?
Selbstverständlich die Arbeiter selbst.
Als der Advokat Kisch inChi
cago vor einigen Monaten einen Kabel
bahnwagen der Nordseite bestiegen und,
nachdem er seinen Nickel bezahlt hatte,
fiezwungen wurde, den größten Theil
eine Weges zu Fuß zurückzulegen, weil
nämlich das Kabel den Dienst versagte,
verklagte er die Straßenbahn-Gesellschast
bei einem Friedensrichter auf Zahlung
von fünf Cents und erhielt diese auch
zugesprochen. Die Straßenbahn-Gesell
schuft appellirte gegen die Entscheidung,
zog aber vor wenigen Tagen ihre Be
rufung zurück und erklärte sich damit be
reit, dem Kläger seine 5 Cents zu bezah
lcn. Fred. C l 0 u g h, der kürzlich mit
mehreren Gefährten einen Ausflug in
die Sierra unternommen hat und dabei
in die Nähe der Quelle des Kaweah in
Tulare County, von Amador, Cal., ge
langte, kam hier in eine Gegend, oie
wohl noch kaum von einem Weißen be
treten worden ist. Hier stießen sie auf
einen Baum von der Gattung der Se
guojen, der eine seltene Größe batte.
Cleugh konnte nur eine oberflächliche
Messung deS RiesenbaumeS vornehmen
und fand, daß er den ungefähren Um
fang von 176 Fuß hatte. Der Wipf
deS Baumes war abgebrochen, dennoch
hatte derselbe noch eine ganz stattliche
Größe.
Der Testamentsvollstrecker
deS verstorbenen Doktor" David Hostet
ter von Pittsburg berichtet, das hinter
lassen, Personalergenthum .betrage kS,
635,322 und das Grundeigenthum werd
voraussichtlich zweimal soviel betragen,
Hostetter war der erste Bitter-"Mann
und durch sein Hostetter Sitters- ge
wann er ein riesiges Vermögen. VorLJ
Jahren war er noch arm wie eine Kir
chenmauS und fungirte damals noch als
Drumme mit mäßigem Salär. Welche
Ströme von Vitters" mag die leidend
Menschheit wohl getrunken und sich Er
leichlerung" (in den Taschen) verschafft
haben, um Hostetter zum vielfachen Mil
lwnar zu maeden:
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entspringt dieser Brauerei.
abrhaft und wird ron frl nrn nnttren Satrif
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