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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, March 11, 1892, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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O. Cfcfier, Aps!hck:r, Qstcrtown, WiSc.
2ic3 ist diz SZcinung tincä NanneS, der
eme Lpcthc?:hat.e2e N:dZöi.-.m vakauft. in
tiree crährunz mit ten Patient und
ihren Familicz tcvxat und fccr alZ irgend
Ismaxü anders tote sich Medizinen der
lassen, und wklcheZ wa? re Lcrdimft sie haben.
Er hört cCe FcschlZge und Erfolge und kann
demzufolge ein KmpetmtcS Urtheil abgeben:
A kne seine 2fcii3in für Zuften, schlimmen
& der Heiserkeit.
-ejujH, die in meiner Fsmi!
G.M f0 vortrefflich gewirkt
C)lZXlti,)CllO hätte, wie Qofchee'S
.f , Gemaa Sjnip.
Kicljcrnctt, Lecn Sinter kam
eine Same in meinen
Laden, die an einer faireren Erkältung litt.
Eie kannte fcurst sprechen, und ich erzählte ihr
von Ge-mtu Symp und da c:r. paar Cofen
Linderung gc!.. würden; c5ct sie hatte kein
Vertrauen zu ?,Jt?n!:d:;men. Ich sagte
ihr sie solle eine Flasche nehmen, und wenn
die Re-ultate r.ict-r z'ifricdcnstkllend wären,
würde ich ihr da?-.'? kein Ckld abverlangen
ISin viar Tage fpztcr sie und bezahlte
dafür und sag;;., da'jj siz in Zukunft nie mehr
ohne es sein würde, da rin paar Dosen ihr
Erleichterung cclci Ittc;;."
nmtn
rfntt und bebe alle einem caBiaen Ausland
btfrrinamtm Bkl?erlen, reit Schwindel, Uebel
rt. Lchlisrißkkit Migstimmun? nach dem Qflen,
'chmki, ta tn Eeite u. s. w. Während nun ib
porzeke mtuianiKti etn eyr, cap ne
koxfireh mriren, sind Garte t'SElltleSleer
BitUelinf ertkscll bet Ve,exf!hett. diese
iftifl Veschirerde cunienb verditend, zuqleiS ttit
pifranatn im Ma??n deseitizend, die Leb ftir
t c. XM fer.a.tnc;te rcgelsd. Wenn sie nch ur
Q9 miirtin, träten sie unschätzbar sör die an dieser
ttsenren Plaze Leidenden; aberglKSlin Weis
ket nickt V.iX i'üxt Wlikiarikeit, und wer sie ei,
ral proitit bat, wiid diese in so vielfacher Hinsicht
Ulfec46iCB kleinen Willen sicherlich nicht mehr eutbeb
ujcücrn. ?.ber rcr killen endern Pisze ist stopf
ist schireril Sllr. der auf so manche Seien lastet,
npb diese ja hebe ist unser giös,ter tety. Unsere
lle hellen hier, wenn alle andere Mittel fehl
ftiaie. Sarter'S Little i!ier Vill
,d hr Nein end sehr anzenkhin einisnehmen.
der iwkt achea eine gade. Dteseldeu siud
fta etahiliseh, aen eder ?achzrim?io nech
chsall. sondern tesriedizen SIll durch ihre rsild
Wkuvj,. I xijschchea ;u 25s, ,!er fäi$I. L
Vb tt alle ilrothekeru der per Pest.
rter Medtek Co., New York.
Kleine Pillen, kleine Dosis, kleiner preist
Xss tcslc Mt'l
1s Mcftr Welt. fT-iit I. .cJtt Qu3 SStccnJe
iftlt&floi;t:i!:a'ö3hti3ci:.5!arot. denn ct:ui
fcu, rtiiO:c ror ?r t r,';sr?i
nwlil):c ror dr , I;!:r?n d:ch einiHiruschisg
tMumi;: ,.et.!.!k n. cns ncwi ffSQ,us,t
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z. I.I r,i,:i i-.-r.i-: nt.j in? jjcüini
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i.;.t er? -int fjitn Biyfi'liftea ci:f.
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ujBfaiiit arii-'ict.
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ia üCtcrt isS.. jri&ereiUi und i'.t e!
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l-3r.i;, ilTc&icine Co.,
50 CJrCi'irQat :"c:i ;r. Ctjtcccs,
ni.-o ist Ki-iJ!. tnr $3.00.
teil i.75 ' " " 8.00
Haus Attculna!: und
sciur Söhnc.
ZZoman von H. Ewer.
1. Kapitel.
lnd nun wcinc nicht mehr, War
gkerita, mcin Liebling! ES soll yc
schchcn, wie Du wünschest; ich weiß,
paß ich ein jahrclanges Unrecht an Dir
gut zn knachcn habe; ich werde mit
meinem Vater sprechen, werde auf all?
vciuc Rechte verzichten, meinen Abschied
nehmen, dann wird der Veröffentlichung
unserer Verbindung nichts mehr im
LZege stehen. Bist Dn nun zufrieden,
ein süßer Seliatz ?"
Weinend verbarg die junge, kaum
zivanziajahrizc Frau ihr zarte?, kind
öches Anttih an der Brust des hochgc
dachfcncn Offiziers, welcher die zarte,
ilhlanke Gestalt des WcibcS inmg an
ich preßte. Dunkle, nachtfchwarze
iockcn ringelten sich in üppiger Fülle
über die runden Schultenr der jungen
Frau, ctefct hob sie die nroren dunkel
vrgnneu Llugcn, die noch in Thränen
schimmerten, zu dem Manne empor.
' . .Ich fordere ja nichts. Eduard ! Ich
bitte auch nicht, ich weiß ja, daß Du
mein ÄcitcS willst l Llbcr ich denke an
das Schicksal unserer Kinder."
Wieder fchmicgtc sie sich zärtliö) an
sein Her;. Ihre Stimme hatte einen
tiefen, sanften Klang; sie sprach das
Deutsche vollkommen rein, aber mit
einer fremden Betonung, welche die
uSländcriu verrieth. 'Weicher und
faufter 'klangen in ihrem Munde die
Mischen lernte.
' Auch ich denke an unsere Kinder,
Mrghcrita,- entgegnen tiefbewegt der
Mzicr. .und ich hatte cö mir so Herr
uch ausgcdacht. wenn ich Dich als
pcrrin auf Schloß Altcnbrak fuhren
lonnte, Dich, unseren Jungen und
susm kleine Marghcrita. Aber ich
skhe ein, daß das wohl niemals gefchchea
'nn, eö müßte denn mein Vater dock
' m mit dem Gedanken ! ES wird auch
. Kkhm, mcin Liebling ! Mcin müttcr
Vks ErbthcN fchützt uns vor des cbcnS
orge, wenn ich dcö Königs Skock aus,
. Avgm habe und nicht mehr Majorats,
de von Altcnbrak fein werde.
.0 Eduard, cö drückt mir das Herz
' 5?" Gedanke, daß ich die Schuld
Delm Unglück trage."
ittB C. 1 y. . , .. r rv .
w ina)i uuit, A.argycrua t ajh
meinem Unglück
... yj" siiiv
uroe es m;r schwer, mich an den Ge
uen zu gewöhnen, diesen Rock auö
WV, - den. lch. stit zwölf Jahren
CARTER'g
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10 an meinem Unglück? 'Die
, Muld an meinem Glück trägst Dn!
a wäre ich ohne Dich, was ohne die
Zuudcr? Jü. ich gestehe es. anfangs
rrage, die Warse adzülegen,' die wich tn
zwei eldzügcn beglettet; es wird mir
auch schwer, memen Vater, der so große
Stücke ans mich hält, zu betrüben, aber
er hat ja in meinem jüngeren Äruder
Willy einen Erben nach seinem Sinn
gefunden, und die Pflicht. Drin Schick,
sa! und das der Kinder sicher zu stellen,
muß alle Bedenken beseitigen. Und
nun laß uns nicht mehr über die , Sache
sprechen. Dort, kommt Heinrich mit
den Pferden. Ich muß zur Stadt
zurück, morgen komme ich wieder, dann
kann ich Dir alle Einzelheiten memeö
Planes vorlegen. Lag mich jetzt noch
einmal die Kinder schenk
Armin Arm trat daö junge Paar
in das Ncbcngemach, woselbst eine Wär
terin neben dem Bettchcn der Kinder
saß.
Pst! Herr Baron," wchtte die Alte,
.die Kinderchen sind soeben cingeschl.
fen. Wenn Eduard bre Svoren flir
ren hört, ist er nachher nicht wieder in
... x. - '
vui &o)ia zu ringen.-
Der Zunge Offizier beugte sich über
die schlafenden Kinder. Der Knabe.
welcher drei Jahre zählen mochte, war
lajon 1C131 ganz oas vcnvllv ves blon
den Vaters, die kleine Maraberita
zahlte kaum ein Jahr ; ein zartes Kinn,
chcn mit dem ovalen, rosig angehauch
tcn Gcsichtchcn der Mutter, mit dunklen
Löckchcn und langen, seidenen Wimpern,
welche tiefe Schatten aus die zart gcrun.
one B?ange warfen.
Reicht strich der Offizier mit der Hand
über die Vockenköpfchen seiner Kinder,
flüsterte der alten Wärterin einige aner
kennende Worte zu und entfernte sich
leise, von der jungen Frau , begleitet.
Noch einmal umarmte er dann sein
Weib und eilte aus der Thür des klei
ncn Hauscö durch den sorgfältig gc
pflegten Blumengartc hinaus auf die
Straße, wo fein Diener die beiden Reit
Pferde auf und ab führte. Leicht schwang
er sich in den Sattel, grüßte noch ein
mal mit der Hand zurück nach der Gar
tcnpforte, in der de junge Frau stand,
und sprengte davon.
Bis eine Biegung dcö WeaeS die Gc-
talt des Rntcrs ihren Blicken entzog,
chautc diese ihm nach, dann schritt sie
ncht aufseufzend in daS HauS zurück.
Ein herrlicher Sommcrabend breitete
ich über die flache Landschaft, in der
a3 Dölichcn Fricdrichshagcn inmitten
einer Gärten und Felder lag, aus.
Das Häuschen, welches Frau Marghe
rita bewohute. laa etwas abfcitö von
dcni Dorfe, umgeben von einem fchat
tigcn Garten. Ein von blühenden Heckes
eingefaßter Feldweg ging an dem Gar.
tcn vorbei und vereinigte sich im Dorfe
mit der nach Berlin führenden breiten
Landstraße. Ländliche Ruhe herrschte
hier draußen zwischen den Feldern und
Gärten. Die mächtig aufsmbcnde
.Hauptstadt Preußens hatte damals, im
Sommer des JalxrcS 187, noch nicht
ihre Fanganne bis nach Friedrichöhagcn
auSacftreckt, die Baufpckulation hatte
sich dieser friedlichen Felder und Garten
noch nicht bemächtigt. Der traute Fric
den der ländlichen Einsamkeit war noch
nicht von den Fluren gewichen: M
und gleichförmig flössen die Tage dahin,
unberührt von dczn Hasten und Stre
ben dü drinnen in der Stadt, dessen
ragtndc Schlote den westlichen Horizont
umsäumten.
Deshalb hatte auch Baron Eduard
v. Altcnbrak feine Frau, welche er vor
einigen Jahren in Italien kennen gc
lernt hatte, hierher gebracht, wo sie nn
beochtct von den Augen der großen Welt
leben konnte in dem stillen Glück einer
heimlichen Liebe.
.Marglzcnta Ü7fwnu unter o
scm Acunen war die jungte rau in dan
Dorfe bekannt vcrliciz tast niemals
ihr einsames Häuschen. Den Verkehr
mir ocr autfii vermlircue oie auc
nenn Dorothea uiid das Dienftmäd
chen; ein Freudenfest aber war es,
wenn ihr Gatte einmal ungestört einige
Tage bei ihr verbringen konnte.
Ihr Gatte! Niemand aus der Welt
wuszte es, daß Baron Eduard v. Älten
brak, der glänzende Rittmeffter im
Gardedragonerregiment, ihr Gatte war.
Anfangs hatten die guten Bewohner
des Dörfchens den Kopf zu dem Wer.
kehr der jungen Frau mit dem Ritt
meister geschüttelt, aber nach und nach
gewöhnten sie sich daran und gewannen
die stille Frau lieb, die so anspruchslos
in dem kleinen Häuschen lebte und den
Armen des Dorfes eine stets bereite
Wohlthäterin war. Das Häuschen
hatte Baron Eduard käuflich erworben
und zu einem kleinen Schmuckkästchen
umgewandelt, so daß eö ein gemüth
licheS und bequemes Heim für Mar
gherita geworden war. Nur wenige
Zimmer enthielt es, aber Überall
herrschte vornehmer, edler Geschmack
und Komfort. Der Garten bot fchat
tige Lauben und Spaziergänge. Die
herrlichsten Rofen umringten das Häus
chen, dessen Veranda wilder Wein und
Kletterrosen fast ganz überwuchert hat
ten. Kaum fünf Minuten entfernt war
das Ufer des waldnmkränzten Müggel
seeS ; dorthin lenkte Margherita oft
mals ihre Schritte ; träumend faß fü
am Geztade, schaute hinab in die dunkle
Muth und malte sich im Geiste die Zu
kunft lieblich aus, wäbrend zu ihr
Füzzeii die Kinder mit Steinen spielten
oder mit Ajax, der großen zottigen
Bernhardinerdogge, in dem lockeren
Sande jauchzend umhertollten.
Fast vier Jahre lebte Margherita
schon in dieser idyllischen Einsamkeit,
deren Frieden zuweilen nur der Ge
danke an die Zukunft störte. Als arme
Waise, ein unerfahrenes Kind, ab
hängig von der Gnade entfernter Ver
wandten, hatte sie in Rom ihren Gat-
ten, der damals der deutschen Botschaft
attachitt gewesen war, kennen und lre
den gelernt. Baron Eduard Halle den
ersten Stock des HaufeS ihrer Ander
wandten bewohnt. Hn dem Garten,
der hinter dem Hause lag, hatten sich
die beiden jungen Leute zuerst gesehen.
Das reizende, unschuldige Wesen der
Jungfrau, die große, dunklen Kinder
äugen hatten aus Eduard sofort den
stärksten Eindruck gemacht. Oefter und
öfter fahen sie sich, bis der Augenblick
erschien, wo Marghcrita ihr crrötbcn
des Antlitz an dem Herzen des Geliebten
barg.
Dem entzückenden Rausch der Liebe,
in dem Eduard lebte, machte der Ge
danke ein Ende: was soll auS dieser
Liebe werden ? Marghcrita war ein so
wcltuncrsahrcncS Kind, daß sie sich sorg
loS und ohne an die Zukunft zu denken
dem seligen Gefühl der ersten Liebe hin
gab. Die Unschuld des MädchmS zu
betrügen, ihr den Frieden ihres LcbmS
zu rauben, dazu fühlte sich Eduard nicht
im Stande, dazu liebte er Marghcrita
zu sehr. Mit vollster Offenheit setzte
er ihr alle Verhältnisse auseinander,
sagte ihr, daß fern Vater niemals die
Einwilligung zu ihrer Verbindung ge
beu würde, daß er sicherlich aus dem
Dienst scheiden müsse, wenn er sie zu
seinem Weibe mache, und schon Ijatte er
trotz seiner Liebe zu ihr von ihr scheiden
wollen, da hatte sie sich in seine Arme
geworfen, sie wollte ihn nicht verlieren,
sie wollte alücklick sein und lbn alücklicu
wissen ; die Heirath war darauf m aller
Vliuernetgl.
n, 1 ii 1 .
Zch tvtlZ geduldig warten, bis Du
aller Fesseln ledig bist,' hatte sie gesagt.
Wer kennt ichM der weiten War,
auf den ich Rücksicht zn nehmen hätte?
Meine Verwandten? Sie empfinden
es als ewe Last, mich ernähren zu müs
senk Wenn Ich nur meine Selbstach.
tun mir bewahrt habe, an dem Urtheil
der fremden Menschen liegt mir nichts.
Ich vertrave Dir. mein Eduard ! Du
wirst Alles zum Besten lenken.
und der flotte, reiche Offizier mit
dem welchen Herzm und dem leichten
Sinn hatte Marghcrita Montelli, die
Tochter eines kleinen Beamten, zu sei
nem Weibe gemacht, ohne daß seine Fa
mUie, seine vorgesetzten etwas davon
wußten. Er hatte sich einer Geseküber
rretuna dadurch schuldig gemacht, er
war sicy desseu wohl bewußt, aber seine
Liebe war stärker als sein Pflichtgefühl,
er that den heimlichen Schritt, der ihn,
wenn er bekannt wurde, aus seiner
Lausbahn und der Gesellschaft , vcr
bannte, er that ihn freudigen HcrzenS,
und als er nach Berlin zurückkehren
mußte, da führte er fein junges Weib in
den idyllischen Frieden jener ländlichen
Einsamkeit, wo auch er fortan, fern von
dem Gewühl der Welt, seine schönsten
Stunden verlebte.
Die Jahre vergingen. Schon oft
hatte sich der junge Offizier vorgenom
men, seinem Vater Alles zu gestehen,
seinen Abschied zu nehmen und seine
Gattin auf das Schloß seiner Ayncn
als rechtmäßige Herrin zn führen. Ein
Hinderniß war stets dazwischen getreten,
und als er einmal seinem Vater eine
Andeutung gemacht, hatte dieser seine
Abneigung gegen eine solche ungleiche
tetrath in so nzweiocutiger Weise
usdruck gegeben, daß Eduard nichts
übrig blieb, ÄS ja schweigen.
.Ich würde cme solche Frau niemals
als meine Tochter anerkennen," balle
der alte 'Baron v. Altcnbrak gesagt,
.und von Dir, mcin Sohn, meine
Hand sofort abzichcn. Auch würde ich
dafür sorgen, daß Deinen Kindern, dk
ich nicht crls ebenbürtia amrkcnmn
könnte, da Majorat cnnogcn würde.
In der heutigen Seit der NivellirungS
wuth ist cS Pflicht ciues jedcu Edel,
mannes, diesem Unwefen euren festen
Damm entgegenzusetzen. Ich hoffe, Dv
wirst mich vcrstadcn haben und kein
Thorheit begehen."
Und er hatte seinen Vater verstanden
und geschwiegen, im Interesse seiner
Gattin und Kindcr geschwiegen, denen
er die Hcimath und daS väterliche Erbe
retten wollte. Aber jetzt war cö ihm
nicht mchr möglich, zu schweigen. Sein
Vater drängte ihn, sich zu vermählen :
allerlei Gerüchte über sein WerlMmtz
zu Marghcrita waren trotz seiner Vor
ficht in die Gesellschaft und auch zu
Ohren seines Vaters gedrungen, die
Heimlichkeit deö VcrhällniffcS drückte
ihn nieder, verscheuchte seinen Frohsinn,
lahmte seine Thatkraft es usite ein
Ende gemacht werden, so oder so 5
Dieser Gedanke bcicbäfticrte den iun
L
cn Offizier unausgesetzt, als er durch
n dämmerigen Lsommerabend der
Residenz zuritt. Seine frühere Energie
erwachte auf'S Neue; er schüttelte alle
trüben Sorgen ab; er fühlte stärker
denn je die Pflicht, welche er Mar.
aberita und den Ändern cicaenüber
übcniommcn, und ia dem frohen Ve
wutztscin. welches ein guter Vorsatz stets
m des Menschen Seele erzeugt, gab er
seinem Pftrde die Sporen, daß cö
rascher die gutgchaltcne Straße dahin
flog.
Nach kurzer Zeit hielt er vor seiner
Woknnng, übergab daö Pscrd seinem
Burschen uud schritt die breite teppich.
beugte treppe empor. 1
S.Kapitel.
Was aibt'S. Johann ?" fragte der
RUtmclstcr den auf dem Korridor ihm
entgegentretenden zweiten Diener. Ist
während meiner Abwesenheit Jemand
wer gewesen ? Hast u den Anzug
für heute Abend zurechtgelegt ?"
Xu AöeTchi, err mmmei ter," enl
gegnete der Bursche. .ES ist AlleS in
Ordnung. Hier gewesen ist Niemand.
Der Wachtmeliter yat nur das Ordre-
buch für morgen gebracht ; außerdem fft
schon vor mehreren Stunden eine De
pefche angekommen, ich habe Beides
aus den ischreivlich des Herrn vcln
MÜsterS gelegt. Soll ich vielleicht die
Lampe anzüiiden ? Es wird schon dun
kel." .Ja, bringe mir die Lampe.'
Eduard v. Altcnbrak trat rasch in
senl Wohnzimmer. Wenn er auch öfter
Depeschen von Freunden oder Vcr
wandten empfing, so daß er nicht über
rascht durch die heute angekommene
war, so bewegte ihn doch, er wußte selbst
nicht ju sagen weshalb, eine cigenthüm
liche Unruhe, und ehe er einen Blick in
l.. f-...-t t. , e i.- 4.!.
vas jTprwuuj irorj, DIIUC tc tuij pre
Dresche.
Enmrcckt fusir er zurück : eine leickte
Blässe bedeckte seine Wainzcn. Die De-
pcschc lautete :
Komme sofort. Vater hossnungS
los erkrankt. Willy."
DaS Telegramm kam von feinem
jüngeren Bruder, der sich, wie Eduard
wußte, augenblicklich auf Urlaub in Al
teubrak aufhielt.
Tief auf seufzte der junge Mann und
schlug die Hand vor die überquellenden
Augen.
verwundert schaute Johann auf sei
nm Herrn. Haben der Herr Ritt
mcistcr noch Befehle ?" fragte er nach
einer Weile. Den Gcsellfchastsanzug
des Herrn Rittmeisters habe ich in die
Schlafstube gelegt.
Mit der Gesellschaft heute Abend ist
es nichts, Johann," cntgcgncte in trü
dem Tone der Rittmeister. Soeben
erhalte ich die Nachricht, daß mein Vater
fchwcr erkrankt fft, ich muß heute Nacht
noch abreisen. Packe meinen kleinen
Handkoffer, dann besorge eine Drofchke.
Der Schnellzug nach Magdeburg geht
um elf Uhr, jetzt geht cö aus Neun,
ich habe also noch vollständig Zeit. Ehe
Du nach der Droschke gehst, komm noch
einmal herein. Du sollst einen Brief
zum Oberst tragen."
Zu Befehl, Herr Rittmeister," er
widerte der Bursche und entfernte sich.
Rittmeister v. Altenbrak setzte sich an
seinen Schreibtisch, um ein Gesuch um
einen vierzehntagigen Urlaub an den
Oberst zu richten. Er fügte die De
pcsche semcS Bruders mit bei und bat
um Entschuldigung, daß er daö Gesuch
nicht persönlich anbringe. Dann setzte
er ein Telegramm an seinen Bruder
auf, des Juhalts, daß er mit dem nach
stcn Suge komme und bitte, den Wagen
an die Station zu senden. Ewige kurze
dienstliche Notizen für den ältesten Pre
micrlicutcnant und den Wachtmeister
seiner Schwadron schrieb er noch auf
und übergab dann die Briefe und das
Telegramm seinem Diener zur Besor
guug.
Ehe Du fortgehst, schicke mir Lein
rich herauf," setzte er noch hinzu. Dann
begann er eure Brief än Margherita
zu schreiben, in dem er ihr seine plötz
liche Abreise wegen der. schweren Er
krankung serncS Vaters mittheilte. Un
willkürlich kam ihm das Gespräch, wcl
chcs er heute Nachmittag mit ihr geführt
hatte, wieder in die Erwneruna, unwill
kMiü) tauchtemlch dGcdäÄe'wMr
i ihm auf. dem er Margherita gegen
über fast Äuödrnck gegeben, und unter
dem Eindruck dieses Gedankens schrieb
er znm Schluß lnncS Briefes : Sollte
mein Vater sterben, so werde ich in mci
nem aufrtcbkgm Schmerz wenigstens
den einen Trost haben, daß ich Dich
und unsere Linder, tn die euch gebühren
den Rechte einsetzen kann, ohne genöthigt
zu sein, meinen Vater auf das Tiefste
zn betrüben. Ich kann Dir heute noch
nicht schreiben, wie ich mir den Plan
für unsere Zukunft denke, alle meine
Gedanken weilen jetzt bei meinem er.
krankten Vater, alle meine Gefühle ge.
hören für die nächste Zeit nur ihm allein
verzeihe daher, mein theures . Weib,
wenn ich Dir erst in einigen Tagen
nähere und bestimmtere Nachricht geben
kann. Dein gütiges Herz wird mich
verstehen. Lebe wohl nur für kurze
Seit! Küffe die Kinder herzlich im
Namen ihres Vaters."
Mit einem tiefen Seufzer erhob sich
Eduard von seinem Sitz. Heinnchwar
eingetreten und wartete an der Thür
der Befehle seines Herrn. Herr v. Al
tenbrak trat auf ihn zu und legte ihm
die Hand auf die Schulter. Mit treu
herzigen Augen sah der Bursche zu ihm
aus.
Heinrich," sprach Eduard, Du bist
ein braver Barsche und mir treu er
geben. Ich muß auf einige Zeit vcr
reisen, mein Vater liegt im Sterben.
Ich habe hier Niemanden, der da brau
ßcn Du weißt ja schon, was ich
meine nach dem Rechten sieht. Den
Johann kann ich nicht hinauöschickcn,
der muß hier bei der Schwadron blei
ben, Dn bist aber nicht mchr Soldat,
hast also freie Zeit. Gehe oder reite je
deu Tag hinaus und sich zu, ob cö
draußen an etwas fehlt. Du bist ja
oft mit bd bei Frau Montelli ge
wcscn. Du kennst die Kindcr "
Ra und ob, Herr Rittmeister! Der
kleine Eduard ist immer wie toll, wenn
ich mit den Pferden komme."
&n flüchtiges Lächeln huschte über
daS ernste Gesicht des Offiziers.
Nun gut," cntgcgncte er dann, .so
reite morgen in aller Frühe hinaus und
bringe der Frau Montelli diesen Brief.
Bestelle ihr auch nochmals mcme Grüße,
1J. C' r-..i . ,1 . ! , , . v
IM ja yeurr namr Mli ocm Schnellzug
um elf Uhr abgereist. Du kamrft dann
den ganzen Tag draußen bleiben, mci
ctwcgen dem klemm Eduard auch wie
der eine Rcitstunde geben."
Soll besorgt werden, Herr Rittmei
ster. Qch werde die Zcrline mitnch
men, e ist ein lammfrommes Thier.
Die könnte selbst Frau Montelli bc.
steigen."
Thue daS und erkundige Dich jeden
Tag nach den Befehlen der Frau Mon
telli. ES soll Dein Schade nicht sein."
O, Herr Rittmeister, an so 'was
denke ich ja gar nicht ! Ich thu'S ja
mit Freuden."
Und, Heinrich, Du hältst reinen
Mund. Selbst gegen Johann brauchst
Du nichts zu crwälmcn."
Ich werde mich hüten, Herr Ritt
mcistcr !"
Also Alles abgemacht, Heinrich!
Ich verlasse mich auf Dich."
.Das können der Herr Rittmeister,
wie auf sich selbst."
Nun gut ich vertraue !lr.
jetzt doch halt ! Diese Papiere "
Eduard entnahm feinem cmclvtisch
ein großes versiegeltes Briefcouvert und
lnclt es zögcnid in der Hand. Sein
Auge weilte sinnend anf der von feiner
eigenen Hand herrührenden Aufschrift :
.An meine Gattin Marghcrita v. Al-
tenbrak, geborene Montelli. Enthal
teud die Dokumente unserer Eheschlic
ßung und mein Testament E. v.
LUtcnbrak."
Nein," sprach er dann aufseufzend,
eh' nur. ich haoc nichts mchr für Dich.
8 wird Zeit, daß ich mich zur Nbrcije
rüste."
emrich entfernte nch, und der ihin
meister verbarg den Brief in der Brust
tafche feines Rockes. Ich werde die
Papiere bei mir behalten," murmelte
er. Marghcrita ist so unerfahren in
solchen Sachen, bei mir sind sie sicherer
aufgehoben, und wer weiß, ob ich sie
nicht aus Schloß Altcnbrak nöthig
habe."
Johann cr chien ictzt wieder, um zu
melden, daß der Wagen bereit stehe.
Nach wenigen Minuten rollte Eduard
v. Altcnbrak in einer Droschke erster
Klasse dem Potsdamer Bahnhof zu. wo
ihn der Schnellzug nach Magdeburg
ausnahm.
Eine sternhelle, schwüle Sommernacht
ruhte üver der märkischen Ebene, durch
welche der Schnellzug brausend und kcu
chend dahinjagtc. Fern im Westen
tyürmtcn sich drohende, schwarze Gewit-
tcrwolkcn aus, und ab und zu erleuchte-
tcn zuckende Blitze mit blendendem
Lichtschein die finstere Landschaft. Ganz
in der Ferne grollte leise der Donner.
touard v. Altcnbrak sas; zuruagc
lehnt in der Ecke seines Eoupc'S und
blickte ernsten AuacS in die vorüberflic
gcndc nächtige Landschaft hinaus. Nur
an wenigen Stationen hielt der Zug.
Im tiefen Schlafe lagen die Dörfer und
kleinen Städte da, welche der schnell
zug berührte ; ebenso wie die dunklen
Kicfcrwäldcr zur Seite des Bahndam
meö.
Der junge Offizier überdachte in
crustcm Sinnen fein bisheriges Leben.
Toll und wild war cr in das Leben
hineingestürmt mit taufend Wünschen,
tausend Hoffnungen. Aber cr hatte
sich nicht mehr vorzuwerfen, als feine
Kameraden und StandcSgcnosscn auch.
Das Lcbm der Gesellschaft, daö Leben
im Kasino und auf den Rennplätzen
hatte feine erste Jugend ausgefüllt.
Da war der Krieg von 18G4 auSgc
brechen. Mit freudiger Begeisterung
war auch cr m den Kampf um die mecr
umschlungenen Brudcrprovinzcn im
Norden Deutschlands gezogen; ebenso
hatte cr zwei Jahre später in der Schlacht
bei Königgrätz gefochten, bis ihn ein
feindlicher Pallasch getroffen ; dicWundc
warf iyn auf nn monatclangcs Kran
kcnlagcr. In dcr stillen Zeit der Ge
nefung von dieser Verwundung war
ihm manch' ernster Gedanke gekommen ;
sein Charakter hatte sich gebildet und
gestärkt, und mit halb verächtlichem,
halb reuevollem Lächeln sah er auf die
vcrstürmtcn Jahre der Jugend zurück.
Seine Mutter war in dieser Zeit gestor
den ; cr hatte sie heiß und innig geliebt
und war ihr Lieblingssohn gewesen,
während der leichtfertige, nur allzu
schwache Charakter feines jüngeren
Bruders die sanfte, fromme Frau oft
betrübt hatte. Dcr Tod seiner Mutter
katte die ernste Richtung seiner Gcdan
kcn noch verstärkt, welche auch nicht
weichen wollte, als cr der Gesandtschaft
in Rom attachirt und in daö glänzende
Treiben dcr römischen Gesellschaft hinein
gezogen wurde.
Ju Rom hatte ihm dann daö Geschick
Marghcrita in die Arme geführt.
Glücklich war er an ihrer Seite gcwor
dcn, glücklicher als früher und besser.
Er fühlte cö wohl, uud deshalb beseelte
ihn nicht nur mnigc Liebe zu Mar
gherita, sondern auch ciu dankbares Ge
fühl gegen sie, die ihn zu einem besseren
Manne gemacht hatte.
MgriM.
MW WM
WM
"1 : .:.-'"'
hat eine solche wunderbare Wir
kung bnHustm,CMltung, Hciscr
kcit, VronchitlS und allen Leiden
der Kehle und der Lunge, so daß
cr niemals versagt hat, den Hnstm
zu heilen, welcher die Grippe,
diese so schnell sich verbreitende
Epidemie, stets begleitet. Er &e
mhigt die gereizten AthmungS.
Organe, indem er reichliche Ab.
sonderung verursacht.
Allen's
Sungen-Balsam
wird ket -
alle Apgtyekern verkanst.
Vrel, L5c.,ö0c. und $1.00
die Flasche.
.Wcnn mcme Mutter noch aeledt
hätte." so Mstcrt cr jetzt, .ich yfttte
dcn Mstch ficfcndcn, ihr AlleS z
gestehen, und chr mildes Herz hallo uch
verstanden und bättc-nrir verziehen."
Ein schriller Pfiff dcr Lolorwe riJ
Cduard cmS dem trümnerischen Nach
fumc. Fauchend nvd keuchend fuhr
dcr Zug in die Halle dcö BahuhofS ein ;
es war die Station, auf welcher der
Rittmeffter dcn Zug verlasse muhte. .
um zu Wagen ach dem etwa emc
Stunde entfernten väterlichen Schloß
zu fabreu.
Rafch verließ dcr junge Offizier das
Coupe. Suchend schweiften feine Augen
über den mmfchc leeren, von einigen
Gasflammen ur spcirllch erleuchtete
Bahnsteig; da trat em DLcr in
dunkler Ävrce aus ihn zu uid sprach,
ehrerbietig den Hut lüftend: Der
Wagen erwartet den Herrn Rittmeister
am äußeren Portal. Darf ich um die
Sachen dcö Herru Rittmeisters bitte ?"
Ah, Sie sind es, Friedrich!" evt
gcgnrte Cduard, den Drcner semes Va
ters erkennend. Hier sind die Sachen,
ich habe ur den kleinen Handkoffer.
Wie geht es meinem Vater ?"
Leider sieht es schlimm um de Herrn
Baron."
Aber wie konnte das nur so rasch
kommen?"
Ein Schlagansall, Herr Rittmeister!
Dcr Herr Baron war in letzter Zeit
sehr stark geworden und
Schon recht k Schon recht! Lasse
Sie uns eilen! Dcr Kutscher soll
schnell fahren."
Wir haben dcn Jaizdwagen des
crrn Barons und die ungartscheu
uckcr. Die fliegen nur fc.
Eduard hörte kaum noch dk Worte
dcö Dieners. Rasch sprang cr auf den
ücrlichcn Jagdwagen. Geben mir
die Zügel!" rief cr dem Kutscher z,
und den fcmrigcn, in dcn Gcbisfen km
fchcudcn Pferden chl ermunterndes
Wort zurufend, jagte cr die ihm wohl
bekannte Straße entlang, dcm Schloß
seiner Ahnen entgegen.
Nehmen Sie sich in Acht, Herr Ritt
mcistcr," mabnte der Kutscher. Die
Pferde sind sehr jung und scheuen ja
weilen noch.
Aber des junge Offizier hörte nicht
auf die Worte des ikutscherö. Mtt
zischendem Laut fuhr die Peitsche dcn
Pfcrden über dcn Rücken, daß sich die
Thiere hoch aufbäumten und im gestreck
tcn Galopv dqvonrastcn.
Nach kaum einer halben Stunde
tauchten tue dunklen Umrisse deö Schlof
,cs Aucnorar aus ven Vazatten vk?
cacnr auf.
j -tJtJi''
(Fortsetzung folgt.)
Inländisches.
New Jork, ö. März . Auf demHam
burger Dampfer Dania" wurden Blat
ternkranke gefunden und dcrfelbe wurde
an der Quarqnfaineftation zurückgehal
tcu. Die Krankheit krach unter den
Zwischendeckpassagicren aus.
In Waldkirchcn in Nicdcrhayern, find
in einem Hause innerhalb zweier Tage
drei Personen, die Geschwister Johann,
Josef und Maria Weidinger, gestorben,
und zwar an der Influenza. Sie wa
reu 68, 75 und 79 Jahre att. Die
drei Geschwister wurden gemeinsam be
graben. Pittsöurg, 2. März. Der Walzer
Ed. Norstrom, einSchwede, wuide heute
Morgen in den National Rolling MillS
zu McKresport von der Maschinerie er
faßt, durch die Walzen gezogen und oll;
ständig zu Brei zermalmt. Er hinter-
läßt eine Familie.
Für Frostbeulen, Halzschmerzen, Ent
Zündungen und AuSichläge gebrauche sa
forr Valvation Ocl: es kurirt immer
und kostet nur 25 Cents die Flasche.
Wandelnde Empfehlmigs - Karten.
Jeder Mann, jede Frau und jedcS Kind,
weicye r. Bull'S Husten E?yrup ge
braucht haben, können deö LodeS desscl
ben nicht müde werden, und darin ist
der Grund beständig zunehmender Nach-
frage zu suchen.
Birmingham, Ala, 3. März. Der
Acrlyosistenprediger John Calvm m
Grecn County hat heute Morgen Wm.
Hardy, einen seiner KirchcnSltcsten. er
schössen und dessen Schwager David
Smith tödtlich verwuvdet. Hardy hat
te Calviu im Verdacht, auf zu vertrau
ten Fuße mit Frau Hardy zu stehen.
und griff ihn mit einem Stock an. wo.
rauf Calvin den Revolver zog ' und 5
Schüsse abfeuerte. Der Mörder wurde
nach dem Gefängniß zu Eutaw gebracht.
Birmingham, Ala., 3. März. Rev.
John Calvin, ein Meihodistenprediger
in Grecn County erschoß heute Morgen
Wm. Hcrdy, einen Kirchen Diacon und
verwundete David Smith, einen Schtya
gert HerdZ. tödtlich drch einen Schuß.
Herdy griff d'eu Prediger mit . einem
Stocke an, da er ihn im . Verdachte
großer Vertraulichkeit mit feiner Frau
hätte, worauf Calviu einen Revolver
hervor zog und fünf' Schüsse, abfeuerte,
welche- die erwäh ten Folgen hatten.
Dcr Mörder befindet sich in Eutaw in
Haft. ; . :. , .. : .
Sherman, Texas, Z. März. In
ihrem Blute liegend fand man gestern
William Smith von hier, feine Frau
und die beiden Söhne in einem Zimmer
ihres Hauses. Der Neger SamMarsey
ist der That verdächtig und in Hast, ob
wohl er feine Unschuld betheuert. Eine
kleine Tochter der Smith'schcn Eheleute,
entdeckte daö Verbrechen. Sie war am
Abend zuvor zu dem nahewohnenden
Großvater gegangen und war dort über,
Rucht geblieben. Als sie am andern
Tage heimgeschickt wurde, . kehrte sie
bald darauf , schreckensbleich mit ders
Kunde zurück: Papa und Mamma und!
meine beiden Brüder sind crmordert."
Der alte Smith eilte sogleich zur Wohn
ung "seines Sohnes und fand die V'er
bewußtlos am Boden li' geil und die
Wände mit Blut bespritzt. Keiner war
im Wtanoe. cme zusammenbanaende
Darstellung des Vorgefallenen zu geben,
doch fagte einer der schwer verletzten
Jungen: Sam Hat'S gethan, mit emem
Stück Eisen." Ein Lynchgericht ist
wahrscheinlich.
Steht hoch in der Gunst deö Publi
kumS. Wir haben einen ausgedehnten
Retatt-Verkauf m Ihrem Allen'S
LngenValsam, und wir em
pfehlen ihn vor ollen anderen PrSpara
ten bei hartnäckigen sowohl wie bei
leichteren Formen von Husten. Erkält
unge und Schwindfucht. Erst ganz
kürzlich sind zwei Fälle zu unfererKennt
niß gekommen, m denen der Lungen
Balsam eine schnelle Kur bewirkt hat,
nachdem eine Anzahl anderer Mittel
ohne den geringsten Erfolg gebraucht
worden waren. , (Patterson & Ogle,?
Apotheker, Sulllvan. Jll.)
Augusta. Ky., 3. März. Acht Meilen
von hier wohnt der Farmer James
Waker. Gestern Abend war derselbe
mit seiner Familie, nur zwei Kinder zu
rücklassend, zur Kirche gefahren. Als
er heimkehrte, fand er daö Haus als
rauchenden Trümmerhaufen. Beide
Kinder sind im Feuer umgekommn.
Außer den Kindern und dcr Heimstätte
beklagte der unglückliche Äann noch den
Verlust von $2390, die er im Hause
ausbewahrt hatte.
In New Fort ist letzten Dienstag die
angeblich 117 Jahre alte Negerin Lucy
Ridgely im Hause ihrer ebenfalls fchon
hochbetagtcn Enkelin Rebecca Ridgely,
753 Greenwichstr., gestorben, 13 ihrer
Urenkel leben in New York und 20 in
verschiedenen südlichen Staaten. Nach
Aussagen Rebeccaö ist ihre Großmutter
am 17. December 1775 auf der Pflanz-
ung von JameS Doweny bei Oxford, N.
C.. geboren worden und war fcho SO
Jahre alt. als der Krieg sie auS der
Sklaverei befreite.
Gestern find in New "Qoxl wieder
1500,000 in Goldmünze zur Ausfuhr
mit dcn am Samsta abgebenden
Dampfern gezogen worden.
Arkalon, KS., 3. März. Der Prozeß
gegen die Mörder des Sheriff Dunn
hat gestern hier begonnen, v Mitglie-
der der Jury sind Nachbarn dcr Ange
klagten. Die Klagezeugen sind zumeist
Mitglieder jener Sheriffsmannschaft,
welcher auf ihrem Marfch nach Spring.
field her Hinterhalt gel.egt wurde, in
welchem der Söeriff erschossen wurde.
Auch die Freu des Richters Votkin und
ihr Sohn befinden sich unter den Zeu-
gen' Richter Botkin ist abwesend und
der Proceß wird von einem andernRich-
tcr gcsührt. .
Mit Vergnügen bezeuge ich, daß Dr.
Aug. KLuig's Hamburger Tropfen ein
auSgezeichilktesBlutrcinigungSmittelist
ich habe sie schon seit Jahren mit den
besten Erfolgen angewandt. Frederick
Davis, Baltimore, Md.
Grafton, W. B., 2. März. Durch
.
den Bruch einer Achse an der Locomo-
tive emeS PaffagierzugS der B. & O.
zwischen hier und Parkersburg wurden
heute Morgen 4 Q;s umgeworfen und
toeilw?ise zertrümaiert. Der Zug war
von Baltimore nachCincinnati bestimmt.
Mehrere Passagiere haben Verletzungen
erlitten, aber nur zwei Personen
find erheblich verletzt. Die Ver
mundeten waren sämmtlich im Stand
nachdem sie hier verbinden worden, ihre
Reise fortzusetzen.
Chicago, 2. März. Durch eine Gaso
linexplosion in McEormicks Färberei.
7?9 West - Madison Straße, wurden
heute Abend Wm. Scholdorff gelödtct
und zwei andere Angestellte, Frl. Hag
gerty und E. A. Andruö, sowie drei
Vorüdergehende ernstlich verletzt. k,-b
ner der Verletzten wird sterben, aber
Fll. Haggerty und Andrus sind durch
Brandwunden schrecklich enstellt. Herr,
H. Hall nebst Frau und Kind, welch.
gerade an dem Laden, vorübergingen,
wurden durch GlaSsplitter verletzt.
Herr Fritz Kalkomer, Peters, Austin
Co., Tex.. schreibt: ,. Ihren Brief, nebst
der Box St. Bernard Krauter-Pillen
hab ich erhalten. Meinen beste Dank
für die prmpte Bedienung. Mit kur
zen Worten möchte ich Ihnen mittheilen
daß ich und mehrere meiner Nachbarn
nicht ohne St. Bernard Kräuter-Pillen
sein können. Ich ahm bei meine
letzten Fieberansall früh Morgen drei
Pillen, pflügte , in meinem schweren
fchwarzen Boden den ganzen Tag, wo
bei ich dreimal . nur zwei ' Mmuten
stoppen brauchte, wegen Abführen, d. h.
bei 90 Grad Hitze, suhlte am ' Abend,
als wäre ich erst , 25 Jahre, bin aber
schon im ölten, i Dank dem Erfinder
dieser berühmten Medizin. Ich wüo
sche her Firma ein ewiges Bestehen.-
füem-
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Zör Gerße wird der höchste MurkkPreiS bezSYlt
'mvjsvi,ryx4SsssaBK:
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Frau E. Die
ffrau Charlotte? ffrenn)
' geprüfte
A IVriVTE
empftelt sich den Frauen Henuann' und
Umgeqend. Einem Ruf vom Land wiid
ebenso pünktlich IZolge geleistet in k
avt ,
Echröpftaig WNdenZ auf Verlangm dr
gt.
Heilug der SchverhSrigkeit,
r auihelt undOhrengeräusche dhn LerfS.
störung. ie illnvrtrt bhandlunjz in
beutfcker Sprache) aber eckwerhörigkett.
Taubheit, ,nd Ohrengerkusche und den
Heilungohn Verufgftörung. Herr Pfarrer
D. f. 13. Carlo in MmonunderqiH
ooo, England, schreibt : .All Gkhörlet
dend sollt diese Aethod versuchen, ti ist
die allerbeste und bat mir vortreffliche Dienste
ieieinet." Pottofret öi) Psa. so Kr.(S..)
l( IT. Wlörrm fim ttn 9rTAK OQ fßitr.
V " WW WVW V WVVVvf mnwj tVM
wick Lan London, S. tz.
Joa. Gross,
Steinhauep
ffIEßMAXX,5IO.
l?!omete, Grabstekn, Gräteemfag'
ge o Marmor oder anderen Stetnarteg
werden Proapt und billig gclicfert und an
Ort und Stell letzt.
Ebenfalls liefere ich all Sorten Banste!
gehauen ngehanen.
Cej
It?. Ij. WENBBL
Rechts.Awal
Oeffentlicher Notar z
sStaatöanaalt für TaScenad Co.?
llUSlXI? - M
Ueber Valttmore!
Norddeutscher Lloyd.
Regelmäßige ' Post.Tampfschifffahrt zwislfi,
Baltimore und Bremen
direkt, durch die neuen und erprobten Mah
tampser
Darmstadt, Dresden, Karlsruhe,
München, Oldenburg, Weimar
on Lremea sieden Donnerstag, von Baltk
ore jeden Mittwoch, t Uhr NachmtttagA,
Größtmöglichste Sicherheit. Billige xrekf.
Lorzügliche Lerpstegung.
Mit Dampfer des Norddeutschtkl07d
wurde mehr als
S,50,000 Passagiere
ücklich über eee besörtert.
EaloeriS und EajüteZimmerauf Deck.
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giere, der Schlafstellen sich imOberdeck tn
tm zweite Dklk bestattn, sd aerkant vo?
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Sud a Str. Baldimr
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