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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, July 12, 1895, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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Her's Hair-Vigor
Jßadji da Haar weich und gUnzerfc.
-' t'Mmt Sy?r'Z Hi?Niz ft
frttafl fünf K bww 6flr fiftt,
itoK d n cTtTfl-.m rjikanU. Ich
Lg, wr)'4 l und T:te teil füjrfuut,
t-MiUil Jair 6ber Bit trttn.m ftm.
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Vyer's Hair-Bigor
Ccrütet t32 2ii2fa2n dS Haire.
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ZKmjl? ur.fmot tu Krauch, an,
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Ayer6 Hair-Vigor
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Hü' cIS f cn fcac
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J4 Krljiu ikHJws'i IJJitttl, ofci urriar!,
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at I ruü'i irlt Btti. 11t. .
C3tnl, 2t.tn. i'iaff-
Aycr'S Hair-Bigor
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vedkl t-jist:it, r6 it trttn Hq'ix
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,l 4. i,tit t -,:!.
..Vi '.i mi 1 ?.i -i-i.i'frn ieU !
f 'HnHi , ,,' !, ? Ik!e 2
Seidene NeW.
fUaua vo Aeiho!d Crtsuiax
(13. Fortschung.)
Ach. mein ctiab schweres Ua
recht thust Du mir mit einem solchen
VorwurZ! Als ob ich Ti,ch uicht seit
gesucht hätte, von eineN Eud
der Welt bis zum andern! Aber Dein
Spur war oerloren.und waZ mich N:ohl
vor Allem hinderte, sie wiederzufinden,
war die Armuth und die bittere Noth,
mit der ich uufhörlich yz kämpfen
Katte. Xcnn wenn ich gesündigt hitte,
mein lieber ZZrithjof. so wurde ich bz
für auch grausam bestraft. Was an
sanglich nur eine &xv.$uzq mtinez
feinte, eine Kabale meiner neiderfüll
ten SloZt'.n gewesen war das Ge
xüd,t nämlich. Cafe ich hn Bezriff sei.
mein? tinime z:i verlieren es rourie
nach uns nach zur schnzerzlichen Wahr
kiti, und tannsk nicbt ahnen, wie k
irauria a Üozi eineZ Jtün'iltr vt.
tzm :ran tu 'JAuxti aenonrnun ' fct,
seine Nun st zu üben. Hin Bildbauer
i chr.t ftintt. tir Vlalr l'", ys',?
sie P.n5 irnnifr r.o.h tausendmal besser
dran, als e,n sanIer ohne Ttimnie;
denn ica-i sie einmal ges.zsf?n h.iben,
tUlbi doch bef!e(en. uns sie dürfen sich
mit dem ergebenden Bewußtsein trö
sten. dasz ihr Nuhm ihr Unglück über
dauern weroe. (Zinem Mimen aber
Xu kennst das Wort
teS orenen
Skakespeire. mein Sohtt flicht die
Nachwelt keine Kränze! Tein Name
ist vergessen fast in demselben Augen
blick, da ,r von der Biihne abtritt, und
lvohl ihn-, wenn er zugleich auch von
Der Bühne ees iitbtni für i:n:ner ver
schwinden kann. (fS maz schrecklich
sein, lebkkiviq begraben zu weroen, aber
die Qual ist doch nur kurz, uns viel
schrecklicher ist ti jedenfalls. Jahre und
Jahrzehnte lang alS ein lebendig Tod
ter unter den Menschen umber zu man
dein. Ich habe die Bitterkeit eines sol
chen Tchemlebens bis zumGrunlx aus
koUen müssen, und da ich eint den
Kelch der i.'ust an meine Lippen setzte,
ahnte ich nicht, ivie viel Hefe ich spater
darin finden würde. VI 1 5 ich selbst an
nnttelmäst.iaen Theatern kein (Zngage
N'.ent mehr u erhUien vermochte, habe
ich in der Berborzenheit gehungert und
nedarbt. so lansie ein kärglicher 'oth
..iroschen und die Barmherzigkeit eini
ner freunde mich vor de?n Aeufersten
l-enzhrten. Dann aber. a!Z meine ge
ringen (Ersparnisse txhin waren, un)
alS auch die kedtenBekannten aus jenen
besseren Tagen, da ich so oft der frei
liebige Wirth und Helfer meiner angeb
lichen freunde gewesen war. sich un
dankbar .zurückgezogen hatten. da mup.te
ich wohl meinen Kunstlerstolz demülhi
fien und mußte mick laugen unter die
traurige Nothwendigkeit, schimpflich
wie ein Tagelöhner für des gemeinen
Lebens 7t0thduift und Wahrung zu
reiten. Ich oersuchte es mit diesem
und jenem: mit (jesangunterricht und
Journalistik, mit ousfliren und No
tensckreil'en. '.'lbcr es duldete mich
nickt lange bei irgenö einer dieser un
würvigen Beschäftiaungen. Die Begei
sterunq für meine heilige Kunst und
die Sehnsucht nach den BeifallZrufen
der ').!snge waren zu stark in meinem
er,;kn. und so stieg ich denn hinunter
verhülle immerhin Dein Haupt,
mein Sohn hinunter bis zu jenen
Etättcn. ivo meiner Kunst nur zwischen
den Gaukeleien von Lustspringern und
Taschenspielern ein bescheidenes Platz
chen eingeräumt werden konnte. Ich
bin ein Mitglied von Krablvs Bause
villk'Tbeater. weil ich hätte ein Tii'b
-der ein Landstreicher nxrden müssen,
uentt ich zu stvlz genasen wäre, die
Bietter dicser arinseligen Schiniere zu
betreten.
ssrithji.'f hatte während dieser lan
aen Reichte unverwandt vor sich hin ge
starrt, und sicherlich hatte er kaum die
.(vilfte von dein vernommen, was Olaf
'.'llström da wie eine gut austvendig ge
lernte Rl?lle berunterdeklamirte. Nun.
da de beisere, fettige Stimme de an
dern verstummt war. fuhr er aus sei
nein dumpfen Hinbrüten auf; seine
Stirn war gefurcht und in feinen
blauen Augen glühte ein düsterer Zorn.
Was kümmert mich dies alles? sagte
er. Warum sollten Jbre riin-:
für mich größeres Interesse haben, als
die irgend eines fremden? Ich kenne
Sie nicbt ich weiß von Ihnen nichts
weiter, als daß Sie gegen meine Mut
ter und mich gehandelt haben wie ein
nun. sagen wir: wie ein unedler
Mensch. und ich sehe, daß Sie sich
meiner jetzt lediglich erinnern, weil Sie
von mir unterstüht zu werden hoffen.
Wa? hindert mich denn nun. Sie
zu behandeln, wie Sie es verdient ha
ben Ihnen be!:n zuzahlen, was Sie
an meiner unglücklichen Mutter verbro-
chen. und Sie Ihrem Schicksal zu
überlassen, wie sie damals sie und mich
einem traurigen xhicksal überließen!
Olaf Alströn? stützte das Haupt in
die Hand, und ein tiefer Seufzer hob
seine Brust.
Acb. das ick) stark genug gewesen
wäre, meinen Entscbluß auszuführen,
damal?. als ich die todtbringendeWaff'
kn der Hand bielt. die meinem trlend
nicht nur. sondern auch den Qualen
meiner ?Znie ein Ziel setzen sollte! Ietz!
muß ich mich rickien lasten von meinem
Kinde jetzt muß ich dulden, daß ick)
verdammt und verstoßen werde von
ininem eigenen Fleiscb und Blut!
Seine Rührung und sein Schmerz
hatten ihn nicket gehindert, dem Inbalt
der laset?, von dein nock kein Tropfen
über ktritdjofs Lippen gekommen war.
recht wacker zuzusprechen, und sein 3e
bobren wurde dem jun??? Künstler im
mer widerwärtiger, je weniger er daran
zweifeln konnte, daß dieser Mensch,
dem er den beiligsten Namen geben
sollte, nichts anderes als ein verkom
mener Gemoknheititrinke? sei.
Machen wir der Sacke ein Fnde!
sagt er ungeduldig. Heute Abend we
niasien? bin icb nicht im Stande, ruhig
über diese Dinge zu sprech'N. Sie be
finden sich in bedrängter Lage?
In der allertraurig'ten. mein Sobn!
Aber ich glaube in der Tbat. daß e? am
b:stcn sein wird, wenn Du Tick mcb!
weüer um mich kümmerst und wennDk
mich mutterseelenallein wieder hinaus
'eben lässest in mein elende? Dasein.
Ich werde ti ja nicht allzu lange mehr
u ertragen sermögen.und ich hoffe.daß
Tu wenigstens an meinem Sarge Ber
gebung baben wirst für eine Schuld,
die ich so schwer gesühnt.
Mit widerlichrm Schnaufen, dai
vielleicht ein unterdrückteSWeinen mar
kiren sollte, goß er den Rest dek Wei
ne in sein vlaS und tastete dann,
nachdem er es geleert, nach seinem Hut?,
während die kleinen Augen unter den
derschwollenen Lidern hervor lauernd
nach dem Antti 'FrithiofZ hinüber
blinzelken. ""' '
Davsn. daß i Sie w ßlrad an
teraeben lasse, nadem wir unZ ebnsaj
rsiedergefullden, faan nciürlk richt
die Rede sein, erklärte der Musiker, in
em er. sich ebenfalls erhob. Ich bin
selber arur.und werd? inir mrvie Exi
stenz erst schaffe müFeu; ber waZ ich
schoz Zetzt gZÄrnne? ka?n. wird immer
bin ausreichen, ie vor Noth und Es!
behrung zu gewahren. . Sagen Sie
mir. wo ich sie morgen zu finden r
maa, uns wir werde, dann weiter über
d.
El
sun
unz wie die Mkinize ift wenig geeiz
'.et. einen so großen Künftl würdig
n
Zu empfangen.
(Zs bedarf solches Empfanges auch
durchaus nicht, wehrte ?rithjof kurz
ab. Ich selbst hab, wie ich Ihnen be
reitZ sagte. , suzenblilklkch kcwe eigene
Wohnung, und ich wünsche darum
nicht, daß Sie mich besuchen. Später
vielleicht scho-r in einigen Taaen
i wird darin voraus sichtlich eine Aene
rung e:ntre:en.
Nun vohl! wenn Du ei denn
durchaus erfahren willst: ich wohne in
dr Alten Iakobftraß Nummer 215.
auf dem zweiten Hofe im vierten Stock
ber der W:t:we Kruger. Aber morgen
morgen wette ich vielleicht während
des ganzen Tages nicht zu Hause anzu
treffen sein; denn ich habe am Vormi!
tag eine Probe und spater noch ver
schiedene Verabredungen. Sin arme?
Teufel von meinem Schlage.mein lieber
ritbiof. hat za über nichts mehr zu
aedlkten. nicht einmal über seine Zeit.
llebermorgen iedoch übermorgen
bin ich ganz zu Deiner Berfuqung.und
ich werde glücklich sein, wenn meine
dürftige Mansarde wirklich durch Dein
Ersckieinen einen nie geahnten Glanz
erhalten soll.
Gut! Uebermorgen also! Und
S?e haben mir für den Augenblick sonst
nichts zu sagen nicht wahr?
Sie standen bereit! wieder vor der
Tbür des Lokals und da er sah. daß
!?rithjof Willens wr. sich von ihm zu
trennen.versuchte esOlaf Alstrom.durch
die i?lnfamkelt der stillen Seitenstraße
beaunstigt. noch einmal mit einer klei-
nen theatralischen Scene.
Nichts, mein Sohn , sagte er mit
ermckter stimme, mchtz. als daß es
mich namenlos unglücklich macht, von
Dir noch immer mit diesem fremden
formlichen 'sie" angeredet zu werden
Neat sich die Stimme der Natur denn
wirklich ganz und gar nicht in Deinem
Herzen?
Nein! lautete die sehr scharfe und
bestimmte (Erwiderung. Wenn dies
Zusammentreffen überhaupt eineStim
me in meinem Herzen wachgerufen, hat,
so ist es eine Stimme der Erinnerung.
die wahrlich nicht zu Ihren Gunsten
spricht. Ruhren wi? also nicht daran
Gute Nacht!
Tsrithjof ging rasch davon, und der
Sänger, der unverknbar eben Wil-
lens gewesen war, ihn zärtlich in seine
Arme zu schließen, machte keinen Ber-
such, ihm zu folgen. Mit langsamen.
sch!rfalligen schritten, aber mit
höchst vergnügtem Gesicht schlug er den
Weg nach jener kleinen, verräucherten
Kneipe ein. in welcher er um diese
Stunde feinen letzten freund aus den
Tagen des Glanzes, den ehemaligen
Schauspieler und jetzigen Logenschlie-
ßer Lindenschmidt, sicherlich anwesend
fand.
Vor der Thür des Hauses, dessen
erstes Stockwerk ürst Aprarin be
ivohnte. trafen Isiithjof und Konstan-
tin zusammen. Sie waren von ver-
schiedenen Seiten gekommen und keiner
hatte den andern früher wahrgenom-
inen, als bis sie fast aufeinanderprall
ten. Nach dem Ausdruck in ihren Ge
sichtern war keinem von ihnen die Be-
gegnung sonderlich angenehin; dock)
streifte ritbiof die Befangenheit, in
welche das unerwartete Zusammentref
fen ihn versetzt zu haben schien, rasch
wieder von sich ab.
Würdst Du fünf Minuten für mich
übrig haben. Konstantin? fragte er.
Ich möchte Dir etwa? mittheilen, das
wobl am besten noch in dieser Nacht
zwischen uns ins Reine gebracht wird.
ftürst Aprarin bejahte kurz und sie
traten in sein milderleuchtetes Arbeitst
zimmer ein. in dessen parfümirter Luft
noch der Dust feiner ägyptischer Ciga
retten war. (Zrst jetzt sah der junge
Musiker, wie stark ausgeprägt di r
vöse Spannung in den Zügen sein:c
freundes war. Gr überlegte einen
Augenblick, ob er die Kundgabe seines
in der letzten Stunde gefaßten Ent
schlusseS nicht doch lieberauf den kcm
menden Morgen verschieben solle. Da
aber kam ihm Konstantin Nikolaje
witsch mit der Anrede zuvor.
Der heutige Abend ist in doppeltem
Sinne ein glückbringender für dich ge
wesen. sagte er mit nur halb gelunge
nem Bersuch.einen herzlichen Ton an
zuschlagen. Du bist nicht nur berühmt
geworden, sondern du hast auch einen
Bater gesunden! Vergib, wenn ich
mich vorhin ohne Abschied zurückzog;
aber ich meinte, daß in solcher Situa
tion jeder dritte, und wäre es auch
der beste Freund, überflüssig sein
müsse.
?r verschwieg allerdings, daß ihm
kaum je ein Borwand so willkommen
gewesen war als dieser, der ihm die
Möglichkeit gewährt hatte, sich Gab-,
riele Corbach zu nähern und sie dann,
da alle vor der Sing'Akademie noch
vorbandenen Droschken bereits mit Be
schlag belegt waren, bis zum nächsten
Standplatz dieser Gefährte, alfo im
merhin ein paar hundert Schritte weit,
zu begleiten. Er verschmiez auch, von
welcber Art die Unterhaltung gewesen
war. die er auf diesem kurzen Wege
mit dem Zungen Mädchen geführt hatte;
aber in dem unruhigen Bliek seiner
Augen war etwas wie der Ausdruck
des" bösen Gewissens, und das Be
wußtfein, heucbeln zu müssen, gab sei
nen Worten wie seinen Bewegungen
etwas von krankhafter Hast und Nervs
sität.
Fritbjsf bemerkte . das sonderbare
Benehmen des Fürsten wohl; aber da
er den eigentlichen Grund usmözlich
errathen konnte, gab er ihm eine ganz
andere Deutung.
Ich muß dir dankbar sein für diese
NLcksichlnahme. erwiderte er. um so
dankbarer, als ich in der That in Ber
legenheit gewefen wäre, wenn ich dir
diesen Vater hätte vorstellen sollen.
Einen ehemaligen Tenoristen, der sein:
Stimme verloren hat und in irgend ei
nem Vaudeville-Theater als Lückenbu
ßer die Pausen ausfüllt zwischen, den
Leistunaen eines Luftfpringers und e!
r.es Taschenspielers einen Gewöhn
beitstrinker mit einem aufgedunsenen
ie Gestaltuna brer Zukunft rede.
Darf ich richt lieber zu Dir komm:?.
nn ?obn kkne armiel? Bebau
Säsiergesich-T etsa 2ki
langen- darnach getragen, seine nähere
VekanntsckPft zu machen? ' "
:Rezf?.kr mW&&& r?2?de fca
mei rZezen.er -wußte offenbar
nicht recht, welche Haltung n diesen,
Zwischenfall gegenüber hm soüie.
Wenn d!e " Schilderung rnßhsft
meint ist. Fritbjof. sagte er zxzdrrnd.
fs ist die Art nicht grade liebersll zu
vtrsjen. in welcher da von trst Urhe
ber deines Daseins sprichst.
Tk? jngk Künstler lachte bitter
eruf. '- - ''
Liebevoll? Wahrhaftig., ich wüßte
nicht, wie ich dazu käme. lsbevoZ von
ihm zu red! Es gibt trbn 5Xen
scheu auf der ganze Erde, des ich von
der erste Srusde bewußten Denkens
an so bitterlich gehaßt habe als ihn
keinen, in dern sich mit seil den Ta
gen meiner Kindheit all SchiechtigkeiZ
und Erbärmlichkeit so verabscheuunzs
würdig 'derkgrp?rt txatte ctä irt ihm:
Mein Leben lang hab ich mich dieses
Vaters geschämt nicht der Leutr we
gen, denn er war ja nicht da, rx mich,
zu compromiitiren, und niemand fragte
nach ihm, weil er langst für derscholler:
galt oder für todt aber ua meiner
selbst und um des zärtlichen Cultus
willen, den ich dem nebelhaften Bilde
m.'iner früh verstorbenen Mutter weih
te. Nichts anderes war mir so schreck
lich. nichts vermochte mich rnit solcher
Furcht zu erfüllen als der Gedanke,
daß ich ihm dereinst begegnen und daß
er versuchen könnte, seine väterlichen
Rechte zur Geltung zu bringen. Wenn
dir herzlos und unnatürlich klingt.
was ich da sage, so ist es nur. weil sich
kein anderer in meine Lage hineinden
ken, weil niemand begreifen kann, wie
ich mich durch diesen Mann beleidigt,
beschimpft und mißhandelt fühlte bis
zum Wahnsinnigwerden. AIS halb
reifer Knabe hatte ich zuweilen . die
abenteuerlichsten Pläne, ihn von Stadt
zu Stadt und von Land zu Land zu
suchen, um meine Mutter an ihm zu
rächen, wie noch kein Weib gerächt wor
den war; später aber wünschte ich nur
noch, daß er gestorben sein möchte und
daß ich niemals erführe, wie er gelebt
und wo man ihn begraben. Nun.
sollte ich liebevoll von ihm reden
nun. wo er mir grade im Beginn mei
ner Laufbahn entgegentritt unheim
lich wie ein Gespenst und wie ein
menschgewordener Fluch' meines Da
seins? Nein! Auch wenn er nicht
schon durch sein Laster und seine Ver
kommenheit Abscheu und Verachtung
herausgesordert hätte, würde ich bet sei
nem Anblick nie eine andere Empfin
dung gehabt haben al? die des Ekels
und des tiefsten, unauslöschlichsten Wi
dermillens. Fürst Aprazin beschäftigte sich mit
seinen rosigen, wohlgepflegten Finger
nägeln.
Wenn es so ist. mein lieber Frithjof,
kann ich dir im Interesse deiner see
lenruhe und d:iner KünstlerlaUfbahn
allerdings nur rathen, dich dieses Ba
rers so balo als möglich wieder zu
entledigen. Vielleicht wäre es am be.
sten. ihn mit eineni angemessenen Zehr
Pfennig nach Amerika oder nach Au
stralien zu spediern, damit du ganz
sicher sein darfst, ihm nicht zum zweiten
Mal tn einem ungelegenen Augenblick?
zu begegnen.
In bestimmter Ablehnung schüttelte
Frithjof den Kopf.
Nicht so. Konstantin! Es gibt ge
wisse Verhängnisse, gegen die man sich
nicht auflehnen soll, weil sie nur um
so furchtbarer werden, je mehr man
sich in ohnmächtigem Widerstande die
Fäuste wund schlägt. Und ein sol
ches Verhängliiß, das habe ich während
der letzten stunde mit voller Gewiß
heit erkannt, bedeutet für mich das Da-
sein dieses Baters. Ich kann ihn
nicht wieder von mir abschütteln, und
ich kann ihn feinem Schicksal nicht
mehr überlassen, nachdem er mir ein
mal in den Weg getreten ist und sich
auf seine Vaterrechte berufen hat. Ich
werd: niemals im Stande sein, ihn zu
lieben ich habe vielmehr die sickere
Empfindung, daß jede neue Berüh
rung nur die Kluft erweitern wird, die
mich von ihm trennt und doch fühle
ich mich jetzt an ihn gefesselt mit einer
Kette, die nichts anderes zerreißen kann
als der Tov. Mit kaltem Blute der.
mochte ich mir bis zum heutigen Tage
in den grausigsten Einzelheiten auszu
malen, wie der Mann, der meine Mut-
ter verrathen hatte, tn Schmach und
Jammer und Elend zu Grunde ging.
Er empfing damit meinem Gefühl nach
ja nichts andere?, als er verdient hatte,
und irgend eine im Verborgenen wal
tende Gerechtigkeit war es, welche die
strafe an ,hm vollzog. Jetzt aber, da
wir unö Auge tn Äuge gegenüber ge
standen, jetzt, da ich die Ursache seiner
Verkommenheit kenne und die Unglück-
selige lasterhafte Neigung, die ihn vo!
ends rn 8 Verderben reißen muß. wenn
niemand da ist. um ihn zu halten
jetzt würde ich selbst eö sein, der dies
Rächeramt übte, indem ich chn ver
ließe und dazu. Kostantin mag
eS auch vielleicht k'.r Inconsequenz
und eine tbörichke Schwäche sein ,
dazu babe ich nicht den Muth! Bis
an mein revensende wurde uy o ver
glasten Augen eines im Delirium Ber
endenden vor mir sehen und würde
eine klimme voren. die mir nrnet:
.Das durftest du nicht an ihm thun
das nicht; denn er war dein Va
! ßs ist ein Naturgesetz, dem ich
mich zu unterwerfen habe, und ob es
mir nun leicht oder schwer werden mag.
zu gehorchen ich sebe keinen andern
Weg! Mit Geld könnte ich mich da
nicht abfinden, auch wenn rch es besäße;
ich muß ihn vielmehr in meiner Näh:
bedalten und muß versuckn. rhn zu
retten, indem ich mich bemühe, ernen
heilsamen Einfluß auf ihn zu gewin
nen.
Ein Vorsatz, der deinem Herzen all:
Ehre macht! Aber ich fürchte, es
wird seine chwieriakert haben, ihn
urchzuführen.
Mein Leben muß unter diesen Ber-
Hältnissen natürlich sofort eine durch-
aus veränderte Gestalt erhalten. Ick
ann die Wohlthaten dewer Freund
chaft nicht länger genießen, und wir
müssen uns trennen, Kostantin.
In den Augen des Fürsten sprühte
es auf. Frithjof nahm eö für ein Zei
chen der Ueberraschung; jeder andere
wurde vielmehr er Aunearchten
der Freud darin gesehen haben.
Ah, es rft so gemnntk fragte er.
Nun wohl, rch kann begreifen, daß es
dir bei der eigenthümlichen Wand!?z.
welche die Umstände an diesem Abend
erfahren haben, aus äußerlich Grün
den peinlich sein wurde, meine Woh
nung noch länger za theilen; sie? ich
sehe nicht ein, warum du mir jagleich
rbietes rrrüft,?, wie biZber, u
tZw V" Qtf Ma?? i'tan ' 1
VvUA f j tm ) fc fc tarn 4 n . n tfc .
UeierfisFt2 M .ESsAer TiU
sere tvzti ßetalxiho Daseins kaxfes
a ersparen. Es ist 'doch icohl leise
genügende Ursache srdarrd. mir ds
schöne Vorrecht der Frridschsft zu
entzh. .
Doch. KonstsniisÜ Ich bis mit die.
sem Concert in das Lebe hinaZzetre
t:?.. un.d rse rch such weit daQ emt
ferrck bis. ix des Erfolz des heutigen
Abends rne Eesahr für merne Tttv
fterschaft ja erblick, so habe ich doch
SelbirsertraLea nird Selb nach tuna cc
eng, um mich' überzeugt zu lzalten, daß
tch meine? Weg tea nun an allers fin
den muß. Ich hoffe, Konstantin, du
wirft mich rpechen.
Gewiß! Und . als Beweis dafür
mag drr d'nen, daß ich keinen weiter
Versuch machen werde, demen Sinn
za ändern. Einige Tage aber wirft
du doch wohl noch in meinem Hause
bleibe? . -
Ja! Ich muß mir ja zuvor ein an
deres Unterkommen suchen, und vo
der nächsten Besprechung mit ' mit
meinem Later wird es abhängen, wie
dasselbe beschaffen ist. Aber rch fnue
mich kon Herzen, daß ich auch in dieser
Angelegenheit volles Verständniß bei
dir gefunden habe. i
Wie hätte ich den Gedankengang nicht
begreifen sollen, von dem du dich be
stimmen lässest! Aber da wir in den
nächsten Tagen noch Gelegenheit haben
werden, über alle diese Dinge zu rede,
so gib mich für jetzt frei, mein lieber
Frithjof! Auch ich habe ernst Dinge
erlebt und gewichtige Entschlüsse zu
sanen. wenig umsamrett mag
wohl jedem von uns dienlich sein.
Ich habe dir rückhaltslos mei gaa
zes Herz ausgeschüttet willst nicht
auch du mir anvertrauen, was dich be
wegt?
New, ich kann es nicht. Frithjof.
Später vielleicht schon binnen kur
zem wirst du alles erfahren und
dann mag sichs zeigen, welche Proben
deine Freundschaft für mich bestehen
kann.
Jede. Konstantin jede! Soll es
dazu erst eines Beweises bedürfen?
Meine Dankbarkeit...
Da legte ihm Konstantin Nikolaje
witsch seineHand schwer auf die Schul
ter und fiel ihm mit eigenthümlicher
Betonnung inö Wort: Sprich mir von
allem, was dir in den Sinn kommt,
Frithjof nur von der Dankbarkeit,
die du mir zu schulden meinst, sprich
mir nicht mehr horst du; nie mehr!
Ich vermag eS nun einmal nicht zn hö
renl Gut? Nackt!
Vierzehntes Capitel.
In dem großen, mit altmodischer
Vornehmheit ausgestatteten Empfangs
zimmer der Frau von Holmfeld stan
den Fürst Aprafin und Gabriele Cos
bach einander gegenüber Gabriele
blaß und traurig, mit leichten Schat
unter den Augen und mit seinen
fchmetzenSIrnten an den Mundwin
ICH, d-lUillUIUHl VlUUlUJCiVUU UVCl
in sichtlicher Erregung, feurig beredt
wie nur je in seinen glücklichsten Au
genblicken.
Und dieser Mann Sie sind des
sen ganz gewiß er ist wirklich sein
Vater?
Ohne allen Zweifel! Es ist ein be
klagenSwertheS Mißgeschick, das den
armen Frithjof betroffen hat. und
ich hab doppelten Grund, es zu be
dauern, da es mich meinen Freund ko
stet.
Sie wollen sich also von ihm loksa
gen um dieses Vaters willen?
Frithjof selbst war ei. der mir ge
ftern Abend das bisherige Verhältnis
aufgeklärt hat. Er war feinfühlend
genug, um einzusehen, daß eine Fort
dauer desselben unter diesen Umstän
den unmöglich sei. Ich bin nicht hoch
mülhig und ich weiß mich frei von
allen Standesvorurtheilen. Hätte ich
mir den Freund auch dereinst aus einer
Bettlerherberge geholt, ich würde den
noch treu zu ihm gehalten haben, so
lange es sich nur um seine eigene Per
son gehandelt hätte. Nun aber, da
plötzlich eine Sippschaft auf der Bild
fläche erscheint, deren Berühruna jeden
anständigen Menschen mit Abscheu er
füllen muß nun hieße es. allen Ge
boten der Selbstachtung und allen
Pflichten meiner gesellschaftlichen Stel
lung Hohn sprechen, wenn ich daran
denken könnte, den dritten im Bunde
zu machen. Alström hatte die Wahl
zwischen mir und zwischen diesem Da
ter. der ihn inst schnöde im Stich ge
lsssen und sich Jahrzehnte lang nicht
im mindesten um ihn gekümmert hat.
Er ist der Stimme der Natur, die ja
vielleicht auch die Stimme seines Her
zens war. gefolgt und hat sich für den
Vater entschieden. Das war nur ehn
haft, und rch denke nicht daran, es zu
tadeln. Aber alleö weitere ergibt sich
daraus von selbst. Ich werd seine
fernere Laufbahn mit Theilnahme ver
folgen und werde ihm förderlich sein,
wo immer ich es vermag ein
Aufhören unserer persönlichen Bezie
hen abet kann bei dieser Sachlage
nur seinen eigenen Wünschen entfvre.
chen.
Haben SiehremFreunde von jenem
Vorkommniß ,n der Lellevueftraße :
zählt? Ich hoffe. Durchlaucht, Sie
haben es nicht gethan.
Wie hatte ich dazu kommen sollen.
Fraulein Gabriel! Ich würde ihm
nichts davon gesagt haben, auch wenn
ich niemals erfahre hätte, wer jenes
Unverschämte gewesen und jetzt, da
ich ihn als seinen Vater kenne gelernt
habe, jetzt könnte von solcher Jndiskrx
tion natürlich vollends nicht mh, dii
Rede sein.
Mit einem dankbare Llick fah' p:
zu ihm auf. und für eint kleine Weile
d'ied es still zwischen ihnen, bis FZrst
Aprarin, indem er um einen Schritt
näher auf das junge Mädchen zutrat,
sagte; Aber wir sprechen dyn ihm und
immer nur dem ihm. während wir. dsch
tausendmal mehr Ursache hätten, von
unZ selbe? zu sprechen. Erinnern Sie
sich noch an das. was ich Ihnen gestern
Abend anzudeuten wagte, Fräulna
Gabriel?
Sie blickte vor sich nieder und zs
gernd nur kam die Astsort über ihre
Lippen:
Ihre Worte find mir wohl im Ge
dächtniß geb!be. Drck!sncht. ehe?
ich habe ihre Sin, nicht r?aa
des. . i
Kostantin wsr jetzt hart na ihrer
Seite, und da sie sich schon bei seinen,
Eintritt bis aa das Fenster zarückae.
zogen harte, ttrrnochte Gabriele ihm
nicht mehr saszaweichen. Eis leichtes
Erbebe gin über ihre irrliche $t
JtaSaU''JS ks lich ä2 Hei"
ßu 5ltha über Zie neiztr.
So laffe Sie? mich deutlicher t?ie
derhslea. ,a$ i isrin Sellia!
rnerit. WrMNZ -vielleicht koir!
ellin "iirrf.t.-fi tatr'rihr.i '
, - o-i-i " -o r- i
ZI spräche vo JhiAtZ?,H,Ach
Sie sagten, daß Sie schlechte Nachrich- 11 H
ten empfange hätte' ich aber ark-
wortlte Ihnen, daß es in Jhre Figine
Hand gegeve alles zum5Zez,.ZH.
roenscar. eun ver schmerz erren.
una ist eS. der a deVHerzen'Jhret
Mutter nagt wie an denZftzesllnb
durch ine WiederrvreiasLg 'würde
sicherlich die droherchste.Ln2h? beseitigt
sei für das Leche-dxr1tge, die S
19 innig iicoen.
S Qibrielens "Wirnpers hingen
schwer Thränen, und sie drückte ihr
iZchu:uch , aa , V Auge. .
Oaniav sagen' Sie rnu Wi; da Sie
doch recht gut wissen, daß es kineMög
lichkict gibtahi z gelange! Ach.
das Leb ist ja sa ransam " fr
grausam! . , ,
Ss wlro aufhören, grausam gegen
Sie zu sein. Fraukin Gabrirle. sobald
Sie selbst? es nur roollea. ffur die
völlige Genesung Ihrer Mutter bedarf
es, wie' der Ant neuerdings aa Frau
von Hoimseld berichtet hat, ernes län
gern Aufenthalts im Süden und einer
dauernd Wiedervereinigung mit Jh
ne. Beides aber. könne Sie ihr ver
schaffe durch ein einziges kleinesWert
durch ein Wort, das S! für immer
jeder drückenden Sorge und jedes klein
liehen Kampfes um die Nothdurft des
Daseins überhebt. Seien Sie mein
Weib. Gabriel und Sie werden
nicht nur mich zum Glücklichsten 'aller
Sterblichen machen, sondern Sie wer
den auch Ihre geliebte Mutter dem Le
den erhalten. Kann ich Ihnen s, ver
haßt sein, daß ' es Ihnen trotz dieser
Gewißheit och schwer fallt, Ihre Ent
scherdung zu treffen?
Sie hatte die Hand wieder vo den
Auge sinken lasse, und Konstantin
sah. daß eine tiese. stille Traurigkeit
auf ihrem blassen Gesichtchev war.
Ich will Ihnen glauben, daß Sie es
ernsthaft meinen. Durchlaucht, sagte
sie leise, aber es kann rncht sein
rch darf Ihnen du Antwort nicht
geben, die Sie von mir zu höre wün
schen.
Schon die Erwideruna. welche sie
ihm gester hatte zu Theil werden las
sen, war im Grunde nur eine verschlel
erte Zurückweisung gewesen. Aber er
hatte es nicht für möglich gehalten, daß
sie dabei beharren würde, wen er mit
setner Bewerbung offen herausträte.
Darum suchte er auch jetzt nach einer
andern Erklärung sür ihr Worte als
nach derienigen. welche doch die nächst
liegende gewezen wäre.
Sie dürfen es nicht, weil man mich
vielleicht einst bei Ihnen und bei Ihrer
Butter verleumdet, weil man Ihnen
erzählt hat, dß ich leichtfertig und ge
wissenlos sei. Ich weiß, daß mein
Oheim diese Meinung von mir hatte,
und ich bin niemals sonderlich eifrig
darauf bedacht gewesen, ihm eine an
dere beizubringen. Denn zwischen
Stephan Fedorowitsch und mir gab s
Nichts Gemeinsames; r würde mich
niemals verstanden haben, auch wenn
ich fähig gewesen warf, ihm mein In
erstes zu erschließen. Vielleicht that
ich unrecht daran, mich beinahe oeslis
sentlich von . ihm fernzuhalten, denn r
war der einzige Mensck. mit dem ich
durch die Bande des Blutes verknüpft
war. und er hatte mir manchen Be
weis seines verwandtschaftlichen Wohl
wollen? gegeben. Aber es war da et
was, das allezeit wie ine unüberstekg
liche Schranke zwischen unö stand, das
jede herzliche Annäherung unmöglich
machte und sich bei jeder persönlichen
Berührung erkältend auf die Forme
unseres Verkehr legte. Das war sei
Reichthum, war der Gedanke an das
gewaltige vermögen, das er nach sei
nem Tode einem glücklichen Erben hin
terlassen mußt. Ich wußte, daß es
jemanden gab, der seinem Herze näher
irano at ico, oenn auq oyne oen ur
sprung seiner Beziehungen zu Ihrer
Frau Mutter zu kennen, hatte ich aus
tausend sichern Anzeichen längst die
Gewißheit erhalten, daß er Sie. mein
Fräulein, ungleich mehr liebte als mich,
soweit eben bei seiner selbstischen Na
tur von Liebe überhaupt die Rede sein
konnte. Ich zweifelte nicht, daß er mit
dem Gedanken umging, Ihnen einen
Theil seines Besitzthums. vielleicht so
gar sein ganzes Vermögen zu hinter
lassen, und jeder Versuch, mir seine
Freundschaft zu gewinnen, erschien mir
darum wie ein Diebstahl, den ich an
einer Unbekannten beging. Dazu kam
die bedrückende Furcht, daß er jede lie
bevolle Aufmerksamkeit, jedes herzlich
offene Wort nur für die raffinirte Be
rechnung eines Erbschleichers nehmen
wurde, und au, diesen mpsindungen
heraus. Fräulein Gabriele, müssen Sie
es zu erklären suchen, wenn ich meinem
Oheim immer ein recht liebloser Neffe
war. und wenn er selber mich dielleicht
härter und unfreundlicher beuttheilte.
als ich es in Wahrheit derdienie. Wie
mir dän ach seinem Tod der ganze
Nachlaß zufiel, nur weil ei Unglück
lichex Zufall den Fürsten gehindert
hatte, die beabsichtigte letztwillige ver
füzung zu Ihren Gunsten aufzusetzen,
ist Ihnen ja bekannt, aber Sie wissen
nickt, wie gering die Freude war. die
ich über diese unerwartete Wendung
der Dinge empfand. Ich konnte des
Gefühls nicht led'.z werde, daß ich mit
der Annähen dieses Reichthums, der
doch nicht sür mich bestimmt gewesen
war, ein Unrecht beging, und ich be
fand mich in eine Zustande wie je
rnand. der sich gute Tage macht vo
dem Inhalt einer gefandene Brief to
sche, deren Verlierer sich nicht gemeldet.
(Fortsetzung sslgt.)
BticHtaUIlt. Sie (ja
ihrem Man, der snzesäaselt nach
Haus kosmt): .O Gott, wie siehst
Du schon wieder aus! Du sollest Dich
vor Scham unter die Erde verkriechen!
Er: Jli ja, jieb mir die Keller
schlüssel!'
?tdjkalmtttl. .:Jck
habe ein feines Mittel, läßige Glgadi.
ger loszunznden,' V,: .So? Was
Sie sagend Ja. er verfehlt
seia Wirkung !e. V.: .Ach.' das
-müssen Sie mich wisse lassen, des
wich eäZen' die Gläubiger za Tode!
.: jch habe et schiert Matt
versucht und der betreffend; Släaiiger
ist nie rsiederzeksmm.'' B,: WVi
thäte Qk den dar C.j Zch
habe ihn bezaZU.
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Eigakre Nett geführt werden.
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man side, d mit h,ke, m allen Quanniäien uno zu lehrndrr.' Preisen.
Dr. I. ConllNlln's Zustcn -Syrup.
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Tausende legen gern Zeugniß
kraft gegen diese betrübende Krankdeit,
priaae, ' gvSnk, Crkiltnag,
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Brechmittel und ist angenehm zu nehmen.
chnh-HaNdlun
von
CHRIST. SCHLENDER.
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