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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, March 24, 1905, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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ürzi ttud Wundarzt,
Hermann, - - - Mo.
f?Ocr onjort l)a!U gegenüber.
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Dein u. Dier Saloon,
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Cnkal HM- Gcbiiodk,
an d,r!vlarttst roste.
Bei Uebernahme de eschöstr ooinftlfi.
re Besitzer, frn. L, Koch, ube ich de
ohnel)in dion groszen Borruch an bejini
(Hunten usw. och n,l)tl iio liite
solider meine Zarmersreunde ein ihrer
!liliiedbedi bck mir u kamen.
UsgersStaknftoor F.nksh
garbl und '111,1 bin Sujjbo&jn mit
mit Unniriibuiig
In CIicIUc! O in Cei: 0 ach!
Ltichlangibrxchl und tiodnel Über acht.
0 traft man bin nächn" Worgtii
biuDt git)tn laan.
Macht Pinkußdadkll mit Hard
oioob aussehe,
Cb gkNkichkN Ubrc niOil.
Ast auch gut für Jari(?oljufib0n.
Zragt siir Biichlein aber Behandlung der
HutzbodkN.
Zabrizi von der
DETROIT WHITE LEAD WüRKS.
fenry Betanoh,
Emil C. Bohne
Hermann
MttAtt-HklliiiliVtrkk
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Schuch Bros.
igele der 4te unb Älarttstrab.
Heriinn, , , Mo.
Berierlige IWlonumeitte, Grabsteine uiu.
au tiniiiit und VJUtiiior; ebeniall Hin.
snssungen siir Sräber oder Zaniilienpläye.
Gleis eine groie AusivHl lerliger ttVlonu
iiienle an Hand, Iiir da büsie ZIalerial
wird grbrauchl. Pieise iedriz und jjuirie.
DenlKil garanlirl.
chuch .
Achtung armer ual Vbftzkchler.
tUicim ihr Obslbaume irgend einer Ar.
iitTaiijui wallt, Dann taiitim z uns ode?
iiiiili uns eure tUeslellungeii. Unsere Bau
jiiD Pslanjen sind gul geivaclijen, lriijlig
und iimiiOiii in Hi.iecoiuibe liouiili) gezogen,
i Dnii n tii'ijec iveil)e werde als iolilie
die ilit von iimiiuurie bezieht.
Phoenix !1I ti r s e r y,
ÜUuoUuiii, lo.
ÄrriwliMilorf
A. GUENTHER
H Caiiu- und iüt a tiutjcttn
ttnlial toulailuü6e,
Hermann,
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lvr nb anbtm t)aducil. libtiuaut IltlUtlia
ttaubq, Cubiu4ilt, liuniictin ui. tu ttjt uiuiiu
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je te ,xtlrlao otc iiMattmumu.
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Eugen (Masse
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Wir bennditichiiiifii hiermit unsere stiin.
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sien üiiiiirr ringriiiiiloi haUn. Auge;eiel,
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jedrn ,i,,og iid Lamstog,
iöiSiiu-c j.iuctiici'ie bezahlt siir Weizen.
'MteW flrt'in.mi'j liranlirl,
2itl(r, ;vrul ,v tüofi'l lSrain !o. hat
sere iivonl'e in 'eriann,
'ksepb Sathgeb, !v!anager.
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- Von Clisukil, Lichatschess.
?ics rtiis di'in ä'u'frfSiinnioe,
?,t lii'nt die Riie allein,
(sie smit um die MitiiMnnde
Hiiiaiis tu den -minciijcheut.
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Sie starrt Iiinmif tu Tchwcigen
r.1 ,'itl Ji'l' 'nmiiMlIMlt.
k iD im dem !iiiia hü steigen
'1 . Wcig
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i Wcigt sie stiii iiijic chi.
?o1, kcinnit die Nitrit ne,iigen
I',,d tritt der Äviid dcrvor,
'I iiim fii'iiH sie ni,des,i,ien
i'liiä ihicm Neich emiwr,
Um sich auf den WcNen mi sttecker
Im meinen Wfller,itaiim,
Und um den Ziselier jn ecken
i'Jit iiifu'm ÜiclH'otislum.
Znn MInnnnlN
ff M VIMVVM'ifi
Ciite Gekchichle nu5 Wafuren.
Sfowroniicf.
Ton Friy
7' ?ln Zreuken und Umaeaend waren
4 alle äWiitt von heirsthsfähigen Töch'
' ' lern empört dariib:r, dah Pan Glo
'do,vli noch immer leine Anstalten traf,
zu verekelichen. Tie hatten alle
'lUsache dazu: denn der Heirathscan-
J didat war der reichste Bcsitzer des Tor-
4 fes und tüchtiger Wirth, dazu ein
flotter, forscner Mann, der in seiner
,i,,i,iriin?n ,i,idio've und den bald-
hohen Schaftstiefeln mit silbernen! vierzig Jahre ni6,t
5 Sporen daran so vornehm aussah wie
ein Lavallerieosfizier in Civil.
ii W,rt maliton sisli! INNI.'vi? firfl fftTlC
3 41111 IIKHIUI w.MMimv..
füJiutlet darüber, das; Martin, ihr
ifirnia. unbeweibt blieb und alle An-
'spielunqen nicht u bemerkcn schien.
-Linmal hatte sie ihm Borhaltungen
-gemacht. Und was erwiderte der or-,
baf,? ör faßie sie rund um. legte,
ben Kopf an ihre Tchulter. als wenn '
er noch ein Junge von zwölf Jahren
'Ware, und bcthenerte mit gerührter
Etimme. er würde jedes Mädchen mit
Vergnügen heirathen. das seiner neuen
putsch an Herzen-güte. Klugheit und
' Birthschaftlichkeit gleichläme.
Z Solch ein 2cblingel! Da konnte er
"larnic suchen! Hätte er nur auf Reich
thum und Bildung gesehen, dann war
er schon lange verheiratet gewesen,
denn wohlhabende Mädel gab's in der
Umgegend genug. Und fast alle wa-
ten sie in der Stadt geivesen, um hö-
l'ere Bildung ,u geniefzen. Fast alle
dcn Liuelzng angeicelit. ic...
Ohr glaubte zu hören, d.sz Der 2olv
das Wort: Braut" beide Male elitv.
mehr betont hatte, als u?!lsg. Ali
!e ne Braut, fondern ein Liebchi"
wie die welterfahrene Jugendfreund !,
geschrieben hatte. Jhie. einfach,
Sinn schien es unfafjlor, das; ei
Mann ein Mädchen lieben konnte, da
er nicht zu heirathen dachte! Auf je
den Fall lang aber hier da? .Minder
nifz, das hinioeggeräiimt werden nuif;
te. Sonst blieb Martin ein Einspä,,
ner. das alte Geschlecht der i!!odoir
starb mit ihm aus, und da? statt :i:l,
Bauerngut ging an enlseiiile Lei
wandte über. Sie wollte ih'ü auf der
Kopf zu sagen, das; eine Li'-icha-t i
Königsberg ihn vom Heirathen abkal
te. i?s war ihr sehr sch rcr gefallen
aber sie hatte sich schließlich übtxwwn
den. Und sie sah ganz gnau. da
Martin zusammenzuckte, als sie s
ganz unvcrmitetlt zu sprechen l,'gan
Aber sie tieft nicht locker.
Mein Kind, weshalb bis, Tu utf
offen zu mir? Hast Tu kin Bcr
trauen zu mir?"
Innerlich mus-,!? Martin bei diese
Frage lächeln. Aber er bc'.oang sic'
und antwortete verständig:
Beste, liebste Mutter! So la
Du im Hause bist, will ich wi:!!ic
nicht heirathen."
..Du veraikt. mein Sohü. datz if
zum vüisnujc:
gekommen bin. Ich hatt v',ug gc
arbeitet in meinem Leben und nicch!
jetzt meine Hände in den Scfiof! 1?
gen. Tas geht aber nicht eher, al
bis Du mir eine Tochter ins Hau
bringst."
Statt zu antworten, hatte Mrt'r
ihre Hände gelüfzt und gestreiel:
Weicher, fast gerührt fuhr sie fer:
Ich möchte doch noch einen i?n!fl ai:
meinen Armen tragen, ehe ich die An
... .In der Kneipe von Korweg
str's am !)iaäimi!tag, so um die
Besperzeit. immer le x. Die Einjäh'
rig.n waren zum Dienst gegangen.
!1i.ik ein paar Civilisten sahen an ei
ne.n 2iA) und spielten Skat. Drei
U'llnerinucn sahen schläfrig, verdros
se!t dilei. Cine vierte, ein junges, fri-
lelies T,,:g mit langen, blonden yan
gecp?en, 'sah in der !I!ähe des Bllf
feis. wo eine L.'.i'ipe ihr Licht spendete,
und bäkeltc rifag. Als die Thür sich
öfncte. fab sie gewohnheitsmäßig auf
Cine a!:e Frau stand auf der Schwel
le. schritt bedächtig herein und sprach
sie an:
Ich hale hier in der Nähe Ge
säiäfte zu erledigen und möchte hier
iivluieii. Kann ich ein Zimmer bekom
men?" Cin innner ist frei."
Das in scbön. 2o dann Nfh'nen
Sie mir die Handtasche ab, weiteres
Gcpä habe ich n'cht."
Oh ie wehere Umrande legte Mut
ter Glodo nn die Pelzkavotte ab und
zeg den schweren Pelz aus.
nig über die Alie wunderten, iHn'N
freundlich zuniek.e, wnn sie sich ach;
ihr umsahen. So halte ja auch ihr!
Martin hier gesessen und gehitiert. . .i
Dabei ließ sie ihre Augen fleifziz um
herspazicren und machte ihre Beb-,
achtungen. D:n andern Drei schien
es nichts anzumachen, nenn ein jun
c.er Mann sie in die Bac'.en kniff od.'i
gar den Arm um die Taille legte,
Nur Lei Lise schien das Meiner zu
iivgen. Uud doch war sie zu Jedem
freundlich, ja aufmerksamer als die
andern.
Nach dem Cssen ging die Alte auf
iln Zimnicr und lieg die Wirthin zu
sich bitten.
L'el-e Frau Korwcg. ich interessin
mich für die Lise. Was ist da für ein
Mädel 1"
Ja. liebe Dame, ich weist Nicht,,
was Sie wisien ivollen. Das .U a -el
ist schon drei Jahre bei uns, während ;
die anderen fast jeden Monat wechseln, i
Wir können sie nicht entdehren, deun
sie sieht für das Unserie. als wenn!
sie unser Kind wäre. Zu den jungen
L edc,vrivachn.
von
iuiriiiimc ?!olirN iffliarioniie
lüitll i .
Vi:in Vlim,,l cn dliitile, lein !!ö,tlein sanq,
2 et Wän u-ar gar fioitifl und tiiiff.
2 o:b liii ii ,va ,en, da üiiuv? tmd llstNji',
2it tiluliie mir auf meine Liede.
tie iii'd' ich niilit bcr um )üt und '!eld,
:';iii'i um alle 2chiiec det (ifdf.
2ie iil das Hi.'i1e mir an der i'elt,
af.:r,i mit des Lebens iVf.l.U'ade.
Oid L':.irii din ich an deiner "i'nur,
Teilt niitt mehr an smai.i und 2ch:net
zeit.
i6 iilH'itoiiimt mich wie viirn,,?!!,,',,
iii!l mein Herz ich an deinem Herzen.
I
C Üi.ii! Anch mir i'i'in Himmel cieschenkt,
!'ie will 'ch dich biiien und lii'rtfu!
7 l ai, dich lies in mein Herz iescn!t.
Liede, bleib stets in:? ein 2.el
yutschuldigungizzrttil.
:0, mein
Kind, nun bestellen Sie! Leuten könnte sie freundlicher sein die
gen zumache, einen i?rb,cki der CVir
dowys. Sag mal. mein Sohn, we
halb kannst Tu das Mädchen nick
heiratben? Du liebst sie doch, son,
wiird'st nicht immer zu ihr fahren!"
Mariin war aufgefvrung n V
ging ruhelos in der Stube auf in:'
ab. Endlich blieb er stehen: Mut
ter! Las? mir noch ein Jabr Zeit
Dann Heirathe ich da Mädel, da
Du mir zuführst."
Am nächsten Tage fubr Pan Glo
down wieder nach Köniasbera. Bc i
$ spielten Klavier, einige malten sogar!! der Mutter hatte er nicht, wie so,,'
k, iSeine Mutter hatte diese ri von.
l Ziloung nicht genossen, vifer ais ,ie
v roch klein war. hatte sie mit der
t Tochter des Pfarrers Uwis Freund-
I schaft geschlossen und war in ihrem
Liternhause nicht nur aus und einge
ganaen. sondern hatte mit der Freun
din 'gemeinsam alles gelernt, was der
biedere Pastor seinem Kinde als kost
'bares Gut mit aus den Lebensweg ge
len konnte.
I Für die Pfarrerstochter hatte diefe
'.'lrt von Bildung hingereicht, einen
k hohen Beamten zu heirathen und glück
l lieh zu machen. Auch für die Bauern
tochter war die Herzensbildung nicht
?i überflüssig gewesen: sie hatte ihr über
viele schwere stunden an der veiie
eines heftigen Mau.ies hinweggevol
Abschied genommen. Er schämte
ein klein wenig.
Ais er wiederkam, fand die Mutter
in der Tasche seines Mantels einen
zerknitterten Zettel, augenscheinlich d:
Rechnung des Gasthofes, in dem e
gewohnt 'hatte. Am Nachmittag fpra.i
sie auf dem Hof einen Knecht an. Er
trug noch als Erinnerung an seineMi.
litärzeit die Sosdatenmühe.
Kuba, was ist das für ein Gast'
haus von Korweg in der Kalthöfschen
Straße? Kennst Du es?"
Ach ja. Frau Wohlthäterin'. Tc
wohnen immer Einjährige von bei
Infanterie."
Ist auch eine Kneipe in dem Hau-
st?'
Aber ja doch! Grone neipe. mi.
fen und hätte ihr die Kraft gegeben,! btei jtr bübi'chen Margellen. Wes
den Martin zu einem gnien. neuen fragen ffrau imoyiinaierinl
Isilk,n it rii(vit. Ttrrtitrn: mit
iallzuoiel Wissen hatte er sich aus der,
'Schule nicht beladen. Wer kann denn,
nauch französische Vokabeln pauken,
, wenn er an die glatten Fohlen daheim
'.denken muh und der Berkauf einer Re
.inonte ihm wichtiger dünkt als alle
deutschen Aufsätze'.
4 Etwas leichtsinnig war Martin
'veranlagt. Das sieht fest, denn er
wollte durchaus bei den KUrassiren in
'Königsberg sein Jabr abdienen, und
nur der feste Wille der Mutter verei
leite diesen Vorsatz. Und noch eine
ndere Folge zeitigte die Soldaten
zeit: Martin fand Geschmack an der
Großstadt. Wenigstens schien es der
Mutter so. weil sie keine andere Erklä
tung. dafür hatte, daß er in jedem
Monat einmal auf drci Tage nach Kö
! nigsbera fuhr.
i,.k. hy st firipks
XJK -HUCIIV liuiivill, lv .v,
ick svneleid klagte, hatte gemeint.
Martin werde dort wohl ein Liebchen
lbaben. was auch als Erklärung für
leine Abneigung zegen die Ehe dienen
innne.
t - f(a Ctr.iu odown Diele teilen
i
M
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Gebt Dick daS was an. Tu Lor-
basi?"
Verwundert sah der Knecht seiner
Herrin nach, die ihn so kurz abgefer-
tigt hatte. Frau Glodowy aber ging
in den nächsten Tagen sebr nachdeni
lick berum. War die Liebste ihre:
Martin wirklich eine Kellnerin? Ta
wäre es doch angebracht, mit ihm ein
ernstes Wort darüber zu sprechen.
Wer weih, was für eine abgefetztePer
fon das war, die ihn für sich eirnr
nommen hatte. Noch an demselben
Abend überfiel sie ihren Sohn mit der
Frage, ob er eine Schankmamfell zu
Li bsten hätte.
Martin wechselte im Augenblick die
Farbe, antwortete aber sofort: Ja
Mutter, und es ist gut. daß Tu da
nach fragst, denn ich wollte es Dir
sagen. Ich will und kann von dem
Mädchen nicht lassen. Tas. mit der
Frist von einem Jahr, ist Unsinn, dai
habe ich so hingesagt."
- Die Mutter hob. wie abwehrend, di,
.0.1 nd.
..Brauchst nicht so h.'stig zu spre
chen, mein Sohn. Du bist Herr im
?Ia, siel es ihr wie Schuppen von den! Hause und alt gmug. um ohne meine
ys,ixn. Drei Taae a na sie um ihren! ? nwilliauna genatven zu lonnen.
5 Sohn herum wie die Katze um den Vielleicht bist Du noch nicht klug ge
ivM Hrel ninin htr Berslleicfi : nun um ,u wissen, daß man keinMad-
inirfsf in desvektirlick klinat bis sie cken beiratben kann, dessen man sich
kikm ,!nes Akends mit Tbranen in. nacbber ,u schämen bai. cv veiraiyei
1 xi Augen um den Hals fiel, um sie ja nicht, aber Du. Und das Leben
ii. t.. ..ft ... r.ii. mrnt in
ICH HCfCUUU AU JUjCUCU, uuij i jnuiiuyiuui wi.
17 m . ..t. -i-.i !t . : (m .u i: o:f
Baß .erlranen germor. iqi von
t
i
Vraut in Königsberg zu erzählend
vEtwas betreten schüttelte Martin den
W:
Liebste Mutsch. ich habe wirklich
Zkin Braut in Koniasbera. ,
..Mein Jungchen, sag mir doch die
W. hrheit! Wenn das Mädchen auch
arm ist. schadet nichts. Du brauchst
dhch aus Geld nicht zu sehen. Und eine
' schlechte Marqell wirst Dir nicht aus-
-chi haken."
Darauf hatte Martin zuerst nichts
rwidert, sondern den Kopf m die
Hand gestützt und sich die Stirn ge
rieben, wie einer, der mit sich selbst
n cht in's Neine kommen kann. Und ti
rang etwas gcquältals er antworte
te: Ich weih nicht, wie Du auf solche
(Vcruin kommen kannst. Und ich sa
Dir noch:nals: ich habe leine Brau:
n Unn,.i,kk,1,
nlscklltielnd da t VX JUiuu
t
Mutter, die Lise ist ein anstand!-
s TOnftrfien. ue banat nur an
mir. ..."
Die alte Krau zuckte die Achseln,
Das kann ich nicht beurtheilen,
denn ick kenne sie nickt. Drum sag ich
Dir noch einmal: Du ritt ai: genug,
um zu wissen, was Du thust."
Vergeblich wartete die Mutter acht
Tage, vierzehn Tage: Martin fuhr
nicht nach Königsberg. Hatte ihre
Ermahnung auf ihn solchen Eindruck
gemacht? Daß er sichtbarlich mit sich
kämpste. beschleunigte den Entschluh.
der in diesen Tagen in ihr aufgestiegen
war. Eine Tages holte sie ihren
Reifepelz und das beste Kleid aus
der Truhe und bat Martin für de
folgenden Morgen um den Schüfe:,
zur Bahn. Sie wolle zu ihrer Halb
schwester nach Swiddern fahren, der
sie schon langt eineu Besuch verspro
che bab.
nur eine neiht a!c Jldffee uno etwas
W'is'bios dazu."
Tie anderen Mädchen waren neu
gierig herangetreten: ihre Spottlust
iider' den seltenen Besuch regte sich,
doch ein gewines Etwas in dem Aus
seh'n und Benehmen der alten Frau
hielt sie im Zanw. Nur eine rief
t'j: Hier verkehren nur junge Leu
te!" Tie alte Frau schüttelte den Kops
und lä elte ein wenig. Liebes Mäd-
chen, ich habe mich schon vor vierzig
Jahren nicht vor den jungen Leuten
aiMiirchlet."
Hinter dem Biifetl erhob sich die!
Wirtbin und verscheuchte mit einen, I
Blick die kichernden Mädel. j
Bit:?, nebrnen Sie Platz, meine
Danie. die Life wird Ihnen gleich den
Kaffee Iringen."
Frau Glodown dankte sehr freund
lich. Es erschien ibr beinahe wie ein
G M. das', nicht eine der drei anderen
Mädchen Lise bieh, sondern die zier
lüie Kleine, die ihr eben mit herzli
chem Wohl bekomms" den Kaffee prä
s,n:irte. Der Martin hatte keinen schlechten
Gesch!:ae. das muhte sie sagen: das
Mädel fall biibsch au, frisch adrett.
Das einsacke Kle.d sah wie angegos
sen. , .
Wollen 2u mir nicht Ge,ellscha,t
leisen?'
Bei den Zerren ist es uns verbo-
:en, bei einer allen Tante wir es wohl
erlaubt sein."
Lise nah n ibre Handarbeit aus und
setzte sich. Tie alte Frau beugte sich
zu ibr und betrachtete die Arbeit.
Eine schöne Spitze, Für wen soll
die sein?"
Für mich, meine Tame. Am Nach
mittag ist nichts zu thun, da füll' ich
die Zeit damit aus und brauch' das
dafür nicht ausugeben."
Sie verdienen doch gewifz vii'
Geld?"
Das Mädchen lächelte und zuckte
die Achseln. Wir sind in der Haupte
fache auf Trinkgelder angewiesen,
und wer nicht darauf zu laufen ver
sieht". ...
Frau Glodowri war unermüdlich
im Fraaen, die Kleine antwortete be
reitwillig. Als die Uhr sechs schlug,
packte sie ihre Arbeit ein und stand
aus.
Ich kalk heute freien Abend und
will jet't aeh'n."
So. Sie sind jetzt frei? Das trisst
sich fch?n. Ich bin fremd hier und
ic'ch'e gern in s ? beater gehen. Wol
len ie mich begleiten?
Life nahm die Aufforderung mit
Dank an.
Gut. dann essen lvir noch hier zu
Abendbrot und fahren dann m
Theater."
Es war ein sehr vergnügter Abend
a'wesen. ie hatten eine sehr komi
sche Posse gesehen und über all den
Unsinn beglich gelacht. Dabei war
es dem Mädel gar nicht aufgefallen,
das, die alte Dame m den Pausen un-
'rmiidlick, allerlei fraaen stellte, die
ihre Person und ihren Beruf betrafen
Man, it,nvil!kiilich war es gekommen
das, Lise ans dem Heimwege, den sie
bei deni schönen Herbstweltei zu Fuh
irückleo en. dcr Alten ihre kurze L
(v-n-af'rf'itHe ernblte. Wie sie als
Ma'se bei ilvrn Borund aufqemach
fen sei. Tort habe sie schwer arbeiten
müssen. Tas tia'tt Ne gern gethan,
aber man habe ihr nicht einmal den
Lohn e'ner Di'nstmamsell gegeben.
Da sei sie weaaeaanaen, hier nach Ko
n'asbera, nd sei Kellnerin geworden
Mit Tbränen in den Augen gestand
sie. dak sie dics'N Schritt schon hun
dertmal bereut habe, denn jeder Gast
alaube das Recht zu haben, ihr
Sch'echtiale''en 'trauen.
Dann haben Tie gar keinen Lieb
Haber?" warf die Alte ein
Einen Augenilick zögerte die Kleine
mit der Antwort. Dann sagte sie lei
se. aber fest: Ja. ich habe einen. Er
hat mich sehr lieb und ich ihn auch.
Aber zusammenkommen werden wir
wohl nicht. . .Er kann doch keine Kell
nerin heirathen."
Ach, das finde ich aber sonder-
""." .
Am nächs en Morgen ging Frau
Glodowy in Geschäften aus. Ihr er
her Gang führte sie zu der Wittwe.
tei der Life wohnte. Die Adresse
hatte sie sich vr?n der Wirthin geben
lassen. Zu Mittag ah sie mitten un
ter den Einjährigen, die sich nicht ttt
lieben das. aber vielleicht ist es reuet
so."
Hat sie denn gar keinen Liebha
ter?" 0 ja! Aller:i'i;,i eine kcrm'chk
Geschichte. Tas scheint ein Gutsbesiver
aus der Provinz zu sein. Der kommt ;
alle paar Wochen auf drei !?ae ber.'
Ein oder zweimal gebt er mit ihr iu'S
Theater und dann fährt er wieder
weg. Ich alaube. dcn kriezt sie noch.
mal zum Mann."
Gott geb's, lieoe Frau. Und nun
schön Tank siir die Auskunft. Ich
will mich j'tzt ein Ständchen an
ruhen. Um vier Ubr schicken 2t
mir Kaffee und die Rechnung herauf,
wenn .ich bitten darf, durch die Lise.
a
Ter Wirthin schien ein Licht aus-
zugehen. Sie sind vielleicht die Mut-
ter". . . .
Ja, ich bin die Mutter de? pinaen
GniSbesitzers. ich bade mir das Mädel
anaeieben. Ader bitte, hallen Sie rei
nen Mund."
Frau Glcdowr, war schon ausge
standen und sah auf dem Sopba. als
Life den Kaffee brachte.
..So. mein Kind, ich dane her,
lich. Und nun setzen Sie sich dort
hin. mir gegenüber. Ich habest
Ihnen zu sprechen. Ich bin ftrai,
Giodowr, aus Sorenken, 'Marlin's
Mutter."
Aus dem Gesicht des Mädchens kam
und gmg die rtare. i.e aiie tyuui
machte ein ern''es Gesicht.
Er will Ihretwegen nimt detra-
tben. Te-?halb bin ich zu rjnen ge
kommen."
Die Kleine war ausgestanden uno
hatte die Hände faltet. Ein e?en
ging durch ihre Gestalt. Ich bade
bei Gott nie mit einem Wort von ib'n
verlangt, dah er mich beiratken lou.
Aber vor vierzehn Tagen war er tue.
und hat mir geschworen, dah er keine
andere neb'nen wird als mich. Ta
hab' ich ihm mein Wort gegeben, .
ich bin seine Braut. . . bier" ...
nestelte an der Tasche, die sie am Gür
tel trug, holte einen glatten Rina Her-
vor und steckte ihn an den Ringer.
Hier, das ist dcr Ring und den gebe
ich nicht ab. . . trenn er ... er nicht
selbst ihn mir abverlangt". . .
Tie Mutter war langsam niiker
gekommen. Jetzt legte sie ihren Ar'
in das Mädel und zog es sankt an
sich. Tu Tumn'chen! Tu tollst ,a
meine Tochter werden! Tas ist recht.
Iah ihn Dir nicht nehmen! Was man
mit aanem Herzen liebt, das muh
man 'festhalten. Hätt'st Du anders
aesnrocben. dann wäre ich aNein ge-
fahren. Jetzt sabren wir Beide zu
Mariin!. . . Und nun hast Tu aus
mich Mutter zu sagen." .
Jauch,end, schluch,end, warf sich
das Mädel an die Brust der alten
Frau.
Pan Glodown war in übler Laune.
Er kämpfte noch immer mit dem Ent
schluh. der Mutter zu sagen, dah er
nach Köniaeberg fahren und die Lise
heirathen werde. Langsam schritt er
über den Hof dem Haufe zu. zögend
trat er in die Wohnstube, wo die
Mutter, eben k?imaekebrt. ant Kaf
feetisch sah. Liebste Mutsch! Ich
muh es Dir sagen. . . ic weroe ncira
itVn "
.Scbr richtig, mein Sobn. Und weil
Du neulich sagtest: ein Jahr warten
wäre Unsinn, habe ich Dir eine Braut
mitgebracht. Dort in jener Stube steht
sie."
Martin wachte erst ein furchtba
dummes Gesicht, dann wurde er roth,
und schließlich öffnete er zögernd die
Thür.
Lise!". . . Martin!"
Die Mutter war leise zu ihnen ge
treten. Tu Lorbah. konnt'st mir das
nicht schon sriiber sagen, daß Du mir
eine so liebe Tochter in's Haus bringen
willst?". . .
ZlUerlsnnd Kiiriweil aus ? cfrnle und Sau
von H.iiiz " cifuuiiin.
In diesen Tagen ter rauhen Jah
reszeit hatt zumal un,.re kleinen
Leute wiederholt unter den MuUira
teilen zu leiden, die der Gesundheils
zustand durch die Launen i.er Witte
rung erfährt. Sie erkälten sich leicht,
erkranken und müssen Zt'A oder doch
Zimmer hüten. Tie , noth oeitdiae
Folge solcher Tchulversäuinnisse t;t
dann der Entschuldigungszettel, den
die Eltern oder sonst mit cer Erzie
hung des Kindes Betrauten dem Leh
rer zugehen lassen müssen und worin
die Veranlassung zum Zuhaufedleiben
hinreichend begründet wird. Ti.se
Entschuldigungszettel sind nun zu.vei
len die köstlichsten Toluutente unfrei
willigen Humors; wer sie sammelt,
rragt einen .trauß davon zueinander,
der selbst den eingefleischtesten Gries- !
gratn -utn Lachen bringen dürfte.
Bald ist es der Stil, ein andermal
wieder die'i2rlhographie, wodurch beim
gebildeten Turchschnittstitenselten solche
Heiterleit erzielt wird. Hier einige
Proben:
Lieber Herr Lehrer! Ernst muß ei
niae Tage zu Hause bleiben, da er hef
tige Tkierahö hat, einen Arzt nehme
ick nicht, sondern gebe ihm alle Tage
ein paar Mal Hasergrütz Klies.üre, die
helfen. Ein gantz gutes Haus'nit-el.
Sie dürfen' nur probiren. Enlfchul.
diaen Sie hochergebenst Friedrich
Nenlrn."
Oder: Ich bitte meinen Sohn Karl
zu entschuldigen, er hat gestern Unze
Heuer gebrochen."
Ferner: Wegen der Tüiterüties
muh Ehrisiian das Bett hiihten."
Selbstverständlich handelt es sich
auch ebenso häufig um Erkrankungen
dei tletnen Äiadenen, wie solttende Biu
thenlcse zur Genüge toeist: Meine
Tochter konnte nicht in die Schule
kommen, weil sie sich vor Sie furchten
tbut und da bekommt sie alle Morgen
den Schiddelfrost. Ich bitte Ihnen,
reckt hub'"ah:n mit ihr zu fein uns
nicht viel aufgeben. Meine Tochter ist
nicht faul, aber elwas ttäge. Es grUit
Augu'te.
Oder: Liebes Fräulein! Ich ent
schuldige da steine Martba gestern
Nachtttittaa gesäblt bat sie war krank,
bitte nemsieh nickt ü bei."
Eine weitere Entschuldiannat Ta
ich Anna an Mittwoch weil sie klagte
um Stiche, den das Turn das bringt
alles vor. wen es noch mal vor-
.-
&tGGS9:FQDMFFOTWL
(Qöpagtl , ylv,r.) '
ift da beste nd billigste Okcl tecjta
I Vfi Ha ,
ÜUUttlU.
.... .
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sf1?M$ " : '
jW l '
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äJLlk
Alle Vedl,innb nicht
mit Stiele bft onbett n;
Stoffen vermengt um ein
grvßr, xoaei zu sche
In allen Apotheken und StgreS zn hadeni
Ar. X Conjflfflan's 4tu Sm
F ür
K e chh u ste u
kommt, den scki.'e ich ihr die Stunde
Gemüthlich. Besucher (ent
fetzt): Was? Lebenslänglich habe
Sie?" Sträfling: .Jawohl! Wissen
S'. ich wechsle nicht gern, wenn ich
'mal wo bin!"
Gipfel der Protzertt.
Sie haben sich da ein ganze Fafe
Schmieröl bestellt. gehören zu Jh
rem Besitze denn größere maschinelle
Betriebe?" Protz: .I wo . . . da,
brauche ich nur für meine Koupon
fämt."
nicht nach der Schule und lasse ihr von
Tocktor untersuchen, den von Turn
hat schon manch' einer den Tod g''u 'it.
Tas ist siir Jungen, aber nicht für
Mädchen."
Schließlich: Meine Tochter Loise
hat gefehlt, weil sie einen kleinen Bru-
der bat aekrteckt. sollte es nach te
Woche wieder vorkommen, so entschul
digen Sie bitte."
Ueberhaupt sckeinen Besuche, die der
Storch macht, wiederholt Z!eran'as
sung zur Abfassung eines Entschuld!
gung?;etiels zu bieten: Unsere Zci
ter Elise kann vorläufig nickt in di'
Schule kommen, sie hat Haleschme'
zen. Auch war -der Storch da, das
siebente Mal. Wir haben es recht satt.
Hochachtungsvoll Friedrich Schulz
lein." Zuweilen sind solche Entschuld!
gunasieitel in förmlichen Hieroal iph n
verfaßt. Hier ein paar Beispiele:
iZieeKrter Herr Rektor, ich bi te
datum mir das Kind Kiend vohn der
Schuhle zu Tüsbenfiren. Da da:
Kiend an Krämfe leitet und sehr
Närfges ist und die Schuble Sck'tehrt
bitte aus Weideres ,, T usbensthren.
Hochachiunkswohl u, s w."
Nun der andere Fall. Ein Lehrer
in Wien bekam einen Zettel zugestellt,
der nichts enthielt als die beiden fol
genden, in lateinischer Schrift nieder
geschriebenen Worte: lii!,t,
,i,ii,ti,it". Dann folotk der Name des
Baters eines seine Klasse besuchenden
Knaben. Der Lehrer zerbrach sich den
Kopf: er kramte sein ganzes Wissen
durch . Vergebens. Endlich kam er
hinter daS Räthsel, ie beiden so ge
beimnißvollen Worte lösten sich in voll
ster Deutlichkeit in 'die folgenden.
durchaus prosaisch - werkthangen auf:
Benötbige den Buben!"
'Entschuldigunastettel, so knapp nd
kurz sie auch in Bezug aus den Inhalt
sein mögen, lassen mitunter dafür um
so mehr zwischen den teilen lesen. Hier
ein solcher: .Da wein Sohn in der
Wocbe ist paarmal zu späte gekommen
nd hat Strafe aekrieät wegen die
Mutter, die verschläft so leicht. Hauen
Sie ihm nicht wieder. , Herzlichen
rub!" . ,
Ein 'Zntschitldigungszettel kam,
auch recht und schlecht gesprochen
sein, wie de: folgende, der gleichfalls
sehr textlichen Einblick in die Verhält,
nisfe gtwährt. wie 'sie im Hause der
Eltern herrschen?' Kommt da ein Kna
be einer Dorfschule sehr verspätet in
den I'.L.erricht. T Lehrer ist er
zürnt; er will eine ezemplarische Stra
e vllinehmen.
Bits, i bitt' schcm," weint der klei
ne Delinquent, heut' kann ich aber
wirklich nichts dafür!"
Wieso?"
!evor ich von zu Hause weagehen
oew!-ltt. hört' ick, daß tie Gendarmen
eöen einen Wilddieb eingebracht haben.
Die Uttlter sagte dann zu mir: G.h,
lauf nach und schau, ob's nicht am
End' der Baker ist!"
Nicht selten werden Entschuldi
gungszettel hauptsächlich zu dem Zwe
cke an den Lehrer geschickt, um diesen,
da er es ja ohnehin selten jedermann
reckt zu machen vermag, gchöria eini
zu oet setzen.
So schreibt ein Bater: Mein Sobt:
Adolf war bei die Muükaufführuna
in's Eonferoatorittm und nachh'r war
es zu spät. Beiläufig gesagt. Loben
grün hat er gespielt, aber lesen kann
er nit!"
Seldüverständlich kommen auch die
weiblichen Pädagogen nicht besser
fort:
Geehrtes Fräulein. Indem da
es Sie jerr zu ver-ind-reh-ikren thut
was uf die S'tull-n drukf is, wollt:
ich Sie man faaen. dah Sie das jar
nifcktt anj.ht, indem das es noch fei"
ei eich rieben Ge'etz gibt, was uff die
Schtullen druff sol
Tie bedauernswerthe Lehrerin hatte
web,! ein zu grehfj Interesse für da.
leibl'ch Bobidefinden der ikrer Obbu
unterstelilten Zöglinge an den Tag ge
legt. Tader denn auch solche Ablan
zelung. Ueberaus stichhaltig liimtn!
sich auch der folgende Berfäumnih
gründ aust Entickuldigcn Sie. bitte,
da meine Tochter Gretbe gestern nich.
in die Schule gek?mmcn ist. Jdr?
Scktwester feierte das Fest ihrer Berlo
btitta und dabei wurde ihr dann
Ickltmtnt
Grund zu Kletten Schreibereien, dit
tnattcktetn Librer beiße Stunden, oit
mals abir auch recht vergnügte Mo
meine bereiten mögen, finden Elterr
nackt-crade wcbl stets. So klagt ein
besorgter Erzeuger:
Ich bitte mein Sohn mebr in' 1
Neck neu zu 'ck-oiten. indem er mir in
die Nackt keine Rube läßt, indem er
fcrtwäkrend rbankasirt. Auch ich ba
be in meine Jugend nickt rechnen tön.
nen; leider bat es sich später von selbst
gesunden, so dah ick Keule mit Leich
tigkeit die Buchführung vollende."
Schließlich noch der folgende Brief.,
den ein Lehrer einer nordamerikani-.
säten Sckule von den Eltern eines sei
ner Zöglinge erkielt: Wollen Sie
kän'tig unserem Sohne leichtere Haus
aufgaben geben. Tieser Tage sollte
er ausrechnen: Wenn vier Gallonen
Bier zweiunddreihig Flaschen füllen,
wie viel Flaschen werden dann durch
neun Gallonen gefüllt?... Wir. meine
Frau und ick. baden den ganzen Tag
versucht, das berauszufinden; es war
aber unmögl'.ch. Mein ?okn weinte
und sagte, er wolle am nächsten Tage
n-ckt in die Sckule gehen. Ich muhte
al'o nenn Gallonen Bier kaufen, was
mir febr sei ner gefallen ist, und dann
baden wir uns viele Flaschen gelieben.
Wir babcn sie gefüllt, und mein Sobn
bat die ZaKl als Antwort aufgeschrie
ben. Ick weih nickt, ob sie richti' ist.
da wir beim Umgießen etwas Bier
verschüttet haben. P. S. Bitte, das
nässte Mal mit Wasser rechnen zu
lassen, da ich nicht mehr Bier kaufen
kann!"
Z'vht Entschuldigungszettel ist
richt etwa erfunden nein, er wurde
thatsächlich geschrieben unb dem Leh
rer au-gthändigt. Bei dem geistigen
Niveau. 'auf das die Menschheit dank
der Hil'e der so rastlos fortschreiten
den Kultur ja gelangt sein soll, möch
te man das freilich kaum für möglich
halten!
ft solcher daö ei,zig sichere. gc,ffk Hielt HelliU,l.
lautinde legen gern Zeugrnh a? von der wunderdire Heil kd IlmI
krofi 9srn diese beirtibeude tdkantdk't, und gegen
Sronnr, ijniltu, Ctkültnaflfi. Auzehmg tut alt HikbkschkotÄt,
t daß Mitifl uniibrniffilich, enthält feine Cfinle ibr
unb Ift o noen bm z edm e. k , ehe e
k s ck N, t U I
D Dttgo foiuis V'jauri'H'
);sjl;iiw u.Blit!iglZtbliseli!tiit.
- )cglüttd,t 1874.
($tl lu Jederzeit in belie
2?nr
digcn Quantitäten.
MO.
Pit Mici- ten Flaschenbiere:
l Prati 6afcii.fi, B!enchener,
' 'i'Urf (jat, Weiss Vier.
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' lei.fulls Z a ß d i e r best r Qualität in u. halb Barrel.
lln'.tiftrlkt intiettnif "XnS strikt
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Gegründet (856
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Gebrüder Graf,
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I Da .rolfiMatt" bat die arSßte circulation und ist die
cliislutzreichiie Zcilung dieser Gegend.
Xolfloi uud L,ewaftop,l.
Anzeigen finden in ihr . j
ö.'soaip sie t-ctc und Iohncndte Derdreuurig. , '
?ttiT&jrJSPSSSJS'tPr??W?ttrrrrrrriSEZZ&
I Drucksachen
d rtyl und b'"lig ausgeführt.
Her Art, in englischer und
deutscher Sprache, werdeu
ges chriiackvsll, in modernem
tz ist nicht allgemein bekannt, dah
Sras Leo Tolstoi, der aefeierte rufst
sche Tiibter. in den Jahren 1S"4 und
1S55 die Belaaerung Ssewastopols
mitgemacht und auch das, was er dort
im Kugelregen gesehen, dichterisch ver
werther bat. In der Erzählung
Sfewastopol" fuhrt uns der Dichte:
einmal in einen Saal, wo eine Anzahl
schwer Verwundeter liegt. Einem
alten Soldaten ist das Bein abgenom
men worden: aber er klagt nicht über
Schmerzen, er spricht von der Schuh
wunde und der Operation wie von
Dlnaen.' von denen man nicht zu viel
Aufhebens machen darf. Die Haupt
sacht ist." sagt er. .man muh dabei
nichts denken, man macht sich keine Ge
danken, dann ist alles nichts."
Bei dem Waffenstillstand im Mai
IM giebt Tolstoi bereits feiner gegen
die Greuel des Krieges gerichteten An
schauung Ausdruck, indem er sagt:
,'Liese Menschen, die alle das grvße
Gebot der Liede bekennen, fallen beim
Anblick dessen, was sie gethan haben,
nicht voll Reue und Buhe nieder!...
Umarmen sie sich nicht mit Thränen
der Freude und des Glücks wi Bill
der? Nein, sie thun ei nicht." Im
übrigen Pud Tolstoi' Schilderung
aus dem Soldatenleben von er
Frische. Anschaulichkeit und Origina
YtlVl WI. . .(.(i... f..j.ait .
iiiau v uftutwuuca iiiufh .
Schiffs - Aasntur
Tclgo- Gras
m?M
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iJbHjfa 'tm
5 ffc 'Wjr l ii.- ri
f t ai vV
'p,.v,r-.'vvf i. fQ v
V-.'. 4.' ' r V'J
,M'".H'V.''
?w:a
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"vmif;
- sserin,a-n n , 3&o.
Norddeutsch? ttsfd
New i rk und Bremen.
liero Ijorl und Baltimore.
HambrgZ.ri kkl
New TQed, kondon,
pari u. Hamburg.
Amrl . Red Str CM
pyrladclxha, Nc lZork,
Zliverxool und Antwerpen.
i,."r'Zt Vft i V
V 5 1k-i-i
X- 'T-k-OTvS-.
Genaue ukkunft öde Paffaa
Transportativa bsahrtder Tompsschl?
usw. Ticket siir kajiited Zwilch,
deckS'Passagierc vi e oderVa
timore von und ach irgend eine Ort
Europa zu besondersniedrige greife .u dade. e, tnQeljWß an
der allen Heimalh hereinkommen lne mu, not in leine jnie-
sie sinben. in unserer Lffii vorzuspreche - -
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KXN 0V AT0R lBrl(u.atr and reaoTaie tfc
SMeai; prllG aoa eartvo. inv wwu: van
ant dpr9la. ronnuiiatKja, teadarfc.
linraaü ttdoeya. uaiidll. idniUw. e
adrlec. awpla' aad book. iniii
f i"Tl I. J. fcay, Srotttt. N.T. 17?!
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