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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, June 22, 1906, Image 1

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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Srcchprinting Co, Herausgeber. ;,.;:-.: i : preis : 12.00 per Jahr. $150 bei Vorau5bezahlung. Office: Ecke Sex Vierten und Schiller Straß
IahWangM2 Sermann. Mo.. Srcitag. den 22 Inni 1906. Zlunlmer 84
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Die schwierige Frage, welche Ruß
land zu lösen hat, betrifft den Boden
besitz. Der Hof, die Kirche und der
Adel besitzen den besten Boden in
Rußland. Für die übrigen Men
schen, über hundert Millionen an der
Zahl, verbleibt nichts mehr als ein
Drittel der schlechtesten Bodenfläche
in den besiedelten Provinzen. Es
ist klar, daß die Bauern dabei nicht
bestehen können. Noch klarer ist,
daß der Staat bei solchen Verhältnis
sen nicht in die Höhe zu kommen ver-
mag. Wenn rne lvreuerrrager oes
Landes in der bittersten Armuth le
ben, kann der Staat nicht genug
Steuern zu seinem Unterhalt auf
bringen. Die Krön-, Kirchen- und
Adelsgüter sind wohl verpachtet, aber
die ruinöse, Wirkung de Pachtsystems
ist bekannt. Der Boden wird nicht
verbessert, weil alle Verbesserungen
dem Gutsbesitzer zufallen, und der
Ertrag wird sogar auf das Nothwen
.gst beschränkt, weil jeder Mehrer
trag eine Erhöhuug des Pachtzinses
zur Folge hat, Eine gute Boden
wirthschaft ist nur dem Einzelbesitz
möglich. Die Bauern stellen zwar
die unerfüllbare Forderung, daß man
ihnen den Boden ' frei Überläßt; sie
werden aber, wie alle anderen Men
schen, von ihren Forderungen bedeu
tend nachlassen und sich zu einer Ab-
lösungSsumme verstehen, vielleicht zu
einer sixirten 'Erbpacht. Ein Ver
langen in diesen Grenzen wird . ge
wahrt werden müssen, da ont an
eine Wiederherstellung der Ruhe nicht
zu denken ist.
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Deutsch uns Englisch inapan
Der Japaner Dr. Daiji Jtshikawa
tn Berlin macht in einer Berliner
Zeitung interessante Angaben Über
die Ausbreitung von, Deutsch und
'CngNschltt' Ja?au. ' EtVjkViW Die
Sprache ist der Schlüssel zur Stöff
nuna der Kultur deS Landes. Da
die alte Kultur Japans nur der chi
nestschcn Kultur zu . verdanken war,
bildete die chinesische Sprache von Al
terS her bis in die letzte Zeit den
Hauptgegeustand des Studiums in
Japan. Man sah sich jedoch allmäh
lich genöthigt, auch die europäischen
Sprachen zu lernen, um die moderne
Zlvttlianon ln Mpan emsuyren zu
können. Wie sich die Japaner gegen
wärtig bemühen, die Kenntniß?' der
europäischen Sprachen zu verbreiten,
ist wohl schon Men bekannt. Es
dürfte aber gewiß nur Wenigen be
könnt sein, wie große Mühe man sich
bei der ersten Einführung der europä
ischen Sprachen in Japan gegeben
hat. ',
Bei der Erlernung der europäischen
Sprachen hat der Europäer gewisser
maßen Anhaltspunkte, da .viele euro
päische Sprachen einander verwandt
sind. Trotzdem wäre eS auch für ihn
nicht leicht, ohne Grammatik, Wör
terbuch und sogar ohne Lehrer eine
andere europäische Sprache zu lernen,
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Kropp Brewing Company
HERMANN, MO.
es deutsches Vier
aus Malz und Hspfen
in großen und kleinen Gebinden.
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ZNunehner
vlck 6at
Ü'iikre Biere sind tritt und öch'.
fcciPiOfr für Fain;li?Gedrauch.
Eis und A o h l e n l allen Quantitäten.
, , ' , , Schick! Eure Bestellungen an . '
, Arsxp Brewing Co., lzcrmann, Mo.
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Zwischen der japanischen und den eu
ropäischen Sprachen giebt eS aber
nicht die geringste Aehnlichkeit, wie
diejenigen wissen, die hier Japanisch
lernen Die erste Erlernung der eu
ropäischen Sprachen durch die Japa
ner erinnern nnS deshalb an daS
Studium der egyptischen Hieroglyphen
durch die ersten europäischen Sprach
forscher. '
Das erste holländische Wörterbuch
erschien in Japan 1815; die erste hol
ländische Grammatik 1316., So ist
die holländische die , erste europäische
Sprache, die in Japan, eingeführt
wurde. Nachdem die Abgeschlossen
hcit dcs Landes später aufgegeben
worden war, und viele europäische
Völker zum Handel nach Japan ka
men, wurden auch die anderen euro
päischen Sprachen allmählich in Ja
pan eingeführt. Die hauptsächlichsten
europäischen Sprachen sind jetzt die
englische und die deutsche, während
die holländische in den Hintergrund
getreten ist. Bon ihnen war die
englische (das erste englische Lehrbuch
erschien 1347) eingeführt. . Der An
laß zum Studium deS Deutschen war
kurz folgender: ,
Im Jahre 1859 schickte die preußi
sche Regierung eine Gesandtschaft
zum Abschluß eineS Vertrages nach
Japan. Als Geschenk de Königs
brachten die Herrn' seinen telegraphi
schen Apparat mit' Die japanische
Regierung befahl dem Professor Kato,
einst Rektor der Universität zu Tokio
und jetzt Mitglied deS Oberhauses.
den Avparat kennen zu lernen. Dies
ging aber nicht so hne. Weiteres.
Die preußischen Abgesandten konnten
aber Englisch, und mittels eineS Dol
metscherS, der alleS inS Japanische
übertrug' lernte Professor Kato den
Apparat versteheg.Er sah bald ein.
oaß es" sehr 'wunschenswerth wäre,
auch die deutsche Sprache in Japan
einzuführen. Er selbst begann mit
der Erlernung. Auch ihm fehlte,
wie einst Konyo beim Holländischen,
da? Wörterbuch, za er hatte nicht ein
mal einen Lehrer. Er half sich da
durch, daß er zuerst Holländisch lern
te. das damals in Japatt schon viele
beherrschten. Mit Hilfe des hollän
bischen Wörterbuches und der Gram
matik hat er dann die deutsche Spra
che studirt. Nach langjährigem eifn
gen Studium kam er sogar so weit,
das Staatsrecht Bluntschlis zu über
setzen.' Das war die erste Uebersed
ung au der deutschen Sprache.
Jetzt haben sich dort die europäi
schen Sprachen über daS , ganze Land
verbreitet, nämlich die deutsche Spra
che für die Wissenschaft und die eng
liche für den Handel. Möge man
mitte dieses Schlüssels in die Tiefe
der europäischen Kultur immer weiter
eindringen!
Lasset die Kleinen nicht länger
am Stickhusten leiden, sondern gibt
j ihnen sofort Conzelman'S Syrup.
Flaschenbier
Das Flaschenbier empsiclt sich
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-Yx n
Die Rassenfrage. j
Bei der letzte Woche abgehaltenen
Schlußprüfungöfeier in der Universi-
tät von Nebraska hielt Gen. N. A.
MileS eine Ansprache, in welcher er
die Rassenfrage behandelte und dar
auf hinwies, wie wichtig dieselbe für
die Entwickelung unseres Landes ist.
Er sagte u. A. : ES giebt Dinge in
unserer Geschichte und in unseren ge
genwärtigen Verhältnissen wie auch
Möglichkeiten für die Zukunft, die
wir wohl beachten sollten. Die Ein-
geborenen dieses Landes, die fried-
lich, zufrieden und glücklich lebten,
als unsere Vorfahren an der Ostküste
landeten, sind aus jedem Thal u. von
jedem Berg vertrieben worden, bis
ihre Rasse nahezu ausgerottet wor
den ist. Die Aethiopier, deren Vor
fahren an der Küste von Afrika ge
raubt und hier in die Sklaverei ver
kauft wurden, haben sich auf acht bis
zehn Millionen Seelen vermehrt.
Mehr als acht Millionen Malayen
werden jetzt von unserer Regierung
beherrscht, ohne daß eine baldige Ab
Hilfe oder Unabhängigkeit für sie zu
erwarten ist.
Der rothe Mann, der schwarze
Mann und der braune Mann haben
schwer unter unserer Civilisation zu
leiden gehabt. Die Zukunft allein
wird lehren, ob unsere RegierungS-
form von der rein demokratischen sich
zur centralisirten mit beschränkter
Freiheit verändern wird. ES ist je
denfalls ein ernstes Problem, ob die
so verschiedenen Elemente unseres
Volkes so einheitlich bleiben werden
als sie in der Vergangenheit waren
., Der H6. Unisnsstaat. '
Wie am vorhergegangenen Tag im
Senat, so wurde letzten Donnerstag
die Staatenrechtsvorlaae auch im
im HaüS angenommen; da die Unter
schrift deS Präsidenten erfolgt ist,
wird schon in den nächsten Tagen der
neue Staat sich den übrigen Unions
staaten anreihen.
Im Bezug auf die beiden anderen
Territorien Arizona und Neu-Mexiko
bestimmt die ' Vorlage, daß sie im
kommenden November darüber abzu
stimmen haben, ob sie ebenfalls ge
meinsam sich als Staat den anderen
Staaten anschließen wollen, oder ob
sie eö vorziehen, getrennt zu bleiben
und darauf zu warten, bis in eine
unbestimmten Zukunft auch jedem
von ihnen Staatenrechte ' verliehen
werden. Vielleicht wirkt der Vor
gang von Oklahoma und dem Jndia
ner-Territorium anregend auf die
anderen beiden Territorien, daß sie
beschließen, sich ebenfalls, zu einem
staatlichen Gemeinwesen verbunden
Staatenrechte zu erwerben. Aber
auch wenn sie bis auf Weiteres als
getrennte Territorien weiter bestehen
sollten, werden sie doch je einen Ver
treter im Kongreß habei).
Für den . Südwestcn, besonders
aber für die Stadt St. Louis
wird die Annahme der Staatenrechts
Vorlage von unberechenbarster Wich
tigkeit sein. Der neue Staat Okla
homa wird in einer nahen Zukunft
einer der besten westlichen Staaten
werden. Seiner natürlichen Lage
nach wird er ein immer wichtigeres
Absatzgebiet für den Handel dieser
Stdt werden. Zwischen ihm und
St. Louis werden sich immer innigere
Handelsbeziehungen entwickeln; bei
den zum Vortheil.
Die Fruchtbarkeit des dortigen Bo
dens ist eine überraschend großartige.
Von den überreichen Mineralländc
reien sind die wenigsten erst erschlos
sen. Noch vor anderthalbem Jahr
zehnt war dort , eipe nahezu unbe
wohnte baumlose Prairie mit einigen
winzig . kleinen Ansiedlungen. Die
dort angesiedelten Jndianerstäinme
und verschiedene berüchtigte Banden
von Gesetzlosen, die von dort aus die
Nachbarstaaten beunruhigten., durch
zogen allein die unabsehbar weiten
Prairien. Seitdem sind mit einer
Schnelligkeit, wie sie selbst unser Kon
tinent noch nicht vorher erlebthat.
unge Städte gleichsam aus dem Bo-
den empor gewachsen, die sich rasch
ausdehnen und von denen verschiede-
ne schon jetzt die Einrichtungen und
das ganze Gepräge der modernen
Großstadt haben. "Die südwestlichen
Bahnlinien suchen von allen Seiten
daS neuerschlossene Gebiet mit ihren
Schienensträngen zu Überziehen. Im
mer dichten wird da Netz der Vahu-
Verbindungen. Immer zahlreicher
die jungen Ortschaften, die an ihnen
entstehen. Jmnier mehr vergröbert
sich der Farmrcichthum und in den
nenen Städten beginnen Industrien
sich zu entwickeln. Die Aussichten
sind so außerordentlich günstige, daß
auswärtiges Kapital in immer grö
ßeren Beträgen dort Anlage sucht.
Die beiden Territorien werdenZihr
Dasein als junges Staatswesen mit
einer Einwohnerzahl von anderthal
ber Million geginnen, also mit einer
größeren Zahl, als vorher irgend ein
Territorium bei Verleibuna der
Staatenrechte gehabt hat. Schon
seit Jahren wären sie daher bcrech-
tigt gewesen. Staatenrechte zu er-
langen. Der Kongreß macht also ein
altes Unrecht gut, indem er ihnen
diese Rechte jetzt endlich verleiht.
Für die bisherigen beiden Terri-
torien wird ihre Erhebung zum Staat
in ihrer Entwicklung ein epochemach-
ende Ereigniß werden. Wahrschein
lich wird ihre Entwicklung sich künf
tighin in noch rascherem Tempo be
wegen, als bisher, die Zuwanderung
dorthin wird noch größer werden und
das auswärtige Kapital wird in noch
gewaltigeren Summen, als bisher
bort Anlage suchen. DaS rasche
Wachsthum deS jungen Staates wird
der Welt phänomenale , Entwick
lung des zukunftsreichen Südwestens
in beredter Weise von Augen führen
jähzornige Millionärsgattin ver
haftet.
Durch die Verhaftung Frau MofcS
Kaufmanns, der Gattiu eines reichen
Bierbrauers in Sivur Falls, wurde
daselbst eine gewaltige Sensation her
vorgerufen, zumal da die Verhaftete
deS Todtschlages beschuldigt wird.
Die Verhaftung steht in Verbind
ung mit dem bereit? turz gemeldeten
Tode Agnes Polreis, welche als
Dienstmädchen in denk Kaufmannschen
Hause angestellt war. Das Mädchen
starb vor einigen Tagen und wurde
in Parkton, wo es früher gewöhn
hatte, begraben. '
Jntercssirte Personen schöpften j
doch Verdacht und ließen 1 die Leiche
exhumiren und von fünf Aerzten un
tersuchen. Am Kopfe und am Rump
fe wurden Wunden und Kontusionen
gefunden. Es wurde festgestellt, duß
die unteren Gliedmaßen der Leiche
mit Zeug umwickelt waren, und als
die Bandagen abgenommen wurden,
zeigte da Flusch das Aussehen, als
ob es mit heißem Wasser verbrüht
worden sei. Es wird behauptet,
daß heißes Wasser angewandt wurde,
um das Mädchen wieder inö Leben
zurückzurufen, nachdem eS das Be-
wußtsein verloren hatte.
Es wird ferner behauptet, daß daS
Mädchen durch Schläge gctödtct wur
de. welche ihr von Frau Kaufmann
beigebracht wurden, und daß diese
Mißhandlung eine Folge deS unkon
trollirbaren JänzornS Frau Kauf
mannS sei'.
. Frau Kaufmann wurde dem Fric
dcnörichter vorgeführt, welchem der
Staat einen Theil feines Beweis
Materials vorlegte. Die Vertheidi
gung offcrirte kein Zcugenmnterial,
und die Angeklagte wurde dem näch
sten Termin des Kreisgerichtes über
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JULIUS M0EBUS, Agent,
Hermann,
(fcis ju verkaufen, in beliebigen Quantitäten erhältlich.
Ver Fluß der unbegrenzten !NSg
lichkeiten.
Vor den Launen de Missouri ist
niemand sicher, alle Augenblicke muß
man auf irgend einen Schabernack
dieses Flusses gefaßt fein. Er wech-
felt sein Bett ganz wie und wann es
ihm gefällt und-spottet aller Regu
lierungsarbeiten. Deshalb beschloß
auch der Kongreß im Jahre 1902 kei
nen Cent mehr für diesen ungezoge
nen Strom auszugeben. Ein merk
würdiger Fluß übrigen, dessen Was
ser soviel Sand und Dreck enthält.
daß er den Spitznamen the Great
Muddy" verdient. '
Was der Fluß schon an Land,
Geld und Schissen verschlungen hat,
geht in's Unglaubliche. Es kommt
ihm gar nicht darauf an, Plötzlich fein
Bett um Meilen zu verlegen und Ha
fenstädte und große Brücken trocken
liegen zu lassen. So erschienen im
März 1903 seine Wassermassen plötz
lich in der Hauptstraße von Wilton,
das vor dreißig Jahren noch 2 Mei
len vom Flusse entfernt lag. V.or i
Jahren verlegte er fein Bett um 8
Meilen von Nebraska City weg und
in 190203 nahm er den Farmern
oberhalb Omaha Land im Werthe
von einer Million Dollars fort. DaS
weggerissene Land schenkt er dann an
andere Uferbewohner. Dabei nimmt
er natürlich auch auf die Staats
grenzen keinerlei Rücksicht und verän
dert sie ganz wie eS ihm beikommt.
So riß er in 1892 in einer Nacht eine
ganze Farm von 1700 Acres 10 Mei
len südlich von Sioux City in Mis
souri weg und setzte sie in Nebraska
nieder. Den schönsten Scherz leistete
er sich aber bei KansaS City. Dort
fraß er den größten Theil einer Insel
auf, von der die Bundesregierung ge
rade einen .Squatter" vertreiben
wollte, In einer Art ironischer Gut
müthigkeit gab die Regierung dem
Squatter den Besitztitel auf den üb
riggcblicbencn Jnselrest. AIS hätte
der Fluß nur darauf gewartet,. brach
er jetzt daS Abgerissene zurück und
schwemmte eS an die Insel wieder
an, wodurch der Squatter ein reicher
Mann wurde.' So gut ist er aber
nicht immer und seine willkürliche
Landvertheilung hat schon vielfach zu
Prozessen Veranlassung gegeben. ,
Alle Versuche, ihn zu einem geord-
neten Leben zu bringen, sind bis jetzt
fehlgeschlagen und so hat er es sich
selbst zuzuschreiben, daß er, ) seit die
Eisenbahnen an seinen Ufern entlang
lausen, seinen früheren Ruf als eines
dampfcrreichen Strome? verloren hat,
Mo.
dessen er sich vor fünfzig bis , sechzig
Jahren erfreute. Danlals wimmelte
es von Schiffen auf seinen Fluthcn
und diese Schisse waren da? Paradies
der Gambier. Sie transit gloria.
Eisenbahn abgefenzt.
Nicht oft wird es vorkommen, daß
die Schienen einer Lshn ? )on Mt
richtsversonen aufgerissen und ein
Zaun über daS Bahnbctt , gebaut
wird, aber dieses passirte vor einigen
Tagen der Cape Girardeau & Ehester
Bahn.
Als die Cape Girardeau & Ehester
Bahn gebaut wurde, . führte dieselbe -über
die Farm , von Clarcnce Roy,
welcher unweit Highland wohnt, aber
das Wcgerecht wurde wurde nicht in
gesetzlicher Weise erlangt. Roy über
gab den Fall dem Advokaten JamcS
Greenwell in Penyville, welcher '
klagbar wurde und ein Urtheil für
$m erlangte. ' Die Bahnverwaltung
scheint der Sache keine Beachtung ae.
schenkt zu haben. Als da' Urtheil
nicht bezahlt wurde, ging , Greenwell
Donnerstag in Begleitung des
Sheriffs und einiger Gehülfen nach
der streitige? Stelle und rissen das
Geleise eine Strecke von 300 Fuß aus
und bauten einen Zaun über den
Fahrdamm. Die ZcrstörungSarbeit
hatte eben begonnen, als der südlich
bestimmte Passagierzug dalier kam.
aber alleS Bitten der Zugmannschaft
half nicht: sie konnten nicht mehr
passiren. Der Verkehr über die
Stelle blieb gesperrt bis Samstag,
als die Bahn einen Einhaltöbefebl:
gegen Roy und den Sheriff erwirkte.
Der Elnhaltsbefchk wurde auf den
Grund hin bewilligt, weil der Aus
weiöbefehl des ScheriffS gegen die
Ehester & Cape Girardeau Bahn ge
richtet was, während derselbe gegen
die Ehester, Perryville & Ste. Gene
vieve Bahn hätte gerichtet werden
sollen, welche erstere Strecke betreibt.
Auf jeden Fall wurde am Samstag
die Verbindung wieder hergestellt.
Jackson Volksfreund.
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Im Bundesgericht sind die Groß
schlachte Armour. Swift, ' MorriS
und Cudahy schuldig : befunden wor
den. Fracht Rabatte angenommen z
haben. Es wurde der Beweis bei
gebracht daß sie für Frachtsendunaen
nach dem Osten 12 Cents pro Hundert
weniger zu bezahlen hatten als den
regulären Tarif. V
. X.
OfWi' p f ;'4-
MW bMI jjf ,, itiaut 4
Tho farnou IUtf 3 pZNs.
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