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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, June 29, 1906, Image 3

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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hat sich und mich getauscht, ali - et
schwatzte, der Knabe sei ihm ßMchail
iig. Hm! Ich will ihn seinem lieb
lichen Dasein wiedergeben "B!R ' m ich
noch ine Zeit lang über den alten
Schwächling lustig machen!
Damit nahm er eine kleine Phiole
und goß einige Tropfen davon auf ein
Taschentuch, mit welchem er dann die
Stirn, dle Schlafe und das Auge des
Ohnmachtigcn rieb. Allmählich kam
der Graf zum Bewußtsein zurUck. '
Dieser verteufelte Trank! murmelte
fr. Nie soll da8 Gemisck Miede? über
meine Lippen!
' Sie haben eS ja gewollt! antwortete
Vreitenfeld, der jetzt seine Bemuhun
gen einstellte und sich dem Grafen ge
geniiber setzte, ihn fortwährend beob
achtend. -. Ich glaubte wirklich. eS sei
vorbei mit Jbnen. ,
Vorbei! murmelte der Graf und
warf einen , finsteren Blick auf den
Doktor. Ich glaube wirklich, daß eS
Ihnen lieb wäre, wenn ich das Gift,
daS Sie mir geben, nicht mehr der
dauen könnte! . '
' Mein liebster Herr Graf. Sie pla
gen sich mit trüben Gedanken, rief
Breitefeld lachend. Sie wissen doch
selbst, wie viel mir an Ihrem theuren
Leben gelegen ist. Und jetzt wird eö'
nöthiger für Sieals je. an einen Er
bin zu denken!
. Woher wissen Sie das? Bon
ihm! sagte Hasselftein. der den Namen
seines Sohnes nicht aussprechen
wollte.,' , . :v.
' Bon mehreren Seiten, antwortete
der Doktor. Er ist bei einem Gewit
ter, vielleicht um sich zu retten, dort
hinter Spandau. auö seinem Boot in
die Havel gesprungen, die dort sehr
breit ist. und man hat seitdem nichts
von ihm gehört $ch glaube, man
kann jetzt mit Gewißheit annehmen,
daß er todt ist.
Ein Schauer schien durch die Glie
'der des Grafen zu riefeln. Aber er
hatte sich genug gesammelt, um schein
dar ruhig zu bleiben. .
Wir waren, wie Sie wissen, längst
für immet getrennt, für mich war er
stets todt! sagte er dann. Mir kann
es also gleichgiltig sein, ob er nun
wirklich gestorben ist. Sollte er viel
leicht Schulden gemacht haben, so will
ich sie. wenn sie nicht zu groß sind, be
zahlen, damit nicht etwa die Polizei
bei ihren Nachforschungen erfährt, in
welchem Verhältniß tx zu mir stand
und einen öffentlichen Skandal her
vorruft. Er felbst ist vernünftig ge
nug gewesen, sich nicht mit seinem Her
kommen zu brüsten. Dafür sollte ich
dankbar sein.
Er wird keine Schulden gemacht ha
ken. sagte Breitenfeld. , Er lebte im
Ganzen mäßige .
So? 'Sie sagten mir'manchmal das
Gegentheil! antworte der alte Hassel
stein mit einem mißtrauischen Blick.
Nun, im C a:?zen, nicht immer! er
lavierte Lreitcnfeld. Seltsam genug,
saß ein junsk Mann au einer so ho
fan Familie Nang. Reichthum, alle
(,'fjtt der Ceburt aufgeben konnte, um
sich einer Kunstreiter Truppe anzu
schließen. Ich habe manchmal mit
j!opfschükicln daran gedacht.
wirklich? fragte Hasselstein und
seine Tiii&n verschwanden fast unter
d?.i d:H':n Brauen. Ich glaube, mein
1";: Herr Doktor, Sie denken oft an
Sinre..' die Sie nichts angehen. Hof
f:nf ich ist er vernünftig genug gewe
sen. Ihnen den Grund rnserer Tren
nv'iz nicht mitzutheilen. Es war seine,
tf':t meine Schuld.
, Jreitenfeld ließ nur ein leichtes Hu
s.en hören. Es war seine Absicht, den
c.'ien Hasselstein glauben zu lassen, er
Wisse mehr, als er jetzt sagen wolle, um
aus diese Weise Einiges von dem vor
sichtigen und mißtrauischen Alten her
ailszulocken. Der , Augenblick schien
ihm giinstiq dazu. Aber er sah so
gleich,, daß er sich geirrt hatte, denn die
Miene des Grafen wurde so verschlos
sen und gleichgiltig, daß . Breitenfeld
einsah, der schlaue Alte habe ihn ver
standen und errathen. Es war also
besser, abzubrechen und den Gegen
stand nicht weiter zu verfolgen.
Der Herr Graf irren sich, wenn Sie
glauben, daß die geheimen Angelegen
heilen andererMenschen mich mehr als
öthig beschäftigen, sagte er kalt.
Ueber Werner hzbe ich freUich manch
mal nachgedacht, weil er ein so seit
samer Mensch war.' Aber im Allge
meinen interessiren mich nur die me
dizinischen Geheimnisse der Menschen.
DaS ist auch sehr gut, erwiderte der
Graf ruhlg. Und nun, mein lieber
Doktor, muß ich Ihnen gestehen, daß
ich'mich so schwach fühle, daß es mir
.lieb sein würde, allein zu sein.
' Hätten der Herr Graf nicht noch
fünf Minuten Zeit, um eine Bitte an
zuhören? sagte Breitenfeld in einem
Tone, d nicht sehr bittend klang und
selbst dem Grafen auffiel.
' Geld? fragte dieser und warf einen
Blick nach seinem Eeldschrank.
Durchaus nicht! antwortete Brei
tenfeld und verbarg den Aerger. den
diese verächtliche Frage m ihm hervor
rief, unter e'.ner eisig kalten Höflich,
seit. Nein, meine Bitte ist 'anderer
Art. '- Beleihen Sie, wenn ich sogleich
offen spreche: Sie ' comprömittirttt
mich, Herr.Eraf!
Ich comvromiitire Sie? Was mei
nen Sie damit? rief der alte Hassel.
stein verwundert.
. (Fortsetzung folg!.)
' AuchetnAerdkenst. .WaS
ncif t J?r Bruder im Parlament?"
GemeittNtttzlgcs.
Da Zudecken der Pferde.
,
Pferde, die nach anstrengender Ar
Ml einiae !?kit im dreien ZU stehen
! . r:v ::rr. :l erA
gczmungrn IINV, um geu nimmst,
zugedeckt werden. ;
Bei anstrengender Arbeit und bei
Steigerung der inneren Körpertempe
ratur findet ein vermehrtes Zuströmen
des Blutes zur Haut statt und die Haut
wird warm. '
Werden Arbeitsthiere, die bei ihrer
Arbeit warm geworden sind, in de?
Ruhepause der kalten Luft oder rauhen
Wind'en ausgesetzt, so wird plötzlich
und unvermittelt durch Einwirkung der
Kälte der Luft das Blut von der
Haut in die inneren Organe gedrängt.
Eine rasche Veränderung der Blutver
theilung kann bei empfindlichen Thie
ren sehr oft Störungen in der Gesund
beit hervorrufen, die'skch m Erkrankun
gen des Magens und Darmes, Blut
andrang zu der Lunge und in rheuma
tischen und katarrhalischen Erscheinun
gen äußern.
Noch schlimmer ist es, wenn die Zug
thiere bei ihrer Arbeit in Schweiß ge
rathen sind. Eine mit Schweiß bedeckie
Haut ist och viel empfindlicher g?gen
Erkältungen und eine nasse Haut kühlt
sich rascher und stärker ab als eine tr?
öene. -'
Legt man den Thieren eine Decke auf,
dann wird zunächst die Wärmeaus
strahlung vermindert und das Zurück
strömen des Blutes zu den inneren Or
ganen erfolgt langsamer und nicht irl
so intensiver Weise.
Bei arbeitenden Gespannthieren ist
eS aber bei rauhen Winden und nicdri
ger Temperatur nicht nothwendig, ein?
Decke aufzulegen, weil bei der Mus
kelarbeit fortwährend Wärme nrodu
Zirt und erhitztes Blut zu den Gesäßen
der Haut in die Peripherie deS Körper?
getrieben wird. .
Die Erkältungskrankheiten machen
sich aber erst dann geltend, wenn in
Folge des Aufhörens der Arbeit die
Wärmequelle im Körper spärlicher
fließt und die Haut allmählich blutleer
und kalt wird. Pferde, die nach der Ar
beit in einen kalten Stall kommen,
müssen ebenfalls zugedeckt werden.
Man soll die Decke wieder abnehmen,
wenn die Hcmtanfängt, trocken zu wer
den. .
Sehr zweckmäßig ist es auch, w'nn
man die warmgewordenen Pferde nach
dem Heimbringen in den Stall tüchtig
mit Strohwischen abreibt und dann erst
mit einer leichten Decke zudeckt.
Am leichtesten werden die im Regen
naßgewordcnen Pferde wieder trocken,
wenn man ihnen eine Lage geschnitte
nes Stroh auf den Rücken legt und
dann erst auf die Strohlage eine Decke
kxingt.
Schädlich ist es. wenn man Pferde
im Stalle standig zudeckt. Diese führt
zur Verweichlichung und die Wider
standsfähigkeit gegen' manches Wetter
geht dann ganz verloren. , '
Der Haarwuchs der Pferde richtet
sich nach der Temperatur, in der sie
sich befinden. Bei warmer Stalltemvk'
rawr und bei fleißigem Zudecken wird
das Haar glatt und glänzend und die
Pferde bekommen ein feines und edl's
Aussehen.
Bei niedriger Temperatur wird d?s
Haar rauh und struppig, daS aber vor
züglich gegen Erkältungen schützt.
Derartige Pferde dekommen aber dann
auch ein rauheres, gemeine Aussehen.
Im Allgemeinen ist es besser, seine
Gtspannthiere in vernünftiger Weise
abzuhärten, als sie zu verweichNchlm.
Es werden sich dann weniger ErkLl
tungskrankbeiten einstellen.
Bei kalter Jahreszeit und bei lan
ger Abwesenheit vom Hofe vergesse
man jedoch nie., eine passende Decke
mitzunehmen.
Gegen Fremdkörper in der Nase ist
daS beste Mittel, das Hineinstecken der
selben zu verhüten. Da Kinder mit
Vorliebe Bohnen, Erbsen und drgl.
dieser geheimnißvollen Oeffnung eber
so wie den Ohren einverleiben, dürfte
man wohl leicht besseres Spielzeug für
sie finden. Steckt aber einmal so e'n
Ding drin, so bobre man nicht mit
Haar, Strick und Häckelnadeln hin
ein. wobei man den Körper nur noch
tiefer stößt, sondern warte ruhig bis
zur Ankunft deS Arztes. d,r dur u
i dem einzelnen Falle entsvrecber.de
Maßnahmen (Niesenlassen, Ausspülen
Lnfteintreiben) oder unter Leitung dS
Nasenspiegels mit geeigneten Jnstru
menten den Eindringling herausbeför
dern wird. Steckenbleiben darf ein
Fremdkörper in der Nase nicht, da sich
um ihn ein Nasenstildet. der dann
schwere Eiterungen hervorruft. -
Taveten wasckibar u macken. ?avk
.: ten. welche im Herrenzimmer vielem
; Dunst oder Nauch ausgesetzt sind, dahk'
.leicht schwärzen oder schmutzen, kanr?
man nach Mittheilung in der Zeit
'schrift .Fürs Haus' vor oder nach dem
.Tapezieren leicht waschbar machen,
.wenn man sie auf folgende Weise prä
paneri: z rtvetie orar und 2 Theile
Schellack löst man in 24 Theilen Was
ser und seiht die Lösung durch ein fei,
nes Tuch. Mit derselben werden die
Tapeten überzögen 'und nach dem
Trocknen mit einer weichen , Bürste
glänzend gerieben. Dieselben gestatten
lsdsnn das Abwaftben ohne daß sich
rU s"s"? r.tr brr'U'.rn trr
Thoneands Have Ktdney TrooMe
and Pon't Know lt.
How to V Ind Out.
Fill bottle or cornrnon glaw, wlth yotn
water and let lt stand twenty-four hotir. a
sedirnent or &et
. tllng Indlcates an
unhealthy conslt
tlon of tha Kid
neys; tf lt sUlns
your Hnen lt f.
evldence of kü
ney trouble; tec
frequent desiretc
pass lt or paln In
the back Is alsc
convinclng proof that the kldneys and tlad
der are out of order,
What lo So.
There Is comfort In the knowledge st
Osten expressed, that Dr. Kllmer's Swamp
Root, the great kldney remedy fulfllla every
wlsh In curing rheumatism, pair In the
back, kldneys, II ver, bladder and every part
of the urinary passage. It correcis inabil'ty
to hol? water and sealding paln In p&ssln;
it, or bad effects followlng use of llquor,
wlne or beer, and overebmes that unpleasanl
necesslty of belng compelled to go ollen
durfng the day. and o get up many tlmes
dllring the nlght. The mild and fhe extra
ordinary effact of Swamp-Root is soon
realized. It Stands the hlghest for its von
derful eures of the most distressine cases.
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address Dr. Kilmer &
TTonM of Bwwnp-Rook
Co., Blnghamton, N. Y. When wrltlng men-
Uon readlng thls generous oller in uns paper.
Don't make anv mistake, but remember
the name, Swamp-Root. Dr. Kilmer's
Swamp-Root, and the address, Binghamton,
N. Y on everv bettle.
Aprikosen. Pfirsich. Birnen,
ja sogar Mandelbäume stehen schon in
Blüthe, schreibt man vom Rhein, Bau
me und Sträucher haben sich mit fri
schem Grün bedeckt, die Vögel zwit
schern fröhlich in Feld und Wald, und
auch in der Menschenbrust lebt neue
Hoffnung auf. AlleS hat sich auf sei
nen würdigen Empfang vorbereitet
und heute Nackimittag, ausgerechnet um
zwei Uhr, als die Sonne in das Zeichen
des Widders trat, hat der sehnsüchtig
erwartete Frühling seinen Einzug bei
uns gehalten, ganz programmgenläh,
wie bei dem feierlichen Einzug eines
Fürsten." Uns wurde es nicht so gut
wir harren noch immer des Erscheinen?
deö Mädchens aus der Fremde, getrö
stet durch die Versicherung deS Dichter
(und der eigenen Erfahrung): ES
muß doch Frühling werden!"
- . ' ; -
Mit feinem Protest gegen
den Verkauf . oder die unbeschränkte
Verpachtung der Kohlenländereien im
Indianer Territorium hat Senator
La Follette einen riesigen Grabsch der
Eisenbahngesellschaften in jenem Ge
biete vereitelt, gleichzeitig den Stäm
wen, die sich im Besitz der Ländereiea
befinden, einen großen Dienst geleistet.
Ihr Eigenthum kann nun nicht der
schleudert werden, wie das unter dem
Deckmantel, der jetzt an den Konferenz
Ausschuß zurückverwiesenen Bill mög
lich gewesen wäre. Die Ländereien,
um die es sich handelt, haben gegen
wärtig einen Nennwerth von zehn bis
fünfzig Millionen, ihr Nutzwerth je
doch ist bedeutend größer. Nach Maß
gäbe des Ertrages der dort bereits de
kindlichen Bergwerke würden sich die
Abgaben, die von Pächtern auf die
437.734 Acres zu bezahlen wären, aus
5175.033.600 belaufen. Der Acre er
M im Durchschnitt 5000 Tonnen. Be
rechnet man den Werth der Tonne mit
nur zwe, Vollars. so steckt in dem
ohlenreichtbum des Areals ein N,r
mögen von Z4.337.340.000. mehr al
ein Drittel der gesamten Kapitalisa
tion. auch der verwässerten, sämtlicher
Eisenbahnen in den Ver. S?t,,n Vn
diesen Besitz hätten sich die Bahne,,
um n zuiierorok setzen können, wenn
der Senator von Wisconsin nicht auf
is! Mti.Ji. tr.rit i. v I
uciHcaie Aviicyl oer til ausmerk
sam worden wäre. ,
Wörtlich. - ,
Sogen Sie. Herr Schwätzel.- weß
yaio zteyen v' venn Ihre Taschenuhr
tmmer gerade nach'm Mittagessen
auf?" .AuS Gesundbeitsrücksickten.
der Doktor hat mir a kleine Bewegung
naq m EZZen empfohlen.
:; : ": .
Ausrede. ; :
' Mutter: .Wie oft habe ich Dir schon
aesagt. Marie, daß Du die Rinde vom
Brot mitessen sollst! Jetzt hast Du sie
wieder liegen lassen! Es wird noch eine
Zeit kommen, in der Du die Rinden
gerne essen wirst." Das zehnjährige
Mariechen: .Ja. Mutter, deßhalb hebe
ich mir sie ia aucb alle'sluf
Fest wie ein Dollar.
Das ist das Resultat einer fort
gesctztm Behandlung mit Scott'c
Emulsion. Wir babm speziell au!
Personen mit - schwachen' Lungn
und zartem Hals Bezug.
Scott's Emulsion bewirkt V!an
chcs besser ali Anderes. Zun
Beispiel : Sie hat eine eigenartig'
Wirkung auf Hats und . Lungen
gibt diesen Kraft , und macht si,
starr. ':.;.:..,-,
So treibt Scott's Emulsioi
Husten, Erkältung und Bronchitk'
:tiiA&tr
C -i;i-ti.ltV3
AtA
fjitTI
Wider die ualphaiei.
(ii zayer Ausoauer oar licy 'dena
ior Lodge seit Jahren bemüht, die dem
. ttfi t .. M l k W
Emwanderer zu ertheilende Erlaubnis,
unser Land zu betreten, von der Fä
higkeit zu lesen ' abhängig zu machen.
Mehr als einmal bereits war es ihm
gegluckt, einen gegen die Analvhabeten
gerichteten Gesetzentwurf im Kongreß
durchzudrücken, nur um sich auf die
Letzt in seinen Hoffnungen getäuscht zu
fthen. Bereits während der zweiten
Sitzung des 54. Kongresses toci sein
Antrag, daß es keinem Analphabeten
gestattet werden solle, den Boden Ame
rilas zu betreten, er sei denil unter II
Jahren oder abhängiges Familienglied
eines den Anforderungen des Gesetzes '.
genügenden Einwanderers, vom Kon
greß angenommen worden. Doch Prä
fident Eleveland belegte die Vorlage
mit seinem Veto, nur um kurz vor
Thorschluß vom Haus der Abgeordne
ten überstimmt zu werden. Der Senat
jedoch zerstörte damals die Hoffnungen
derjenigen, welche nach diesem Siege
gefrohlockt hatten. Und wie oft eS
Lodge auch seitdem wieder versucht hat,
seine Idee durchzusetzen, nie ist es ihm
gelungen, obgleich die Stimmung maß
gebender Kreise des Landes eher für
als gegen ihn war. Wir erinnern unS.
daß die angesehene E h i c a g o T r i
b u n e in einer Besprechung der Lodge
Bill schrieb: .Die Selbslerhaltung
verbietet es uns. noch länger diese
Horden unwissender Armenhäusler inS
Land zu lassen, um sie dann dreißig,
vierzig Jahre lang zu: Würdigung
amerikanischer Ideen heraniuzieben.
Wir schulden ihnen diesen Beistand gar
nicht." Ein anderes Blatt bekannte sich
zu der Anschauung, daß Gesetz sei des
halb so zeitgemäß, weil es eben den !
amerikanischen Arbeiter schütze, zu glci
cher Zeit aber die amerikaniscbe Gesell
schaft vor dem verderblichen Einfluß
jener Einwanderer bewahre, welche we
, der ein Verständnis für unsere Gesetze
' und Sitten, noch für unser Streben
I besäßen.
I Gemünzt sind solche Liebenswürdig
, leiten vor allem auf Italiener. Süd
j slawen. Magyaren. Angehörige dieser
Böller kommen seit etwa anderthalb
i Jahrzehnten in hellen Haufen nach
Amerika, und unter ihnen giebt es einen
großen Prozentsatz des Lesens und
Schreibens Unkundiger. Deshalb
gelten sie in den Augen Vieler als un
wilfend. Eettdem der Denkgeist un
I sereö Volkes von der Ueberzeugung
I durchdrungen, daß wir vor Allen zur
Führerschaft .im Befreiungskampf der
Menschheit" berufen seien,vcrlangt er
immer gebieterischer ein Eingehen auf
daö. was man .unsre Bestrebungen"
nennt. Theilnehmen on diesen, das
sctztman voraus, wird aber der .un
wissende" Einwanderer nicht. DeZ
halb ist er im Wege.
Es war McKinley, der bei seiner
Amtseinsetzung im Jahre 1806 mit
Bezug auf die Einwanderungsfrage die
Aeußerung that: .Die Unbildung muß
aus diesem Lande verbannt werden,
wenn wir anders unsere hohe Bestim
mung als fortgeschrittenstes unter den
aufgeklärten Völkern der Welt errei
chen wollen, welche wir mit Hülfe der
I Vorsehung erreichen sollten. Den an
lphabeten Einwanderer betrachtet
' man als Hindernis bei der Erreichung
deS gesteckten Zieles. Da er nicht lesen
kann, so giebt es. so folgert man kein
j Mittel auf ihn einzuwirken, sich am
j Parademarsch des Kulturfortschrittes
zu betheiligen. Der bekannte Kanzel
revner Dr. Talmage that einmal die
Aeußerung, .daß man, um ein ein
sichtsvoller. tüchtiger Bürger zu sein,
nur einer Bibel, eineö Wörterbuches,
und einer guten Zeitung bedürfe
Dazu muß man freilich lesen können.
Und wer die Kunst nicht bemeistert hat?
Je nun der ist ein Schelm dem
schlage man die Thür vor der Nase zu
wenn er als Einwanderer ins Land
will. Daß eö unter gewissen Verhält
nissen ein tüchtiges, in seiner Weise ge
bildeteS Landvolk geben könne, auch
ohne Lesen und Schreiben, diese Wahr
heit ist gewissen Leuten noch nicht auf
gegangen, ebensowenig wie jene andere,
die einst der Geschichtsforscher Niebuhr
äußerte: .Zu glauben, daß daS Lesen
die Schule der Tugend sei, ist ganz un
finnig! ein Volk kann viel le
sen un d doch verdorben
sein". .Wer in der Geschickte be
loandert ist", schreibt der gelehrte Vik
tor Hehn, .weiß, daß eS mehr als ein
mal Völker und Zeiten von hoher Eivi
lisation gegeben hat, in denen zugleich
die Analphibeti die überwiegende
Mehrheit bildeten." Ein Einwanderer
cus dem alten Kulturland Italien,
der weder lesen noch schreiben kann, in
seiner Heimoth aber die überlieferte
Kunst des Feldbaues gelernt, jener in
tensiven Kultur, die uns fremd, wird
dem Land von größerem Nutzen fein,
als der Mann uus Llodz. der dort zum
revolutionären Bund gehört und feit
Jahren mit dem giftigen Zeua gefüt
t:rt wurde, das nur zu oft die Leltüre
jener bildet, die lesen können. Für di?
sittlichen Eigenschaften eineö Wen chen
aber beweist die Kenntnis der Buchsta
!en nichts. . ..
Sollte das vom Senat nun ange
nommene Amendkmtnt Lodge Gesetzes,
kraft erlangen, so wird man es einei
Tages beklagen, daß die Gesetzgeber
unserer Zeit sich zu diesem Schritt ver'
cittn ließen.
Galant.
....Und
Hl : ftftftn f.?
TS..
uon. daZ Lit erblickt?
vuiui uu d,kiv
ZZksonderö billigt- prcijk
auf Stühle, Schaukelstühle, Tische, Büreaus,
Carpcts. Vorhänge, Bitderrahmen NSHma
schincn, Tapeten, Uinderwaaen usw. : :
fferirt der
8"JwJi as
GwensvMe Möbel Srsre.
lLL- t-ZLLElJlEXZSL. ''
WißkÄU
Sprecht vor und lernt unsere billigen
preise kennen.
KOCH & SON,
'Mmw&iwmmwmimmmi
Asiicf Bin Dn.ilj.. Advlce bj our pbjHlcIuos, freu Suniple of
... OjSIBin rUrllier Modloln, Dr.Ky,iHi.moTretmeut, U6pg8
munvr.icu duok aoünmniivTnpiomi, ciuwr
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ft solcher daS einzig sichere, gewisse uud slsnrfe Heilmittel.
Tausende legen gern Zeugniß ad von der w,.ndervalri. p, l und Tda
kraft gegen diese betrübende Krankheit, und gegen
DröltNk, Lllstkll, ElUltuvgk. ZöZikhlg llZd ollk tzalödklltv'ttdki
s daß Mittel unübertrefflich. ES enthält keine Ov'aie ode
Br echmit t'l und , st ange n edm zu n ebm t n. Bert rlt t
Wlelcbe zsrauen, kränkelnde wuetter,
Scbwäcbllcbe wädcben
finde Gesundheit und rast i
Sorni's .
AlpSNöVNNSsVs
Slntbolober
Dieses einfache, alte Hausmittel bringt den Sonnrnschrtn der Gesund
brit tn nmnchcS düstere Heim. Ta er durch seine mild wirsniden Eigen
schastcn dem zarten Organismus der Frau besonders angepaßt ist.
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verkaust oder kann direkt bezogen werden von dem Eigentümer,
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wie aus utum zu teich
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lonKuago, tavea aucur l DUia. Amu tot lt.
Kenovator
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All Drugglsts.
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IgixgÄgJQjJJg fuSSaWNÜ JS" v3r
grewing go. $
Keg- nd Flaschen.
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Alle Auftrüge in teHtbl
qen Quantitäten im tleg
sowohl als wie in Flaschen,
werden prompt ausgeführt.
Das glalchen Bier au
!emp' Brauerei siebt un
überlrosseri da und bat noch
überall vollständige Zusrie
denheit gegeben.
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Falstaf fflascheubier.
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