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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, July 05, 1907, Image 6

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Vnuernlilut.
Roman von Horft Bodemer.
(10. ort,egung.)
Uno nun las Rkchtcnfleth die gan
!Zm Unterschriften, keiner fehlte, der
ine und der andere hatte sogar noch
'du Bemerkung hinzugeschrieben, das
Dat ihm wohl, ei zeigte ihm. daß
k Leute seiner in Treue gedachten.
ag J" wußten, auch er nimmt Au
X$I an ihrem Gluck.
So hatte einer geschrieben:
Anton Löber, (ich hawe ooch midd
Htiweile von meine Liebe Frau Amalie
Vvlllinge gesucht un wa? das Frat
KW Ilse is. die hat sich grohardig
Hie tischte eit um meine Liebe Frau
'firnalie gekimmert, wofor ich Sie
:fär)r dangbar bin).'
Ein Lächeln glitt über die Zuge des
Freisassen, so ein Brie? thut wohl!
Lber immer wieder der Inspektor, der
Inspektor. Sein Gesicht röthete sich,
in Fluch entfuhr seinem'Munde, un
willrg warf er ' den Brief auf den
2isch und ging aufgeregt im Zimmer
ftin und her. Aber nach ' und nach
wurde er doch ruhiaer, Theilnahme
thut stets gut, und daß die hier unver
initielt von seinen Leuten in ihrer
biederen Art ausgesprochen wurde, er
sreute ihn ungemein.
Als die Freistunde begann, war er
verhällnihmäßig guter Laune, er ging
hinüber zum Grafen, um ihn abzu
.holen.
Sie sprachen eine Stunde von
leichgültigen Sachen, dann schlug
Liechtenfleth seinem Begleiter auf die
Schulter und sagte:
.Kommen Sie zu mir und früh
Lücken Sie mit. mein lieber Graf, ich
üb mir meine Sorgen mal runter
den, das wird mir gut thun!"
Der nickte stumm mit dem Kopfe
und ging mit ihm hinein. Sie aßen
and schwatzten, aber der Kürassier
kragte nicht: na, was war denn
eigentlich gestern los? Er kannte den
Nnisassen zu gut. der würde schon
ton allein anfangen, und schließlich
kgte er auch mit Donnergepoller los,
Namslau merkte gleich, ihm war die
ganze Sache höllisch unangenehm.
Die letzten Worte des Freisassen
Zvaren:
?!un sagen Sie mal selbst, waZ
sollte ich thun? Sehen Sie. wir
Großbauern sind nicht weniger stolz
eil die alten Grafenaeschlechter.
Wenn einer Ihrer Standesgencsscn !
ein vurgerliches Madchen heirathei, I
dann rümpfen Sie doch die Nase. 3 j
ynttch geht'S uns auch, unsere Toch.
Ux sollen als Hausfrauen auf großen
Höfen sitzen und nicht in der Fremde
n der Seite des Mannes ihr tag
liches Brot verdienen!"
Wie schwach die Gründe des ftrei
Tassen waren, sah der Graf sofort ein, !
der er kannte Ncchtensleths Starr
sinn. Hätte er ihm die blanke Wahr-
heit gesagt, so würbe der imstande
sein, ihm rhne Uschwei'e zu sagen: ;
Lieber ras, das verstehen Sie nicht,',
Zch bin wüthend, bitte, lassen Sie 1
üch allein. Und wenn er dann spä.
ter einmal auf die heutige Aussprache J
zurückkäme, würde er auf geradezu !
unbeugsamen Widerstand stoßen j
Vauernblut! Hier hietj es also vor-!
Jlchtig zu Werke g:f;en.
Er fragte zue.st nach Ncumanns ,
Eltern. j
Gewiß, freie dauern, aber der j
Sohn war nachsoren und auf's I
Verdienen angewi.'sin.
Ob er sich nicht vulleicht einen Hos
taufen sonne?
Auf den Gedanken war Rechten
jleth noch gar nia,i gekommen.
.Fünfzigtausen. Aark hat er aller
iings vo.n Bruder ausgezahlt betom
nun, aber ich eine Sie. Gra. bei den
schlechten Zeiten, irer kann da mit ei
ner solchen Summe auf dem Lande
twas anfangen, und ich kann meine
Äochter doch nicht einem Bauern
eben, der höchstens zwei Pserde und
.hn Haupt Großvieh im Stalle stehen
$at!"
Sie sind doch ein vermögender
Mann und können Ihrem Fraulein
2och!er eine anständige Mitgift
zeben!" ,
Da kam er aber schön an.
WaS Geld mitgeben? Baa,
te Geld? Hat sich was! Bin
ikroh. daß ich meine zweite Hypothek
-vom Gute runter habe, und wenn ich
t3)tn was rausrücke, dann thu ich's.
um inetnen kiaencn Besitz zu vergrö
kern. Die Mädels bekommen eine
inständige Aussteuer und einen Hu
schuß. aber baar V.-Id, nee, gibt'S
nicht! Die haben doch waö gelernt,
sind tüchtig in Haus und 'Hof, ist
denn daS nichts werth. he?"
, Der junge Offi'ier mußte lächeln
nd dachte bei sich: der richtige Bauer
klebt an den 3rcen, ist herrisch und
pölz und -hat dabei doch seine Kinder
von Herzen lieb.' Sicherlich läßt er
sich sofort für das Gluck seiner Ma
delZ todtschlagen. aber baar Geld.
nun und nimmecmehr!
Er wird dcch sein Geld in Ihr
0Zut hineinstecken. Herr Nechtenfleth.
Sie könnten's dann vergrößern!"
Da lacht der Fcei'afse protzig. -
läicis razu yavc ich leiser
genug.
ein Lcrehrtester!"
.Nun, delio besser! Berarösiern
tik c? nd behüten Sie Herrn Neu
Mann als Inspektor, dann bleibt Ihr
straulelN Tochter der Wlrldlcha't er-
ballen und Sie haben einen tüchtige,
Schwiegersohn im Hanse!"
Soll mich der Himmel bewahren!
Nachher kommen Kinder, man er
lebt in seinem Alter 'die schönsten
Famillenstreltigkiten und, mein Ber
ehrtest, Sie kennen den Kerl, den
Neumann, nicht. Wenn der erst fest
im Neste sitzt, dann wird er mir bald
versuchen auf der Nase herumzutan
zen. nee, so dumm bin ich nicht!"
Der Graf überlegte, waS er nun
sagen sollte, er fing von Hans an
und setzte sich ganz gehörig in die
Nesseln.
Ihr Sohn wird aber später, wenn
Sie mal die Augen geschlossen haben,
dringend eine Kraft gebrauchen, die
ihm die große Wirthschaft führt!"
So 0, meinen Sie? Ich bin
anderer Ansicht! Der Junge wird
bald heirathen, weil ich s will
und ich werde ihm schon ein ordent
licheS Weib aussuchen. Den Sohn
des Geroldengereuther nimmt jedes
Mädel gern, trotz des hölzernen
Beines, jawoll . Na, bis ich
dran denke, mich zur Ruhe zu setzen.
wird wohl, wenn Gott gnädig ist
noch 'ne schöne Zeit vergehen.
Jawoll, sucht mich nicht Krankheit
he,m, so walte ich auf dem Erbe mek
ner Vater bis zum letzten Athem
u8t, iHau, iunnc. m , u
. v t r.x. .f.r
sen! Kein König, der Pflichtbe
wußtsein im Leibe hat. legt die Re
ich bin ein kleiner Koma, frei sitze ich
fl rr. . tni t '
aus dem Erb t m mer atet st.
,mt mu.mu
Die Freistunde war zu End, man ;
trennte ,ich. d Graf merkte, daß der !
Freisasse sich über feinen letzten Bor ,
schlag nicht gerade gefreut.. Dessen j
Selbstbewußtsein war stark ausge
prägt, und doch hatte er die Vater !
liebe aus seinen Reden Herausgehort.
die dem Sohne das Erbe, ungeschmä-
lert an Ansehen,, womöglich vergro-,
neu an e,!g. jucuuuMini iuuuic. ,e;ne Festunzshzft ja zu Ende geben.
Und das war ein Standpunkt, den 5ann M. er schon mit seinen ner
der Graf wohl begriff denn was wa- g. mtn dreiniahren. na. sie
ren denn die Konige, Fürsten. Grafen sten sich wundern! Daß der
und Herren anders als Bauern? Rtxl -.ch flCMÖe ,u Udersleben gehen
Große allerdings, aier doch Bauern! ,ußte. ausrechnet zu dem! Der
Er seufzte und gedachte sein Bat; xkb szch natürlich jetzt die Hände
die hatten ihren Grundbesitz vkrkaust, unt) hijit in ein. Dem wollte
und wenn ihn nun deö Königs Be- tx fjnträn(en! Weiß Gott, daz
sehl zwang, den geliebten Rock auszu- mvht .tr! Un, nun fa& h-
ziehen, was dann? Er hatte kei- st! Ohnmäcktge Wuth kam über
nen Ort, zu dem er hineilen konnte. i;!l m gen tt D0n tincn,
um Krast zu sammeln zu neuer Ar- üm an0.ren, der Fürst, sein
beit. Sein Blick konnte nicht aus- Landesherr, würde ihn nach Verbü
ruhen auf einem einzigen Baume, den m in tt ber Straße begnadi
gn Vater gep'lanzt. bei dem der ,ich itn: a&et mt hum und
im stillen hatte ,a:n können, er wird tt fa rDie festgenagelt,
meinem Sohne Frucht tragen zu sei- De;terä sach der Kommandant
ner Zeit. Ta wurde der iung: Graf mit ihm. erkundigte sich theilnehmend
unsagbar trauriz. Und Mi alles nxi seiner , Familie, nach Gttol
hatte er erst begreifen gelernt, seit er u fl ü .r.ljauri. Das that dem
hier auf der Festung saß! Ein heißes aU;n Brau'elopf ' wohl, denn er
Gefühl wallte in ihm für den prach onni, fe-:n t-mm zzater aus
tigen Freisassen auf. der hatte ihm ,-n.
sein Rückgrat zurückgegeben, denn er .i FeslnnaZae'angenen wechselten,
hatte ihm sch:r?ren müssen.' wenn er ai.t ft'&ieoV sich mit keinem an:
den Atsctied bekam, ein Bancr zu a;!,j. 5CC Gr.,f iCfnn r;r au
werden, das hieß, ein stolzer. nAn um;in icnnif( 5.inn und
freier Mann. Und im stillen leistete ;caun ttn ü6ti,en Offizieren, seinen
et einen viam cuiiuuu 'ujau u,..
der König in ?lllerk!ochiisc,nen Dien-
ften, so wollte er ihm seine , Kräfte
weihen in alter, deutscher Treue und
wenn es einst heilen wurde: ich be-
darf deiner Dienste nicht mehr, dann.
wollte er sagen: gut. ich gehe ohne
Stell und kan mich an. so diene ich
weiter dem Lande, dem Konige. der
Keilioen Mniter Ere. von . bet wir
alle sind, zu der wir alle wieder wer-
den. ' . .
AlZ der Freilasse erfuhr, daß Neu-
mann sofort in I'. U seinem
.Freunde" -UmiW .lellung ge-.
funden und don drl aus die Wirth-
schaft von Eroldenzereuth , weite: ch gratulire. , also begna
Lber:vach:e. ,vh,'.t seine Fluren zu be- bifti!" '
treten, fluchte er nicht schlecht. j .Ja, begnadigt. Herr Rechtenfleth.
Der Gras lachte ihn aus. als es, ich fasse es noch gar nicht ganz, und
ihm Recktensleth erzählte. ' denken Sie nur. ich bin bei der
Ja, lachen Sie nur noch. rein' 5laallcrie geblieben, gelber Ulan in
fahren niöchc' ich in die Sauwirth- Saarburg Un ich geworden, an der
schaft mil e,nem gehörigen Donner- Grenze Ha, das ist mir gerade
weiter!" recht, weil ich doch einmal nicht , in
Aber, was wollen Sie denn? meinem alten Regiment bleiben
Seien Sie doch froh, daß der In-, konnte'. v
spektor sich noch weiter um Gerolden'! Er nimmt den alten Freisassen
gereuih kümmert! Und hatten Sie 'Nsach her und laßt ihn ab.
denn dem Manne zugetraut, daß er. ! .Und dann gehen wir in die
wie Sie zu sagen pflegen, die Stadt. Sie nehmen Urlaub
Flinte ins Korn schmeißt und wie und , brechen einer guten Pulle den
ein begossener Pudel wegtrottelt. Ha- Hals, denn Sie, mein guter, lieber
den Sie ihn denn für so, erbärmlich Her? Rechtenfleth. hab' ich nach mei
gehalten?" ' , nem Herrgott und des Kaisers Maje-
Zum Donnerwetter, er soll mein siät am liebsten auf der Welt, denn
Mdel nicht lieben!" . &it haben mich ohne Salbaderei zum
.Ja. das befehlen Sie mal einem Manne gemacht!"
Menschen!" Da schimmert eine Thräne in des
Und das Schlimmste, sie liebt den Freisassen ehrlichem Gesicht. ,
Kerl wieder un.d hat mir einen reso-! Er begleitet, den Grafen auch noed
luten Brief geschroben!" ' zum Bahnhof, und als der Zug sei
.Famos!" ' , 5 nem Blicke entschwindet, sieht ihm
.Na. hören Sie mal!' grollend Rechtenfleth wehmüthig nch. Es war
sagte es der Freisasse. ,, 'ein guter Junge, dieser Graf Nams-
Da lacht der Graf hell auf. lau, aus dem noch mal was Tüchtiges
Lieber Herr Rechtenfleth, ,all werden mürve, nxnn Gott seine Hand
zu scharf macht schartig; Ich dächte, über ihn hielt. ,
wir wissen beide, warum mir hier !Peich wurde er wie ein Kind, er
s'kn!" . jfiih tesich verlassen, wie nie zuvor, r.
Mit großen Schritten geht , der der herrische, stolze Freisasse!
Freisaffe im Zimmer auf und ab. ! Langsam wandte er seine Schritte
.Laßt mich nur erst wieder nach r Festung zu. Ihm kam unwillkür
Hause kommen, ihr Schwefelbande". !lich das alte Soldatenlied ins Ge
lazlmpsi er vor ,iq t);n. ,..
Da leai ihm der ,mnae rffi,i
die Hand auf die Schulter und sagt
weich: ,
.Dann fltSen
jl . ..;V. '
vihi uiiyni
Töchtern den väterlichen Seaen. denn
S mußten ein itarrkopf und kein
'üsttr sein, wenn Sie nicht nachgeben
wollten!"
.So - 0?"
.Jawohl. Herr Rechtenfleth, !a
wohl! Denn Ihre Töchter lieben
brave, fleißige Männer, und Sünde
und Schande mär' eS, Sie blieben bei
Ihrem .Nein". So u denken ha
ren Sie mich gelehrt, ich bekenne gern,
ich war frühk7 in Vorurtheilen be
fangen! Nun. wollen Sie mir
die Enttäuschung bereiten, daß ich
meinem Lehrmeister nicht mehr glau
den kann?"
.Ja!" brüllt ihn der Freisasse an.
A'er der Graf lacht ihn aus und
geh: hinaus. An der Thür dreht er
sich noch einmal um.
.Und zur Hochzeit Ihrer Töchter
laden Sie mich doch ein? Wenn
ich Urlaub erhalte, komme ich be
stimmt!"
Des Freisassen Antwort wartet er
gar nicht erst ab, er kennt sie, ein
mörderlicher Fluch.
Iahn hält mit Hans Ordnung in
Geroldengereuth. Neumanns Anord-!
nungen werden aus das pünktlichste
befolgt. Und Gott gibt seinen Se
gen dazu, denn selten haben die Flu
ren so schön gestanden, wie dieses
Jahr. Die Heuernte war geradezu
wundervoll ausgefallen; allerdings
lag das zum guten Theil auch an
;b Drainiae. die Neumann
UH
hatte anleaen lassen. Offen schrieb
das Hans dem Batet, überhaupt
machte er gar kein Hehl daraus, daß
fV . ..7 z.Unr .
ivfcifcuwin wa vun .wufk'.kuv muuv
Uj w aüi) higen Blutes in
d , Biifitnff W WrtfT m rft n t
seinen ?öckt',kn tmn bkiken K.os
hesieben haben, und er stände auf
Zite der Mädels,
Unwillig hatte der Vater den
Brief auf den Tisch geworfen und
Quatsch!" dazu gesagt: aber er war
mtbt sfr. denn er
spch mit dem Grafen niemals über
die ganze Geschichte. Einmal würde
juweraoen, auf ein Stundchen zu
ü:n ,
v -m la,ti im if,,n gaIi
Uhat tx siZnM im
Dien,an-.nz. den langen Pallasch an
Seite., 'des Fräsan i.ar.icx.
ws,err Nkchteneib", iu'.el.c ,
j;iKt ,iin , mit au?r
.&t r iif, ? uV.a .t b
m !;r.,d ilo:t: ncnilt
mijl t( Ilen( anI
.Sonst nichts?" er stieß mit dem
Pal'asch aus d.n Boden,
Da begriff der Freisasse, er ging
ihm entgegen und schüttelte ihm d:
an.
Dachtrnft:
.Ich hatt' einen Kameraden, -Einen
bessern f nd'st du nit!"
Den rsten Frennv batte tt Ütx
.1 il r R?iirl. Äf.,MxA ..V t . ' !f.
1 ui'"y m-iuiiii, unu stn liy
nun, da Schicksal von seiner Seite.
'3. ja: - ,
er weiß, wann wir uns m:e,'rafe auf dem Gnadenwege zu er
versehen?" so fängt in anderes Sol
1 ' 11
darenlieo an. Im Kriegerhandwerk
., .. .
Poesie. Was wär die Zitit
ohne sie. zuckt eS durch des Freisassen
Hirn, und er muß sich eingestehen.
,k, bt ( . k: i n'-i:
fl'fannf. nVff m, Nsi. a?nn a.
VUrv U ll i JUUl.UJ WlB lytllll lliUfl
ies war tt g,v:hnt. mit kritischem
Blile zu prüfen. Aber deshalb war
er nicht arm gewesen an Freuden.
XX.
Als der Pfarrer Kacholdt von der
plötzlichen Verabschiedung NeumannS
g?hrt hatt, war er sofort hinäberze
stürzt zu Hns. um Näheres zu er
fahren. Seine Frau wollte mitkom
men. di wurde aber der alte Herr
zum erstenmal seit langer Zeit wie
htr ffi rits(4i
.Du weißt doch, daß sie drüben
a;c , rr
or.ne gujt gar nicyl aor Ivvurii.
dräng' dich doch nicht auf. ich habe
nur mit Hans als dem Vertreter sei
nes Vaters hier zu sprechen; wenn
Frida und Ilse etwas von dir cder
mir wollen, so werden sie den Weg
tu un cijvn zu lnvcn Iv, r,l!
Da hatte di? Feau Pfa:n enet-
.. a ix. ... c:v. :fr.t
gifch auf! zehren wollen, aber schließ
r,A (r. r,, .k..,
u, u , . ...... (a
Hans schenkte dem väterlichen
, n.i ,.k
JIUIV WUltll HU, UHU
ermannt n,m nu? sein aiifae Meise.
die Knechte und Mägde, auszuharren durchaus kein tuchtrger Oss'Zler
in diesen schweren Tagen dir Prü d wie man m der militärischen
fung in alter, deutscher Treue. pfc sagt, schwieriger Unter
Die einfachen Leute blieben dem ebener. Ich hatte , den Besehl be
Pfarrer, wenn er sie mahnte. die,kmmen. sechs l Monate nach semem
Äntwrrt n!cht schuldig. Der Stall ! Stvasantntt üb ihn zu berichten.
. . ' ' ' ! iit M tf t vfi) if ;i nur liir
schweizer hatte sogar ganz stolz ge
agt
.Mer sein doch kee Großstadtgelich
Damit hatte er gemeint: Wir ge
hören nicht zu denen, die die Noth
läge eines anderen auf irgendeine
Weise auszubeuten versuchen.
Schwer beladen schwankten die Wa
gen in die Scheunen, das Obst hatte
luutivii.'uu uiiwtii.i)i, u.t jjvu wi 1 , , ; '
zeig en bereits ihre, rothen Backen: !Zhat geschah nur als mitfühlender
wenn nicht ein'Sturm kam, der auf mr a ... , .
Thüringens Höhen nichts Seltenes. ! . .Nur? - Das l,t eben alle mein
und den Seacn herabwarf vor der .eber Herr Rechtenfleth! Wer. wie
Reise, fo konnte man in diesem Iah- s. Jahre Komandant eme
re auf reichliche Ernte rechnen. ! .f der we:ß das der lernt
X auch in der . MaFdeburg ! Men,cheu mit anderen Augen an
Ge-'nd war man zufrieden. lfi mei,ten Leute im Ge
Täglich kletterte der Freisasse nach' triebe der Welt. ,e sagten r r
des Grasen Begnadigung au den Fe- Ug. der Segen des Elternhauses
stungswall und sah über die Stadt e hm aeIt. ohne dtep k tn
mil den vielen Thürmen und rau- luck err Rechlensleth; ein Vater
chenden Schornsteinen hinaus in das nn Unsegen über :jmt Kind bnn
Land, wo der Landwirth den PreiZ ' auch m d be, en Abstch . 0
seiner scher n, am so vielen Z,-j nehmen m,r honentllch Nicht Übel
fälligkeiten abnaiaen Arbeit ernte-, ch . Ihnen soeben gesagt habe?
te. Dann ?ersch:änkie er wohl die Da hak der Freisasse mit stum'
Arme und drückte sie an die Brust. Danke seine Hand hin, die der
an das pochende 5'erz. Da stand er Komn anoant txtiU
nun hier, ein alternder Mann, dem ! lben &t wohl, und wenn
!r lange Bart mehr und mchr er-! eude ui tfum 'ause erlc.en
graute, unter denen Augen, sich dicke ! canZ schuhen 1 nur, ich nehme
Th:anemöcke g.bildet. aber mit unge- ta"n! .
. n . ' ' r. 'Aiin rnt viit'jm v .1 fi n I r nti
,ounder?oll angeietzt, die ruh?orti I
hrnrnenv Rt.ixt. Irr frnrnnt . Die
Finger zuimmen. Arbeiten zu kon-,-en
und ' nicht ar'-ei:en zu dürfen.
stfr. :'. trir' nfcf 1.1 S I
r a?e mö.l.!en lansvirthfchattlichen ! i.en ,eme Ankunft meldet er
5e'.iunaen." prüfte . dle Bücher. , sie gt f den K.ndern bezreiflichcrwe,
Lans ihm von Zeit zu ?eit einschickte , i, ber auch Besorgnis;. Was
und antwortete ausführlich auf seine wurden d nach.ten vlerundzwanzig
Btr'chte- aber daS war für ihn Spie- stunden bringen? Die Tochter wa
'erci.kene Arbeit. Er mußte zu-! en schössen mnßter ies se,n. selbst
fassen, wie er,sag!e: das Leben beim Bruch mit dem Bater- hcro zu.
Kanthaken nehmen, ein thüringischer ! suwn. sie sagten sich, ewig kann
Ausdruck, der e:wa bedeutete, selbst ! r Bat n.cht hartherzig bleiben
.b.r .ll persönlich einreisen. Und je I dazu 1 : n uns j,u lieb Hans
' J 'v. ! rooOie sich red Einmilchung vorlau
tMU4. , ut.ui i.iu nut ii.v . , . , cii f - r
r,o:n Walle binunrstieq. kam er sich ! enthalten, mochten die MadclZ
um Monate qeart vor. Wann end- j wi, w,e sie mit d,m endlich Zurück
M wiiri di. 5.il ein ffnd, neb-! kehrenden fertig w'irden. Er mußte
nicn? 'Win 1 nii.ir. Tvnn iinf
Gnade zu hoffen, hat': er aufgegeben.
Mehr als einmal hatte er sich hin
gefegt, um an den Aürgermeisier von
Len:enbera zu schreiben, der vertrat
!ie Landschaft in Landtagen Man
in ,i, 5.ihntirth fa ?s, -
ordneten iätl'xq wollen; aber er hatte
abgelehnt und selbst auf den Bürger
meiste? .aufmerksam gemacht. Der
hatte ein Herz für die Bauern.
Wenn sie an den Markttagen in das
StäZtch'n kamen und irgendeine juri
stische Frage hatten, dann wandten
sie sich an ihn und er gab bereitwillig
jedwede Auskunst und eine Cigar
re dazu.
Aber n'emals hatte der Freisasse
einen Brief an den Bürgermeister zu
Ende geschrieben, stets war sein Bau
erntrotz erwacht. Um Gnade betteln?
Niemals! Wenn der Bürger
meister als Landta.'.sabgeordneter mit
dem Minister sprechen wollte, gut;
sich aber jemand zu Dank verpflichten,
davor sollte ihn Gott bewahren!
In der Freistunde am 1. October
trat plöklich der Adjutant des Kom
Mandanten aus den Freisassen zu, ein
Lächeln um den Mund. Der stand
wieder oben auf dem Festunzswall.
Mit den übrigen FestungZgefangenen
wechselte er immer nur einen' kurzen
Gruß, oder ein paar, Worte, ' die
machten sich auch nichts auS dem
Bauern". . V
.Herr Rechtenfleth, guten Mor
gen. der Herr Oberst , läßt Sie zu
sich bitten!"
Der Freisasse gab ihm die Hand
und ging mit ihm, wenige Minuten
späte' stand er vor dem Kommandan
te.' ... ;''..'. ',
.Seine hochsiirstliche Durchlaucht,
der Fürst von Schwarzburg-Rudol
siadt, hat sich bewogen befunden, Jh
cn'die Berbüßung des Nestes Ihrer
' ; " " - rj
cn 1uk7
1 l VTtVa amKUm (NnnijKin im
, 7 ..g ...v""'
I hriMfV nnt4yn Ckrr )iJhtjnFif h"
Vl"" .1,.,,
06 er wollte, 'ob!
.Jawohl. Herr Oberst!"
.Dann lesen Sie sich das Schrift
" Una uniMiaj
kV.'l A w x. w i, rx.JC.M
j 'e!
Bor den Augen bei Freisassen
tanzten die Buchstaben, er mußte sich
erst mit dem Handrücken über die
Augen fahren;. , dann , las er den, die
Unterschrift feines Landesherrn tra
genden Erlaß durch und schrieb sei
nen Namen mit zitternder Hand dar
unter. . ,
Nachdm er di Feder weggelegt.
drülte ihm der Oberst die Hand.
Und nun können Sie sofort heim
reisen, mein lieber Herr Rechtenfleth.
; kr vorher muß ich Ihnen noch dan
I Ittll
ken!
.Mir danken?"
Wie sein Herz pochte! '-
.Ja. denn. Sie,, haben nach
menschlicher Voraussicht, einen tun
gen Kameraden von mir, den Grafen
Namslau. er steht meines Wissens
' , ,-
M.
" Vy '
. flana gerettet !
, M Um Untergang, ' Herr
Oberst' , ,
' .Wir können heute offen Mit
" , .,, , , rtj..t
Zander darüber sprechen Der Gras
wenn meine Meldung auch nur zur
geringsten Klage Anlaß gegeben hat
te. wäre er sofort verabschiedet wor
den. Nun. Gott sei Dank, leichten
Herzens konnte ich nur Gutes der
zuständigen Stelle melden, und das
schreibe ich in allererster Linie Ihrem
Einflüsse zu!"
Herr Oberst überschätzen mich,
d.m armen Jungen hat der Segen
des Elternhauses gefehlt, was ich
'"' "j"' u
ben dem Freisassen die Worte deZ
Obersten im Kopse herum.
Das Telearamm. in welchem er
als Bindeglied zwischen ihnen dienen,
denn sonst konnte es einen geradezu
heillosen Krach geben.
Der Postbote theilte natürlich auf
erv: j ... . v : i .. v ... :i
! JJm
j''.' verbreitete sich wie ein Lausfcuer.
l die Leiitenberger Burg hatten beim
hcutiaen Abendschoppen ein dankba
res Thema.
Um zehn Uhr traf der Freisasse,
nur mit einem kleinen Kosser, in
Eichicht , ein. daZ übrige kam als
Frachtgut. Hans erwartete ihn und
erschrak, als er den Vater nach ein
jähriger Abwesenheit wieder sah. so
grau war er geworden.
Der Freisasse nahm seinen Jun
gen in die Arme uns küßte ihn herz
haft ab.
.Mein Hans. mein Hans!'
Ihm standen die Thränen in den Au
gen.
. Aber dann schritt er. hochaufgerich
tet, stolz, wie immer durch die Men
schen. die ihn angafften. So belebt,
wie heute, war der Bahnhof selten
gewesen, komisch.
' Friedrich verlor sogar die Haltüng,
er schwenkte seine Mütze und rief:
.Guten Abend. Herr Freisasse, gu
ten Abend, allez in schönster Ordnung
zu Hause!" , '
Kurz und mürrisch erwiderte Rech
tenfleth den Gruß deZ treuen Man
nes und trat an die Pferde, um feine
Rührung zu verbergen. Während
Hans mühselig in den Wagen klet
tcrte. klopfte er die Pferde und sprang
dann schnell auf das leichte Gefährt,
und Friedrich fuhr los, uzas die Rie
men hielten. " "
' Es war Nacht geworden, aber in
Hockerrode, in Leuienberg, in Jlm
standen die Leuie, vor den Thüren
und grüßten den Freisassen; der saß
hockaufgericktt in seinem Wagen, kei
ne Muskel seines Gesichtes zuckte. Nur
HW WW
Smj wj
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tWtawaMxlleCall fHT nHihf W j
ttm tt I nt min tlwimm, mm )
limm T M laK ,, w4
ÄV'lWJI
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tmmtsi.
wMsMsMn
ztiZHSmScrtü .
Schmieden.
Wagen . Werkfläite
HENRY H8NEGK,
tjermann, , Mo.
eN,ftg,aihtfltgt. Sagen uag,,
'hrbtlliL, Pttise. Ikr dt, diwadct,,
Wilwaukee
Selbstbinder
wi,Hlnt
am Msschw : tllti Art..
'aschin,tdU, rd romv unr tlNia a-
tirl ta'i
Ue.ZseurMsZen
Zahnarzt
HERMANN, . . MO
prämirt
NIü neben Vresdei,
mi I8Y2
BSlkcrci imö UMtw-
von
A. GU ENTHER.
Hit 6d)iDt- unb 3t klrasze rn ItüDettn
iniiai vintigtcouct,
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