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Hermanner Volksblatt. [volume] (Hermann, Mo.) 1875-1928, October 23, 1914, Image 8

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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- AO Gulijic.
; ' Aoda .JSirf. ; ' ;
Ich dürfte, so beuchtet der
bekannte v Schriftsteller Roda Stoaa,
d ; russischen Verwundeten im
Reserve Hospital zu Jiroslau be
suchen. ' Da liegen in zei Heilan
falten 4000 Patienten bunt durch
einander, Freund . und Feind, je
zwanzig in einem Saal auf Stroh
sacken. Mit der Behandlung können
die Russen wohl zufrieden sein.
Dieselben erkennen darum die große
Freundlichkeit des ; Vttrtepersonals
auch dankbar an. , Sie sind meist gut
mutige Jungen, die Mehrzahl hell,
blond, doch auch schwarz strähnige
Kaukasier unter ihnen mit wildrol
lenden Augen, . sogar Tungusen von
der chinesischen Grenze mit schlitzaugi
gen Mongolevgefrchtern und auffal
-lend viele Juden. Auch der Pro
, zentsatz der polnischen ' Verwundeten
ist groß. Die Leute blicken uns zu
erst erschrocken an. Auch die Schwer
verwundeten versuchen, sich zum Gru
fcc aufzurichten, wenn wir uns ihnen
nähern. Man winkt ihnen ab, sie
legen sich wieder hin und tragen ihre
Schmerzen weiter mit wahrhaft sar
matischer Seoulo, selbst die svrchter
lichsten Verletzungen.
AIS sie Zigaretten bekommen, er
strahlen ihre Gesichter. Nun werden
sie gesprächig. Die Polen freuen sich
am meisten, wenn man sie anredet.
Ihre erste Frage ist immer: Was
wird mit uns ,, geschehen, wenn wir
gesund geworden sind?" Daheim hat
man ihnen erzählt, sie würden dann
getötet werden? In langen Reihen
sind sie ausgestreckt, fast alle in ihren
Monturen, die Stiefelsohlen stehen
aufrecht, starke, kaum abgenützte
Sohlen, feste Schaftstiefel, die Uni
form von gutem, neuem Tuch, die
Mützen ohne Kokarden. Diese Ko
karden mit dem Namenszug deö Ja
ren haben die Russen längst verkaust.
Sie bilden ein viel begehrtes Anden
ken, einen Handelsartitel. Nur Wä
sche haben die Russen nicht mitge
bracht. Sie trugen ihre Bluse am
bloßen Leib. Man mußte sie hier
mit Spitalswäsche versorgen.
Da ist ein russischer Jnfanterieeof
fizier; er blickte eben durchs Binokel,
als ihn eine Kugel aus der Flanke
traf. Sie durchbohrte ihm den rech
tqn Unterarm, den Bizeps und die
Brust. Ein Sappeur lag mit einem
schweren Bauchschuß hinter einem
Strauch drei Tage hilflos, ohne sich
rühren, zu können, bis man ihn fand;
die Aerzte sagen, er würde gerettet
werden, gerade weil er sich nicht be
wegen konnte und keine Nahrung zu
sich nahm. Ein anderer Offizier lag
in der Schwarmlinie, als ihn ein
Jnfanteriegefchoß gerade vor den Kopf
traf, durch Gaumen und Zunge fuhr
und unter -. dem stinn hervordrang.
Man versichert, er werde in einer
Woche genesen sein.
. Es ist überhaupt verwunderlich,
wie gering die sierblichkeit der Ver
letzten ist. wie rasch die Wunden
heilen, die von Gewehrgeschossen her
rühren. Dagegen eitern alle Wun
den, die. durch Sprengstücke oder
Schrapnells entstanden sind. Pfycho
sen kommen kaum vor. Ein einzi
ger Hauptmann ist da schwer ver
wundet, der einmal in Weinkrampf
verfiel. ,:V:';: '
Die Verwundeten kommen alle, mu
sterhaft behandelt und verbunden, in
das Reservespital' Und das dank der
t'Ufopfernden Arbeit der Aerzte auf
den Hilfsplätzen. Wie schwer diese
Arbeit ist. kann man sich kaum vor
stellen. Die Hilfsplätze wü Divi
sions-Sattitätsanstalten müssen so
nahe wie möglich an die Front her
an, um den Verwundeten rasch Hilfe
dringen zu können. Da ist es un
rermeidlich, daß sie da und dort im
Bereich der Weitschüsse bl:iben müs
sen. ..
In einem der ersten Gefechte von
Komarow fuhr ein Kanonenregiment
nahe der Sanitätsanstalt auf. Frü
her hat man die Sanitätsanstalten
durch kleine Fahnen mit dem Genfer
Kreuz bezeichnet ...' und die Fahnen
wurden respektiert. Jetzt tragen die
Divisions Sanitatsanstalten ' riesige
Tableau; ' auf ihren Dächern, der
Artillerie des Feindes und seinen
Fliegern zur Warnung., Trotzdem be
kommen sie manchen Treffer ab, ge
rade '. in dem erwähnten Fall von
Komarow mehr als eine Granate,
die eigentlich den Batterien nebenan
galt. .;-y' :
Die Militärärzte dürfen sich nicht
beirren lassen in ihrem Samariter
werk. Es folgte bei Komarow einer
jener kleinen örtlichen Rückschläge, die
auch der Armee Auffenberg nicht er
spart blieben. Das Kanonenregiment
zog sich zurück, die Sanitätsanstalt ge
riet, in die Gewalt des Feindes. Da
bei wurden zwei Militärärzte, ein
Assistenzarztstellvertreter und ein
Oberarzt, gefangengenommen. Die
russischen Soldaten führten die Her
ren, weg, nahmen ihnen sofort den
Jnstrumententaste.l ab, untersuchten
den Inhalt und vernichteten, was sie
richt gleich brauchen v tonnten. Sie
zogen" den Aerzten auch , die Mäntel
aus., raubten Eheringe, Geldlaschen,
selbst die Taschentüchter. , Sechs Tage
blieben die Aerzte in russischer ..Ge
: sangenschaft. ' Man ließ sie Berwun
dete pfleqen, kümmerte sich aber sonst
uickt im aeringsten um sie. am we
uigsten dackte man daran, thr.en
Speise und Trank zu reichen. Als
unsere Truppen am siebenten Tag
icieder vorgingen, stoben die Russen
davon, ohne sich um ihre Gefangenen
zu scheren. Honvedreiter . waren es,
Ungarn vom KorpS Boroevic, welche
die Aerzte aus ihrer peinlichen Lage
befreiten. Die erste 'Frage der , Aerzte
galt ihrem Truppenkörper. sie voll
ten ihren Dienst sofort w'eder uf
nehmen. ' , '''-.
Die russischen Offizier sind im Ge
Ansatz zur Mannschaft weniger ge
ouldige. ja mürrische Patienten. Sie
sondern sich scharf in zwei Gruppen.
Die einen sind überaus elegant, pro
per, als kämen sie eben von der Pro
menade mit blanken Goldborten, fast
stutzerhaft, die anderen schlecht ange
zogen und uninteüigent." Man
weiß, daß im russischen Offiziers
korpS kerne große Kameradschaft
herrscht, daß der Gegensatz zwischen
den vornehmen und weniger vorneb
men Offizierskorps sich nirgends so
deutlich ausspricht wie in der russi
schen Armee.
Doch alle sind bedrückt und fühlen
das Peinliche ihrer Lage, besonders
die unverwundet Gefangenen. Sie
gehen im Hof spazieren, hinter jedem
ein Landsturmmann mit aufgepflanz-
tem Ba,onett. Sie bncken scheu bei
leite und erwidern den Gruß des Be
suchers nicht.
Zweitausend unverwundet Gefan
gene hat man gestern in das In
ncre der Monarchie geschafft, heute
auch jenen Hauptmann, der mit zwei
Chaufseureil von einer Ulanenpatro
uille im Auto aufgegriffen worden
war. Unsere Ulanen schössen dem
russischen Auto nach. , trafen das
Benzinrefervoir, töteten einen Oberst-
leutnant und nahmen den Haupt
mann und die Chauffeure gefangen.
Von den Chauffeuren hat einer einen
Streifschuß am Kopfe, seine Müe
lst von den Feucrstrahlen des Schuf
fes verbrannt.
Eben führt man den Hauptmann
aus der Wachstube. Er blickt zu Bo
den. Ein Oberleutnant und zui In
fanteristen mit aufgepflanzten Bajo
netten werden ihn eskortieren. Der
Oberleutnant läßt in Gegenwart des
Gefangenen die Gewehre laden, das ist
so vorgeschrieben für Arrestantennwa-
chcn. Der eskortierende Offizier
nimmt rechts im Fond Platz, der
Hauptmann neben ihm, die russischen
Chauffeure gegenüber auf dem Bock.
Als das Auto davonrollt, legt rer
Hauptmann die Hand an den Mllt
zenrand und die Herzgegend und bit
tet. man möge feine Frau verstän
digen. daß er sich wohl befinde. Del
Abgeordnete Professor Redlich über,
nimmt es, den Gruß des Gefangen
nen irgendwie in die Heimat zu über
Mitteln.
Die Straßen sind in einem Stru.
del von Bewegung. Schwerfällig
wackeln d,e Trninwagen daher, Au
tos aus Wien und Ungarn rasen hin
und wieder, Hunderte von Bauern
tägelchcn ziehen in langen Hecrsau
len. Die ganze Bevölkerung ist auf
den Beinen. Der Handel blüht, die
Läden sind gepfropft, mit Vorräten
an Würsten, Konserven, Schlafsäcken.
Pelzen. Decken. Jeder Kleinkrämer
lllndigt Kriegsausrüstung an. Da
zwischen Arrestanienzüge, russophile
Bauern in lveißen Kitteln und Baue
rinnen, von , Patrouillen begleitet.
Man begegnet der Einwohnerschaft
ganzer Dörfer und Städtchen, die auf
Leiterwagen ihre Kinder, ihren Haus
rat fahren. Betten. Hühner. Mehlsäcke.
Kisten und Kasten.
Zwei-, dreihundert Wagen hinter
einander. Es sind Leute aus Ost
galizien. die ihre Ortschaften auf
Befehl unserer Kommanden verlassen
mußten, um nicht ins Schlachtgetllm
tnel zu geraten, vielleicht auch solche,
die aus eigenem Willen abwandern,
aus Furcht vor dem Feinde. Am
Abend lagern sie,, am Rande der
Stadt, ganz wie Zigeuner. Man
ruft den Richter, es meldet sich ein
alter Mann mit einem Messingschild
cuf der Brust. Er versichert seine
Bauern wären gesund und litten keine
Not. ,
Heldentat eines Tschechenexs.
Der Landwehrinfanterist Julius
Weis aus Teschen hat sich durch to
desmutige Leistungen vor dem Feind
in einer Weise hcrvorgetan. die ver
dient, bekanntgemacht zu werdtN.
S"rbrn im ßlfAI hnn CnnNf
.... wvimj vvii wuu;vuui um
24. August offenbarte sich Nciss hin
reigenoes Temperament in Worten
und Taten. Die Russen standen in
befestigter Stellung, alles war bei ih
n.-n bestens zur Abwehr eingerichtet,
sogar die Entfernungen hatten sie ob
gemessen und durch unauffällige Zei
r?;n markiert. Reif sprang vor sei
nen Schivarm und riß im feindlichen
Infanterie und Maschinengewehr
jener diese Markierpslöcke aus. Nach
m er schon vorher seine Nachbarn
durch Worte angefeuert hatte, stürmte
rr ' an der Spitze seiner Kameraden
die - feindliche Stellung. Er wurde
für sein tapferes Verhallen sogleich
zum Unteroffizier ernannt.
Drei Tage später, a,:: 21. Äuz.
bewies Korporal Reif noch größere
Kühnheit. Fünfmal ward der An
griff der dritten Komponie des Land
wchrregimentS Nr. 31 blutig abg.
wiesen. Nur Reif ' mit feinern
Ochwarm von 12 Mann hielt unser
zagt hark am Feind in heftigem 8
schütz und Kltingewehrfeuer au.
Nachdem fast alle höheren Führer w
der Kompanie , gefallen waren, be
traute man den1 tapferen Korporal
mit dem Kommando eines ZugeS von
rtlichen 40 Mann. Reif führte feine
Leute äußerst geschickt und attackierte
ocn .Felnd mit unvergleichltcher Tap
ferkeit. Wie der. Gefechtsbericht ver
meldet, trug r dadurch wesentlich
zur - Verdrängung - & Russen bei.
keif leistete sich indessen noch ein
sonderes Bravourstück. Er stieß
während des Kampfes m einer Waid
ttöße auf 50 Russen, denen Verstär
kungen folgten. Die Russen, auf 300
Schritte entfernt, wollten gerade
d Schwarmlinie flankierend unter
Feuer nehmen, als Reif dies sah
Er raffte anderthalb Züge zusammen,
ging los und schrie die Russen an.
sich gefangen zu geben. Die, Russen
antworteten mit lebhaftem Feuer.
Reif kommandierte sogleich seinerseits
lebhaftes Feuer, das nun 50 Russen
niederstreckte und den Rest zu Paaren
t'.ieb. Reif rückte nun weiter vor.
Auf einer Anhöhe feuerten vier feind
liche Maschinengewehre, beschützt von
einem Zug Infanterie . Der Kor
poral ließ sie aus nächster Nähe un
tti Feuer nehmen, während er sieben
Mann in des Gegners, Flanke sch!ei
chen ließ. Sobald dieser kleine Ueber
faU sich wirksam machte, attackierte er
mit seinem Zug. Fünf Maschinen
gewehre samt der Bedeckung, die sich
überrumpelt sah. wurden gefangen. -Reif
wurde für diese ganz her
vorragenden Beweise seiner foldati
fchen Tüchtigkeit sogleich zum Feld
wcbel ernannt und für die. goldene
Tapferkeitsmedaille vorgeschlagen.
Tte rveitslkiftung vrim !pa
zrngtqn.
Daß der Mensch arbeitet", wenn
er stramm seines Weges geht, wird
wohl niemand sogleich recht begreifen.
Nennt man doch das Spazierengehen,
das Wandern, eine Ausipannung von
der Arbeit, eine Erholung. Ver
ständlicher wird die Sache schon,
wenn man daran erinnert, daß z
sich beim Spazierengehen um eine
.Bewegung" handelt, und daß jed
welche Bewegung Kraft verbraucht.
Je mehr Kraft verbraucht wird, desto
größer ist die geleistete Arbeit. Beim
Wandern hat der Mensch seine Kör
perlast fortzubewegen, die AlemmuS
keln werden angestrengt, die Tätig
keit des Herzens gesteigert, die Wär
meerzeugung erhöht usw. Die Ge
lehrten haben alle diese Tätigkeiten
in Kalorien umgerechnet und sind zu
dem erstaunlichen Resultat gekom
men, daß man bei einem nur ein
stündigen Spaziermarsch soviel Kräfte
verbraucht, wie nötig sind, um 9000
Zentner auf die Höhe eines FüßeS zu
lieben! Aus dieser Berechnung kann
man so recht erkennen, waruin ' man
eifrig tagtäglich wenigstens in
Stündchen spazieren gehen soll.- Nur
eine geregelte Wechselwirkung der Be
wegungen aller unserer inneren und
äußeren Organe führt zu einer ge
fünden Funktion derselben
,..'
Wie die Jraiizoscn Lbrr ihr rigeneS Herr
deiikrn: ,
Welcher ist nun der .kriegSfuii?" .
Tpottzcichnuna auf die tiefeluot im
französische Heere aus der Pariser
.'Zcirjchrifl Ha üiire" Hont 1. Äuaust.
Mit ihren beiden ältesten Jungen
ist die Kronprinzessin Cecilie zum Be
such ihres Mannes nach Frankreich
abgereist. Die Sache der Deutschen
scheint mithin mehr wie günstig zu
stehen, sonst würde um diese Zeit ein'
solcher Besuch unmöglich sein.
' , '
In Deutschland sind 18 Generäle
und über 2,000 Offiziere der russi
schen Armee in Gefangenschaft. Man
sollte in Baden-Baden oder Hom
bürg die Spielsäle wieder auf
machen. '
, v:
Großfürst Nikolaus hat die Prokla
mation an die Polen in Galizien
widerrufen, weil nun ja, weil
Hindenburg gegen 'ein vereinigtes
Polenreich Einwand erhoben hat.
Darum. A. (zu B.): Sa
gen Sie mir nur, warum ist denn
hier in dieser altetn Kneipe immer
s,'ler Nummel? Speziell aber von
verheirateten Männern?"
B.: Das ist sehr leicht erklärlich:
der Kellner hier hat nämlich ein paar
Monate Schlosser gelernt, und da
macht er den Pantoffelhelden die
Hautton auf!" ;; r . ;
Nissische Grausamkeit.
Beispiel rsslschkk r,samkri,a l
Oftprkße.
Berlin. 5. Spt Bei im Ein
dringen in Teile Ostpreuhen? be
gingen die Russen zahllose Schand
tüten und Grausamkeiten. AuS dr
unendlichen Menge der darüber bor
liegenden Nachrichten teilen wir hier
zunächst solche Fälle mit, die durch
amtliche E r m i t t e l u n g e n
bereits zuverlässig beglaubigt sind.
Eine Reihe von Landräten find von
den Russen ftstgenommen und nach
Rußland abgeführt worden. .Der
Landrat von Go'dap foll gezwllu
gen worden sein, Vieh, das aus sei
nem Kreise von den Russen znsan
mcngebracht worden war. nach
Rußland zu treiben. Von vielen
Gendannen in dem Grenzgebiete
fehlt jede Spur. Es steht seft. daß
ein Gendarm auS dem Kreise Pill
fallen erstochen wurde. Der Gca
dann auS Bildermcitschen ist von
den Russen gefangen genommen
worden. Man sah. wie er, auf ei?e
Protze gefesselt, durch Endtklihnen
gebracht wurde. Dann ist er
stochen worden. Seine Leiche lag
auf, dem Marktplatz von Kibarty.,,
Die evangelischen Pfarrer in
Schareyken (Kr. Marggrabowa) und
von Szittkehinen (Kr. Goldap) wei
gerten sich, den Russen Angaben
über die Stcllling unserer Truppen
zil machen. Sie wurden deohalb
in den Mund geschossen. Der eine
ist tot. der andere schwt'rverwntt
der. Er ist obiw Hoffnung auf O'e
ncsliiig in " daS Krankeiiwu? ;OJoI
dap gebracht worden. In einem
Tarfe im Kreise Pillkallen wurden
Frauen und Kinder zusammen auf
ein Gcliöst getrieben, die Hoftore
geschlossen uid da-Z Gehöft in Bmi'd
gesteckt. Erst als die Eiugeschlos
leiien in döchste Not und Bedräng
nis geraten waren, wurden die Tore
geöffnet und. die gequälter! Leute
lierausgelassen. ?lf cineiil Guts
lwf bei zittkehmen wl.rde der alte
Vesitz,'r erschlagen. Die Wirtin
würd; genötigt. . den SZusssn Speisen
und Getränke zu bringen. Als sie
all-s. aufgezebrt hatten, mur.te fie
in) einer , Gasse, die von russischen
Soldaten mit aufgepflanztem Ba
jonett gebildet werden War. Spieß
ruten laufen, Sie wurde dabei
schwer bericht. '
In einem Torf des Kreises Stak-
lupönen wurden unter einer uu
wahren Behauptung, daß aus denk
Dorfe geschossen worden sei, eine
Reihe' von Bewokrnern, darunter
Frauen und Kinder, nach vorüeri
gen Marterung erschossen: ebenso
wurden in dem Dorse Schillelmen
m Kreise Pillkallen zehn Personen
unter dem gleichen falschen Vor
geben niedergemacht. Im Dorfe
Radzen zündeten die russischen Sol
dateu fast all? G.'bäude an, sä daß
im Augenblick fast das ganze Dorf
in Flammen aufging. ?lk die uu
glücklichen Bewohner wurde mit
Hieb' lind Tchukwaffen loZqegan
gen: getötet wurden auö diesem ei
nen Dorfe zwei Manner nd acht
Frauen und drei Männer verleht,
Aetmliche Vorfälle. Mord. ' Brand
lmd Pcrwii'tttng. wurden aus zahl
reichen Genzorte geineldet. Bei
den Mordbrennereien gingen die
Russen in der Weife 'tur, dah sie
NU'achst die Doinänengehafte als
königliches Ciae'tm ' mit allen
Borräten niederbrannkm, dakiu
wurden die lüter vorgeitammeil
und dann die Dörfer. Bis zum 18
August brannten ans dem Guinbiil
nrr Bezirk sechs Donlänen und au?
i'ent Pillkaller Kreise allein , ,'iber
l? Dörfer und Güter nieder. '
Nach den vorliegeuden Schilde
riliiaen sind die Russen bei diesen
Mordbrennercien ganz snslematisch
vorgegangen. Ten Truppen zogen
mit Ziindmaterial ausgerüst'.'te
Vr.'iidkommados voran, welche
die Däuser init petroleumgetränk
ten Schwämmen . und Brandraketen
anzündeten. Gewöhnlich wiirdeil
die Bewohner zuvor ttüfgefordert.
die Häliser zu verlasseii. Manche
skoiumandanteii lieszcn gelegentlich
die Wohi'.liäiiser sieben , und be
schräiikten sich auf das ?lbbreiineu
der Ställe und Scheunen. Die er
heerung der Dörfer wurde häufig
unter dein Vorwmid vorgenommeik.
das; darmis geschossen worden .fei '
In Wirklichkeit ist dies niemals
der J'all geweseii. Die in den wei
ichen Gouveriieinents garnisanie
renden ri'.ssischen Trupven, beson
ders das Gardekorps, scheinen in'
groszen lind ganzen die Grundsätze
des Völkerrecht? eher beobachtet zu
haben. Gelegentlich warnten solche
Truppen führer, die bei fluchtigen
Streitereien im fande ihren Wim
schen entsprechende Ausnahme ge
funden hatten, die Pfarrer und
Gutsbesitzer vor der rohen .und
grausamen Gesinnung ihrer eige
nen, später eintreffenden Kamera
den. ' "' . '" -
Ueber zehn Millionen Dutzend
Eier wurden im letzten Fiskaljahr au!
den Ver. Staaten nach Kanada ver
schickt.
Neue Anzeigen
Jagdverbot. Während der letzten
Jagdsaison sind mir verschiedene Stück
Bieb von unvorsichtigen Jägern ange
schössen worden .deshalb sehe ich mich ge
zwungen alle? Jagen von Seiten Frem
der ooer Nachbarn zu verbieten, denn
auch ich jage nicht auf Nachbarland. ,
: W m. H. Sperr. ,
Nachruf
am wiederkehrenden Todestage unser
eS unverqeblichen Gatten und Bater.
T. B. M un dwiller, gestorben den
22ten Oktober.
Ei Jahr voll Schmerz und Trauer ist
verftoffen.
Seit du geschieden von der deinen Herd:
Wir haben Thränen viel um dich ver
gössen.
Weil du ,etzt ruhst im kühlen 'sckofz der
' Erd'!
Du warst stets ein treuer guter Matte,
Ein lieber Bater für die Kinder Tein.
Der sie gepfleget und versorget hatte.
Nun bist du todt und ach! wir sind
- allein.
Geachtet warft du im Gesellschaftskreise
Und Umgang hatte Jeder ern nutTir.
Denn Deine frohe, biedre Handlungs
' weise '
Gefiel ja Allen, die dich kannten hier.
So schlafe süß in Deiner stillen Kammer,
Befreit von Schmerz, die lange Gra
besnacht.
Bis einft ohn' allen Gram und Jani'
mer
Ein Wiedersehen un4 entgegen lacht.
Gewidmet von der trauernden Gattin
und den Kindern.
P reisschieszen am Sonntag Äach
mittag, den 2f, Oktober. Gänse und En
ten sind als Preise ausgesetzt.
Carl Baumstark st.
Zu Verkaufen !
ein schöne,! neues Wohnhaus, südlich von
der Äarktbrücke in Hermann gelegen.
Tiüni Zimmer nebst schönem Basrment.
Städtische Wasserleitung. Man wende
sich wegen Näherem an E d. H u m m e r t .
Morrison. . ItIti.,,,.
Auktion
Unterzeichnete wird am Saiiistag den
Uten Oktober 1114, um Uhr Morgens,
in U?ere Wohnung an der Marktstrafze alle
i?,a 'äl.". .,.,,, X.!,. A K.m .
hivuii un v i.viitviciuib;c un vtril iiicifl'1
bietenden oertailfen. Bedingungen Baar.
5 r a u B e r t h a Wolf.
Farmer verlangt: ,Zch suche eiuen
erfahrenen Farmer der den Bau meiner
Farm von Ä) Äcker im südl. leras über
nimmt. dieFarm hat künstliche Bewasser
ung lind wurde vor vier Jahren ge
klärt und ergiebt jeden Monat eineErnte
oder mehr als M Acker im Norden. Nur
eine halbe Meile von der Eisenbahn.
Einem praktischen Farmer offerire ich die
Farm für das erste Jahr ohne Kentfor
derung und im Falle im zweiten Jahre
die Ernte nicht befriedigend ausfüllt er
laube ich dem Miether genügend Antheil
um seine Arbeit profitabel zu gestalten.
Man schreibe Edgar S. L l a ce, 57
South Odell Ave. Marshall. Mo.
- 3 erkaufe!
Eine Sau mit 7 ÄZias. nnd etwa 10
rauxer. . i ueo. jpaerrner-
swis, Mo
, arm 411 oerrrnten. T'ir rhfi.
Ie ryaern bei Gasconade. Si 0 b t. Wal
k e r. Hermann. Mo.
Ächtung Steuerzahler.
Der Unterzeichnete wird an folgenden
Tagen an den angegebenen Plänen sein
um die Steuern für, das Jahr M4 und
Borjahre entgegen zu nehmen:
Cleavesviile 17 Oct. 20 Uhr Morgens bis
z uyr ?cacymiltag ; .
Red Bird ... 1'., Oct. '
Bem 2V Oct.
iea....... .... 21 Oct. bis ä Uhr Rachniv
Drake,,,. 22 Oct.
tony Hill...,2:k Oct.
Swiss . 24 Oct. bis 2 Uhr Nachm. -
Zkolpe, 2t! Oct. bis 2 Uhr Nachm.
'Lotsöam 27 Ort
Baq 25 Oct. , ;v'. :
Mt. Sterling 2t Oct. "
Äuoemeyers Zli Oct. bis Mittag
Woollani.......' Oct. Nachmittags
Blanö I und ti Nvv. -
Canaan 7 Nvv. bis 3 Uhr Nachm.
Oivensville.. w und II Nov.
Rosebud.... J. 12 u. 13 Nvv. bis i Nachm.
Morrison.... 15 Nov. Nachm.. und li
Gasconade.. 20 Nov. bis 2 llür Nachm.
Die übrige Zeit im Courttiaus in Her
mann.
Wer bis zum l. Januar seine Steuer
nicht bezahlt inus; 1 Prozent ver Monat
Zinszuschlag bezahlen. Nach Februar
werdenübühren und kosten Hinzuge
fligt. , .
Bringt leytiährige Quittung zunl Ber
gleiche mit.
, Geschäftsleute und Fabrikannten sind
ersucht ihre Lizenzen zu erneuern. .
. ' Achlungsvoll.
' ' H. C. S t r a ck .
, Collector.
Heilt Neuralgla, lödtct Schmerz.
Tloan's Lriiimeirt giebt sofortige
Liitöcrung bei ?!etll'algia und Sei
atica. Trifft den schmerzenden
Fleck, besänftigt die NeN'en irizd
tödtet den Schmerz. Auch gut für
Rheinnatismus. , HalÄvch. Bnift
schiuerz und Verrenkung. ; VrcnM
niä)t eingerieben zil werden ; es
zieht von, feNvr ein. I. R. Swiu
ger, LouiSville. 5!y.., schreibt: ..Litt
an bösem Neuralgie ähnlicken Kopf
weh vier Monate ohne Linderung.
GebrmMe Slaon's Linünent ztvei
oder drei Nächte lmd habe seitdoin
kein Kopftuch gehabt." Holt heute
eine Flasche. Hattet e? immer im
Hanfe. 25c, 50c und ZI bei Eurem
Avtheler. Bilcklin's Arnica Salbe
für alle Wlnzden. ' (Adv)
Hkirathölizcnscn.
Eimer A. Dell, sCXoarn .... 24
Lydia StreMmann, "Woollani, 19
Geo. W. Lahmeyer, Bland .. 21
Prknla Horns eW, Blaad .... 19
OZchaSiÄer Efrrf3fca.
Neuer Weizen, No. 2 . , $t.0t
. , '; No. : A . : 99
Jmperial Mhl. per Sack 300
Good Liuck Mchl. per Sack 2.9
Daily Breud MalL, per Sack 3.0l
Kiele, per 100 Pfund . - . 1.25
XJ, . i-4 n orvr v a -V
t;in'wi t'ci iw PIUN 1V
5eor?mehl, per 100 Pfund 2.10
yrnrre.
, Torrigiert von
John H. Helmers
Eier, per Dutzend . ... 21
Butter, per Pfund . . .20
HüHner, per PKnd . . . , . 10
Slpring Chckiens.' per Pfund . 9V,
chnialz. per Pfund ... 10
Zwiebeln, per Bulkchel . . . 1.60
Kartoffeln, per Bufhel . .90
Gänse, per Pfund . . . . 9
Enten, per Pfunö . . .. . 11
Tairkeys., per Mmd . ., ' 13
Wolle, der Pfund . . . . 18
Zu verkaufen: ffarm von IU0 Acker
in bestem Zustande. Eignet sich ausge
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?.. t
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n!s Ganzes. Gleichfalls 4 schöne Bnulots
in Oivensville.
Chas. Kimme!. Hermann. Mo.
j an
Frucht'Branntwein.
Ich habe eine grosze Quantität feinen
selbst gebrannten Apvle Jack. Beach
Brandn und Tresterschnaps an Hand, den
ich billig verkaufen werde bei der Galtone
oder in grösseren Ouantitiiten.
' Gottlob S ck, u e tz.
Hermann. Mo.. R. 2.
Dr. E. V. lockusad
Z
Hermann, M v.
Office der Peoplei Bank gegenüber.
C F Williams
Mafchincu iepnrninr
Werkstätte
HERMANN, - - MO.
Meine Werkftätte ist jebt wieder unter
Leitung meine? Sohnes. Chas. Wil.
liums, in Betrieb nd alle Reparatur
arbeiten werden prompt und fachman
nisch ausgeführt. Reparaturen an
Treschchmaschinen. Gasokinmaschinen Au
tomobile. Pumpen usw.
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