OCR Interpretation


Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, October 28, 1914, Image 4

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn96076572/1914-10-28/ed-1/seq-4/

What is OCR?


Thumbnail for 4

i
Detroiter Abendpost. Mittwoch, den 28. Oktober 191
Aetroiter
Abend - Post.
Entrd at tb Poatofflo et Patrolt
A, 8cond ClM Matter.
Jpgr VSrlftUche aRUQKiliniBfn 0eN, man
iu acccflttcn:
Aug. Marrhausen, Abendpsst.Gebäudc
Ctfte: cke rtxitwaij e'randSiiver
mnu (na( rattat Stomu).
i
!
"ÖI
Noch immer keine Entscheidung.
Schon wieder einmal vcrkaufm die
Alliierten des Bären Fell, bevor sie
den Bären erlegt haben. Angeblich
ist es ihnen gelungen, die starke Front
der Teutschen im nördlichen Frank
reich zu durchbrechen, indem sie in der
Gegnid von Nancn die deutschen
Truppen bis über die deutsche Grenze
zurückgedrängt haben. Während sie
n-un eifrig debattieren, in welcher Art
sich diese deutsche Niederlage auf die
kommenden Ereignisse äußern wird,
vergessen sie ganz, dak es ihrer Linie
an der Iser nicht besser ergangen ist
cU der deutschen bei Nancy. Von ir
gendwclcher größerm Bedeutung
scheint der Zwischcnsall bei Nancy
nicht zu sein und nach wie vor mutz
man von der groben Schlacht sagen,
datz sie unentschieden ist.
London tröstet sich weiter damit,
das; die Teutschen den Ucbergang
über die Ascr nicht weiter ausnutzen
konnten, nachdem die britischen Schis,
fc so hervorragend an den Ereignissen
Anteil genommen haben, das; die
Teutschen nicht näher zur Küste her
ankommen können. Sie trösten sich
weiter damit, dasz es im letzten osfi.
ziellcn französischen Bericht heißt, die
Alliierten hätten bei Tirinudc Ter
rain gewonnen, was nichts anderes
bedeute, als das der deutsche Vor.
marsch gegen Calais endgültig auf.
gehalten ist.
Tic Engländer haben den Trost
wahrhaftig nötig. Tcnn von Süd
afrika her kommt für sie sehr schlechte
Stunde. Obgleich London behauptet,
dasz der erste Burcnausstand unter
Oberstleutnant Vkaritz vollständig
niedergebrochcn ist, was aber aus den
Tepcschcn über die Geschehnisse durch,
aus nicht einwandfrei hervorgeht,
muiz es doch zugeben, datz ein zweiter,
noch dazu viel gefährlicherer Ausstand
ausgebrochcn ist. An der Spitze des
zweiten Aufstandes stehen die alten
Burcngcneräle TeWctt und Beyers,
deren Namen unter den Buren einen
ausgezeichnctcnjilang haben. TicEng
ländcr werden mit diesem Südafrika
noch ihre Lascht" haben und das
mutz ihnen gerade jetzt äußerst unan.
genchln sein. Es wird wohl nicht
mehr lange dauern und sie werden die
Stunde verwünschen, die ihnen den
teuflischen Plan eingab, diesen euro
päischen 5iricg vom Zaun zu brechen.
Ueber die Vorgänge auf dem rufst,
schcn Kriegsschauplatz kann man sich
angesichts der einander widersprechen
den Berichte kein klares Bild machen.
Tie Russen wollen die Teutschen bis
auf 70 Meilen von Warschau zurück
getrieben haben. Dagegen sagt Bcr
lin, datz die Teutschen alle südlich von
Warschau erfolgten russischen Angrif
-fc zuruckgcwiefen haben. Was t
richtig ? Wir find sehr geneigt, die
deutschen Berichte als der Wahrheit
näher kommend zu betrachten, zumal
sie in Berichten aus Wien Ergänzun
gen erhalten, die sie sehr glaubwürdig
erscheinen lassen.
Hmte soll in Sarajevo, der Haupt
stadt Bosniens, das Urteil über
Gavro Prinzip und Genossen gespro
chen werden. Es war ein Lieblings
gcdmike der Serbeil und Montcncgri
ner, Sarajevo zu nehmen, um die
Mörderbuben zu befreien, bevor das
Urteil über sie gesprochen wäre. Tic
Ausführung des Licblingsgcdankens
ist ihnen sehr daneben gelungen. Bis
über Wischegraö hinaus wurden sie
zurückgetrieben und bis zum Flusse
Triim ist ganz Bosnien von ihnen
frei.
Was sonst seit Schlutz der Rcdak
tion am gestrigen Nachmittag gcmel
det wurde, ist zumeist leeres Ge
schwätz, das nicht einmal den Wert der
Illlistration hat. Ta liegt zum Bei
spiel die Nachricht vor, datz General
von Breslcr. der die Belagerung und
Einnahme von Antwerpen so glänz
voll geleitet hat. Selbstmord bcgan
gen habe. Tic Verbreiter der Nach
richt schämen sich scheinbar selbst, so
haarsträilbende Lügen zu ersinnen.
denn sie fügen der ersten Meldung in
einer folgenden hinzu, die Nachricht
fei ohne alle Bestätigung und es sei
auch kein Grund vorhanden, warum
der siegreiche Führer sich erschossen ha
den sollte.
Tv
TRÄ5E5lfVJC0U5ciL
44Mr4tl4
lÄSS
fite hiesige und importierte Getränke in reichhaltig?? Auswahl.
Am Abend Konzert und gewählte Unterhaltung im -zweiten
Stockwerk. Table dhote Tinner jeden Tag von 68.30 abends
für $1.00.
Jacob Mack,
Geschäftsführer.
&44'4
Eine andere Tepefche befaßt sich
mit dem entthronten König Manuel
von Portugal. Dieser jugendliche
Ermonarch. der Schwiegersohn eines
Hohcnzollernprinzen, soll Großbri
tannien seine Dienste gegen Teutsch,
land angeboten haben und die Briten
hätten das freundliche Anerbieten
dankend abgelehnt. Darauf hybe er
sogar seinen natürlichen Feinden, der
republikanischen Regierung seines
einstigen Königreichs, seine Dienste
unter der Bedingung angeboten, daß
Portugal sich auf die Seite der Alli
ierten schlage. ' Die Republikaner
Portugals werden sich die Sache je
desfalls zweimal überlegen, ehe sie
das Anerbieten ihres Exkönigs an
nehmen.
In der neutralen Schweiz.
Von Emil Ludwig.
Z ü r i ch. 6. Sept.
Tie Neutralen sind die einzigen,
die in diesem Spiel der Kräfte mit
Sicherheit nicht eingefctzt werden kön
nen. Wäre Neutralität eine unabän
derlich bcfchworene Haltung, statt ei
ne abänderlich proklamierte Bezie
hung zu sein, dann erst wäre diese
Zeit eine durchaus unpolitische, in der
nur noch die Waffen reden. In Wahr,
hcit sind fast alle Neutralitäten Euro.
Pas bedingte, darum unberechenbare.
Tie Schweiz ist wahrhaft neutral.
Sie ist es bedingungslos, naturge
mäß, unerschütterlich. Ihre Partei.
tongleil rann man für oie ganze
Dauer dieses Krieges mit voller Si
chcrhcit prognostizieren. Aus drei
Gründm.
ie ist gefürchteter als alle Staa
ten ihrer Größe, weil sie von Natur
uneinnehmbar ist. Tie Buren waren
durch die Natur il;rc Landes und
durch die Eigenart ihrer Kriegfüh
rung unbesiegbar, und tatsächlich sind
sie nicht besiegt worden. Die Schwei
zcr sind ej in erhöhtem Maße. Es
ist. als hatte die. Natur dles Land
vom Kriege ausgeschlossen, indem es
den Soldaten Kulissen schuf, wie nie
maiid mehr sie in sahrzchntclanger
Arbeit vermöchte aufzurichten. Dies
Land der natürlichen Festungen, aus
dem zur Offensive herauszugehen fast
ebenso schwierig ist als hineinzudrin
geil, dies Land natürlicher Separa
tion. das, demMeere am fernsten, doch
von Natur etwas wie eine Insel ist.
konnte nur eine Mannschaft erzeugen.
ebcnfo unvergleichbar allen anderen.
wie ihre natürlichen Bedingungen un
vergleichbar bleiben. Kein deutscher
Offizier, der ihre Manöver sah, zwei
fclt an der Einzigartigkeit dieses
Volkshccrcs, und auch der Kaiser, der
viele zu vergleichen Gelegenheit fand.
bestätigte den Schweizern, was alle
Welt ihnen willig zuerkennt.
Daß die Schweiz als uneinnehm
bar gilt, während die Schweizer selbst
einmal erobernd vordringen könnten,
ist die erste Bedingung einer natürli
chen Neutralität. Die zweite ist ihre
Politische Lage besonders in diesem
Kriege. Sie ..ersetzt mir zwei Korps",
hat der Kaiser gesagt, aber er wußte,
daß sie auch Frankreich zwei Korps
ersetzt. Und wenn wir uns aus na
türlichen Gründen hüten würden,
diese uns höchst wertvolle Neutralität
spontan zu brechen, so wird erst recht
Frankreich einmal durch einen Ein.
brach das Signal zu einem allgcmei
nen Durchbruch geben: denn wie ein
Geschenk der Götter wurde, ihm jetzt
zugunstcil, dies Land als Steil zwi
schen die verbündeten Kaiserreiche ge.
hauen, die sonst ihre Truppen bequem
oder doch viel bequemer nach Westen
zu vereinigen könnten.
Die dritte Gewähr für die Partei
losigkeit der Schweiz liegt in der
Vielfalt ihrer Nationen. Denn eben
weil sich auf diesem kleinen Kamm
drei Sprachen stoßen, drei Kulturen.
drei kaum mehr verwandte Völker,
ist ihnen die Möglichkeit, als Ganzes
Partei zu ergreifen, genommen, da
sie nun einmal ein Ganzes gebildet
haben. Dies Ganze aber ist viel zu
fest gefügt, als daß der Abfall eines
Teiles oder Drittels auch nur aus
denkbar wäre. Was andere Staaten
schwächt, was Oesterreichs Leben gc
fährdct. das gerade sichert in einem
kleinen fest umklammerten Gebilde
j die Einheit und sichert somit Partei
ist berühmt wegen
'seiner vorzüglichen
Küche,
t j
serviert zu jeder Tageszeit. Exqui
Z j
i
? j
!
t !
Ecke.Broadway und
T j
John R. Str.
1rirr4rr"
losigkeit im großen, wo sie im einzel
nen Parteilichkeit aus Gründen ver
schiedener Sprachen und Kulturen re
gen muß.
Natur. Lage und vor allem die
Vielfalt der Sprachen und Stämme
bedingen und gewährleisten die Neu
tralität der Schweiz in einem Äaßc.
wie sie keinem anderen Staate Euro
pas gleich notwendig, gewissermaßen
immanent ist. Wahrhaft intensiv".
sagte kürzlich in einer Vankcttrcde in
Bern ein bekannter Politiker, fühlen
wir Schweizer erst unserm Patriotis
mus vibrieren, wenn an unserem
Tisch, wie hier, deutsch und franzö.
sisch, italienisch und romanisch er
klingt". Diese Vielheit auseinander
stehender Kräfte wird jetzt, da die Ge
fahr der Parteiergreifung täglich in
tausend Gesprächen akut wird in
Redaktionen, an Stammtischen, in
Zeldbaracken, auf der Alm, soweit
dort noch Männer sind, denn von 17
bis 50 sind alle eingezogen , jetzt
wird diese Vielheit durch einen mich
terncn Volkswillen in eine zurückhal-
tcnde Politik geeint. Ziveierlci wür-
dc sonst gefährdet: Freiheit, die sie
fo leidenschaftlich begehren und
Ruhe, Stille, Besitz, in denen sie gern
ein etwas menschenscheues, gewiß
aber sehr auslandscheues Leben fiih.
ren. .
Die Schweizer Neutralität ist teu
rcr als jede andere. Sie allein wird
v.m keinem Staat in keinem Friedm
belohnt werden, sie will sich nirgends
arrondieren", sie ist von Expansio
nen durch das Schicksal abgetrennt,
Und doch will eine Ironie der Eilt-
Wicklung, daß gerade dieses einsamste
Land in der Mitte liegen und alle
Welt anziehen muß: fünf Prozent lc
ben direkt und sehr viele indirekt von
den Fremden.
Am schwersten hat es in solcher La
ge die Presse, und wirklich ist ihre
Haltung im Augenblick gar kein
Spiegel der öffentlichen Meinung.
Statt die Gcfamtstimmung darzustcl
lcn, stellt sie Stilnmungen dar, aber
niemand wird von uns eine Objektiv!-
tät fordern, der Dcutfchfrcundlichkeit
und Tcutschfcindlichkeit glcicherma-
ßen verwürfe.
Von den drei Stämmen ist nur der
französische chauvinistisch. Tas J'our
nal de Genovc" versucht gelegentlich
erne parteuo ere 'antcüung, aoer
eistens ist es ein Blatt aus der Pe
riphcrie von Paris: vor allen aber
treibt die Gazette de Lausanne" ih
ren Deutschenhaß so weit, daß füh
rmdc Männer in Bern daran gedacht
haben, das Blatt' amtlich zu warnen !
Seine Berichte feit dem 1. August
werden als Kalender der Erfindun
gen nur etwa von der Times" über
troffen, und in Paris giebt es kein
Blatt, das seine nationale Sendung
so völlig mit unwürdiger Bosheit der
wechselt hätte. ,
Im Tessin ist es besser. Der Tcs
sincr, sehr zu unrecht oft für einen
Schweizer zweiter Güte gehalten, ist
dem Italiener weder so verwandt
noch zugetan wie der französische
Schweizer dem Franzosen. Wirklich
ist er ein ganz besonderer Typus, der
selbst in seiner Sprache den Italiener
nur wie ein ferner Dialekt berühren
kann. So gewiß es eine große Rhone
Partei giebt, die diese europäische Ge
legenhcit gern ergriffe, um französisch
zu werden, so gewiß giebt es keine
Tcssincr Partei, die sich sehnte, das
eingeborene Republikanertum dem
italienischen Königreiche einzuordnen.
Da aber Neutralitäten nicht bloß von
Eingeborenen abhängen, auch vom
Nachbar, fragt es sich, ob nicht Jta
lien seinerseits Gelüste nach den schö
nen Tälern hat. Wirklich ist die Be
festigung an dieser Grenze zurzeit äu
ßerst stark, und während man imNor.
den und Westen höchstens mit einem
Wunsch zum abkürzenden Durchzug
fremder Truppen rechnen könnte, den
ken die Skeptiker im Süden an die
Möglichkeit eines erobernden Ein
falles.
Tiefer Einfall wird nicht stattfin
den. Erstens hätten die Italiener
von Tessin gar keinen Gewinn als ei
nen moralischen und auch diesen
im Grunde nicht. Tie Täler. Berge
und Almen sind arm. selbst wo sie
fruchtbar find, und ihre Bewohner
weder industriell noch zukunftsreich.
Es ist ein dunkles, schönes, unpoliti
schcs Volk in einem dunklen, roman
tischen Lande. Wer sie in langen
Jahrm kennen gelernt hat, liebt sie
vielleicht als Künstler als Politi
ker würde er sie nie begehren. Zwei
tens ist der Tessin beinahe irnein
nchmbar. Der Streifen am Lago !
Maggiore ist noch am ehesten zu faf.
jen, (wer am mnsaitstor von eum
zona beginnen, mit Benutzung der al
ten Buraen.' die Befeitlaunaen und
steigern sich, bis zum Gotthardt hin-
auf, im gleichen Verhältnis an Stär
kc. wie die Breite des Tales abnimmt
und somit die Uneinnehmbarst
wächst. Am Gotthardt schließlich ist
ein natürliches Sperrfort mit Kunst
so ausgebaut, daß es den Italienern
fogar nicht unlieb ist: . denn es hin
dert jeden Einmarsch eines nördlichen
(imaginären) Eroberers.
In der deutschen Schweiz herrscht
jetzt wie immer eine nm
mung zu Deutschland hin, die mit der
westlichen sranzoscnfreunollchen gar
nicht vergleichbar ist. Der deutsche
Schweizer hatte den Deutschen nicht
acradc aeliebt. ihn immer oder
doch seit dem Beginn moderner In
dustrie als tätigen Konkurrenten
empfunden, und selbst mit dem Süd
deutschen sich nicht als Bruder ge
fühlt. ' Seit zwei Ihren ist das an
dcrs geworden. Die alten Klagen der
in Zürich oder Bern angesiedelten
Deutschen hörten auf. die Stimmung
wurde gut: das war fichtlich das Ver
dienst des Kaisers. Wäre der Aus
druck nicht dem ruhigen, mißtrauisch
wägenden Naturell des Schweizers
ganz unadäquat, man könnte sagen.
daß dem Kaiser bei seinem Besuche
das Herz dieser sehr unmonarchischen
Schweizer zugeflogen ist. Und über
dies hat im Beginn des Krieges die
kluge Loyalität, mit der die Reichere
gierung gewisse Getrcidctransportc,
die schon unterwegs waren, ohne
Förmlichkeit in die Schweiz hat Pas.
siercn lassen, den Bürger erfreut. Die
Affärc der Gcncralswahl, die von
französischer Seite aufgeputzt worden
ist, hat immerhin vielleicht durch
Zufall den notorifch dem Kaiser
befreundeten Wille an die Spitze der
Armee gesetzt, denen söhne deuyche
Offiziere waren und dessen Enkelin
Kaifer Wilhelms Pateilkind ist
Diese sicherlich deutschfreundliche
Haltung beruht aber in keinem Fall
auf der Absicht. Deutschland strategi
sche Gefälligkeiten zu erweifen. fon
dem einzig auf dem Vertrauen, daß
es solche Gefälligkeiten ebenso wenig
erbitten wird, als.es zu Gewalttätig
keiten imstande wäre. Wer jetzt in
der Schweiz die Stimmen kenntnis
reicher Männer hört, gewinnt die He.
bcrzeugung. daß die Anerkennung der
TOntrnTitäf trt fctnW Tiof.itt Vrim
Falle durch die stärksten Persönlichen
Zusagen unterstützt worden ist.
Aus der Presse wäre ein gleiches
nicht zu schließen. Einige große Jour
nale verbergen nur mühsam ihre we
mg freundliche Haltung. Dagegen
muß man laut den Berncr Bund"
und die Basler Nachrichten riih
men.
In solchem Spiel verschieden ge
formier Wünfche - und Neigungen
wird das Gleichgewicht echter Neutra
lität, die die Natur von diesem Lande
fordert, durch das Heer vollends ge
währlcistct. Die unsinnige Jnsinua
tion, es beständen schwcizerisch-deut.
sche' ..Gcheimvcrträge", wäre schon
durch die Verfafsung dieses Landes
ganz hinfällig, nach deren 13 es
gar kein stehendes Heer" giebt und
keinen ', Oberbefehlshaber. Niemand
kann Verträge schließen als die Ber
ner Regierung, niemand ist Mili
tär" als Kaste. Nicht einmal im Falle
des Krieges kann die Gewalt wie
jetzt bei uns auf das Militär über
gehen.
Darum ist auch die gegenwärtige
Mobilifation wahrer Volkswille"
und niemand klagt darüber! Sie ?o
stet täglich fast iy2 Millionen Francs
und dies für nichts, nur zur Si
cherheit. und dies mit Aufbietung je
des Mannes, ganz anders als in Hol
land und Italien.
. We? die Schweizer nicht kennte.
hätte sie bei diesem Anlaß als Charak
tere begriffen. Anfangs herrschte
hier in diesem ganz unangegriffcnen
Lande eine Panik von solcher Stärke.
daß, wer von Wien nach Zürich reifte.
erst an der Grenze bei Buchs eine
Aufregung fand, wie sie ein europäi
scher Krieg erzeugen mag. Als aher
in wunderbar kurzen Tagen
dies hcerlose Land aus seinen vier
Millionen Menschen 400,000 in Was.
fen und auf die rechten Plätze e
bracht hatte, sahen fich die Schweizer,
so rasch beruhigt als vorher bewegt.
i im-M n ! ai ' m ' 1 ' nnwf ) y
sYtsf(R mmmm
MkiSkle) MW
wlAT iBrnvadBeer. 1 " II
In America ' , r jl
f' WW! : " j J '
lm SERVE0 WHEREVER QUÄlXIT C0UNTS 1
jlk IMnittl Min Zl" jW
. für eine Kiste ' I xV!
Abgeliefert za Hause I H XX
a. - - 4 , , - " ta
B' ' v ""... T1 T ff
, ine stron ürw$r va uetrosr,, imco. g
' -"fg"ü;. II II II' II' Hills
in Europa um, kauften Karten und
Zeitungen, sprachen für uns oder für
die Franzofen, und sprachen, wie sie's
aus Friedenszeiten gewohnt waren.
Belebt von Meinungen sür und wi
der, liegt jetzt die Schweiz in der Mit
te Europas beruhigt, gewaffnet.
ohne Wunsch als den, es möchte rings
umher bald ein Ende nehmen.
Ein opferfreudiges Dienstmädchen.
Einen geradezu rührenden Beweis ,
von Vaterlandtliebe und Hochherzig
seit, wohinter die Spenden saufen
der von Reichen zurücktreZen müssen, j
bat. wie das Kölner agcblatt mel !
det, ein Dienstmädchen erbracht. Eö ;
hatte beim Ausbrnch des Krieges d.'n !
Himmel um den Sieg der Deutsch? !
angefleht irnd dem lieben Gott ge
lobt, wenn er ihr Gebet erhöre, lyr:
Erspanisse sür das Vaterland z.i
opfern. Die glänzenden Ninnueta
ten unseres Heeres erschienen ihr al-.
die Erfüllung ihres Gebetes, und c
machte sich mit ihrem Sparkassenbuch
auf den Weg zum Ortsvorsieher.
Tiefes Sparkassenbuch verzeichnet
aber den betrag von zmciiaulenoi.'ln.
buildertsechsundneünziq Mark,
er
und
Ortsvorsteher war tief gerührt
versuchte dem Mädchen klarzumachen.
daß die Summe vlcl zu yoa? ia uno
haft es selbst mal :n Vtot geraten
könnte, wenn sie alle hre Ersparnisse
oviere. Aber sie blieb dabei uno
meinte, sie diene bei so guten Leuten.
daß sie wohl nicht m Rot geraten
werde, wenn ibre .Graste na2jt?encii..
Auch der Herr . Oberbürgermeister
war der Ansicht., daß man die Spende
der edlen Person nicht annehmen
Frtrtllf
Aber das Ticnstmac'chi tatst
nickt mit sich reden, es will seine Er
Zparnisse für politische Zwecke herge
VM UN0 MelNl.
keiner könne c hin
dcrn. zu tun. was ihr .verzenoeours.
ms sei. Der tau steht rooni einzig
da und ist. wie schon angedeutet, für
manche - reiche Familie beschmeiid,
219 Mark, die ganze Habe, eines al
ten Dienstmädchens welche urn
men müssen da von woytyavenoeii
9cut nelvcndet werden, um jenem
Betrage die Wage zu halten! Und
wie lächerlich winzig ercyni ru
gen' das. was heute so msnaicr uno
obendrein noch mit Widerstreben
gibt. -
Die trcntlosen." Blondinen.
Nach der Statistik hat das vergan
gene Jahr in den Vereinigten siaa
ten an Ehescheidungen einen Rekord
gezeitigt. Wurden doch nicht wem
aer als -1 90.000 ; Ehen geschieden
Woran das liegt, hat ein findiger
Journalist durch dcnvmwcis erklärt
daß unter hundert Gcicylcocnen unu
Tur iMUlvlg cnuiiiucu lyuiui
Blondinen sind. Auf Grund diezer
cstitklluna ickirelbt der Mann in
bcllcr Entrüstung in den New York,
Times": Es ist geraoezu em vloo
sinniaes Vonnteil. an die Gute öcr
blonden Frauen zu glauben. Tie
Blondinen sind samt und lonoers
launisch, gefallsüchtig, cigenmütig u.
graufam. Eine Ehe mit einer Blon
dinc führt fast ausnahmslos zu ei
ncm bö'cn Ende. Wenn wir uns
über die blondenFraucn falsche Ideen
machen, so sind daran die Maler
schuld, die ihre Madonnen und Hei
ligen fast immer blond dargestellt ha
ben. aus dem einfachen Grunde, weil
die helle Farbe des Haares dem Bil
de eine vorteilhafte Lichtwirkung
sichert. In Wahrheit sind Blondinen
alles andere als Heilige". Ter gute
Mann, der hier über die Blondinen
wettert, schüttet das Kind indessen
mit dem Bade aus. Er vergißt ganz,
daß in Amerika die Blondine so in
der Ucberzahl ist. daß 95 Prozent al
ler amerikanischen Frauen blonde
.fiam-e kabcn. Tcr Prozentsatz, der
an den Ehescheidungen beteiligten
Blondinen erklärt sich somit ohne
weiteres und ganz natürlich. ' ohne
daß man nötig hätte, zwischen Haar
farbeund Charakter ebenso gewagte
wie anfechtbarcZujammrnyunge- aus
zutifteln. ' ' -
M-MW AH
von
CÄWHST'S
Haupt-Office: 14ö riswolcl Str.
Telephon Main 5198.
YitftDS
Ott VeUe b nchk, St.
, a4sta 8ftstcsttrtt.
Mober 1 f.
Dimmer LOS Mreitmeysr , Hebciuö.
Felstcherungs-, Wotariat und Hrundeigew
tnms . Geschäft. .
Vekephon Main S409.
Großer Wohltätigkeitö-Ball
für die Witwen und Waisen der gefallenen Krieger Tcutschlan?? und Qester .
reichNngarns, .
veranstaltet von
Veteranen der Deutschen Armee Ho.
am
Samstag, icii 31. Oktober in dkr Arbekter.Halle
Ecke Russell, und Catherineftratzel -
Musik von der Teutsch-Ungarischen Musikkapelle. Tickets sind in allen
deutschen Vereinshallen zu haben.
Nasenverstopsnng
Probiert meinen
Sofortige Linderung, wenn Nase und
5lopf durch Erkältnvg verstopft
sind. Beseitigt , die peinlichen ka
tarrhalischen Auswürfe. Dumpfe
Kopfschmerze verschwinde.
Versuchen Sie Ely's Cream Balm.
Kaufen Sie eine kleine Flasche, nur
um es zu versuchen bringen Sie
ein wenig davon in die Nasenlöcher,
und die verstopfte Nase und Luftröh
ren des Kopfes werden sich sofort öff
nen; Sie werden frei atmen: Wattig
seit und Kopfschmerzen verschwinden.
Am näckiten Morgen wird der Ka-
tarrh, die Erkältung im Kopf und der
wunde Hals geheilt fein!
Beseitigen Sie das Uebel jetzt!
fivmft Kil die kleine Masche von
Vcrgnugungs-Anzeigen.
'Icinprl-Tlicater
25 Matie tilich.
Lonesome Lassies. Zwei Hollan
ders; Bert Fitzgwbon; Allan Xme
hart & Co.; Pederson Brüder; Julia
Curtisz Manny: Roberts; yaö.
Thomson; Mooreoscope.
i 4 II II ,f. 1 rlkölk. kgrnddr,
i;AllJuUA.V d-m Hctel adiUar.
Zwetml täglich. Pnlörk Preilr.
Positiv die beste Vorstellung dieser
Art auf Reisen.
F0LLIES 0F PLEASURE
Nächste Woche: Frcnch -Models".-
Mi 1 es
3 vrftellni t glich.
SagllAc SU,ei 2;3U.
lüuu Sitze t luc.
THE KINCAID KILTIES'
11 Ladö und Lassies 11.
7 Andere gute Akte 7.
Aienue Tlit ater SSE?."
SJial. Sonnt.. Dienst. Sötuierjt.. 3u::m
Eintrittspreise 10c, 20c, 30c und 60c
Wochentag Matinee 10c 20t.
Tlie Perils of Pauline
Nächste Woche: .TheFactory Girl".
Amardtd Grand Pnzt Gld
Mtdal and Dtplama tf Hnr
Anttutrp, Btfgmm, 19Jt
SOS'TS.
Ftft fett ivz 1tc vchß,
fit. U20 peaKtiraftt., (Ktt kn
et SltftUM e4(n4K ,
0artenstein
sosort geholsen
Catarrh Balsam
Ely's Cream Balm" in irgend einer
Apotheke. Tiefer süße, heilsame Bal
sam löst die Entzünduig der Nasen
löcher; zieht ein und heilt die ge
schwollenen Schleimhäute der Nase,
des Salses und Kopses; reinigt die
Luftröhren; beseitigt die peinlichen
Auswürfe und wirkt erfrischend und
erleichternd.
Liegen Sie heute Nacht nicht schlaf
los. nach Luft. ringend, mit verstopf,
ten Nasenlöchern, hustend und keu
chend. Katarrh oder eine Erkältung,
mit dem faulen Auswurf und dem
trockenen Gefiihl find absolut nicht
nötig.
Setzen Sie Ihr cVrtauen nur
einmal in Ely's Cream Balm"
und Ihre Erkältung oder Katarrh
verschwinden sicher. (Anz.
i j v ei &c i r 1 1 " ls ,u
MU Lftt .Vt, Djkiltfi t tU Mfc
Z1!atineeb Mittwoch nd Samftag
, Alle Sitze 25c.
Tlie Blindness of Virtue,
Nächste Woche: Mutt und Jeff
in Mexico".
ti VFTY öweimal glich. S
"--' - men t mattnt( 10t
adillae S). nk Bäte Str. Sie fit chi:
Clias. Robinson and
Carnatlon Beauties
Nächste Woche: Million Tollai
Tolls". .
FOLLY
Matinees täglich
10c 20c 30c
Die Tchnelligkeitsgrenze des HumorS
überschreitend: ,,The Joh Riders".
Große Geselleschaft von Sängerinnen
und Tänzerinnen. Extra: The
Taure of the White Serpeut".
10c 20c 30c
G.,?., Malinee: Dtensta.
SiVVlQ K" Donnerllag. Samstag
25c; einig, 60C
-ldcndj ZU bi üOe einige ei( fkr 75s.
TUE 5IIDNIGIIT GIRI.
Mit Weo. MacFarlaue.
- Schöne Mädchen,, lebhafter Tanz,
die neuesten Pcnüser Kostüme, Orche'
stcr von 23.
II

xml | txt