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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, December 05, 1914, Image 5

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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Detriter AbendvR, Samstag, den ö Dezember 1914.
8
Lokales.
53! Tie TelephonNummer der
Abenöpost ist: Main 2934.
Wetterbureau Washing"
i n g t 0 n, 5. Dezember 1914.
Für Tctroit und Nmgegeud:
Heute nacht und morgen, bewölkt
und unbeständig: watirscheinlich Re
gen; frische Nordwinde.
An die Leserinnen.
Wegen vcrspättten Eintreffens
kann das Tczemberheft der Teutsche
Hausfrau" nicht morgen, sondern erst
am Sonntag, den 13. Dezember, ab
geliefert werden.
Tie Geschäftsstelle derWcndpost.
Kurze ietaötuculglnteu.
'Polizeiinspektor John
53. Downcy hat der umgebildeten
Free Lance" Schwadron der Polizei
seine eigene Maschine zur Benutzung
übergeben und erklärte gestern, daß
es unbedingt notwendig si. daß die
S6)wadron zur schnellen Beförderung
ein Automobil besäße. Er selbst wird
in Äukunft das Automobil, des Poli
zei Tepartmcnts benutzen.
Trotzdem zur Ieit nur 12
Pockenfälle in der Stadt herrschen,
bat das Gesundheitsamt, um die
Verbreitung der Krankheit zu der
hindern, eine größere Jnkpfkam
pagne in Fabriken und Department
geschäfteu eingeleitet. Die Eigentn
mer solcher kooperieren mit den Be
amten, indem sie Leuten, die sich wci
gern, sich impfen zu lassen, mit Ent
lassung drohen.
Inder -chillerballe wird mor
gen nachmittag die Herde No. 1 des
Ordens der Moose eine große Klasse
neue Mitglieder einführen und öln
sprachen werden gehalten werden von
Er . . uprcmepräsidcnt Charles F.
Eberbardt und Ex Suprcmsekrctär
Joseph H. Ienking. Auch werden
?kominationcn für Beamten fürs
kommende Jahr gemacht und ein Im
bis; serviert werden.
George H. M a r w e l l,
wohlbekannt als onvcrsationalist.
wird Sonntag nachmittag im Tc
troitcr Kunstnmseum den üblichen
Vortrag halten und zwar wird er
über daZ Thema Wie man " dem
europäischen Kriege ein Ende machen
kann" sprechen. Der Vortrag wird
durch Lichtbilder illustriert sein und
wird auch ein musikalisches Pro
gramm abgewickelt wcrdm.
M i k e B a b i tz wird von der
Polizei gesucht und wird er beschul
digt. der Frau Anna Rabich. 40
Jahre alt und No. 349 Ost Ferry
Ave., seiner Kostmirtin. nach einem
Wortwechsel gestern nachmittag eine
Nevolvcrkugel in das linke Schulter
blatt gejagt zu haben. Die Frau
nulßtc nach dem Gracc.Hospital über
führt werden, doch ist sie nicht ernst
lich verwundet. Babitz soll in eifer.
süchtiger Rage gehandelt haben und
entfloh nach der Schießerei aus dem
Hause.
Als der Grand Trunk Perso
ncnuia. der um AG Uhr abends in
Detroit fällig ist. gestern abend an
der Iunction Avenue passiettc. wur
den zahlreiche Stcinwürfe auf ihn
abaeaeben und fast jedes Fenster des
.uaes wurde demoliert. Dies ist
nicht das erste Mal. daß derartige
Angriffe erfolgen, doch bisher tst
noch nie etwas geschehen, um diesem
großen Nnfuge zu steuern. Jetzt soll
eine Untersuchung eingeleitet werden.
Zum Glück wurde gestern niemand
von den Steinen oder den Glasscher
ben getroffen.
" Als der Postdanipfer C. F.
Biclman. Jr.. gestern abend spät die
Arbeit des Tages auf dem Detroit
fluß vollendet hatte und von der
letzten Fahrt in seinem Hasen einlief,
entdeckten die Beamten, daß sich. Rat
ten auf das Boot geschlichen hatten,
die in großer Anzahl über Tische und
Bänke sprangen und sich als die Ei
gcntümer des Schiffes benahmen.
Die Angestellten des Bootes machten
sich kampfbereit und lieferten den
ekelerregendenNagcticren eine blutige
Schlacht und nach derselben konnten
etliche Dutzend erschlagener Ratten
überBord geworfen werden, während
die übrigen es vorgezogen hatten,
das Boot freiwillig zu verlassen.
Wie die Ratten auf dem Boote ein
dringen konnten, ist nicht bekannt,
drch wird vermutet, daß es beim An
legen an eines der den Strom passt:
rcnden Schiffe zu nahe einer Luke
befeftigt wurde und die Nagetiere
durch diese auf den Dampfer gelang
tzxu
Kleines Mädchen von
Brotloagen getötet
Drei Automobilisten wc
gen Fahrlässigkeit ge
stcrn vcrhaslet.
Tret Berkchrsunfälle durch Unvor
sichtigkeit veranlaßt.
Nick Gorolozyk mag tödliche Vcr
lctzungcn erlitten haben.
Andere gestrige Verkehrsnnfälle auf
Tetroiter Straßen.
Dem Verkehrsmoloch fiel gestern
nachmittag die fünf Jahre alte Jo
seichine Siford. aus No. 15 Mark
Straße, zum Opfer, indem fie an der
l2tot, nahe der Bryant Strafe, von
einen: Ablicferungswagcn der Dc
troit Baking Co.. der von Milcs Ca
meron. 27 Jahre alt und No. 17G5
Russell Straße wohnhaft, gelenkt
war. getroffen und überfahren
wurde.
Das Mädchen scheint von dem
Pferde getroffen und unter die Rä
der des schweren Waacns acsckleudert
morden zu sein und war überfahren
worden, ehe deruhrmann überhaupt
wußte, daß sich ein Unfall zugetragen
hatte. Cameron wollte weiterfahren,
als er laute Rufe vernahm und als
er sich umschaute, 'ah er das Kind
regungslos auf dem Straßenpflaster
liegen. Er sprang ab und hob das
Kind ans. legte es in seinen Wagen
nieder und brachte es nach der elter
lichen Wohnung: später wurde das
schwor verletzte Kind nach dem Pro
vidence Hospital überführt, doch auf
dem Transport dorthin wurde es
vom Tode ereilt.
Eameron wurde unter der Anklage
des Todschlags in Haft genommen
und in der neunten Bezirks Station
eingesperrt, doch nach kurzer Haft auf
Anordnung des Eoroners Rothachcr
wieder in Freiheit gefetzt, denn dieser
Beamte hatte festgestellt, daß Eame
ron keine Schuld an dem trarnafti
Unfälle beizurncssen sei. Der Vater
des getöteten lindes war der ersten
einer, welcher Cameron von jeder
Schuld freisprach. Cameron steht
fett etwa einem Jahre in Diensten
der Detroit Baking Co. und gilt als
vorsichtiger Fährer.
ZweiAutomobisten wurden gestern
im Nord Woodward Distrikt unter
der Beschuldigung der Fahrlässigkeit
von der Polizei in Hast genommen
und in der Bethune Station eingc
svcrrt. James A. Wilson. No. 29 Na
lional Avenue. der ÄMIfs Kassierer
der Ersten und Old Detroit National
Bank und Frank E. Ellis. No. 2711
Woodward Avenue. waren die Au
toisten, doch wurde Wilson bald nach
seiner Verhaftung und Ellis wenige
Stunde später wieder in Freiheit
gesetzt.
Wilsons Automobil krachte an der
Greenwood Avenue. zwischen Stan
ley und Holden Avenue mit dem
Gefährt des Nick Gorolozyk, aus No.
797 Holbrook Avenue. zusammen:
Gorolozyk wurde von seinem Sitz auf
das Pflaster geschleudert und zog
sich schlimme Verletzungen am ganzen
Körper zu. die feine Neberführung
nach dem Grace Hospital notlvcndig
machten. Die Hospitalärzte erklären,
daß Gorolozyk lebensgefährliche Ver
Atzungen davongetragen haben mag.
enn sein Rückgrat wurde angeblich
gebrochen.
Mächtige Scheinwerfer vor der
Maschine des Frank Ellis verursach
ten den zweiten Unfall, dem Frl.
Mattha Diethke. ein Dienstmädchen
in Twnsten des George T. Edwards.
Nc. r9 Pingrcc Avenue. zum Opfer
fiel. Das junge Mädchen hatte so
eben eine Woodward Avenue Car an
Scward Avenue verlassen und wollte
quer über den Straßendamm schrei
ten. um das Trottoir zu erreichen,
als Ellis' Maschinne angefahren kam.
Das Mädl,en wurde durch das arelle
Licht der großen Scheinwerfer, die
vorn an der Maschine angebracht
find, und das es geradezu blendete,
konfus und ehe Ellis den Unfall ver
hüten konnte, war das Mädchen ge
troffen. Frl. Diethke erlitt den
Bruch eines Beines und andere
schlimme Verletzungen und mußte
nach dem Grace Hospital überführt
werden.
Der elf Jahre alte Harold Osgood.
ein Zeitungsträger aus No. 520
Canton Avenue. wurde gestern nach
mittag an Canton Avenue. zwischen
Berlin Straße ' und Mack Avenue.
vm dem Automobil des A. C. Bow
man.?c0. C57 Canton Avenue. ge
troffen und zum Glück nur leicht
'c.litt. Bowman hob den Knaben
in seine Maschine und brachte ihn in
die elterliche Wohnung, wo ein Arzt
sich des Verletzten annahm.
Horace I. Worthington. No. 496
Gratiot Aveniw wohnhaft, wurde
gestern nachmittag an Gratiot und
Librarn Avenue wegen ahrlasstg
keit von Verkehrspolizist Krause in
Amt Genommen, nachdem er Frau
A. E. Wilkinson. aus Highland Park.
an genannter Straßenecke niedergc
fahren hatte. Worthington hatte die
Kontrolle über seine Maschine verlo
ren und prallte dieselbe gegen einen
Rinnstein und fuhr auf das Trottoir.
wo fich Frau Wilkinson mit vielen
anderen Passanten befand.
Frau Wilkinson konnte sich nicht
mehr in Sicherheit bringen und
wurde nicdcrgcfahrcn; sie wurde
nach dem Bureau von Dr. L. P.
Brcitcnbach. im Brcitmcyergcbäude
gebracht und von dort aus, sobald fie
sich erholt hatte, nach ihrer Wohnung
überführt. Worthingtons .Maschine
krachte auch mit dem Automobil des
A. W. Tossn. No. 1003 Seyburn
Avenue. zusammen und beschädigte es
schwer.
Es ist zu viel des
Guten.
Deutsche Vereine erbitten
für sich Schon
zeit. Hilfsfonds Veraustaltuugen beein.
trächtigen ihre Festlichkeiten.
In Stadtverbaud Versammlung
wird Klage g führt.
Verband tritt für Berücksichtigung
der Vereinsintercssen ein.
Der Umstand, daß gestern der
Turnverein zugunsten des Hilfs
fonds für die Witwen und Waisen
der im $!rieg gefallenen Teutschen
und Oesterreich-Ungarn ein Schau
turnen veranstaltet hatte, veranlaßte
die gestrige Delegaten Versamm
lung des Stadtoerbandcs. die
Sitzung so kurz als möglich zu
gestalten, worauf von sämtlichen An
wcsenden ein gemeinsamer Marsch
nach der Turnhalle angetreten
wurde.
Präsident Leo Taube eröffnete die
Versammlung, die nach Erledigung
der Routme.Gesckäfte zur Aufnahme
Herrn Pastors Rcv. Fr. Fncrst von
Halfway. Mich., als Einzelmitgliedes
schritt. Präsident Taube stellte das
jüngste" Mitglied des Verbandes
vor. der in mit stürmischem Applaus
aufgenommenen Worten seiner
Freude Ausdruck gab. an den Be
strebungen des Stadtverbandes akti
vcn Anteil nehmen zu können.
Da es die letzte Versammlung vor
der im Monat Januar stattfindenden
Generalversammlung und Beamten
walil war. wurden einige Fragen in
Zusammenhang mit der kommen
den Generalversammlung besprochen.
Letztere sollte am ersten Freitag des
Monates Januar stattfinden, der
diesmal auf den 1. Januar fällt.
Angesichts des Umstandes, daß dies
ein Tag ist, an dem ein voller Besuch
der Versammlung kaum zu gewärti
gen ist. wurde beschlossen, die Be
amtenwahl auf den zweiten Freitag,
d. i. der 8. Januar, zu verlegen.
VizePräsident Sternhagen nrachte
hierauf aufmerksam, daß er in ver
schicdenen Vereinen die Beobachtung
gemacht hätte, daß die patriotische
Stimmung, die zu Beginn des Krie
gcs geherrscht hatte, ersichtlich crkal
tct fei. Er gab seinem Bedauern
darüber Ausdruck und regte an. daß
seitens des Stadtverbandcs etwas
geschehe, den Enthusiasmus für das
alte Vaterland wieder zu erwecken.
Eine Reihe von Rednern wies darauf
hin, daß t!?e zahlreichen int Interesse
des Hilfsfonds für die Witwen und
Waisen in Deutschland und Oester
reich.Ungarn veratistalieten Fcftlicki
leiten und Bazaare die üblichen Fest
lichkeiten der Wintcrsaison, von deren
finanziellem Erträgnis häufig genug
die Existenz der Vereine abhänge,
schädigten. Es wuide der Wunsch
ausgesprochen, daß über die Winter
saison diese Interessen der Vereine
Berücksichtigung fänden. Glcichzei
tia wurde angeregt, daß um die
Mitte des Monates Februar oder an
fangs März der Stadtvcrband selbst
eine Festlichkeit zugunsten des Hilfs
fonds gäbe. Diese Anregung wird
in der nächsten Exekrttivsitzung be
sprachen und der kommenden Gene
ralversammlung diesbezügliche Em
pfehlungen unterbreitet werden.
Da keine weiteren Geschäfte vor
lagen, erfolgte die Vertagung der
Versammlung.
Sclbstmordalisicht wurde
zuschanden.
Fred Winter, 30 Jahre alt inst
No. 587 Monroc Avenue wohnhaft,
hatte gestern den Abschied von seinem
Mädchen erhalten und aus Schmerz
darüber wollte er sich umbringen.
Er kaufte sich eine Portion Karbol
säure und nahm diese an erster und
Fort Strafen zu nch und legte Uch
auf das Trottoir nieder, um zu ster
ben. Es kam aber anders, denn er
wurde aufgefunden und schleunigst
mittels einer Polizciambulanz nach
dem St. Marienhospital überführt,
wo Gegenmittel mit Erfolg in An
wendung gebracht wurden. In etli
chen Tagen wird Winter das Hospi
tal verlassen können.
Begegnen sie GcncralHindenburg.
Sind die Russen drunter durch.
Tremsen sie General Sanders
Dann ist es nicht anders.
Rcformanstalt für
Frauen.
Gouverneur befürwortet
solche in tvllrmen
Worten.
Gründliche Reorganisierung der An
stalt in Adrian notig
Jetziges Systnn trage zur Vmneh
ruug der Berbrecherklasse bei.
Gouverneur Ferris war gestern
abend der Hauptredner bei einem
Bankett der Detroit Collegiate
Alumnae", aus Damen bestehend,
und im Verlaufe seiner sehr interes
santen Ansprache erklärte er, daß er
sein möglichstes beitragen werde zur
Erlangilng einer Reformanftalt für
Mädchen, und daß die Zeit nahe sei,
wo Strafanstalten nicht länger In
ftiwtioncn zur Bestrafung, sondern
zur Behandlung von Verbrechern
sein werden. Er sprach die feste
Ueberzeugung aus, daß . die Legis
latur willens sein werde, die nötigen
Schritte zu tun. wenn ihr nachgewic
seil werde, daß eine solche Reform
anstatt im Interesse des Staates
nötig sei.
Der Gouverneur hatte umfassende
Statistiken gesammelt zur Begrün
dung seiner Darlegungen. Die An
stalt, die er ganz besonders im Auge
habe, sagte er, sei die Industrieschule
in Adrian für Mädchen, in welcher
eine gänzliche Umgestaltung nötig
fei. Eine dort vorgenommene Unter
suchung habe ergeben, daß von den
383 Insassen nur zwei geistig nor
mal seien, alle anderen seien es in
mehr oder wenizer hohem Grade
nicht. Die Anstalt ist überfüllt und
keine Methode vorhanden, um die
jenigen, für welche keine Hoffnung
der Rcformierung vorhanden ist,
von den anderen zu trennen. Mäd
chen. die dorthin gesandt werden,
können gehalten werden, bis sie das
21. Lebensjahr erreichen: dann müs
seit sie entlassen werden und die
große Mehrzahl von ihnen trage
nachher zur Erzeugung von mehr
geistig defektiven Kindern bei. aus
denen sich später die Berbrecherklasse
rekrutiere. Diese Mädchen sollten
auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt
gesandt und erst entlassen werden,
wenn sie geheilt sind, wenn dies über,
hauvt möglich wäre. Es sei ein him
melschreiendes Unrecht. Mädchen, die
unfreiwillia auf die Verbrechcrlauf
bahn geraten sind, in täglich? Bcrüh
rung zu bringen mitsolchcn geistig
schwachen, die dieselbe freiwillig be
treten haben und unverbesserlich
seien.
Statistiken bewiesen, sagte der
Gouverneur, daß von 25 bis 50
Prozent aller Verbrecher geistig nicht
'lo'.nial sind; '50 Prozent der gefalle
ncn Frauen in Michigan seien geistig
descktiv. ebenso eine Mehrzahl der
Armen (Paupers) und zwei Drittel
der Schwachsinnigen hätten diese
Schwäche ererbt. In der Anstalt in
Adria, seien 21 Jahre alte Mädchen,
die geistig nur acht Jahre alt sind
und was kann man solch unglück
lichen Geschöpfen erwarten, wenn sie
in die neite Welt geschickt werden?
Die Frauen, die sich die Aufgabe ge
stellt habe, eine Rcformanstalt für
Frauen h Michigan zu erlangen,
sollten vor allein eine vollkommene
Reorganisierung der Anstalt in
Adrian fordern. Er sei überzeugt,
daß jedes Mitglied der Legislatur
die Notwendigkeit eines solchen
Schrittes einsthen werde, wenn ihm
Statistiken im Tatsachen vor Augen
geführt werdeii. Tie Bürgerschaft
müsse jedoch Wie Wünsche geltend
machen. Er glaube, daß in nicht
allzulanger Zeit jede Strafanstalt
ein Laboratorium besitzen wird zur
Untersuchung der geistigen Jähig.
keitcn der Insasse?.. Auf alle Fälle
werde er auf die Reorganisierung bec
Anstalt in Adrian und Trennung
der gefährlichen Elencnte von ande
ren bestehen.
Smith warhellc.
Gefangen:? versuchte, thu zu über
tolpcln.
James Sheehq muic gestern
abend durch Detektiv Geolge Smith
von Rochestcr, N. Z).. zurückgebracht
und wird sich auf die Auflage des
Tiebsiahls von $225 in Gild und
$900 in Checks von dcr Auto
Lunch" in der Woodward Ivenue,
wo er beschäftigt war, vcranwortcn
musicn.
Sheehy ist ein Schlaubergerund
versuchte, den Detektiv in eine alle
zu locken. Als sie sich nämlich in
Rochcster auf dem Wege zum B,n
Hof befanden, meinte er, daß es ine
schönere Reise wäre über Eana
aber der Detektiv war helle und ar
wortete: Nothina doing. Syee
hätte nämlich, so bald als der Zu
sich in Canada befand, seine Frcilas
suna fordern können und er hätte tn
Freiheit gesetzt werden müssen.
Sheehy soll eingestanden haben,, daß
er da? Geld gestohlen habe, um sich
in Rochcster auf die Anklage der Er
mordung' einer Frau im vergangenen
Juli verteidigen zu können. Es soll
jedoch nie eine Anklage gegen ihn er
hoben worden sein. V " :
War ein schöner Erfolg.
Das gestrige Schauturnen des So
ziale Turnvereius.
Der Soziale Turnverein veranstal
tete gestern abend sein übliches
Herbst - Schauturnen und zwar wird
der Erlös von demselben dem Hilfs
fonds für die Witwen und Waisen
gefallener deutscher und österrcich
ungarischer Krieger zufallen. Um
somchr erfreulich war der zahl
reiche Besuch der Veranstaltung, die
sich auch durch ganz vorzügliche Lei
stungcn der Mitwirkenden auszeich
neie.
Zur Einleitung des eigentlichen
Schauturnens hatte sich die gesamte
Turnerschar auf der Bühne grup
piert und der erste Sprecher des
Turnvereins, Hermann Köppncr"
hieß in kurzer Ansprache die Anwc
senden willkommen, worauf er Tur
ner Henry Pfeiffer vorstellte. In
kurzenWortcn erklärte dieser, daß die
Veranstaltung in erster .Reihe den
Zweck habe, den Freunden des Turn
vereins und des deutschen Turnsy
stcms die während des vergangenen
Jahres gemachten Fortschritte vor
Augen zu führen. Er sprach seine
Befriedigung aus über die zahlreiche
Beteiligung ganz bestlnders in anbe
tracht des edlen Zweckes, dem der
Erlös gewidmet sei. Der Redner
sprach dann Wetter über den Krieg,
zu welchem Deutschland durch . die
Hetzereien und Machinationen Eng
lands gezwungen wurde, die Siege,
welche die deutschen und österreichisch
ungarischen Armeen erfochten haben,
aber auch das Elend, das der Krieg
im Gefolge haben müsse. In schar
sen Worten' kritisierte er die englisch
amerikanische Presse wegen deren
parteiischen Berichterstattixig und
schloß mit dem Wunsche, daß der
Krieg bald mit einem glänzenden
Siege der deutschen Waffen sein En
de erreichen möge. Dem Redner
wurde begeistert? Beifall gespendet.
An dem sich nun entwickelnden
Schauturnen beteiligten sich sänliche
Klassen unter Leitung des Turnleh
rers Voigt und legten die Vorführun
gen glänzenden Beweis ab von der
aufoPfernderMühe, die er seiner Auf
gäbe widmet. Tänze, Marfchübungen,
Freiübungen. Geräteturnen wurden
mit einer Grazie. Exaktheit und Bra
vour ausgeführt, die höchstes Lob
verdienen und wo alle Mitwirkenden
solch gutes leisteten, ist es unnötig,
auf Einzellciftungen einzugehen. Der
gespendete reiche und wohlverdiente
Beifall legte beredtes Zeugnis ab
davon, daß das Publikum die Lei
stungen würdigte. - :
Abwechslung in die Vorführung
brachten die Vorträge del Cannstat
tcr Männerchors und des Gesangvcr
eins Concordia. die großen Beifall
fanden. Weiter zur guten Unterhal
tung trug das Orchester bei und die
ganze Veranstaltung nahm einen
höchst zufriedenstellenden Verlauf.
Juwclierladcn übt An
ziehungskrast aus.
Sallan'sches Geschäft zum fünften
Mal gestern beraubt.
Nur etliche Taschenuhren scheinen
gestohlen zu sein.
Zum fünften Male seit vcrgangc
nem September wurde in der ver
gangenen Nacht ein Einbruch verübt
in den Schmuckwarenladen von Sol
Sallan, No. 91 Woodward Avenue.
doch scheinen die Räuber diesmal
wenig Beute gemacht zu haben, ob
gleich sie einen ganzen Hausen von
allen möglichen Schmucksachen zu
sammcngerafft und zum Mitnehmen
fertig gemacht hatten. Nur etliche
Taschenuhren werden vermißt.
Der Einbruch wurde kurz nach
Mitternacht von Polizist William
Maloney entdeckt, der knapp eine
halbe Stunde zuvor an dem Laden
vorübergegangen war und alles in
Ordnung befunden hatte: er sah
etwas Glitzerndes auf dem Trottoir
wcuigc Schritte von der Tür zu dem
Juwclierladen liegen, hob es auf
und entdeckte, daß er eine Diamant
vorstccknadel gefunden hatte. Sofort
leitete er eine Untersuchung ein und
stellte fest, daß das Schaufenster des
Sallan'fchen Ladens mit einem
stumpfen Instrument zertrümmert
und die gesamte Auslage anSchrnuck
sachcn in eine Ecke des Fensters zu
sammengcrafft worden war. Von
dem oder den Einbrechern fehlte jcg
lichc Spur, doch waren Blutslcckeit
am Schaufenster deutlich sichtbar,
woraus ergeht, daß der Gauner beim
Hineinlangm in den Schaufenster
räum fich an dem Glase geschnittm
haben muß.
Sallan wurde benachrichtigt und
stellte nach kurzer Uebersicht fest, daß
mehrere Uhren verschwunden waren.
In alln vorigen vier Beraubungs
fällen machten die Räuber bedeutende
Beute, die jedoch jedesmal wieder
gesunden wurde: dte Rauber wurden
bis ietzt noch jedesmal ertappt und
tie alle sehen ihrem Prozeß im Re
ordersgertchi entgegm.
3e großer oer tooimnn, oen
englische Kricgsgerüchterstatter über
Ättsmland verzapfen, desto gieriger
vechNn,zen ihn die anglophilcn Zei
ttlNzen.
Newsom unter $500
Bürgschaft gestellt.
Wegen Todschlags an Frl. Agnes
Brown zum Prozeß festgehalten.
Corouer sagt aus, Gefaugener sei
total betrunken gewesen
Schwestern getöteter junger Tame
als Zeuginnen veruommeu.
Horace H. Newsom, No. 10
Chandler Avenue wohnhaft, der Ge
fchästsführer und Vize-Präsident der
verkrachten American Voiturette Co.,
wurde heute vormittag von Polizei
richte? Gainey unter $5000 Bürg
fchaft mit zivei Sicherheiten zum
Prozeß vor den Geschworenen an das
Rekordersgericht überwiesen. New
som ist des Todschlags angeklagt und
beschuldigt, am Abend des 27. Okto
bers Frl. Agnes Brown an Wood
ward und Kirby Avcnues niederge
fahren und getötet zu haben.
Das Polizeigerichtsverhör mußte
von Zeit zu Zeit vertagt werden,
weil zwei andere Schwestern der Ge
töteten, die ebenfalls von dem Auto
Newsonrs getroffen und schwer ver
letzt worden waren, das Harper
Hospital noch nicht hatten verlassen
können. Gestern nachmittag fand
endgültig das Verhör statt und
wohnten demselben der Bruder und
die drei Schwestern derselben dem
Verhöre bei; die Schwestern wurden
als Zeuginnen vernommen. Die Zcu
genaussagen des Coroners Burgcß.
der Newsom nach der Tötung der
jungen Tame in der Polizeistation
einem Verhör unterzog, waren wobl
die wichtigsten , Angaben, denn, trotz
der Proteste desVcrteidigers, George
Kelly, sagte der höchste Countybeamtc
aus." daß kein Zweifel darüber be
stehen k?..ne. daß Newsom schwer be
zecht war, als er ihn eine Stunde
nach erfolgtcm Unfall in der Station
aufsuchte.
Heute vormittag stellte Nichter
Gainey. vor dem das Verhör gestern
'nachmittag stattgefunden hatte, New
som unter die hohe Bürgschaft und
hielt ihn zum Prozeß vor dem Rekor
dcrsgericht fest.
Aktien werden verkaust.
Um einen kleinen Anfang zu ma
chen zur Besserung der Wohnverhält
nisse. hat das Hoüsing Reform Co
mite" des 20. Century Club die 20.
Cetttury Home Auilding Association,
Limited" organisiert mit einem Ak
tienkapital von $23,000 zu $10 per
Aktie. Zweck ist Umbau alter Ge
bäudc und Errichtung von wenig
stens einem Mustcrheim: es wird ge
hofft, daß späte? das Kapital erhöht
und Bauten in größerem Maßstabe
vorgenommen werden könnten.
Tcr geplante Model Block" kann
nicht errichtet werden, ehe wenigstens
$50,000 aufgebracht find und die
Ultternehmer hoffen, daß ihnen das
möglich sein werde. Es wird erklärt,
daß sich das Unternehmen mit 1-1
Prozent bezahlen werde: die Vereini
gung würde jedoch ihren Aktienbe
sitzern nur fünf Prozent davon be
zahlen und den übrigen Teil ver
wenden zur Besserung de? Verhält
nisse der Mieter. In anderen Städ
seit hätten sich solche Unternehmen
nicht allein als segensreich erwiesen
für die Mieter, sondern auch als pro
fitabcl für die Unternehmer. Sub
skriptionen können gesandt werden an
Frau George Johnston. Vorfitzerin
des ..Houfing Reform Komites" des
20. Century Club.
Mädchen der Verblutung
nahe.
Die sieben Jahre alte Frcda Po
lelzcr, deren Eltern in No. 1809
Hamilton Avenue wohnen, kam
gestern nachmittag beim Spielen auf
der Straße nahe der elterlichen Woh
nung zu Fall und schlug mit dein
linken Arm in eineit am Boden lic
gcnden Glassplittcr. Das Kind
schien der Verblutung nahe, als es
nach dem Bureau des Dr. Kennedy,
an der Hamilton Avenue. gebracht
wurde und Dr. Lienncdy stellte fest,
daß der GlasfpliHcr eine Schlagader
zerschnitten hatte. Nach Anlegung
des Nötverbandes wurde Frcda nach
dem Grace.Hospital überfüyrt.
Eingesandt.
Morgen abend beginnt in der
deutschen evangelischen St. Mat
thacusGemeinde, Ecke Concord und
Stuart Avcs., Otto C. Haaß, Pastor,
eine Serie von illustrierten Vorträ
gen, welche bis auf Wctteres jeden
Sonntag abend, um 7:30 Uhr be
ginnend, weitergeführt werden. Das
Thema des ersten Vortrages ist Tie
Schöpfung" und wird derselbe reich
lich mit vielen kolorierten Bildern
illustriert. Im Vormittagsgottes
dienst, der um 10:15 Uhr seinen An
fang nimmt, redet der Pastor über
die Entstehung der heiligen Schrift.
Am Mittwoch und Tonnerstag.
den 9. und 10. Tezember, abends
5 Uhr, veranstaltet der Verein der
Jungen Lei,te eine große dramatische
Unterhaltung, wozu herzlich emge
laden wird. Ein vorzügliches Pro
gramm ist dafür ausgestellt worden
und wird jedem Besucher ein genuß
reicher Abend in Aussicht gestellt.
Meinem beften Freund!
Wenn and an denLebensmarken ste5n.
An Wiegenfesten, warst du Gratulant.
Doch daß du selber Feste kannst begehen.
Wem war's bekannt? ,
Wer gab dir je ein BlümIeZn, wenn
durchmeffen
Dein Lcbensschifflein eine Meile Zeit?
Und. wie so oft. hast du cS selbst ver-
gcssen
Aus Wurstigkeit?! ;
Doch heute will ich dir zu Hilfe kommen.
Heut bist du fünfzig, gieb die Rechte her!
Du hast i,n Sturm zwei Drittel durchgc
schwonnncn
Im Lcbcnsmeer.
Wer weiß es wohl, wie sckwer die Fahrt
gewesen?
Du bist kein Großer, doch nicht unbe
kannt; 9hm sollen sie's in diesen Zeilen lesen
Vom Gratulant. '
Dein Name klingt so echt wie irgend
einer.
Denn nie gemein und niedrig war dein
Tinn.
Und einen solchen Freund wie du hat
keiner
Wie ich es bin. i
Drum heb dein Glas, wir wollen
Tchmollis trinken.
Mein lieber Oscar aus dem Tinten
faß!
Und mögen dir verdiente Ehren winken
Von dem Parnaß! t
Oscar Illing.
Ford hilft Arlicitsloscn.
Vom nächsten Montag an wird
Henry ,ord eines der Gebäude des
FordHospitals. früher Tctroit Ge
ucral Sospital an Hamilton Avenue
und West Grand Boulevard, zur
Unterbringung von hcimloscn Be
schaftigungslosen verwenden, die
dort )!achtauartier und frühstück er
halten sollen. Vorerst sind Betten
für ungefähr 50 eingerichtet wor
den, doch wifd deren Zahl vermehrt
werden: es sollen nur Männer auf.
genommen werden, die es wirklich
verdienen.
Vor mehreren Tagen besprach
ZZord im Handelsratgcbäude mit
mehreren anderen bedeutenden Ge
schäfts5euten die herrschende Arbeit?,
losigkcit und wurde während des Ge
spräche gesagt, daß schr viele der
ArbciNloscn nach Tetroit gekommen
seien in der Hoffnung, in der Jord
scheu Anlage Beschäftigung zu si,;
den. Tarauf antwortete Ford, da'
er in dicfem Falle fich wenigste:
eines Teils dieser Leute annehml ,
wolle und er traf sofort die nöri.v
Anordnungen.
Eingesandt.
Tas Konzert der Jungen Lcut2
der Tt. Lukas-Gcmcinde letzten Mitt
woch und Donnerstag war so gut be
sucht,, daß wir uns gedrungen füh
Icn, allen Gönnern und Freunden
die uns mit ihrem Besuch beehrten,
hiermit den berzlichsteit Tank auszu
sprechen, -clbst am Mittwoch abend
bei all dem Rcgcnwetter war die
Halle dicht befast Die Vorstellung
der Old Maid's Club von Ham
tramck" war höchst gelungen: der
Schwank Ein Telegramm", darge
stellt von Herrn Fred. Tcrschinc-ki
und Fräulein Ida Tiefcnbach. wurde
von den Anwesenden begeistert ans
genommen und die ..Minstrcls" er
regten erst recht die höchste Heiterkeit.
Jeder der Darsteller hat auch nicht
nur sein Bestes versucht, sondern
auch geleistet. So blieb nach der viel,
fachen Mühe auch der finanzielle Er
folg nicht aus. Den vielen Geschäft?
firmen, welche durch ihre Anzeigen
unser Unternehmen unterstützten,
sagen wir ebenfalls unscreit bcson
deren Dank.
W a l t c r Gl i n s k i, Zekr.
In ineinoriain.
In liebevoller Erinnerung an mei
ne geliebte Mutter
Lonise Jennings,
welche heute vor vier Jahren starb,
von mir aber nicht vergessen wurde.
malie ZYrkt. lockt
Detroit, 5. Dezember 1914.
Zwar bist du uns genommen.
In Erinnerung lebst du noch.
Bis wir auch dahin kommen.
Wo man kennt keine Not.
Todeö-Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und
Bekannien die schmerzliche Nachricht,'
daß am 2. Dez. unser geliebter Gatte
und Vater
William Brand
im Alter von 6o Jahren sanft ent
schlafen ist.
Tas Leichenbegängnis findet statt
am Montag nachmittag 2 Uhr von
dem Trauerhause No. 18 Wing Plaes
aus. ;
Um stille Teilnahme Bitten
Dt trauernden Hinterbliebenen
Frederüka Brand, Gariin.
' Fred C. Brand, )
Louise Brand, )
Kindcr.
Detroit. 3. Dezember 1911.
2. Geist und Lohn. CH. eist. Eigentd.
Leichnrbestaäer, No. 2? Swnolrksrr, Zti. 637,

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