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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, December 15, 1914, Image 6

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Detroiter AbendpoK. Dienstag, den 15. Dezember 191.
das Eisens
9 Äi !
illl ylllvi
Roman öon G I st 3? r Ö i fl.
-L.nsti
Die Muttcr satte riid-U darauf
erwid.'rt alv: ,Md) zu ctt! Wci)
doch jcöt in la'U!" llix.icxföi!
hatte sie es gesagt, sie lroilic allein
fein, sie urufjtc ictjt allein sein. Mit
wilder (Gebärde hob die Jvrau beide
H.'inde an die Schläfen, starrte mit
wirren ?tiwi in-ö Tunkle: was
!:aite er gesazt. wa fta;te er ge
faa.t?! ich had 'neu nneu
'nen f leinen C.uu;jcu
Von rrcntV! Wol
Jlu.icficurc Heiterkeit iö meines Le-
benö Siegel.
Sfonimi mir so ein (robbn. ?o ein
wahrer Flegel "
Sie lüelt sich die Cliren ;,u. Irr
hatte einen nn.ien einen kleinen
uugeu von nein uu?!
: nuU f r c s Si a ui t e l.
Vlit kamen die Pferde vom Hip.
ivorom nie um eschla.en. oln.e
ai; der riailmeisteer siloer tarn;
'ter '.l'a-i7ter iruiioette sich darüicr;
der fnihec iiallu.e.iter i aA: sich n e
Ullier beiuüi't, der l,a!te die ÜtaU
uiechie iie;chic;t, sich öenrcile;i ant
!Tl;r Geleit oder tu die .sineii ge
ler, er wußte ja aach, das d.r
J:uiied seine 2ache n-rüchu"!. lver
.. oloer.a; cn: uich; elur vem of,
a'v'liv- die Vi'u!e st r u.'d e.tig
iarrii: die üiien alY.er.i'üi'.i'eu, die
.. nie aerafiilt. niese mit . tv.f n
aiiioii r? und anbeut et. liv
! Oiti.e noch so kan.'e de.u.'ii:.
Ter -.l'ieister datt" nicht? oa.U'aiu.
lir iucchii den oi.noeuau ear, fair
leiden, eer. ucr.it meu ilu: von onu
ieu f. in. mit feiner schlanken Westalt
i.u) ans rech, eu .ya.tuini, in den
lua.U' ai.lieeend.u öesen und den
1 r.i:un;gefräiniy.e i :;iei:itie?elu. .eine
inte 7i,ur ad; a'.i.
Xie U'uiitite die von olvu i er
I i.iunierht.v.e. nar ganj InViCiftert:
Iru .Wauaije.i, nee, sa n Ma.a je.!"
VI dir atv der ia a.ier sich dann um.
dredte nach dem i'-oioeri au-. d,e
Kenner ansuchte int. N'aenden
Vlua.cn. war sie sch.i-er enttäuscht :
der liaite ia ein (Besicht, c.l ob eie
.vüljncr drin gekratzt 'hatten. lind
an seiner ')lax liug, ein ("stdiru-
filier.
Tiefe 'ase war alu-r Wcldeuay:
Zchinerz. &!a uni-e c. das: er iet
nicht mehr trank V 2ij wurde nicht
h lass er. Er sah c fetoer. nie sie
ihm reranUuchtete kann:e die
einem so jungen und schönen :Wä
chen wadl gebücn? Er hatte zuviel
durchgemacht in feinem Mebcn. l a:te
nicht umfaiuk. seitdem er des Mimt,;
SJocf hatte auv.ieeu mimen, sich
durchgelnuiaen. bis er einen Unter
schlurf gesunden halle im Vt'ejx
drom, er gab sich reinen lluiian.'n
mel'r l'in. ':i-r eine .sofri;ut:l
dur'ie er de:h meü.v'teitv halun:
feine rete i'aie mehr, und die n-eis-.e
Naie neigte sich ihm.
AAr
u
K
(22. F?rtfctzun.i.)
'ersckollkn qläuzien ein paar Lich
von Iiieovizja hrrübr?, sonst war
st:?! rriiden. still, g.inz still. Vor
t e 11 Häufcrii faßen die Straf uni und
TriV.oncr ur:d agen ihr Nachtmahl.
zt fiebernde Spannung war in ih
uen alkcn. Die Ungewißheit des Rom
inenden liess sie nicht müde werden,
iricb si: im ez:ntei! zu immer groß:
rer Hau und Eile. Im Nu hatten sie
libgefessen? dann richteten sie sich zu
fümmcn. Der eine und der andere
lritzelten noch rasch ein paar Zeilen an
die daheim wer weiß, ob S nicht
die letzten waren, die er in seinem Le
ben schrieb. . . .
Als die Dunkelheit völlig ins 2a!
fiel, waren sie alle vor dem Hause ih
:er Offiziere. Da fragt: keiner, ob er
eben vom Dienst lern oder als der
nächste wieder an der Neihe war. Blieb
keiner im Quartier und streckte die
Glieder aus dein Sirohsac! aus.
Franz und Desider waren mitten
unter ihnen. Franz lachend, übermü
:ig, Desider ernst und still. Mit dem
wechselten sie ein W?rt. mit jenem.
Franz erzählte Witze aus seiner Ka-
dettenzeit Zehn Uhr elf
Mitternacht Da ein Schuß vorn
.-.:n Ufer noch einer
Sie springen alle auf. .Jetzt!'
Wie ein Ruck geht's durch sie alle.
Die Offiziere stürzen nach vor zu dem
Kosten, der geschossen.
Dort. Her? Oderleutriant, dort!"
flüstert der Mann mit vor Aufregung
heiserer Stimme. Schwarz:, un
durchdringliches Dunkel liecit aus der
Löschung. Nichts regt sich, nichts.
Zebn. fünfzehn Minuten starren sie
binüber. aber es bleibt alles still.
Ich hab' ganz deutlich drei Mann
f-.efehen." beharrt der Posten. Auch
ilim hat wie so manchem schon die sie
Bernde Erregung einen Streich ge
spielt. Vielleicht bat er auch wirklich
dltt Jeinde aesehen und sie durch sei-
tfk
eim Trinken hatte er T'erzefien.
heit gesunden. &a iraren das für
Stunden iieaie'jeu, in denen di? i)ieuc
an ihm srafz, wie eine gierige Natte!
Er hatte eine glückliche .Kindheit ge
habt, einen braven Vater, eine lie
bende Mutter' sie hatten alles da
ran gefegt, ihn so weit zu dringen.
&ic harc fein Vater gestrahlt, als
er zum erüen Mal als Leutnant
heimkam, ans das Wütchen in der
vjaufüj! Die Mutter hatte vor
Freuden geweiiN, die .Unechte und
Mägde hatten respektvoll gestanden.
Tas Wüschen harte er verlüden, ?e:'
jurt. verspielt dieEltern batic der
(rant in die Wrube gebracht er
l'atte trinken müssen, trinke.t, um
das zu vergessen.
Herr von Woldenav trank jezt
keinen Trovsen mehr; er war im
mer nüchtern wie ein Pastor auf
der Kanzel, ausgetrockneter wie ein
Sandseld, das fei Wochen keinen
Tropien Negen geschluckt hat. War
die Naf? nicht schon ernas blaner?
Täglich studierte er sie im, Spiegel:
er rieb sie mit Salbe ein, er pn
der'e sie.
Der kommt ivohl dem Fräulein
wejen so cfteV fragte die M'ajnnke.
Da konnte stimmen. Gottlieb
hat:e sich das auch schon gedacht.
Aber die lackt über ihn. Des kann
ick fe ja ooch uich verdenken. Die
tteife! Vlber wissen Sie, Majun
len. der is ooch so leicht keeiter recht,
die is hochiefchnussen!"
Hochmut kommt vor dem öalll"
Tie Majunke hatte immer das Pas'
sende Sprichwort bei der Hand. Sie
rate nichts übrig für Helene
Sck-ehle. Die kam nicht herauf wie
ihre Mutter, um so ein armes, krau
res. i erlassenes Weih zu besuchen.
Tie Meisterin, die sich früher
auch nicht verfenlich um die Ma
junte gekümmert hatte, kam jetzt
ester und sah räch ihr. Sie selber
fühlte sich zurückgesetzt und verab
säumt, und je mehr dies Wefuhl in
ihr zunahm, desto lebendiger wurde
das edürinis, sich der Armen an--nnelmen.
elzt hatte sie verstand-,-.is
dasiir, was es heiftf: verlassen
sein, obre Tochter würde ja auch
bald von ihr gehen, wenn die auch
jetzt noch nichts von heiraten wissen
wollte.
Helene Sckehle hatte, so jung ne
war. schon freier. Der Bruder von
Bäckermeister Piestch. ein anfehn
licher junger Mann, der eine be
fühle Konditorei in der Ger
rranrrenstrane hatte, hielt um sie an.
Er bäte sie vcrgangeiten Winter an
einein Sonniaz gefahren, Hinter den
''elten. als alles, was von jungen
Männern sich sehen lassen konnte im
Schlitsckuhlansen, von Viä'nadels.
ruh" bis -um llmerbaum lief und
die Damen am Ufer standen und zu
sahen. Da rotte Konditor Piefich
das junge MäÖeu zn einer Schlit
tn'ahrt eingeladen, ohne zu wissen,
wer sie war. Er hatte sie dann nach
gespürt: sein Bruder, der Bäcker,
baUe ihm auf die Spur geholfen.
Was. so einer wollte sie heiraten?
Siein. danke schön'." Helene lachte:
a' er im Wrunde war sie beleidigt:
ein Zuckerbäcker ?!
Und noch andere begehrten sie.
Sie hatte aber nur immer ein La
chen: Nein, Mama, ich bleibe beij
Wern
uen Schuß verscheuchi.
Nur Ruhe, mehr Ruhe." sagte De
sidcr zu dem Mann. .Beobachten Sie
solange wie möglich und schießen Sie
erst im allerletzten Moment." Er war
in dieser Stunde 'vor der Entschei
dung kühl und gelassen. Jetzt war es
vielmehr Franz, den die Aufregung
gepackt hatte und nicht mehr losließ.
Der Traum eines jed'.n österreichischen
Offiziers ging ihm ja in Erfüllung:
im Kampf sich zu erproben und aus
zuzeichnen. Und dann das Avance
ment in Friedenszeiten war ja gar zu
langsam
Desider dachte an kein Avancement,
an keine Karriere mehr. Er hatte mit
der Erde abgeschlossen. In ihm war
der feste Willen, in dem Kampf: zu
fallen. Mit seinem Leben zahlte rr
dem Kaiser die Zeit, um die er sich ?u
früh aus seinem Dienste losriß.
Franz hatte ihm versprechen müssen,
ihn in einem Grabe mit Helene beizu
setzen. Der Freund hatte zwar etwas
Unverständliches dazu gebrummt, oder
ihm schließlich die Hand darauf gege
ben diesen Wunsch zu erfüllen.
Und so tat Desider seine Pflicht mit
Eifer und Ernst. Und alles, was er
unrein glaubte an seiner Offiziers
ebre. wurde rein durch die Erfüllung
der Pflicht.
Er blieb noch eine Zeit lang nden
dem Posten liegen, um das feindliche
Ufer selbst zu beobachten. Franz. den
seine Unruhe nicht auf einem Pltz
di!!de:e. qinq die Straße entlan? dts
zu den nächsten Posten. Ader Vit
wußten ifcrn alle nichts vom Gegner Zu
melden. Also kehrte er zu Destoer zu
rück. Ein Uhr wurde es. und noch eine
Stunde schlich vorder. Und da. da. . .
alle drei. Franz. Desider und der Po
sten sahen es. das war keineTauschung.
die Dunkelheit drülxn wurde lebendig.
Noch dunklere Schatten glitten aus
ihr heraus.... durch die TotenstLle
dir, ,m Hause hab ich es ja viel bes
ser!" Jetzt glaubte fiC das noch
aber wie lange noch?"!
Johanna Hcnzc hatte keinen flu
ten Schlaf; sie lag viel wach, beson
ders, wenn ihr Mann den Nest der
Nacht, die er draußen verbracht
hatte, d rüden im Wlasbaus auf
dem 5i'anapec des Prwatkontors lag.
In solch dunklen Stunde, in denen
sie mir brennenden Augen ins Fen
ster starrte, fchtfe sie sich: wie lange
noch, und auch Helene verließ sie.
folgte dem Mann, an dem sie ihr
Herz gehängt hatte. Die Einsame
drückte ihr heih.es Besicht ins Kissen
er hatte einen Jungen, einen klei
nen Jungen: Dieser Gedanke lie
sie nie mehr los. Sie fürchtete seine
Offenheit noch viel mehr, als ihr
jetzt die Cual der Ungewißheit
schrecklich war. ttottlieb hatte zwar
zu ihr gesagt: I wo, Meestern.
Hirngespinste! War Sie ooch jehört
haben! 'nen kleenen Jnngen?
'nen Kleenen fitzen hat er!" Aber
sie hatte ihm nicht geglaubt. iln'
die Eifersucht war da und schürte:
wo von wem?!
Aus der Flucht vor sich selber
eilte die Meisterin oft hinaus zur
alten Majunke: ach, wohltun, mit
beiden Händen wohtun? Vielleicht
verhalf ihr das zur Ruhe! Und
dann war auch noch eine heimliche
Hoffnung dabei: Die Majunke war
ja so schlau, die wußte alles, ob
gleich sie ihre Stube nicht mehr ver
ließ, die sah durch die Wände, die
hörte von ihrer Bodenkammer jeden
Tritt, die reimte sich alles, zusam
men. Wußte die Majunke vielleicht,
mit wem er sie betrog?!
Sie weiß et, det ihr der Meister
bedriigr." sagte die Alte zu Gottlieb.
Aber Gottlieb bestitt das: der
Meister betrog sie nicht! Doch fein
Dagegenstreiten hatte nichts Ueber
zeugendes, denn er war selber nicht
davon überzeugt. Hatte doch der
Meister nicht gescheut, sogar mit
Lieschen Krausnick anzufangen!
Mochte der außerin Hanfe ttm, was
er wollte aber int Haufe? Nein,
das verbat, er sich, er, - Gottlieb
Torweg!
In die Bewunderung, die .der
Lahme stets vor dem Starken ge
habt hatte, in feine unbedingte An
hänglichkeit, die dem Meister ge
borte, mischte sich jetzt ein Gefühl,
das an Empörung grenzte. Das
sollte der Henze wohl bleiben lassen,
Lieschen in die Backen zu kneifen
und ihr nachzugehen in die Küche!
Die Meisterin hatte mit Lieschen
gescholten: es war auch ungeschickt
von ihr. die schöne Tasse zu zer
brechen, Gedenke mein" die
Tasse mit dem vergoldeten Henkel
und der Trauerweide über der
Ilne, die noch ein Ar.detken vom
seligen 'Meister feiner Mutter war.
Lieschen weinte, aber daß der Mei
ster sie um die Tailli- faßte und strei
chelte: Weine man nicht!" " das
war durchaus unnötig. , Mußte das
Mädchen da nicht ganz verwirrt
werden? Sich wohl gar was in
den Kopf fetzen? Der Lahme ballte
die Fäuste: der Meiste? sollte sich
genügen lassen mit- sejnen Men
schern! Der Reiche hnrfte dem
Armen nicht fein einziges Schaf
wegnehmen !
d
der Nacht drang ganz leises Flüstern
herüber .Sie kommen!"
Schnell. Oleanü," befahl Desider
dem Posten, .laufen Sie schnell zurück,
sagen Sie dem Fesdwebel Schwärm
linie an der Böschung, von mir hier
angefangen. Kein Wort darf gespro
chen werden., kein Schuß abgefeuert
werden, bis ich pfeife." Lautlos
I verschwand der Posten in der Nacht.
I Die beiden Freunde ' aber- blieben
l regungslos liegen und starrten hin-
über. Sie sahen nichts als das Hm
und Her dunkler Schatten. Hörten
ein-, zweimal das Knacken eines Ve
Wehrverschlusses. Und plötzlich faßte
Desider die Hand des neben ihm Lie
genden und preßte sie mit starkem
Druck.
Du weißt, was du mir versvrocben
hast." flüsterte er ihm ins Ohr.
.Ja. Aber derweil bist du ja noch
nicht gefallen." Ich werde fallen;
ich weiß es,' Franz. Dieses ist mein
erstes und letztes Gefecht. Schwöre
mir. daß du dein Versprechen hältst."
Ich schwöre es dir. Aber ich mein',
ich werd' Zeit genug haben, bis ich es
erfüllen muß."
Desider antwortete nicht mehr. Weit
vorgebeugt lauschte er hinüber. Unten
am Fluß war ganz deutlich ein Mann
zu sehen, der auf das Eis hinaustrat,
um es auf seine Stärke zu prüfen.
Waren auch die Tage schön warm, die
arundtiefe Eisdecke der Drina hatten
sie noch nicht zu zerstören, vermockit.
i Der Mann schritt vor, so weit der
Schatten der Boichung reichte, und
klopfte mit dem Gewehrkolben vorsich
tig auf. Das Eis schien noch fest und
tragfähig. Lautlos huschte er wieder
in die Dunkelheit zurück. Inzwischen
kamen auch die Strafuni heran. Mit
der einen Hand das Bajonett haltend,
damit es nicht klapperte, glitten sie an
die Böschung und verteilten sich, ohne
ein Wort zu sprechen, hinter die nied
rigen Gebüsche. Jeder Zeigefinger lag
Das kleine, runde Mädchen aus
Liibben im' Spreewald war' Gott
liebs Schützling. Erst war es Lies
chen so bange gewesen in dem gro
ßen Berlin. Der Händler, der im
mer die Gurken holte aus der Lüb
bner , Gegend, hatte sie auf feinem
Wagen hergebracht. Er hatte sie
vor der Schmiede abgeladen mit
ihrer Kiste, war dann wezgefahre?.
hatte ihr nicht einmal gesagt: ..Da
gehfte nu rein!" . Auf der .Sraße.
die sie entsetzte, weil sie so breit und
so flroße Häuser batte. war . sie allein
geblieben. Ö je, wäre sie doch da
heim! Auf ihre Holzlade hatte sie
sich ängstlich gefetzt,, die konnte ihr
ja sonst gestohlen werden: nicht um
sonst hatte man sie in Liibben ge
warnt: Nimm dir in acht!" Da
war Gettlieb gerade ans dem Thor
weg gekommen: cr sah sie sitzen mit
rotem Kopf, mit Augen voller Trä
nen, nnd wußte gleich : aha. die
Neue! Na, denn kommen Sie
man!"
Jorkscimg folal).
Marktverickr.
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-$9.00; Crystal Dominoes. 5-Pfd.,
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verisierter, $5.90; granulierter, extra
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Bulk.- $5.50; granulierter, 2-Pfd.
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tons. $5.70; 10-Pfd. Cartons. $5.
65; 25-Pfd. Cartons. $5.55: Crystal
Dominoes, granuliert, 2-Pfd., 2
Pfd. und 5.Pfd. Cartons, in Kisten,
$5.80; in halben Kisten. $5.90; Dia
mond A. $5.60; Confectioners' A.
$4.45; No. 4. $4.50; No. 6. $5.35;
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Household pulverisierter. 1-Pfd.Car-tons,
24 in der Kiste. $2.10 per Ki
lte; 1-Pfd. Cartons. 48 in der Kiste.
?4.10 per Kiste.
er VrinT
am Züngel den Atem hielten sie fest
an
Und dann Schatten kamen auf
der jenseitigen Böschung herab, zehn.
zwanzig mehr. .... In breiter
Linie traten sie aufs Eis Da hob
ein Strafuni. von der Erregung fort
gerissen, das Gewehr, dort einer.
warum pfiff der Oberleutnant nicht?
Die Hunde waren ja da worauf
noch warten?
Aber Desider wollte den Gegner erst
in der Mitte .des Flusses haben, im
freien hellen Mondlich! : da war jeder
Schuß ein Treffer. Er schob die
Pfeife in den Mund und warteie
Jetzt.... jetzt.... schrill gellte der
Pfiff durch die Nacht. Und fast wie
eine Generaldecharge krachten die
Schüsse der Strafuni darauf Ein
jäher Schreckensschrei der vollständig
überraschten Gegner antwortete
Fürchterlich war die Wirkung der
Salve. Wohl an zehn bis zwölf
Mann der Komitadschi stürzten auf
das Eis nieder. Einzelne erhoben sich
zwar wieder und schleppten sich zurück
in das rettende Dunkel am Ufer.
Mehrere der Getroffenen versuchten
sich aufzurichten, schrieen den Käme
raden nach, ihnen zu helfen Flüche,
Bitten schollen hinauf.... aber die
weiften lagen stumm da. regungslos.
Wie von einem Rausch gepackt, schos
sen die S.trafuni hinter den Fliehen
den her. Zweimal mußte Desider daZ
Signal zum Feuereinstellen geben, ehe
ibre Gewebre sckmiegen. Und "nun
löste sich dt furchtbare Spannung der
Leute. Der Huber. der Wiener, sprang
in die Höhe, schwenkte seine Kappe und
schrie: .Hurra. Leutln, guat is 'gan
gen! Hurra hurra!" Und ju
belnd stimmte sie alle ein.
Drüben wurden befehlende Stirn
men .laut. Die Führer suchten ihre
ganz kopflos gemachten Leute zu sam
mein, zu ermutigen. , Drohungen.
Scheltworte erllangen .... .Ich weiß
. Käse Engros - Partien: Mi
chigan Flats, V6yc bis 14c; New
k)ork Fiats, 15! cbis 15c; Brief,
14c bis 14; Limburger. liy2c bis
12c: importierter Schweizer, 30c bis
32c: einheimischer Schweizer. 19c bis
' 20c; Long Horns, 15y2c bis 13c;
Taifies. 15y2c bis 1534c per Pfund.
! Futter In 100-Pfd. Säcken.
Jodbmg - Partien: Bran. ?24;
Standard - Middlings. '.$25; seine
Middlings. 32;. rauhes Eornmeal.
$32; cracked Eorn. $32; Eorn- und
Hafer-Shop, $2S per Tonne.
Felle No. cnred, 18'c:
! No. 1, grüne, VV No. 1 cnred
Bulls. 131,1c; No. 1 grüne Bulls,
12c; No. 1 rured Veal Kii, 19c; No.
1 grün Veal Kiv. 17y2c; No. l.cu
red Murrain. 15c; No. 1 grüneMur
rain, 13c; No. 1 cnred Calf. 20c;
No. 1 gri'lneCalf, 20c; 'No. 1 Pferde
felle, $5,00; No. 2, $4.00; No. 1
Talg. 5-c: No. 2 Talg, 4c; No.
2 Felle lc niedriger. No. 2 Kip und
Calf, IV2C niedriger: Schafsfelle je
nach dem Betrag der Wolle.
Salbeithce färbt
das Haar daukc!
Es ist das Rezept der Großmutter,
welches gebleichtem, grauem
Haar die natürliche Farbe
ni Wknnk ittrnhr'tttnt i
GraueS Haar kann beinahe in ei
ner Nacht in hübsches dunkles umge
wandelt werden, wenn Ihr Euch dik
Mühe nehmt. Sage Thee und Sul
phur zu vermischen, aber was nützt
es, wenn Ihr eine grobe Flasche von
der fertiggestellten Flüssigkeit, dem
sog. Wyeth's Sage and Sulphnr
Hair Remedy" in der Apotheke zn
ungefähr 50 Cents haben ?cV"t. Mil
lionen von Flaschen von ,.'ycth's'
werden jährlich verkauft, sagen be
kannte Apotheker, da eS daS Haar
dunkel und so natürlich aussehen
macht, daß Niemand e? bemerken
kann, daß e5 gzfärbt wurde.
Ihr nehmt einen gedämpften
Schwamm oder weiche Bürste mit
Vyeths Sage und Sulphur und
fährt damit durch Eure Haare. Leute
mit grauen Haaren werden erstaunt
sein, wie schon nach einer Applizie
rnng das Haar hübsch und dunkel
wird aller Schorf verschwindet.
Schuppen ebenfalls und die Haars
fallen nicht mehr aus.
DiefeS ist das Zeitalter, wo nut
junge' attraktive Leute verlangt wer
den, deshalb beschäftigt Euch heute
Nacht mit Sage und Sulphur und
Ihr werdet Euch schon nach wenigen
Tagen wundern, wie Ihr Euer ju
gendliches Ausfehen wieder erhaltet.
Erkundigt Euch in der Apotheke und
Ihr werdet finden, dah alle Leute,
die Wyeth's Sage and Sulphur"
gebrauchten, sehr enthusiasmiert da
rüber sind. (Anz.)
ths.5. Wkw
Mischer Rkchtsnvlilt
606 Bre tmerGciäiide
A
Ein
nicht." flüsterte Franz, die Kerle müs
sen rein vor den .Kopf geschlagen gewe
sen sein! Haben die denn geglaubt,
wir liegen in unseren Betten drin und
schlafen? Aha, jetzt verleihen sie ihrem
Unmut beredten Ausdruck."
Die Gegner schienen sich doch von
ihrem panischen Schrecken erholt zu
haben. Schüsse blitzten drüben aus.
zuerst wild, unregelmäßig, dann be
sonnener und ruhiger. Sie tasteten
die Böschung ab. wo sie di: Strafuni
vermuteten.
So ein Nachtgefecht hat etwas un
sagbar Unheimliches an sich. Man
sieht den Feind nicht, merkt nur an dem
Aufflammen feiner Schüsse ungefähr,
wo er steckt. Im Dunkeln lauert der
Tod. Und doppelt jammervoll hört
sich das Wehklagen der Verwundeten
an.
Bis jetzt hatten die Strafuni noch
nicht den geringsten Verlust zu bekla
gen. Die Geschosse des Gegners gin
gen viel zu hech über ihre Köpfe weg,
aber allmählich schoß sich der ein' im
mer tiefer, immer näher hörten sie das
ominöse Sausen. Unwillkürlich preß
ten sie sich enger an den Boden an.
Der Feind war stärker; das sah
man an seiner viel längeren Feuerkette,
in der es unaufhörlich aufblitzte. Die
merkwürdige Erscheinung, daß der
Mann sich um so sicherer glaubt, je
häufiger und schneller er schießt, zeigte
sich auch hier. In ihrer wahnsinnigen
Erregung schössen manche der Leute
wie blind darauf los.
Desider krock hinter der Kette von
Mann zu Mann. .Langsam schießen,
langsam schießen." ermähnte er sie.
.Nur wenn ihr ein sicheres Ziel habt."
Seine Worte wirkten beruhigend.
Nach einer Weile erinnerten sie sich
dessen, was sie im Frieden gelernt hat
ten. zielten langsam und bedächtig,
setzten wieder ab
Franz fieberte. Da zuschauen müs
sen Verwünscht Plötzlich
Für
den Bau dce
eutschcn Hauses.
Das untenstehende Formular
? des Deutschen Hause? mag, in seinen blanken Stellen ausgefüllt, an feil
i Office der Abcndpost gesandt werden und wird als .Aktienzeichnung gel
j ten und so veröffentlicht werden. Alle bis Samstag mittag in der Abend. '
! Post - Office eingelaufenen Kttienzei chnungen werden schon nächst
Sonntag veröffentlicht werden. . !
...... ......... 1914.
Für den Fall deS Baues eines Deutschen HauseS subskribiert
Unterzeichnete .. . ......... .Aktien, m zehn Dollars prs
SMe; Vesamtöetrag: ,,...
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Haupt-Office: 145 Griswold Str.
Telephon 'Main 5198.
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A. KUHU1AN & CO. 203 Jeffeison Are
Mobert f. föartenstein
Simmer 202 Mreitmeyer . Keöäude.
Ferflcherungs., Yotariat. und Hrundeigew
tums . HeschSst.
l?ecptZon Main 240S.
Nomuu uuo der Ztü
Von Urnst Ulein.
in der Flanke weit drunten auf der
Straße nach Fakodic zu Schüsse....
schnell hintereinander....
.Höst du's?" rief er Desider zu. der
einige Schritte von ihm entfernt lag.
.Ja," gav dieser zurück. Sie versu
chen dasselbe Manöver wii das letzte
Mal." .Ich reit hin!"
Und Franz schob sich nach rück
wärts, bis er aus der Feuerlinie war.
Dann sprang er auf und rannte zu sei
nen Dragonern, die neben ihren Pfer
den am Dorftingang standen. .Auf
sitzen!" Im Nu waren sie im Sattel. Jetzt
endlich durften sie auch mittun,
brauchten nicht mehr schön sicher ge-
deckt dazustehen Im Schritt ritten
sie hinter dem Dorf herum, da sie an
der Feuerlinie nicht vorbei konnten.
Dann mußten sie sogar absteigen und
die Pferde am Zügel durch den Wald
auf die Straße hinunterführen. Hier
schickte Franz den Korporal Herlinger
mit drei Mann voraus. Fünfzig
Schritt hinter diesen folgte er mit dem
Zug.
Je näher sie dem Schießen kamen,
desto schwächer wurde es. Nur mehr
vereinzelte Schüsse krachten noch, dann
war gar nichts mehr zu hören
plötzlich kam noch einer .... und noch
eine?.... ein allerletzter.... darauf
blieb's still.
Franz war keinen Moment lanz im
Zweifel darüber, was das zu bedeuten
hatte. Die Patrouille dorten war
überwältiat. Für die Tapferen kam er
zu spät. Weiterreiten ins Blaue hin
ein war gefährlich. Der Feind stieg
sicher in den Wald hinauf, und er war
dann hier herunten auf der Straße
wie auf dem Präsentierteller. Und die
Wut fuhr in ihm auf. daß er die gefal
lenen Kameraden nicht rächen konnte.
Der Zug hielt. Ungeduldig schnaub
ten die Pferde im Morgenwind. Da
kam einer der Dragoner Herlinzers
zurückgesaust.
für Aktien . SuSs?rkittan Aa
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.Herr Oberleutnant. Korporal Her
linger meldet," rapportierte derMann,
.ein Haufen von ungefähr fünfzig
Mann kommt die Straße entlang.
Korporal Herlinger zieht sich hierher
zurück."
Auf der Straße kamen sie? Gran
dios! Keine hundert Schritte von der
Stelle, an der Franz hielt, bog der
Weg zum Bergwerk ab. Auf ihm
stellte sich Franz mit seinen Leuten
auf. Leise zuckten die Säbel aus den
Scheiden Hufschläge erdröhnten
auf der Straße. Herlinger jagte mit
seinen Leuten vorübeer. Franz rief
ihn nicht an. um sich nicht zu verraten,
denn der Feind mußte dicht hinter ihm
sein. Dann veroingen lange Minuten.
Jeder Mann hielt seinem Pferd die
Nüstern zu. daß es nicht durch sein
Schnauben zum Verräter werde. . . .
Und nun kam's durch die Morgen
dämmerung heran der gleich
mäßige Schr-.lt Marschierender ....
näher, immer näher .... da zeigten sich
die ersten ....
.Marsch, marsch!" schmetterte da
Signal. Hurra!" schrien die Drago
ner. Und hinein in den Feind mit
frisch-fröhlicher Reiterattacke!
Die Besonnensten retteten sich noch
in den Wald. Aber auch jre hielten sich
nicht mit dem Schießen auf. Nur dei
ter, höher hinauf, wohin diese Drago
ner mit ihren Pferden nicht nach konn
ten. Franz suchte noch die Straße ab.
Kein Komitadschi zeigte sich. Dagegen
fanden sie etwa tausend Schritt weiter
Die Leichen des Zugführers Nagy und
seiner drei Mar.n.
(Fortsetzung folgt.)
Bomben in Antwerpen .....
Bomben in Paris . . . Kluck haut lol
. . . . Hindenburg haut loS . . .,.
.Deutschland. Deutschland über Äl
leZ!"

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