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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, March 20, 1915, Image 8

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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DetroiterAbendpyst. S a m st n g ,
de 20. März 1 S 1 5.
&13IC 3ricp
nacfiricQlcn.
Nach Schluß der Redaktion eingctrof
im.
Berlin. 21. März. Traut !os
über Sanville. N. Private Zeich
ttnngen auf die Krieg?a:ileire vctra
aen in o:r Stadt Dresden allein 200
Millionen Mark, 'n verschiedenen
Städten des Reiche i'etruaen die
Zcichnunaen diecmal zwei- bis fünf,
mal soviel wie gelegentlich der Aus
gabe der vorigen 5tricgsanleihe.
Halil Ben, der Präsident der turki
schcn Deputiertenkammer, in in 33er.
lin angekommen.
Frau Anglc wurde frei
gesprochen. '-ion Brrdacht des Totschlag'S an
Ballon dnrch Jry gereinigt.
Vridgeport. Conn.. 20.
März. Frau Heien M. Slnglc. die
untre Anklage des Totschlag. 's in
Verbindung mit deniTode von Waldo
R. Ballon hier prozeisiet vorder, lrar.
wurde gestern von der Jury nach
kaum zwcinündigr Beratung freige
sprochen. Während die Zuhörer wild
applaudierten, lag Frau Angle halb
orzumächtig in den Armen ihres grei
sen VaterS; erst allmählich crho'tc
sie sich und verstand, daß sie von
schwerem Verdachte gereinigt worden
war. Ballou wurde in einer Blut
lache vor dem Apartementhaus ge
sunden, in dein Tyvau Angle in
Stamjord wohnte. Blutspuren führ
ten nach der Wohnung der Frau. In
einem Kleiderschrank fand man auch
den blutbefleckten Hut Ballou's. Die
Anklage behauotötc, Frau Angle
hätte in einem Streit Ballon, als er
ihre Wodnung verliest, so heftig ge
stoßen, dafz er über die Treppe hinab
gestürzt wäre: dann hätte sie den
Sterbenden auf dieStraki? geschleppt.
Die Verteidigung behauptete. BaÜou
sei betrunken gavesen und die Treppe
hinabgesmrzt.
Schnccstllrm in Preußen.
In Berlin und anderwärts der Ver
kehr zeitweilig unterbrochen.
L o n d o u. 20. März. Nach einer
Depesche auS Amsterdam wütete
Freitag in Berlin und in einem grö
f-.eren Teile Preußens ein Schnee
stürm von solcher Heftigkeit, daß der
Berkebr in Berlin und anderwärts
zeitweilig unterbrochen wurde. Im
Eingang zum Kieler Kanal baben
auch einige Schiffe Schaden gelitten.
Ist l 8 Jahre alt.
John Holloren der älteste Mann im
Staat Missouri.
Richard, Mv., 20. März. Ko
pien von Dokumenten, die hier heute
aus Boston eintrafen, stellen Al
ler von John Halloren von Richard
mit 108 Jahren fest. Herr Holloren
hatte sein Alter vergesicn und seine
Verwandten bemühten sich um diciir
langung seines Geburtsscheines. Hol
loren soll der älteste Mann in Mis
souri sein.
Bonlprasidcnt verurteilt.
Hatte Geld trotz Jnsoldenz der Bank
genommen.
Bentonville. Art.. 2O.März.
W. E. Tattey. ExPräsldent der Bank
von Rogers. Ark.. wnrde heute schul
dig befunden, Gelder angenommen
zu haben, nachdem bereits die Bank
insolvent war, und zu zwei Jahren
Znchthaus verurteilt. Die Balik ver
krachte letzten August mit einem Dcfi
zit von $100,000. Sechs andere Be
amte der Bank sind unter Anklage.
Rtüt Bücher in der össentlichenBib
liothek. .ömprctz Eugenie and ker Girrte"
köankes. Ernkft.
..I Hifiorn of Freedom of Tbouglir"'
Burn. B..
Travel nö Polincs in Armenia"
Purion. S. E. und Rnrton. Harold.
Teulschland über AllcS; or. Germant,
Socaks- Chavman. Z. I.
ihc (5 an I Know" Claudel. Paul.
. Mancr-ClueS in Worlo-Hi'tort, Co-
ivan. A. R.
Pottcm. for Llrkins. CraflSmen and
Tcachcrs" Cor. . I.
?i Woman in.Cbina- Äaunt. Marn.
ivifc and Vcarn" Wladden Washing
ton. Wrccf Cosnime Plans for Scfioöl or
Xarmx Performance".
Vadn Hestcr Lucy tanbo?c" Hamel.
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Nevublican Romc" Havcll. H. .
vidcncc fer Communication tmih' tbe
?cad" Hudc. Mrs. ?lnna.
Z,orn of Torolhy Jordan" errold,
Cläre.
Ärcadian ?lddentures wilh tbeIdleRich"
-r eacock. 2. B.
Weüiitetm of onr Timennons"
'annina.. .0. P.
?amuel ,v. B. ä'orff. H"s Leners and
Journals" Norse. 2ctnmcl Finleu
;IHcck. . . ,
Monntainccring and örvloralion ,n ,te
,-cIkirks Palmer. Hmvard.
Hl 2oman'S Carcer" Reed. Mnrile.
"inkCarson TayS (180S 1863)"
" Iabin. E. L. , , t v
alt Wdilman. a Cruical mdn
"clincourr. Banl de.
s.uiii of 54iint'stl and Äonormal
"'?sychology" Sidi Boris.
, Adam 2trohm,
Lokales.
Schmucksachen sind ver-
Ichwunden.
George Wolley's Wohnung während
vier Monateu beraubt.
Schmucksachen der' Familie des
George H. Wollen, des Geschäftsfüh
rers des Pontchartrain.Hotels. die
seit vier Monaten von keinem Mit
gliede der Familie getragen worden
waren, wurden heute vormittag der
Polizei als gestohlen gemeldet.
Das Verschwinden der Schmucksa
dien, die einen Wert von , über $000
repräsentiere.?, wurde nicht eher vor
i.;;s.:. weil jeder in ? Fanüli: der
!lkberzeugu:-g g.?'.o.fe.l u-.-.t, dai; oic
j.'"en sich im Genrilo.: des Pontchar
;;un Hotel-' bcf-'iirbc-t. Als Herr
Ilct) gestern nan::ittag nach den
Schmucksachen suchre und sie nicht so
gleich finden konnt?, erinnerte er sich,
sie zuletzt im kle:k en (i3elMchro.iif im
Arbeitszimmer seiner Wohnimg,
42 Chicago Bul.rar''. cmy
schlössen zu haben.' Dorr angestellte
Untersuchungen ergaben, dast 'der
Geldschrank offen war und die
Schmuckstücke verschwunden waren.
Herr Wollen benachrichtigt die Poli
zei und erklärte, das? er nicht sa.'n
könne, wann der Einbruch verübt
wurde.
Dienstboten im Hause stehen nicht
unter dem Diebstahlsvcrdacht. '
Frank Hoy gestorben.
?!ach tmr zmeiwöchentlicher Krank
beit ist gestern in seiner Wohnung,
No. 511 Chenefrraße, Frank Hoy im
Alter von 58 Jahren aus-dem Leben
geschieden. Der Verstorbene, war. in
Thüringen geboren und kam vor un
gefähr 34 Jakren nach Detroits seit
einer Anzahl Jahre betrieb er ein
Schneidergeschäfr, in welchen! er schö
nen Erfolg hatte. In deutschen Ver
cintzkreisen war Hoy wohlbekannt. Er
war ein langjähriges Mitglied des
Arbeiter-Unterstützungs-Vercins No.
2 ilnd zur Zeit seines Todes Präsi
dent desselben. Seit vielen Jahren
hatte er stets diesen. Verein bei den
Konventionen des Arbeiter-Bundes
vertreten. Er gehörte, außerdem den
Woodmeil of the World, und mehre
ren anderen Vereinigungen an und
war auch einmal Mitglied der Exe
kutive des Stadtverbandes Detroit
gewesen. Der Dahingeschiedene hin
terläßt Witwe und zwei Kinder und
das Leichenbegängnis wird am Mon
tag nachmittag stattfinden.
siatastrophc prompt Der
hindert.
Das prompte Einschreiten der Bc
diensteten im Arnold-Heim sür alte
Leute und Unheilbare, No. 706 West
Zortstraße. hat heute morgen eine
Brandkatastropbe verhindert.
Kurz nach fünf Uhr entdeckte Frau
(5. Pope, eine Pflegerin. Brandge
ruch, und als sie eine Untersuchung
vornahm, bemerkte sie, daßRauch aus
dem Zimmer eines alten hilflosen
Mannes, im zweiten Stockwerk des
Gebäudes, quoll. Als. sie die Türe
öffnete, brannte das Bett des Man-'
nes lichterloh. Sie rief eiligst meh
rere andere Bedienstete herbei und es
gelang, das Feuer zu löschen und. den
alteil Mann, der auf unbekannte
Weise das Bettzeug entzündet hatte.
unverletzt aus dem Zimmer zu tra
gen. In der Anstalt befinden sich
etwa 45 alte Leute, unter denen das
Feuer große Aufregung verursachte.
Die Temperatur.
6 Uhr morgens ... 27 Grad
8 . . . 31
9 . 33
10 ... 34
11 . vormittags .' . 36
12 mittags ... 39
1 nachmittags . .41 '
Tie Trunksucht der russischen Sol
daten. Aus Ungdar wird berichtet:- Kürz
lich kam hier aus Rufsifch-Polen der
Oberarzt Dr. A. K. an, der folgendes
erzählte: In der russischen Armee
machte sich in der lctztm Zeit ein gro
ßer Mangel an Disziplin bcmerköar.
Bor einigen Wochen kam es in Nove
Brzesko. das sich damals noch in ruf.
siscden Händen befand, zu einem Auf
rubr. dem auch der Obent des Regi
ments zum Opfer fiel. Der Aufrudr
mtstand wegen des von der russischen
Heeresleitung herausgegebenen Alko
Holverbotes. Die russischen Soldaten
erfuhren aber, daß sich im Keller et
ncr Bierbrauerei zahlreiche Fässer
Bier befanden. Die Russen drangen
in den Keller ein. Als dies ver Oberst
erfuhr, eilte er sofort in die Fabrik,
um die Kofaken zu verjagen. Die
wild gewordenen Soldaten folgten je
dock dem Befehle nicht, sondern er
mordeten den Obersten, machten sich
dann auf die Suche nach dem Bier,
das sie auch fanden und betranken sich
dann, bis sie umfieleit. Nach dem
Fall ordnete die russische Heereslei
tung an. daß der ganze Biervorrat
der Brauerei ausgeschüttet werde
Heutiger MitlagSmarlt.
Weizeumarkt.
Detroit, den 20. März.
Weizen Baar No. 2 roter, $!..
57: Maiablicferung, $1.57; Juliab
licfcrung, $1.20; No. 1 weißer,
$1.52.
Corn Baar No.'3, 75c; No.
3 gclöesSc; No.' 4 gelbes, 74?.
Hafer Standard, 2c; No. 3
weißer, 61 c; No. 4 weißer, 60ie.
Roggu: Baar No. 2. $1.18.
Bohnen Sofortige Ablieferung,
$2,95; Maiablieferung, $3.15.
Kleesamcn ' Prime Spot. - und
Mä'rz. '$8.40; Satttple' roter, $7.50
bis $8.15: Prime Alsikc, $8.50;
Sample Alfike, $6.50 bis $7.75.
; Timothy Pnme Spot, $3.10.
Heu No. 1 Timothy, $16 bitz
$16.50; Standard Timotby. $15 bis
$15.50; No. 2 Timothy, $14 bis
$14.50; leicht gemischtes, ' $15 bis
$15.50; No. 1 gemischtes, $14 bis
$14.50; No. 1 Klee, $13 bis $13.50;
No'. 2 Klee, $10 bis $12; Roggen
stroh, $7.50 bis $8; Weizen- und Ha
ferstroh. $7 bis $7.50 per Tonne.'
Mehl In .Papiersäcken. per
196 Pfd.. JobbingParticn: Bestes
Patent. .$7.50; Zweites Patent, $7.
20; Straight, $7; Frühjahrs-Patent,
$7.80; Roggenmehl, $7.10 per Faß.
Futter In 100-Pfd. - Säcken,
Jobbing.Partien: Bran. $28; Stan
dard Middlings. $28: feine Midd
lings. $32; rauhes Cornmcal,-$30;
Cracked Corn $31 ; Corn- und Hafer
Ehop, $29 per Tonne. - ,v :
Früchte und Gemüse.
Aepfel Baldwins, $2.25 bis
$2.75; Spieö. $3 bis $3 50; Gree
nings. $2.75 bis 53; RussetS.
$1.50 "bis $1.75:.Stablrote, $3.50
bis $3.75; per Bu.; Kisten . Aepfel,
$1.25 bis $1.75 per Kiste.
Bananen . Gute Versandtwaren.
$1.25 bis $2 per.Bunch; gemäß de?
Qualität. .
' Bohnen Lima, 7e Hi 6c p
Pfund.
Butter Offizielle Preise: tf?.
mery extras, 27 c: firsts, 25c;
Packing Stock, 16c; Tairy, 21c per
Pfund.
Blumenkohl $2.50 per kleines
Erate; $2.25 bis $2.40 per Dutzend.
Kraut - $1.50 bis $1.75 per
Faß. - - ' - . '
. Käse -r- Wholesalepreise; Michi
gan flats. 14c bis 15c; New Jork
flats, ieV2c bis 17.V2c; brick, 14c bis
14V2c;Limburger, 16y2c bis 17Hc;
einheimischer Schweizcrkäse, 19c bis
21c; importierter Schweizerkäje, 25c
bis 29c; long homs, 15c bis 15;
dinsies.. 15c bis 15c per Pfund.
. Zellerie California. 60c bis 75c
per Dutzend ; Florida, $2.75 bis $3
per Erate.
Preißelbeeren Howes, $5.25
bis $5.50; späte rote, $4 bis $4.23
per Faß.
Datteln -Neue persische. IVz bis
LcFards, 9c bis i 0c; rcr Pfund;
Dromerdary. $2.85 per rate.
Geschlachtete Kälber Gute, 13c
bis 13 2c:. gewöhnliche. 11c bis 12c
per Pfund.
Geschlachtete Schweine Leichte.
7c bis 8c; schwere, 6c bis 7c per
Pfund.
Eier Offizielle Preise: Frische
firsts. Kisten eingeschlossen. lSc
per Dutzend; erkalten am Freitag.
,1016 .Kisten.
Feigen 7- California,- 85c. bis 90c
per Dutzend; importierte, 14c bis 17c
per Pfund.
Frisches Gemüse Salat, 10c bis
11c per Pfd., Petersilie, 20c bis 25c
per Dutzend; grüne Pfeffer, $3.25
per Kiste, 60 Cents per Korb;
rote Rüben, 50c 55c per Bu., Moh
ren 55c bis 60c per Bu., neue Weiße
Rüben, 60c bis 65c per Bushel;
Spinat $1.25 $1.35 per H. Treib-
hcmsgurken. - $1.50 $1.75 p. Ttz.;
Brüsseler -Sprotten, 22c 25c perOt.
Rutabagas, 40c bis 45c per BuM;
Kopfsalat, $1.50 bis $1.75 'p. Ham
per; Schalloten, 30c bis 60c per
Dutzend. Florida Tomatoes $4 bis
$4.50 per 6'Korb-Crate; Wachsboh
nen. $4.50 bis $5 per Hamper ; grü
neBohnen, $4.50 perHamper; Spar
geln.' 65c bis 70c per Bündel: grüne
Zwiebeln, 12c bis 15c per. Bündel;
Radieschen, 22c bis 25v per Dutzend.
Trauben ' Importierte Mala
ga', 84.50 bis $6.50 per Faß.
Crave Fruit $2 bis $2.25 per
Crate. ,
Honig Feiner weißer; neuer.
14c bis 15c; Amber. 11c bis 12c;
ausgelassener, 8c bis 9c per Pfund.
' Zitronen ' California, $3.25 bis
$3.75 per Kiste. ' ; :
Pilze 35c bis 40c per Pfund.
Nüile Hickory $2.25 drs '.50
per Bü.'; schwarze WalnutS, 75c per
vushel; neue Mandeln, 19c' BazilS,
10c bis 11c; Filberts, 20c per Pf.
Orangen California Navel),
$2.25 bis $2.75; , Floriads, $2.25
bis $2.50 per Kiste. '
Zwiebeln 80c bis 90c per
100 Pfundsack. Spanisches $1.65 per
Crate. Cuban, $2.75 ker Kiste.
Geflügel Frühjahrshühner, 17c
bis 17c: Hennen, 18c bis 18y8c;
No. 2, 14 bis 16c: Stags, 16c; Häh
ne, l!c bis 14c; Enten, 17c bis 18c;
Gänfe, 14c bis 15c; Truthühner,
20c per Pfund
Kartoffeln In Carladungen,
in Säcken. 35c bis 38c per Bu.; neue
Bermudas, $S bis $8.50 per Faß, $3
per 'Sv.' - ' " '"
Ananas ' Floridas $4 bis
$4.50 per Crate.
Erdbeeren 35c bis 40c per
Quart.
Süßkartoffeln- Jerseys, getrock
nete, $1.75 bis per Crate. -.
Talg 3lo. 1. Sc: No. 2,
iAt Per Pfund. -'
Tetroitcr Viehmarkt.
D e t r o i t, den 20. März.
Rindvieh Markt flau. Die te
sten schweren Stiere. $8: die besten
mittelschwcron Butchcr-Stiere, $6.50
bis $7.50; gemischte Stiere, und Hei.
fers, $5.5 bis $6.25; leichte. But
chers, .$5.50 bis $0; die besten Kühe,
$5.25 bis. $5.50; Butcher-Kühc, $4,
75 bis $5.25; gewöhnliche, $4.25 bis
$.50: aCnncrs, $3 bis $4: die be
sten schweren Bullen, $5.25 bis $5..
50:, Bologna-Bullen,. $4.50 bis $5.
Vcal -Kälber Markt stetig. Die
besten, .$9 biß $9.5; andere, $7. bis
$8.50.
Schafe und Lämmer Markt ste
tig. Tie besten Lämmer, $9.50 bis
$10; gute. $8 bis $9; leichte bis ge
wöhnliche, $7 bis $8; ante Schafe.
$5 bis $6.50; Culls und gewöhn
liche, $1 bis $5...
Schweine .' Gute, $7; andere,
ungefähr $6.8o. ' .."
Buffaloer Pichmarkt.'
Gast Buffalo, 20. März. .
Rindvieh Zufuhr 30 Carladun
gen; Markt flau.
Schweine Zufuhr, 30 Carla
dunaen: Markt stetia. Schwere, 87.
40 bis $7.50: Aorkers, $7.50 bis $7..
60: Plgs. $7.25 bis $7.40.
. Schafe und Lämmer Zufuhr 20
Carladunaen: Markts lau. Die be
sten. Lämmer, $10.50 bis $10.90;
Jährlinge, $9 bis $9.75; Wethers,
$8.50 bis $8,75; Ewes, $7.75 bis
$8.
Kälber, $5 bis $12.
Drei jugendliche High
land Parker wurden gestern von der
Polizei der Nachbarortschaft in Haft
genommen und beschuldigt, mehrere
Automobile und Fahrräder in letzter
Zeit von den Straßen gestohlen zu
haben, ohne jedoch den Versuch zu
mache, die Maschinen zu verkaufen.
Die Verhafteten sind Albert Sander
fon, sein Bruder Jami's. 16 Jahre
alt. No. 15 Jfadore Straße wohn
hait und der 18 Jahre alte Jokn
Swanfon. aus No. 118 Portage
Avenue Die Eigentümer der gestoh
lenen Maschinen werden Strafantrag
gegen das jugendliche Trio stellen.
Bcrliuer Landsturm.
Es pfeift die Eisenbaline . .
Adieu. ftM Nackiöar Schmidt!
Ter Lm,dswrm muß zur Fahne . .
Ter Landsturm, der geht mit.
In Frankreich und in Polen.
Ta müssen wir versohlen '
Ganz schnelle ja
Die Felle ja.
Franzosen. Rusi' und Vrit'l
Der tapfre Landuurmmann er rückt
an. er rückt an!
Auf ! Lmtd stürm mit Waffe, '
Mit Knarre und mit Affe -Steig
ein! Steig ein! Steig ein!
Zur Weichsel und zum Rhein!
Und ist uns auch zu enge
Ter Rock blau oder grau
Ihr kriegt doch Eure Senge
Nicht weniger genau!
Wir schworen es ja Muttern,
. Daß wir Euch würden . futtern,
.', Ihr Töhnekens,
Mir BöbnekcnZ,
Die-sind so heiß und blau! .
Der tapfre Landsmrmmann er rückt
an. er rückt an!
Auf ! Landsturm mit Waffe.
Mit Knarre und mit Affe
Steig ein! Steig ein! Steig ein!
Zur Weichsel und zum Rhein!
, Lernt schießen schnell! Ihr Jungen!
, .Kommt nach!. Zieht bald mit aus!
ES ist genug gesungen
Die Wacht am Rhein zu Hauö!
Wir müssen an die Seine!
. Auf. Jungen. . rührt die Beene,
Die' Wade, marsch!
Parademarsch!! ll
Und ' drescht den Nikolaus!
Ter tavf're Landsmrmmann er rück
an. er rückt an!
Auf !' Landsturm mit Waffe.
Mit Knarre und mit Affe
Steig ein!. Steig ein! Steig ein!
Zur Weichsel und'zum Rhein! '
Dampfer-Nachrichten.
New Zork, 20. März. Angekom
men: Der Dampfer Lapland von ti
vervool.
, Siasconset, Mass., 20, März. Der
Dampfer. Njeuw Amsterdam, dönRöt.
terdam nach New.Nork wird Sonn
tag gegen 1L0 nachmittag sein, Dock
erreichen.
Balboa. 19, März. Angekommen:
Ter Dampfer Strathspey. von San
Francisco nach Newport News.'
, Cristobal..l9. März. .Abgefahren:
Der Dainpfer Vegt. von Genua,'- nach
San Francisco. - ; - v
London. 19. März. Der- Dampfer
Cyclops. von Seattle.'
Hong Kong. 19. März. Abgefah
ren: Der Dampfer Siberia. nach San
Francisco.
New Jork, 19. März. Signali
fiert: Der Dampfer St.- Paul, von
Liverpool nach. New Fork; wird am
Sonntag' mittag dort an seinem Dock
eintreffen. 7, - . .
' Japan hat an China ein Ulti
matum gerichtet. An wen geht das
nächste? An uns?
Knab cn:
I. Kelly. ProvidmceHospital. '
I. Andrews, Providence.Hospital.
A. Potosn, Seminole.Avenuc.
M. Rubenfield, 166 Brcwstcr.
I. Nansom, 113 3.
P. Walters. 606 Livenwis.
Ä .Costa, 195 Cameron.
G. Piacentim. 32 Mack. .
Ä. Kralik. 122 Frcderick..
V. Barbieri, 207 Macoml,.
.L. Gabriele. . 1329 Pen: ':,!ania.
E. Carravallah. 591 14.
S. Eckel. 131.Trowl-5d5e)
I. Riddett. 24 Jnfan.'ry.,
E. Renaud. 225 Fairviv.
. Stockable, 38 Hanov'.'r.
23. Ronkcma. Harper.osoital.
B. . Burbank, . 430 "a .. n son. .
E. .Schmerling. 870 F rcjt.
"S.'osiiiski, 842 $6. Gompo.it.
I. Schultz, !673 Tlnewood.
I. Sialkowski. 1371 Campbell.
I. Babaski, 735 Fern).
R. Talik. 13 Ignace.
H. Talor, 161l. M-.swmuee.
A. Glaeser, 628 Tubois.
C. Blankenvach. 60 Charlevoir.
I. Walter, 1 1 03 Belvioere. -L.
Fairchild, 1134 3.
I. Przschowski, 15 Tillman.
B. Anderson, Memorial Hospital.
H. Bedford.-75 Norman.
I. Kowalski. 103 l McKinln.
A. Panne. 50 'Zouth.
N. Perentesis, 90 Colborn.'.
C. Pregnitzer. 84 Pclonzi?.
W. Pawlitz. 374 Gic-lie.
W. Dryer. 25 Burtin
H. Buslepp, 196 Fisöer.
D. Grammater. ,6 ?.!almer.
G. Melling,1316 Concord.
H. Seely, 1026 Grand Boulevard.
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Perlman. 112 Brewsrer.
Caormina. 227 Leland.
Corsi. 163 Livingstone.
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Mastropietro. 77 Rivard.
Cady. 422 Lafayctte.
Kroll. 792 Riopelle.
Siegel. 322 Erskine.
Gorcejan, Vrovidence.Hofpita
Kern. 48 Sbepherd.
Kock. 920 Hancock.
Eken. 542 Mt. Elliott.
Hotchkis:. 394 Heien.
Heck. Vernon.Avenne.
Chojnacki, 1538 Harper.
Kataga, 958 Niopellc.
Kowalski, 415 Garfield.
Barch. 974 Riopelle.
Pennington. 1629 Russell.
Tirifi, 273 Merrick.
Pratt, 21512 St. Clair.
Vandenberghe, 290 Lip.
Smigielski, 329 Willimns.'
Kulaszewski, 1051 Ferry.
V.
' G.
D.
W.
rium.
N.
E.
B.
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P.
B.
R.
I.
W.
B.
I.
F.
?.
E.
G.
C.
o
S.
Sterblichkeilöbencht.
Ludwig Leki, 35 Boyd-Avenue, 44
Jahre. Lungenentzündung.
Boleslaw Was., 886 CrnitpbclT
Avenue, 5 Monate. Masern.
Honorah B. Nicholson, Harper.
Hospital. 27 Jahre. Bauchfellentzün
dung. ,
ZltargaretMcNamara, 4 Reilzman.
Avenue. 62 Jahre. Zuckerkrankheit.
Rose Trlcker. 1068 Beaubienftrake.
50 Jahre, Urämic.
Meceslaw Wojne, 14 Moning.
Avenue, 1 Jahr, Luftröhrenetitziin
dung.
Mary Novack. Grace-Hospital. 18
Jahre. Herzleiden.
Teofilia Cupakowski. 82 Goldncr
Avenue. 21 Jahre. Schwindsucht.
William Leske. Dix-Avenue und L.
S. R. R.. 70 Jahre, zu Tode ge
quetscht. Joseph Lnnnski. 376 Poplar-Ave.,
4 Monate. Krämpfe.
Frank McAllifter. Eloise. Mich..
45 Jahre. Schwindsucht. -
John Christy. 686 Iranklinstraßc.
1 Jahr. Lungeklentzündung.
Margaret E. Lewis, Dantona,
Fla.. 64, Jahre. Gehimerweichung.
Hermait W. Mcinke. 250 Frede
rickstraßc, 56 Jahre, Lnngencntzün
dung.
Frank Barba. Lapccr. Mich., 58
Jahre. Septicaemia.
Marshall E. Lntle. 1455 Cen
trol.Avenue, 42 Jahre, Magenblu.
timg. . '
Thomas A. Richards, Grecufield,
dung.
Frank Lehmann. 924 McDougall.
Avenue, 69 Jahre. Herzleiden.
Torothy M. Teppert, 346 Hib
bard.Aveitue, .1 Jahr, Luftröhren,
entzündung.
Kriegswirkungen , im. Gerichtssaale.
.Wie. ein Schulfall zur Bestätigung
der durch den Krieg hervorgerufenen
Schwankungen in dem - früher stets
gleichen Gange der Strafrechtspflege
mutet ein Strafverfahren an. wel
ches bei dem Schöffengericht Berlin
Wedding gegen den Kaufmann Ri
chard.W. anhängig war.! In der
ersten, Verhandlung .gegen W. machte
der Vorsitzende die , Mitteilung, dah
die Sitzung nicht stattfieden könne,
da der eine der beiden Schöffen in
Feldgrau erschienen sei und gewisse
Bedenken gegen seine Teilnahme an
der Verhandlung beständen. In
dem zweiten Tennin, der jetzt das
Schöffengericht beschäftigte, erschien
zur Abwechsung der Angeklagte' in
Feldgrau und teilte mit, daß er an
demselben Tage nach dem Osten ab
fahre -müsse. Dem - Gericht blieb
nichts anderes übrig, als die Ver
Handlung zum dritten Male und
zwar auf unbestimmte Zeit zu ver
tagön.
. In der Freinde.
Bon Cetta Doerner.
4ti
Fern von der Heimat trauten Wegen.
An fremder Stätte weil' ich hier;
Kem Freund ZrÄ mir die Hand vaX
.gegen.
Kein liebes Antlitz lächelt mir.
In dieser bunten Menschenmenge,
Wie einsam bin ich. wie allein!
Mir wird umS Herz so bang, so enge.
DaS mutz gewtß das Hetmweh sein.
Da öffnet sich vor meinen Blicken
Em'. Seüenpfad, den schlag' tch ern.
Kehr', eiligst dem Gewühl den Rücken
Und rette mich in diesen Hain.
DaS Bächlein rauscht zu meinen Füßen,
Die Blätter säuseln m der Lust;
Die Vögel singen, Blumen sprießen
Und spenden rmgsum süßen Dust.
Ich atme auf. und Friede waltet
In meiner Brust; die Angst zieht auS;
Wo -die Natur sich frei entfaltet.
In Gottes Welt bin ich zu HauS.
Np-to-date.
Ein Sketch in hoffentlich ! jetzt für
immer verschwundenem Deutsch."
' ' Bon Heinrich Binder.
Mein Freund Emil, der auS Grün
den der Vornehmheit seinem Namen
ein e angehängt hat, ist sehr chic. Er
ich mehr als chic, er ist outriert mon
dän. tip'top. er ist direkt uv-to-date.
Mit einem Bonmot: Emil ist Emile.
Seit er auS Pommern mit Erfolg
in die Sphäre der Reichshauptstadt
Herüberwechselte. hat er eine phäno
menale Transformation zum Positi
den erlebt. Emile kommt sich als ha
bituelleö und sprituelleS Zentrum in
ternationaler Eleganz vor. Er ist
Snob aus Prinzip. Gent auS konse
quenter' Negation pommerischer Roll
chenAtavismen. Dandy aus subjekti
vem Weltempfinden. City-Globetrot
ter, Selfmademan. Aesthet, Swell
im Superlativ und perfekter ZJuali
t'ätSKavalier in einer Person. Er ist,
einem on dit zufolge, die Jnkarna
tion und daS Marimum dernier
cn".
Sein ganzer, systematisch organi
sirter Lebenswandel, sein potenziertes
savoir vivre" ist ein Sediment reif
ster Setgneurkunst, amalgamtert mit
dem undefinierbaren, diskreten Air,
für daS die Elite von Tout-Berlin
momentan ein Faible hat. und das
markant daS reservierte Niveau mo
dernster Evolutton charakterlsiert.
Emil ist keineswegs ewe abnorme
Type. Die Analyse seiner Psyche
würde einen guten Fond, eine gesunde
Basis zeigen. Er persomstnert gene
rell die Assimilation eines neudeut
schen KuliS mit der enragierten Pas
sion deS absoluten Kosmopoliten.
Physisch hingegen ist Emile-kolossal
gesund und agil. Zwar hatte er kürz
lich eine akute Herzattacke zu absolvie
ren, aber mit der imponierenden Bra
vour der pommerischen Rasse, schüt
telte er sie ab; er negierte sie quasi, so
daß der Rhythmus seines OrganiS
mus keine Dissonanzen erlitt.
Emile wohnte in einem Boarding
house.
Er findet hier den größten Kom
fort und daS ist ihm die ZÄtintessenz
deS Highlife. DaS ganze Arrange
ment seiner Appartements ist nach
seiner Ansicht raffinierter als in den
obligaten Pensionen.
Emile hat Salon und Schlafzm
mer mit Bad. Die Jnnen-Dekora
tion dieser Interieurs bedeutet den
Clou exklusiver Wohnkunst. Vom
automatischen Weckapparat, der den
Hausknecht deS .ancien gime" pr8g
ant karikiert, bis zur Peddigror
bank, vom Klubfauteuil bis zu den
GobelinS; alles ist ideal, ist einfach
.first-claß".
Nachdem sich Emile morgens erhs
ben hat, versucht er beim Douchen
daS Problem des TageS zu lösen. Er
stellt, in Gedanken ein Repertoire auf,
das fern allem Banalen, originell und
pikant sein soll. Es darf unter Um
ständen auch eine kleine Sensation
enthalten.
. Emile empfangt seinen Friseur.
Die üblichen Manipulationen deS
Pedikürenö und ManikürenS folgen
in flottem Tempo. Der intelligente
Koiffeur. glänzend orientiert, zeigt ein
PluS von Blasiertheit. daS zweifellos
das Resultat seiner erstklassigen Pra
ris; und seiner distinguierten Profes
sion ist.
Nun treibt Emil etwas rhythmi
sche Gymnastik. Er ist in dieser Sai
son famoö im Training. Sein Kor
puS ist derart eminent durchgebildet,
.daß er als Champion Carriere ma
chen könnte.
Emile nimmt dann seinen Thee ein.
Porridge. Ham and EggS, ein Sand
wich, etwas Marmelade und die be
liebten Grape-fruits bilden den origi
nellen Auftakt, den fein nuanzierten
Start für die diversen materiellen Fi
nessen. mit denen Emile sein Dasein
bereichert.
ES folgt dann die unkomplizierte
Toilette für den Morgenritt durch den
Tiergarten im Reitdreß. Emile hat
'immense Sportinteressen. Mit Bree
cheS, doublestepped Handschuhen und
Whip verläßt er die Etage. Der Lift
bringt ihn rapide in'S Parterre.
Lanalam Imhilftä &mU &t .pi
des" zum Tättersall, wo in der Box
ein repräsentabler Steepler, der firm
und auf dem Turf erprobt ist, seiner
wartet.
Nach einer Stunde .outdoor" kehrt
Emile zurück. Er nimmt jetzt ein Bad.
daS durch eine nervenstärkende Essenz
und durch,. Eau de mille fleurS" an
genehm gesteigert ist. Dann läßt er
sich frottieren, kleidet sich um und
macht im Gehrock bis zum Lunch ein
paar Visiten.
Eventuell geht er auch im moder
nen. karrierten Sakkoanzug und
Covercoat Einkaufe machen; jedenfalls
vergeht die Zeit bis 2 Uhr durchaus
siilrecht und im Rahmen einer fein
pointierten Note.
Beim Lunch kommt die erste Jndig
Nation. Der Kellner bringt Consom
me en tasse, obwohl Emile mit dem
Finger auf Potage Colombine gezeigt
hatte. Aber dieser kleine Konflikt
führt zu keiner Katastrophe. Die
Oeufö pocheS Bergere schenkt Emile
sich und nimmt dafür Turbot d'O
stende a la Russe. Es folgen Pou
let grille americain und Coupe
Grapefruits, eine Nouveaute. eine
Rarität, der sich jeder - passionierte
Gourmet mit Hochgefühlen hingeben
wird.
Und dann kommt Madge
Er nimmt den Five-o'clockTee in
ihrem intimen Boudoir ein. Der Cut
away von elegantestem Sitz, in der
Taille etwas markiert, hat den kor
rekten Gehrock verdrängt.
Madge, die ihn in einem mauve
farbigen Teagown empfängt, ist eine
hektische, exzentrische Beaute. Ihre
bewußte Koketterie wirkt graziös.
Beim Valse bleue weint sie. DaS cha
rakterisiert sie zur Genüge. Sie ist
abwechselnd verlobt mit einem eroti
schen Attache, einem passablen Lega
tionösekretär und mit Emile. Aber
allen Dreien ist sie heftig treu.
Nach dieser Episode, die Emile mit
einem gewissen Fatalismus über sich
ergehen läßt, weil sie zum ,bon ton"
gehört, präpariert er sich für das
Finish, für den Extrakt deS Tages:
den Soir.
Emile steigt in einen exakten Frack
anzug findet im Auto den Impuls
zum Theater, hört von der Prosze
niumsloge auS zwei Akte an. erscheint
vorzeitig im Foyer, geht in die Gar
derobe. nimmt Shawl, Frackcape und
Seidenhut und trifft gegen 11 Uhr
Claire mit ihrem, Mann zu einem de
liziösen Souper.
Dieser, Mann spielt in EmileS Le
ben eine mysteriöse, fast suggestive
Rolle . . . Weiß er's oder weiß er'S
nicht? Seine Intelligenz scheint um
gekehrt proportional dem reziproken
Wert von ClaireZ Treue zu sein. Aber
Claire wahrt ängstlich und penibel
das Dekorum . . .
DaS Souper ist tatsächlich exquisit.
Es gibt in diesem pompösen Menu
Cosomme au fumet de Becasse, Sau
mon poche au vin de Bordeaux, Steak
de veau truffe, Champignon Portu
gaise, Parfait de fois graö en croute,
Salade coeur de laitue, Mandarines
aux censes und FriandiseS.
Beim Steak fragt Emile, ob eS vom
Grill fei, und beim Parfait schon hat
er eine Einladung zu Claires n'äch
stem Jour fixe. So sagt sie. Ihr
Mann, der Manager eines gut finan
zierten Etablissements ist, fährt so wie
so morgen mit dem Nordexpreß fort.
Nach dem Souper bleibt Emile
vorläufig solo. Er schwankt eine
kurze Frist zwischen Cabaret, Boston
revue, Reunion im Tabarin. Tango
match im SanSsouci und Furlana
Meeting im Admiralspalast. Aber er
entschließt sich zuletzt doch für das'Pa
lais de danse. Er fährt vor, spricht
durchaus cordial mit dem populären
Portier, steigt ohne die üblichen Kasse
formalitäten die weiß-rote Pracht des
Entree hinan und ist .mediaS in
res". . .
Hier fiept er .sanS gene" mit allen
Chikanen, denn nicht umsonst halt er
die Championship des Parketts, durch
die er als Matador alle Rivalen aus
dem Felde schlägt. Er tanzt mit der
malitiösen und amüsanten Kitty, dem
Star der .jeunesse doree"; mit Lady
Mignon, der Z?ueen des Tango und
der wandelnden Chronique scandaleuse
Berlins, und entwickelt auch sonst recht
viel Verständnis für Realitäten.
Jetzt könnte man sich von EmileS
weiterer interner Entfaltung eigent
lich diskret zurückziehen. Er dispo
niert mit exorbitantem Raffinement
über den Rest dS Abends: er besucht
nach dem PalaiZ noch den Pavillon,
fährt in zwei BarS, trinkt einen
Sherry Brandy als Nightcap, zwei
gut gemixte Cocktails, drei rassige
FlipS. und fahrt dann in einem Vier
Zylinder nach Haufe. Der Chauffeur
erhält einen reichlichen Tip.
In der Nacht, die diesem anstren
genden Tage folgte, schlief Emile sehr
schlecht. Erst gegen Morgen entdeckte
er die Ursache dieser Erscheinung: er
hatte, fatiguiert und hypernervös. ein
simples Nachthemd statt der stylechten
PajamaS angezogen!
So zeitigen kleine Ursachen oft eine
degoutant: Wirkung einen insipiden
Effekt . . .
JmDusel.
Herr Bierdimpfl (Nachts unterm
Laternenpfahl liegend): .Geh. Alte,
lösch 's Licht auö!"
Au weh !
Nazi (im Wirtshaus zum Sepvl):
.Waö machst denn für a G'sicht,
Seppl? Ist dir net guat zu Muat?'
Seppl: .Die Weißwurst war'n so
kloan. weißt, und da hab' i 'm Wirt
zur Straf' alle Senftöpferl leer
flÄj

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