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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, April 03, 1915, Image 4

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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4
VekrMlte? Abedvfi, Dstag, de 3. A p ? sl 7 S 1 S.
Detroiter
t f ;
Ä V C II V 5 O st I
!
Second Claas Matter.
M- 'Gliche Mikkvl!ngkn tellttc oa
u o3rnicen:
Aug. Marxhausen, Ab mdpost.Gebäude
Cce: Scke Brsadwad und cd.randMd
Ssfcmu rat)t Qizatiot S&emi).
Sir Edward Greu krank?
Man sprach in den letzten Tagen
wieder viel von Bestrebungen zurHer-
beiführung eines Tevaratiriedens.
zwischen Oesterreich-Ungarn und Ruß
land und viel auch von einem Sepa
ratfrieden zwischen der Türkei und
Rußland. Man svrach hingegen we
nig von einem allgemeinen Frieden.
So unwadrichernlich eS aber ist, daß
Deutschland und Oesterreich-Ungarn
letzt schon an einen Frieden mit den
Alliierten denken, so ist es immer
noch wabrsckein lieber als ein Separat
frieden von der Att, wie die Gerüchte
der letzten Tage ihn ermähnen. Und
wenn es auch unwahrscheinlich ist, es
fallt einem doch ein, wenn man die
gestrige Londoner Depesche sieht, daß
Sir Edward Gren, der britische Se
kretär des Auswärtigen, sich so er
müdct ühlt. daß er die Leitung des
miswärtigen Amtes für drei Wochen
dem Ministerpräsidenten Asrnnth ab
treten mußte.
Die Dcvesche, in der dies gemeldet
wurde, trägt keinen offiziellenCharak
ter und ist offiziell auch nicht bestä
tigt worden. Sie kann wahr sein, sie
kann auch erlogen sei. Wenn sie
aber wabr ist, so ist sie bedeutungsvol
ler, als man auf den ersten Blick glau
ben kann. In diesem Falle würde sie
nämlich nicht nur einenWcchsel in der
Perfon, sondern möglicher Weise auch
einen Wechsel imSosiem bedeuten und
ein Wechsel im System kann unmög
lich etwas anderes sein als ein Ueber- i
gang von der Politik des Krieges j
zur Politik des Friedens.
?lllcrdings. wenn England äugen- j
blicklich seinen Gren verliereii sollte,
so wurde es das Prototyp, den ieft
,'leyenden !npus seiner Staatsmän
ner verlieren. Man weiß nicht recht,
ob der moderne englische Staats
man ein Produkt des modernen
lf iisllöitds ist. oder ob das morne
Enaland ein Produkt der modernen
englischen Staatsmänner ist
Das i
moderne, das neue England, stand
,u eem Augenblick fe."!.z da. als int
r ohrc 1786 der gre Bur!' anifmud
Nftfc in seiner b ri'ymten Anklagcrcl
gegen Warren Hastings dem Parla
mente die Worte zurief : ..Wenn sie
sen Schändlichkeiten gegenüber die!w , ic Tendenz in der modernen
Allgen erschließen, dann machen Sie
ans uns Engländern eine Nation von
Hehlern, eine Nation von Heuchlern,
eine Nation von Lugnern, eine Na
tion von Falschspielern!" Hastings
wurde freigesprochen lind das neue ,
England stand fertig da und mit die-j
sem neuen England stand auch der
neue englische Staatsmmm fertig da
und ein Staatsmann dieser Art ist
?.r Edmurd Grrn Wenn pr neht
rmro ihm fern Denkender eine Träne ' icöcr einzelnen deutsche Mann als
itachweinen. aber teder Denkende wird i Mitglied angehört hat, eine in techni
sich im Stillen sagen: Es kommt sel-! f unÖ moralischer Hinsicht glei
ten was Besseres nach. Dermaßen riesenhaften Organisation.
Der Taktschlag, das Tempo dieser Or-
" " I ganisation isi der Taktschlag, dasTem
Noch einmal deutscher MitttariSmnS. L, des ganzen arbeitenden Deutsch.
I ernenn Aufsatz von Prof. Karl ! lands geworden. Tiefer militärische
warfen in dem Kopenbagener Blatt
Politiken finden sich folgende bemer
kenswerte Stellen die vielen Fremd
wörter sieben schon im dänischen
Ten.
Die von Preußen auf Grund seiner
territorialeil Verhältnisse und kraü
seiner Volkanlagen entwickelte Mili
tärmacht mit dem Oberklassen Mi
litarismus erreichte den Gipfel unter
Friedrich dem Großen, der ja, wie in j erst und zuletzt eine strenge Pflicht
klammern bemerkt fei. nickt nur ein schule: er steckt seine ganze Lebenszeit
nnlitärisches Genie, sondern auch auf ! in der Uniformjacke, die er erii us
manchem anderen Gebiet ein Kitlwr zieht, wenn er sie gegen das Leichen-
vionier war. Friedrichs des Großen
Militarismus wurde von einen an
dern genialen Soldaten besiegt" von
Napoleon, denen neue leitendeGrund
fäfcf technisch und moralisch auiJdeen
der französischen Revolution beruhten,
und der schon mit dem Volksaufge
bot bei der Bildn dg feiner Heere reck
nete. Aber als Preußen von Navo
leern zu Beb. !, esa'lagen wurde, ge- i
wann es vier, wie jetter Sagenneld,
Erneuerung seiner Kräne. Unter
dem Einfluß der nationalen Erhe
bung gegen den Korien schuk Preußen,
g$& seines Uebernünders lerneifriger
Scküler, durch Vertiefung und Ans
.teitalnmg von Motiven, die er. Na
poleon, angeschlagen hatte, im Jäh
te 1814 die allgemeine Wehrpflicht.
Der Tag, da die allgemeine Wehr
Vtticht entstand, ist der Geburtstag
des modernen deutschen NationalMi
lirarlsmus. xamais iam er zur Tve,
und er glich auch noch lange in den
Augen der Vergangenheit seinem Va
ter, dem Soldaten: aber jetzt, hun
dert Jadre sväter, in seiner voll ent
wickelten Erscheinung zeigt sein Bild
in deutlichstem Grade die mütterlichen
Züge: den Volksursprung. Denn der
Militarismus ist aus dem rein Mili
tarischen herausgewachsen und etwas
ganz allgemein Bürgerliches gewor
den.
Der tiefste moralische Faktor des
Kriegshandwerks ist die durch Selbst,
beherrschung entwickelte Opferwillig
seit; eine Opferwilligkeir vom klein
ften Ding bis zum Leben des Jndivi
duums. ; eine Opferwilligkeit im Ge
horchei, im Dienen, innerhalb einer
autoritär geleiteten Organisation. Die
militärische Opferwilligkeit schlüpft
niemals aus dieser gegliederten Ord
nung hinaus, ist nur kraft dieser Or
ganisation berechtigt, dient ausschließ
lich dem größeren Ganzen, dem Hee
re, das wieder ein Ausdruck für den
2 lernt ist, eben für diesen bestimmten,
hinorisch und national ckzarakterisier
ten Staat, der dem gemeinsamen
Egoismus, dem gemeinsamen Stolz
der einzelnen Raum giebt. Hier ist's
genügend weit und genügend eng für
durchschnittliche inensckliche Jnteüi'
gcnz und Moral wie die Allgemein
heit sie ausweist: weit genug, daß kein
gesellschaftsfeindlicher Individualis
mus gezüchtet wird, eng genug, daß
ein Schweifen in unanschaulicheTräu
mereien verhindert wird.
Kraft ihrer Zweckbestimmung muß
die militärische Ausbildung den Sinn
einwickeln selbst für das anscheinend
Unbdetendste, muß eine peinlich be
rechnete und berechnende Genauigkeit
fordern. Vorsorglichkeit, blitzschnelle
Entschlossenheit und rücksichtloses Ein
setzen aller Energie verlangen al
les in dem Bewußtsein, daß der ein
zelne in der überwiegenden Anzahl
der Fälle von dem, was er leidet,
oofcrt, kein Resultat für sich persönlich
erntet. Und wie durch die militärische
Erziebung das Individuum dahin ge
bracht werden mnß. der automatisch
tätige Teil der großen Maschine zu
werden, so muß auch erreicht werden,
daß es unter Umständen als eine mit
allen Kräften in potenzierter Form
wirkende Persönlichkeit aufzutreten
ücrmafl- Der gemeine Mann, der im
."tiirtrrrtiirtrm nI4 ptn ripmpr Vntm.
teil feiner Kolonne geführt wird, kann
in einem besonderen Auftrag als
Wachtposten, Ordonnanz, Patrouil
leiiführer die höchstentwickelte
selbständige Haltung beweisen müs
militärischen Ausbildung geht dahin,
in jedem Führer einen Gemeinen zu
bewahren und in jedem Gemeinen ei
nen Führer zu erziehen.
Von diesenGesichtspunktcn aus und
Grund einer längst erprobten, stetig
sleübten und immer weiter ausaebau-
ten Praxis hat man in Teutschland
' in den letzten fünfzig Jahren ein na
ttottales Heer gefchaffcn, dem soznsa-
Tritt erklingt in der Schule, von der
niedrigsten bis jur Universität: er
erklingt in der Industrie, im Handel,
in den Arbeiterbataillotten. Der Deut
! sche wird Soldat, wenn er ans ei
nem meist wohl diszep linierten Heim
heraus mit sechs Jahren in die
Schule kommt, die kein Kinotheater
zur möglichst behaglichen Uebermitt
lung von Kenntnissen ist, sondern zu-
Hemd eintauscht. Der deutsche Mili
tarismus ist eine nationale Arbeits
metbode geworden, eine bürgerliche
Lebensanschauung, eine für die Zeit
lichkeit geltende Staatsreligion, die
bewußt oder unbewußt das ganze
oeutfche Volk schon durchdrungen Hak.
Selbstverständlich wird der Natio
nal militari sinus von der deutschenBe-
völkerung nicht anders verstanden, als
ern Volk solche soziale Werte über
haupt begreift und sich aneignet: nur
wenige tun's bewußt, bei den meisten
geschieht die Aneignung unbewußt,
häufig sogar unter Angriffen auf die
Prinzipien und Gesichtspunkte, die
sie in Wirklichkeit und praktisch längst
befolgen. Es ist wie in einer Fami-
lie, wo die Mitglieder bei allen ent
scheidenden Vorfällen des Lebens sich
tatsächlich als zusammengehörig und
aufeinander sich stutzeiid erweisen, ob
wohl sie taglich einander kritisieren
und einzeln ihre unbedingte Unab
hängikeit proklamieren. Der Krieg
von 1914 war nichts als eine solche
Gelegenheit, wo das deutsche Volk
vom Gipfel bis zur breiten Tiefe sei
nen Militarismus bekundete; aber je
den laufenden Tag im tiefsten Frieden
vor dem Kriegsausbruch arbeiteten
die Deutschen in allen ihren Fächern
und Berufen genau ebenso ..militari
stisch" wie jetzt, wo sie ms Feld rück
ten. Denn es ist mehr Militarismus
in eitlem deutschen Modegeschäft als
in dem Heer manches Kleinstaates.
Feuilleton.
Barbarisches."
In der Neuen Zürcher Zeitung"
veröffentlicht der schweizerische Oberst
'ttarl Müller Schilderungen vom Ge
oirgskriege in den Vogesen, dessen
Stätten und Ereignisse er als Au
genzeuge hat beobachten können.
Seine Besichtigungsfahrt führte ihn
bis in die vordersten Reihen der
Schützengräben und in das Gefechts
terraiti felbst. Dort, dicht am
Schützengraben, stieß er auf einen
frischen Grabhügel, auf dem ein ein
faches Kreuz errichtet war. Die Ge
schichte dieses Grabhügels berichtet er
mit folgenden Worten: Es ist das
frisch gebettete Grab eines hier schon
vor mehrereil Monaten gefallenen
Franzosen. Beim Vortreiben des
Schützengrabens waren die Deutschen
hier auf eine tote Hand geitoßen, die
dem nur mit einer dünnen Erdschicht
bedeckten Leichnrnn gehörte. Kein
Kreuz, kein Grabhügel hatte die
schon mit Unkraut und Geitrüpp
überwachsene Stelle bezeichnet, wo
der Franzose lag. Der Schützen
graben wurde nun in einer die Toteii
siätte umgehenden Richtung weiter
geführt, der Leichnam richtig begra
ben und über ihm ein Erdhügel auf
geschüttet, das Grab eingefaßt und
mit einem Kreuz versehen. Das isi
ein Fall unter vielen. Bei ilircn
Erdarbeiten in den Wäldern stießen
die Deutschen wiederholt auf wiche
flüchtig beerdigte Franzosen, denen
sie dann ein anständiges Grab berei
teten." Auck ein Beitrag zur Barbarei"
der deutschen Kriegführung ?
Ein im Felde stehender deutscher
Buchhändler schreibt vom Kriegs
schauplätze in Nordfrankreich:
.Während des trockenen Wetters
ohne Frost haben die Gespanne tnt
serer Artillerie und unseres Trains
die Felder der franzöfifchen Bauern
betreut, und die so vorbereitete Ernte
wird dieser Gegend später bitter
nötig sein. Besonders freut es mich,
Ihnen von einer Tatfache Kunde 311
geben, die so recht ein Stteiflicht auf
uns Barbaren" wirft. In deni
Schußfelde der englischen Kanonen
befinden sich Schlösser alter französi
scher Adelsfamilien, die kostbare
Kunstwerke und Bibliotheken be
saßen. Um zu verhindert!, daß diese
wertvollen Dinge bei einem Boni
bardemeut des Schlosses zugninde
gingen, hat das deutsche Gouverne
ment genehmigt, daß der Direktor
des Liller Museums in Begleittmg
eines Offiziers die betreuenden
Schlösser durchgeht und die Sachen
bezeichnet, die in Sicherheit ge
bracht und dem Besitzer nach Been
digung des Kriege wieder zugestellt
werden sollen. Ich selbst habe den
Auftrag gehabt, die Bibliothek eines
Schlosses auf wertvolle Bände durch
zuven, u. weiß, daß dort allein viele
hundert Werke, worunter sich eine
ganze Reihe Eritausgaben französi
scher Ksasfiker befinden, vor der Zer
störung durch denKrieg bewahrt wor
den sind. Dies in nur ein kleines
Beispiel dafür, daß wir Deutschen
Krieg mit den Völkern, aber nicht
mit den Kunstwerken Nihren. Ich
weiß nicht, ob unsere Gegner sich je
mals von dem gleichen Gesichtspunkt
Haben leiten lassen, denn der Leening
des Lemberger Ossolinski - Museums
durch die Russen Haben doch wohl we
niqer selbstlose Motive zugrunde ge
legen."
Ein deutscher Verwundeter schil
dert in einem mis Lokeren bei Gent
datierten Feldpostbriefe an seine
Mutter ein Gerecht im Argolmer
Walde, wobei, wie er hervorhebt, auf
beiden Seiten Wunder der Tavier
keit vollbracht wurden. Der Schrei
ber erhielt in diesem Gefechte eine
Verwundung und konnte am Vor
stürmen nicht mehr teilnehmen. Um
ihn herum lagen . zahlreiche andere
Verwundete. Deutsche nndFranzosen.
Als er etwa eine Stunde gelegen
hatte, kamen 5crankeiiträger. die viele
Verwundete aufnahmen. Der Brief
tckreiver färt fort: Ich hörte plötz
lich Stöhnen, lieben mir liegt ein
junger französischer Offizier, heftig
blutend. Ich löse mein Verbandväck
chen und schlinge, so gut ich kann, die
Binde um sein Handgelenk. Tann
kamen die Träger. Sie wollten mich
auf eine Bah beben, dock ich mache
sie auf den jungen französischen Ofn.
zier aufmerksam, der das Bewußtsein
verloren hatte. Wir kamen auf den
Verbandplatz, von da ins Lazarett.
Hier wurdeFreund u.Feind nebeneiii
ander gebettet. Der französische Offi
zier lag neben mir. Als er wieder
zu sich kam, erkannte er mich gleich
und reichte mir dankbar die gesunde
Hand. fix spricht gebrochen deutsch,
ist aber ein sehr netter Kerl, wir
verständigen m ganz gut. Als ich
ihm eine Zigarre und Schokolade
von Eurer Sendung gab, bat er,
i wenn ich an Dich schreibe, möchte er
einige Worte beifügen. Ich weiß
aber nicht, ob es erlaubt werben wird.
Dein Otto."
Die Erlaubnis i't erteilt worden.
Der Zusatz des französischen Offi
ziers lautet: Madame! Excuses daß
deutsch eines Franz. Ihrem Sohne
danke ma vie. Die Porteurs hatten
mir gelassen liegen für tot, il 6tait
impossible zu machen kleinste Bewe
gung. Als ich war chez moi, liegte
ich hier im Lazarett, ich coute wie
ttrnrdc gerettet. Beauemip de remcr
ciements für Zigarren und Schoko
lad. Votrc humbel serviteur Fran
o:s Dufour."
Ein englischer Schriftsteller über eng
lische Heuchelei.
Der bekannte britische sozialpoliti
sche Schriftsteller Alister E. Erawley
sagt in einem Flugblatt, das in
England nur als Manuskript in den
Kreisen der Gebildeten zirkuliert und
das sorgfältig gehütet wird, damtt es
nicht in die Hände der Massen falle
und einen noch ungünstigen Einfluß
auf die Anweibung habe:
Wir erleben eine der periodisch
wiederkehrenden Orgien der Heuche
lei. Das Recht (und Gott natürlich)
kämpft mit seiner schwachen Kraft
gegett die Gewalttätigkeit in Waffen,
gegen Barbarei und Tyratlnei. Die
Alliierten werfen ihre geringen
Streitkräfte gegen dieHunnenhorden,
Pastoren predigen von David und
Goliath.Publizisten schildern uns als
den kleinen Jacob, der den Riesen
bezwingt. Immer sind die Kräftever
Hältnisse gegen uns. Zehn zu eins.
Glücklicherweise nimmt es der Eng
länder mit 18 2 Teutschen auf. Hub
die Statistik beweist's. Engländer
sogar gebildetcEugländcr, sogarEng
länder. die gereist sind, bringen es
fertig, sich in den Glauben daran
hineinzuhypnotifieren.
In Wahrheit stebt das kleine, ta
pfcre Deutschland gegen eine Welt
in Waffen. Gegen Deutschland und
seinen einen Freund stehen Rußland,
Frankreich, England, Serbien, Mon
tenegro und avan. Und jedes die
ser Länder wirst sein ganzes diplo
matisches Gewicht in die Wagschale,
um Rumänien. Bulgarien, Griechen
land, Italien, Holland, Däncniarck
tind die Ver. Staaten von Amerika
zum Mittun zu bewegen. Jetzt sind
wir 6 gegen 1 und fühlen uns unsi
cher.
Meine eigene Anficht ist einfacher
Wir haben lange darauf gewartet.
Teutfchland zu zerschmettern und
ihm zu stehlen, was sein ist. Wir
haben eine erstklassige Chance dafür
wahrgenommen.
Engländer sind stets auf der Suche
nach Greueln. Bulgarischen Greu
cln. Armenifchen Greueln. Tripo
litauischen Greueln. Kongo - Greu
eln. Jetzt deutsche Greueltaten. Mali
sieht, die Schändlichkeit der Verüber
richtet sich danach, wer uns zur Zeit
unangenehm ist. Das Gleichnis vom
Splitter und Balken war sicherlich
für England gemacht.
Wir danken Gott, daß wir nicht
sind wie andere Leute. Durch seilt
schöngefärbtos-Fenstcr kann man uns
schön genug sehe. Unser Heiligen
schein ist so groß,daß er schwer drückt
Bintenkarte rettete ihn.
Ein Ulanenoifizicr. der allein ei
nen kühnen Erkundungsritt unter
nahm, wobei er eine K. n. K. Drago-
j nerpatrouille überholt hatte, stieß er
jaui seinent einsamen Weg plötzlich
lauf einen Russen, der langsam und
schleppeiid ein Pferd am Halfter
führte.
Was machen Sie da?" herrschte
'ihn. polnisch sprechend, der Offizier
an. mit schußbereiter Waffe vor ihm
j parierend.
Deutfch kam die Antwort: ..Ich
l schlepp mich zurück, das Pserd kaun
nicht mehr weiter."
Sie sind mein Gefangener!"
sprach der Offizier.
Ter Russe antwortete mit einem
Achselzucken und nicht unzufriede
nem Blick. Damit wäre die Sache
zu beiderfeitiger Zufriedenheit erle
digt gewesen, wenn der Ulanenoni
zier nicht noch seinen Ritt vorgehabt
hätte, für den er die Gesellschaft des
Russen mit seinem lendenlahmen
Pferde nicht brauchen konnte. Es
folgte eine fehr angelegentliche Be
ratung zwischen ihm und dem
Feinde über die schwierige Frage,
wie die Gefangennahme durchzu
führen wäre. Endlich kam dem Oe
ftcrrcicher doch die erlösende Idee.
Er zog seine Visitenkarte, versah sie
, mit einigen aufklärenden Zeilen
j und schickte damit seinen Gefangenen
i der Dragoner - Patrouille entgegen,
die er mit Recht auf dem Wege ver
muten durfte.
Beinahe wäre der Russe von den
Dragonern, die er richtig antraf, er
fchoffen worden, wenn er nicht doch
noch zur rechten Zeit beide Hände er
hoben und dadurch seinen Mangel
an Feindseligkeit ermiesen hätte.
Schließlich konnte er die Visitenkar
te abgeben und damit den willkom
menen Ruheposten eines Gefange
nen der Oesterreicher erwerben.
Das Zaremeicy.
E kann auf keinen Fr ! Ratio
nolftaat gelt.
Daß im gegenwärtigen Weltkrieg!
die Sympathien mancher neutralen!
Länder so wenig auf Deutschlands
Seite stehen, ist zu einem großen Tein
auch aus dem Umstand zu erklären,
dah im Auslande vielfach falsche Vor
fiellungen über Oesterreich und Ruß
land herrschen. Oesterreich faßt man
als einen Nationalitätenstaat auf' ein
Konglomerat der verschiedensten, vor
allem slawischen Völker, ein Staaten
gebilde, daö seine historische Berech
tigung mit dem Verschwinden der Tür
kengefahr für Europa allmählich ver
loren hat, während Rußland als ein
einheitlicher slawischer Nationalstaat
gilt, der daS historische Recht auf sei
ner Seite hat. wenn er alle Slawen,
auch die in Oesterreich, unter einem!
Szepter zusammen fassen will. Diese
Auffassung entspringt einer gründuV
chen Unkenntnis europäischer Verhält-
nisse und dem vollständigen Verkennen
des österreichischen und russischen
Staatengebildes. Gewiß ist es rich-I
tig. daß Oesterreich kein einheitlicher!
Nationalstaat, sondern ein aus den
verschiedensten Nationalitäten (Deut-
sche, Ungarn, Polen, Tschechin. Ruthe-
nen. Kroaten, Slowaken. Bosnier,!
Serben) zusammen gewürfelter Staat
ist. Das gilt aber von Rußland in
noch vie! höherem Maße. Würde man
selbst die Slawe. als etwa Einheitli
cheS auffassen, so darf man doch nicht
vergessen, daß Ruhland zahllose Ange
hörige der mongolischen Rasse zu sei
nen Bürgern zählt, und nicht etwa nur
im asiatischen Rußland die tartarischen
Völkertruppen (Tartaren, Baschkiren,
Kirgisen. Kalmücken. Tschuwaschen u.
f. w.). sondern auch im europäischen
Rußland die unterdrückten Finnen,
Karelier, Esthen. Morawinen u. s. w.,
wie steht es aber mit den Slawen?
Daß diese nicht als einheitliches Volk
aufgefaßt werden können, geht schon
aus den gegensätzlichen Bestrebungen
der slawischen Balkanvölker hervor.
Die Polen Oesterreichs, auch ein sla
Wisches Volk, sehnen sich wirklich nichl
nach der russischen Knute, weit drin
gender wünschen die Polen Rußlands
eine Vereinigung mit ihren Stammes
genossen in Oesterreich. Und schließ
lich das Russische selbst ! Gibt es etwa
ein einheitliches russisches Volk mit
einheitlicher Sprache, die ja am schärf
sten da Gemeinsamkeitsgefühl zum
Ausdruck dringt?
Man unterscheidet Großrussen (etwa
fünfundsechzig Millionen), Kleinrussen
(etwa dreißig Millionen) und Weih
russen (etwa siebzig Millionen). Diese
drei BolkSftamme sind keineswegs so
wenig von einander verschieden wie
etwa Nord- und Süddeutsche, etwa
Preußen und Bayern, sondern eS han
delt sich hier um ganz verschiedene Völ
ker, von denen das eine die anderen
unterjocht hat. Daö herschende Volk
sind die Grohrussen. und namentlich
die Kleinrussen, die in der Ukraine
ihren Hauptsitz haben, empfinden das
druckende der großrussischen Fremd
Herrschaft sehr stark, so sehr, daß sich
ein besonderer Bund zur Befreiung
der Ukraine" gebildet hat. ist doch
Jahrzehnte lana gleichzeitig mit den
Russifizierungsversuchen gegen die
russischen Ostseeprovinzen versucht
worden, auch die Kleinrussen gemalt-!
sam in Grohrussen zu verwandeln.
DaS Drucken von Büchern in klein-
russischer Sprache wurde verboten.!
Grammatiken und andere Schulbücher
durften ebenfalls nicht in kleinrussi
scher Sprache geschrieben werden, und!
in den Schulen durfte nur großrussisch j
gesprochen werden. Daß durch solche!
Mahregeln ein Volk und seine Sprache !
nicht vernichtet werden kann, ist ja be-
konnt, sie beweisen aber auf daS Schla- '
gendste. wie berufen gerade Rußland!
zum Befreier unterdrückter Völker er-!
scheint.
Durchstechen der Deiche.
Das Durchstechen der Deiche ist ein,
altes Schutzmittel gegen feindliche Ein-;
fälle. Alk die Franzosen während des
zweiten Raubkrieges- gegen Hollands
(16721678) in das militärisch nur j
wenig gerüstete Land einfielen und es ;
mit Truppen überschwemmten, geriet:
.Holland in Not." wie man seitdem j
sagte. Es half sich zunächst durch eine i
andere .Uebersckwemmung." Man ;
durchstach die Dämme der Assel, des 1
Rheins, des Leck und der Merve. so!
daß fast das ganze Land bis auf einige ;
Straßen für Truppendurchzuze unter
Wasser gesetzt wurde. Eine andere
Flut brachte bald darauf weitere Hilfe.
Als nämlich eine feindliche Flotte her
annähte, hielt die Ebbe wie durch ein
Wunder sechs Stunden länger an als
sonst, und als endlich die Flut einsetzte,
erhob sich ein Sturm, der die Schiffe
auf die hohe S hmaustrieb. Weni
ger hold als damals den Holländern
zeigten sich die Elemente den Belgiern
1914. Die Überschwemmungen bei
Antwerpen haben den Fall der Festung
zwar verzögert, aber nicht verhindert:
die Novemberfiürme haben zwischen
Freund und Feind keinen Unterschied
gemacht, und die Ueberschwemmung in
Westflandern hat die Entscheidung der
Kämpfe nur verzögert und die Leiden
der Bevölkerung verlängert.
Per Dampfer nach Cleveland". ,
Erücr T. & 6. Damvter der Sm
son Montag, I. April, 9:30 mgö.
Dampfer Weitern States ahr
preis nach Cleveland Z2.25 einen
Weg, ?t.0tt Rundreise. Täglicher
Dienst in Krast Mittwoch, 7. April,
10:45 abdS. Anzeige.
Unreklamierte Fracht
In Detroit, von der Michigan Central. und Grand Trunk.
Wird
k. Oeffentlicher Auktion
In Edgar's Sugar Housc, beginnend a,n 6. April, um 10 Uhr
morgens, und andauernd bis alle Waren verkauft sind.
(Warenhansleute)
Ter Verkauf findet statt in Edgar's Warenhaus No. 3, 445
Howard Straße. Ecke 12. Straße,
. Wardell & Ton, Auktionatoren.
Stadtverband Detroit
Zum Besten des Hilfsfonds filr die Ärieis'N'illkldendk'tl
Ostcrfonntag, den 4 April
in der Arbeiterhalle
Vismarck - Feier
anläßlich des 100. Geburtstages des cifernen Kauzlers.
Beginn 3 Uhr llchm.: (Leittütlichc Uuterhaltuug. Beginn dos Fkft
Programmes 8 Uhr abds. Rczitatioueu. icdervorträgc, Massenchörc, lc
bende Bilder. Proi. Adolph Niederprneui, Festredner.
Deutsche, kommt in Maffen!
Laßt uns des größten deutschen Nationalhelden Andenken feiern !
Großes Osterfest
Vmußöltet osn Muslk-KllVklle der Wgodmeu bs tljk Mrlh"
am Montag, den 5. April 1915
in der Arbeiter Halle Ecke Russell und Cathttine traßen
fl schöne Preise werden vertheilt.
Eintritt 25c per Person. Achtungsvoll das Äomitc.
Geld nach Europa
Gcld.Anweisr.ngen nach Oesterreich-Uttgarn und ande
ren Ländern besorgen wir jetzt wieder stets aufs pünkt.
lichsie wie bereits seit 10 Jahren.
EEirechfeld Bros.!!!8!".
Offen täglich bis Uhr abends, sowie Sonntag Vor
mittags von 8 bis 12.
Hl
lralCTSinf5
tualM ffn i li'-iifi n H TiT
smmm
4-in-s)n f.
raiscnur. die cirh ni
TOÜkomrr.fnffS Schmieröl für
Her. Fahrräder. R-hlne- Thri.n t n .
- . - j 9
für alles, was im Hatie n. W im Ii
.Keine saure. tia weiches Tuch
- . - r- ' ' "
Plierf le furnierten und lackierten
ntier n cisc. ein Meter leine, schwarzes esssltuch mit 3-:n-One besorenrt
Ilfrf firir"! t rl 0j 1 mt r sr.Ufr-.'i. 7! '. . - h f-. i. ..
3-jn-One lasst positiv keinen Rost aufkommen an Gewehren, Autotnobileufcehör
teilen. Badezimmer-Armaturen Oasherden, und allen anderen MetaII,eenstandei
innerhalb und ausserhalb des Hauses und in jedem Klima. T.t sinkt in die unsich:
barenVgre" '"und bild einen bleibenden chüuenden fberzuf.
GRATlSrN-OKETIS. Man schreibe sofort um eine grosse Gratis-
o -vuc-MAiion, wricnes
isuicn wucn
io C. fl Uhre), 25 c. (3
j Puite). Auch in neuer, patentierter handlicher
Ölkanne, az c. (3-tf Unzen).
MMn O1X COMPANY
42OA Broadwaj eiv York
Robert J7. ftartenstein
Simmer 202 vciimetv:r - Qebäxxbe.
Pe: stcherungs Aotariat und Hrundeigen
tums - Keschätt.
Telephon Main 2409.
5. l'cibich' internnttoualc!' Reise
dureau, W West For ?7'?af:c.
6. Ävril - Dampfer Ißv&uam von
Nciv Brf und) Rotterdam.
7. ?Ipril Tainpfkr rcderik von
Ne jlort nach !c,i.Ka,tkii.
8. April - Daps icilian vonl,
ohnS nach Livcrvool.
9. April Tampscr Meiagaina von
2t. IovnS nacti Liverpool.
9. Upril Dampfer 9utk von New
j)orf nach Acapcl.
10. April Kämpfer Northland von
Portlan' nach Livcrvool.
0. April Tamvcr Niagara von
Nclv 'lork nach Vordeaur.
10. April Tarnpscr Transulvania
von New ?ork nach Liverpool.
10. April Dampfer Pbiladklvvia
von New ?)otl nach Liverpool.
10. Aoril Tampfer Tramval? von
New ?)ori nach Italien.
10. April Xamvfer Kristianiafjord
von New ork nach Bergen.
13. April Tampfer Ryndam von
New Jork nach Rotterdam.
14. April Dampfer Arcbic von
Neiv Dork nach Liverpool.
14. April Tampfer Cvmric von
New Dorf nach Liverpool.
16. April Dampfer Gramvian von
New Jork nach Liverpool.
17. April Dampfer Rochamveau
von New Dork nach Bordeaux.
17. April Dampfer Crbnna von
New Aor? nach Liverpool.
17. April Tampfer t. Louis
von New S)ri nach Liverpool.
21. April Dampfer Adriane von
New flort nach Liverpool.
21. April Dampfer Corncan von
Tt. John nach Liverpool.
22. April Dampfer Cartbaginian
von Boston nach Liverpool.
22. April Tampfer United Ttatcs
von New Dork nach Copenhagen.
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Möbel ur.d Holzarbtiten in ml k
nunuerte von Anwendungsarten auflulirt.
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für
Schweinc-
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Rindcr
Zstchtcr jiir schnellen Verlanf osferie
ccn wir zwei Baggonladungcn
Corn Feed Meal,
leicht beschädigt durch gelier.
alier in gutem Zustande für
Furterzwccke.
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ttrand River und Warren,
Detroit.
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