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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, May 02, 1915, Image 10

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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10
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Giu Tics.icr fand, o blur'ge Ironie!
Einir ans der Strafe ein gebraucht'
Menü.
.Hai" ruft er aus. heul' speis' ich fein
zu Hause!"
Und eilt mit seinem und in seine
Klause.
Hier holt er seinen Sckmachtriem auS
der Ecke.
Ttt ihm schon oft gedient zu diesem
Zwecke.
Und fängt nun an. denselben fest zu
sckinüren
Ein herrlicher Ersah für daZ DinZeren!
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r?r-i!i.:
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.'iW fäF??
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Sunächst: Bouillon und ind'scke Tchwal
bennester!"
(Er zieht den Riemen um ein Loch
lein fesler.)
.Ragout von Auüern. das kann mir
gefallen.
Ein Loch nur brauch' ich fester mich zu
schnallen!
Tann: Schinken in Burgunder! Delikat!
Gut. da? der Niemen so viel Locher
hI
Ie?l Lachs in Till! Cb ich es noch
riskiere.
Und um ein Loch den Riemen fesler
schnüre?
Ich frei es zwar, recht schwer ist die
ser Fisch "
Er roagt'S und sinkt ohnmächtig un
tern Tisch.
Vald keht ein bochwohlweis Konzilium
Um diesen inreressamen Fall herum:
.Wir feb'n hier wieder." sprechen alle
drei.
.Ein Opfer beispielloser Schlemmerei!"
Wir und die Russen.
Einst war daS Verhältnis 1 : 5.
Wir brachien gehörig sie auf die Srrümpf.
kluch als wir kämpften wie 1 : 4,
Ta rannten sie flugZ nach Hasen, Manier.
Hart waren die Kämpfe, denk. 1 : 3,
Wir schlugen sie weidlich, die Macht
brach entwei.
??och find sie zzewallig. noch 1 : 2,
Mr jagen sie rückwärts mitHeifza juchhei!
Und ist daZ Verhältnis erst 1 : 1.
Tann Gnad' ihnen Gon, von ihnen
bleibt keinS!
Die LazarettliebeSgabe.
Auch sie starben für's Vater-land!"
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Mißverständnis. Gnä
dige (zur Köchin, der ibr Soldat un
treu geworden ist): Sie hätten ibn
sich wohl mehr warmhalten sollen!
Minna: Aber, gnädige Frau, er
hat doch wahrhaftig Wollsachen ge
nug von mir gekriegt!
Jagerlatein. Wo haben
Sie ihren Jagdschein?
Ich jage ja gar nicht. ich trage
das Gewehr nur. weil es zu meinem
Anzug pafjt!
I n Pole n. andwehrmann
(aus Sachsen bei der Verfolgung der
Russen): .Her'n Se. Herr Russe, sein
Se doch so freindlich und heren Se
doch a bissel uff mit loofen. mir
hamm nämlich noch gar nicht gefri
stickt!' - . ; ...
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Naiv.
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Minna (zu ihrem Soldaten):
Nicht wahr, wenn euch befohlen wird,
blind zu schießen, so müßt ihr doch
beide Augen zumachen?
Kleine Brötchen!
Es hat uns genommen der schnöde John
Bull
Mit seinen gepanzerten Bötchen
Tie Lcckerbin'cn der guten Zeit:
!ie knusprigen kleinen Brötchen"!
Ter Kinnbackcnöcld erzählt der Welt
Von Siegen gar manch Änekdörchen;
Sie Siege doch sind, genau desch'n.
!ur kleine, ganz kleine Brötchen.
Am Frübnücksrisch d:r Gcwoönheils
mensch knurrt
Manch kräftiges Schockschivcrcnötchen.
Weil schwer ihn schmerzt und ärgert zu
gleich Ti3 Fehlen der kleinen Brötchen.
Geduld! Geduld! Wenn glücklich gehau'n
John Bull wir fcir auf die Pförchcn,
zo da ihm vergebt das S,iiiffcklau'n,
Gibls bald wieder kleine Brötchen!
Seclenruhig.
Zivilist: .Wenn Sie so dicht an
der Kanone stehen beim Schießen, das
muß doch furchtbar laut knallen?"
Kanonier: Ja, sehn Sie.
wenn ich nicht dabei sieben tue,
knallt's nämlich eben so laut!"
Zu viel Sorgfalt. Ein
Begleiter eines Liebesgabenzuges
steckt sich noch schnell einen in Zei
tungspapier eingewickelten Kragen in
die Tasche.
.Mensch fragt ihn sein Freund,
.warum steckst du denn den Halskra
gen ein?"
.Wenn man auf vier bis sechs
Wochen verreift, muß man doch reine
Wäsche in Vorrat mit haben!" ant
wortete ihm Herr Sauberzweia.
Vergebliche Ausrede.
Schon wieder ein Erdbeben, Alt'!
Die ganze Welt wackelt."
Glosse. -
Das Leben eine ökcisc
Oft angencbm und nett.
?,ur gibt es einen Mangel:
's givr kein Rcrourbillek. .
&n Opferwilliger.
Wir halten durch! Wir sind bereit.
Für s Vaterland zu jeder eit
,u bringen alle 5pfec willig.
TaS ist uichr mcbr. ric recht und billig!
o sprach ein Siedner welicnkrückk,
In Öpserwillill i,nizüc?l.
Toch ai'dern "".q. i,s ganz geknickt
Er auf sein erstes Frühstück blickt :
Es gab das traf ikn: furchtbar schirer
Jetzt keine frischen Brötchen meyrl
Verschrieben. (Aus ei.
ner Zeitungsnotiz.) Gestern nach,
mittag erschoß sich ein junger Mann
auf offener Straße. Aus einem
Briefe, den er bei sich trug, ging her
vor. daß cr keine Luft mehr jrnn Le
den hatte.
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DeiroZter
Neue Rasse. "
Ein Landwehrhauptmann braucht
zur riegsausrustung ein Pferd. Er
beauftragt feinen Burschen damit,
die Anzeigen über Pferdeverkäufe auS
der Zeitung auszuschneiden und ihm
darüber zu berichten, um zu sehen,
was für die enge Wahl in Be
tracht käme.
Der Bursche berichtet: ..Sammy
Rosenbaum hat Trakehner für so und
so viel Mark, David Jeiteles Hol
steiner zu dem und dem Preise, und
hier ist noch einer, der bietet Blu
mento . Pferde nach Gewicht an."
Blumento Pferde, und nach
Gewicht?" fragte verwundert der
Hauptmann. .Zeig mal her! O, du
heiliges Blumento-Pferd! Ja. war
um schreibt der Mann auch Blumen
topf . Erde in einem Wort!?"
Heiratslustig. Nun, wie
gefällt's Ihnen denn in unserem
Städtchen?
Ganz gut.
Und was sagen Sie zu den jungen
Damen?
Sehr nett; nur lieben sie zu sehr
den Sport.
. Wieso?
Nun, sie angeln fortwährend und
machen unausgesetzt Freiübungen.
Nndelmiiler und Brecdenborn.
Nudel mi l l er: Was werden
denn nu de Engländer bloß mit t
rer Masse Handelsflaggen machen,
wenn se jetzt bloß noch neitrale uff
ziehen?" .
Breedenborn: Ja
Schnuvptücher wer'n se draus rra
chen."
N u d e l m i l le r: .Wie meenst.'n
das?"
Breednborn: Na. Schnupp
tücher brauchen se doch nu änne ganze
Wulst, wo se ieber unsre Unterseeboo
te so merderlich verschnuppt sinn!"
N u d 1 1 in i 1 1 1 x: v' i aber ooch
wahr!"
Brummerlied.
Leise ziebt durch mein Gemüt
Liebliches Gebrumme,
Klinge, klkines Brummerlied,
Surre, sause, summe!
Kling' hinaus bis übers Meer.
Wo die Tommns schießen!
Wenn's die Kerle auch verdrießt.
Sag', ich lass' sie grüßen l
Russische Beiner.
Ter russische Bär
Bcißr gar uichr so sehr.
Äver das russische Kleinvieh
Tut's , um so inekr.
?kim ,indcrniörcnnett.
Ich bin nur gespannt. Ppa. wie
Hugo die Barriere nimmt."
Da fei nur beruhigt, im
Nehmen ist er immer groß."
Vorgearbeitet. Soldat
(als in seiner Nähe eine feindliche
Granate ein weites Loch in den Erd
boden reißt): Sehr zuvorkommend,
aber wie können diese Malefizfranz?
sen wissen, daß ich mich gerade hier
einbuddeln will ...
Der vrrkanntc Tnrban.
.Was. Otto? Alle Achtung vor die
Kerls, det sie noch mit so n berbun
denen Kopp fechten?!"
Z e r st r e u t. Gattin: Ich muß
mir den bösen Zahn jetzt endlich zie
hen lassen. Ob ich mich dem Den
listen hier im Hause anvertraue, was
meinst Du?
Professor: Laß dir doch lieber vor
ber erst einen zur Probe ziehen!
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A S e nd p ft. s o n n t a g ,
Nicht abergläubisch.
Frau Müller: .Passen Sie
erleben wir nickt S Gutes, denn da
tag!"
Frau Sckulze: .Wissen Se.
gab ich nischt. aber wenn ?!eujahr
bätt' ich Angst!"
Kindlich. Der kleine Hans
swelcher zum Geburtstag ein Mi
kroskop geschenkt bekommen hat):
Weißt Du, Papa, was ich nun mal
möchte?"
Vater: .Na. waS möchtest Du denn
nun noch?"
Hans: Ich möchte mal einen Ele
ianten unters Mikroskop legen."
Tierbilder.
DaS dankbare Profil.
Stoßseufzer. .Eine
Schwiegermutter verweilt .ja auch
wohl beständig an dem Horizonte
Deine Ehe?"
.Ach. wenn sie bloß am Horizonte
bleiben wollte!"
Militärisch. Feldwebel
(zum Patrouillenführer, der eine
Meldung erstattet): Das ist wieder
ein schönes Gestotter! Die halben
Worte werden verschluckt aber
Ihr Kerls denkt ja immer nur ans
Essen."
eine
Arzt (beim Kranken, dem er das Bier streng verboten hat, den PulS
fühlend): Mann, Si: haben ja Fieber, haben Sie sich beute aufgeregt?
Kranker: Wär' a Wunde? vor oaner halben Stund' hab' ich'5
Mädel um Bier g'schickt u n'z is no net do!
Schrecklich. Nanu, Herr
Meier, Sie sehen ja so niedcrgeschla
gen aus. Was ist Ihnen denn pas
sicrt?"
Haben Sie's noch nicht aSliört?
McineZrau ist mir amMontag durch.
den 2. Mai 1315
auf. Frau Nachbarin, diesek Iahe
fiel der NeujahrStag auf einen Frei
Frau Nachbarin, uffn Freitag
mal uff'n dreizehnten fallen tät, da
Unnützer LuxuS. Sara:
Aber, Moritz, kauf' dir doch endlich
einen neuen Rock!
Moritz: Woßuh? .Er wird ja doch
wieder so!
Boshaft gefragt. Kriti
ker: Sagen Sie. Herr Mayer, wer
hat Sie eigentlich zum Dichten der
führt?
Entscheide n d. Er: .Wie
kannst Du nur soviel Mostrich zur
Wurst nehmen! Schmeckt denn das?"
Sie: .Gott bewahre; aber Mo
strich ist doch umsonst."
Erklärlich. Landwehr,
mann (zu seinem Kameraden, im
Schützengraben): Du. Korle. weshalb
es nur jetzt immerzu regnet?
Kamerad: Weil die Ludersch von
Franzosen und Engländern daS
Blaue vom Himmel herunter gelo
gen haben!
Angst.
gegangen!"
Na, da können Sie ja froh sein.
Sie haben sich doch nie mit ihr der
tragen!" a, aber sie hat meine Brot
k a r't e mitgenommen!"
An Hindenirs.
Wenn wir im dumpfen Schulgnnache
Eeim schwierigen Exemset scktvitzen.
Weil all' die Regeln, all' die Formeln.
Nicht nagelfest im Kopfe sitzen.
Dann schallt von Straßen fern und nah.
Von !und zu Mund: Viktoria!
Hurra, hurra. der Hindenburg
Wichst endlich mal die Russen durch!
Wenn der Professor der Geschichte
UnS . quält mit nicht'gen Jahreszahlen.
Wenn mir mit Lammsgeduld ertragen
Die fürchterlichsten Sct'ülerqualen.
Dann schallt auf einmal hell und rein
Die Slegesglock' zu uns herein.
Hurra, hurra, der Hindenburg
Wichst noch einmal die Russen durch!
Wenn die vermaledeiten Werben
UnS allesamt den Kopf verdrehen.
Und wenn daS ew'ge Konjugieren
Nicht will wie sonst am Schnürchen gehen,
F.aggt man auf einmal schwarzweitzrot.
Vorbei, vorbei, ist alle Not! '
Hurra, hurra, der Hindenburg
Wichst wieder mal die Russen durch!
So oft wir mit den Wissenschaften
Auf regulärem Kriegsfuß standen,
Macht' er den Grimm der Prozessoren
Durch Siegesfeier,' kurz zuschanden.
So oft eS i.m uns schlecht bestellt,
Naht als Befteier dieser Held.
Hurra, hurra. Held Hindenburg,
Wichs' noch recht oft die Russen durch!
Frech.
Also Sie wollen meine Tochter
zur Frau baben? Ich sage Ihnen,
sie ist ein Musterweib."
.So. ein Musterweib? Na,
dann können Sie s?e mir ja mal zur
Probe geben."
Doktor Hindenburg in der Tprcch
stunde.
Russe: Herr, ich habe die Gicht,
ich kann nix laufen.
Dr. H.: .Geh'n Sie mal in die
masurischen Seen baden... Da ler
nen Sie wieder laufen."
Falsche Schlußfolge
rung. Frau (eines Arztes, in ei
ner Gesellschaft): Wir wohnen da
sehr bequem und angenehm, und wir
entbehren nichts. Nur ein Uebel
stand ist dabei: wir haben in unse
rer Wohnung so entsetzlich viele Flie
gen: die sind eine wahre Plage.
Herr: Kein Wunder! Als Arzt
hält sich Ihr Mann jedenfalls Pfer
de und Wagen.
Frau: Nein, aber ein Automobil!
Betrachtung.
'V ' '
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Teifi, das Geld möcht' ich sehn,
daS wo die russischen Papierfabriken
jetzt durch die Siegestelegramme ver
dienen!
Aon den 07 Mann, welche die
berühmte Attacke bei Beloklawa rrt
tuty kamen 195 zurück.
Die Berliner Hypotheken ma
chen den vierten Teil aller im Deut
schen Reich befindlichen auö. ;
Der berühmte Mathematiker
Gautz erzählte öfter, er habe früher
rechnen als sprechen können.
In Deutschland waren im
Jahre 1913 bereits 25 Millionen
vlublampen in Verwendung.
Professor Dr. Fritz
Stein, der frühere Universitätsmu
sikdirektor in Jena, der als Kran
kenpfleger am , Kriege teilnimmt und
in der Kathedrale von Laon eine
Reibe stimmungsvoller Konzerte für
die Feldgrauen veranstaltet, sowie
einen Männerchor im Felde gebildet
hat. ist jetzt durch Verleihung deS
Eisernen Kreuzes zweiter Klasse
ausgezeichnet worden. Die Verlei
hung erfolgte, wie es in einem
Handschreiben deS Oberkommandie
renden v. Heeringen heißt, in An
erkennung der Verdienste, die sich
Stein durch die unermüdlichen Ver
anftaltungen um den Geist der
Truppe erworben hat.
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FcZt lliyr ter ifianan'.urarit.
Keine Kriegs nni sonstige Wirren lza
ien ihn erschüttern können.
Als der große Krieg loSbrc-.ch.
wurde von mancher Seite erwar:ei,
daß derselbe einen gewaltigen Preis
stürz im Diamanten-Markt hervor
rufen werde, da die Nachfrage un?e
mein zurückgehen, das Angebot aber
sich gleich bleiben werde. Wer , solches
voraussagte, hatte, die Rechnung oh
ne den Wirt gemacht", nämlich on:
einen der mächtigsten .Trusts" der
Welt, gewöhnlich die De Beers Es.
genannt.
Sobald der Krieg in Europa be
gann. schloß dieses .Syndikat alle sei
ne Bergwerke in Südafrika, sowie
seine einzige Verkaufsstelle. Mit an
deren Worten: die Welt-Zufuhr ro
her Diamanten wurde vollständig ab
geschnitten. und so jählings, daß
die Diamantschleifer-Firmen. große
kleine, keine Gelegenheit hatten, sich
noch einen Borat zuzulegen! Daher
ist, gleichviel wie. weit die Nachflöge
sinken mag, gar kein Angebot vor
Handen. Und so hat der Preis die
Neigung. , unverändert zu bleiben. Ja
noch mehr: das Syndikat kann es sich
bei seinen überreichen finanziellen
Hilfsquellen leisten, auf unbe
stimmte Zeit die Bude geschlossen
zu halten Krieg oder nicht Krieg
so daß der Preis der Diamanten
wahrscheinlich auch in Zeiten des
größten geschäftlichen Druckes so hart
bleibt, wie die Diamanten selber!
ES ist heute kaum irgendwo ein
.inziger Rohdiamant für Geld zu
)aben. Der geringe Vorrat, welcher
.'ie Schleifer im August 1914 noch
.atten. ist geschliffen der zu Markte
ebracht worden, und eö gibt in Eu
opa und Amerika Schleifereien mit
)underten von Rädern, die alle still
,'tehen.
Einige der weniger gewissenhaften
Schleifer haben sich allerdings auf
das Schleifen von sogenannten
Bortz" verlegt. DaS sind nämlich
Diamanten, welche bis vor etwa zehn
Jahren überhaupt keinen Wert alö '
Edelsteine hatten und ausschließlich
ju technischen Zwecken, wie GlaS
schneiden und Bohren, verwandt
wurden. Immerhin kann man diesen
Steinen durch hochgradiges Schleifen
:inen schwachen Glanz verleihen. Da
solche Stein; im Rohzustände billig
,u haben sind und nach dem Schlei
,en als regelrechte Diamanten ver
.auft werden, so läßt sich rät guter
lZrofit daran machen. Zu normalen
Zeiten aber werden sie wieder in ihre
richtige Klasse hinabrutschen und
dann nur noch etwa ein Zehntel des
sen wert sein, für waS sie jetzt a!
Edelsteine verkauft werden.
Nur rn einer Abteilung sind
Preise wirklicher Diamanten tatsäch
lich zurückgegangen, und dieser Rück
gang hat sehr wenig zu besagen: das
sind nämlich die allerkleinsten Stein
chen, die keinen besonderen Wert hin
sichtlich des Gewichtes haben und nur
durch die Arbeit des Schleifens einen
solchen erhalten. Im übrigen fanden
amerikanische Diamantenkäufer, wel
che erfolglos von Europa zurückgelehrt
sind, daß die Preise hergerichteter
Diamanten von auch nur einem hal
ben Karat, und darüber, noch höher
standen, als irr. Juli 1914.
Ehe der große Trust" ins Dasein
trat, waren die Preise der Diaman
ten sehr weilen Schwankungen unter
morsen und wurden in Zeiten ge
schäftlichen Druckes zerrüttet. Seit
aber da. große Syndikat besteht
es wurde 1880 organisiert und hztie
1837 so ziemlich alle betreffenden
Interessen in Südafrika für rund
72 Millionen Dollars erworben
ist nie wieder ein solcher Fall vorge
kommen. So hat denn auch neuer
dings das Syndikat den Preis der
Diamanten mindestens so hoch ge
halten, wie vor dem Weltkrieg. Es
tat dies auf Kosten der Diamant:n
Schleifer in Holland. Belgien. Eng
land und Amerika, aber es hat an
dererseits jeden Besitzer eines Dia
mantenringeS oder eines HalSge
schmeides geschützt. Und es hat die
großen Diamant-Gruben in Südas
rika in der haushälterischsten Weise
betrieben. freilich mit der größten
Rücksichtslosigkeit gegenüber den Ar
beitskräften. Im allgemeinen hat eS
seine große Macht in kluger Weise
ausgeübt, und auch hier läßt sich sa
gen: Man gebe auch dem Teufel,
was ihm zukommt!"
Sobald daS Syndikat die Um
stände für günstig genug hält, wird
es jedenfalls die Bude wieder auf
machen; aber wie gesagt, ei kann
warten.
Die Trübung des Breres rjr
nicht immer ein Zeichen von schlechter.
Beschaffenheit. Sie wird häufig nur
durch Kalte veranlaßt, gegen die Bier
sehr empfindlich ist. um so mehr, je
mehr Säure eS enthält. Auch gewisse
Salze erhöhen die Kälteempfindlich
keit, während ihr kohlensaure Magne
sia entgegenwirkt und sogar den Ge
schmack noch verbessern soll.
DaSVerhältriS zwischen den
Verwundungen durch Gewehrschüsse
und denen durch Artilleriegeschosse hat
in den letzten Kriegen ziemlich stark
geschwankt. Am größten war der
Unterschied im Krieg von 1870 71
auf deutscher Seite, wo 94 v. H. der
verwundeten Teutschen Gewehrge
schoßverletzungen aufwiesen. Auf
feindlicher Seite betrug die entspre
chende Zahl nur 70. Im Krieg von
1866 stieg sie für die Oefterreicher auf
90. für die Preußen emf 79. im Krieg
von 1864 für die Dänen auf 84. im
Krieg den 1859 für die Franzosen,
i. fast 92.
'S

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