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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, July 18, 1915, Image 1

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fM siff Ä bfril-fsiitrd
ffsysYfvMV
Das Wette
Heute teilweise bewölkt und
kühles Wetter heute und mor
gen.
A Seilen
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Eigentümer und Hcrausaeber: August Marxhausen.
Jedem das Seine.
Office: Abendpost.Gcbäude.
A7. Jahrgang.
(Erster Theils Detroit, Sonntag, den 18. Juli 1913. Seite 1 bis 8)
Nummer 1767!).
V-LS
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wvjj g'vvww -r w w
G
rose Schlachten sind
m Gange.
An der ganzc russischen Front
on 800 Meile,, Länge,
Weder Berlin noch Pc
trograd haben offiziell
darüber berichtet.
Hindenburg und Mackensen streben
gemeinsam nach Warschan.
Auch an der westlichen Front herrscht
lebhafte Tätigkeit.
Darüber liegen bisher nur franzö
sische Berichte vor.
Tarnach wurden natürlich deutsche
Angriffe abgeschlagen.
Griechenland protestiert bei Mächten
gegen britische Willkör.
Ein modns vivendi zwischen 2?nsgü
rien nnd der Türkei.
Sonderbares Versehen bei Uebcrsen
dung der Wiener Note.
Cir Thomas Lipton fingt Loblied tat"
amerikanische Aerzte.
Offizielles aus Paris.
Paris, 17. Juli. Das französi.
schc Kriegsamt veröffentlicht heute
folgenden offiziellen Bericht:
In der legend nördlich von Ar
ras hielt die Kanonade während der
Nacht an. 2ic war besonders nörd
lich von Souchez und zwischen Neu
ville und Roclincourt lieftig.
In den Argonnen gab es in der
Gegend von Marie Tlierese Bomben
und Petarden-Kämpfe und eine hef
tige Kanonade in der Tchlucht von
Heurissons. Zwei deutsche Angriffe
auf unfere Stellungen an der Leite
von Hügel No. 20o (westlich von Bou
rcvills) wurden abgewehrt.
Auf den Höhen der Maas hielt
das im letzten Bericht gemeldete
Bombardement von (5parges und in
der (legend von Sonvaur an.
In Lothringen machten die Deut
scheu gegen 1 llhr früh einen neuen
Angriff aus unsere chanzgrabcn im
Distrikt südwestlich vomParroyWald.
Sie wurden zurückgeschlagen.
In den Vogcsen begann dei
Feind gestern abend einen Angriff
auf unfere Stellungen, die er in Ban
de-Savt verloren batte. Artillerie
und Maschinengewehr-Feuer hielten
den Feind zurück.
Ein von den Teutschen um II
Uhr nachts auf unsere Werke auf den
Tournics Baucrngehöftcn gerichteter
Angriff (1500 Meter nordwestlich
vom Torf Bonhommc) schlug gänzlich
fehl."
Unglück iu franzosischer Munitions
fabrik.
R o ch e f o r t. Frankreich. 17. Iu
li. Fünf Personen wurden infolgt
des Berstens eines Geschosses in der
Munitionsfabrik zu Vcrgeroux, nahe
Rochefort, gestern abend getötet. Sie
den Personen wurden im ganzen ver
letzt, von denen nur zwei noch am Le
ben sind. Die Marine Behörden ya
den eine Untersuchung eingeleitet.
Die Lage an der westlichen Front.
Londo n, 17. Juli. Die Deut
schen zeigen lebhaftere Tätigkeit in
Lothringen und griffen heute frülz
am Morgen die französischen Stellun
gen im Walde von Parron an, wo
sie nach französischen Berichten, den
einzigen, die bis zu später Abci.d.
stunde vorlagen, zurückgetrieben wur
den.
TaS französische Kriegsmimstc.
rium teilt auch mit. daß die Teut
schen in den Bogcscn eine Niederlage
erlitten hätten. Auf den übrigen
Fronten des westlichen Kriegsschau
Platzes waren die beiden Parteien tn
Artillericgefeclsten engagiert, die von
minderer Bedeutung waren.
London über den östlichen Krieg
fchanplatz. London. 17. Juli. Ueber die
größeren Schlachten im Osten, bei
denen es sich um Riga und Warschau
handelt, ist heute bisber aus keinem
Lager auch nur ein Wort mitgeteilt
worden. Aus früheren Berichten
weiß man nur, dah die deutsche Of
fensive, die nun nördlich bis zum Gc
biet von Riga reicht, sehr energisch
verfolgt wird und daß. obgleich an
l manchen Stellen die Russen zurück
weichen, eine wichtige Entscheidung
bisher noch nicht erkämpft wurde.
Außer dem Vormarfch gegen Riga
sind auch heftige Kämpfe an ocr
Front an der Narcw im nördlichen
Polen zu erwähnen. Die Nvantgar
den waren auch zwischen den Flüssen
Bieprz und Bug im südlichen Polen
engagiert. Tic Feldmarschällc Hin
denburg undMackenscn arbeiten ganz
klar im Vormarsch auf Warschau zu
sammen. der eine vom Norden und
Westen, der andere von Süden her.
Es werden wahrscheinlich noch mich
rerc Tage vergehen, ehe die beider
seitigen Armem zur großen Entschei
dungsschlacht zusammenstoßen wer
den. Tic österreichische Note unvollständig.
W a s h i n g t o n. 17 Juli.
Staatssekretär Lansing kündigte hcu
te den Empfang - einer Tepefche der
amerikanischen Botschaft in Wien an.
in der mitgeteilt wird, daß bei der
Übermittlung der österreichischen
Note über die Waffenlieferungen an
die Alliierten ans Verfehcn eine
ganze Seite in Maschinenschrift nr
gelassen wurde. Da eine vollstänois.e
Kopie der Note am 2. Juli zur Post
gegeben wurde, wird der Wortlaut
mittels Kabels von Wien aus nicht
wiederholt werden, wenn das Staats
departement nitch anders dies aus.
drücklich wünscht.
Staatssekretär Lansing hat erklärt,
es müsse der volle Wortlaut kr
Note abgewartet werden, ehe man sich
über die Antwort darauf schlüssig
wird.
3 ü r i ch, Schweiz. 17. Juli.
Ueber London. Tic österreichische
Presse bespricht die Note an die Ber
einigten Staaten in sehr versöhn
lichem Tone. Tic Neue Freie Presse
schreibt:
Tcr öst. ung. Minister des Acu
ßeren appelliert an Amerika, mcht
als' Beschwerdeführer, fondern als
Freund, der Beistand sucht. Turch
das Verbot der Waffenausfuhr tön
den die Vereinigt: Staaten hohen
Ruhm gewinnen und viel dazu bei.
tragen, daß der Krieg abgekürzt
werde."
Einigung zwischen Bulgarien nnd
der Türkei.
Washington, 17. Juli. Post
berichte an die hiesige bulgarische öc-
sandtschaft teilen mit, daß inbezug
aus den bulgarischen Protest gegen
die Beeinträchtigung des Verkehrs
über Tedeaghatsch durch die .Türfen
zwischen den betden Landern cu
modns vivendi" vereinbart worden
ist. Tie Vereinbarung geht dahin,
daß der Verkehr zwischen Sofia und
der Hafenstadt Tedeaghatsch unge-
bindert erlaubt sein wird, wenn die
Jüge, die diese Verkehr vermitteln.
in keiner Station auf türkischem Bo
den anhalten.
Ter bulgarische Gesandt Panare
toff erklärt daß die Verhandlungen
lediglich zwischen Bulgarien und der
Türkei gesührt werden und daß sie
weder von Anerlnetungen des Ver
bundes noch von solchen der Zentral
mächte irgendwie beeinflußt waren
Tie ursprüngliche Forderung Bulga
riens war dahin gegangen, daß die
Türkei den Streife:: türkischen Lan
des. uver oen oic urt enonnn naen
Tedeaghatsch gehen muß. an Bul
garien abtrete. Nach längeren Ver
Handlungen einigte man sich erns
oben genannten modus vivendi.
Griechische Beschwerde über Englanö.
Washington. 17. Juli. Eine
Beschwerde, daß die britische Admira
litätsorder dazu geführt hat. daß
griechische Schiffe ohne berechtigten
Grund und jeden Augenblick" von
britischeii Schissen dctinicrt wurden.
ist von Athen ans nach allen fremden
Hauptstädten geschickt worden.
Ter Nachtbericht aus Paris.
Par is. 17. Juli. Abends wurde
vom Krlegsminmerlnm folgender o)
sizicllc Bericht verlautbart:
In Artois ist die Kanonade schwä
cher geworden: einige Bomben sind
nach Arras geschleudert worden.
Am rechten llrer der Aisne im
Tistrikt von Troyon haben Minen
kämpse stattgefunden und auch an
heftiges Bombardement wurde be
gönnen. Zwanzig Bomben flogcr.
nach Reims und ein Zivilist wurde
dort getötet, einer verwndet.
In den Argonnen verging der
Tag ziemlich ruhig und Infanterie
aktionen haben dort nicht stattgesui.
den.
WELSCKir
GRu&trrt (. ) ) X
Tie Allieö" trafen einst sich in den Alleys",
Um sich am Kegelspiele zu erfreuen.
Sie dachten sich, die Kegel seien Teutsche,
Tie mit paar Kugeln leicht' sind zu zerstreuen.
John Bull fungierte dort als Kegeljunge,
Ein kleiner Herrgott in dem Kegelreiche.
Ta kam geflogen eine einzige Kugel
Und fällte alle zehn mit einem Streiche.
Auf den Höhen der Maas unter-
nahmen die Teutschen uach einem
ausgiebigen Bombardement einen
Angriff auf unsere Stellungen von
den (Gräben von Ealonne bis nach
Lcs Epargcs. Am Südabbang der
Ravine von Sonvaur gelang es
ihnen nur an einem Punkte wieder
Nlß zu fassen in der Schükengraben-
abtcilnng. die wir ihnen am B. Juli
entrissen hatten. Einige Abteilungen
Teutscher, die bis in d,e ttraben ge-
kownicn waren, wurden getötet oder
gefangen.
An den übrigen Punkten der Ea-
lonne wurde der Feind zurückgeschla
gm und erlitt schwere Verluste."
Loblied auf amerikanische Aerzte.
London. 17. Juli. Sir Thonias
Lipton. der eben von seiner zweiten
Fahrt auf seiner Hospitaljacht Erin
nach dem nahen Osten hierher zu
rückgekehrt ist. erklärte: Wunderbar
ist das einzige Wort, das aus die
Arbeit der amerikanisc.,en Aerzte i::
Serbien angewendet werden kann."
Er sagte, daß die Amerikaner üd.
besonders durch Organisation und
hygienische Vorbcugungsmanregcln
auszeichnen. Auch die englischen und
französischen Aerzte leisten ausge
zeichnete Arbeit, aber das Hauptver
dieust au der Bekämpfung der Ty
pbusepidemie gebührt den Amerika
ncrn. , Als die Epidemie ihren Höhe
punkt erreicht hatte, waren 300,000
Fälle angemeldet. Jetzt mußten
schon verschiedene Tnphusspitäler we
gen Mangels an Patienten gcschlos
scn werden. In öhcrgcli, to Tr.
James F. Tonnclln. jetzt serdlscher
Nationalbcros. acitorben ut, waren
einmal 1400 Patienten im amerika
nischcn Hospital. Jetzt sind noch
drei Typhuskranke dort.
Tie Sache der Fleischbarone.
London. 17. Juli. Das britische
auswärtige Amt veröffentlichte
abends eine Erklärung über das Pn-
smgerichtsvcrfahrcn gegen die mit
Fleischwaren aus Amcrika beladencn
norwegischen Schiffe Kim, Alfred
Nobel, Bjornstjernc Bjoernson und
den schwedischen Tampfer Fridland,
worin es heißt, es herrschte vielfach
der Eindruck, daß das Verfahren da
rauf abziele, die britische Kabinrts
order zu ensorzieren. daß alle Waren
nach Teutschland abgefangen werden
sollen, wie das seit dem 11. Marz
praktiziert wird. Das sei aber nicht
der Fall, denn die betreffenden
Schiffe seien schon vor dem 11. Mär
aufgebracht worden und es handle
sich hier lediglich um Konterbande,
die über einen neutralen Hafen nach
Teutschland bestimmt war und de
Beschlagnahme unterliegt.
Der Streik in Süd-WaLes.
Tie Tätigkeit der Unterseeboote.
L o n do n. 17. Juli. Ein hollän
dischcs Schiff landete heute in Aber
deen, Schottland, die Mannsachft des
russischen Tampfcrs Balwa von Ri
ga, der Freitag in der Nordsee von
einem deutschen Unterseeboot zum
Sinken gebracht worden wär, als er
mit Kohlen von England nach Ruß
land unterwegs war.
Der englische Kohlen-
grubcustrcik.
Keine Aussichten ans Bei-
lcgnng vor Mitte
der Woche.
Wahrscheinlich aber
später.
sogar noch
Vorbereitungen zur Prozessierung
aller Streikenden.
Mit dem Kohlenvorrat wird sehr
gespart.
London. 17. Juli. Tie Mit
glicdcr des Exekutivratcs der Koh
lengräber von Süd - Wales, die nach
London gekommen waren, um mü
dem Präsidenten der Handclsbc
hörde. Walter Runciman. zu konfe
rieren, sind nach Cardiff zuriickge
kehrt, nachdem sie es fü runmöglich
gefunden hatten, eine Grundlage für
die Verhandlungen über den Streik
der Kohlengräber zu finden. Es ist
nun alle Hoffnung ausgeschlossen.
daß die Streiker vor Mitte nächster
Woche zurArbcit zuritckkchren. Wahr,
scheinlich wird es auch dann noch
nicht der Fall sein. Jetzt schon sind
einige Industrien in Süd - Wales
vom Streik schwer betroffen.
Außer der ursprünglichen Förde
rung auf eine fünfproz entige Lohnev
höhung haben die Arbeiter jetzt auch
noch eine, andere Forderung ausgc
stellt, nämlich die uruckzicnung öer
Kronratsorder, die den Kohlengrä
bcrstrcik unter das KriegsmunitioiiZ
gcsetz bringt.
Inzwischen ist das Tribunal, das
zur Enforzierung des Kriegsmuni
tionsaktes eingesetzt wurde, daran ge
gangen, Maßregeln zur Durchfüh
rung des Gesetzes zu treffen, und
wenn fich in der Versammlung der
Arbeiterdelcaaten, die Montag in
Cardiff zur Beratung zusammcntre
ten werden, keine Kompromisstim
mung zeigt, wird das Tribunal mit
der Vrozcssieruna der am Streik be
teiligten Männer beginnen.
Um den Kohlenvorrat nicht zu er
schöpfen, werden Schritte dafür vor
Mau nennt das eine Streik". Der Kegeljunge
Fiel hin als elfter mit den Kegelu allen.
Ter Streik, von einem Arbeiter geschoben,
Ter hat dem Kegeljungeu nicht gefallen.
Ein feiner Streik" in einer schonen Alley"
Erfreut gewiß der guten Kegler Herzen.
Toch trifft der Streik den Obergott der Allies,
Muß das deu Kegeljungeu furchtbar schmerzen.
bereitet, daß kein Stückchen Llohlc
aus dem Lande herausgeht. Neu
tralc Dampfer werden künftig nur
so viel Kohle aufnehmen dürfen, als
notwendig ist. sie zum nächsten Hafen
zu bringen, und der ErPort von
Kohle wird streng verboten werden.
Die Wirren in der
Maschinisten der Rcming-
ton Co. für Montag
strcikbcrcit.
Ihr Komite vom Haupt der Firma
kurzer Hand abgewiesen.
Noch
andere Unions dürften einen
Ausstand anordnen.
Ter Streik mag bald bedrohliche
Dimensionen annehmen.
Vridaeport, Conn.. 17.
Juli. I. I. Kepplcr, internationa
ler Vize-Präsident der Maschinisten
Union, einer der beiden Männer
eines Komites, das heute nach 'der
Anlage der Rcmington Arms Eo.
ging, um sie von öer gestrigen
2 trclker-Vcrsammlung formulierten
Forderungen zu überbringen, gab
heute bekannt, daß am Montag ein
Generalstreik der Maschinisten ange
ordnet werden wird. Er sagte.
Major Walter C. Pcnfield, General-
Manager der Remington Arms Co..
habe sich geweigert, mit dem Komite
zu unterhandeln.
Wie Herr Keppler und John G.
Johnson, Vize.Präfidcnt der Bau
eisenarbeiter, der ihn begleitete, er
zählten, wurde ihnen gesagt, daß die
Gesellschaft keinen Grund habe, mit
dem Komite der Union zu untcrhan
dein, ehe nicht die Maschinisten in
den Anlagen tatsächlich von den
Wirren berührt wären.
Für heute abend wurde eine
Spezialvcrsammlung der Maschi
nisten einberufen. Noch andere
Unions worden SpezialVersamm
lungen abhalten.
Nacki den gegenwärtigen Plänen
würden die Maschinisten Montag
mittag die Arbeit niederlegen. Es
ist zu erwarten, daß auch in den ver
schiedenen Gesellschaften, die für die
Rcmington Arms Co. arbeiten, die
Arbeiter streiken werden.
Kuriert Eure Erkältuug i ei
otm Tage nehmt ein türkisches
Bad im Oriental Hotel. (Anz.)
tr,so.bv
Der Tanckbootanariff
aus die Orduna.
Amerikanischer Bürger wird bei
der Regierung
Erllärt, daß der Angriff
ohne Warnung cr
folgte. Tieser Bürger ist Anwalt William O.
Thompson von Chicago.
Er war in offizieller Eigenschaft in
Europa gewesen.
Sagt, daß er sich znr Fahrt auf der
Orduna berechtigt fühlte.
Weil sie Passagirrschiff war und keine
Munition führte.
Eunardlinic hat abend den Bericht
über den Fall veröffentlicht.
New ?)ork, 17. Juli. Als heu
te der britische Tampser Orduna all
dem Dock der Cunard - Linie anleg
te, erfuhr man von seinem Kapitän
Thomas McComb Taylor und den
Passagieren weitere Einzelheiten
über den angeblichen Angriff eines
deutschen Unterfeebootes auf deii
Dampfer, der unter den 22 Passa
gieren 21 Amerikaner an Bord hat
te. Ter Angriff, der ohne Warnung
erfolgt sein soll, erfolgte um 6 Uhr
am Morgen des 9. Juli, nachdem die
Orduna sechzehn Stunde von Lwer
Pool unterwegs war und New f)otl
zudampfte.
, Ein Torpedo wurde auf den Dam
pfer abgefeuert und ging etwa zehn
syards an ihm vorbei. Zwanzig
Minuten später erhob fich ein Tauch
boot an die Wasseroberfläche, mögli
cher Weise ein anderes Tauchboo?
als jenes, welches das Torpedo ab
gefeuert hatte, uno verfolgte eine
halbe Stunde den Tampfer, wobei
die Geschosse über die Köpfe von
Passagieren, die mit Rettungsgür
teilt ausgerüstet auf dein Deck stan
den, hinweggingen.
Zehn Minuten vor dem Angriff
wurde ein Segelschiff, das zwei
amerikanische Flaggen auf seiner
Seite aufgemalt hatte, vor dem
Dampfer gefehe. Kupltän Taylor
kam dieses Schiff verdächtig vor.
weshalb er seinen Tampfer zu mano
verieren begann. Tanii kam der
Aligriff, dessen erste Warnung die
Wasserfurche eines Torpedos war,
das durch das Wasser schoß und an
dem Stern der Orduna in einer Ein-
fernung von etwa zehn ?)ards vor
beiging.
Stewards eilten unter Deck und
weckten die Passdgiere. Sie warfen
sich rasch Kleider um und eilten aus
das Oberdeck. Dort versammelten
sie sich nahe der Brücke. Rettu:,a
aürtel wurden ausgeteilt und die
Rettungsboote zum Herablassen in
Waper bereit gemacht. 'on einem
Tauchboot an der Starboard.Seite
kam ein Geschoß, das einenMiniatiir-1
Geyser trn Pfade der Orduna auf
warf Das Tanchboor r?a:te die
Schußweite.
Kapt. Taylor wandte den Stern
des Schiffes dem Angreifer zu und
ordnete Volldampf voran an. In
zwei bis fünf Minuten kam ein
zweites Geschoß, das über die Köpfe
der versammelten Passagiere hinweg
pfiff. Es fiel ins Wasser und an
jener Stelle erhob sich eine Wasser
säule. Ein drittes Geschoß ging über das
Deck hinweg, und zwar so hart, daß
es ein Rettungsboot zu streifen
schien. Kapt. Taylor befahl den
Passagieren, nach einem unteren Tcck
zu geheii. Sie gehorchten und die
Rettugnsboote wurden tiefer ge
hängt, um die Passagiere ohne Ver
zug hineinzulassen. Das Feuer liielt
an und die Schüsse kamen in Zwi-
schenräumen von zwei bis zu firn
Minuten.
Eine halbe Stunde lang verfolgte
das Tauchboot den Dampfer und die
Entfernung zwischen beiden wuchs
mit jeder Minute. Sieben Schüsse
wurden im ganzen abgefeuert. Viel.
davon gingen über das Deck hinweg.
Tie anderen drei fielen nahe dem
Schiff ins Wasser. Dann gab das
Unterseeboot die Jagd auf.
Frühaufsteher, die ihre Kabine
verlassen hatten, um den prächtigen
Morgen zu genießen, befanden sich
beim Kapitän auf der Brücke, als
der Angriff begann, und waren
Augenzeugen des ganzen Vorfalles.
Unter ihnen befand sich Baron Mar
protestieren.
cus Rosenkrantz von Tänemarck, der
Gatte des ehemaligen Frl. Rebie
Löwe voit Atlanta, Ga. Die Baronin
machte die Reise mit ihm mit, war
aber nicht Augenzeugin des Angrif
fes. Fragen Sie die Passagiere, was
geschehen ist", sagte Kapt. Taylor,
als die Orduna heute hier dockte.
Ich geliörc der königlichen Marine
Reserve an und kann deshalb darüber
nicht sprechen. Fragen Sie Baron
Rosenkrantz: er sah die ganze Ge
schichte."
Aber da ist eine Frage, Kapitän
Taylor, die Sie und nur 5ie allein
beantworten 5önnen. Wurden Sie
ohne Warnung angegriffen?"
Ich hatte nicht die geringste
Warnung von dem Angriff", erwie
derte er. Mebr will ich aber da
rüber nicht sprechen."
Baron Rosenkraiitz beschrieb den
Angriff folgendermaßen :
Wir verließen gegen 2:'M) Ulir
am Nachmittag des . uli Liver
pool. Um 5:55 II br nach meiner
Uhr wurde das erste Geschoß, ein
Torpedo, obgefeuert. Wenige Mi
nute vorher sahen wir gerade vor
uns ein kleines Segelschiff. Es hat
te zwei amerikanische Flaggen auf
der Seite aufgemalt, die uns zuge
wandt war. Es war mit derBreit
seite gegen uns gerichtet und schien
gegen den Wind anzukämpfen. Wir
konnten es über den Bug hinweg
sehen. Kapitän Taylor schöpfte an
scheinend Verdacht. Wir bemerkten,
daß der Kurs des Schiffes sofort ge
ändert wurde, so daß dem kleinen.
schiff vor uns ein weiter Vewe-
gungsradius gegeben wurde. Ich
konnte seyen, daß wir weit am Stern
vorüberfahren mochten, wenn wir
den neuen Kurs beibehalten. Einige
von uns glaubten, daß das Segel
schiff ein Tauchboot hinter sich ver
steckt halte. Darüber kmin ich aber
nichts sagen."
Tbomas H. Grnham . von Liver
pool, einer der Passagiere, die sich
zur Zeit auf Teck befunden hatten,
unterbrach bier Baron Rofcnkrantz,
um seiner festen Ueberzeugung, daß
das Segelschiff ein Tauchboot hinter
sich hatte. Ausdruck zu geben.
Baron Rosenkrantz fuhr dann
fort: Wir fuhren in bedeutender
Entfernung an dem Segelschiff vor
über. Wenige Minuten hernach sai)
ich durch mein Glas über das Meer
hin und bemerkte emen weißen Was
erstreiten durch das Wasser auf :uis
zukommen. Zuerst war ich nicht
sicher, daß dies ein Streifen war. wie
er von einem Torpedo oder dem Pi--riskop
eines Tauchbootes gezogen
wird, aber mein Zweisei war bald
gehoben. Es war ein Torpedo. Wir
konnten es mit großer Geschwindig
keit auf uns herankommen sehen.
Als es mit großer Geschwindigkeit
auf uns herankommen sehen. Als ei
etwa eine halbe Meile entfernt war,
schien die Orduna nach vorwärts zu
springen und eine Sekunde darauf
sich seiuvärts zu neigen. Es schien
dann, als ob uns das Torpedo am
Stern treffen würde. Aber d5, ge
schah nicht. Es ging kaum zeyn
?)ards am Steuer vorüber und warf
einen weißen Schaum auf."
Die Passagiere, darunter Baron
Rosenkrantz. richteten dann ihre Glä
ser auf das Segelschiff und suchten
den Nameil zu lesen. Herr Graham
sagte, er hätte Normanie" gelesen.
Er konnte die Buchstaben nicht deut
lich sehen, war aber ziemlich sicher,
daß der Name Normanie" oder so
etwas Achnlichcs gewesen war. Hie
sige Schiffslisten enthalten kein Se
gelschiff mit dem Namen Normanie.
Es gibt aber eine amerikanische Barke
Normandy.
In Verbindung damit erinnerte
man sich hier heute, daß die Nor
mandn am 12. Juli Liverpool er
reichte, drei Tage nachdem die Oi.
duna attackiert worden war. Sie wa:
von Gulfport. Miss., abgefahren. Bei
ihrer Ankunft in Liverpool sagten
Mitglieder ihres Personals, daß sie
60 Meilen westlich von Tuskas Rock,
an der Tüdküste von Irland, am
Freitag, dem 9. sftili, abends von
einem deutschen Tauchboot angehal
ten und gezwungen wurde, dem Un
tcrseeboot als Schild zu dienen, daö
vor einem herankommenden
Schiffe versteckte, das sich als den
russischen Dampfer Leo verwies. TaZ
Unterfecboot tauchte laut Schilde,
rung der Normandy Leute unter
und fuhr an dem Bug der Normazid?

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