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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, October 31, 1915, Image 2

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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What is OCR?


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t
i Detroiter Abendpost, Sonntag, den 31. Oktober 191&.
Der 'UrobLern-'UatiSnt.
Stets war er schwach, niemals war er gesund,
Das war von je der arztliche Befund.
Und die Symptome wiesen von Beginn
Auf ein bösartig inn'rcs Leiden hin.
Auf Asthma, Magenkrebs und Schwund der Lungen
Nahm in Behandlung man den armen Jungen.
Tann hielte ab die Aerzte ein Konfab,
Worauf dies Bulletin bekannt man gab:
Tie Krankheit ist organisch, im System,
Der Patient er leidet am Problem!
Ein Leiden, das, wenn nicht wie Krebs beseitigt,
Die Cholera im Volksbewnhtsein zeitigt.
Zwei Schulm hier nun hadern ob der Knr
Hier hilft ein Eingriff mit der Spritze nur"
Die eine sagt. Der Mann braucht ein Klystir!"
Ihr seid verrückt! Er braucht ein Elixir!
Von der Potenz, wie wir sie zubereiten",
Die andre spricht. Wagt ihr, dies zu bestreiten?"
Indessen aber krümmt sich der Patient,
Neu trat hinzn ein Krankheitsclement.
Ein neues Bulletin gab es bekannt:
Ein Brechreizanfall hat ihn übermannt.
Den Charlatanen gilt der Nasevstieber
Der Patient hat jetzt das Nervenfieber.
Er tobt, er schimpft und redet wie im Wahn,
Er denkt an nichts, als an die Straßenbahn.
Doch bringen wirnh durch". Dies Bulletin
Bekommt am Dienstag erst den rechten Sinn.
Dann sieht der Laie, wem beim kranken Jungen
Nach all dem Hader ist die Knr gelungen.
Rowcnastraße wohnen, hatte sich
maskiert und war, wie andere Kin
dcr, in der Nachbarschaft umherge
gangen und hatte in Häusern Obst,
Eandq usw. erhalten. Als sie an der
Ecke St. Antoine und Bcntonstraße
die Straße kreuzen wollte, wurde sie
von einem heransausenden Automo
bil nicdergerannt und der Lenker
desselben kümmerte sich gar nicht um
sein Opfer und raste weiter. O. I.
Parrish, No. 171 ErsLnestraße
wohnhaft, der in einer anderen Ma
schinc folgte, jagte dem Autolenker
nach durch Erskine und Hastings
straße, verlor ihn jedoch nahe dem
Arbeitshause aus den Augen und
der Bursche entkam.
Inzwischen war da? Opfer de? Au
torascrs von anderen Leuten aufge
hoben und ein Arzt requiriert wor
den. der jedoch nur den sofort ein
getretenen Tod des Kindes konstatie
ren konnte. Die Leiche wurde auf
Anordnung des Eoroners Rothacher
nach der Eountymorgus überführt
und eine Untersuchung ist eingeleitet.
Im Nebrigcn verlief dcr Abend
ruhiger als verschiedentlich in frühe
ren Jahren. Im unteren Stadtteil
fehlte es zwar nicht an Lärmmachern,
aber es kam zu keinen solchen Alls
schreitungcn, wie in früheren Jahren.
In allen Stadtteilen wurden von
Kindern allerlei Streiche verübt, auch
an Bonfires" fehlte es nicht, aber
die Polizei hatte nur wenig Ursache,
einzuschreiten. In allen Stationen
waren Reservemannschaften bereit
gehalten worden, doch hatte Superin.
tendent Marquardt den Befehl gege
ben, nur dann einzuschreiten, wenn
die Radaumacher zu weit gingen.
Zugunsten des Anlaufs
Plans. Massenversammlung in Waffenhalle
war gut besucht.
Die einzige wirkliche Müssender
sammlung, welche während der jetzt
zu Ende gehenden Straßenbahnkam
pagne abgehalten worden ist, fand
gestern abend in der Waffenhalle
statt und war von etwa 2000 Perso
ncn besucht. Die Versammlung war
von den Befürwortern des Ankaufs
planes einberufen worden und ver
lief ohne Störungen. Die Redner
erklärten sich sämtlich zugunsten dcr
Gutheißung des Planes am Stimm
kästen am nächsten Dienstag und ein
großer- Teil des anwesenden Publi
kums spendete ihnen Beifall.
&en Vorsitz in der Versammlung
führte Alcr. I. McLeod und er er
klärte in seiner Eröffnungsanspra
chc. daß dieselbe von dcn Befürwor
tern einberufen worden sei. keine
Debatte stattfinden werde und dcn
Hauptzweck habe, solche Bürger, die
noch nicht zu. einem Entschluß ge
kommen seien, zu übereuen, daß sie
in ihrem eigenen Interesse und dem
Zenigen dcr ganzen Stadt für Bestä
tigung des Ankaufsplanes stimmen
sollten. Ansprachen wurden gchal
ten von Kongreßmann Doremus,
Ttraßenbahnkommissär James Cou
zens, R. H. Fyfe, Anwalt Alfred
Lucking, Bürgermeister Marx und
Kommissär John Dodge. Alle schil
derten die Vorteile, welche der Stadt
erwachsen würden durch Ankauf des
Straßenbahnwesens unter dem vor
liegenden Plane. Dem Bürgermei
ster wurde lebhafter Beifall gezollt;
er sprach von der dringenden Not
wendigkeit besseren Dienstes und
neuer Linien und erklärte, daß er,
so lange er Mayor fei, seinem Ver
sprechen gemäß handeln und für Ver
stadtlichung der Straßenbahnen ar
beiten werde.
KommissärDodge ging sehr gründ
lich auf die verschiedenen Methoden
der Verstadtttchung ein und legte dar,
daß die eingeschlagene Methode die
einzig praktisch durchführbare sei. Er
erklärte unter anderem, daß die
Stadt im Jahre 1856 die Wasser
lieferung in ihre Hände nahm und
damit eine Schuld von $150,000
übernommen habe. Seitdem sei eine
Anlage im Werte von 15 Millionen
herangewachsen, auf welcher eine
Schuld von nur 2 Millionen laste
und Detroit liefere der Bürgerschaft
Wasser billiger als irgend eine an
dere Stadt. Was unter 'städtischer
Verwaltung mit den Wasserwerken
geschehen sei, könne auch mit dem
Straßcnbahnwesen geschek.cn.
Das vollständige Pro
gramm Für das WohltStigkeitskonzert des
Teutschen Bundes.
Der Deutsche Bund und vor allem
sein ruhriges Konzertkomite unter
Vorsitz Hermann Wellensicks arbeitet
mit Feuereifer daran, das große
Konzert zum Besten des Hilfsfonds
für Witwen und Waisen gefallener
deutscher, österreichischer und ungari
scher Krieger zu einem noch nie da
gewesenen Erfolg zu machen. Das
Finanzkomite, an dessen Spitze Herr
Theodor Ofius steht, hat alle Hände
voll zu tun, den Kartenverkauf in die
Wege zu leiten und alle Anzeichen
sprechen dafür, daß die Besucher die
geräumige Halle der Arcadia, 599
Woodward Avcnue, bis auf dcn letz
ten Platz füllen werden.' Es ist daher
allen, die durch Besuch des Konzertes
ihr Schcrflcin zur Linderung des
Elends deutscher, österreichischer und
ungarischer Kriegswitwcn und
Kriegswaisen beitragen wollen, und
das sind wohl alle Deutschen, Oester.
reicher und Ungarn der Stadt, warm
zu empfehlen, daß sie sich sofort mit
den notwendigen Eintrittskarten
versorgen. Die Preise dcr Plätze
sind: Logcn zu $10.00 und $7.50,
Sitze zu ZI, 75c, 50c und 2öc. Ein
trittskarten sind erhältlich in allen
deutschen Vereinshallen, 'bei allen
Mitgliedern des Deutschen Bundes,
im Musikhause von Grinnell BroS.
in der Woodward Avenuc, im Reise
bureau von C. Leidich, 69 West-
Fortstraße und in der Redaktion öer
Abendpost.
Das Monzcrtkomite ist mit der fter
tigstellung des Programms eben zu-
stanockommen und it in öer Lage,
folgende Liste von Mitwirkenden zu
nennen:
Frau Roy Arthur Littlcfield
Sopran.
Fräulein Sadie Jacobson. Geige.
Fräulein Lillian Schimbcrg. Kla
vier. Fräulcin Gertrud Heinze, Klavier.
, Herr Jsidor Jacobson, Klavier.
Gemischter Chor der St. Marcus
kirchc. Männcrchor der Harmonie.
Männerchor der Concordia.
Männerchor der Earpathia.
Prof. Hermann Brückncrs Sym
phonieorchester. -
Das vollständige Programm wird
lauten:
1. Ouvertüre Rahmond . . . Thomas
Prof. Vrückners Orchester.
2. O gönne mir den Frühlings-
träum ........ F. KrasinSky
3. Sopran Colo:
a. Morgenbvmne Henschel
b. Bcttlcrlicbe Bungert
Frau Roy Arthur Littlcfield. Am Klavier
Frl. Gertrud Heinze.
4. DaS deutsche Lied Kalliwoda
Concordia MSnnerchor. Dirigent Pros.
HanS Wiegand.
5. Faust Fantasie . . . . P. Sarasate
Biolin Solo. Frl. Sadie Jacobson.
Am Klavier Frl. Jsadore Jacobson.
6. Vale . . Attcndorfer
Männerchor der Earpathia, Dirigent Prof. I.
S. Schmitz.
7. Ungarisch Rhapsodie LiSzt
Piano Solo, Frl. Lillian Schimberg.
S. a. Romanze R. Friml
b. Ungarischer Tanz . . . . I. BrahmS
Prof. BrücknerS Orchester.
9. Oder the MeadowS Fair,
Gemischter Ehor der Et. MarkuSkirche,
Dirigent Prof. I. Deintzer.
10. Tannhäuser: Fantasie .... Wagner
Pros. BrücknerS Orchester.
Das Konert ist auf Dienstag, den
16. November, angesetzt und wird
pünktlich um 8 Uhr abends beginnen.
Eingesandt.
Daß Nächstenliebe und Freund
schaft noch nicht zu den gewesenen
Dingen gehören, zeigte sich in erfreu
licher Weise beim Ableben dcr Frau
Augusta Gabriel. ' Die betagte Frau,
die bis kurz vor ihrem Tode von
Frau Urschbach gepflegt wurde, starb
im Krankenhaus und ihr' Leichnam
war schon der Armen-Kommission
übergeben, als Frau Augusta Zier
vogel zufällig Nachricht vom Ableben
ihrer langjährigen Freundin erhielt.
Sofort ordnete sie die Ueberführung
des Leichnams nach der Bestattung
firam Ziervogel & Küßner, ehe
mals Ziervogel & Hei an und
benachrichtigte telephonisch Alle, de
ren sie sich als Freunde der Verstor
benen erinnern konnte. Alle erklär
ten sich bereit, die Bestattungskosten
bestreiten zu helfen. Nach kurzer
Zeit war der nötige Betrag gezeich
net. Die löblichen Spender find;
Herr Theophilus Zynda, Herr
Max Kostcr, Herr Rudolph Müller,
Herr Otto Lindemcyer, Herr Baldus
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Trews. Herr Ed. Tobler, Frau Hil
lcr, Herr Frank Schmidt, Herr Fred
Kruse, Frau Urschbach.
Durch die Opfcrwilligkeit der ge
nannten Damen und Herren wurde
es möglich, die Verstorbene, die allge
mein geliebt und geachtet war, ehren
voll zu bestatten und wurde auch
möglich, ihren innigen Wunsch, dcn
Leichnam dcn Flammen zu überge
ben. zu erfüllen.
Die Ucbcrführung des Leichnams,
vom Geschäftshaus der Firma Zier
Vogel und Kühner nach dem Krcma
torium, geschah mit dem Leichenwa
gen dcr Straßenbahn. Tie Beteili
gung war eine zahlreiche. Herr F.
C. Kühner leitete die Feier und der
Unterzeichnete widmete der Vcrstor
benen die letzten Worte. Ihre Asche
wird, nach ihrem Wunsch, mit der
Asche ihres vor acht Jahren verstor
benen Gatten, Eduard Gabriel, beim
Schillcrdcnkmal, auf Belle Eiland,
verstreut. Ehre ihrem Andenken!
UrbanHartung.
Eingesandt.
Das Komite der ' Vereinigten
Schwcizervercine hat beschlossen, die
diesjährige Feier des Ri'üliSchwurs
am Samstag, den 20. November, in
dcr Union-Halle, No. 200 Russell
stratzc, abzuhalten und wird es sich
Mühe geben, die Festlichkeit recht
gemütlich zu gestalten.
HenryRohr, Sekr.
Berühmtheiten im Stall.
Es istein alter Brauch, daß der
Bauer den wertvollsten Tieren im
Stall den Namen von Berühmtheiten
des Tages, der Geschichte vfto. gibt
Pferde und Zuchtochsen sind es be
sonders, denen solche Namen zugelegt
werden. Das konnte man. so bcrich
tet ein Schweizer Blatt, neuerdings
wieder auf dem Markt in Ostermun
digcn sehen, wo in der Reihe der
Jungstiere sich ein Hindcnburg" die
erste Position erobert hatte. Es ist
ein breitschultriger, wundervoll ge
bauter Falbscheck, neun Monate ylt
und soll bereits über 4000 Francs
gelten. Auch andere Namen aus dem
gegenwärtigen Krieg und aus Käm
pfen früherer Zeit kehren öfter wie
der. So:.Neutral", VLTi", Joffre",
Dcwct", Havas", Zeppelin",
Napoleon" usw. Einer, der sich
durch vorlautes Wen d. h. durch
viel. Gebrüll hervortut, erhielt den
Namen d'Annunzio".
Alliierten - Truppen röu
men Saloniki.
(Forffetzung von Sette l.j
funden und das Todesurteil ist gc
stcrn vollstreckt worden.
Was London sagt.
London, 30. Okt. Serbien ist
nach wie vor das Zentrum des
Kriegsintercsscs. Abgesehen davon,
daß Frankreich die Linien dcr Serben
bei Strumitza stärkt' sind alliierte
Truppen dem arg bcdrängtclKontin.
gent noch nicht zu Hilfe gekommen.
Tie Serben befinden sich fortgesetzt
auf dem Rückzüge und nur dcr bcr
gigc Charakter des Gebietes schützt sie
vor dcr gänzlichen Vernichtung. Ser
bicns kleiner Nachbar, Montenegro,
ist inzwischen von den Österreichern
schwer bedrangt worden. Bei Bis
chcgrad an der Trina hat eine neue
Offensive eingesetzt zugleich mit der
dcr Verbündeten auf dem Balkan.
Nach einem Bombardement der
bulgarischen Küste sollen jetzt die Nüs
sen das Schwarze Meer kreuzen und
sich auf eine Landung vorbereiten,
um die Bulgaren im Rücken anzu
greifen. Tiefe Berichte stammen aus
deutscher Quelle und wurden nicht be
stätigt. Ebensowenig ist es sicher,
daß in dem Schwarzen Meere ein
Kampf zwischen Russen und Türken
stattgefunden hat.
Serbische Kreise hicrselbst lassen
nicht mit Trängcn nach, daß ihrem
Lande von dcn Alliierten schleunigst
Hilfe gebracht wird. Andererseits
aibt die Tatsacke, daß die Serben
bisher im Stande waren, sich gegen
ihre Gegner zu behaupten, dem )c
fühl des Optimismus eine gewisse
Berechtigung.
Die großen Schlachtfrontcn im
Osten und Westen haben keine beson
deren Ereignisse zu melden. Petra
grad meldet, daß die Verbündeten
Wolhynien räumen und große Men
gen von Munition und Kriegsmate
rial zurücklassen.
- V a r i s. 30. Okt. Premier Vriand
stellte heute im Elysce Palis dem
Präsidenten Poincare das neue Ka
binett vor. Unmittelbar darauf fand
die erste Sitzung des Kabinetts statt.
AmMontag wird eine weitercSitzung
gehalten werden, um sich auf die Mi
nister.Erklärung dem Parlament ge
genüber zu einigen. "
Joffte noch in London.
London. 30. Okt. General
Joffre, der franzosische Oberkomman
deur, der gestern nach Londön kam.
hatte heilte eine weitere Konferenz
mit dem Kriegs Sekretär, Feldmar
schall Kitchencr. Offiziell wurde nichts
über den Zweck des Besuches des fran
zösischen Generals bekanntgegeben.
Er besuchte auch die Komgin Mary
und die Königin Mutter Alexandra
und fuhr hernach zur Inspizierung
eines Militärlagers ab.
Keine Einmischung in
China-Fragc.
Sekretär Lansing laßt Ver
trctcr dcr Alliierten
abfallen. '
China soll über Wechsel im Regie
rungssystem selbst entscheiden.
Keine Beweise dafür, daß Tentschland
Hand im Spiel hat.
Revolution würde Japan Unter
stütznng Rußlands verbieten.
Washington, 30. Okt. Eng
land, Rußland und Japan haben,
wie hier bekannt wird, sich ohne Er
folg bemüht, die Hilfe dcr Bundcsre
gierung gegen die Wiederherstellung
der Monarchie in China und die Auf
gäbe dcr gegenwärtigen republikani
schen Rcgicrungsform in Anspruch zu
nehmen. Verhandlungen zwischen
Sekretär Lansing und den Botschaf
tern der genannten Mächte- haben
keine Aeußerung über die Billigung
oder Mißbilligung des geplanten Re
gierungswcchsels in China zur Folge
gehabt. Die Regierung der Ver.
Staaten stellt sich auf den Stand
Punkt, daß sie nicht das Recht hat, sich
in iie inneren Angelegenheiten eines
souveränen Staates zu mischen.
Die Alliierten waren bei dcr Re
gicrung dahin vorstellig geworden,
daß die Frage möglicherweise das
politische Gleichgewicht im Fernen
Osten stören könne, da eine Revolu
tion sicher mit einem derartigen
Wechsel verbunden sein würve.
Einmischung wäre verfrüht.
Die Tatsache, daß die amerikani
schc Regierung die erste war, die
China als Republik anerkannte,
wurde von den Mächten als ein
Grund angeführt, dcr das Interesse
der Ver. Staaten an dcr gegenwärti
gen -Lage wachrufen sollte. Während
man hier entschlossen ist, gegenwärtig
keine Schritte irgend welcher Art zu
unternehmen, schildert dies nicht aus,
daß dcr Rcgicrung Chinas der Rat
und die Anficht Washingtons zur
Verfügung stehen wird, falls sie da
rum ersuchen sollte.
In amtlichen Kreisen ist man sich
noch nicht darüber klar, ob ein Wech
scl vorteilhaft sein würde. In Krci
scn, die der Regierung nahe stehen,
herrscht die Ansicht vor, daß eine
Entscheidung vertagt werden kann,
ohne China Nachteil zu bringen, aber
andererseits ist man auch der Mei
nung, daß die monarchische Regle
rungsform mit Unterstützung eines
liberalen parlamentarischen Systems
nur zur Entwickelung der nationalen
Einheit Chinas beitragen kann.
Tie Diplomaten, die die Alliierten
hier vertreten, sind der Ansicht, daß
China direkt von Deutschland beern
flußt wird in dcr Hoffnung, daß die
politische Lage im fernen Osten ge
stört wird, und daß Japan seine Auf
mcrksamkcit auf China lenken und
damit seine MunitionSlicferung an
Rußland wird einstellen müssen. Tie
russischen Heere fühlten es schwer,
als im letzten Winter die Unterhand
klingen zwischen China und JaPa
einen kritischen Punkt erreichten und
Japan seine Munition für alle Fälle
selber anhäufte. Nichts deutet auf
Tcutfchlands Stellung zu der gegen
wärtigen Frage hin. Es haben auch
keine Konferenzen mit dein deutschen
Botschafter in dieser Angeleacnheit
stattgefunden. Ebensowenig weiß man
hicr, wie sich Deutschland cndailtig
zu dcr Frage verhalten würde. Jeden
falls wird die Bundesregierung ver
mcidcn, daß sie vorzeitig in diese An
gelegenheit hineingezogen wird.
In vier Inß tiefem Was
ser crtrnnkcn.
Leiche des Verunglückten von dem
eigenen Söhnchen gefunden.
Charlotte, Mich.. 30. Okt.
Der 48 Jahre alte Fay Rulison er
trank heilte nachmittag in einem vier
Fuß tiefem Brunnen n dessen Nähe
er bei seinem Hause gearbeitet hatte.
sein kleiner ohn, der sich in den
Hof begeben hatte, um seinen Vater
zum Mittagessen zu rufen, entdeckte
die Fuße des Verunglückten, die aus
dem Brunnenschacht hervorragten.
Rulison war in einem hiesigen Eisen
warcnladen beschäftigt.
Einbrecher bestraft.
Kalamazc-o, Mich.. 30. Okt.
James Burke. der des Ticbstahls von
chmucksacken aus dem Hause des
Tr. Rush McNair überführt worden
war. wurde heute von Ricbter Wci
mcr auf 2 Jahre nach Marquctte
gesandt. Brrke weigerte sich, etwas
über seine Vergangenheit zu der
raten.
Kuriert Eure Erkältung in ri
uem Tage nehmt ein türkisches
Bad im Orients! Hotel. (Anz.

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