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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, February 04, 1916, Image 1

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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NMA' M
Ifnr
Das Wetter:
Heute Nacht und morgen bewölkt,
16 Seilen
vielleicht etwas SAnct; ankial
tend kalt; veränderlicher Wind.
Eigentümer und Herausgeber: A u g u st M a r x h a t t n.
Jedem das Seine.
Office: Abcndpost.Gcbäude.
'18 Jahrgang.
Detroit, Freitag, den 'i. Februar 1916.
Nummer 17SS0.
fwm
auer des
unentschieden.
Vertrag' gewährt Appam vollste
Freiheit. '
Selr. Lansing iibcr diese
Berlragsiicsllmmnng
unschlüssig.
Nur noch deutsche Prisenmaunschaft
an Bord des chiffes.
sämtliche andere Personen auf dem
Wege nach New ?)ork.
Auch britischen Kanonieren vcrhalf
Van sing zur Freiheit.
Postsachen ans Appam dürften von
Lt. Berg ausgefolgt werden.
(tiltschcidun'g strittiger Fragen bis
morgen zu erwarten.
N empört N c ro , Va., 4. Febr.
Nur Ventil. Berg und seine kleine
Prifenmaiittschaft befinden sich heutt
an Bord dec- früheren britischen Paf
faierdampferc. Ain-am, der letzten
Tienstag als Prise nach diesen neutra
Ich (bewässern gebracht worden war.
Tie Passagiere dec Taiuprer un
dessen ursprüngliche? Personal, die
zu ttemngeneil gemacht werden wah
ren, als dao SchtTT am 15. Januar
in der Höbe der Canarischen Inseln
von einem mnsteriösen deutschen Bcu
tejäger gekapert worden war. wurden
gestern auf .'lnordnung der amerik-i
nischen Regierung freigelassen.
. Tie Passagiere befinden sich beute
an Bord ic Old Tominon-Tampferd
esferson auf der Fabrt nach Nerv
)ork, wo sie heute abend eintreffen
dürften. Tas Personal der Appam.
zusammen mit den Kanonieren, die
von anderen britischen Dampfern
berabgenommen worden waren, wel
che der Belitejäger gesunken hatte, ebe
die Appam gekapert wurde, sind noch
in Norfolk und warten die Abfahrt
eines anderen Dampfers nach New
?)ork bis beute abend ab. Sowohl
Passagiere als auch daPersonal wur
den von der Appam nach Schleppern
gebracht und von diesen nach Norfolk
tranoportiert.
Tie Appam bleibt bier, bis die
Washingtoner Regierung über ihre
Verfügung entschieden bat. Tie Fra
ge. ob sie als, Prise unter dem preu
, s;isch-amerikanischen Vertrag den deut
schen Llaverern überlassen oder unter
der Haager Konvention ihren briti
schett(5igetttiimern zurückerstattet wer
den soll, ist noch nicht enschieden. Tas
Schiff wird von den Ver. Staaten
nicht bewacht, aber Leutn. Berg bat
sein Bort gegeben. daß der Tampser
seinen Ankerplatz nicht verlassen wer
de. bis nicht die Frage entschieden ist.
Entscheidung nicht vor morgen.
. - W a s n i n g t o n, 4. Febr. Konse
reuzen über den Status de briti
scheu Tanipsers Appnl wurden beute
zwischen Sekretär Lansing und ande
ren Beamten desStaatsdevartements
und den Mitgliedern der Neutrale
täts-.'.iommission fortgesetzt. Man
gebt sehr vorsichtig vorwärts, da der
Fall viele diplomatische Schwierigkei
ten in sich birgt. Tie endgültige Gut
scheiduilg dürfte kanm vor morgen er
reicht werden.
Tie Verzögerung ist darauf zurück
zuiübren, das; eine Entscheidung als
Präzedenzfall für die Lösung gegen
wärriger, in Schwebe befindlicher
Fragen zwischen den Ver. Staaten
und Teutschland ausgenützt werden
könnte. Tas Schicksal der Appam
mag unter anderem entscheidend für
die Kontroverse mit Bezug aus das
amerikanische Segelschiff William P.
Frve werden, das vor einem Jahr
durch den deutschenHilfskreuzer Prinz
Eitel Friedrich verseutt worden war.
Tiese kontroverse ist gegenwärtig
einer Beilegung nalie.
Wenn die Ver. Staaten besailies'.en
sollten, die Haager Konvention an
Stelle des rrenszisäi amerikanischen
Vertrages anzuerkennen, dann mag
sich Teutschland seiner Vertragswert
vilichtungen entledigt betrachten, auf
welchen die Ver. Staaten bestehen
wollen. Tamit würde aber die Frne
Kontroverse geiabrdet werden. Ten
beutigen Anzeichen nach dürfte die
Regierung zu der Entscheidung kom
men, das; die Avvam unter dem
preufisch. amerikanischen Vertrage ei
ne Kriegsprise ist.
Vertrag mit Preußen mapgebend.
Washington. '4. ebr. Sc
kretär Lansing gab heute'zu verstehen.
Mls noch
daß das Staalsdepartcnient cntschei-
den werde, das; der preuß isch-amcnka
nische Vertrag für den Z Zall der Ap
pam maßgebend sei, was auchTcutsch
land behauptet, und ic alles, was
noch zu entscheiden sei, i)i.e Auslegung
der Anwendung der Vei:trag?Bcinm
inuugcn betresse.
Ter Sekretär erklärte scrncr, dan
die einzige Frage, die in Wirklichkeit
noch zu entscheiden sei, bvc wäre, wie
lange die Appam in nnierikanischen
Gewässern bleiben dürfe. Ter Ver
trag garantiert einer dru.tschcn Prise
das Recht, frei zu kommen und zu
gehen. Würde die Appain zur Abfahrt
genötigt, dann würde fi c zweifellos
Beute der britischen Krcrizcr werden,
die jetzt auszcrhalb . der ' virginischen
Vorgebirge auf Wacht zxi flen stehen.
Sollte die Appam zur Abfahrt gcnö
tigt werden, so würde src;. wie bereits
deittsche Beamte erklärt Zaben, ver
senkt werden, 'damit sie nicht in die
Hände der Briten falle.
Teutschland dürfte grl)icnd machen,
das; der Vertrag der Apo m das Recht
garantiere, sicher in dni Hanipton
Roads zu verbleiben, bis. der Fall ei
nem Prisengericht zur Aburteilung
zuginge. Technisch wird l-as Schiff fo
lange keine Prise Teut i hlands, als
nicht ein derartiges Gericht die Rechts
kräftigkeit der Kapcrung 'lrusspricht.
Postsachen mögen entfen tt werden.
N c w p o r t N e w s, 15a., 4.Febr.
Kollektor Hanülton konferierte heute
mit Fürst von Hatzfeldt, dem dent
schcn Botschaftsrat. Leutn. Berg und
Schiffs-Kassicrer Barker von der
Appanl. sowie Postmeister? Mitgler
von Newport News über die Verfn
gnng der groszcn Menge .von Postsa
chen an Bord des Schiffes. Kollektor
Hamilton glaubt, daf; dir Post von
dem Tamvfer bcrabgenon tmen wer
den wird.
Kein Nllchgcbcn im
Falle dernsitania.
Berlin hält Recht zur
Versenkung auf'
recht.
Name des Äaisers in der Note er
wähnt.
Anweisungen für Gras Bernstorff
kurz, aber bezeichnend.
Bon Abbruch der Beziehungen kann
anscheinend keine Rede sein.
B c r l i n. 4. Febr. Vertrauens
würdige Nachrichten deutelt darauf
hin, da Teutschland unter keiner.
Umständen bereit isr, die Versenkung
der Lusitania als ungesetzlich ansehen
zu lassen. Tie neuen Anweisungen.
die dem Botschafter Graf Benrstorff
übermittelt wnrden, entbalten ledig
lich eine neue Wendung in der (ritt
schnldigung. für das Versenken des
Schiffes. Tas Wort in kurz und
sagt nur. das; der Ausdruck ..Unge
setzlich" in der Erklärung ansgeschic
den werden nmsz.
Tie nächsten Tage mögen eine end
giltige Entscheidung bringen, die von
verschiedenen Seiten als Verhängnis
voll für die Beziehungen beider Lan
der gilt. Im Zusammenhange mit
der Rückkebr des Präsidenten nach
Washington steht die Erwartung,
das; von der amerikanischen Regie
rung eine Antwort auf die Note
Teutfchlands zu erwarten ist. Tlir
deutsche Botschafter erklärte, er hos fr,
im Stande zu fein, die Antwort
Teutschlands noch beute dein tacts
departcmcnt vorzulegen. Sie wird
jedenfalls dcnr Präsidenten sofort
vorgelegt werden.
Sinne offizielle Nachricht.
Washington. 4. Febr. Ange
sichts des Fehlens offizieller Infor
mationen . wollte Sekretär Lan
sing sich rieute über die Luütania-.
Unterhandlungen nicht aussprecken.
Im Staatsdepartement ließ sich auch
kein Anzeichen merken, das; man dort
die Situation so crnn auffasse. Nach
der für heute nachmittag erwarteten
Rückkehr des Präsidenten nach Wash
ington dürfte eine Konferenz zwischen
dem Präsidenten und Sekretär Lan
fing stattfinden. - --- - - -
mtsch
llaös
Lebhafte Fliegertötigkeit der
Oesterreicher bei Durazz
und Mona.
Artillerie - KWfc an Italiens Front nmstreitc
Briickcakapf or Talniino,
esterreichischc Admiralität meldet
amtlich.
Berlin, 4. Febr. Tie bester
rcichisch-Ungarische Admiralität mel
det in einer beute in Wien zur Aus
gäbe gelangten Erklärung, das; am
27. Januar drei Luftschiff-Uebcrfälle
auf den albanischen Hafen Turazzo
gemacht wurden, die sich bis zum i.
Februar hinzogen. Tie Meldung
sagt ferner, day österreichische Flieger
Bomben auf den Haien Avlona war
fen. der von italienischen Truppen
besetzt isr. Ter Wortlaut der Mel
diing ist folgender:
Am 21. Januar wurde der Hafen
von Turazzo durch fünf österreichische
Flieger angegriffen: am 27. 'Januar
erfolgte ein ttcberfall durch zwei Ma
fchincn, während am 1. Februar drei
Flieger einen Ueberiall unternabmen.
Bomben fielen auf die Zelte des der
Stadt benachbarten Lagers mit zer
störender Gewalt. Alle Flieger kehr
ten unversehrt zurück, trotzdem sie von
den Landbattericn und Kriegsschiffen
heftig befchofscn wurden.
..Am 2. Februar wurde Avlona
durch drei Flieger beschossen. Eines
unserer Flugzeuge wurde zweimal am
Motor getroffen und gezwungen, im
Meere niederzugehen. Ter Komman
dant des Geschwaders, Leutnant Ko
mwwik, stieg ins Wasser nieder, um
den Fliegern Beistand zu leinen, und
trotz der rauhen See gelang es ihm, )
beide Flieger aus dem havarierten
Flugzeuge zu befreien. Ties geschah
angesichts des heftigen Feuers der
Batterien von Sascnow und während
sich zwei Torpedo jäger in voller Fahrt
näherten. Tas Flugzeug stieg mit
den geretteten Offizieren wieder auf
und kehrte na cheiner Fahrt von
Meilen unvcrsebrt nach Eattaro zu
rück." Tie gestrige amtliche Meldung der
österreichischen Kricgslcitung hat fol
gcndcn Wortlaut:
Ein russischer Ucbcrfall auf unfere
vorgeschobenen Stellungen bei Bonon
ist fehlgeschlagen.
..In OstGalizien und Volhvnien
war eine energische Tätigkeit von Flic
gern ans beiden Seiten zu bemerken.
Ein russisches Geschwader warf sechs
Bomben auf Buczacz, wodurch zwei
Bewohner getötet und mehrere andere
verwundet wurden. Ein anderes
russisches Flugzeug lies; eine Bombe
bei Luckdrei fallen, wodurch russische
Gefangene verwundet wurden.
..Eins unserer Fliegergeschwader
beschoß erfolgreich die Gegenden west
lich von Eurthom und nördlich von
Zharaz.
Au verschiedcilcn Stellen an der
italienischen Küste hat lebhaftes Ar
tillericfeuer stattgefunden. An dem
Brückenkopf von Tolmino haben wir
durch Sappen Opcrationcrr unfere
Stellungen erweitert. In dem vom
Feinde aufgegebenen Schützmgräben
wurden viele Tote und grofzc Men
gen von Kriegsmaterial gefunden.
..Tie österreichisch-ungarische Vor
hut bat die Gegend von Kruwoa in
Albanien erreicht."
Frankreich seht Prämien aus.
Paris, 4. Febr. Tie franzöfi
fchcn Blätter kündigen eine Beloh
nung von 25,000 Franken für jeden
Flieger an, der einen Zeppcliti der
Gegner innerhalb der französischen
Fcuerlinie zur Strecke bringt, und
eine Belohnung von 10,000 Franken
wird dem Kanonier eines Abwchrge
schübcs versprochen, der die gleichen
Erfolge mit Schüssen erzielt.
Marschall Sanders kommandiert km
Kaukasus.
B u k a r e st. 1. Febr. über Lon
don (verzögert), 4. Fcör. Marschall
AuMöff
wirb fsrSWtSG
VVrbereitet.
Liinan von Sanders, der bisherige
Kommandeur der ersten türkischen
Armee, ist zuni Oberbefehlshaber der
türkifchen Streitkräfte an der Front
des Kaukafus ernannt worden. In
seiner früheren Eigenschaft hatte er
die Befestigungsarbeiten der Türken
auf der Halbinsel Gallipoli geleitet.
Briten werden König Albert" wieder
los. '
B e r l i n. 4. Febr. Trahtlos über
Sanville. Ter Tampser König Al
bert", der die italienische Flagge
zeigte und 300 serbische Flüchtlinge
an Bord hatte, ist von einem öster
reichischen Kriegsfahrzeug im Adria
tischen Meere gekapert worden, wie
der Ucbersee - Tieint heute meldet.
Tie Nachricht hat folgenden Wort
laut '
Ein österreichisch . ungarisches
Tauchboot hielt den früheren Tam
pfer König Albert" vom Norddeut,
scheu Lloyd im Adriatischen Meere
an. Ter Tampser war bei Beginn
des Krieges von den Briten gekapert
und den Italienern zur Verfügung
gestellt worden. Er fuhr unter der
italienifchen Flagge und hatte 300
serbische Flüchtlinge an Bord. Tas
Tauchboot brachte den Tampser zu
erst zum galten und kabelte dann
einem Torpcdojägcr. der das Schiff
als Prife 'nach Eattaro in Albanien
brachte.
Kaiser und Kronprinz angeklagt.
London, 5. Febr. 'Ein Jnqucst
fand gestern in den Fällen von 13
Z .'ppclitt Opfern in Stafordshire
statt, unö der Wahrspruch der Leichen
schau - Geschworenen lautete auf vor
fätzlichcn Mord, dessen der deutsche
Kaiser und der Kronprinz als Mit
schuldige nach der Tat angeklagt wer
den.
Eine andere Untersuchung über
den Tod von 10 Personen in Lcice.
srershirc hatte einen Wahrspruch zur
Folge, der auf Tod durch Bomben
eines feindlichen Luftschiffs" lautet.
In dem Verdikt werden die Vchör
den aufgefordert, bessere Vorkchrun
gen mit Bezug aus die Straszcnbc
lcuchtung nach Sonncnuntcrtang zu
treffen.
Tie jüngsten Verluste der britischen
. Schiffahrt.
London, 4.' Febr. Berichte von
dem Versenken des britischen Fracht
dampfcrs Ehasehill. der am 13. Ja
nuar New ?)ork verlies;, um mit einer
Ladung Nahrungsmittel nach Havre
zu fahren und inmitten des Atlanti
fchen Ozeans von feinem Schicksale
ereilt wurde, sind hier eingetroffen.
Tie Ehasehill ging am 18. Januar
zugrunde. Ihre Mannschaft wurde
von dein spanifchcn Dampfer Mar
Ädriativa. , der am 1. Februar in
Gibraltar ankam, gerettet.
Tie Eentral News Agentur meldet,
dafz ein britischer Kohlcndampfcr
durch einen Zeppelin verfcnkt wurde,
wobei, 13 Mann der Besatzung den
Tod fanden.
Ter britische Tampser Franz Fi
scher von London wurde gleichfalls
versenkt, die Mannschaft jedoch ge
rettet. Vorbereitungen für Angriff ans
Calais.
Londou. 4. Febr. Tie unab
lässige Bewegung von zahllosen Ar
tilleriezügcn und die Versendung von
nickt weniger als 3000 groszcn Gc
schützen nach der Westfront wurden
von Amsterdam gemeldet und geben
Anlaß zur Bestätigung des Gerüchts,
daß die Verbündeten einen neuen
Angriff im Westen, wahrscheinlich auf
Ealais. planen. Tiefe Ansicht wird
durch Berichte aur amtlichen Quellen
mif
Großbritanniens. Frankreichs und
Teutschlands über heftige Artillerie
känipfe bestätigt. Tuclle dieser Art
waren besonders heftig an der fran
zösisch - belgischen Front während der
letzten 24 Stunden. Schwere Geschütze
der Alliierten schießen unaufhörlich
die deutschen Stellungen bei Ncuville.
wo die Teutschen erheblich an Gebiet
gewonnen haben. Ties gilt als eine
Vorankündigung dafür, daß die
Tcutschcn entschlossen sind, die dort
erlangten Vorteile auszunutzen. Ber
lin zeigt übrigens die Besetzung von
zwei Kratern an. die durch die Er
plosion von britische Minen in der
Gegend von ?)nlluch entstanden sind.
Teutschland gibt türkischen Fchlschlag
im Kaukasus zu.
London. 4. Febr. Teutsche
Ouellcn geben den Fchlschlag des tür
tischen Fcldzugcs im Kaukasus .zu,
wie der Eentral News Eo. von Am
sterdam gemeldet wird. Schwere
Kämpfe haben 10 Meilen südlich von
Erzcnim stattgefunden, wohin die
Türken von Trcbizond lTrapczunt)
Verstärkungen gesandt hatten, wie die
erwähnte Oucllc meldet. Tie Türken
sollen sehr hartnäckig gckämpft haben,
jedoch zum Nückzugo gezwungen wor
den sein.
Achtzig türkischeOffiziere und 0000
Mann, sämtlich verwundet, kamen
angeblich rn Trcbrzond an.
Jnngc Hcldin opfert
Leben.
Brandunglück in Broollyn
kostet fcchs Menschen
Icdcn. Frl. Tag kehrt nach Rettung der
Mutter ins Haus zurück.
Mit Schwester und vier anderen Weib
lichen Bewohnern erstickt.
Schaden an elektrischen Trähten ver
schuldete den Brand.
?!ew Jork, 4. Febr. Sechs
Frauen fanden heute früh den Tod
bei einem Brande, welcher das Haus
der Frau Easimir Tag. 243 Hancock
Straße. Brooklnn. zerstörte. Frau
Tag. Witwe des Präsidenten der
German Savings Bank, wurde gc
rettet, aber zwei ihrer Töchter befin
den sich unter den Brandopfcrn.
Die Toten sind:
Frl. Earoline Tag und Frl. Helcn
Tag. die Tochter Frau Tag's.
Hannah E. Snavley. 08 Jahre alt,
eine Kousinc Frau Tag'S.
Jmnic Stebman. eine Kranken
Pflegerin. Anna und Lizzie Eain. Ticnst
mädchen. Tas Feuer ist auf einen Schaden
in der elektrischen Leitung zurückzu
führen. Frl.' Earolinc Tag wurde
durch den Rauch aus dem Schlaf ge
weckt und telephonierte ihrem in ei
nem anstoßenden Hause lebenden
Bruder und dann der Feuerwehr.
Während sie mit dieser sprach: sagte
sie: Ich ersticke im Rauch."
Frl. Tag gelang es aber noch, ihre
Mutter zu erwecken, die sechzig Jahre
alt ist. und sie durch ein Fenster im
dritten Stockwerk auf das Tach eines
Anbaus zu bringen. Tann scheint
Frl. Tag in das brennende Haus zu
rückgekehrt zu sein, um die anderen
Bewohner zu erwecken, wurde aber
mit diesen Opfer von Rauch und
Flammen. Frl. Tag hätte am 13.
Februar Hochzeit feiern sollen.
lammen fegten durch
stolzen
Parlameats Gebäude i Ottawa
zum Teil zerstört.
Fünf Personen dabei gc
tötet, mindesten zwei
vermißt.
Unter den Schwerver!cten Ackerbau
Minister Burrcll. '
Gerücht von Brandstiftung durch
Bombe rasch widerlegt.
Mittelbau mit Turm heute eiu rau
chendcr Trümmerhaufen.
Brand brach während Sitzung des
Hauses der Gemeinen aus.
Bibliotliekgebäudc erhalten, viele
Bücher ruiniert.
Ottawa, Ont.. 4. Febr. .'Zwei
Frauen und drei Männer sind festge
stellter Maßen in dem Feuer umge
kommen, welches den Miltelban des
kanadischen Parlamentsgebändes ge
stern abend zerstörte. Mehrere ande
ic Personen werden vermißt und stire
Leichen mögen noch unter den Trüm
mern liegen.
Tie ganze Nacht über machten Feu
erwehr, Polizei und Soldaten ver
zweifelte Anstrengungen, das Gebäil
de'zu retten. Sie konnten nur das
prächtige Bibiliothes . Gebäude und
den Ost- und Westslügel des Hauptge
bäudes vor den Flammen bewahren.
Unmittelbar nach Feucrausbruch
wurde das Gerücht verbreitet, daß
eine Bombcnerplosion den Brand ver
schuldet hätte. Aber Eol. Shcrwood,
Kommissär der Tominionpolizei. er
klärte ganz entschieden, daß das Ge
nicht völlig unbegründet sei. Wenn
auch die Ursache des Brandes nicht
festgestellt ist, so könne er doch nicht
gelegt worden sein, da er unter den
Augen eines Polizisten im Lesezini
mcr des Hauses ausgebrocheit war.
Tie zwei Frauen, die ihr Leben
verloren, waren Frau A. H. Brav
von Ouebec und Frau Louis Morin
von Beauce, Oue. Tie Männer, dc
rerr Leichen sich noch unter den Trüm
mern befinden, find Alphonse Tesjar
dins, ein Tominion - Polizist; AI
phonse Tesjardins, sein Onkel und
ein Bediensteter im Gebäude, und
Robert Fanning, ein Kellner
Unter den Verminten befinden lich
I. B. La Plant, Assistent Elerk im
Hause, und B. B. Law, ein Mitglied
des Parlaments für ?1armouth, N. B.
Herr Law soll sich bei Ausbruch des
Brandes im Gebäude befunden baden
lind seither fehlt jede Spur von ihm.
Ottawa, 4. Febr. , Eanada's
prächtiges Parlamentsgebäude, das
über .',.000,000 kostete, liegt beute
in Trümmern da. Es fiel einem
Brande zum Raub, der der Erplosion
einer Bombe oder einer Höllenmaschi
ilc zugeschrieben wird. Mindestens
sechs Menschenleben wurden vcrnich
tct und vicle Personen vcrlevt. Tas
Feiler war heute um 3 Uhr früh unter
Kontrolle, nachdem es fechs Sttmden
larig gewütet hatte. Tie bekannten
oten find:
Frau Bran. Gattin von H. A.
Bran von Ouebec und Tochter des
verstorbenen George Tanguay vom
gesetzgebenden Rate.
Frau Morin. Gattin von Louis
Morin von St. Joseph d.e Beauce.
Oue. . '
Robert Fanrnng, ein in dem Gc
bäudc angestellter Kellner.
Alph Tcs Jardills, ein Tominion
Polizist.
A. Tcs Jardins, ein Klempner.
Ein anderer Polizist wurde zusam
men mit den beiden Tes Jardins gc
tötet, als das Tach über ihnen ein
stürzte, während sie zusammen mit
anderen Personen in der Kammer un
tcrhalb der Zimmer des Sprechers
arbeiteten.
William S. Loggie, Parlaments
Mitglied für Northumbcrland, N.
B., wird als vermißt gemeldet.
. Gestern abend hieß es auch, das
Fred. F. Pardee, der Hauptcinpeit
scher der Liberalen im Haus der Ge
meinen, gleichfalls vermißt werde,
man hörte aber später, daß er gestern
früh nach Sarnia. Ont.. gefahren war
und nicht vor Ausbruch des Brandes
zurückgekehrt sein konnte.
Ter finanzielle Verlust läßt sich
schwer abschätzen, aber der Inhalt des
Gebäudes war von bedeutendem Wer
tc. Man gkaubt.daß die Parlaments'
, . i ..,.'n i .
Bau.
Bibliothek, die in einem rückwärtigen
tlugel gelegen ist. gerettet ist. Wäh
rend das Feuer brannte, trugen Sol
daten viele der 200.000 Bücher auf
die Straße.
Tas Parlaments-Gebäude galt als
einer der feinsten gothischen Bauten
auf diesem Kontinent. Es bedeckte
vier Acres des Parlainents-Hügels.
Mehrere Personen, die bei der
Flucht durch die Korridore Brand
und andere Wunden erlitten batten,
befinden sich beute iu Spitälern. Un
ter den Schwerverletzten ist Martin
Bnrrell, Ackerbau - Minister, der
Brandwunden am Kops davontrug.
Tr. Michael Elark. Mitglied für Red
Teer, erlitt Brandwunden an den
Händen. Sir Robert Borden, der
canadifche Premier, entkam unver
letzt. Tie Tamen Bran und Morin wa
ren Gäste der Frau Sevignn. Gattiu
des Sprechers. Tie Flammen hatten
ihnen den Ausweg aus den Zinunern
des Sprechers abgeschnitten. Frau
Sevigny warf ihre beiden Kinder
durch das Fenster in ein von der
Feuerwehr gehaltenes Sprungney hi
nab und sprang dann selbst biuunter.
Tas Gleiche tat Frail Tussault von
Ouebec. eiu anderer Gast in ihrem
Hanse. All die vier blieben unverletzt.
Als die Feuerwehr nach der Kammer
des Sprechers kam. fand sie die Ta
men Bran lind Morin bewußtlos.
Versuche, mit Hilfe von Pulmotors
sie zum Leben zu erwecken, blieben
vergeblich.
Brandursache wird untersucht.
Ter Ursprung des Feuers wird
sich bloß durch eine Untersuchung fest
stellen lassen, die so bald als inöglich
begonnen werden soll. Tas Fener
brach in den Lesezimmer de? Hauses
der Gemeinen ans, und Eol. George
Bradbury, ein Mitglied de.s Hauses
aus Manitoba, Mayor Mcdric Mar
tin von Montreal und .Konstabler
Helmer, die an der Türe der Biblia
tbek standen, stimmen darin überein,
daß dem Brande eine Erplosion vor
anging, welche die Türen der Biblio.
thek aufsprengte und in der 'Näbc
stellende Personell niederwarf. Sie
sagen, daß die Erplosion durch eine
Bombe oder Höllenmaschine verursacht
worden wäre. Polizisten waren an
beiden Türen der Bibliotbek auf Wa
che und andere Personen besanden
sich in dem Saale selbst, so daß es
schwierig gewesen wäre, Feuer zu le
ge, ohne entdeckt zu werden. Man
machte geltend, daß der Brand durch
einen .glinunendeu Zigarrenstummel
verursacht worden wäre, aber Rau
chen war in der Bibliothek verboteil.
In diesem Zimmer waren Tausen
de von losen Blättern,, unter denen
sich die Flammen mit großer Ge
fchwindigkeit verbreitetem Rauch
wälzte sich in dichten Wolken durch
die Türen und in die Kammer des
Hauses der Gemeinen, wo gerade eine
Sitzung stattfand. Kanin hatte fich
der Alarm verbreitet, als eine Panik
ausbrach. Mitglieder des Haufcs,
Zuschauer in der Gallerie und die
.'dausbediensteten slohen nach den Feil
stern, Türen und Fenernotleitern. So
rasch verbreiteten sich aber die Flam
men, daß vielcPcrsonen nur mit knap
Per Not dem Tode entgingen. Einer
der letzten war der Ackerball-Minister
Burrell, der,, vom Rauch übermannt,
auf dem Korridor hinstürzte, und
durch Robert Rogcrs, den Minister
für öffentliche Arbeiten, in Sicher
heit gebracht wurde.
Löscharbeitkn rasch begonnen.
Eol. John Eurrie, der ein canadi
schcs Regiment in der Schlacht von
St. Julien in Flandern kommandiert
batte, organisierte unter den Mitglie
dcrn des Hanses und den Bedienstc
ten eine Löschbrigadc und rückten den
Flammeri mit den Wasserschläuchcn
der Korridore zit Leibe. Seine Bc
inühungeu waren aber vergeblich.
Tas Feuer verbreitete sich so rasch,
daß das Gebäude für verloren galt,
als die Fcuerwebr crntraf.
Ter bohc Mittelturm des Parla
ments-Gebäudes stürzte um 1 :30 Uhr
früh ein und um dieselbe Zeit wur
den drei oder vier Mann unter dem
einstürzenden Tach eines der Flügel
getötet.
Tas Parlaments'Gebäude setzte
sich aus einem Mittelbau mit zwei
Flügeln, insgesamt 470 Fuß lang,
zusammen und hatte einen rückmärti
gen Flügel, in dem sich die Bibliothek

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