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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, September 01, 1916, Image 4

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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4
Detroiter Abendpost, Freitag, den 1. September 1915.
Detroiter
Abend - post.
Enter4 t th Postoflk; of Detroit
U BsconJ Clnss Matter.
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Russen seit Maigeiangen. Im ?
V August allein 270.000 2200 j
B Kanonen. 500 Maschincngcwch- 0
rc. Engländer und Franzosen n
n erleiden auf Gallipoli weitere g
g schwere Niederlage, g
nsmraum z ma.m.M mm mmzuü
Vermittelung in Kanada.
Tcr drohende Streik im Verkehrs
Wesen unseres Landes hat 'widerholt
die Aufmerksamkeit auf die erfolgrei
che Art und Weise gelenkt, durch die
Kanada in den letzten Jahren ähnliche
Krisen überwunden hat. Tie Einrich
tungen, die wir zur Schlichtung von
Wirren von solcher Bedeutung be
sitzen, wie die sind, vor die wir uns in
diesem Augenblicke gestellt sehen,
haben, wie die jüngsten Tage zeigten,
völlig versagt, und es ist noch keines
wgs ausgemacht, das; der Kongreß,
welche Maßnahmn er auch treffen
mag. mit seinem unter dem Truck der
gegciuvärtigen Kalamität erfolgenden
Vorgehen Glück haben wird. Wie dem
aber auch sein möge, jedenfalls könn
ten die Vereinigten Staaten mancher
Ici in dieser Richtung von Kanada
lernen, wo die Verhältnisse inbezug
auf Arbeit und den Betrieb von Ei
senbahnen ähnlich liegen, wie bei uns.
Seit dem Jahre 1900 bestand incta
nada eine Art Versöhnungsgesetz,
welches wiederum auf einer ähnlichen
Institution beruht, die in England in
Kraft ist. Später hat man im Nach
barlande ein Soildcrgesetz erlassen,
das sich auf Streitigkeiten im Trans
portwesen ausdrücklich bezicht. Tie
ses Gesetz sieht hauptsächlich Konfe
renzen vor einer Ausgleich . Behörde
vor. deren Pflicht es ist. Tatsachen
festzustellen und bei einem frciwilli
gen Abkommen hilfreiche Hand zu lei
sten. Ticsenl Plan liegt die Ueber
zeugung zu grilndc, daß, wenn Pub
lizität überhaupt wünschenswert ist,
eine umfassende Untersuchung we
sentlich dazu beitragen kann. Wirren
zu vermeiden. Ties führte im Jahre
1007 zum Erlaß eines Gesetzes, das
eine Untersuchung indlistriellcr Strei
tigkeiteu ausdrücklich vorschreibt. Un
tcr diesem Gesetze hat das Kronland
zahlreiche Kohlen- und Eisenbahn
Strikes verhindert. Tcr Ocsfentlich
seit sind dadurch große Ausgaben und
Unzuträglichkciten erspart worden,
und die in erster Linie beteiligten
Parteien scheinen mit dem Verfahren
durchaus zufrieden zu sein. Und das
gerade sollte die Vereinigten Staaten
in hnhkm Maüe interessieren, weil
hier sowohl Arbeitgeber wie Arbeit
'nebmer den bestehenden Einrichten
gen, ob mit Recht oder Unrecht bleibe
dahingestellt, Mißtrauen entgegen
bringen. Wenn in Kanada eine Gewerk
schaft oder eine Gruppe von Arbeiter
Vereinigungen beschlicht.Fordcrnngen
zu 'stellen, die eine Aenderung der
Lohnsätze oder anderer Arbcitsbe
dingnngen betreffen, oder aber, wenn
die Balmen solche Aenderungen be
absichtigen .muß die Regierung drei
ßig Tage vor der Zeit, zu der die neu-
cn Verbältnisic in Kraft treten sol -
len. bcnachricktigt wcrden. Nach
Empfang dieser Ankündigung for
dert der Arbeitslnimsier beide Par
teien zur Ernennung eines Kommis
särs auf. und diese beiden machen ei
nen dritten uamhast. Letzterer kann
auch, wenn dies gewünscht wird, von
dem Minister ernannt werden. Ticse
Kommission hält dann öffentliche
Termine ab, nimmt besäiworenc Ans
sagen entgegn und macht die Bevöl
kcrung mit den einschlägigen Tatsa
chen und Verhältnissen bekannt. Ter
weck ist, die grundsätzlichen Ursachen
llttd die aus ihnen entstehenden Rei
bungen festzustellen, sowie cntspre
chendc Abhilfsinutel in Vorschlag zu
bringen.
Es liegt keine zwingende Notwen
digkeit für die Annahme des vorge
schlagencn Ausgleiches vor, aber cs
hat sich ergeben, daß während der
letzten neun Jahre Strikes im Ver
"rnc
kehrswcsen zu Tilgenden abgewendet
worden sind. Tollten die Parteien
nach einer solchen Untersuchung sich
nicht zu einigen vermögen und die
Oefsentlichkeit teilnahmslos bleiben,
dann ist es allerdings möglich, daß
ein Ttrike oder eine Aussperrung
platzgrcift. Es handelt sich' also Ie
diglich darum, dasz der Oefsentlichkeit
die Gelegenheit geboten wird, gehört
zu werden, während die Regierung
verlangt, das; sie benachrichtigt wird.
Geschieht letzteres nicht, dann kann
die Partei, die das Gesetz verletzt, in
Strafe genommen werden. Tas New
?Jork Journal of Commerce bringt ei
nc Rede in Erinnerung, die Mackenzie
King vor einigen Jahren in 5!cwZ)ork I
gehalten hat. King war kanadifcher j Einführung der berüchtigten All
Arbeitsminister, als das erwähnte , dmigsprüfnng."
Gesetz erlassen wurde. Er sagte:
..Wenn Sie Maßregeln erdenken kön
nen, die Sie in den Stand setzen, eine
Lage vor der breiten und weiten
Oeffcntlichkeit in ihrem wahren Lichte
zu schildern und ihre Tragweite dem
Gemeinwesen, sei es groß oder klein,
vorlegen, wenn Sie Ihre Klagen,
Beschwerden oder dasJhncn zugefügte
Unrecht, welcher Art immer es sei, vor
das große Forum der ösfcntlichen
Meinung bringen, dann können Sie
fich zuversichtlich daraus verlassen,
dasz Ihnen Gerechtigkeit widerfahren
wird, weil an ihr die ganze Mensch
bcit ein immerwährendes Interesse
hat."
Unsere Auslander.
In den Kreisen der Bundesregic
rung und anch anderwärts macht sich
eine gewisse Besorgnis über die Tat
sache geltend, das; ein großer Bruch
teil der bei uns Eingcwanderten an
scheinend keinen besonderen Wert da
rauf legt, das Bürgerrecht in den
Vcr. Staaten zu erwerben, selbst
wenn sie bereits lange Jahre im
Lande ansässig sind und die Fühlung
niit der alten Heimat so gut wie voll
ständig verloren haben. Ter Zensus
des Jahres 1010 ergab, dafz in den
Vcr. Staaten zu jener Zeit über drei
zehn Millionen im Auslande gcborc
ner Pcrsoncn wohnten, das? von die
sen über die Hälfte Männer waren,
die fich hätten naturalisieren lassen
tonnen, das; aber nur drei Millionen
von ihnen Bürger geworden waren
Tas Tepartcmcnt des Innern hat
sich mit diesen statistischen Ziffern
eingehend beschäftigt und ist zu dem
Schlüsse gekommen, daß etwas gC'
schehcn müsse, um der offenkundigen
Gleichgiltigkcit der Frcmdgcborenen
ihrer Adoptivheimat gegenüber zu
begegnen. Soweit kann man mit ihm
übereinstimmen. Wenn das Teparte
ment jedoch im Laufe der weiteren
Besprechung des Themas der Anficht
Ausdruck verleiht, daß eine Erzie
hungskampagne" und das laute Tam
tam Barnumscher Reklame in Form
von bnnten Rcklamcplakaten in Ver
bindnng mit der Tätigkeit von Au
rcißcrn" in Gestalt von Wandcrrcd
ncrn, welche die Vorzüge des Bürger
rechts für die Eingcwanderten in ver
lockenden Farben darstellen sotten,
ausreichen würden, die erwünschte
Abhilfe zu erzielen, so gibt cs sich ei
ner bedauerlichen Selbsttäuschung
hin.
Wenn auch ohne Weiteres zuzuge
bcn ist. daß ein Teil der Einwanderer
es nur aus rciner Nachlässigkeit vcr
absänmt. die Bürgcrpapierc zu er
werben, oder weil sie mit der Landes
spräche und der Landcsvcrhältnissen
nicht genügend vertraut sind, so steht
ihm doch ein beträchtlicher anderer
Teil von Ausländern gegenüber, der
die Einbürgerung aus Gründen un
terläßt, die das Departement des In
nern bei seiner Erörterung des Gc-
i gcnstandes mit keinem Worte er
, wähnt, weil es sie nicht kennt oder
nicht kennen will. Unter allen Na
tionalitäten. welche die Gastfrcund
schaft Onkel Sams in Anspruch neh
men, denken die in seinem Gebiete
ansässigen Engländer und Schotten
am allerwenigsten daran, das ameri
kanische Bürgerrecht zu erwerben. Tcr
Bruchteil der unter uns wohnenden
geborenen Angelsachsen, der sich na
turalisiereu läßt, ist ganz ungewöhn
lich klein. Tie Gründe für diese Zu
rückhaltung sind weltbekannt und be
dürfen keiner langatmigen Erörtc
rung an dieser Stelle. Tie Söhne
Albions stellen ihr Engländertum
über alles andere und sehen von ih
rer eingebildeten Höhe mit Verach
tung auf alle übrigen Nationen her
ab, auch aus die amerikanische. Sie
begnügen sich deshalb damit, Onkel
Sams Kuh zu melken in der Erwar
tung, sich eines schonen Tages mit
den hier erworbenen Schätzen in der
alten Heimat ins Privatleben zurück
ziehen zu können. Während der über
wiegende Teil der übrigen Einwan
derer in der ausgcsprochmen Abficht
ins Land kommt, sich hier eine dau
crnde Heimat zu gründen, geht das
Bestreben der aus England kommen
den meist nur dahin, hier so schnell
wie nioglich sich ein Vermögen zu er
werben und dann den Staub des von
ihnen verachteten Landes wieder von
den Füszen zu schütteln. Wenn das
Staatsdepartement oder der Kongreß
Mittel und Wege finden würden,
diese unerwünschte Einwanderung et
was zu beschränken, würden sie sich
ein größeres Verdienst um das amc
rikanische Volk erwerben, als mit der
Tie Erwerbung des amerikanischen
Bürgerrechts ist mit solchen Umständ
lichkeiten verknüpft, daß cs vielen, die
onst die Mühe nicht scheuen würden.
einfach nicht möglich ist, die Zeit znr
Erledigung der notwendigen Förm
lichkeiten zu sparen. In den großen
Städten ist 31t normalen Zeiten der
Andrang zu den Nawralisationsbü
ros so groß, daß die Bewerber häufig
genug schon mehr als einen vollen
Arbeitstag verlieren, bevor ihre Ap
plikation auch nur entgegengenom
men wird. Ta sie zwei Zeugen zur
Stelle haben müssen, macht das schon
drei verlorene Arbeitstag, und die
ser Vorgang wiederholt sich drei oder
vier Monate später bei der Prüfung
des Bürgerkandidatcn aufs Neue.
Solange man nicht Anstalten trifft.
dcn Bewerbern diesen übermäßigen
und lmgcrcchtsertigtcn Zeitverlust zu
ersparen, wcrden alle diejenigen
Lclltc, die nur aus der Hand in den
Mnnd leben, oder von dem spärlichen
Lohn, den sie in den ersten Jahren
ihres Aufcmhalts in der neuen Welt
ernten, noch gar Frau und Kinder
erhalten müssen, keinen sonderlichen
Eifer zeigen, sich in die amerikanische
Bürgerschaft einreihen zu lassen.
Daneben gibt es aber auch noch
eine recht große Klaffe von Anstatt-
dern, die auf dcn Erwerb der Bür
gcrrechte verzichten, weil sie das po
litischc Getriebe mit seinen häßlichen
Auswüchsen abstößt. Viele von ih-
nen hatten sich unter einer republika
nischen Volksrcgierung etwas ganz
anderes vorgestellt, als sie hier fan
den, und sahen sich in ihren dicsbe
züglichcn Erwartungen, als sie Per
sönliche Bekanntschaft mit dem unsere
Verwaltungen durchsetzenden Grast
und der Korruption machten, bitter
enttäuscht. Es widerstrebt ihren strik
ten Grundsätzen, sich einem Verbände,
in dem Privatintercsscn und krasse
Selbstsucht dem Volke auf der Nase
herumtanzen und ihm das sauer ver
diente Geld aus der Tasche ziehen, in
dem politische Gegner, anstatt sich
sachlich zu bekämpfen, einander mit
Schmutz beweisen, als aktiver Teil-
Haber anzugehören. Tcnn cs i)t eine
grobe Vcrkcnnung der Tatsachen, an
nehmen zu wollen, daß alle Pcrso
nen, die dem alten Europa dcn Rük
kcn kehren und ihr Glück in der
Neuen Welt suchen, dies tun, um sich
w Winti'irntltrfit oder den sie ' be
drohenden "Folgen unbesonnener
Handlungen zu cntzichcn. Für viele
mag das wohl zutreffen. Aber gerade
diese Klasse wird sich aus naheliegen-
fco,, l irf rtrfion beeilen, sick unter dcn
Schutz des amerikanischen Adlers zu
stellen. Zahlreiche andere sind aber
aus persönlichen Motiven nach Ame
rika übergesiedelt, unerfprieizucnc
anlilicnvcrhältnisse, geschäftliche
Mißerfolge, unübcrwindbare Stan
desvorurtcile haben sie über bai
nrniin WniiYr aeiriebcH. Sie. kamen
in der Absicht, ihre Kräfte und Fähig
keiten in den Tienft ihrer neuen
selbstgewählten Heimat zu stellen, und
man lohnte ihnen das häufig genug
r,,ii- inthfrhicntem Mißtrauen und
verletzender Zurücksetzung. Sie muß
ten die Erfahrung machen, Daß rn
Amerika in den meisten Fällen nicht
Fähigkeiten und Kenntnisse, sondern
der leidige Mammon sur die Beur
teilllug des Menschen maßgebend
sind. Wer sich mit deni Wardpoliti
ker auf guten Fnß zu stellen wußte,
dessen Glück war allerdings in der
Regel gemacht. Wer sich aus diese
kruinmen Wege aber nicht verstand,
charakterfest genug war, sich sein ei
genes Urteil über die angetroffenen
Zustände und Mißstände zu bilden,
sich von der Politik fernhielt oder gar
sich erlaubte, an den bestehenden Ver
hältnissen Kritik zu üben, der konnte
zusehen, wie er allein seinen Weg
fand.
Betrogene Hoffnungen machen
meist bitter und ungerecht. Darum
befinden sich unter dieser Klasse von
Frcmdgcborenen die schärfsten Kriti
ker amerikanischer Verhältnisse, die
mit ihrem Tadel häufig genug weit
über alles Ziel hinausschießen , und
von einer Assimilicrung nichts wissen
wollen. Ihnen ist die Nörgelei an
unseren Einrichtungen gewissermaßen
zur ewoynyeir gcworocn. noer
man tut ihnen bitteres Unrecht,
wollte man ihnen ihr absprechendes
Urteil über Land und Leute als Bös
Willigkeit auslegen. Sie meinen cs
in ihrer Weise gut mit Amerika und
trcsfen mit ihrer unerwünschten Kri
tik gar nicht so selten ins Schwarze.
Sie mögen der landläufigen Klasse
der Politiker als Undcfirables" gel
ten; aber sie sind cs durchaus nicht,
wenn :nan einzig das Wohl dcs Lan
des im Auge hat. . Sie zu tätigen
Mithelfern am Aufbau unserer gro-
ßen Republik zu gewinnen. Ware eine
verdienstliche Tat. Mit einer Er
zichungskampagnc" erreicht man das
freilich nicht. Nur die gründliche
Neiniglmg unserer Nation von Grast
und Korruption, die Beseitigung un
lauterer Einflüsse aus Politik und
Verwaltung, die Ansmerzung des
Schlendrians und der gegenseitigen
Rücksichtslosigkeit könnten das zu
Wege bringen. Bestrebungen dieser
Art aber schaffen, auch wenn sie rein
theoretischer Natur sind, ihren Vcr
fcchtern ein Hcer von Feinden unter
allen dcn Hnndcrttansendcn, die un
tcr dcn gegenwärtigen Verhältnissen
ihre Schäfchen scheren. Sie mögen
sich mit Bürgers Worten trösten
ie schlechtesten Fruchte stno es
nicht, woran die Wespen nagen." Sie
bilden, trotzdem ein Teil von ihnen
cs verschmäht, sich zu amerikanischen
Bürgern stempeln zu lasfen. einen
wertvollen Bestandteil des Inhalts
unseres Völkerschmclzticgcls: dieser
darf nicht bloß ausschließlich wei
ches, williges Metall enthalten: er
bedarf auch der spröden Elemente,
soll das Resultat des Schmelzprozes
ses einmal cincn guten Klang geben
Man hadere darum nicht mit ihnen.
oiidcrn lasse ' ihren Eiiifluß ruhig
wirken. S:c schadcn ocm 'oottcrorei
nichts, sondern verbessern seine Oua
lntät.
(Chic. Abdpost.)
Die Länder, dicin Euro
pa noch nicht dcn Krieg erklärt haben
lassen sich jetzt mit Leichtigkeit an den
Fingern abzählen.
Die Führer im Kongreß
scheinen selbst nicht zu wissen, was sie
zur Vermeidung dcs groncn Vcr
kchrsstrciks tun können, und damit ist
mrbor hcn Varieicn noch dcm Lande
gcholscn.
Das Krieg s-Dcpartc
incnt scheint dcn Verdacht zu hegen
daß bci cincr liberalen Anwendung
der Eiltlassungs-Ordre mehr Studcn
ten die Grenze verlassen würden, als
solche eine Universität beziehen.
UcBcr falle, bei denen
die Täter sich des Automobils bedie
nen, sind schon keine Novität mehr
und wir erwarte mit Ungeduld der
ersten Meldung von einem Raubüber
fall nnt Hilfe eines Aeroplans.
DasFinaiizProblemdes
Landes ist schließlich nicht so schwer
zu lösen. In erster Linie bedürfen
wir guter Steuergesetze und deren
richtige Anwendung.
DenversengendenFlam
men der Liebe konnte der 72 Jahre
alte Feuerwehrchef Detroits offenbar
nicht widersteheii und er fiel densel
den zum Opfer. Kein Feuer, keine
'ohle kann brennen so heiß als heim
liche Liebe, von der Niemand was
weiß.
in Arzt hat sich fünf
undzwanzig Tollars für dieJmpfung
eines Patienten gegen Typhus bezah.
len lassen, wozu er für zwanzig Cents
Lymphe brauchte. Hat er seine Ge
schicklichkcit odcr die Verantwortung,
die er mit der Prozedur übernahm,
so hoch bewertet?
In einer Hinsicht hat
Sprecher Clark unbestritten recht. Es
ist sicher wichtiger, dap, das Abgcord
netcnhaus beschlußfähig ist, als dasz
seine Mitglieder iii Mainc politische
Reden holten. Aber dicsc Tätigkeit
bereitet jedenfalls weniger Verlegen
heit, als das Abstimmen über kitzlichc
legislative Angelegenheiten.
H e r r T a f t f ü h r t d a r ü b e r
Klage, daß er augenscheinlich Politisch
tot und von seinen Miwienschen ver
gesscn zu sein scheine, weil er vier
Block weit durch die Straßen von
Chicago wanderte und in einem La
den einen Einkauf machte, ohne er
kannt worden zu sein. Vielleicht ist
daran die Entfettungskur schuld, der
er sich seit längerer Zeit unterzieht.
Preßstimmen.
In Mexiko hat sich eine
neue revolutionäre Partei gebildet.
Der Abwechselung halber!
In der Duma soll eine
Vorlage zur Verleihung von mehr
Rechten an die Juden eingereicht
werde. Sand in die Augen!
Die Kosten für Natio
UlLWtsLlClUiyUllU UUU1 IU. llil liuu- . I
stcn Jahre aus .5654,000.000. Und I U
..YtonviniX. ilnffnt s?A itr 11A(t.
das ift nur der Anfang !
Das britische Paria-
ment hat fich bis Oktober vertagt.
Schonzeit für Asquith und Grcn!
Auch die Schuhputzer ha-
bcn ihre Preise erhöht. Und dagegen
kann man nicht einmal streiken!
Die Russen haben im
mer noch Uebcrfluß an Menschen
Material. Darum schätzen sie es mich
so niedrig ein!
Die russische Flotte be
nutzt Mit Vorliebe die schwedische
Flagge. Die amerikanische Ware
doch viel ungefährlicher!
Die neuen Ueber Zep
peline führe 10,000 Pfund Erplo
sivstoffe. Der Karlsruher Massen
mord wird bald geracht wcrden!
E n q l : s ch e n Berichten zu-
folge ift bei keinem der jüngsten Zep
pelinangriffe irgend welcher Schaden
angerichtet worden. Klingt recht
glaubhaft!
Der F uhrer der russi-
schcn Liberalen dringt auf sofortigeii
Abschluß eines Sonderfriedens. Alp
drücken in London und Paris!
Jetzt wissen auch Eng-
ländcr und Franzosen, wie bulgari
sche Hiebe schmecken. Bis dahin hat
ten das die Serben vor ihnen
voraus!!
Die britische Offensive
aii der Sommc wirft ihre Schatten
bis nach Kanada in der kanadi
schen Armee nimmt die Fahnenflucht
übcrhand.
Die Griechen fürchte n
das Leben ihres Königs. Sie ken
nen den Schurken Grey also gut gc-
iiilg. lim zu wifseii, wessen sie sich von
ihm zil verschen haben.
Je n e k o ch k u n d i g c Dame,
die mit cincm halben Huhn fünf Per
sonen speisen will, verdankt ihre
Wisscnfchaft jedenfalls der Wilson
schen Prosperitätsschulc.
Die Meldung, Deutsch
lands Industrie habe während des
Krieges nicht gelitten, bedarf keiner
Bestätigung Die Güte des deutschen
Eiscnwalles im Osten und im Westen
beweist cs.
Staatssekretär L a n
sing scheint die im Lande herrschende
Papiemot nicht zu empfinden. Er
will schon wieder eine Note schreiben.
Diesmal nach Mexiko. Tcr Kongreß
sollte dieser Papiervcrschwendung
wirklich einen Riegel vorschieben.
I m m c r h i n möglich,
schreibt ein Tallschblatt. daß die
offizielle Beiiachrichtigung von der
Wicdernomination dcs Präsidenten
deshalb verschoben werden mußte,
weil Herrn Wilsons Annahmcrcde
zunächst dcm britischen Zensor vorge
legt wcrden muß.
Tie Entwicklung der Sterne.
Tcr Menschcngcist ist bcstrcbt, auch
in die fernsten Geheimnisse der Stcr
nenwclt einzudringen und eine bc
stimmte Vorstellung sogar davon zu
erhalten, wie sich wohl einst die Gc
stiriic aus dcm Chaos entrungen ha
ben mögen. Seit das Fernrohr die
Wunder dcs Himmcls mehr irnd
mehr entschleiert hat, sind cs die so
genannten Nebel gewesen, die niaii
gleichsam als die Wiegen der Sterne
odcr als Stücke dcs alten Chaos an
gesprochen hat. Aus einem solchen
Nebel soll bekanntlich auch die Sonne
mit ihrem ganzen System von Pla
neten hervorgegangen sein. Tie Er
forschung der Nebel ist daher eine
Aufgabe von besonders groszcm und
packendem Interesse. Namentlich
hat man sich bemüht, die Geschwin
digkeit festzustellen, mit dczieii sich
solche Nebel bewegen. Tie sogcnann
ten planctarischcn Nebel, die bisher
cincr solchen Messung zugänglich gc
wcscn sind, eilcn mit einer Geschwin
digkeit von etwa 25 Kilometern in
der Sekunde durch den Weltraum.
Dagegen haben sich die Gcschwindig
keiten dcr unrcgclmänig gcstaltctcn
Nebel als weit geringer hcrausge
stellt. Taraus' ist der Schluß gczo
gen worden, daß eigentlich nur diese i gcrte sich aber, ihn weiter zu bc,chaf
zwei Arten der Nebel, die ohne eine ligcn, als )z einwandfrei festgestellt
bestimmte Gestaltung eine gewaltige ! hatte, daß dcr .ttlager dies verneinte.
Ausdehnung einnehmen, als Reste j Vor Gericht rechtfertigte sie die sofor
dos Urstoffs zu betrachten seien, wie jtige Entlassung Mit dcm Hinweis da
er dcr Bildung der Sterne voraus rauf, daß sie viel mit Behörden zu
gegangen sein muß. Tie planetari 'tun habe und diesen unmöglich zumu-
scken Nebel mit ibrcr scknellcn Bewe
gung stcllcn vermutlich schon eine hö
herc Stllfe der Entwicklung dar und
siiid vielleicht aus Zusammenstößen
hervorgegangen, die ihnen eine be
stimmte Eintwicklungsrichtung vor
nrfchrirhpu herhen Tiirrfi hin 9V
nutzuna des Spcktralapparatcs. die
V '
ses ailbcn'tabcs in dcr Sand dcs
' ' ' . ... . .. -
Beweauna
Alter zunimmt. Tanach würden die
jüngsten Sterne gar keine oder nur
eine schwache Bewegung haben und
dann erst allmählich an Gcjchwindiz -
Astronomen, haben sich auch Mittel 'aufzutofen. roeu oic anocrc cnrag?. Regiment nno uai in innir lainm.
ergeben, das Alter der Sterne im Partei ein italienischer Staatsangehö- liste der, Preuß'.scken Regiinenter vom
Verhältnis zu bestimmen, und ' auch j riger ist. Tas kommt für die vorlie- Jahre 1720 die Bezeichnn ,'g urkund
daraus ist der Schluß gefolgt, daß die-gende Klage schon dcshalb nicht in lich festgehalten. Tie Stelle über das
eines StcrneS mit seinem Betracor, weit oie irma an oeni ca- petrcftenöe eginieiN lautet:
Qrosser
veranstaltet
Deutsch - Ungarischen Musikkapelle
Samstag abcnd, den 2. Scpt. 1916
In
-A.a?lDeite3?i 1t3l3l11&9
Ecke Russell- und Catherivcstr. Gute Musik.
H
Sept 2. bis Sept. 9-
Sieben Wettrennen täglich
Negen oder Sonnettschein
Erstes Wettrennen 2:30 täglich. Börsen von $600 bis $S00
Musik vom Orchester des 21. Regiments.
Eintritt: Herren $1.50, Damen $1.00
Spezialzüge zum Wettrennen fahren ab am M. C. N. New Ter
minal um 11:30 mgs., 12:15 mittags, 12:15 nachmittags Zentral
Standard Zeit. Oder nehmen Sie
Exkursionen Sonntag Wochentag PÜT ! Bi
Tanzc auf dr:n Bt. ffinrl'S Orchester. Bade a den Vade-Resarts. Sehr
Sie das $1,)m.0M err Monument und die Hulilen a der Ba. Än: 10. Teptkmder
schliefet die Saison für de grode Tampfrr Put.in li'al,". Jede Tag ach Pnt.in.Bav,
l5levrland, vedar P,iut und -anduM. Exkursionen ach Put.in.Ba jede Tag Udr
U:üAst PdltiT
SANjUSKY
Florist und Tandschaftsgärtner
Zeige hiermit an, daß ich mciii Blumengeschäft im
Neuen Gratiot Central Market, Stand 24
Grattvt Avenue, zwischen Russe!!' und Riopelle Straße
eröffnet habe und empfehle mich im Verkailf von Pslanzeii und
Schnittblumcn aller Arr, sowie im Anfertigen po allen vorkommen
dcn Blumcnarbciten.
Zugleich empfehle ich mies, im Anlegen und Anpflanzen von
Gärten und garaiitiere für gute Arbeit.
Telephon Cherry 3tt8
von
j. CÄLVSHT'iS
Haupt-Office: 145 Griswold Str.
Telephon Main 5198.
S
ttke Vellee nd KerSenal Ave.
?cke llolnutbia ad Beaubiestraf)k.
Robert j. 0
Zimmer 202 Wreitrneyer Hebäuöe.
Ferstcherungs', "glotariat und Hrundeigem
tums Geschäft.
Fetephsn Main
keit aus einer bisher unerklärten
Ursache zunehnien.
Teutsche Gerechtigkeit gegen Feinde.
Vor dem Berliner Gewerbegericht
klagte ein italienischer Staatangebö
riger gegen eine Berliner Firina auf
Zahlung einer Entschädigung wegen
unbegründeter Entlassung. Er war
von dieser Firma als Hausdiener an-
genommen wordeil, die Firma wei
- I ten könne, mit einer .Firma zu ar?el-
ten, die Angehörige emes fei nouchen 'Soldaten. Es war foaar Dtciimiaic
Staates befchäftige. Tas Gericht ver-! Bezeichnung für mehrere Regimenter
urteilte nach kurzer Beratung die,anhaltischer Tragoner, die den Tienst
Firma zur Auszahlung der eingeklag- beim Hofstaat versahen und deshalb
ten Entsckädiauna mit solaender Be 'ofrnicll .vomaats- und iliidicitbra-
!gründung: Es kann dahingestellt blei
j den, ob die Firma ein Recht besitzt, ein
, .w , 1 i " t. . . r r
lArbeitsvcrHältnis dcshalb plödlich
- t-r . ; v; v Oi x l
.men dcs Klägers dcr Kläger heißt
iPaniszolo ohne weiteres hätte er-
jkeniten müssen, daß er ein Italiener
zist. ' Nahm sie also an seiner italieni
Tan
ton der
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Windsor .crry.
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morgen. Kanrrreis rat unowori an omrniaqr v
tag 7."c. (fsfurficnen nach (übet Point Sonntag. Aionta,
SXittivZch, Freitag ü: Udr morgens. Fahrpreis für Rund.
faN Sl.'W. rveitertag 5xkurüone am Put.in.Ba, 7.x;
leoar Point, $1.00; 5lrvrtand, jeden Tag, morgens:
einen Weg, $1.50. lamxier rank if. Äirt, fährt an Woche,
tagen um tinM Uhr abends nuch Put in Bay, (?edar Point nd
Sanduskey.
iilley & luftin Tampferlinie, erste strafte, westliche
Standard Seit.
ei grofter Andrang an Montag, Tienftag, Freitag de
Sam,tag vikie zvooie.
Qit der Mad.Sry Sldk. nd Vnchannft
1420 Beaubienf.. $6t der Lake
Csiore & Sliidiga Sontber Bab.
arienstein
schen Staatsangehörigkeit Anstoh, sa
hätte sie ihn nicht erst engagieren dür
sen. Tat sie das aber, dann hatte sie
auch kein Recht, mit dieser Begrün
dung den 5iläger ohne Einhaltung
der Kündigungsfrist zu entlassen und
nrnf; daher an ihn anch die verlangte
Entschädigung zahlen.
,,K ü ch c n d r a g o n e r" gel
te gewiß heute jedem als weibliche
Wesen, als Küchenfeen mit einem
Zug ins Grobe, ins Männliche.
der Tat hat aber dieser Begriff, wie
die Münckcncr Neuesten Nachrich
ten" erzählen, sich eine Umwandlung
gefallen lassen müssen und bedenetete
ursprünglich Männer, d. i. richtige
- 'goner" genannt wurden. Ter alte
Tcssauer übertrug den Namen auch
' . " f. t . . v V ' f J. j
auf ein kurfürstlich brandenbnrgische
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dragoncrn des Oberschenkel! Gnimb
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Regiment Tragoncr ernannt worden,"

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