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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, October 31, 1916, Image 6

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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si
Seiroi i er A b e d p 0 st, D i e n st a g , den 31. Okto ber 1916.
As tolle
omiess.
Noman von Ernst von Wollen.
(Zortsrtzuna.)
Tic tolle Kumtes; lag mit f)iim
mentdett Schläfen und brcnncndcit
Augen auf dem RuKcbttt in ihrem
Zimmer ausgestreckt. Sdiarn und
Liebe, bitterer Groll und verzehrende
Sehnsucht tosten in schäumender
Brandung gegen den Fei ihres
Stolzes. Ein Unerhörte hatte sie
getan: sie hatte trotz der eigenen Er
kenntnis ihrer Unliebenswürdigkeit,
oder wonigsteno des Mangels aller
jener eigentümlich weiblichen Eigen
schatten, welche sonst das Herz des
Manne aäein 311 unterjochen im
stande sind, einem, noch dazu un
freien Manne ihre erste unselige Lei
denschast verraten. .Und dennoch
mißte sie. das; sie unter denselben
Umsländen auch ein zweitenmal eben
so handeln würde? Wie sie so
einsam vor sich hingrnbelte und gleich
einem Anatomen ihr Tenken und
fühlen in allen fasern bloszulegen
suchte, tarn sie endlich dahin, ihre
Handlungsweise nicht nnr zu ent
schlissigen, sonder, selbst als die ein
zig richtige zu betrachten. Wäre Herr
von Normia., so machte sie sich klar,
ein n ''.abhängiger freier Mann gewe
sen. so bat:.' sie sich nimmermehr ihm
gegenüber so weit vergessen: so wie
oder die Verhältnisse bestanden, legte
ihr Geständnis ihm auch nicht die
kleinste Vervslichtnng ans, welcher
sich soi'st vielleicht sein rittlerlicher
5 im, s.l'ost gegen die stimme seines
Herzens unterworfen hätte. Ta'sie
iiim unmöglich in dem häszlichen
richte einer heiratssüchtigen alten
Imiajer erscheinen konnte, so durste
ihm ihr leidenschaftlicher Ansbrnch
auch nnr als eine natürliche Felge
jener Nahrhaftigkeit erscheinen, die
den schönsten ;)ng ihrer Tollheit"
ausmachte. Er war tief unglücklich,
verbittert, hoffnnngsarrn: sollte ihm
die Gewißheit nicht einen erwünschten
Trost und Halt gewähren, das; er in
ihr eine -Seele gefunden habe, welche
sich der seinen .zu vermählen trachtete
ans jenem heiligen Mitleid, welches
die reinste Blute menschlicher Liebe
darstellt?
Während sie noch, also sann, drang
aus dem Nebenzimmer leises ttc
rausch an ihr Ohr, Tappen, Rücken
und Rascheln.
Bist du es, Vicki?" rief Marie.
Ja, ich bin's."
,.Wa machst du da?"
lch, nichts."
Bekanntlich erregt keine Ansknnft
auf dk' gleichgiltige Frage nach dem
Treiben eines anderen so sehr die
Nengier, als dieses verdächtige Ach,
nichts!" Komtes Marie fühlte sich zn
schwach, um siSi ans weitere Nachjor
schlingen einzulassen: aber dennoch
genügte der Anstoß, den ihre Nengier
erhalten hatte, um ihre Gedanken in
wohltätiger Weise abzulenken. Nach
dem sie einige (Zeit still gelegen und
gewartet hatte, rief sie wieder:., .Vicki,
kommst du nicht ein bißchen zu mir
herein?"
rf
M o u e l 1 e
((.. Fortsetzung.)
Geiiür, ei erstrebenswertes Ziel
für den Künsiler. aber Dirnen. Prinz,
was AI xMnu-n der Beifall des Vol
tes durch die Bühne, hiten. der 2ie
Nuhin und Anerkennung auf so vielen
Gebieten erringen können, hnen, fc'r
Sie zum höchsten Erdrngliick er
toren V!"
..Zum ( höchsten Erdenglück er
koren." wiederholte der Prinz mit
leichtem 2vctt. oit da? hr Ernst V"
..Zweiieln Sie. das; hncn dz? zn
teil werde? "
designiert antwortete er: Darauf
müssen wir. die in der Näbc
Thrones leben, verzichten Hoch
stes Erdenglück lernen wir nur dem
Namen nach kennen. llnS ist da?
nicht beschieden: dinn zu viele sind um
unser vermeintliches Wohl bemüht,
uns darf nichts nahen, was sich nicht
legitimiert vor unseren Beschüyern.
was nicht formet angemeldet ist.' . . .
?:e überraschende. atembeklemnieiiÄe
Glückseligkeit lernen wir nie kennen."''
Sie sehen zu schwarz, suchen
da? Glück in zu weiter nernc'!"
Sarkastisch klang des Prinzen Er
widerung: n zu weiter Zerne?
L'b. nein, die Staatsweisheit hat er
klärt, da''; ich. kaum zwei Meilen von
der - Landesgrenze entfernt, mein
Glück finden mufz.... lind wie
drängen und bitten die Exzellenzen,
daft i-.1i a bald reise, um nicht zn f rät
fit kommen .... Hätte sich meines
Etückes wegen die Neise nicht rer
zegert. läng'! hielte ich mein
Glück" in den Armen."
Kaum gelang es Veatrire, das Ve
ken ihrer Stimme zu behmf.'k'n, alZ
"f:r fragte: Sie lieben Aathikde
nicht?" "
Iranisch klang seine Erwiderung:
Ver'darf solche '"'Kuptung wagen?
(Kefriil--- bis im No.
pierungs l
ke,'iilZ r
M
K
Campholm Rci
bcn Sie ein damit
Und die Schmerzen verschwinden.
Das freie Probepacket
beweist es.
(5 a m p h 0 l i n ist ein veritabler
Schinerzvertilger". Sie sollten ein
mal fühlen, wie schnell dasselbe ir
gendwelche schmerzen oder Blutan
drang beseitigt. Xie erste Applika
tion wird den Beweis liefern, welch'
.überraschend schnel
le Resultate es er
Zielt.
Reiben nur
etwas C a m
p h 0 l i n auf ir
gend eine Onet'
schling, Verren
knng, oder stei
fen Hals, Mus
kelschmerzen, so
wie steife, schmerzende Glieder,
rheumatische und Rückenschmerzen,
wehe Brust und Hals, Frostbeulen
nnd Neuralgie und 3ic werden so
fort gros-.e Minderung verspüren. Sie
fühlen, daß die schmerzen auf Nirn
nierwiederkehr verschwinden. .
E a rn p h 0 l i n ist eine wissen
schaftliche Kombination und absolut
sicher. Es tut die Arbeit sicher, oder
.Mir Geld wird zurückerstattet.
2c sind 311 einem freien Probe
packet E a m p h 0 l i n berechtigt,
damit Sie sich überzeugen können,
wie bemerkenswert es ist. Senden
Sie Namen und Adresse heute für ein
freies Probepacket.
E a m p K 0 l i n wird in allen
Apotheken für 50c per Schachtel ver
kauft oder nach Empfang des Preises
direkt versandt von der Bart) Trug
Ed., Sf) Monroe Ave.. Grand 9ia
pids. Mich.
Gleich. Ma, gleich!"
Aber es verging doch noch eine
recht lange Beile, ehe die Schwester
hereintrat. Und wie trat sie herein.
TroK ihrer Kopfschmerzen mußte
.Komtes Marie doch laut auflachen.
Hallo! Vicki! En grande tenne?
Was hat das zu bedeuten?"
Das Uomtefzchen hatte sich wirklich
das schwarzseidene .onfirinations
kleid angezogen, sich alle ihre Iseme
len umgehängt und sich eine möglichst
erwachsene Frisur gemacht, die aller
dings ziemlich verunglückt war. Sie
stellte sich vor den großen Spiegel
hin. besichtigte sich aufmerksam von
allen Seiten nnd frug endlich: Wie
findest du mich, Marie?"
O, natürlich einfach, grostartig
min wird deine Frisur gleich ansein
ander fallen und der .Kleiderrock sitzt
etwas schief."
Willst du mir nicht helfen, das in
Ordnung zu bringen? Fräulein So
phie hatte gerade keine Seit"
Aber willst du mir nicht sagen,
was diese Maskerade gerade heute
bedeuten soll?"
Maskerade?" rief Vicki gekränkt.
Nun ja, meine richtige Original
Vicki erkenne ich in diesem Auszug
kaum wieder," scherzte die grosse
Schwester. Hat sich etwa Vetter
Emich etwas gegen dich herausge
nommen, daß du ihm durch das Ko
den Sie lesen, daiz wir uns schon von
Kindheit an gut waren, daß durch
die'e Verbindung langgehegte heiße
Herzenswünsche in Erfüllung ge
hen. . . . Nnd der Regierung? An
zeiger" versteht sich ans Gefühls
fachen, spricht immer die Wahrheit."
Mit warmer Stimme, in bittendem
Tone sprach Beatrice: ), Prinz,
nicht diesen frivolen Ton, wo Ihr
Glück nnd " fie stammelte, denn sie
wollte sagen und mein Glück", doch
sie korrigierte sich wo das Glück
zweier Menschen .ans dem Spiele
sieht."
;e solk ich das verstehen?" frag
te er, aufmerksam Veatrice bec-b
achtend: Tiirfte auch Mathilde nicht
auf die Sprache ihres Herzen hören,
soll auch sie :u Opfer diplomatischer
Klugheit werden?" Er trat näher an
Veatrice. di? verlegen zn Boden blick
te: ..Sie schweigen? Erklären Sie
mir Ihre Worte."
Er strich mit der Hand über die
i Stirn, wiederholte die Worte, als ob
hr angestrengt über den Sinn dersel
hn grübele, beobachtete dabei unaus
geatzt Beatrice: Mein Nachdenken
briiVlt mir keine Klarheit, ich .bitte,
de-''alb lösen Sie das Rätsel."
. atrice war nach der Tür gegan
gen:?knn der Kopf so widerspen
s.jg Ymd das Herz so verschlossen,
dann wiiV Ihnen meiner Worte Sinn
ewig verargen, bleiben." 1WS
rend sieXi'i"''''' noch einmal
fil'fSxv'.rvs iimfclickesiö, sagte sie:
..Tenn Rätl lösen sich nicht selbst."
Rätsel leVc'n sich nickit selofk," nute
melte er. Geoavn. fceTim.'en,
liegt nicht st ö:e D-n selbst
die Löw'' Äie liebt mich.
öoch ist s jene Liebe, die ich suche?
Wer iibt nicht vor,' den künftigen
Tkirnlger zu lieben?" Nnd jetzt
' lin die Beiner
'.st er an ei
Ta
w
jfcm
oicenigc
stüm imponieren willst?"
Ach der!" Das ctomtejjchen zuckte
mitleidig die Achseln. Weifet du, für
den habe i chcinen ganz neuen. Pracht
vollen Titel erfunden: .Karl Egon
Emich. Graf und edles Biest von Bü
sterloh! Tas kann er sich auf seine
Visitenkarten drucken lassen."
5kointefz Marie mußte herzlich la
chcn über diese neue Bosheit ihrer er
finderischen Schwester, dann aber zog
sie sie an sich, erfaßte ihren Kopf mit
beiden Händen, schaute ihr gerade in
die Augen und sagte: Tu wolltest
also wohl malerischer aussehen?"
- Es wäre das erste Mal in ihrem
sechzehnjährigenLeben gewesen, wenn
Komteß Vicki ihr Geheimnis nun doch
länger zu bewahren imstande gewesen
wäre. Sie kniete, ungeachtet dessen,
daß der stolze Faltenwurf ihres Gc
wandes darunter leiden konnte, ani
L'ager der Schwester nieder, lehnte
ihren 5iopf auf deren Busen und
beichtete alles ohne Rückhalt, ver
schämt und selig.
Unter anderen Umständen hätte
Komteß Marie ihr törichtes Schwe
sterchen mitleidlos ausgelacht und ihr
solche Tnmmheitcn" energisch ans
zureden gesucht. Heute aber rührte
sie dies kindliche Geständnis so, daß
ihr die Tränen unaushaltsam über
die Wangen flössen und sie nicht fähig
war. ein Wort zu sprechen. So
nimnit sich also die Liebe schöner,
freier Menschenkinder aus!" dachte
sie und drückte wieder und wieder
Vickis Haupt an ihr pochendes
Herz.
Vicki wußte nichts Besseres anzn
fangen, als zur Gesellschaft mitzn
weinen, obwohl sie nicht den gering
sten Grund hatte, traurig zu sein.
Tas währte wohl eine Viertelstunde,
und dann erhoben sich beide Schwe
stern und wandelten Arm in Arm im
Zimmer auf und ab.
Endlich begann Vicki: Glaubst du
wohl, daß er heute noch anhalten
wird?"
Marie beantwortete diese Frage in
einer sehr eigentümlichen Weise. Sie
küßte die Schwester wohl zehnmal auf
den Mund und sagte dann, durch ihre
Tränen lächelnd: Tu bist ein süßes
Schaf! Aber die alte dumme Staats
fab'ien mußt du wieder ausziehen."
Und dann führte sie sie trotz ihres
Smniollens und Widerstandes in
das Schlafzimmer nnd nötigte sie, ein
duftiges helles Kleid ans baumwolle
nem Spivenstoff anzulegen nnd ihren
sämtlichen Schmuck sorgfältig einzu
packen. Tu kannst dich darauf verlassen,
Vicki, daß du ihm so weit besser ge
fällst." versicherte sie die Schwester,
als sie endlich fix und fertig vor ihr
stand..
Tie dumpfen Klänge eines chinesi
schen Gong dröhnten durch das Haus
und riefen die Familie zur Tafel.
! Komteß Marie bat die Schwester, sie
zu entschuldigen, da sie sich 311 elend
fühlte, bei Tische zn erscheinen.
Ei ei!" rief der alteGraf schmiiii
zelnd aus, als sein Töchterchen zur
Tür hereintrat. Für wen hast du
dich denn so hübsch gemacht?"
Für Vetter Emich natürlich,"
lachte Vicki errötend.
Ah, sehr schmeichelhaft, liebe Kon
sine. Tu siehst wahrhaftig aus wie . .
wie . . . ah . . ."
Na, fapperment, wie denn?
verbotene
erkennen werde, die ihn um seiner
selbstwillen lieben werde." ....
Der Hofmarschall war erschienen,
und in der liebenswürdigsten Tonart
sagte er: Hoheit, ich schätze mich
glücklich, Ihnen untertänigst mitteilen
zu können, daß die Aufführung Ihres
Schauspiels vielleicht doch noch hente
möglich sein wird Alle Hebel
sind in Bewegung gesetzt, späte
stens in einigen Stunden haben
Hoheit definitive Entscheidung."
So, so," antwortete der Prinz
zerstreut und verließ nachdenkend den
Saal.
Tcr Hofmarschall grübelte noch
über das teilnahmlose Benehmen des
Prinzen, als Minister Giesel eintrat
und in kühler Zurückhaltung sagte:
Herr Hofmarschall, . Sie wünschten
mich vor der Konferenz zu sprechen."
Er hüstelte leicht: Da in letzterer
Zeit unser Verkehr sich nur auf dienst
fiche Angelegenheiten beschränkte
" Wieder war cs ein Husten, der
ihn hinderte, den begonnenen Satz zu
vollenden. Um nicht zu veranlassen,
daß sich der hohe Beamte durch vieles
Sprechen zu sehr anstrenge, seinen
diplomatischen Katarrh verschlimme
re. antwortete der Hofmarschall mit
liebenswürdigem Entgegenkommen,
gewissermaßen des Ministers Gedan
ken Ausdruck leihend: Taß unsere
früheren, so herzlichen Beziehungen
in der letzten Zeit etwas erkaltet, be
dauerte ich schon oft. doch jenes
unglückselige Mißverständnis "
Jetzt verspürte der Hosmarschall einen
leichten Hustenreiz, so daß auch dieser
Satz Bruchstück blieb. Giesel schien
vorläufig seinen Hustenanfall über
wunden zu haben, denn seine Worte
klangen recht kräftig: Lassen wir
diese Reminifzenzen: Sie fühlten
sich bei dem Verhältnis, wie cs sich
zwischen uns entwickelt hat, wohl:
und auch ich hatte bisher keine Ver
ö,!ä? In IlüurJ
In einer Rede, die Charles E. Hughes bei der Einweihung des
Wartburgh Waisenhauses", in Mt. Bernon, N. dt im Jahre 1906
hielt, gab Eharles E. Hughes seine Ansichten
lieber Deutsch-Alttcrikancl
in den folgenden Worten kund:
Viele, viele glückliche Tage habe ich in dem Vaterlande der
bracht, dem Ihr entstammt. Während meiner Ferien habe ich einige
der vergnügtesten Tage, ohne Torgen und mit leichtem Herzen, zu
Fuß und zu Pferde, in Eurem schonen, schonen Deutschland verbracht,
und ich würdige Eure Lcbcnsanschauung und Euren Genuß vom Lc
den. Und jene Gedanken bringen mir zur Anerkennung, daß Ulmen
kanismus keine Eassencigcnschaft ist. Jeder der glaubt, daß man,
für eine bestimmte Zeit, seine Ahnen in Amerika gebürtig beweisen
muß, oder daß man von einer gewissen Abstammung sein muß, um
ein Amerikaner zu sein, versteht überhaupt nicht, was das Wort
Amerikaner" bedeutet. Amerikanismns ist nicht eine Eigenschaft
des Körpers. Es ist ein Wort, das dem Geiste angehört, und es leben
heute in diesem Lande viele Männer, die eine Heimat gründen wol
len in ihrem Adoptivlandc, die tiefcreu Patriotismus im Herzen tra
gen, als jene anderen Männer, die ihre Ahnen seit 200 Jahren in die
scm Lande finden können."
Obige prächtigen Sorte bekunden deutlich, daß
Hughcs den deutschen Sinn versteht
Woodrow Wilson hat niemals Teutschland besucht und hat kei
nen Sinn für deutsche Sitten.
Tie Rede, in Tnickfonn, die Hughes in Mt. Bernon hielt, wird
an jeden, der sie wünscht, kostenfrei verlandt von dem
Natioiillltt Kochrcni Allsschöß iicr ZcM-Alneriklliicr
National Gsrmai.Arn?ri3an Conference Commitea
Westliches Hauptquartier: Ehictgo, Illinois.
2J S. La Solle Straße, Zimmer 34S.
Telephon Randolph 78S0.
c
Nationaler Ausschuß:
Präsident: I. B. Malier, Philadelphia.
Vizepräsident: Joseph Freu, New ?)ork.
Vizepräsident: Horacc L. Vrand, Ehieago.
Schatzmeister: Ferdinand Walter, Chicago.
Prot. Sekretär: S. G. von Boffc, Wlimington, Tel.
Korr. u. Finanzsekretär: A. Tim:u, Philadelphia.
Ausschuß für die westlichen Staaten:
Präsident: Horace L. Brand.
Vizepräsident: Richter Michael G. Girtcn.
Schaymeister: Ferdinand Walther.
Sekretär: Georg Melier.
Kaittpagneleiter: Tr. H. Gerhard.
j) Stimmt für Hughes!
aiaiiv damit! Wir wollen beten!"
rief die Gräfin ungeduldig.
Wie eine Wolke von meinen Vli'i
tenblättern, wenn der Maiwind einen
Apfelbanrn schüttelt." ergänzte Herr
von i!orwig lächelnd.
anlassung, ?re Aenderung zu wün
schen."
Exzellenz, was mich betrifft,"
eine leichte hüstelnde Unterbrechung
gestattete ihm sofort weiterzusprechen
so hatte ich schon seit Zanger Zeit
das lebhafteste Bestreben, die alten
freundschaftlichen Beziehungen "
linier einem kurzen, freundlich ge
dämpfte Räuspern suchte Hohenast
nach einigen verbindlichen Schlnßwor
ten, doch Giesel ließ ihn gar nicht da
zu kommen, in geschäftsmäßigem
Tone sagte er: Bitte die amtliche An
gelegenheit." (kurzer Hnstcnan
fall) denn um mir Freund
schaftsvcrsichcrungen zu geben. lic
ßen Sie Wohl nicht so plötzlich nnd,
ich kann diese Bemerkung Ihnen
nicht ersparen, in so ungewöhnlicher
Weise, ohne mich darum zu fragen,
den Staatsrat zusammenrufen."
Auch Hohenast hüstelte jetzt wieder.
doch sanft, melodisch, fast um Ver
zeihung bittend, klangen die Töne:
Für mein eigenmächtiges Borge
hen. Exzellenz, hoff' ich. nachträglich
Entschuldigung zn finden: Tie
Angelegenheit 'erheischt die größte Be
schleunigung und durch Erfüllung
der üblichen Formalitäten wäre die
kostbarste Zeit verloren gegangen."
Nur ganz . außergewöhnliche Er
eignisse rechtfertigen solche Alarmie
rnng der Staatsinc'jne, und solche
scheinen nicht vorzuliegen," sagte Gie
sel scharf, und in höhnischem Tone
fuhr er fort: Wenigstens hab' ich
auf dem Wege hierher nichts von ei
ner Revolution bemerken können."
O, wenn es m& das wäre," ent
gegnete Hohenast seufzend, dagegen
haben wir Soldaten."
Ist die Kirche bedroht?"
Schlimmeres ist vorgefallen."
Tann kann es ur eine interna
tionale Verwicklung, sein." bemerkte
der Minister mit trockenem Humor.
i "
y
Ganz recht, ganz recht so et
was sehnliches schwebte mir ans der
.'junge," versicherte Kar! Egon
Emich.
Zu schade, daü Hans da? nicht ge.
'agt bat!" dachte das Konitep.chen und
die solche außergewöhnlichen Vor
kehrungen rechtfertigt."
Als er gewahrte, daß Giesel dem
schrecklichen Vorgang so geringes In
teresse entgegenbrachte, noch gar nicht
zu wissen schien, was sich ereignet,
sagte Hohenast mit lamentierender
Stimme: Ihre Zensur hat einSchau
spiel verboten." Rasch nnd unwillig
sagte Giesel: Bitte, kommen Sie jetzt
endlich zur Sache! Was hat die
Staatsratsitznng mit einem Zensur
verbot zu schaffen?"
O, wenn Sie wüßten, ahnten."
stöhnte der Hofmarschall, an wessen
Werk sich die Zensur vergriffen "
Tie mir unterstellten Beamten,
Herr Hofmarschall, handeln meiner
Weisung entsprechend streng, aber
gerecht, ohne Ansehen der Person ....
Aber ich ersuche Sie, mir endlich mit
zuteilen " Und in wimmerndem
Ton kam es von Hohenasts Lippen:
Ein Schauspiel Seiner Hoheit des
Prinzen Georg hahen Ihre Unterge
denen verboten."
Entsetzt sagte Giesel: Unglaub
lich!"
Nicht wahr, das ist schrecklich?!"
Wie war das möglich?"
In weinerlichem Tone erzählte der
Hofmarschall: Seine Hoheit ließen
das Stück unter anderem Namen ein
reichen."
Am Ende gar das Schauspiel je
nes Leonhard Tiehl, von dem heute
alle Zeitungen schreiben?"
Ganz richtig, Exzellenz."
Ick." fragte Giesel, unruhig auf
und abgehend, ..weshalb wurde ich
nicht vorher verständigt, unter die
sen Verhältnissen konnten meine Be
amten doch nicht wissen "
Seine Hoheit befahlen strengste
Wahrung der Anonnmität bis nach
der Aufführung, die heute abend
stattfinden sollte Es dreht sich
jetzt druin. das Verbot schleunigst
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AfcV L fc! A A Jt jfi. A- rfl li ff
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Pin Mrlodram im sonnlgr Süd
THE HEAltT OP DIXIE
Nächste Woche .Mutt and Jrss'S Wedding".
äjA iI LLAC"1"";
A mMd s. v tpm Qt1f 9tUfm.
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Extra - 55AL.LAH-Extra
Nächste Woche .The Lid Liflers".
KM
Erslklassige Burleske.
Tamr zu Sliatinees, 10.
"Hip, IHp, Hooray" Girls
Nächste Boche Zostonians".
Man nehme die Michigan Central Züge täglich um 12:30, 1:15 und
1:30, Tetroiter Zeit.
stellte sich mit einem vorwurssvollen
Blick ans den befangen dreinschauen
den Münder binter ibrem Stuhle ans
Wo bleibt denn Marie?" smg die
Gräfin, welche schon die Hände zum
Gebet gefaltet batte. nach einer klei
nen Pause der Erwartung. Vicki
brachte die aufgetragene Entschulde
giiiig vor und beantwortete die teil'
nabmsvollen fragen mit beruhigen
den Redenc-arten. Unter gleichgiilti
gen Gesprächen verlief das Mittags
niahl wie gewöhnlich, nur das Fräii'
lein Sophie mit kaum zu verbergen
der Nengier in 'orwigs Zeigen zn
lesen versuchte, und das; Meister ink
weder feine Mnndfertigkeit noch sei
neu Appetit wieder gefunden zu l?a
ben schien.
ic'ach Aufhebung der Tafel und
nachdem Fräulein Bandemer sich zn
rückgezogen hatte, bat Herr ?on i!or
wig Komtes; Vicki beiseite und fragte
sie ernsthaft, was ihrer Schwester
sehle. Und nachdem sie ihm so gut
sie es vermochte Auskunft gegeben
wieder aufzuheben, damit das Stück
in Szene gehen kann."
"Ist Ihnen der Inhalt des Schau
spiel bekannt?"
In kokett selbstverständlichem Tone
erwiderte Hohenast: Aber, ich bitte.
Exzellenz, eine Dichtung Seiner
Hoheit sollte mir nicht bekannt sein?"
Welches Tbema behandelt das
Stück?"
Tas Thema," stotterte der Hof
marschall, und wieder stellte sich der
Husten ein, im Augenblick
offen gestanden müßte ich mich erst
auf den Inhalt befinnen.'
Jedenfalls ist die Tendenz deö
Schauspiels eine bedenkliche, denn
so aufs Geratewobl verbietet die Zen
sur nicht."
Aber Exzellenz, ich bitte. eine
Tichtung Seiner Hoheit sollte et
was Gesetzwidriges, Unerlaubtes ent
halten? Tas können Exzellenz
doch nicht ernstlich glauben?"
Könnte immerhin natürlich
ohne jede Absicht Stellen enthal
ten, die Anstoß erregen."
Nun, wir werden den Inhalt
ganz genau kennen lernen, denn ich
habe sowohl den Polizeipräsidenten,
als auch den Regisseur Grund hier
hergebeten, im Fall . die Herren
Staatsräte Irgendwelche Aufschlüsse
wünschen sollten Uebrigens.
sollte der Inhalt auch bedenklich sein,
so müßte doch unter allen Umständen
das Verbot aufgehoben werden."
So leicht dürfte das nicht ge
hen Schon der Titel Höhen
und Tiefen" klingt verdächtig."
Tefto harmloser ist der Inhalt."
Und, wenn die Herren vom
! Staatsrat diese Anschauung nicht tei
len?" '
! Wird das Verbot doch fallen mns
: sen ... . Ich bitte nur zu bedenken.
! die Zensur verbietet ein Werk des
lmijf.gcn Landcsfursicttl - V
M I I, R S 1000 tiae"
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Pop. Matinees. 5iensta. Tonnerstn u. Sams
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Eine niedliche mn'ilalische Z!or'ielliia mit
T. o Barnes seiner te esellsch,t.
Slächske Woche in,i of ?'!vbere-.
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l!0 i 6:0s): -;00 bi 0:15; 0:15 d 11:0
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vrr arei-tni;.M outrft breitn dend.
ich billig, als der Preis: 1, 2ix. 30.
llMM Nlitt S Walter F. HaM
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1726 Time Bank Gebäude.
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Erstes Rennen um 2 tthr
Eintritt:
Herren $150
Damen $1.00
Tie Association bezahlt Kriegöstener
m$bF- M.N.-M? '1
'.sr., ..-.r' u-.m-.i.iKC-Bi utSLSi.if.
uiAi4&mnA
hatte, fuhr er fort: Komteß Marie
hat mich vorhin um Veantwortung
einiger wichtiger fragen: vielleicht
wären 2ic so freundlich, der Komtes;
zwei Zeilen von mir zn überbringen.
Es liegt ihr vielleicht doch daran, die
Auskunft gleich zu erhalten,"
ForNeHung solgk.)
Fraucnkranklicitcn,
(Geburtshilfe
Deutsch . ungarische, von limua,i
tät diplomierte Hebamme, 12 Jahre
Assistentin beim berühmten grauen,
arzt Professor v. Braun in Wien, er
teilt Hilfe bei Frauen Krankheiten.
Nierenleiden. Nervosität. Maaenlei.
den. Kopfweh und Rheumatismus.
Brandt.Massage. Wöchnerinnen und
Krank finden in meinem Hanse
! freundliche Aufnahme und gewissen
yafteuc Pflege.
Frau Kralik,
705 Pennsylvania Ave., nah Mack.
Tel. 5!idge 5735.
-l?x
VonÄ.Nppmnnn
ganz Europa wären wir lächerlich!"
Ich weiß nicht," erwiderte der
Minister nach einigem Ueberlegen, je
länger ich über die Angelegenheit
nachdenke, desto ruhiger betrachte ich
sie. Was ist denn geschehen? Tie
Arbeit eines unbekannten Schriftftel
lers, eines Leonhard Tiehl, wurde
verboten."
Tas Geheimnis wird nicht lange
gewahrt bleiben: sehr bald wird alle
Welt wissen, wer hinter diesem Leon
hard Tiehl steckt."
Und wenn auch, so spräche das
doch nur für die Unparteilichkeit der
Zensur."
Ter Hosmarschall war durch diese
Auffassung Giesels. die wenig Entge
genkommen erwarten ließ, stark ent
täuscht, trotzdem gelang es ihm. in
liebenswürdigem Tone zu erwidern:
Wenn Sie die Angelegenheit in die
fern Sinne betrachten, dann bin ich
beruhigt: ich vermutete, es Inge
namentlich in Ihrem Interesse, das;
das Verbot möglichst bald wieder auf
gehoben werde."
In meinem Interesse ?"
Vertraulich erwiderte der Hofmar
schall: Ter geplanten Verlobung
mit Prinzessin Mathilde wegen."
Ta5 soll mit dem Verbot der
Komödie zusammenhängen?."
Sie ahnen nicht, wie viel dem
Prinzen an dem Schauspiel liegt."
Und eindringlich flüsternd fuhr der
Hofmarschall fort: ..Nur weil er der
Aufführung persönlich beiwohnen
will, hater die Brautschau von Taz,
zu Tag verzögert."
Teswegen wurde die Skis1 ver
schoben? Ich glaubte, eine Sicisen
mit der Kettenhofer fesselte -h"."
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