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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, January 25, 1917, Image 6

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s
Detroiter Abend
Schwere
Kämpfe
lstiman ans dem deutfch'französtschen
Kriege von 1870 71.
Von Carl T a n e r a.
fffttetzung.
Am 20. Oktober, abends 6 llfir,
marschierte das Kommando in die
Strr.ßen der eroberten Stadt ein nnd
wurde in der Vorstadt Bannicr in
guten Quartieren untergebracht.
Nachdem Horn für seine Leute ge
sorgt hatte, meldete er sich bei seinem
in Orleans liegenden Tivisious
kommando und erhielt dort die über
raschende und ihn unendlich er
freuende Nachricht, das; er an stelle
eines verwundeten Kameraden zum
Ordonnanzoffizier der 3. Brigade er
nannt sei. (5r solle am anderen Mor
n.eii seine Offiziere und Leute zu
ihren Abteilungen entlassen, sich
selbst aber mit seinem Burschen beim
Stäbe der Brigade de la (5hapelle,
dicht westlich von Orleans melden,
tiin größer-'- llückszufall konnte ihm
jetzt 'ige'.-.ch nicht begegnen. Er
kam nunmehr i:i eine Stellung, in
Der er weit mehr c.U selb't Stab?
.-füzi.'re iin'tande war. den iYur.'.g
!er irieg-ereig!iisse zu beoöachten
ü'.id alles nkereimiite genau zu
f.'Nen. ?a;u wurde er beritten, w.io
iitil! in Anivtrcubt ichicc- doch noch
er ?ch'nung bedürftigen .Beines
.'iuszersk angenehm war. ?o:nit sah
-r alw einer in bobein Grade güinti
,ieu und i'ielrersi'rechenden -jut'uuft
.'nt.egeu.
Nun !v.tto er heute nicht-:- mebr zu
tun '.nd benupte den Abepd. einen
"azier,:!! ? durch die 2t.y.bt zu nui
cheii. Tiefe bot ein ungeineii: Icb
vf !'.-? Bild Oiiiüere und '.?,' a -in
'av-üc:! -i!:er möglichen preußischen
i'd vanrif'.ne'.i Abteilungen ergingen
ich in den schönen straften. luf
ein Vlac,' Ä'artrou herrschte ein Le
ben wie kaum ani dein Ä'tünchener
Odeonsvlaö zur Meit der Varade.
,"vii der Mitte stand die hohe N,'ik"r
r"ig:tr der eanne d'Arc, über die 'ich
-reilich alie de.itflieu Soldaten Innig
nachten, weil sie wie ein riter Nitter
geharnischt auf dem Pferde sil't nnd
nur an ihrem Besicht als Mädchen
rrfannt werden sann. Atick? über die
.u'elen am Füße de Tenimals nie
dergelegten iran;e mit Schleifen,
am denen Bitten an die imann
im Errettung ans der jetzigen We
:abr gedruckt standen, amüsierten uch
?ie deutschen Soldaten sehr. -IVld
.latte Horn verschiedene Bekannte ge
'unden, die ihm die Loirebrücke, die
ielebte breite Nue de Jcarnie d'Arc,
Hotel de Bille. die Kathedrale
ind andere Sehenswürdigt'eiten
zeigten.
Nach einiger Zeit bemerkte Nr
Oberleutnant: Aber hört, meine
Herren, es fallt mir docti sehr aus.
nie vielen und noch dazu bübschei?
Mädchen man hier ans der Strafe
ctrrn;ct."
Xns in sebr einfach, Horn. ?!e
pariser waren so schlau, noch kurz
'ar der EinsIieimng durch unsere
er
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h & Ti fr .
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'l!. Fortsetzung.)
2. 9. a p i t e l.
?rei Tav lau,,i lag Thou'i'sons
Leichnam in der Äorgue: aler unter
Ivr "'.in senden v m Personen, die an
: rbeidesil'erteu, le' u?d f-ch nicht
einzige, die auch :?,:r thu Anden
:i:ng .u? seiner :7keniu,n.i batte ma
che;, können. . (.i-.&rreno Leute durch
ktö!'e',t'u die Tocks p"n ei'ti'm Ende
anderen, drangen in di'' Matro
''eiztneiren und gasthäi-jer. traktier
kei- unzählige Seeleut.'. aber uiigeiidö
rra'it' sie einen, der da? roh?, bärtige
l''.-f:cht auf der Pkotographi' erkannt
l'ä'te. ?ie üffizie.c sämtlicher
Sil.isfe. die seit einer Woche augekom
;neii waren, wurden ausgesuäit: kei
itvA war TKoinpson besannt Es
finttc deu Anschein, als sei er mt den
Wolken gefallen, und alö hab'' nie
wand sein Erscheinen bemerkt. Und
so schien ein Fortschritt in der Auf
klärung des Falles so gut wie urnuög
lich zu sein.
Tie Polizei arbeitete oberflächlich
genug nach dem üblichen Schema.
Man bildete verschiedene Theorien
und traf hiernach seine Vorkehrun
gen: eine Reibe von Anhaltepunkten
wurde eifrig verfolgt, und man fand,
daß sie zu nichts führten: verschieden?
Verdächtige wurden verhaftet und
nachher wieder freigelassen. Jimmn
wurde in allen seinen Bewegungen
auf das sorgfältigste überwacht: alles
ohne Erfolg. Es schien, als ob der
Fall mit den vielen anderen New
5)orke? geheimnisvollen Verbrechen
una-tgeklärt aus der Öffentlichkeit
verschwinden würde.
ita Interesse des Publikums an
dem Geheimnis nahm mehr und mehr
ab und wandte sich anderen Tingen
zu. Selbst bei mir. obgleich ich auf
dem eigentlichen Schauplatze des Ver
brechens wohnte, sctvand der Ge
danke daran in erstaunlicher Weise
dahin: er beschäftigte mich nicht
veüer. und wcuu ich des Abend
4
Jr r
62Zr
Truppen eine gcmze Masse unnützer
Esser, man sagt über -10,000, nach
den Provinzen anzuschieben, um bei
der bevorstehenden Belagerung rve
niger Menschen ernähren zu müssen.
Tabei sollen sich auch etwa 10,000
zwar sehr hübscher und sehr entgegen
kommender, aber für längere ,Zeit
subsistcnzloser Tämchen befunden ha
den. Ein großer Teil derselben ist
hier in Orleans gelandet und freut
sich sehr, uns bei der Vertilgung unM.
serer großen Kriegszulagcn behilflich
zu sein. Wenn Tu Dir eine nette
Freundin auf einige Zeit zulegen
wkllft. hast Tu nur die Qual der
Wahl."
..Ich danke sehr für Sein licbens.
würdiges Anerbieten, aber ich bcab
sichtige, unbeweibt zu bleiben."
,.Na, werde nichts! Tu warst
doch früher keinKostvcrächtcr. Üomm'
einmal mit in das niedliche Hotel
d'Argcnt? Tort änderst Tu vielleicht
Teinc Ansicht."
Ach, was soll ich dabei? Ich will
mich hier wirklich in kein Abenteuer
einlassen."
Brauchst Tu ja auch nicht. Jeden
falls kannst Tu dort auch recht gut
zu Abend essen. Vorzüglichen Cham
pagner gibt's ebenfalls. Uebrigens
müssen wir Teine Genesung bei
einem guten Glase feiern. Also
komm' mit!"
Tiefe freundliche Aufforderung
konnte er nicht ablehnen. So schloß
er sich daher den lustigen Kameraden
an und wanderte mit ihnen durch die
Nue de Bonrgognc nach einem ziern
lich unbedeutenden Gasthof. Leut
nant Trcher, einer der Bekannten
Hör;:-.-, ging voraus, die andecen
folgten. Man trat in einen kleinen
Saal, in dem sich dem Oberleutnant
ein Bild bot, das er keineswegs ge
ahnt. In dem engen Raume saßen
etwa zwanzig Offiziere und dreißig
Französinnen beieinander, rauchten,
scherzten, tranken Rotwein und
Champagner und unterhielten sich in
aiivgelasfensier Weise. Kaum wur
den die neuen Ankömmlinge bemerkt,
so kam ihnen eine ganze. Schar der
Pariserinnen entgegen, worunter sich
mehrere recht hübsche Mädchen hc
janden. Einzelne Offiziere begrüß
ten Horn. Treher und die übrigen
Herren und rückten so zusammen, daß
auch de?e noch Platz nehmen konnten.
So leicht ging das aber doch nicht,
denn im Nu waren die Französinnen
zwischen den Offizieren nnd setzten
sich mit ihnen nieder. Horn hatte
dnrck eine unvorsichtige Aeußerung
verraten, daß er gut französisch
sprach, und nun wurde er von ver
schiedenen der Tämchen mit allen
möglichen fragen undAnerbietungen
überfallen. Tie eine meinte, sie wolle
ihm in kurzer Zeit die echteste Pari
ser Ansprache beibringen, wenn er sie
zu sich nehmen wolle; die andere er
klärte, ihm vorsingen zu können, und
anderes mehr. Er verhielt sich aber
gegen alle gleich ablehnend, obwohl
es ihm Svaß machte, ans ihr meist im
Pariser Jargon gesprochenes fran
zosisch zu lauschen. ' Tnrchaus nicht
so unnahbar zeigte 'ich Leutnant
Treher. Ter bestellte gleich Eham
pagner und bildete dann den Mittel
vunkt eines ausgelassenen Q reise.
Ec- wurde gesungen, gelacht und ge
,:,echt. und schließlich artete alles so
au:, daß Horn sich ungemütlich
Rreonn.
ry
meine Pfeife ranchte, dachte ich nicht
mehr an die Einzelheiten des gc
heimnisvollen Mordes, sondern , an
ein dunkles Gesicht . . .
Aus eine Andeutung hin hatte mich
der Portier unterrichtet, daß die bei
den, die ich an jenem Abend beim
Verlassen des Auszuges erblickt hatte,
ineine Nachbarn seien. Herr und
Frau Tremaine. Ihre Zimmer la
gen. nur vom Gange getrennt, den
meinigen gerade gegenüber; ich hatte
tlatürlich gedacht, daß ich ihnen öfters
begegnen würde: aber fchon waren
drei Tage vorübergegangen, ohne daß
ich sie gesehen hatte: die Stunden, um
welche sie ausgingen und nach Hause
zurückkehrten, schienen ganz andere
zu sein als die meinigen.
Ich war daher nicht in der besten
Laune, als ich so in meinem Zimmer
saß, den Rauchringcn nachstarrte und
mich fragte, was für eine unglücksc
ligc Idee mich hierher gebracht hatte.
Nicht, daß die Wohnung nicht kom
fortabel genug gewefen wäre, aber ich
fühlte eine unbestimmte Unruhe, ich
war in gedrückter Stimmung und
fühlte mich nicht zu Hause wie früher
bei Frau Frisch. Ueber das Trama
konnte ich hier nichts mehr entdecken:
vor meiner Ankunft hatte man na
türlich alles weggenommen was ir
gcndwie einen Anhaltspunkt hätte er
geben können: es war Unfinn, anzu
nehmen
Ich hörte plötzlich, wie eine Türe
aufgerissen wurde; ein Schrei, schrill,
voller Schrecken
j Selten hat mich etwas so aus mci
i ner Ruhe gerissen wie diese Stimme.
.In einem Augenblick war ich au?
j dem Gange. Ein rotes Licht fiel aus
'der halbgeöffneten Tür der gegen
i überliegenden Wohnung, gegen das
sich die Gestalt einer Frau abhob, die
wortlos die Hände rang ...
Ich sprang hinein, riß die bren
'nenden Vorhänge herunter und warf
.sie auf den Gang, wo Higgins, der
Fette Leute hört,
wie Sie Ihr Gewicht
reduzieren können.
Ein einfacher, sicherer und zuverlässiger
Weg.
Leute mit überflüssigem Fett kennen
die Bürde und die Unbequemlichkeit nur
zu gut. die durch daS viele Fett verur
lacht wird.
Wenn Sie 5 oder 10 Pfund überflüs
sigeö Fett mit sich herumtragen, so scywä
chen Sie nutzlos Ihre Lebensorgane und
tragen eine Last, welche der Schönheit
Obrer Gestalt Abbruch tut.
Niemand braucht an überflüssigem
Fett u leiden. Wenn Sie Ihr Körper
Gereicht auf eine einfache und sichere Art
reduzieren wollen, ohne Hungerkur. Diät
oder ermüdende Uebungen, dann verbrin
gen Sie viel Zeit im freien, atmen tief
und holen in irgend einer guten Apotheke
eine Schachtel Jaco; nehmen Sie ein
Tadlet nach jeder Mahlzeit und eins vor
der Nachtrube.
Wiegen Sie sich einmal jede Woche,
damit -t wissen, wie schnell Sie abneh
men an Gewicht, setzen Sie die BeHand
lung nicht aus und überschlagen Sie sei
nc einzige Dosis, bis Sie das normale
Gewicht wieder haben.
Tatzco ist positiv harmlos, ist ange
nehm zu nekmen. befördert die Verdau
ung und konsumiert die überflüssigen fet
tigen Zellen durch größere Zufuhr von
Sauerstoff in das Blut. Schon nach ei
ner mehrtägigen Behandlung sollte eine
Abnabme im Gewicht bemerkbar sein,
das Geben wird leichter. Ihre Arbeit
scheint eine leichtere gu sein und ein Ge
fühl des Wohlbefindens ergreift Besitz
von 7hnen.
Alle, welche überflüssiges Fett haben,
sollten diese Behandlung einer Probe un
tciwerfen. es giebt nichts bessere?.
Zu t?den in Äinsel's und in Cunning
ham's Apotheke. (Anz.)
fühlte uu'd sich zum Weggehen bereit
machte. Als er von mehreren Käme
raden tichelreden zu hören bekam,
daß er so bald flüchtig werden woll?,
behauptete er. infolge des Marsches
und der Reise so ermüdet zu sein, daß
er sich bald zu Bett legen wolle, um
so mehr, als er sich wegen seiner
kaum verheilten Wunde noch sehr
schonen müsse. Tas wurde als triff
tiger Grund angenommen und er
nun freigegeben. Er zahlte, schenkte
die Silbermünzen, die er kerausbe
kam, einigen der Mädchen, grüßte die
Kameraden und verließ das Lokal.
Zwei der Offiziere, die auch genug
hatten, schlössen sich ihm an. Auf der
Straße bemerkte er zu einem der
Kameraden: Ich kann gar nicht be
greifen, wie man an dem Verkehr
mit diesen heruntergekommenen Per
sonen Vergnügen finden kann. Ich
möchte mir keine zu nahe kommen
lassen."
Tu haft leicht reden." entgegnen;
einer der Ofiizicre. Tu kommst
direkt aus der Heimat, wo Tu wie
dermit Tameu unserer Kreise ver
kehre konntest, und wo Tu sicher
genug junge und hübsche Mädchen
gesehen hast. Tenke Tir nur, daß
wir aber seit etwa zwei und einem
halben Monat kein weibliches Wesen
zwischen Iß und 20 Jahren gesehen
und noch weniger gesprochen hatten,
bis wir hier in Orleans einzogen.
Ich bin wahrhaftig kein Wüstling
und gehöre nicht einmal zu den be
sonderen Mädchenjägern. Tu darfst
mir aber glauben, daß ich mich
schließlich doch ebenso lebhaft nach
einem hübfchen Mädcheugcsicht sehn
atemlos die Treppe heraufgestürzt
kam, die Flammen vollends austrat.
Tas Zimmer war angefüllt mit
Rauch, aber es war klar, daß das
Feuer sich nicht weiterhin ausgedehnt
hatte. Ich öffnete das Fenster, und
der Rauch zog hinaus.
Das war ein Glück! rief Higgins
an der Tür. Ich zittere noch ganz.
Ich dachte, es sei noch ein Mord!
Ich mußte lachen, ich sah, wie er
nach Luft schnappte.
Sie denken an nichts mehr als an
Mord, sagte ich. Ich hoffe, es wird
keiner mehr im Marathon" began
genwerden.
Ich auch, pflichtete er mir bei. Er
las die Ueberbleibfel von den Vor
hängen zusammen und schickte sich an.
wegzugehen.
Ah, bon d4l rief Frau Tremaine
in einem merkwürdigen, aber reizend
klingenden Tprachenmischmasch. Was
für ein Glück! Was für ein glückli
cher Zufall, daß Sie in Ihrem Zim
mer gewesen sind, mi5si6!
Sie schauderte nervös an der fri
fchcn Luft, die vom Fenster herein
strömte, schloß das Fenster und
schwebte in die Mitte des Zimmers,
wo sie vom Lichte voll getroffen wur
de. Neulich hatte sie in ihrem elegan
ten Rock nach der New Forker Mode
reizend ausgesehen; jetzt aber strahlte
sie in einem Kostüm, dessen Pracht
gerade ihrer Schönheit zu entsprechen
schien. In diesem Augenblick ver
wirrte mich dasselbe völlig, aber spä
ter, als ich ruhiger geworden, konnte
ich es analysieren, den ticfrotcn Rock,
das gestickte Unterkleid mit seinen
feinen Spitzen, das unter der Bluse
schimmerte, die weiche, weiße Feder
boa, die sich an ihre herrlickzen Schul
rern schmiegte, die goldene Halskette,
die Spangen an ihren schönen Armen
und all die anderen Schmuckstücke, die
sie trug. Ter Anblick Higgins, der
immer noch die verführ?rische Gestalt
mit offenem Munde anstarrte, brachte
te, wie ich jetzt gerne einen Kronen
taler für eine Maß Hofbrau zahlen
würde, weil ich seit fast drei Mona
ten nur Wein und keinen Tropfen
Bier über die Lippen bekam. Ich
habe freilich nach etwa acht Tagen
den Verkehr mit dieser Sorte von
Frauenzimmern satt gehabt. Viele
unserer Kameraden müssen aber noch
etwas austoben. Mit anständigen
Damen können sie ja nicht umgehen,
weil alle umgangbaren, die noch nicht
das kanonische Alter hinter sich ha
ben, ausgerissen sind oder in den
Häusern so zurückgehalten werden,
daß man sie kaum zu sehen bekomint,
geschweige denn ein Wort mit ihnen
reden kann."
Horn sah dies ein und beurteilte
nunmehr das Treiben seiner Käme
raden mit anderen Augen.
Am folgenden Morgen meldete er
sich bei seinem General. Er wurde
auf das freimdlichftc empfangen und
erhielt das Tienstpferd . seines vrr
mundeten Vorgängers, sowie ein
französisches Bcutepfcrd zugewiesen.
Tieses war ein gutes Tier, mit dem
sich der Oberleutnant schnell befreun
dete. Bald hatte er fich beim Stäbe
eingewöhnt und fand den Tienst bei
demselben äußerst anregend. Zunächst
mußte er weite Rekognoszierungs
ritte in der ganzen Umgegend ma
chen. Man beabsichtigte ja, sich in der
Gegend von Orleans zu halten, auch
wenn die Franzosen, wie es den An
schein gewann, einen neuen Versuch,
der Einscklicßungsarmec von Paris
in den Rücken zu stoßen, unterueh'
men wollten. Für diesen Fall muß.
ten die Ordonnanzoffiziere in der
Gegend möglich vertraut sein, um
schnelle ung genaue Meldungen ma
chen und. Befehle an ditachierte Al
tcilungen schleunigst überbringen zu
können. Tahcr legte Horn aus sei
nem Rappen, den er Orleans" ge
tauft hatte, an mancken Tagen r0
und 60 Kilometer zurück. Außerdem
fiel ihm die Aufgabe zu. durch flc
auisitionen im Lande für die Verkfle
gnng des Brigadestabes und seiner
Pferde zu sorgen.
lS.'rtscvung folgt.;
Ehristmette in der Sixtina.
Ticht an der St. Peterskirche zu
Rom liegt die sirtinische Kapelle, in
welcher der Papst in eigener Person
oft die Messe liest.
Besonders feierlich und ergreifend
ist sie in der Ebristnacht. Ein Licht
meer flutet dnrch den Raum nnd
Michel Angelas Gestalten de?- ..jüng
sten Gerichts", welches die ganze
Nische einnimmt, scheinen geisterhast
hervorzutreten. Ter Altar erstrahlt
im Glänze seines Goldgerätes, ein
hoher, schwerer Baldachin wölbt sich
darüber. Ta öffnen sich die Flügel
türcn: Schweizer Garde in ihrer
bunten, mittelalterlichen Tracht
schreitet gemessenen Schrittes voran,
während die Sänger oben ans der
Gallerie, versteckt hinter goldenem
Gitte, die Hochmesse von Palestrina
intonieren. Mönche und Geistliche
folgen den Schweizern, dann kommt
die hohe Sänfte mit dem Papste, des
sen Tiara tausendfältig funkelt, rie
fige Gestalten tragen sie auf ihren
Schultern: daneben geben zu beiden
Seiten je vier Monsignori im Pur
purgewaude mit weißem llmhang.
mächtiige weiße Stranßcnfedcrwedcl
Am" Wurton U. Stevenson.
mich wieder zur Vernunft.
Ich bin glücklich, hier gewefen zu
sein, um Ihnen helfen zu können,
gnädige Frau, sagte ich, und wendete
mich der Tür zu.
?lber Sie werden nicht gehen, pro
testierte sie. Misste Tremaine wird
in einem Moment hier sein. Er wird
glücklich sein, Ihnen zu danken.
Sie begleitete ihre Worte mit ei
nem Lächeln, dem ich nicht widcrste
den konnte. Ich stotterte etwas und
ging nicht weiter . . .
Higgins stand immer noch auf dem
Gange und blickte herein. Frau Trc
maine ging elastischen Schrittes auf
die Tür zu und schloß sie ruhig ab,
ohne ihn zu beachten.
In diesem Augenblick rieselte mir
ein Schauer über den Rücken, als
wäre ich plötzlich zu - einem wilden
Tier eingesperrt worden. Ich will
hier gleich hinzufügen, daß das Ge
fühl, welches Cecile (dies war, wie ich
später erfuhr, ihr Name) in mir er
regte, nicht im entferntesten Bcwutt
derung im gewöhnlichen Sinne des
Wortes war, sondern eher eine über
mächtige Art von Hypnose, wie man
sie manchmal empsindet, wenn man
einen prächtigen Tiger in feinem Kä
fig auf und abgehen sieht übri
gens das Gefühl, welches sie, wie ich
glaube, den meisten Männern, auch
Tremaine selbst, einflößte.
Sie lächelte mich wieder an, als
sie an mir vorbeirauschte, um sich in
einen Fauteuil sinken zu lassen, der
in einer Ecke stand.
Nehmen Sie Platz, Misste, sagte
fie und deutete auf einen Stuhl in
ihrer Nähe. Ich war sehr einfam:
ich war überdrüssig, nur mit mir
selbst zu sprechen.
Ich kann ihre sanfte, etwas fehler
hafte Ausdrucksweise gar nicht wie
vergeben; jeder Versuch, ihre eigen
tümliche Aussprache anzudeuten,
würde nur einen falschen Begriff da
von erzeugen; ich werde es deshalb
schwingend, dann folgen die Kardi
uälc mit ihren langen Schleppen, die
ihnen nachgetragen werden; Schwei
zcr bilden den Schluß.
Tie Sänfte senkt sich. Ter Papst
schreitet die Stufen des Altars hin
auf bei mächtig brausender Musik,
er hebt den schweren goldenen Be
cher. Alles kniet nieder und betet.
Leise erklingt der Gesang: Gelobt
sei Jesus Christus!
Nehmen Sie Salz, wenn
die Nieren schlecht
snnktionicrcn.
Es wird gesagt, Rücknischmerzen siad
das Zeichen, daß Sie zu viel
Fleisch gegessen haben.
Wenn Sie aufwachen mit Rücken
schmerzen und solchen in der Nieren
gegend, so bedeutet es allgemein.daß
Sie zu viel Fleisch gegessen hahen,
sagt eine wohlbekannte Autorität.
Fleisch bildet Harnsäure, welche die
Nieren überarbeitet in der Anstren
gung, das Blut zu filtrieren und die
ersteren werden gelähmt und der
stopft. Wenn Ihre Vieren in diesem
Zustande sind, müsjen Sie dieselben
zu reinigen suchen, gerade wie die
Eingeweide und alle unreinen Be
standteile sollen beseitigt werden oder
Sie erhalten Rückenschmerzen, Kopf
schmerzen, Ohnmachtsanfälle ; Ihr
Magen wird sauer,Zunge belegt und
bei schlechtem Wetter habenSie rheu
matische Anfälle. Ter Urin ist nicht
klar und die Kanäle werden in Mit
leidenfchaft gezogen : Sie sind gc
?wungen. zwei oder dreimal wäh--end
der Nacht aufzustehen.
Entweder sollten Sie einen ehrli
chen Arzt konsultieren oder holen
Tie von' Ihrem Apotheker ungefähr
v'xev Unzen Jad Salz: nehmen Sie
einen Eßlöffel davon in einem Gla?
Wasser vor dem Frühstück für einige
Tage und die Nieren werden wieder
fein funktionieren. Tieses bekannte
Salz ist hergestellt von Traubensäu
re und Zitronensaft, in Verbindung
mit Lithia, und wurde seit Genera
tionen als Reinigungsmittel für die
Nieren und als Stimulant benutzt.
Jad Salz erhält daS Leben für
.regelmäßige Flcifchesser. Es ist bil
lkg, schadet nicht und ist ein erfri
schendes Lithiawasscr . Getränke.
QTmL.
Frauenkrankkoiten,
(Geburtshilfe
Teutsch ungarisaze, von Univerji
tat diplomierte Hebamme, 12 Jahre
Assistentin beim berühmten Frauen
arzt Professor v. Braun in Wien, er
teilt Hilfe bei Jrauen Krankheiten.
Nierenleiden, Nervosität, Mageulei
i den. Kopfweh und Rheumatismus.
jBrandt'Massage. Wöchnerinnen und
j Kranke finden in meinem Hause
j freundliche Aufnahme und gewissen
j hafteste Pflege.
i Frau Kralik,
1 705 Pennsylvania Ave., nahe Mack.
j Tel. Nidge 5785.
! :
!llMntNl!ttäWMF.AM
NechtSanwalte
! 1726 Dime Baul Gebäude.
auch unterlassen. Anfangs störte
mich dieselbe gelegentlich, sowie ihre
häufig eingestreuten Brocken von
Krcolenfranzösisch. Aber bald ver
stand ich ihre Sprache vollständig.
So ging es auch mir, erwiderte ich,
imd mußte über ihre naive Aus
drucksweise lächeln. Ich hatte auch
das Bedürfnis, mich mit jemand zu
unterhalten. Sind Sie schon lange
in New Jork?
Noch nicht einen Monat, Misste;
ich bin nicht gern hier, es ist zu kalt
zu grau.
Sie sind in einer schlechten Iah
reszcit hierhergekommen, bemerkte
ich, erstaunt über die etwas kindliche
Begründung ihrer traurigen Stim
mung. Warten Sie bis zum Juni
dann werden Sie sehen!
Juni! Oh, wir wollen nicht so
lange bleiben ich wenigstens. Ich
habe einen Monat länger zu bleiben
versprochen, aber länger als das
irnpo6sible!
Sie streckte den Arm aus und nahm
eine Zigarette aus einer Tose, die
auf einem Tischchen neben ihrem Pol
ster lag.
So haben die Vorhänge Feuer ge
sangen, lachte sie, lehnte sich zurück,
und nach einem oder zwei Zügen warf
fie das brennende Zündholz über ihre
Schulter. Puff! und fie standen
ganz in Flammen. Einen Moment
vorher wollte ich Aufregung haben
irgend eine Aufregung , aber das
plötzliche Aufflammen machte mir
Schrecken ich rannte hinaus '
schrie um Hilfe und (fie schloß mit
einer reizenden kleinen Grimasse)
störte Sie im Rauchen. Versuchen
Sie eine von diesen!
Es ging mir wie den kleinen Kin
dern mit dem Feuer: ich konnte ihr
nicht widerstehen, nahm eine -Ziga
rette und zündete lie an . . . .
In FondCorr6 . hatte ich viel zu
tun, fuhr sie mit einem kleinen Seuf
zer fort. Hier habe ich nichts als
Vergnügungs-Anzeigenl
TEMPLE
UsUAc iatloee. 25c
BELLE LUKER
Avn .mödie 4; Tavid Sopirttin: Marshall
Montgomkry: Brodna & Drrrick. 23tlin &
SrS.'allvS; ifttl t- shing; fcf.oprr & lct
buru; !vtosrpk.
GARRICK
VP. Matinee. Dienstag. Donnerfkag . un
tag. 25o60c AbendS. 25c5076c
OH, BOY
Tie Comttock-Elliott lo. präsentiert
Eine niedliche und büdsche Komödie,
leider! Saiönhci! inger!
Nächste Woche Vcrrl, Goov Eddie".
AVKXUK THEITKR
Vurlesque. 10, 20c, 30e, 50c
THEBELLES 0F.IURLESQU8
und Prieffi Tell, Tänzerin.
Vorstellungen: 2:15 nachm. und 8:15 abends.
CAiIljJL AC ."
rn tjt 8ifiM.
THE SOCIAL FOLLIES
Nächste Woche The Tberougbbreds"
Nase verstopft und Kopf benommen
durch Erkältung oder Katarrh?
New heilender Balsam reinigt Nase,
Kopf und Hals sofort BeskUigt
katarrhalische Leiden,, Kop?schmer
zen verschwinden.
Versuchen Sie Ely'S Cream
Salm."
Kaufen Sie eine kleine Flasche
nur als Versuch applizieren Sie ein
renig davon in die Nüstern und so
fort wird in die verstopfte Nase und
tfor-f die Luft Zutritt erhalten: Sie
werden freier atmen; Mattigkeit
und Kopfweh verschwinden. Am nach
sten Morgen wird die Erkältung und
der Katarrh verschwunden sein.
Beseitigen Sie diese Leiden! Kau
ken Sie eine kleine lasche von .Eln's
isrtn vmm FM K
m im r in
: &tt?HUiauiu Xd?
von
X OAIaVERT'S
i
Haupt-Office: 145 f iswo!! Str.
Felephon 'gla'm 5198.
YARDS
(Mt Ve0ee nfc LaetI Ade.
tkcke Eolumdt. ,d VcaudienstraFe. 91: 1420 Veaubienitr., f c der Lake
Cbore & Vlichlga e mietn vada.
Robert f. jarienstein
Zimmer 202 Wreitmeysr Hebäude.
'DelstchexungS', Wotariat und Srundeigen
iums . Heschäst.
lVekephon Wain
rauchen, rauchen ....
Fond-Corr? fragte ich.
Ja, bei St. Pierre, erklärte fie,
lehnte fich wieder in ihre Polster zu
rück und schloß bei der Erinnerung
entzückt die Augen. Tort war unser
Haus ich sehe es wieder, in der
Kakaopflanzung bis zum grauen
Sand hinab, wo die Wogen so hübsch
daran nagen. Tambou! O, wie ich
mich danach sehne? Hierbei streckte
sie mit dem Ausdruck tiefster Sehn
sucht ihre Arme über dem Kopfe aus.
Als ich sie so sah, war ich nahe da
ran, zu glauben, daß alles nur ein
Traum, daß ich in meinem Stuhle
eingeschlafen und ins Land Harun al
Raschids versetzt sei. Ich hatte nie
cin Weib wie sie gesehen.
Ein Schlüssel klirrte im Schloß, die
Tür ging auf, und ein Mann trat
ein. Es war ganz im Einklang mit
meinem Traume der wütende
Gatte mit geschwungenem Tolche
sogar in New Jork war diese Lage
nicht ganz angenehm, trotzdem ich bis
zu diesem Augenblicke nicht daran ge
dacht hatte.
Jetzt, sagte ich mir, Stilette und
Pistolen! Tu bist in einer unange
nehmen Lage, mein Lieber!
Bevor ich noch aufstehen konnte,
war Eeeile von ihrem Polster aufge
sprungcn und hatte ihm ihre Arme
um den Hals geschlungen.
OK, cournent ou v, doudoux?
fragte sie in schlechtem Französisch,!
aber mit einer stimme, wie nun. j
ich habe nie etwas gehört, mit dem ich
sie vergleichen könnte.
Tour douc-e, che-ct ou? antwor
tete er und küßte sie; dann erst, wie
es schien, bemerkte er mich, obwohl es
mir etwas zweifelhaft vorkam. Gu
ten Abend, mein Herr! sagte er: er
hielt immer noch den Arm um seine
Frau und starrte mich so scharf an.
daß ich mich selbst nicht ganz in Si
cherheit wähnte und es vermied, ihn
anzublicken, als hätte ich mir wirklich i
2:30 di 4:30.
7:30 d; 9:15
Fgeschrittee Vandkville
THE FE1IAIL CLEKKS
7 andere große Akte "
?7ei, PkwtopIavS, 12:M biS 4:30
Mat.. 10c, 20c Nachts. 15c. 2.'. 3jC
jTfc 1 . aail
irrpiicu in - sin,
Lafayette bei Postofsice
.Cherrt, 4225.
EVct SKIRLEY
7 andere aroe Akte 7
5ra rerno OafUe in Patria".
Matinees. li(-2Zt Abend,, 15c 25-Z.'c
LYCEUM
denk. 1525-607S
Mat. BUttt.. kamst. U-Sto
Romantische Liedkfschichte eines irischen
Mädchens
LITTLE PEGUY O'MOORE
Nächste Woche
Hutband".
Mrs. Murpby'S Cecnd
aaiKj
Erstklassige Burleske.
Samt , Matinee. 10c
m SiDlAll
Nächste Woche Hello New Z?ork".
Cream Balm" in irgendeiner Apo.
theke. Der süße Balsam löst alles
Unreine in den Nüstern: heilt ent
zündete und geschwollene Mandeln,
welche mit Nase, Kopf und HalS ver
bunden find und Linderung erfolgt
durch die Behandlung mit diesemBal
sam sofort.
Bleiben Sie nicht die ganze Nacht
wach liegen, mit verstopftem Kopf,
geschlossenen Nüstern, hustend und
mit einem Katarrh oder Erkältung,
mit laufender Nase sowie rauhem
Hals: es ist tatsächlich unnötig.
Haben Sie Vertrauen nur Ä
mal in Ely's Cream Balm" ir&
Ihre Erkältung oder Katarrh wird
aawi sieber verschwinden. (Anz.l
f:MW
zs M
2
El
(tät der Madbur ve. und nchana,.
etwaS zuschulden kommen lassen.
Seine Frau flüsterte ihm jetzt ei
neu Satz ins Ohr, fo rasch, daß ci
mir ganz unmöglich war, etwas zu
verstehen, aber ich glaube wohl, das;
sie ihm meine Anwesenheit erklärte,
da er sofort mit ausgestreckter Hand
auf mich zukam.
Eeeile fagte mir, daß durch Ihre
Geistesgegenwart ein großer Brand
verhütet wurde, Herr
Lefler, ergänzte ich. Ich bin Ihr
Nachbar, über dem Gange drüben.
Mein Name ist Tremaine; es frn;t
mich sehr, Ihre Bekanntschaft zu ma
chen, fuhr er mit einer Liebenswür
digkeit fort, die mich vom ersten
Augenblick an gefangen nahm. Wir
müssen die glückliche Abwendung d?s
Unheils feiern.
Cecile, die aufmerksam seinenWor
ttn gefolgt war, flog in das Neben
zimmer und erfchien einen Augenblid
später wieder mit einer Flasche und
Gläsern: sie trat mit so ausdruckslo
sem Gesicht wieder zu uns. daß icr
cin wenig davon betroffen war. Itf
bemerkte, daß fie ein bischen Wein in
ihrem Glafe ließ, und fich mit dein,
selben einem kleinen, feinen Messing,
käsige näherte, der in der wärmst'.'!,
Ecke des Zimmers über der Heizung
hing.
(Fortsetzung folgt.)
Tas Borbild.
Sie: Ich finde rs sonderbar, da un
ser neuer Chauffeur nu: den Tien'lboten
gleich Zank in;t Streit begonnen tiat!"
Er: orurn rtirtit? Tu hast ihm doÄ
bei der Aufnahme selbst auf die Seele ar
bunden, sich in allen Tingen üreng na.1z
o:r zu ric?:en.
Merkwürdig.
Ter Baron von Tonnersvech that wie
der Pech gehabt. Eben war der (Berichts
Vollzieher bei ihm."
Ja. unbegreiflich; hat der Mann
einen so kolossalen Stammbaum und
kann doch auf leinen grünen Zweig kom
nun."
M I L E S
E

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