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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, May 07, 1918, Image 4

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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Detroit er Abendpost, Tienstag, den 7. M a i 1318.
Jetroiter
Abend - Post.
EaUred t tt postofflre of DtvoU
4 ficcond Cl Mttr.
üSrilßiA Mhl, eCf
ki refRrcn:
Sug. Marrhausen. ÄbendpostSebäudc
Cfftcr: Ecke SroeMt-M und ON.nd.w
ne (nci nt vn,).
Mniin or the Associatto Pkkm
1h Asaocitd rrensis eioiasirsly n
f.tidtotb assorrpablicAtioa of 11 newi
cirtch exedited to it er not otherwise
tredUedia tfcia ppr ad U. local
tw pobliahd herein.
Lcbcnsmittcl - lcfctzüberrrctungev.
Trne translation filod wirb the
postniastT at Dotroit on May
7th aa rfquired ly the act of
October Gth.
(5s vergeht fein Tag, an bern die
Zeitungen nicht Berichte über die
Schlicizung von pciscwirtschajtcn,
dic BcichlslgTmtjitie von mtfflcspeicfjcr
tcn Lebensrnitteln oder dicirntdcckung
grober Vorräte an Weizen oder ähn
lichen Artikeln bringen. ,n vielen
Fällen bringen die Schuldigen als
Ausrede vor. sie hätten von dein Bc.
stehen von Vorschriften, dic dies vcr
bieten, nicht die Geringste Ahnung
s.chavt. Tiefe Entschuldigungen wer
den von den Regicrungöbcaniten na
turlich nicht angenommen, llnfcnni
nis der Lcvcnsmittc! Bestimmun
cen icoctct nian cveniowenia vor
Strafe, wie Unkenntnis des (?cfcfec.
Seit Veröffentlichung der cimchlägi
gen Bestimmungen zum Veiten des
Voltes ist geraume ;-eit vergangen.
und besonders in Geschäften tätige
Personen haben Gelegenheit gehabt,
zu erfahren, was von ihnen erwartet
wird und was zu tun ,ihnen verboten
ist.
Vor nicht langer Zeit besonnte ein?
Familie im Staate, das; sie von der
-ristenz des Roten .sirciuce, de
Christlichen Vereins junger Männer,
der Freikcitsanleihe und anderen
Tingen. über die die Zeitungen sval
tenlangc Erörterungen brachten. nichts
wiüe. unö eines iurer Mitglieder er'
fiärte: Für derartige Angelegenheit
ten interessieren wir uns nicht. "Wenn
inan den Grundsatz: wer nicht für
mich in. der ist wider mich, gelten las
jHJy
sen will, dann ist es höbe Zeit. da.g, jic( Öm.d) ÖC1, Zusaiunien-schluß in
reis Volk tur Angelegenbeiten der
erwähnten Art mehr Interesse an den
Tag legt. Es ist zmn Beispiel nicht
ersichtlich, was einen Speisewirt oder
seine Angestellten veranlassen könnte,
die Bestimmungen zu verletzen, die
sich auf die Verabreichung von Mahl
zeiten beziehen. Es liegt kein Grund
vor. der einen Farmer veranlassen
sonnte, luebr Weizen aufzusveickern.
ch er für Saatzwecke braucht. Und
ebcm'o wenig feblt es an Bcweggrün
dei:. aus denen Familien mehrere
Säcke Mehl oder größere Mengen
Zucker verstecken sollten.
Wenn in Häusern Turcksnckungen
vorgenommen werden. dann ent'chuldi
cn sich die davon betrogenen unwei
aeriich damit, sie hätten nicht gewußt,
daß es unrecht sei. grße Mengen von
noci owuTiin oene zu naven. j lin0 Leitern anzubahnen,
n.'er ebenso wenig vermögen n'eUnnV tat firfi nmnrntlirh
oiauonasr oarzurun. was te Heran
lar.te, öiete Vorräte ant dem Boden
ihres Hauses oder an anderen Stel-
Iw ii, an denen sie so leicht nicht gefun
den werden können, zu verbergen.
Gclkgenhriten für dic Frauen.
True translation filfl wiih th
postrnaster at hrtroit .. May Uian nai' eiirrciai. nai einen neuer
71h ns requiml l.y tl, a i k blick über die Arbeit der 5tommission
0,-iol,fi- (th. verschaffen. Während der vier
Frauen. de nickt stricken können : abre. die mit dem 30. uni 1017
und nichts vom nähen, lochen oder endeten, befaßte sich die Behörde mit
anderen nützlichen Beschäftigungen 71 größeren Ausständen. Von die
verstehen, haben sich darüber beklagt, sen wurden 52 vollständig durch die
daß es für sie keine (Gelegenheiten Vermittelung erledigt, sechs teils
zur Betätigung im In- oder Aus- durch Vermittlung. teils durch
lande gibt. Ter Ausschuß sür öffent Schiedsgericht, drei durch Einigung
lichen Nachrichtendienst hat ein Bul- der Parteien selbst, einer durch Ein
letin veröffentlicht, durch das auf i'ol- greifen des .Kongresses, und ein Fall
che Gelegenheiten in Gestalt der so!- blieb schließlich unentschieden. Tic
genden Liste hingewiesen wird: Ame-1 Bedeutung der einzelnen Ausstände
rikanisierung. 5wntinenarbeit im In-! und ihre Gefahr für die Volkswirt
und Auslande, Straftwagen - Tienit. schaft richtete sich natürlich nach der
Elerks. Gesellschafterinnen, Matro
ncn. Pflegerinnen im In- und Aus-
land, Aerztimien. Pudlizitäts - Ägen -
linnen. Hilfe beim Wiederaufbau, Re
gistrierungsarvcit. geheizner Polizei
dienst. Sekretärinnen, soziale Wohl
sahrtS Arbeiterinnen. Rednerinne.
Stenographinnen. Lehrerinnen. Tele
graphistinnen und Übersetzerinnen.
: Viele Bewerberinnen haben umTienfk
; im Fliegerkorps nachgesucht, doch gibt
. das Bulletin bekannt, daß die Regie
k rimg weibliche Periren.in diesem
2a?gicht sbcWltAt..
Ameritanificrungs Arbeit bezicht
sich in der Hauptsache auf die Unter
Weisung von Ausländern in der eng-
li-ichen Sprache und Befämpfung
feindlicher Provaganda. Beschäm
gung in Kantinen sann vl (5hrin-
lichen Verein junger Männer oder
vom Roten Mtcuj erlangt werden.
Von Frauen, die Kranwagen lenfen.
wird erwartet, das; sie ihre Ausgaben
selbst bestreuen, da dieser Tienn als
lediglich freiwilliger gilt. Glerfs
können Stellungen durch die Zivil.
dienst - Behörde erlangen, liätetifer
sönnen wertvolle Informationen über
die von ihnen erwartete Tienüleinun
gen durch die Lebensmittel - Behörde
erlangen. Ter Frauenaus schus; des j
nationalen Verteidigungsrats hat es
unternommen. Gesellschafterinnen im
Inland unterzubringen, und in die
fern Zweige dürste der Bedarf schnell
gedeckt sein. Frauen, die sich in der
Landwirtschaft nützlich machen wollen,
mögen sich an dic Woman's and Ar
inn. 32 Fünfte Avenue. New Zjork.
wenden. Eine Einzelheit, auf die gro
sses (Gewicht gelegt wird, bezieht sich
aus die Widerberstellungs - Tätigkeit,
besonders, soweit von Frankreich zu
rückgetelute und dienminfähig gewor
dene Soldaten in Frage kommen.
Tiefe Art Beschönigung schliesst spe
zielle Massage, orthopädische BeHand
lung der Verwundeten u. s. w. ein,
und für sie ist das Zeugnis der Reife,
von einem Aürnlehrcr-Seminar oder
einer anderen Anstalt für körperliche
Ausbildung erlangt. Vorbedingung.
Etwa zweihundert Frauen haben
versucht. Aufnahme in den Geheim
dienst zu erlangen, doch sind nur wc
nigc erfolgreich gewesen.
Dies sind nur einige der Tinge,
denen Frauen uch widmen können,
aber es geht daraus hervor, das; Vor
wände für Müßiggang hinfällig sind.
Strcikvermittclung douBnndcswcgen.
Es ist keine Frage, daß der soziale
Gedanke in Amerika noch nicht so all
gemeine Anerkennung gefunden hat
wie in Europa. Ter Kampf ums Ta
sein. wird hier noch'inuner recht rück
fichtslos geführt. Ter Einzelne muß
sich mit allen ihm zu Gebote stehen
den Mitteln wehren, um sich zu bc
bauvten. Zwar haben die tiemerk
schonen auch in Amerika eine große
Macht erlangt, aber auch sie gebrau
rinn diese rücksichtslos wie die Arbeit
geber. so daß wob! der Staunn der
Arbeiter für bessere ebensbedinaun-
den O'CiiuTfichstfteii günstiger gestal
tet, aber an Schärfe keineswegs ab
aenonulien bat. Tie Vermittelung
der Regierung liegt bei solchen An
sässen sehr nahe: aber die ganzen po-liti-icken
Verhältnisse waren solchem
Vorgehen nicht günstig. Nur wenn
Gewalttätigkeiten geschahen, grifs die
Behörde ein. Erst in neuerer Zeit
sah sich die Bundesregierung gezwun
gen. bei Arbeiterausnänden nickt nur
inilitänick. sondern wahrhaft sozial
vermittelnd einzugreifen: sie mußte
das tun, sonst wären schivere wirt
schädliche und politische Krisen un
cusbleiblick gewesen. Am 15. Juli
1013 wurde durch das New'ands-
i Gesetz ein Ausschuß geschaffen,' um
die Vermittlung und Versöhnung bei
-'wi'rigkeiten zwischen Arbeitgebern
Diese
um die
Beugung von Arbeiterausständen
bei den Eisenbahnen verdient ge
macht, und wenn auch beute unsere
Bahnen von der Bundesregierung
übernommen sind, so ist es doch in
l'ooem l'nade für den Fortschritt, den
der soziale (bedanke in Amerika ge-
Art und Anzahl der Beteiligten: die
Anzahl schwankte von neun bis in die
! Hunderttausende. Ter bedeutendste
Ausstand' sand im August und Sep
tcmber 10 IC. statt, als 100.000 Ar
beiter bei '22S verschiedenen Eisen
bahn - Gesellschaften die Arbeit nie
dcrlegten. Ta Verniitrlungsverfuche
bei dem schroffen Verhalten beider
Parteien leinen Erfolg hatten griff
auf Veranlassung der Regierung der
SiVngreß ein. Tas Adamson Gesetz,
das nach heftigem Widerstand wäh
rcnd des 3.. ini 5.. September 1916
von der Volksvertretung angenom
inen wurde, bewilligte den Angcstell
tcn dcn achtstündigen Arbeitstag und
eine angemessene Lohnerhöhung. Tic
Vermittlung der Bundcsbehörde hat
im ganzen segensreich gewirkt. In
feinem Falle wurden die Ausstände
erneuert, nachdem sich die Parteien
einmal geeinigt hatten. Auch ging
diese Einigung mit Hilfe der Regie
rung gewöhnlich schnell vor sich, m
Vergleich zu den schweren und erbit
terten Ausständen, die während des
gleichen Zeitraumes in der Industrie
und bei den Straßenbahn Gesell
schauen ausbrachen, sann man die
tage bei denFernöahnen als reckt gut
bezeichnen. Taö geht schon daraus
hervor, daß dic meisten Zwifrigkeiten
aus Veranlassung der Regierung
durch gegenseitiges Entgegenkommen
geschlichtet wurden. Tas ist in der
Tat ja auch die beste Art der Erledi.
gung. Entscheidungen durch Schieds
gerichte werden für die eine oder an
dere Partei immer etwas von Macht
sprächen an sich haben.
Ol. I. Sreik Ztg.)
Zwischen ehrlicher K r i
tik und dem Schimpfen von Fisch'
wcibcrn ist aber ein himmclwcitcr llw
tcrichicd.
A n dcr italienischen
Front" in Tctroit hat heute morgen
zur Abwechslung der Feind" eine
Bombenexplosion veranstaltet.
Tas
Polizeidcparte.
ment
kurz
ist jeyt nur um 37 Mann
Unter dem trockenen" Sn-
ttem sollten wir sie leicht entbehren
können.
Günstige E r n t c a u 5 f i ch -ten
herrschen, aber trotzdem wird es
ratsam sein, im Hinterhos nach den
Radieschen, dem Salat und den To
maten zu sehen.
Ein Wetterprophet Hot
einen nassen Monat Mai in Aussicht
gestellt. Ob der gute Mann wohl von
den im Staate Michigan herrschenden
Verhältnissen gehört hat?
Ter nioderne Tetroiter
Straßenräuber bedient sich nicht mehr
der altgewohnten Forderung Geld
oder das Leben",' sondern Snavs
oder ich kann nicht länger leben."
Amerikanische Bürger
deutscher Abstammung haben viele
Millionen wert Bonds der dritten
Freibeitsanleibe gekauft. Aber ge
wisse Blätter werden nach wie vor ih
r Hetze gegen sie fortsetzen.
Japanische riegsgkwinne.
So fern das Land der aufgehenden
Sonne auch den kriegerischen Ereig
nissen unserer Tage liegt, so hat Ja
pan doch auch seine Kriegsgewinncr.
Tort heißen die Leute, denen es ver
gönnt war. dic Konjunktur auszu
nützen und ihr Schäfchen ins Trockene
zu bringen. ...Karikin", was ungefähr
den Ausdruck die neuen Reichen"
entspricht. Sie fanden sich namentlich
in den Reiben der Hauptattionäre
großer Unternehmungen: -so verteilt
die ..Nipvon ?)usen Stoisch", die be-
Mzisfahrtsreedereien, die ihre glän
deutendste der gut wndiertn Dampf
zend ausgestatteten Schisse u. a. zwi
schen Japan und der amerikanischen
Wesitüne fahren läßt, dieses Jahr
eine Tividende von nicht weniger als
70 Prozent. Tas ist nur ein Bei
sviel. Bei einer großen Anzahl an-
I derer Schiffahrtsgesellschaften, aber
ebenw bei zahlreichen Industriebetrie
den und Handelsunternehmungen
sind die Dividenden und Gewinne
ebenfalls riesengroß. Tas Reichwer
den eines aniehhlichen Teiles des
Volkes, ohne daß dieses Volk etwas
von de mElend und dem Jammer des
Kriege? selbst zu -spüren bekommt,
icheint ganz besonders gefährliche
Exemplare von Siriegsgewinnern ge
schaffen zu haben. Tas japanische
Parlamentsmitglied Krnnazo Kueva-
da. ein als lebr ..gemäßigt" aesckil-!
derter Staatsmann, erhob jüngst
ivarnend seine Stimme, um sein Volk
aus die großen Gefahren einer ver
schwenderischcn. alle durch Gesetz und
Sitte gezogenenTämme durchbrechen -
den .Lebensweise aufmerksam' zu ma
chen. Eine mit besonderem Nachdruck
vorgetragene Stelle seiner Rede lau
tete: Tie Anmaßungen und die ruch
losen Geldverschlenderungcn dieser
Leute (der neuen Reichen") finden
bei verständigen Leuten nur Mißbil
Zigung und Verachtung: ohne Zweifel
übt ihr Wesen und Betragen auf die
Gefühle und Sitten des Volkes einen
sehr -schädlichen Einfluß aus, denn cs
gibt Toren genug, die sich dadurch zu
einer ebenso unsinnigen Lebensfüh
rung verleiten lassen." Tiese scharfen
Kricgsnackklängc sollten in jedem
Lande des Erdballs Beachtung sin
den. Auch in den Gärten des Suff,
ragettetums sollen gelegentlich ver
botene Früchte wachsen, aber als Pa
'j radies wird man sie deshalb schwer-
"UAQLiLWeMMt,
$cnn. Pageoorn prcitgi Beruunsl
Eine hochiiüeressante Antwort auf
die Angriffe, deren Opfer Professor
jKuno Francke geworden in, hat jetzt
Herr Hermann Hagedorn, dessen Buch
Where Tu ?)ou Stand?" die Kuno
Francke - Kontroverse hervorgerufen
hat. veröffentlicht.
Herr Hagedorn nimmt Professor
.Kuno Francke warm in Schutz. Aber
das interessanteste an seiner Antwort
ist nicht die persönliche Verteidigung I
des Herrn Professors, sondern etwa
weit wichtigeres, ein konstruktives,
treffliches Programm, wie unser
großes und schönes Land in dieser
Krisis wieder ganz einig und brü
derlich werden könnte.
Auf die gegenseitigen Irrtiuuer
die von den Teutsch-Ameritanem
und ihren eifrigen Widersachern un
ter ihren Mitbürgern, gemacht wor.
den sind, weist Herr Hagedorn wie
derum in klarer und einleuchtender
Weise hin. Und dann wirst er dic
Frage aus: Wie kann das große
deutsch - amerikanische Element, das
jetzt gewiß mehr oder weniger das
Gefühl von Fremden in der schönen
und stets geliebten Heimat seiner
Wahl besitzt, wieder mit Leib und
Seele für Amerika gewonnen wer
den? Wie kann man unsere junge
Nation wieder einen und verbrü
dern, daß auch nicht die Spur von
Mißtrauen auf der einen und Gc
kränktfcin auf dcr andern Seite zu
rückbleibt?
Er führt u. a. aus:
Es gibt die Schätzungen
-schwanken so und so viele Million
neu Amerikaner von jüngstem, deut
schein Ursprung, dic jctzt in den Ver
einigten Staaten leben. Tiefe Mil
lionen haben sich in der Vergangen
heit als ausgezeichnete, anständige,
ehrliche und fleißige Bürger crwie
sen. Tic Tatsache, daß sic jetzt in
üblcr Lage sind, ist weniger auf einen
Ausbruch von plötzlicher Schlechtig
seit zurückzuführen, als auf die tö-
richten Führer, die sie hatten."
Tann schildert Herr Hagedorn
das Tilemma der Teutsch-Anierika
uer, die von den Politikern beute uzn
schmeichelt und morgen getadelt, die
heute gelobt und morgen verdammt
worden seien, bis sie gar nicht n?chr
N'ußtcn, wie sie dran waren. Und -so
wurden denn auch sicher viele, na
mentlick auch durch wirtliche - oder
vermeintliche Kränkungen, die ihnen
widerfahren waren, ihrem Heimat
lande entfremdet und zu einem ge
wissen Teil wenigstens fast für
Teutschland, das sie doch verlassen
und iast vergessen hatten, wieder gc
Wonnen.
So liegen die Tinge. nach Herrn
Hagedorns Meinung. Und schlimme
Möglichkeiten eines ewigen Rassen
kamvses liegen in diesen beklagens
werten Verhältnissen.
Wie kann man diese Gefahr ab
wenden? So fragt Her? Hagedorn.
Nickt mit Gehässigkeit! Nickt nüt
Schinähungen. Nicht mit Lnnch-Ge-setzen!
Und Hegcdorn fährt fort:
..Nur wenn beide Seiten die Ge
rechtigteitsliebc zcigcn. dcrcn sich die
Amerikaner immer rühmen, kann
dieser Gefahr begegnet werden. Tie
große Menge der Amerikaner deut
scher Abkunft ist absolut loyal. Sic
wissen, daß Amerika ihre Heimat ist,
ibrc einzige mögliche Heimat fürder
kin. Viele fühlen, daß sie auf irgend
eine Art während der vergangenen
drei Jahre auf falschen Bahnen ge-
wandelt sind. Sic wollen zur rechten
11'u.imil, mi'. iv; u'I'ulu ni!i uuu , v .. -i
Bahn zurückkehren. Sie wollen füh- worden , . Tic Tätiget ,n
s.., sr .. v . rt0l,:rn Mainz, UN Verein nut einem kunnle
le.i. dan ne auchdazu geho en m , . begabten Mann
In dieser Sinnesart liegt die
j große Gelegenheit für dic übrigen
Amerikaner. Ter Teutich-Amerila-
ner kann ganz und gar wiederge
wonnen werden, wenn ihn
ren Amerikaner ihr vo
trauen ausdrucken, sollen oic an-
deren Amerikaner deutsche Geheim
agenten ausrotten? Niemand ver
langt mehr danach, als die Teutsch
Amerikaner, die wissen, daß dic Un
taten jedes deutschen Agenten ihre
Lage schmieriger machten. Wollen dic
anderen Amerikaner habcn. daß allc
Männer und Frauen sür dic Libertp
Loaii - Koniites und die Rote Kreuz
StomiteS il. f. w. arbeiten? Tic Majo
rität der Teutsch Amerikaner wartet
sehnlichst aus eine Gelegenheit, Schul
ter an Schulter mit ihren Mitbür
gern zu wirken! Sie wollen nicht,
daß n:an sic fühlen läßt, daß sie
außerhalb der Gemeinschaft stehen.
Und nun gibtes einen unfehl-
! baren Weg, dic Teutsch-Amcrikaner
in wirkliche Amerikaner zu verwan
deln. Und der ist. sie als solche zu
behandeln, bis sic das Gegenteil bc-
! wiesen haben
Tas amerikanische Volt kann es
sich nicht erlauben, das; eine neue Ras
senfragc wie ein Slrebs heranwuchcrt
und das nationolc Lcbcn schwächt und
verdirbt. Es kann sich nicht crlau
den, ein Urteil durch leichtfertige Ver
allgcmcincrungcn trüben zu lasscn,
hysterisch zu wcrdcn. und wcil cs den
Feind seines Landes haßt, Mitbürger
zu teeeren und zu federn, dcrcn ein
zigcs Verbrechen darin besteht, daß
sie die grundsätzlichen Fragen nicht
verstehen.
Wir dürfen nickt schmähen. Wir
müssen bclchrLn. Wir müssen Missio
näre in dic dunkelst? Wildnis dcs
Pro-Teutschtums schicken, das ja im
mcr noch existiert. Wir müssen Män
ner mit fühlenden Hcrzcn senden, um
mit dcn Leuten zu argumentieren,
nicht Leute mit Masken und mit
Lynchgelüsten. I'cdcr Tcutsch-Amcri-
planer, der io-sewonnen wud Kr un
Zeit!
'scre große Sache, wird mit dcr Z
zwanzig andcre überzeugen.
Kommt, laßt uns Vernunft reden
miteinander!
Wir Amerikaner rühmen uns.
daß unsere Institutionen in erster Li
nie nicht auf Physische Gewalt gc
gründet sind, sondern auf Vernunft.
Gewalt wird niemals dic Teutsch
Amcrikaner überzeugen. Wir haben
die Wahrheit, das Reckt und die Gc-
rechtigkeit aus unserer Seite. Alles
was nötig erscheint, ist, unsere Sacke
oen eutich-Amerltanern liar uno
sympathisch vorzulegen, und sie wer
den unser -sein, mit Herz und Scclc
und Gemüt.
Tic Rcgierung sann diese Arbeit
nickt verrichten. Nur Privatpersonen
können das, vielleicht nur Männer
und Frauen, dic selbst deutschen Ur
sprungs sind, dic selbst mehr oder
weniger in ihren Herzen gelitten ha
bcn, wie viclc Teutsch - Amerikaner
heute noch leiden. Es in eine Sache,
für die Amerikaner deutschen Ur
svrungs. die hier Glück und Wohl
stand gefunden haben, gerne Tau
sende opscrn -sollten. Viel steht auf
dem Spiele. Tie Einheit unseres
Volkes steht auf dem Spiclc, dcr
künftige Friede und dic Zufrieden
keit der Kinder dieser Teutsch-Ameri-fancr
stehen auf dem Spiclc.
Gccint bcftchcn wir, geteilt fallen
wir. Unsere Soldaten fämpsen für
unsere Freiheit in Frankreich und
Flandern. Unsere Pflicht ist es, mit
jedem Atom unseres Herzens und
Gemütes und Geistes für Harmonie
zu arbeiten und sür Einheit zuhause.
so daß. wenn wir endlich unseren
Schlag führen, dieser Schlag sicher
und scharf und entscheidend in."
(Westl. Post.)
Aus Gutrnbcrgs Lcbcn.
- Vor 450 Jahren, am 14. Februar
140S, ist Johann Gutenberg in Elt
villc gestorben. Als Sproß cincs-dor-tigen
Patriziergeschlechtes, der Gens
fleisch, war er im letzten Jahrzehnt
des 14. Jahrhunderts geboren. Sein
Vater. Friele Gensfleisch, bekleidete
das Amt eines städtischen Rechen
meiskers. Gutenbergs Mutter war
eine Tochter des Werner Wnrich, der
nach seinem Gutshof 'den Beinamen
zum Gutenberg" führte, so daß sich
späterhin der Erfinder mit Recht Io
bannes Gensfleisch genannt Guten
berg oder kurz Johannes Gutenberg
nennen konnte. Tie Teilnahme an
einem Aufstand gegen den Adel
zwang Gutenberg im Jahre 1421.
feine Vaterstand Mainz zu verlassen.
Ueber die folgenden Jahre seines Le
ben? liegt Tunkel gebreitet. Erst
1435 taucht' er wieder und zwar in
Straßburg auf, wo er mancherlei Ar
Veiten obliegt, wie dem Edelstein
schleifen und Spiegelmachen. Ta
neben widmet er sich bereits geheimen
Künsten, zu denen vor allem auch die
Versuche geborten, die letzten Endes
zur Erfindung der Buchdruckerkunsk
führten. Nach zehnjährigem Aufent
halt in Straßburg kehrte er in seine
Vaterstadt zurück, sicherlich schon da
nials von der Absicht beseelt. Bücher
zu drucken.
Um diese Zeit haben wir Guten
bergs Erfindung einer mechanischen
Vervielfältigung zum Drucken ver
wcndbarcr, beweglicher Buchstaben
anzusetzen. Tas erste von den zahl
reichen Erzeugnissen aus Gutenbergs
Truckerwerkstatt ist böckstwahrschein
lich ein Kalender sür das Iabr 1448,
der demnach bereits 1447 gedruckt
wie Peter Schöffer führte Gutenberg
bald zu einer weueren bedeutiamen
Erfindung, iiämlich der Erfindung
nmoirgi- n Druckpresse zur mechanischen Her
yic . i stclluna der Abzüge. Bereits 4452
l. cr sind einige Werfe mit der neuen
Pre'ne hergestellt. Größere Ziele
lacken jetzt Gutenberg. Er begini t
den Truck der 42zeiligen Bibel, sür
den Gutenberg ein neues Alphabet
schasst, und beendet ihn im Jahre
1454. Weiter folgen Meisterwerke,
wie der Truck eines lithurgischen
Psalteriums und dann setzen die Vor
arbeiten für Gutenbergs Glanzlei
fluna. das Psalterium vom Iabre
1457, ein. Leider war dem Meister
dessen Vollendung nicht beschieden.
Turch einen Zwist und eine daran
anschließende Silage verlor Gutenberg
seine Truckerei an Fusi und Schöffer.
Zwar erhielt Gutenberg nunmehr
Geldunterstützungen von dem Main
zer Tottor .Konrad Humern. aber es
ist nicht erwiesen, ob und was Guten
berg noch unter den neuen Verhält
nissen geschaffen hat. Turch dic schwe
ren politischen Wirren, dic im'Iahrc
14ti2 Mainz heimsuchten, wurde auch
Gutenberg von Sorgen befallen.
Aber seinem Lebensabend erstand ein
Beschützer in dem Erzbischof von
Mainz, dcrGmcnbcrg zu seinem Hof
dienstmannc machte. Ticse Ehre, die
nur dcn Angehörigen Mainzer Pa
triziergeschlechter zuteil wurde, ver
setzte Gutenberg in die Lage, sich aus
schließlich vor dcm Kurfürsten zu vcr
antworten, so daß ihm kein anderes
geistliches oder weltliches Gericht et
was anhaben durfte. So war Guten
berg vor dcr Verfolgung durch seine
Gläubiger geschützt: außerdem spen
dcte ihm der Erzbischof alljährlich ein
Kleid, 20 Maltcr Korn und 2 Fudcr
Wein. Ta der Kurfürft Erzbischof
seit der Plünderung von Mainz in
dem nabegelegenen Eltvillc residierte,
war auch Gutenberg dorthin überge
siedelt. Im Jahre 1108 ist er dort
verstorben.
VcwilderkcSiillstierc
Hunde und Laben erden oft wieder
zu Naubtieren.
Unsere vierbeinigen Hausgenossen
Hund und Katze stammen vcn Raub
tieren ab, und daß in Diesen völlig
zahm gewordenen Haustieren die
Raubtierinftinkte ihrer Ahnen sehr
leicht wieder aufleben, ist ein.- Tat
fache, die erst in jüngster Zeit mehr
fach festgestellt worden ist. Verwil
derte Hunde findet man in ganzen
Ruöeln, oft bis zu fünfzehn Stuck,
hauptsächlich in den ungarischen und
südrussifchen Steppen. Sie find dem
Wilde und den Herden nicht weniger
gefährlich als Wölfe, mit denen sie
stch häufig paren. In den kleinen
Dörfern und Gehöften der endlosen
Steppen kümmert sich der Bauer so
gut wie gar nicht um feinen vierbei
nigen Wachter und läßt ihn ungehin
dert überall umherstreifen. Hat der
Hund dann erst einigemal ein Stück
Wild zu Tode gehetzt und das warme
Blut feines Opfers geschmeckt, so
kehrt er immer seltner zu feinem
Herrn zurück, schließt sich bald mit
anderen Artgenossen zu Rudeln zu
sammcn und wird in kurzem zum
Schrecken der ganzen Gegend. Die
Blutgier. Wildheit und Angriffslust
derartiger Hunde soll fogar noch grö
ßer sein als die der Wölfe. So wur
de der ungarische Magnat Baron v.
Szeszöny in dem strengen Winter
1908 bei der Rückkehr im der Jagd
in der Dunkelheit von einem Rudel
angefallen, von dem er sich nur durch
schleuniges Erklettern einer Buche
retten tonnte. Die Schüsse auf die
Bestien gingen bei dem unsicheren
Licht sämtlich fehl, hatten aber doch
den Erfolg, daß zwei Waldhüter zu
seiner Hilfe herbeieilten und mit ihren
Büchsen vier von den Angreifern zur
Strecke brachten. Bon den getöteten
Tieren waren zwei Bastarde von
Hund und Wolf, die beiden anderen
verwilderte Hunde.
Daß auch Hauskatzen sehr leicht zu
gefährlichem Raubzeug werden lön
nen, berichtet ein kurländischer, in der
Nähe von Schawly begüteter Land
edelmann, der seine zu biefem Thema
gesammelten Erfahrungen folgender
maßen schildert: .Auf feinem Gute
hielt ich stets zur Abwehr der Mäuse
und Rattenplage mehrere 5!atzen. Un
ter diesen befand sich auch ein Pär
chen, das mit einer bei Katzen sonst
nicht üblichen Treue aneinanoer hing,
aus einem Napfe fraß unö meist auch
gemeinsam die Mäusejazd aus den
Kornböden betrieb. Die beiden Tiere
waren grau gefärbt und der Kater
ein selten kräftiges, schönes Eremplar
seiner .Gattung. Zu meinem Bebau
ern stellte ich eines Tag s jedoch fest,
daß die beiden Katzen ihre Jagdlei
denschaft nicht nur durch Bertiigen
von Mäusen und Ratten zu befrie
digen suchten, fondern ihre Streif
züge auch auf die Felder und die zu
meinem Besitz gehörendeil weiten.
zum Teil undurchdringlichen Forsten
ausdehnten, wobei sie dann oft wo
chenlang von Hause Zernbileben.
Nachdem ich verschiedentlich beobach
tet hatte, wie ihnen bei diesen Strei
fereien Junghasen und junge Fasa-
nen zum Opfer gefallen waren, woll
te ich die gefährlichen Räuber beseiti
gen und verständigte meinen Förster,
daß er sie bei Gelegenheit erschießen
sollte. Auf dem Gutshrfe hatte das
Katzenpaar sich nämlich in letzter Zeit
nicht, mehr blicken lassen. Eines Ta
ges meldete mir dann der Jagdhü
ter. daß er die Tiere im Feloe ange
troffen und eines von ihnen durch
eine Sckrotladung krank geschossen
habe. Bon dem Augenblick an wa
ren die Katzen spurlos verschwunden.
Erst im folgenden Winter fanden wir
bei Neuschnee in einer Waldlichtung
ihre deutlich ausgeprägte jährte. Die
Tiere waren nebeneinander gehend
über die Blöße gewechselt, und aus
den Spurm war deutlich zu erken
nen, daß eines von ihnen den linken
Hinterlauf etwas nachschleppen ließ
fraglos die Folgen des damaligen
Schrotschusses. Wir gaben uns die
größte Mühe, die für den Wildbestand
recht unangenehmen Gäste auszuspü
ren, mußten aber bald von der weite
ren Verfolgung abstelln, da die
Tiere sich in eine auch für unsere
Hunde völlig unzugängliche dichtbe
wachsene Schlucht zurückgezogen hat
ten. Auch wiederholtes Pirschen in
den nächsten Wochen brachte uns kei
nen Erfolg ein. Das Räuberpaar
schien gemerkt zu haben, daß ihm
nachgestellt wurde, und war anfchei-
! ntr.d in ein fremdes Revier überge-
wechselt
Wieder vergingen Monate. Dann
erzählte mir gelegentlich ein Guis
nachvat, daß seine Fasauenbrstände
in letzter Zeit viel durch Wildkatzen,
die sonst in unserer Gegend kaum
noch vorkommen, zu leiden hätten.
Sofort fielen mir die beiden Aus
reißer ein. Um ihrem schädlichen
Treiben ein Ende zu machen, verab
redeten wir mit einigen andere Be
kannten von den umliegenden Gü
tern eine große Treibjagd. Aber
trotzdem wir gegen zweihundert Trei
ber und achtundzwanziz Schützen auf
gebracht hatten und die Waldparzel
len, in denen das Katzenpaar zumeist
bemerkt worden war. mit aller Sorg
fält abgesucht wurden, erreichten wir
nichts.
Erst in dem überaus strengen
Winter 1909 fanden einige tneinee
Arbeiter in einem Torfdruch ein Reh.
das von Raubzeug angefressen war.
Tie nähere Belichtung , ergab, daß
zweifellos die oerwillerten Kazen
das Reh angeffrunaeu und niedere-
rissen hatten. Denn auf seinem
Rucken bemerkten wir deutlich tiefe
Krallenfpuren, uns die ütblt zeigte
Bißwunden, die von Füchsen oder
Wölfen nicht herrühren konnten.
Wie schnell Haustiere vollständig
verwildern und nicht nur die Ge
wohnheiten ihrer wilden Stammvet
lern wieder annehmen, sondern auch
die Farbe ihres Pelzes wechseln und
in ihrer ganzen Bauart kräftiger wer
den. sahen wir 'deutlich an dieseu
vier Katzen, von denen das mir ent
wichen Pärchen unzefähr dreieinhalb
Jahre lang in der Freiheit sich selbst
überlassen gewesen war. Ihr vorher
an einigen Stellen ganz hellgraues
Fell war vollständig dunkel, ja fast
schwarz und sehr dicht und langhaa
rig geworden, und dieselbe Färbung
zeigten auch ihre äußerst kräftig
entwickelten Nachkömmlinge. Die
Krallen, bei den Hauskatzen fönst n
delfcharf. waren mehr abgestumpft,
dafür aber breiter und länger gewor
den. Die Tiere hatten auch wohl
das Bemerkenswerteste bereits den
tvvifcken scharfen Raubtieraeruch ih
rer wild lebenden Verwandten ange
nommen."
Teure Bibeln.
Die drei kostbarsten Bibeln befin
den sich im Britischen Museum in
London, in der Natural Bibliothek
in Paris und im Kloster Belem bei
Lissabon. Die erstere ist ein Manu
skrivt, das von Alcuin und feinen
Schülern geschrieben uno Karl dem '
Großen an feinem Krönungstage im
Jahre 800 überreicht wurde. In den
dreißiger Jahren des letzten Jayrhun
dcrts gehörte diese Bibel einem Pri
vatier m Basel, der sie dcr französi
schen Regierung für 42.000 Francs
anbot. Schließlich wurde sie für den
verhältnismäßig geringen Preis von
750 Pfund Sterling verkauft. . In
feiner zierlicher Schrift geschrieben, ist
die Bibel überreich an prächtigen Big
netten und Arabesken. Die Kapitel
Überschriften sowie der Name Jesu
sind überall mit Goldbuchstaben aus
geführt. Eine acht Zoll hohe Ma
juskel. von Silber umgeben, hält
an einer Stelle ein Kreuz, woran eine
Lampe hängt, die zur Hälfte mi hel
ligem Oe: gefüllt ist. Än einer anderen
Stelle sind die Figuren Moses uns
Aarons in der Tracht des achten Jahr
Hunderts dargestellt und nurn vermu
te. daß Moses Karl der Große. Aa
ron Alculn. bedeutete. Die Pariser
Bibel erschien 1527. war aus Besehl
des Kardinals Timinez gedruckt unö
dem Papst Leo dem Lehnten gewiome
Eins der drei aus Velinpapier gedruck
ten Eremvlare wurde 1789 einem
Engländer sür 12.000 Francs ver
kaust. Tiefes Exemplar wurde im
Jahre 1840 Louis Philippe geschenkt
und gelangte zpäter nn seine jetzige
Stelle. Die dritte. Belemer Bibel, be
steyend aus neun Foliodänden. ist auf
Pergament geschrieben. Bon Junol
1807 mitgenommen, kam sie nach Pa
ris. Madame Junot verlangte, als
Portugal die Lire! zurückkaufen woll
te, 150.000 Francs. Ludwig der
Achtzehnte gab sie indessen, nachdem sie
mehrere Tage beim portug:ejischen Ge
sandten in Paris ausgestellt war, der
portugiesischen Regierung zurück.
Des Kaisers Barbier.
Kaiser Franz Joseph II. liebte
c4, bei seinen Reisen in irgendeinem
Wagen seines Gefolges zu fahren.
So kam s, daß er eines Tages
auch in Gesellschaft eines Kammer
Herrn in Lemberg anlangte, bevor
noch dic kaiscrlichc Kutsche in Sicht
war.
Joseph ließ sich in einein Gaslhof
ein Zimmer geben und schickte sich
an, sich zu rasieren.
Als er sich zur Hälfte eingeseift
hatte, klopfte es schüchtern an der
Türe. Auf fein ermunterndes Her
ein" trat die Wirtin bei ihm ein.
Ter Kaiser feiste in aller Gemüts
ruhe die andere Gesichtshälfte cin.
und fragte die Frau nach ihrem
Bcgchr.
Tie Wirtin erzählte nun, sie ha
l3c sich gedacht, weil der Herr doch
zu dem kaiserlichen Gefolge gehöre,
könne er ihr sicherlich etwas vom
Kaüer erzählen. '
Was wünschen Sie denn zu
wissen, beispielsweise?" erkundigte
sich Joseph, indem er vorsichtig sein
Rasiermesser abzog.
Na, so zum Beispiel, waS denn
der Herr sür eine Stelle beim Kai
ser habe."
I rasier ihn bisweilen," klärte
dcr Befragte sie auf.
Kindlich. Försters HänS
ci)en (einen Hern: mit Trauerflor
um den Amr erblickend): Tu, Pa
pa. an dem sollen wohl die Raupen
nicht hochkriechen?"
I h r e A u f f a f s u n g. AI-
so Sie sind die glückliche Äultcr dcr
acht Kinder"
Momentan ja, denn sie schlafen
alle!"
Die städtische Garage,
die größte in Harrisburg. Pa., die
einen Bauplah beinahe fo groß wie
die öffentliche Bibliothek einuimmt
und zahlreiche Geschäftshäuser wur
den durch Feuer zerstört, ebenfalls
50 Automobile, wodurch ein Verlust
von 100.000 verursacht wurde.
In Philadelphia. Pa.. ist
der Makler W. E. Richards aus
Houston. Tex.. auf die Anschuldi
gung verhaftet worden, dort &J7.C0U
unterschlagen zu ljaben.
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i

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