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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, May 12, 1918, SECOND SECTION, Image 14

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Detrolter A b e n d p st. Tonntag, den 12. Mai 1918.
Tas Gift drr Cobra.
Unter den giftigen Schlangen der
2ropen ist die in Ostindien, Südchina
und auf Jasa heimisch Brillen- oder
Hutschlange, auch unter dem portugie
fischen Namen Coira di Capello be
tannt. eine der verbreitet sten und ge
fährl.chsten. Ihr Biß ist für den
Menschen oft tödtlich. und wenn man
den freilich untontrollirlxrren Anga
ben mancher Schriftsteller Glauben
schenken will, so fallen ihr allein im
englischen Indien jährlich 2000 Men
schen und mehr zum Opfer. D Wir
kung des Cobragifts auf den mensche
Wäjtn Orgcnnsinus hat Dr. Maurice
Drthus. Professor dn Physiologie
an der Univer-litöt Lausanne, unter
sucht. Zugleich bringt er ein derbes
scrtes Verfahren für die Behandlung
solcher Vergrftungsfälle in Vorschlag.
Zunächst Hot Prof. ArtSus ftstaMellt.
daß das Col?ragift, unter die Haut
gebracht, allgemeine Lähmung hervor
ruft und durch Athnvungshemmung
tödtlich wirkt. Nun kann rncn gegen
bissen Lähmungstod durch die künst-
liche Athmung ankämpfen und so die
Herzbewegungen und damit das Leben
weiter erhalten; denn fährt man lange ;
genug mit der künstlichen Athmung
fort, so gewährt man dem Organis
mus die Möglichkeit, sich von dem in
ihn eingedrungenen Gift frei zu ma
chen und feine normale Thätigkeit
wieder crufzunehmen. Aber diese Rück'
kehr in den normalen Zustand ersolgt
äußerst lrniguim. Artbus macht nun
den Vorschlag, die künstliche Athmung
durch gleichzeitige Einspritzung eines
entsprecheirden Serums zu unter
stützen. Das PJstnn-sclv Snftüitt in Sitte
bat ein (cgenaiftferum hergestellt,
das den Eintritt der Vergiftung?
erfclvinungen Kindern oder ilire Ent
Wickelung aufbalten kann,, vorausge
setzt, dab es sebr bald nach der Ver
giftung eingespritzt wird: dagegen
vermag es die von der Scklang? ge
bissenen Mensclvn oder Thiere nickt 51,
retten, wenn die Pergiftungsanzeichen
schon sckwerer Natnr sind. ?!ach Ar
tbus kann man aber ibr Auftreten in
jedem beliebige Augenblick mit dem
Serum bekämpfen, wenn man durch
die künstliche Athmung das Leben
sichert. Würde . B. ein Mensch von
einer Brillenschlange an einem Ort
gebissen, wn man kein Gegengift
scrum bat und von wo die. nächste Se
rumniederlage mehrere Stunden weit
entfernt ist, so könnte man mit der
künstlickxn Athmung das Lelvn dc
Gebissenen 4. si, 8 Stunden und noch
länger erhalten. Wenn man dann
nach so langer rist dem kranken die
Einspritzung macht, so wird man
entsprechend der verwendeten Dosis
nach 2, : oder 4 Stunden die Be
w,,'gungen und die freiwillig? ?tth
niung wieder eintreten seüen. Artbus
macht darauf aufmerksam, daß das
von ihm vorgeschlagene Verfahren
beim Vif? aller Schlangen anwendbar
ist, deren Gift lwic eben bei der Co
bra) sonst durch Lähmung d?r Ath
mungsnmskeln den Tod herbeiführt,
jedoch der Wirksamkeit des (Gegengift
serum? unterliegt. Dagegen vcrfagt
dieses bei Bissen der eigentlickzen Ct
tcr. insbesondere der europäisckxn
Arten l.Nreu.zotter. Aspis und Sand
Viper), deren Gift auf andere Weis?
tödtlich wirkt.
Vogelhospitaler.
Die Thierliebe der Frauen im
allgemeinen und ihre zärtliche Hin
Neigung zu dem kleinen, gefiederten
Volk im besonderen sind hinreichend
bekannt. So darf es kaum wunder
nehmen, daß .'ine Frau zuerst auf den
Hedanken kam. ein Sanatorium für
kranke Vögel zu errichten, das ihnen
Hilfe in allen körperlichen Nöthen und
sachgemäße Behandlung und Pfiege
gewähren sollte. DaZ erste Vogeb
Krankenhaus dieser Art wurde in
'3itm Aork gegründet, und der An
Ärang dazu war ein so großer, der
Verfall, di die Idee der opfermiuthi
gen Vogelfrenndin fand, ein so leb
'haster, daß unmitielbar darauf auch
.in Paris und London derartige In--stitute
entstanden, die ebenfalls mit
ausgezeichnetem Erfolg arbeiten. Das
englZ'che Hospital ist gleichzeitig mit
einem Boardinghaus verbunden, in
dem Vögel während der Reisezeit ih
nr Bosttzor in Pension genommen,
widerspenstige Exemplare gezähmt,
gelehrige durch dcis Beispiel be
sonders begabter Gelahrten in der
höheren Bildung unterwiesen werden.
Die Besuch szrffer der Sanatorien
schwankt zwischen 500 und 700.
Die Leitung der Vogelkrairkenhäu
ser liegt zumerst in der Hand wissen
schafUich ausgebildeter Vogelärztin
r.cn, die sich mit unendlicher Geduld
und Liebe ihren Patienten widmen
und eine ausgesprcchene Begabung im
Umgang mit dem leicht erregbaren
kleinen Volk erfunden, denn auch hie?
giebt es, gerade wie bei den Menschen,
nervöse und l'chwer zugängliche, gut
artige und renitente Kranke, deren
Natur sorgsam studirt sein will.
Interessant ist ein Gang durch solch
ein Vogelkranlenhaus auch für den
Laien, der kaum eine Ahnung davon
. bat, wie viel Fährlichkeiten das Leben
der gefiederten Sänger iedroben. Die
Käfige und Volieren, di? in dem Vo
gelhoipital die Stelle der Kranken
zimmer einnehmen, sind aufö preis
tischste eingerichiet. passen sich in ihrer
Ausstattung bis ins kleinste den Be
türfnissen des jeweiligen Inhabers
on. Fast jeder Käfig kst mit einer
automatischen Vorrichwng versehen,
KQ die, nach Vorrichtung und.Be-
darf, warme oder kalte Lust einge
führt werden ?ann. Krantenzettel sind
außen daran lefestigt, die über Na
men. Krankheit des VogelZ. über sei
nen Besitzer, die vorgeschriebene Kur
und Pflege Auskunft geben und mit
laufenden Nummern bedruckt sir
Es gibt für den Uneingeweihten
kaum ein besseres Orientirungsmittel
über die vielen Krankheiten, die sich in
der Vogelwelt breit machen, als das
Studium dieser Zettel. Da finden sich
Asthma. Rheumatismus. Neuralgie
und Dyspepsie bezeichnet. Lungenent
zündung. Schwindsucht. Herzkrank
beiten. gastrisches und typhöses Fie
'ttr, Bronchitis und Entzündungen
aller Art. ja selbst epileptische Anfälle
suchen das kleine, gefiederte Volk heim.
Zu den Krankheiten, die operative
Eingriffe erfordern, gehören Vorzugs
weife Bruchschäden, 'Delmungen und
Quetschungen, die meistens gut verhei
Jen. so daß sie keine nachtheiligen
Folgen hinterlassen. Bein- und Flü
gelbrüche werden mit Stützen und
Unterlagen aus Holzstäbchen oder Fe
'derposen behandelt, in schweren Fäl
len müssen auch wohl ewige Stiche
mit feinstem Silberdraht helfend ein
greifen, oder die verletzten Glieder
rünstlichen Ersatz findeen. Für Teh
nunqen und Zerrungen der Flügel
gilbt's besondere Hänge- oder Schwe
bebandazen. auf denen der Körper des
Patienten bequem und sicher rubt.
während die Füße durch Schlitze ge
leitet werden und sich frei bewegen
können: bei Quetschungen lautet die
ärztlicbe Verordnung für die abschlie
ßende Behandlung auf lalte Kom
pressen und EinPackungen, denen sich
die kleinen Kranken meist gutwillig
und geduldig unterziehen.
Chloroform wird im Vogelbospital
so selten als möglich angewendet: nur
wenn schwere Operationen bevorstehen,
oder der Patient besonders unruhig
ist. schreitet man zur Narkose. Im
übrigen spielen sich diese Operationen
in herkömmlicher Weise und mit der
gebotenen Vorsicht ab; der Patient
wird mit irgendeiner desinfizierenden
Flüssigkeit gewaschen. Instrumente.
Nadeln usw. sind sorafältia sterilisirr.
Während der Operation muß der Vo- j
gel von einer zweiten Person gehalten j
werden: größere oder außergewöhn-
lich aufgeregte Thiere bindet man und i
schnallt sie am Operationstisch fest. ;
Der Raum selbst ist aufs freundlichste ;
ausgestattet: man vermeidet nach !
Möglichkeit alles, was die Tbiere ;
ängstigen könnte. Ausgestopfte Voel :
aller Art sieben an den Wänden her- j
um. und zwar meistens solche mit leb-
baft gezeichnetem Gefieder; Scheren, i
Pinzetten und die sonstigen Jnstru- j
mente sind fein und zierlich kurz. ;
alles ist darauf berechnet, einen an- j
heimelnden. freundlichen Eindruck zu
machen. j
Die Heilmittel, mit denen die Vo- j
gelärztin arbeitet, unterscheiden sich ;
wenig von denen des Mensckenarztes.
nur sind die Dosen entsprechend ge- j
ringer. j
Wer hat die Zündhölzchen erfunden? !
Um die Ehre, die Heimath Homers !
zu sein, stritten Smyrna, Rhodus. j
Kolophon, Salamis, Chios, Argos
und Athen, und kaum weniger Na- !
lione. behaupten, bau der Erfinder
der Ziindhölzchen ihnen angehöre.
Thatsächlich ist der Erfinder diese
heute unentbehrlichen und hochbedeit
tenden Industrieartikels ein ungarr
scher Chemiker namens Johann Jri
nni. Er erzählt selbst nach einem
Bericht der Berl. Ztg.": ..Als ich
im Jahre 1836 die Wiener Universi
tät besuchte, war Meißner Professor
der Chemie. Eines Tages hielt er
einen Vortrag über das Hnverornd
des Plumbum und rieb das braune !
Pulver in einem Glasmörser mit
Schwefel, wobei sich der Schwefel
entzünden sollte. Als dies nicht ge
schab, fiel mir ein. daß Phosphor an
Stelle des Schwefels längst brennen
würde. Tarin bestand die Erfin
dung.- Irinni fertigte noch am sel
ben Tage die ersten Zündhölzchen an,
und da er es verschmähte, ein öfter
reickisches Privilegium zu nehmen,
überlieg er die Erfindung auf Ver
minlung eines befreundeten Mechoni
kers den: in Wien ansässigen unga
rischcn Kaufmann Stephan . Romer,
der das Privilegium nahm. Als nach
wenigen Wochen die Zündlölzchcn
sän mlf der Straße feilgeboten
wilrden und ein Freund Irinyi hier
auf auimerkfmn machte, sagte dieser:
Lassen Sie mich doch in Ruhe mit
diesen Zündhölzchen, denn würde ich
die Theorie der Chemie zu nichts an
derem ausnützen können, als zu einer
solchen Lavpalie, müßte ich mir so
fort den Hals umdrehen." Die ver
meintlickeLappalie bat sich aber form
lieb zu kulturhiskorifcher Bedeutuni.
herausgewachsen.
Wahrheit.
?ie Wahrheit unsrer Welt
Gleicht einer alten Kokette,
Weil sie uns erst gefällt
hübscher Toilette.
Bezeichnend.
Also diese anthivpe hat Herr
Greif geheirathet?" Wo verbüßt
er deirn seine Mtterwochen?"
Der Dumme lebt für die anderen,
der Gescheite für sich.
Schüttelreime.
Ich glaub', mein sonst so netter Vet
ter.
Wär etwas wen'ger fetter netter.
Bekannter Vorwurf: stö will
Ihnen ja keinen Vorwurf machen. .
zber. '
Brndcr stürzten 2V00 Fuß lief.
Die Erinnerung an ein ergreifendes
alpines Drama, schreibt der Londoner
Daily Chromcle", wird durch denTod
des Geistlichem A. S. W Foung. der
während vierzig Jahren Vikar von
5kingston an der Themile (südwestlich
von London) war, wieder aufgefrischt.
Der Vorfall trug sich im Jahre 1866.
während Z)ou':gs Studienjahren. ' zu
und wird in Mark Twains Reisebil
dein" in lebhaftesten Farben geschil
dert; die Szere war der Gipfel des
Montölanc. Die drei Brüder Aoung,
olle er.rhrene Bergkraxler. waren di:
ersten, d'e das Wagestück unternahmen
den höchsten Gipfel Europas olneFüh
rer zu erklimmen. Alle Bemühungen,
sie von ihrem Vorhaben abzubringen,
waren rrgeblich, und im Hinblick auf
die große Gefährlichkeit des Uuierneh
mens war die Hauptstraße von Cha
mois mit Zuschauern angefüllt, und
nach Fernrohren herrscht: starte Nach
frage. Gegen IlUhr tonnte man sehen,
wie die drei wie Zwerge aussehenden
Brüder sich weit oben auf der höchsten
Terasse des Großen Pl'.t:aus" befan
den und mit bemerkenswertcer Kraft
und Unternehmungslust weiterkletter
ten. Sie verschwanden dann im söge
rannten .Kocridor" und blieben wäh
rnd einer Stunde den Blicken derZu
schauer entrückt; als sie neuerdings
auftauchten, standen sie auf der hoch
sten Spitze des Montblanc. Tort ver
weilten sie einige Minuten, um die
herrliche Aussicht zu genießen, und be
gannen hierauf den Abstieg. Plötzlich
verschwanden ;'ll? drei, und ein paar
Augenblicke später tauchten sie 2000
Fuß weiter unten wieder auf. Einer
von der Gruppe war ausgeglitten, und
da sie aneinandergeseilt waren, hatten
sie lle drei den Sturz über die fast
senkrechte Abdachung des Eises mit
machen müssen. Schreckerfüllt saben die
vom Thale aus der Szene Zuschauen
den, wie zwei der Männer wieder auf
starfden und wie sie während 2j Stun
den über den auf der Erde liegenden
und anscheinend regungslosen Körper
des dritten gebeugt waren. Schließlich
begannen die beiden, von denen der ei
ne allerdings große Mühe beim Geben
hatte, den beschwerlichen Abstieg, wäö
rend sie die Leiche ihres Bruders zu
rückließen.Es wurde dunkel, ehe sie den
Korridor" erreichten, und sie mußten
noch zu den Grands MuletS" (der
Felsinsel der B.zssonsglet'icher) hinun
tergeben, wollten sie einen sich?renHal
teplcch haben. 5? war ein lanzer müb
seliger Marsch, doch es gelang ihnen,
ihr Ziel heil ;,u erreichen Auch dann
vermochte der 'ürchterliche Schreck, den
ihre Nerven ausgehalten noch immer
nicht ihre Kaltblütigkeit und ihren
Muth zu überwinden, denn sie setzten
ibren Weg die gefährlichen Gletscher
dächer hinunter von der Dämmerunz
ab bis um 2 v)er ZUhr früh fort. Eine
von ChamoiS ufgebrocht'ne RctwngZ
erpedition Holle die Leiche des getöte
ten Bruders in Thal: diese trug keine
Spuren von Queöschungen, und die
Untersuchung enpb, daß das Genick
gebrochen war. Im Hinblick auf die
Höhe des Sturzes muß es als auffal
lend erscheinen, daß die beiden andern
Brüder mit unwesentlicken Verletzun
gen davonkam.
Mit vereinten Kräften.
Madame: Auf eins muß ich
Sie noch aufmerkfam machen, bevor
ich Sie engagiere. . . mein Mann
kann sebr grob werden!"
Köchin: Aber, gnädige Zrau. wir
find ja zu zweit!"
Gewissenhaft.
Prosessor: Ich habe gestern zu
Müller gesagt, er soll nicht so kops
los daherreden. Bei reiflichem Räch
denken ist mir eingefallen, daß ein
Mcnisch ohne Kopf überhaupt nicht
reden kann. Ich nehme atso die Aeuße
rung zurück."
Triftiger Grund.
Anwalt: ...Ja, wenn die Ver
Hältnisse so liegen, Frau, dann ist'S
am besten, Sie klagen auf Scbeidlmg
von Tisch und Bett."
Klägerin: dös werd balt net
gch'n!"
Anwalt: So? Warum denn
nicht?"
Klägerin: Weil ma d' Möbel auf
Abzahlung bab'n."
Zurückgegeben.
Chef: Sie sehen doch, daß man
7chnen keine Arbeit anvertrauen kann.
Gebe ich hnen einmal eine schwere
Arbeit, gleich steht der Ochse am
Berge."
Clerk: Ich bin kein Berg."
Fataler Doppelsinn.
Du kennst doch den Kaufmann Nep
per i" t
Natürlich: er ist einer der tüchtig,
sten Kaufleute, die ich kenne."
3st denn sein GescküftSumsatz so
bedeutend?"
Ohne Zweifel! Mon sagt, er b e
trüge täglich Tausende !"
Nur Beruf.
Rickter: Herr Profeiwr, können
Sie mir den Mann beschreiben, der
damals ,zwei Monate in lirer Klin?!
gelegen hat und overiert wurde?"
Zeuge: ..Ja, aber nur... inner
I,ch!"
Unschuld vom Lande.
Hausherr (zum neuen Mädchen):
Auguste, geben Sie mir meinen
Frack!" IS d:t der Rock, wo vor.
ne nischt izt"
Kriegswucher in Deutschland.
Die Züricher Post" bringt nachste
henden bemertenswerthen Artikel:
In Teutschland ist die Oeffcntlich
teit durch die Enthüllungen über den
5!riegswucher bei der Daimler-Moto-rengesellschaft
Stuttgart stark aufge-
regt worden. Die Enthüllungen erfolg- j
ien im Hauptaueschuß des deutschen
Reichstags. Es handelt sich bei den j
Daimlerwerken nichtnur um ein:skan- ,
dalöse Bewucherung der Heeresvrwal ;
tung, wobei also auf Kosten der Allge
meinheit exorbitante Gewinne gemacht -wurden,
sondern es drohte die Gesell. 1
lschaft sogar mit derEinschränkung des
Betriebes, sofern ihrenPreissorderun
gen nicht entsprochen werde. Es liegt
auf der Hand, daß durch die Ausfüh
rung einer solchen Drohung eine Ein
schränkung der Kriegsmaterialbesclif
fung herbeigeführt würde ganz be
sonders wenn eine solche Praxis auch
jl-ei andern Unternehmen Nachahmer
j sende der tn Deutschland entstan
: dene Sturm der Entrüstung über das
Vorgehen der Verwaltung bei den
Daimlerwerken ist d.her verständlich.
Der Fall rft deshalb besonders in
teressant, weil die Taimlerwerke zu
j den größten und leistungsfähigsten
' Betrieben der Motorindustrie gehören.
I Die Gewinne dieses Unternehmens
waren schon in lrmalen Jahren der-
1 oxt, daß sie ein? gute Verzinsung des :
1 Aktienkapitals gcstatteten.SeitKriegs ;
' anbruch schnclten sie aber derart iil ,
die Höhe, daß die Verwaltung Mühe j
j hatte, sie zu verbergen. Sie griff zu ;
! dem beliebten und auch anderswo oft
i praktizirten Mittel, durch Vervielfa- !
! chung des Aktienkapitals das letztere j
zu verwässern und gleichzeitig darauf j
: bedacht zu sein, auch auf das erhöhte
! Aktienkapital die gleichen Dividenden ,
! auszurichten. Die deutsche Handels- !
j presse erwähnt, daß sie Jahr für Jahr !
- auf die ungenügende und undurchsich- !
tige Bilanz - Ausweise aufmerk- i
fam gemacht habe. die dem
; Aktionär nicht einmal rinen
: nur nothdürftigen Einblick in die ;
', Verhältnisse des Unternehmens ge-:
stattet hätten. Die Taimlerwerke sind ;
ein typischer Fall der stillen Rücklagen.
Solange sich diese innerhalb gewisser
Grenzen bewegen, ist gegen solch.' na
türlich nichts einzuwenden und es ste
hen dieser Maßnahme weder dasGö'etz
noch di: allgemeine Praxis entgegen,
zc. man hält die Schaffung stiller Re
serven wohl überall für ein Gebot der
Vorsicht und Klugheit. Auch kann da
gegen kaum etwas eingewendet w:r
den. wenn zum Beispiel in Kriegsjah
ren Neuaufw.'dunzen. deren Rendite
in späteren Zeiten unsicher ist, aus den
Kriegsgeninnen vollständig abgeschri:
ben werden. Aber es ist klar, daß die
Kontrolle um so 'schwieriger wird, je
umfangreicher diese stillen Verbuchun
gen und Reserven werden. Die Mün
ckener Neuestn Nachrichten" remerken
ganz richtig, daß bei den Dimlerwer
k:n stch hinter den Kulissen jeweilen
eine Bilanzirunz abspiele, der gegen
über die sichtbaren Ziffern derJahres
bilanz nur eine Schaufensterdekorati
cn bilden. So hätten die Daimlerwer
ke die in einem Posten zusammenge
worfcnen Grundstücke. Gebäude. Ma
schinen. Einrichtungen und Patente,
die einen We'lh von vielen Millionen
darstellen, in der Bilanz von 1913 mit
nur 6 Millionen angeführt, um sie im
solgcnden Jahre aus eine Million ab
zuschreiben. Ganz ischwerer Art ist der gegen die
Daimlergesellschaft erhobene Vorwurf,
daß diese an Hand gefälschter Kalku
lationen die Heeresverwaltung ge
täuscht hae. um von ihr eine weitere
Erhöhung der Verkaufspreise zu er
langen. Das hat nun offenbar dazu
geführt, daß gemäß den neuesten Be
richten die Leitung des Unternehmens
unter militäriicheAufsicht gestellt wor
den ist. Wie weit ein Theil der gemach
ten Gewinne von der Heeresvert?al
tung zurückgefordert werden kann.
Zvird die Untersuchung zeigen. Für die
übrigeRijstungsindustrie wird die Fol
ge die sein, daß auch dert die Preis
grundlagen und Lieferungsbcdingun
gen einer scharfen Nachprüfung unter
zogen werden. Au. die Frankfurter
Zeitung" stellt sich auf den Stand
Punkt, daß 's w2schmswerth sei,
wenn die LberbohenKriegsgewinne und
die maßlosePreismackerei bei manchen
Gesellschaften herabgedrückt werde,
schon im Interesse einer schärferen
steuerlichen Erfassung der Kriegsge
winne. Damit ist nun nickt gesagt, daß
die ganze deutsche Rüstungsindustrie
sich ähnlicher Vergehen schuldig ge-
macht habe.auch darf andererseitZ kon
slatirt werden, daß Deuiiichland der
Initiative der PrivatindustrieEuropas
?u verdanken hat. Denn die rasche Um
stellung der !ndustriell-n Betriebe auf
die Kriegs wirthschüft lräre d?m Staat
ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß es
nun in Deutschland zu der vollständi
gen Militarisirung der Betriebslei
rungen bei den für den Heeresbedarf
arbeitenden Betrieben kommen wird.
Dem Reichstag laufen Begehren ein.
die den Reichskanzler ermächtigen sol
len, in sämmtliche für Heer und Ma
rine arbeitenden Unternehmungen die
Geschäftsbücher und Kalkulatoren
überwachen zu lassen. Auch wird die
Schaffung einer Zentralprüfungs stelle
angeregt, welche die Kalkulationen ei
ner Nachprüfung zu unterziehen hätte,
und was derartige scharf einschneiden
de MaßnohM'en noch weitere sind.
Wenn der Vorgesetzte verschnupft
ist. bekommt der Untergebene eine
32afc
Ha
p vT ifttTö 's VA." Jf iQ. JLcj
M&rtnt'If riliw Pgiiil fitftrtistfct
lillllliivi iillilllllylK llv
Woche vom 13. bis 19. Mai einschl.
Attraktion
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Tcr Ertrag
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irii xLx fr v K,s i BBBtV ü;"
ZH v 1 tlll 5511 EMiiw "vV H fr sjJziv-
illl x
Nncle Sam ersucht Sk, Nahrungsmittel
für die ungens in Frankreich zu sparen
3c d c Familie in der Nalion mufz für unsere jungen da
driidcn" Nakrungomittel sparen, 'luch nur der gcringne
Bestandteil ton abrunaomilteln sollte verwendet werden,
denn wenn Verschwendung vermieden wird, werden acnügend
avrunqsmittel für Älle voruandcn icin.
halb einen ic-schrank, welcher dncn.vchilttich lein wird.
7hren ?Intc,l für liniere oldarcn m Frankreich ivarcn zu
können.
Whitc Moilntam Rcfrigemtors locrdcn ans
schließlich in unserem Laden verkauft
CiCt Whitc Monntain ist ausgc'stattct mit reuten wcifecn Steinen, die von den wohlbe
kannten weihen Bergen in Maine kommen. Wir sind in der glücklichen age, das
einzige Verkanfsrecht dieses guten Eisfchrankes für Detroit zu besitzen. Dieselben sind
nicht kostspieliger wie die gewöhnlichen Eisschränke und ersparen die Kosten durch die
gute Erkaltung der Nahrungsmittel und dem Verbranch von wenig Eis.
Spezial-Ausstellung von Ainderkutfchen
iese
2J sind
in dieser
125 -
(SßAND rüRNITÜRE Cö
Ntnck
Ins
ans
und Patriotisch
arnival
Warkoot's
wird für unsere Soldaten verwendet
aufcn ic des
Woche machen wir zur speziellen Schaustellung von Vehikels für Kinder, und
fo viele verschiedenartige Tessins vorrätig, wie sie dieselben irgendwo anders
Stadt nur sinken können. Kinderwagen jeder Facon, von dem kleinsten Sulky
bis zum größten Pullman leeper'
sind hier zu finden und speziell mar
kiert nur für diese Woche.
Was immer Sie auch für eine ?a
con von Vehikels für kleine Kinder
wünschen, Sie dürfen überzeugt sein,
die richtigen Waren hier zu erhalten
und zu mäßigem Preise. Tie Kinder
kutschen haben stählerne und Arrille
rie Räder, reversible gearö", zurück
lehnendem Hinterteil, mit Gardinen,
etc. Tie Farben kommen in franzö
fisch grau, weißes Enamel und in na
türlicher Farbe.
127 - 129 Gratiot Ave., Near Brush St.
er
Slwws
in guter Eisschrank ist kein Lurus mehr, er iit eine
?l'otwcndigkcit. Äbcr wenn 5ic einen kaufen, sollten
2e darauf achten, daß er die neuesten Verbesserungen der
Nühtung liat. Und kein Nefriacrator auf dem Markte läi;t
sich mit dem Whitc Mountain vergleichen, was pcrfclkc
üklung sowie auch bedeutende Ersparnis an Eis anl'c,
trifft.
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QTW
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ßr V '
favX '
jjjljfr-r fj
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