OCR Interpretation


Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, July 20, 1918, Image 3

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn96076572/1918-07-20/ed-1/seq-3/

What is OCR?


Thumbnail for 3

per Neichsgan!.
fl.M auS Itm kintkrland rn f Imucfirr
SduardMyaid. ,
Vom Rkichslar.d habe,. Sie schon
oft gehört, vielleicht gar von zweien?
Ich auch; aber von der Existenz eines
Reichsgauls oder sogar von Reichs
gaulen. haben Sie bisher nichts ge,
wußt? Ich ebenfalls nicht, das blieb
mir bis vor Kurzem vorbehalten, und
ich erfuhr von ihrem Dasein erst
durch einen Z?esuch im Hinterlande
von Kalmllöien. das bekanntlich noch
weiter hinten liegt als die Türkei.
" War ich da eines schönen TageS
nach einem langen Nachtritt in aller
Frühe in die größte Stadt der Pro
vinz gekommen, hatte nach einigem
Suchen den .Hotel" genannten besfe
ten Ziegenftall gefunden und mich
dort so gut oder so schlecht es eben
in solchen Hinterländern geht, häus
lich eingerichtet.
Nachdem ich meinen inneren und
Luderen Menschen ' erfrischt hatte,
sandte ich einen Mann aus. mir ein
Pferd zu suchen, um die üblichen und
in -solchen Gegenden aus mannig
fachen Gründen unerläßlichen Pflicht
und Anstandsbesuche zu machen; mei
nen Schimmel wollte ich schonen, weil
e? unterwegs einige Druckmunden be
kommen hatte. Der Diener kam nach
einiger Zeit mit einem argen Klepper
zurück, den ich erst wieder fortschicken
wollte, aber auf die Versicherung, daß
sonst nichtZ aufzutreiben märe, dabe
hielt. Die Liste der aufzusuchenden
Honoratioren war bald zusammenge
stellt: in Kalmuckien und da herum
kann man mit ziemlicher Gewißheit
ausrechnen, daß das Programm einige
Konsuln, einige Priester oder Missio
nare und einige Bankbeamte oder der
gleichen umfaßt, von denen der größte
Theil sich höchlichst wundert, daß man
sie aufgesucht hat. und daher auch den
Besuch nicht erwidert. Da es in die'
sem Hinterlande merkwürdigerweise
auch einen deutschen Konsul gab. so
senkte ich meine Schritte zunächst zu
ihm: da aber der Vertreter des
Reichsoberbauptes für einige Tage
einen Jagdausflug gemacht hatte, so
konnte ich nur meine Karte abgeben
und suchte nun seinen englischen Kol
legen . auf. . Major Palmers fast
alle britischen Konsuln in Kalmuckien
und da herum sind Armeeoffiziere
empfing mich äußerst zuvorkommend
und lud mich gleich für den folgenden
Tag zum Frühstück ein. Beim Ab
schiede geleitete er mich bis an's Hof
thor und erblickte dort den spindel
dürren, verwahrlosten Klepper, der
mich hergetragen hatte.
.Aber meinte er lächelnd, .auf
dem Tbier haben Sie doch nicht Ihre
ganze Reise gemacht?"
Ich erklärte ihm die Sache naher.
.Na. dem ist ja leicht abgeholfen.
Ich stelle Ihnen eineS von meinen
Thieren zur Verfügung, es macht mir
so wie fo Mühe, ihnen allen Bewe
gung zu verschaffen. Suchen Sie sich
bitte eines aus. nur mein Leibpferd
nicht!"
Und er führte mich zum Stall.
Ich machte keine Einwendungen, die
ja doch nicht aufrichtig gewesen wä
ren. sondern nahm das liebenswür
- dige Anerbieten an. indem ich den
' Vorbehalt machte, daß ich es blo? so
lang' benutzen werde, bis Dr. Müller
von seinem Ausflüge ,zurück fei. e?
werde wir jedenfalls eines von semen
Thieren leihen, was der Engländer
mit einem einfachen .Wie Sie wol,
len" beantwortete. Ich war kaum in
meinem Ziegenftall angekommen. a!3
ein lusiiaes Wiehern meinem Schim
mel die Ankunft eines Kameraden an
kündet-. Am folgenden Morgen ritt
ich der erhaltenen Einladung gemä'z
wieder zu der ein Stück außerhalb
der Stadt gelegenen Wohnung dei
Majors Palmers hinaus und fand
schon einige Herren vor. zwei Ban?
beamte. wovon der eine ein Englan,
der und der ar.dere ein Franzose war.
und einen katholischen Priester aus
dem Elsaß, der ein sehr jovialer Herr
schien und. wie der Konsul mir sagte,
ein Intimus seines deutschen Kolle
gen wäre.
Man ging bald zu Tische und
arbeitete sich im Schweiße seines An
gesicht? durch ein vorzügliches Menü
durch. daS. der Temperatur Rechnung
tragend, fast nur aus kalten Speisen
zusammengesetzt war und durch greifte
Getränke beiderlei Gestalt hinunter,
gespulr wurde. Die Unterhaltung
war recht lebhaft und sprang von tu
nem Gebiet auf'S andere. Da das
Hinterland von Kalmuckien äußerst
wildrelch ist. so wurde natürlich viel
von der Jagd gesprochen, der auch der
bettige Mann, wie er lächelnd ein
räumte, noch heute Morgen während
rnehrerer Stunden gefröhnt hatte.
.Wie kommt eZ. daß Sie nicht mit
Ihrem Konsul gegangen sind?" fragte
der Franzose. .Der ist doch ein gro
ße: Jäger vor dem Herrn!" Alles
kicherte leise.
.Darum, daß Dr. Müller zufällig
einmal die Küken eine Bauern für
Rebhühner angesehen hat. braucht
man nicht nothwendig zu schließen,
daß er kein guter Schütze ist." gab der
Priester mit gutmüthigem Lächeln
zurück. .Das kann mir auch passt
ren
.Na ja. Sie siid ja nun einmal
auf diesen guten Herrn Müller einge
schworen, trotz Ihrer merkwürdigen
Erfahrungen mit ihm." fuhr der
vorige Sprecher fort, der gerne mit
seinem elsässischen L.inbsmann" an
zubände! schien. .Erzählen , Si'
uns doch die Geschichte .Ihrer ersten
Bekanntschaft mit ihm noch einmal,
sie wird diesen Herrn gewiß auch in
teressiren und Ihren schönen Grund
satz. Böses mit Gutem zu vergelten.
in'i reckte Licht setzen."
fljjcieittr wandte sich zu mir:
.Dr. Müller ist ein ganz charmante.
Mensch und ein sehr tüchtiger und ge
wissenhafter Beamter obendrein. Er
hat zivar. wie wir schließlich alle,
seine kleinen Eigenheiten, ist etwas
Bureaukrat, etwas eitel, etwas selbst
herrlich, kurz, noch nicht recht abge
schliffen und wohl auch noch wenig
in der' Welt herumgekommen, so daß
er noch manche Kanten und Ecken
aus der Heimath mit sich herum
schleppt."
.Nur keine lange Schmeichelrede.
Hochwürden !" 'unterbrach der Konsul
und schenkte von Neuem ein. .Erzäh.
len Sie Ihre Geschichte!" -
.Da ist nicht vill zu erzählen.
Also vor mehreren Jahren war ich
hier auf der Durchreise noch der
Mandschurei, wo wir gewisse Jnter
essen batten. und stattete selbstver
ständlich dem Konsul einen Besuch
ab. da ich doch einige Zeit hier Sta
t:on machen mußte. Er reichte mir
sehr kühl und gemessen die Hand, als
ich mich vorstellte, und fragte: Was
wünschen Sie?", worauf ich natürlich
nur erwidern konnte, daß ich mich
auf der Durchreise befände und es
für meire Pflicht gehalttn habe, ihn
zu begrüßen. .Sehr liebenswürdig
von Ihnen! Also Sie wollen nach
Sibirien und der Ma.dsckurei? -
Wirklich interessant! Wahrhaftig
äußerst interessant! Ich war r.och
nicht dort, kann Ihnen also auch
nichts über die Leute -dort mittheilen.
Thut mir ,s?hr leid. Aber ein
Interesse ha'cen jene Länder seilst'
verständlich ja. und sie müssen
wirklich eine Reise werth sein.
Sie werden mir gewiß den Gefallen
thun und. wenn Sie auf Ihrer Rück
kehr hier wieder durchkommen, bei
mir vorsprechen und mir dann recht
viel von jenrn Menschen erzäblen?
Nicht wahr? Besten Dank! Ja.
sehr interessant, wirklich! Hat mich
sehr gefreut! Guten Morgen!"
Als das h-erauf erfolgende froh
liche Gelächter rerstummt war. fügte
der Priester hinzu:
.Ich habe diesen etwas eigenthüm
lichen Empfang, der mich damals
wirklich unangenehm berührte, dem
Konsul längst vergeben und ihn feit
dem als einen sehr ehrenwerthen und
zugänglichen Mann schätzen gelernt.
Sie werden ja dieser Tage selber
sehen worauf Major Palmers zu
setzte:
. wenn er Sie überhaupt em
pfängt. Des hängt theils von dem
Ergebniß seiner Jagd ab und theils
davon, ob Ihr Name einen guten
Klang bei ihm bat. so daß er Sie
würdig erachtet, sich in seinem Auto
graphenalbum zu verewigen. Doch
still davon, ich habe schon zuoiel ge
sagt."
Zwei Tage nachber erfuhr ich von
der Rückkehr des Dr. Müller und
ritt wiederum binaus. um ihm den
angemeldeten Besuch abzustatten. Ich
war angenehm enttäuscht, als er mich
sehr böslich emdfing und sich von mei
ner Reise erzögen liez. Als ich mich
nach etwa r er halben Stunde em
xfeblen wollte bot er mir eine Ei
garre an und sagte:
.Beiden Sie noch ein wenig, ich
möchte Ihren noch etwas zeigen.
Er ging in's Nebenzimmer und
schleppte o Schreck! zwei mach , ..Wozu d'eser Einsatz. Liebe? Ach so.
tige Bände herbei das Autogra!ich versiebe: Du bist ein bißchen stär'
phenalbum! . ker als Signe. Aker weix,t Du. daZ
.Das ist ein ganz eigenes Memoi si?bt ganz vorzüglich aus!"
renwerk, nicht wahr?" sagte Dr.! Zwar war Maria Fiellström nichtZ
Müller mit sichtbarem Stolze. .Das i weniger als gefallsüchtig, aber den
muß einmal einem Museum einver-'p fcät:r sie aer.t gewußt. p d'e
leibt werden." Und er strich liebevoll ! Hren ein ebenso gutes Gedächtnis:
über den Pergame.itband. .Nun , yjx c;, Toiletten irrer Cousin' hatten
darf ich w?hl auch auf Ihren Namen j 10;f die Freundinnen, und es wäre
rechnen? Und einige Zerlen dazu. a, -lbl Iif, sen. rornn sie es nicht q:
bitte!" , , . ! bab! bätten. Beinale war es. als dür-
a. ram rem verlangen naw uuu
erhob mich dann zur Verabschiedung.
.Ich hätte eine Bitte an Sie. Herr
Konsul." sagte ick; ich glaubt, nun.
weqr rcnm ein wzun uu, un j.i
.. . . . , s.
suuung XiUVL) UIW UUHiivuS-"..
sinnens au haben,
Dr. Müllers Züge, die bisher eine
erhabene Heiterkeit gezeigt hatten, ver
düsterten sich auffällig. .Bitte, was
wünschen Sie?" kam es etwas ab
weisend seinen Lippen.
Ich erzählte ihm kurz von dem
Mißgeschick mit meinem Pferde und
hofft?, daß er. da er einige Thiere im
Stalle stehen habe, so liebenswürdig
sein würde, mir eines für die wen!-
gen Tage meines Aufenthaltes zur
Verfügung zu stellen. Da trat der
5.... a k .;nn srftri siiruef.
ijm vvinui viv -w
u.uu.
sein Gesicht nahm den Ausdruck vol
lendetsten Beamtenbewußtseins an.
und seinen Lippen entrangen sich die
denkwürdigen Worte: .
.Ich muß Sie darauf aufmerksam
machen, daß die drei Pferde in 'mei
nem Stalle Reichspferde sind, und
daß ich kein Recht habe, sie anderen
Persönlichkeiten zur Verfügung zu
stellen als kaiserlichen' Beamten im
Dienst."
Sprach's und verschwand....
Als der Engländer mich am fol
genden Tage besuchte, fragte er:
.Nun. hat Dr. Müller Ihnen eines
seiner .Reichspferde" gepumpt? Nein?
Gut. dann behalten Sie nur da? bri
tische Konsulats pferd! Das nimmt'S
nicht so genau!"
Ein bei Scr Otis Stec!
Eo. in Elcoeland. O.. tiugestelttcr
Vormanli. nainens Billiam Sims,
wurde während der Waftit on5 der
Fabrik lieraudgerlifen und erschassen.
Die Polizei umzingelt das Haus
eines kurz vorher von Sims euilaz
jenen Negers und erichos; ciiicu
Mann, der ans einem Fenster stieg
und der Zurufe uligeachtet davonlief.
Der Getötete heißt Abraham Wein
zimer. war 22 Jzhre alt. Gn,nd
eigenti'mkagent und hatte mit der
Ermordung Sims' nicht da? ge
rinat'te zu tun.
T e t r o ! : e r Abendpost, am st ag, den 20. Juli 1918.
Es ist gut Maria".
Lk,e von Zllfrd von erterßtetna. Äuto
ifirte llcfcfr'f tjunft on Rhea etrrnberg.
Mono Fjell ström war ein sehr lie
bes und sehr anspruchsloses Mädchen,
das wohl begriff, daß ihre Auzen für
eine leuchtende Zukunstsperspektive
gar zu klein und gar zu hellgrau wa
ten, ibr Haar für die feineren Modell
hüte der Modistin in der Stadt zu
schlicht slachsfarben. und ihre Nase
von selbst sehr noch aufwärts gerich
tett war. als daß sie auch nur den ge
ringsten Versuch zuließ, hoch in der
Luft getragen zu werden.
Aber wie anspruchslos und beschei
den man auch sei: ist man Weib uns
noch dazu ein junges, so ist es doch
aznz unmöglich seine dunkellockiae
Cousine mit dem klassischen Profil all
die Herrlichkeiten anprobiren zu sehen,
die die kleine Stadt im Bereich der
Toiletten nur aufzutreiben vermag,
und womöglich mich noch den einen
oder anderen Staatsputz aus der
Hauptstadt, ohne daß aus dem Hrr
zen ein kleiner, mehr oder minder
frommer Seufzer aufsleiat,
. '7'"" ''.t1"" '.V4'9'
& mm ?? w ticfli rom mit att
ft. (to..:. ;.si:i.A. .
ihren Herrlichkeiten sich schmücken sah.
so rergaß sie doch nie. daß sie di-? ar
rr.e. nur aus Gnade und Barmherzia-
seit in dieses auf großem Fuß lebende ,
Haus aufgenommene Nichte s On
kelZ Ratsmann war. und deßöalb
seufzte sie ciuch so vorsichtig, dciß Nie-
mand eS merkte.
lleberdie- brauchte sie sich nur ein
rd?r zwei Jahre zu gedulden, bis die
feinen Sacken ein ganz klein wenr?
schäbig waren und eines Tages d'e
wohlwollende bestimmte und barmber
zi Entscheiduna von den dicken 'Lip
pen der Tante Fiellström kam:
Liebes Kind. Tu kannst das nicht
mebr trafen, aber es ist noch febr
gut für Maria I"
Und dann wurde die Nah'rin inZ
Hizus aenommen. die billige, bescbcide
r? Näherin. d;? für Tante und S'gne
lbst nur Baumwollkleider für den
?ommeraufentba!t auf dem Land,'
-äben dun:e. Und nach einisen Tazen
Tflr Maria ans ganz praktische Art
-eu gekleidet. Soaar irgendeinen ein
achrren Schmuck aus Sianes Kin
erszhren bürste sie überrebmen.
Aber da die Stadt klein war.
cicre Fjellström da? Herausfordern
-e. P:fa.t! liebte und sich mit reckt
'::t:m Geschmack in Gewänder un.
warben kleide:?, die vorir'fr'Iich
'hrem duilen Kopf und ihre? lan--en.
schlank'n Figur roßten, so v:?
"inderten dies? Umstände in n;cbi itn
'edeulkndem Grad: Marias Genup.
''ers gut gekle'be: zu gebcn. Es muß
''löst für das anspruchsloseste Mäd
chen kein Vergnügen ''ein. wenn beim
Eintritt in einen Salon die vertrau
teren Freundinnen den Arm um ihre
Hütte legen und h.ilb mitleidig, halb
glückwünschend flüstern:
.Ach. sieh mal an. Du hast nun
das schöne Gelbe bekommen!" Oder:
.Nie bätte ich gedacht, daß das alt
Roihe von Signe so gut zu Deinen
h'llen Farben vaen würde!" Od?r:
f. has ff enn die
Herre:,
schienen eine gewisie Neigung zu ba
ren, das ganze neue Fräulein Maria
j mtxnatn;
?rOT,i. fti. u.
i -isinte ss'.eui.rom oatke ein:a: be-
fcnders vertraut: H'rzens'reundin
ren. vor denen sie all das Gute, das
sie der Nicht? ihre? Mannes antoat
nicht so ängstlich v-rbergen zu müssen
glaubte. Wenn Maria zmalliz un:r
wartet dabeim in den Salon trat.
sk'N'-te es necbeb?'-. daß vt Tante
Vetto's lebhafte Erklärung hörte:
.Weiset Tu. Sianes Mantel ist für
Maria noch sehr gut!"
Nun. Maria, wie gefällt Dir Dein
r-;i;'s Kleid?" konnten dann a-ich
0 V? TT ,
re Onkel im Laut: emes Tages daS
Gnadenkind fragen.
.O. es ist reizend und paßt mir so
gut. Herzlichen ink!" war Maria's
unveränderliche Antwort.
Einst kam zum Herbste ein neuer
Hilfslehrer in die Stadt. Es war
kein gewöhnlicher Hilfrlebrer. der sich
mühsam zum Gymnasiallehrer und
Ordinarius, zu Nervosität und Pen
sion heraufarbeitet. N;in. es war ein
sogenannter Zutunftsmann". d:n
man m'den Gesellschaftskreisen der
kleinen Stadt .Dozent" nannte, weil
er die akademische Laufbahn einschla
gen wollte; er sah sehr gut aus und
hatte diese Stellung nur aus Freund
lichkeit angenommen, theils gegen sich,
da er arm war und des Einkommens
bedurft?, theils gegen den alten Rek
ior. der sein Lehrer gewesen war und
nur schwer Gehilfen nach seinem Ge
schmück fand.
Doktor Fcrnell wurde in den be
sten Familien der kleinen Stadt mit
cffenen Armen empfangen, auch bei
Rathsmann Fjellström. der dank sei
ner vielen einträglichen Vertrauens
posien ein gutes Einkommen hatte,
ohne ein nennensmerthes Vermögen
zu besitzen. Ein Mann mit einer Zu
kunkt konnte Fräulein Signe deshalb
besonder passen, und da des Doktors
Hauptfach Aesthetik und Signe fast
tadellos sckzön war. darf man siHbei
der Jusammenmirtung oieier atto
ren kaum darüber wundern, daß
gleich nach Neujahr die Verlobung
stattfand. .In dieser Saison wurde
Signe so energisch neu ausstaffirt.
daß Maria fast gleichzeit.g Irei 5!?:i
der erbte, darunter eine besonders ele
gante Toilette zum VerlobungSsest.
.Nun. liebe Maria, wie' gefällt
Dir Dein neues Kleid", fragte Tante
Bettn beim Frühstück. Siane um 1:15
Uhr und der Onkel beim Mittagessen.
.51. herzlichen Dank! Es paßt mir
so gut und ist reizend, fast zu schön
für mich." antwortete Maria mit de
mütbigem Lächeln alle dreimal.
Ebensowenig wie hier auf Erden
ae Weizenkorner reife Aehren tragen,
werden alle Zukunfismännkr" so
aroße Matadore, wie sie es einst ve?
sprachen, und bei weitem nicht alle
Dozenten Professoren. Es fand sich
absolut n-ckts" fiif Doktor Fornell.
iredcr in ttvsala. r.cch in Lund. Die
Fakultäten schienen an beiden Stätten
merkwürdig gut ohne ihn fertig zu
werden Und da Formell, wie di?V.ri
sten iunarn Maurer, einen guten Ap
petit batte. Zi::sen bezahlen muße
?nd seine Garderobe, wnn nuck et.
wa spät, zu liquidiren rfleg!?. bliebet
in der kleinen Stdt übernahm erst
eine Vertretung als Oberlebrer. dann
c!8 Ordinarius, ging fast tätlich zu
seiner Braut und befand sicb im (Man
,'en nist übel.
'.'.i.erkwiiräigfrwene war er durch
cuS nicht unglücklich, wenn Siane
oi.nahmsweisc ausgegangen war.
falls er z-.i kii er ungewohnte,. Stund?
kam. Dann plauderte e, felir lebbafk
mit Tante und Maria, besonders mit
der letzteren, deren cianzk-5 Wesen die
fe ngekünsteZ-e Naiürlich'eit hatte,
die so oft vortreffliche Mädchen au?,
eichtet, deren aerina? äuß-re Vorzü
ge und deren Gemütbsart die tl?id''a-n-e
Tugend d:r Bescheidenheit för
Da kamen zwei unternebmend?
'ei:en und ein junsd-es" Bureau
in die Stadt. daZ Einkommen d?Z
Nathsmannes v'rminderie sick. Sian?
wa: etlicbe Jahre älter y$ brc '
sire, und sie wurde zus's-endi aVtx.
rrrell begann an iner 'cdf-n;fen
Laufbabn -u iiwei'eln uis sprach in
Stunden der Webmutb sich
mit einer Oberlehrers!:? rder soair
mit einer Vt'cretüt zufrieden zu
fen. Famili -eüström fegarn ,,u 0
greifen, daß To'tor Forne. n-.t zs,
den ertolareickiiten Zukunftsman
nern" aebörte. Siine 'kör-uchke bit'?
re tfiVrie über lanv Ae'-bunen.
Lei der allgemeinen Nervosität, die
so entttand. gina die Biriobung m't
einer schnellen Wendung a'is'inand'r.
Ein iunaer Mann, dessen Haupt-,
kach Aebetiker ilt. trennt sich nicf.i
schmerzlos von ei??m so tadellos I -
''ck reip?n wie 3r. T?tn.
skröms. F.'rnells Summer brachte ihm
von den besten Journalen 110 Kr?,
nen Honorar sür zw'i Beitrig?. die
das Gev-ag? einer echt lyrisch tragi
Wabrbeit schämte er sick: fast -in w'- ten' Iüein bie kommene Sicherheit
nia. weil er beinal-e ?cen,c.vi:l daran ägyptischen Uedergnssen nach au
dachte, wie lieb Ecuüne Maria arjw mit cr?t ein. als das Haus der
. i .... , '? yi.nrHfr leihst tun? 'Wiitvtslh mfclilfl
luizn limm-ing tr.'aen. vivtr tn
"no wir OortreitiZ, ,i? das oanze
Hauswesen leitete, wabrend Sian?!
und ihre Mutter sich putzten und Be
such? machten.
E'n? solch? Begrisfsrerw'rruna bei
einem Akstbeti.'er mit cnm lande" in
Pbilosopbie findet ihr? einziae Erklä
rung darn. daß Mädchen wie Maria,
die im allgemeinen für die Ehe hoff
nunaslos verlcren sind, doch ein ret--nig
Aussicht kaben. wenn ?in g?scb?i
te? Mann Gelegenbeit findet, sie im
schlichten At'tagsleben ganz in der
Nähe zu seh:n.
Nach zwei Jahren war Doktor For
nell. der auZsichtsre'ch: Dozent. Gvm
nasiallehrer in einer anderen kleinen
Stadt. Stellvertreter in deren R?n
dantur und verheirathet mit Maria
Fjellström.
Rathsmanns. die. von dem odli
gatorischen Hcchzeitstel:gramm abge
sehen, keine weiteren Beziebungen zu
dem Lehrer und seiner Frau hatten,
seitdem die letztere sie undankbar rer
lassen hatte, um eine bezahlte Stil
lung anzunehmen, trafen ihre gelieb
ten Verwandten ganz unvermutl-et im
Sommer in Rättviks Hotel.
.Sie siebt glücklich aus." sagt? die
noch fast tadellos schön?, noch immer
unverlobte Signe zu ibrer Mutter,
als sie nach der ersten rübrenden Be
grüßung allein waren.
Ja. sie hat sich herausgemacht
Deine abgelegten Sachen sind ja stets'
von Nutzen für sie gewesen." sagte
Frau Fjellström mit bitterer Ironie.
.Nun, liebe Maria, wie gefällt Dir
Dein? N?U? Stellung UNS etN! inorua. zur iü) e:ruajici, ,i,ri,
Mann?" fragt? Tant? Betty am näch! gerade die Berichte d?r fchlimmst?n
sten Tage scbon vor dem Frühstück. Missetäter zu erwecken. So schreibt
Signe um 32:30 Uhr und Onkel! der Fürst Abd-Aschera, der eben da
ftlrrnrnm mrtfirnh i,? kk,in,n ! b?i ist. sich alle königlichen Lander
Abendpromennde.
.Ach. h?rzlich?n Tank! Er ist ent
zückend und paßt so gut zu mir. fast
ist er zu gut für mich," antwortete
Maria mit ihrem unveränderlichen,
demüthig milden Tonfall, aber mit
einem etwas strahlenderen Lächeln als
früher.
Wie a ii g e l ii n d i g t wird,
ist die Eiseiibaluiratt' für die Teil
nelnuer um "2. nationalen Feldlager
der tt. A. :)'.. das am 18. Angu'l in
Poülaud. CrCston. beginnt, aus
einen Ernt per Ä'eile ermäßigt wor
de..
V i l $ ä l) r in t U e 1 v e c
waller Nobert Stevenson für Jlli
nois hat die Erklärung abgegeben,
die Nationale Nahrrnitte! Venval
tung kabe beschlossen, binnen Mo
natssrist drei fleischlose Tage pro
Woche oerbänaen. .
.l'eglerungssorgen 3000
Jahren.
Cer Ttafkltn tta l5lAmarna nl
hiiUt -kandalchrsnil.
Ein seltsames Licht fpensen die rei
hen Altertumsfundk des Orients
bisweilen auf die frühere politische
ind kulturelle Geschichte der Länder
im der Südostecke des ?)!ittelmeeres.
Um das Jahr 3400 vor Beginn unse
rer Zeitrechnung gibt es dort vier
Reiche, lit man als zivilisierte Groß
staaten bezeichnen tonnte, nämlich
Aegypten. Babylonien. das Reich von
Mitani am mittleren Euphrat und
das der Hettiter in Kleinasien. Assy
rien ist noch ein kleines Königreich,
dessen Unabhängigkeit von Babnlo
nien zweifelhaft erscheini. Syrien und
Palästina aber stehen unter der Ober
Hoheit Aegyptens. Eurcpa ruht völlig
im Schatten seiner vorgeschichtlichen
Zeiten, ebenso die nordaftikanische
Küste, der unbekannte Süden, der fer
ne Osten. So ist es kein Wunder, daß
die Beherrscher der vier Länder sich
als Lieblinge ihrer Götter fühlen in
einer Welt, wo noch die .milden" Völ
ker fönst überwiegen, utd daß dieer
halten? Literatur aus VordtrasienM
dem Nilland eine Art von frommem
Optimismus zeigt.
Aber schon beherrscht em wohlbe
kannter Dämon die Wünsche aller;
einer Menschheit, die' rund achthun
dert Jahre vor der Ersinkung des
ersten Münzstempels l?lit. Es ist d?r
Hung?r nach Gold. Der Pharao oer.
fügt über di? damals reichsten und i
bekanntesten Golvminen. uns das
verleiht ihm und seinem auch m::
Fruchtbarkeit gesegneten Lande doch
den wahren Rückhalt an Macht. Der
Sohn der Sonne uf dem Thron des
oberen und des unteren Aegyptens ;
kauft sich mit seinem ' Golde die
Freundschaft der übrigen Grßherr
scher. Dabei strömt eil? gar nicht un
bedeutender Teil des Goides wieder
in sein Ursprungsland zurück. Ist
das Niltal doch die Kornkammer nä.
her wie entferntere Küsten, sin
auch die Erzeugnisse einer Weberei
und andere Kunstfertig?eiien stark be
gehrt.
Nicht immer war es so gewesen.
Zweihundert Jahre zuvor hatten
fremde Eindringlinge Äeznpten be
herrscht und geknechtet und die Ah;
nen seiner jetzigen Könige hatten hart
uns sckwer um die Freiheit ringen
müssen. Das gab aber eine Reihe
von 'Kriegshelden; keines der vielen
Königs Häuser zeichnet sich so vorteil
haft aus wie diese sogenannte acht
zehnte Dynastie. Um 1060 vor Ehr'.
stuS war Aegnpten durch sie völlig
von den Fremden befreit, und sogleich
begann die Eroberung des Vorlan
des in Asien. - Schwerer Ziämpfe
bedürfte es. bis Palästina. Phönizien
und Syrien unterworfen waren und
bis die' asiatischen Grkireiche, aui' de
ren Kosten das geschah, sick beruhig-
te. als die Nachkommen genießen
wollten, was die Vorfahren einst er
warben.
Erst zu unserer Zeit hat man di'
wüste Stätte genauer untersucht, und
die wertvollste Entdeckung tu bet
machten Eingeborene ohne wissen
schaftliche Berater, denn st? fanden
das Archiv der beiden Könige Amens-,
phis auf. Es ist als der Tontafel
fund vcn E!-Amarna (so der heutige
Name d:s Trümmerse'des) berührn?
geworden und lieferte .um erstenma'
ein? zusammenhängende Folge politi
scher Urkunden. Mit Erstaunen sahe ?
die Forscher zunächst, daß es schon
damals eine anerkannte Diplomaten
sprach? gab, nämlich das Ba'bnloni
sche mit seiner Keilschrift. Sogar der
stolze Pharao muß vaPyicrniKto
schreiben' lassen, und zwar nicht allein
an die fremden Soroeräne. lenzem
auch an seine syrischen Untertanen
Ebenso siid die Antwotten dieser klei'
nen oder größeren Stadthaupter
Grafen. Banenihrer oder Beamte?
al'gkfaßt.,
Und was enthalten sie? Ein.
ziemlich arge Baiuerottertlärung b?i
ägyptischen Oberherrschaft. Ueverall
ist hier etwas los. Wohl fängt jedes
Schreiben it demütigern Preisen des
Königs an und ergeht sich in fchroäl
stigen Beteuerungen, aber die Mel-
düngen selbst beziehen sich mit allzu
geringen Ausnahmen, auf Gewaltta
ten. Ueberfälle, Hung:rsnöte. Raub.
Mord und Brand. Ten solidesten
längs der syrischen Nordgrenze anzu
eignen: .An d?n König, die Sonne,
meinen Herrn Abd-Aschera ist
dein Knecht und wie der Staub an
deinen Füßen. Zu Füßen des Kö
nigs, meines Herrn, sieben- und noch
siebenmal falle ich nieder. Siehe, ich
bin ja ein Knecht des Königs und
seines Hauses Hund: das ganze Amo
riterland bewache ich für den König
Wie oft habe ich gesagt zu Pachanate.
dem (ägyptischen) Kommissär, daß er
reguläre Truppen bringe, um die
Länder bei Königs zu verteidigen.
Der König fragte ihn. ob ich nicht die
(eben vom Schreiber widerrechtlich
besetzten) Städte Sumur und Ullazl
bewache."
Schon hieraus ergibt sich, daß die
Art. wie Pharao seine asiatischen
Lander vermalten ließ, ihre prakti
schen Bedenken hatte. Die Städte und
Gaue sind dem emheimischen Herren,
gtccucnt, oas icyon vor oer rooe
rung an Ort und Stelle faß. über
lasten geblieben. Mächtigere dar
unter lützren den Königstitel, andere
erheben sich kaum über den Rang ei I
nes Dorfschulzen; dasür scheint aber !
ltZrc gemeinlame untertanlgielt ve
wirkt zu haben, daß selbst der Ge
ringst? dem stärkeren Nachbar keiner
lei Vorrang gestatte möchte. '!l'enu
oicUlnilände giittikig'jind. niiniikt dann
freilich jeder Große dem kleineren
Kläffer sein bischen Gebiet ohne Fe
derlesens weg; oft wächst dann der
Appetit beim Essen, und zuletzt ge
winnt der Machtzuwachs eines sol
chen Fürsten auch aus der Ferne ein
bedrohliches Aussehen. Neben meh.
reren solcher Lehensmänner steht ein
fiskalischer Beamter aus Aegypten,
der unter Umständen namentlich in
Tributangelegenheiten. Befehle ertei
)en kann. Ein gutes Mittel wieder
um. solche Kommissare gefügig zu
machen, finden die syrischen Kleinfür
sten darin, daß sie direkt einen mäch
tigen Würdenträger beim ägyptischen
Hofe in ihr Interesse ziehen. Nach
dieser Richtung bildet der Toniasel
sunt sogar eine hübsche kleine Stan
dalchronik.
Wie leicht zu ermi'.ieln ist es den
.'befreundeten Souveränen". t den
Nachbarn des Pharao in Asien, gar
nicht littangeuehili. das; es aui die
sein Boden immer etwas bunt zugehl.
Die Beschuldigung, daß sowohl Aziru
wie Edatama."der 75 ii rfl von Kaoesch
am Orontes. ans Mitani und dem
Hetliterlanve Vöijch.id empfingen,
taucht in mehreren Briefen aus. Frei
lich: ii'vhin wäre man am Hefe des
Aegypterkönigs gekommen, hätte man
jedem Kläger, jeder Beschuldigung
oder Entschuldigung Glauben schen
ken wellen! Positiveres Interesse an
besserer Ordnung in Snrien beweist
nur der Babyionierkonig. dessen Grcn
zen bier nicht heranreichen und dessen W sll'5 WcA)tss
Handelstarawan? daher vor Plnn j ''ebnitter gilt,
derern nicht die wünschenswerte Si- j O ei und Kartoffeln.'
cherheit genießen, solchen Fällen : 7
erfolgt ader eine ikgeüechte diploinz fcnue neue 'ole im Vandidofts
tiscb Intervention mit Schadenersatz bild am enier'et bilde gegenn'är
forderunz: auch die Drohung, den i tig auch die viele iavcselker, d c
Berkehr gänzlich einzustellen, wird an als leiiateud '.ielbe Flecke au? dem
gebracht. - l Grailbrau d r Ncbenberge bervor
Eine Rezierunasiorae mehr ent leuchte. :iuni Zwecke d;r Celgi'ii'i
stand dadurch, daß der Unfriede in j
diesen Ländern allerlei freischweisende I
Stämme dortbi zag. Der elebneu
streit, ob die unter andern auZge
tauchten Habiri wohl die Hebräer de
alten Destaments seien, scheint kein
Ende zu nehmen. Der Fund von
El-Amarna enthält auch eine An
vid aufgebracht wurde, sondern weit
"'4.- ! . i Vi ,iinriiM,1.
älter und in der ?at der urspriing
liche ist.
BiclllkNer.
Der geschichtlich älieste ist ich
Ovid der Vielfraß Erpnchthon. der
auf einmal fo viel aß. wie 5() gute
Esser zusammengenommen. Ein Of
sizier des Kaisers Aurelian (210 bis
275 n. Ehr.) v.'r-.el'rte vor dessen
Augen ein .Wildschwein, ein gebrate--n:s
Schas und ein Spanferkel und
trank dazu im Verlauf von drei
Stunden M Liter Wein. In der
guten Stadt Augsburg proonzierte
j ch vor dem Kaiser Maximilian ein
Vielfraß. Nach dem Ehronisten Sur
rius vertilgte er ein Kalb und zwei
Hammel. Wie Dr. Laurent v:r
sichert, verzehrte der Soldat Tarare,
ein Ker'che,'. von H0 Pfund Körper
gewicht. im Verlaus einer Stunde
vier Näpfe Tickniilch. 1 Pfund
Sauertraut. 10 Pfund Nuyeln mit
Speck, der für '17 Arbeiter berechnet
war. und l0 Liter Bier; Hunde und
Katzen flehen bei seiner Annäherung,
als ahnten sie ihr Schicksal. Er fraß
alles, was nicht nie! und nagelfest
war; einmal im Hospital sogar 45
Pfund Kataplasmen. weiche aus zehn
Pfund Sensmehl mit Weinessig be
reitet waren; ein andermal zwei
Scheffel Renneten mit 35 Pfund ro
her Kartoffeln. Er starb 1798, sehr
,jng. an der Schwindsucht. Profes
sor. Hellwig.., berichtet dagegen von
einem Greise, der noch im höchsten
Alter ein Mittagessen von 0 Pfund
verzehrte und dazu 15 Liter Wein
trank. Ob dieser Vielfraß der Er
finder der so sehr ästhetischen, wun
der schönen, modernen Begrüßungs
formel: .Mahlzeit!" oder .Wünsche
allerseits ges?zn?te Mahlzeit!" ist.
wissen wir nicht; verdient hätte er'S!
i Je besser der Men'ch. je cdler
seine Gesinnung, dezta weniger Euer,
gie ist in ihm. desto mebr leidet er.
desto schwerer gestaltet sich sein Le
beil. Einsamkeit und Sehnsucht sind
die Bestimmuiigeu solcher Menschen.
Drei Pflichten gibt es für
die Hausfrau, nämlich dafür zu sor
gen. daß so viele Kartoffeln gegess-n
werden, wie möglich soviel Butter.
Käse und Milch wie möglich und so
wenig Weizen wie möglich, am besten
gar keiner.
Vnm Zulsnök.
Philadelphia wird mit
Hil'se der Bundesregierung drei
Trockendocks erhalten.
Der 6 Jahre alte !ho
mas Kearns in New Aork geriet auf
dem Wege von der Schule unter ein
Lastauto und wurde getötet.
In S t. P a u l. M i n n ., er
schoß Frau Ivan Dugan. die Gattin
eines LeurnantS. einen unbekannten
Neger., der m ihr Heim ndrarz. .
zaqi ririe iu.s o-i-- sann; z.rei :'A"eicr bol,.,. ebenso breite
bt CuVATZ 1? lTrln 111,0 &i &r '".ir. durch
am en Abd,h. ,t. die durch ihren .ragerechte Manen ju
Inhalt vor allem be.ve.sen. U , Erdiiöcke. . denen
Name Jerusalem nicht erst von a N. " . . ....
3
Slntentage am Genferjee.
?!, dem .Bertter ?l.d".
Die berühmte Schweizer Riviera
ani namee. zwi'cheil Lan'anne
iiitd Billeneuve. isl vor allem ein
.'anö der Kontraste: See und (öe
birge. südlich üppige Vegetation in
der Tiefe und Berge mit ewigem
Schnee in der Höhe, üppige Zie'cn
und (Karten neben allsgcdörrte:n Äe
stein und ionndiirchglühten . Redlial
den! Und deshalb wirkt auch der
Bai!?il. und Wiefenbliibet. der um
diese Pfingslzeit dort mit Ä'acht ,:nd
Pracht eiiigc!cl?l yat. ale sarbensreu
diger Gegcn'üv zu den um die'?
aljrcc-jcit noch sear eiiitänige.t
Veinbergett mit doppeltem :''eiz.
Teslialb vielleicht aiich d:e 'aft lind
liche Freude der Vculc dieser (Zegend
au allem, iva blüi,l und duftet.
Sonntags zum Beispiel strömt eine
ganze öikerwaiiderllng nach dn
Narzii'enn'icsen v'u Glion. Ear
lind Les Ävants unv.. :uo abenab
sind alle almztige und alle ,'alt''
säle erfüllt von den süßlich betau
ix'udcn Dust di.'ier ivei steil Blumen,
die i Bündeln und Straußen zu
:WI!itiiei, an allen körben und
iucksäckeu l,era,i''chauteu uild Ziiut
Teil bereits betriiblich die Köpfe
bänge ließen. Ä'eun die Narzisse,
diese kot'me Frülilingverkünderiu.
in die'er liegend nicht iu so ver
schir.euderi'cher Fülle vorkäme, daß
die liefen davon ganz ueiß beschneit
erscheine, so würde sie .volil baia
ganz nusgeroltek sei. So aber bat
es damit leine Gefayr. und die
Bauer scheine die Narzistenjag)
! nicht einmal febr' ungern zu sebe.
uiig und nämlich wbr viel ausg
reutete 'eibe-.ge mit Aavs be
pflanzt worden.
Ein anderes .rlesprodukt lind
die vielen ttartsifelstäcke oder Mar
tofselzwinger". die vci besonders
in der legend von '.'.'t'ontrcuk in
Garte unb Weinberge beooachlett
! . ' v
1 I r
on 1 meinen
iH t ' i '.iimi iiiiir.!iiiiitir ' iin.i..
- -7 .,.,.......'... -"U
pflanzt werde. Es i't dies also eit
! etagenfbrmige oder kubiski'che iar
tosfelptlauzung. die lich besonders
für rle eignet, lvo wenig Bede
zur Berfiigliiig itebt. Das 2',erkivlil'
dige daran ist. daß auch die ttartof
felsameu. die i die 'itte die'es .
Stackes, al'o nach jeoer Seite eine
Meter tief i die Erde zu liegen
komme, ihi Keime. ic: es
nach oben oder nach einer Seite hin.
durch das Erdreich biudtirch nach
Lust und Soiie biiiausslrecke. um
da ibic Blätter und Blüten zil ent.
falten. Wie man mir jagte, sollen
diese Kartoffelstöcke bei sorgfältiger
Anlage und guter Pflege (häufiges
Begießen) sehr gute Erträge tiefern,
'it einer Ansaat von 0 Jlslo könne
man etwa 1(XM Kilo, d. I). das
zwaiizigfache. erwarten, liiid das aui
einer Bodefläche 00 2 .5 Cua
diatmetcr, also kaum kalbe .inl
j mergroue. xsn ä'iontrcnr culem
zählt uian zur ;icii iuu :0u fol
cher ilartofselstöcke. die sich zum Teil
bereit? mit dem üppigen (Äriin deß
Krautes zu bekleide beginnen.
Die F r e iil d e n i a i j o n.
Die Frühlingssaison in Äontreuz;
und Umgebung war diesmal ent
schieden belebter als leytes ' ahr.
Um Astern herum waren besonders
die größere Hotels wie Palaee.
Eirandhotel Eden und Grandhotel
Territe: recht gut besucht, i'luch jci;t
och, gegen Pflngfle, herrscht da
verliältilismäßig viel Leben. S.'eben
dett Schweizergä'tel. zählte man.
wie mir Herr Eberhard voin Eden
sagte, auch eine schöne Anzahl alter
Freunde :Ut'ontre:k' aus Deutschland
und gaz besonders viel Oefterrei
cher. Unter der angeblichen Teutsch
Kindlichkeit batte niemand zu leiden;
! es sei darüber auch nicht eine einzige
Klage eingelauke. Einige chwie
rigkeitcn bereitet jetzt natürlich die
Bcrpslcguilg, wem, auch die Gäste
darunter keineswegs zu leiden haben.
Dagegen find dadurch, wie wir hör
ten, die Pflichten und Julien der
Hoteliersfraucn und Küchenchefs ins
Uugcmesscne gestiegen. Als Beispiel
ooit der ungeheuerlichen Berteue
rung der Hotelwäsche wurde mir er
zähit, das man aus dem geretteten
Borrat des abgebrannten Grandbö
tels Äont Pelerin für Leintücher,
die schon sechs Jahre im (Gebrauch
waren, und für die man vor dein
Krieg etwa 8 Franken bezahlt hatte,
kürzlich auf ein Versteigerung Fr.
30.bÜ für das Stück löste, für Kü
chenhandtüchcr, die vor dem Kriez
einen Wert von etwa bO Rappen
hatten. Fr. 3.50.
Kauft kkiegS'Sparmarktt!
Bälde up, deutsch
J,elier ,d ExpertUhrtcher, VSt
Ost Foreft Zkenne (Anz.)
tfi'uu 11 viu iinv

xml | txt