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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, October 21, 1918, Image 3

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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Detroiter Abendpost, Montag, den 21. Oktober 1918.
9
Detroiter
AöSnd-H'Ost
Et.Mihd 18S.
MtMBta or the Assciatxb Pmss
Tti Aasocl&ted Prss is exelsivi7
atitled t th use for republie&tiott es
all n.ws dUpatchea eredited to lt r no4
othtrwi. credited in thls paper and
also th loca! newa publiahed herein.
Pnblished very evening. except Sun
d&y aad Sunday racraing by Auuat
Marxhausen, cor. Eroadway and Grand
Rirer Avenu Eaat.
Sübsohpti Raus :
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Daily aingitt .
Sundy tagt
Famiuzx Blaettcx
E5ttÜhd 116.
Subcr1pUn $2.50 per year
Tie intellektuellen Urheber.
. Eine von gestern datierte Tepesche
aus Vanwert, Cfno, meldet, das; ge
stern morgen eine deutsche lutherisch'.'
Schule in Scheunen, einer Ortschaft
in der Nähe von dort, durch Tnnamit
zerstört worden sei und die Spur der
Verüber der Jreveltat über die
(Grenze des Staates Indiana verfolgt
worden sei. Der Lehrer der Schule,
so meldet die Tcpesche weiter, wurde
in Wic-consin als Sohn Schweizer
(iltcrn geboren.
Tics ist ein Seitcustück zu dem fei.
gen und niederträchtigen Pöbclan,
griffe auf Paslor Seidcl und seine
(Gattin in dem Städtchen Ehester, im
südlichen Teil des Staates Illinois,
zu welchem die Illinois Staatszei.
tung in berechtigter Entrüstung
schreibt:
In Ehester, III., liegt ein lutheri
scher (Geistlicher auf den Tod dann,
der. weil er es gewagt hatte, Gottes
Wort in deutscher Sprache zu vertun
den. Weil er der Meinung war, die
ewige Liebe. Barmherzigkeit und Gc
rcchtigkcit lasse sich nicht in gelb oder
grün gestrichene Grcnzpfählc einfper
rcn. und ihr Bekenntnis steige in
deutschen Lauten ebenso beschwingt
empor wie in serbischen oder abcssyni
schcn, deshalb versuchte der Mob. ihn
mit Knütteln vom Leben zum Tode
zu bringen. Und weil diesem Ab.
schäum einer grogcn zivilisierten Na
tion das Vorhaben nicht -schnell genug
gelang und auch nicht genug ?lbwechs.
lung bot, zerrte man die Lebensge
fährtin des Geistlichen ebenfalls' aus
die Straße, fügte den Knüppclschlä.
gen Fußtritte und Stcinwürfc, hinzu
und verannaltctc schließlich ein Preis,
schießen auf die Unglücklichen, das
ganz gewiß nicht durch Verdienst des
rasenden Hausens schließlich wenig
stcns ohne tbtlichen Ausgang blieb.
Wir sind weit davon entfernt, den
bestialischen Vorgang zu vcrallgemci.
nern und aus ihm Schlüsse auf den
Charakter unserer angelsächsischen
Umgebung zu ziehen. Wir sparen
uns auch die selbstverständliche und
daker billige Forderung nach einem
Eini'ckirciten der Justizbehörden und
rücksichtslos strenger Anwendung des
Gesetzes.
Nachdem der Präsident sein gewich
tige" Wort vergeblich gegen die Bc.
sricdigung tierischer Mobgclüitc in
die Wagschale geworfen und Amerika
beschworen bat. seinen Namen nickt
durch Flecken von grenzenloser Häß.
ickkeit zu schänden: nachdem Gouvcr.
ncur Lowdcn dieselbe Mahnung aus.
gesprochen und aus seinem Abscheu
gegen phnsifchc und sittliche Mordta.
ten kein .tfclil gemacht hat; nachdem
trotz dieses Eintretens vcrantwortli
eher Männer sich eine Juni finden las
sen konnte, die die Verüber des scheuß.
lichen Lnnchvcrbrechens in Eollins
villc erneut auf die deutsch . amcrika
nischc Umgebung losließ: nach alle
dem kann es keinem Zweifel mehr
unterliegen, daß es sich in Eollins
bitte und Ehester nicht um Ausschrci.
hingen von lokaler Verantwortlichkeit
Handeln kann. Hier muß auf eine im
Bereich der ganzen Nation entfesselte
Woge des Verbrechens geschlossen
werden, die zurückzukämmen nur ge.
lingen kann, wenn man die v'iiftboldc
der öffentlichen Meinung vor das
Tribunal bringt.
Es ist wohl möglich, daß Pastor
Seidels deutsche Predigt, die in den
Edelamerikanern Ehesters die Bestie
lebendig werden ließ, einem glänzen
den Erfolge der Anleihe galt. Sehr
wahrscheinlich bandelte sie von dem
Erfolge der amerikanischen Waffen,
der das Elend des Krieges aus der
Welt schaffen soll. Tut nichts, der
Jude mußte verbrannt werden. Ob
patriotisch oder nicht patriotisch, der
deutsche 'Laut sollte nach dem Willen
der Ebener Elite ve'.röch.ln. Geht
rcht las ::r.: Tc.i m:) den Nedoktw
nc:i Ehicagos, Nc:u Aorks u:io ande.
reu i-.t.clligenzzentrcn die Losung
aus, daß der f ff in der Sprache der
Hunnen seine Wendandacht verrichte?
Wird nicht den Dutzenden amerikam
scherMillioncn täglich die Anschauung
in die Hirne gehämmert, daß der
Makel deutscher Geburt und deutschen
Mutterlauts auch durch die Beize ei.
ner selbstlosen Hingabc an Amerika
nicht getilgt werden könne? Und ist
es zu verwundern, wenn in dieser
Zeit, welche Massensuggestionen so
leicht zugänglich ist, der Pöbel schließ,
lich zu dem Versuch provoziert wird,
uns mit Pflastersteinen zu einem Pa.
triotismus seiner Auffassung zu be
kehren?
Rettung kann nur kommen von ei
nein rücksichtslo-sen Einschreiten gegen
die Hctzprcsfe, die Amerika auf einen
unglaublichen Tiefstand der Vcrro.
hung und Verwilderung zwingt. In
dem sie zu den gröbsten Ausschrcitun.
gen gegen die Bürger deutscher Ab.
kunft und deutscher Zunge hetzt, un
tcrgräbt sie den inneren Frieden des
Landes, und fällt, indem sie den
Tcutschamerikaner zu einer sclbstvcr
stündlichen energischen Notwehr her
ausordert. Amerika in den Rücken.
Für Burschen solchen Kaliber sollte
endlich einmal das Zcbraklcid der ge
schlössen? staatlichen Anstalten in
Anwendung treten. Nach dem fchcuß
lichen Vorfall in Ehester, dessen ei.
gcntliche Verüber sie sind, sind sie
nachgerade überreif dafür!"
Ein ruhiger Sonntag
für Detroit.
Ocssciltlichc Male, Kir-,
chen imt) Theater von
Behörden geschlossen.
Keinerlei Versammlungen wurden in
der Stadt abgehalten.
Gestern wurden 344 weitere Erkran
gnngsfälle gemeldet.
Lage in Tetroitcr Vorstädten ist eben
falls sehr ernst.
Wol.l der ruhigste Sonntag, der je
in Tetroit begangen wurde, wickelte
sich gestern programmgemäß ab. Tie
Kirchen, Theater und alle anderen
Vcrgnügungspläöc waren fest vcr
schlössen und die Abhaltung irgend
welcher Versammlungen wurde nicht
versucht, da die Behörden solches vcr
boten hatten.
Tie Straßcnbahn.Gescllschait muß
gestern bedeutend an Einnahmen ver
loren haben, denn nur wer eben muß
te, benutzte die Straßenbahnmag.
gons, da die Bcbörgen immer wieder
darauf hingewiesen hatten, daß diese
Waggons die schlimmsten Krankbeits.
Verbreiter darstellen.
Seit Samstag nachmittag bis
Sonntag abend waren der Gesund,
heitsbehörde nur 344 neue Insluen
zafälle gemeldet worden und die Zahl
der in diesem Zeiträume erfolgten
Todesfälle belief sich auf 21. Tie Gc.
sundbeitsbchörden sind überzeugt,
daß die Lage in Tetroit eine sehr zu
friedenstcllendc ist und in kürzester
Zeit die Influcnza-Epidemie hier un
tcrdrückt werden kann.
Gesundhcitskommissär Tr. Inches
erklärte jedoch heute morgen, daß
viele Aerzte sich immer noch weigern.
oic inner inrer cyllilviiing oeiiioii.
chen nslnenzafälle anzumelden und
v,: i. :c. cn t vr il-z- vr:
daher nicht teUgesteltt werden tonne,
wieviele nfluenzafälle wirklich in
Tetroit sich befinden, doch aus der
Liste der Todesfälle läßt sich ersehen,
daß die Lage keine zu schlimme ist.
Tr. nchcs warnt jedoch gegen ein zu
frühes Frohlocken, da es sich häusig
erwiesen habe, daß Epidemien schein
bar im Schwinden begriffen seien,
um dann mit verdoppelter Bucht von
neuem auszutrctcn. (5r warnt gcgcn
ein zu frühes Nachlassen in der Be
folgung der behördlicherfeits gegebe
nen Sichcrbcitsmaßregeln.
Mt der Influenza 'geht die Lim
gcnentzündung Hand in Hand und
Tr. Inches weiß nicht, welche der bei.
den Krankheiten mehr zu befürchten
sind. Frauen, die in Krankenpslcge
irgend welche Erfahrung habcu und
sich in dcm Ticust dcr gutcn Sache
stellen wollen, werden von Tr. nchcs
ersucht, sich in scincm Bureau oder ir
gend einer Rote Kreuz Station zu
melden: Hunderte von Pflegerinnen
werden benötigt, um die jetzt an In.
fluenza darniderlicgcnden Influenza
kranken zu pflegen.
An Windsor, Hamtramck, High
land Park, Wnandotte und anderen
Ortschaften in unmittelbarer ?!äbe
Tetroits ist die Anfluenza ebenfalls
stark ausgcbrockcn und überall hat
sie schon zahlreiche Opfer gefordert.
An Hamtramck ist die Lage eine so
ernste, daß sämtliche Schulen ge
schlössen werden mußten.
Artkur L. M a a o. gegen den
von seiner rau Margaret aay die
Ebescheidungsklage erhoben wurde,
verkaufte eine Nähmaschine und ein
Klavier, trotzdem das Gericht entschie
!den bc-tte. daß bc'; a;ly:: seiner
Frau, ei 'er Mustfl?hrörin gcliSrt?::. !
Tie E.'.tschnloil'.nttg des Anwakes. sie.'
st'ien Maags persönlich.'? Eigentum
gewesen, ließ Richter Webster nicht j
gelirtt, und Maag muß jetzt die dafür
erhaltenen $150 seiner Frau ablie-fern.
Frecher Ronb wurde
gestern verübt.
Nachtwächter in Sinclair OilAalage
überfallen und gefesselt.
Fünf maskierte Räuber enttarnen mit
t Beute von $2000.
Polizei hat sofort die Verfolgung des
Quintetts aufgenommen.
Fünf maskierte Männer drangen
gestern abend in die Anlage der Sin
clair Oil Eo.. an Watcrman-Avenue
und den Michigan Central ZZahngelei.
sen, ein. überwanden die beiden
Nachtwächter, Eccil alborn, No. 72
Abbott.Straße und Frank Hurd, No.
510 Sewaxd-Avenue. worauf sie sich
an die Sprengung der drei lassen
schränke machten, die sie mittelst Ni.
troglyccrin öffneten.
Tie Räuber enttarnen mit einer
Beute von etwa $2000 und werden
zurzeit von der Polizei verfolgt. Tie
beiden Angestellten der Firma befan.
den i: - allein im Bureau der Anlage,
als die Tür plötzlich geöffnet wurde
und die fünf Männer eintraten und
ihnen Revolver vorhielten. Tie An
gestellten wurden kurzerhand über
wältigt, gefesselt, geknebelt und mit
Stricken an einen Radiator sestgebun
den, worauf die Einbrecher sich in
aller Gemütsruhe an die Sprengung
der Kasfcnschränkc machten.
Nachdem die Räuber sich mit ihrer
Beute entfernt hatten, gelang es
Hurd eine Hand von den Fesseln zu
befreien und den Tclephonapparat zu
erreichen; er setzte sich mit derZentrale
in Verbindung und veranlaßte das
Tclcphonmädchcn, die Polizei zu vcr.
ständigen. Hurd und Walborn waren
imirande, den Polttcibcamten eine
ziemlich gcnauc Beschreibung vom
Aussehen der Räuber zu geben.
TcutschcZlntworlnotcwird
noch vor Tagcsschluß
erwartet.
(Forschung von Seite 1)
Ungarn wirtschaftliche Unabhängig,
keit und seine eigene Armee -sowie sein
eigenes diplomatisches Korps haben
soll.
Washington vernimmt wichtige Mcl
düngen über Tentschland.
Washington. 21. Okt. Zwi.
schcn den deutschen Parteiführern in
Deutschland sind, Besprechungen im
Gange, welche die größten weitreichcn.
sten Konsequenzen nach sich ziehen
dürsten, gemäß Meldungen aus amt
lichen Quellen in Europa. Diese Vcr.
traucnsberichte besagen, daß die deut,
sche Mittelklasse die Kontrolle über
nimmt, entschlossen, den Frieden her.
bcizuführcn. selbit. wenn die vollstän
digc Akzeptierung der alliierten Be
dingungcn damit verknüpft wäre,
einschließlich des Sturzes des Kaifers,
des Kronprinzen und schließlich Lu
dcndorsfs und der ganzcn militari
schcn Kontrollc.
Es ist nicht möglich. Einzelheiten
zu geben, aber Beamte find hier gc
neigt, den Berichten Glauben zu schen.
ken. da sie durch andere Oucllcn un.
tcrstützt wcrdcn. welche besagen, daß
deutsche Geschäftskreise und Grund
besitzer. welche bis dabin zu den All
Teutschen neigten, befürchten, daß die
Sozialisten sich erheben könnten und
deutsche Bolschcwiki werden möchten.
. ... ... ...
HoWgkrlMt Verlolksl Bk-
rnfung.
Angesetzte Strafe bleibt zu Recht be
stehen.
Washington, den 21. Okt. Die
Schuldigsprechung von Herbert E.
it f . f " V
Edwards von Eleveland, O., für ltc
Benutzung der Post zum Betrug durch
den Verkauf von Standard-Trogucn,
die so bczcichnct warcn, daß sie den
Eindruck erweckten, daß sie in Euro
pa hergestellt seien, wurde heute in
Kraft durch das Höchstgericht gchal
ten. das sich weigerte, das Verfahren
noch einmal durchzusehen. Tas Urteil
von 18 Monaten Gefängnis und einer
Geldstrafe von $750 wurde aufrecht
erhalten.
Neber $3,000,000 für Belgien.
True translation filed with the
postmaster at Detroit on Oet.
21st as required by the act of
October Gth 1917.
Washington, 20. Okt. Für
das Hilfswerk in Belgien während
der am letzten SO. Auni abgelaufenen
zehn Monate bewilligte das amerika.
nische Rote Kreuz $M3:,37-1 und es
hat sür den Rest dieses Jahres $1,-
947,325 beiseite gesetzt. Tiese An.
x,".:i. tnitrhc hrnttd i : .
4MlWlb4...a ."v .rnv ...
ner anderen nvieiiinu oes
Myrtti
Kreuz-Berichtes gemacht, der vom
Kriegsrat veröffentlicht wurde.
Ta: in der zehnmonatlichen Perio
de verausgabte Geld diente der Ver
leihung von Komfort und ärztlichem
Beistand für belgische Soldaten. 90..
000 Bewohnern desjenigen Teils von
Belgien, der damals außerhalb der!
de,:tschen Linien !m. und den (J90,.
00(1 logischen Fl:'lii:?zei! mFra::?.
reich. England. Holland und der
Schweiz. .
Lchle Iwp-.
ii(iij)ricllßii.
True translation filed with the
postmaster at Detroit on Oct.
21st as required In the act of i
October 6th 1917.
Washington, 21, Cft. ine
drahtlose Version der deutschen Ant,
wort erreichte heute das Staatsdepar j
tement. Es wird kein amtlicher Kom '
mevtar erfolgen,, bis der offizielle i
Text in Handen ist.
Tie drahtlos hier erhaltene Note
wird nicht veröffentlicht werden, noch
werden Beamte Londoner Depeschen
besprechen, welche ihren Inhalt schil
dern. Fundamentale Aenderungen in Ber
lin gemacht.
London, 21. Okt. (Zn Note.)
Tie Ankündigung wird gemacht, daß
eine fundamentale Aenderung in der
deutschen Neichsverfanung vorgenom
men worden ist, welche Vertretung
des Volkes betreffs der Kriegserklä
rungen und Friedens vorsieht und es
wird gesagt, daß die gegenwärtige
Regierung in völliger Uebereinstim'
mnvg damit gebildet worden sei.
Irischer" Dampfer torpediert.
B e l f a st , 21. Okt. Der irische
Dampfer Dundalk ist letzte Woche im
irischen Meer torpediert worden. Von
der Bemannung von 30 wurden nur
13 gerettet.
Der Dundalk gehörte der Dundatt
& Newry Stettin Packet Eo. und war
863 Tonnen.
Unglücklicher Abschlnß von
Bergnugungssllhrt. .
Drei Automobile rennen in Rege auf
Landstraße in einander.
Sechs Personen müssen verletzt nach
Hospital gebracht werden.
Toledo, O.. 21. Okt. Fünf Te
troiter wurden bei einem Automobil
Unfall auf der Tirie Landstraße in
folge des Regens, der die Lenker blen
dete. schwer verletzt. Kurz vor sechs
Uhr rannten drei Automobile, von
denen zwei nach Tetroit und eins nach
Toledo fuhren, in der Nähe der Zehn-Meilen-Brücke
ineinander.
Franeis Schaefer von Detroit ver
suchte das Automobil von Fred Wilms
von Tetroit zu überholen, während
sich beide auf dem Wege nach Hause
befanden. Schaeiers - Automobil
rutschte und beide Automobile rann
ten in einander.
Fred Anteau von Toledo subr ge.
blendet durch die Lichter der beiden
Automobile vor ihm. in dieselben bin.
ein. Tie beiden Tetroiter Automo
bile wurden zertrümmert und ihre
Insassen auf die Straße geschleudert.
Alle Verlebten wurden nach dem St.
! Vincent Hospital gebracht. Sie sind:
.venrn Mcricrs, am Kopf verletzt, sein
Zustand ist ernst: Laura Frantz,
Schnitt- und Quetschwunden: Fran.
cis I. Schaefer. Schnitt, und Quetsch,
wunden: Tella Girardin, Schnitt
und Quctschwu?den: Fred.Wilms.
Kniewunden und Kate W. Stewart,
Bruch des rechten Armes und Beines.
Tie Verletzten sind von Tetroit,
mit Ausnahme von Fräulein Ste
wart, deren Heimat Illinois ist. Herr
und Frau Fred Anteau kamen ohne
Verletzungen davon.
Explosion nus Lokomotive
nntcrbricht Verkehr.
Zwei Personen wurden dnrch Vzplo
sion getötet.
Columbus. O.. 21. Okt. (I.
N. S.) Eine Erplosion auf einer Lo
komotivc dcr Baltimore & Ohio Ei-
j l'H VUUllllUlt z illCI Vil"
fcnbat,u tötete den :Z8iährigcn Loko-
motlvsuhrer Henry Hall und den 27
jährigen Heizer Harrn F. Tarsham,
beide von Newark, Ohio. zertrüm
merte acht Frachtmaggons und unter
brach den Verkehr auf der B. & O.
Linie sür zehn Stunden und auf den
danebcnliegendcn Geleisen der Nor-
I folk & Western Bahn für drei Sttm-
oen. ic oromorwc zog zeyn Fracht
Waggons mit einer Geschwindigkeit
zwischen 25 und 40 Meilen die Sttm
dc. als sich die Explosion ereignete.
Erste Berhlindlnng gegen
O'Leary eröffnet.
O'Learn tritt als Mitanwalt in der
Klage gegen sich auf.
Erhebt technischen Einwand, der aber
übersnmmt wird.
True translation filed with the
I H1M UUI lt. I
at Detroit on Oct.
.,,,:1 Kr
'"" m)uin u i' luv- iii
Oetoher Gth 191
New ?1o r k. 21. Okt. eremiah
O'Learn. der unter der Beschuldigung,
sich verschworen zu habe, Verrat und
Spionage zu verüben, nach einer auf
sehenerregenden Flucht im letzten u-
ni nach der pazifischen Küste verhaftet
worden war. tr,.-t beute als Mitan-
walt bei der Eros'mmg tcnicr Ver
. indlung w.'s.en der tl:ir.:r:!i An
'klage, sich verschworen zu haben, die
j militärischen Vorbereitungen der Na-
Beste Medizin
für Fronen"
Was Lydia E. Pivkham's Begetable
Eompouad für eine Frau in
Ohio getan hat.
Portsmouth. Ohio.
Unregelmäßigkeiten sowie
.Ich litt an
Seitenschmer
z'en und war manch
mal so scbwach. daß
ich meine HanZarbeit
mcht verrichten konn
te, und da ich eine
Familie von 4 Per
sonen und drei Koit
qangern Karte, war
ds sebr schwer für
mich. Man einpfabl
mir dann Lndia E.
Plnkham's Vegerable
Compound. $,ch ver
suchte es. und, es Kat
mir meine (.ciund
beit wiedergebracht. Es ist sicher die be
ste Medizin für Frauen-Nrantheiren. die
ich kenne". Frau Tara Thaw. R. No.
1. Pottsmouth. Ohio.
Frau Tbaw bemies die Vorzüglichkeit
die,er Medizin und schrieb diesen Brief,
damit auch andere leidende Frauen Hei
lung finden mögen.
Frauen, welche leiden, wie sie gelitten
bat. sollten nickt zögern, mit dem be
rühmten Wurzel- und 5lräuter-eilmit-tel.
Lydia E. Pinkham's Pegetable Com
pound. einen Versuch zu machen. Für spe
ziellen Rat betreffs solcher Leiden schreibe
man an die Ludia E. Pinkham Mednnne
Co.. Lunn. Masi. Das Resultat einer
vierzigjäbrigen Erfahrung steht Ihnen
zur Verfügung.
tion zu bekämpfen, aus.
Mit der Bull-PubUshmg - Gesell
schaft und Luther S. Bedford imd
Adolf Stern, seinem Herausgeber re
spektive seinem Redakteur, stand O'
Lcarn vor Richter Cushman und den
Geschworenen im Bundesgericht, um
auf die Anklage zu antworten, die
auf seinen Artikeln in dem Bull, ei
ner antienglischen Zeitschrift, aufge
baut ist.
Trotz seiner langen Gefangenschaft
in den Tombs auf die Anklage des
Hochverrats zeigte O'Leary seine ge
wohnliche freundliche Erscheinung im
Gericht und nahm an dcm Verfahren
als Anwalt teil, indem er eine tech
nische Einsprache erhob, gegen die Art
und Weise, in der. die Geschworenen
ausgelost wurden, die aber über
stimmt wurde. Tie Auswahl von 12
Männern, die den Fall kören sollen,
der am letzten Mai verschoben wer
den mußte, als O'Leary an dem Vor
abend dcr Verhandlung verschwand,
wurde dann begonnen.
Der Staatsanwalt behauptet, daß
O'Lcatti und seine Mitangeklagten
sich verschworen hatten, die Rekrutie.
rung und den Eintritt in das Heer zu
bekämpfen und den Geist des Unge
horsams in dcm Hcere und der Flotte
zu säen durch die Veröffentlichung von
Artikeln, in denen die Kricgspolitik
der Nation kritisiert wurde. Ter Bull
wurde später von der Post ausgc
schlössen.
Noch ist kein Tawm für die Ver
handlung gegen O'Leary und eine
Gruppe von Teutsäien und Amerika
nern festgesetzt, die angeblich in die-
sem Lande anfangs des Krieges Ta
ten im Interesse der deutschen Regie
rung geplant haben sollen. Tie
Staatsanwaltschaft, so wurde bemertk,
bat die Ausrufung des Falles in der
Hoffnung verschoben, in dcr Zwischen
zeit Iobn T. Rnan von Buüalo. N.
?)., cincn Rcchtsanwalt und einen der
Mitangeklagten verhaften zu können,
von dem man annimmt, daß er nach
Mcrico geflohen ist.
Tnnbstnmmcr Snnfic ge
steht Mordtak ein.
Hacken sack. N. A., 21. Okt.
Turch die Vermittlung von Bleistift,
zcichnungcn und die Zeichensprache
der 'Taubstummen gestand der 15 jäh
rige taubstumme Aames Thompson
dem Staatsanwalt, daß er Sonn,
abendnacht in einem Park die elfjäh
rige Annie Beinenian ermordet habe.
Als der Staatsanwalt durch einen
Tolmetscher der Taubstummensprache
Thompson fragte, auf welche Weise
er das Mädchen getötet habe, zeichnete
der Aunge ein Mebgerbeil. Er fügte
hinzu, daß er zu dem Morde veran
laßt worden sei. weil sein Opfer ihm
Gesichter geschnitten und ihn wegen
seines Leidens verspottet hätte.
Tie Leiche des Mädchens wurde
im Gebüsch versteckt aufgefunden.
Louis R i e e i a r d i wurde
nach Verhör vor Richter Stein am
Sonnabend formell angeklagt. Aoe
Silverstein, alias Sam Silver. der
Tonnerstag früh mit Kugelwunden
tot in der Elmwood Avenue aufge
funden wurde.ermordet zu haben. Er
wird ohne Bürgschaft festgehalten.
Für die beiden anderen Verdächtigen.
Max Roiemtein, alias Max theBlink.
,,n iHni loover
wurden ie ?l000
Bürgschaft angesetzt, die von Robert
Nederlander geliefert wurden.
geli
Fräulein Helen Hunting.
ton. 35 Jahre alt, Schwester des
Eommande Huntington von der
Bnndesilotte. verschwand Freitag
j Mora.cn aus dcm Hctcl Plaza. Tie
iTame. die vor einiger Zeit infolge
Uebcranstrcngung bei Rote Kreuz.
Arbeit einen nervösen Zusammen
bruch erlitten hatte, ist fünf Fuß und
vier Zoll groß, schlank, dunkel.wiegt
etwa 100 Pfund, sie trug marine,
blaues Kleid mit Perlmutterknöpfen.
' weißem Pique Kragen und weißen
?)tnsch?:tozi. br?:n? Sch'iii? urd
oral:::? S?is.':'sl:'..:".5!?. Sie y.l:
zwei wertvolle Ringe. blau?r und
gelber Saphir, an den Fingern. -
Il'lll
; liilÄj
yjf
Gib mir die
Hand.
Roman von R d , l p h Strafe,
(5ottse(junst.)
Es war kein Jschwaschtfi in der
Nähe. Aber sie ging ganz gerne.Die
Hitze hatte nachgelassen es däm
merte schon stark, und ehe sie, dnrch
die Akazienallee ausschreitend, die
weiße Sänlensront der Villa Sand
bauer in dem Parkgebüsch schimmern
sah, war das Tunkel des Sommer
abends gekommen.
Tas Tor zum Garten nr offen.
Ter Torwärter fehlte. Natürlich:
wenn man die Barinja". die Her
rin, fern wähnte, dann lag die Die
nerschaft auf der faulen Haut oder
trieb sich Gott weiß wo herum! Das
war in Rußland so selbstverständlich.
an sie uch nur über das Gegenteil
gewundert hätte. Nikolai kümmerte
sich ja selbst nie um die Leute. Er
ließ sie in seiner lassigen Art genxih.
ren und jagte sie. wenn es zu bunt
wurde, ehei'i gelassen sort. Aber wo
mochte er selbst sein 'S
Von unten her, wo die Rasenanla
gen sich bis in die Nähe des Meeres
erstreckten und in das Geklüft der
Sanddünen übergingen.klangenStim-
men. Ein rotes Windlicht leuch
tete da aus dem Aussichtsteinpel, in
dem das Fernrohr zur Beobachtung
der einlaufenden Schiffe hing, durch
das - Abendgrauen zu ihr herüber.
Aber was hatten sie jetzt noch auf das
Meer hinauszuspähen, Nikolai und
die Geschäftsfreunde, die etwa bei
ihm waren? Sie konnten ja nichts
mehr erkennen. -
Sie ging langsam auf den Flacker
schein zu. Ter vom Gärtner feucht
gehalten Kies knirschte mit keinem
Körnchen unter ihrem Tritt, und in
der Stille hörte sie jetzt deutlich von
Rüben Tellergeklapper und das
Schnalzen einer geöffneten Wein
flasche. llnd dann wieder Stimmen
eine Frauenstimme darunter
Eine Ahnung durchzuckte sie und
machte sie erblassen. Mit raschen,
lautlosen Schritten trat sie bis zu dein
letzten Gebüsch am Wege vor der Ra
fonfläche, an deren anderm Ende das
Gartenhaus sich erhob. Niemand sah
sie hier niemand vermutete ja
auch nur, daß sie da stehen könnte
sie selbst aber schaute von hier deut
lich, was sie schauen wollte und jetzt
schon im Geiste vor sich gehabt hatte,
ehe ihre Augen ihr den Anblick be
stätigten. Ta saß Nikolai und speiste mit dem
Ehepaar ?)annopoulo! Das war ja
eigentlich so natürlich, das Nächstlie
gende bei ihm! Um ihre bleichen Lip
pen zuckte ein bitteres Lächeln des Er
staunens, daß sie selbst nicht schon
früher auf diesen Verdacht gekommen
war. Es war ja einfach: in der
Stadt konnte er sich mit ihnen jetzt
nichtwohl zeigen, zu ihnen in's Haus
in den ersten Trauertagen auch nicht
geben da hatte er Kolja Gaas, sei
nen neuen, willigen Diener, mit einer
Einladung zu ihnen geschickt und
war selbst hinter dem Sibirier herge
fahren, um sie in seinem Heim zu em
pfangen. Nie, so lange Lisa da war,
hatte er auch mir den Versuch gewagt,
Madame ?)annopoulo hier einzufüh
ren. Er wußte ja auch, daß seine
Frau vorher das Haus verlassen ba
ben würde. Nun war sie ja glückli
cherweise da darußen ... in dem Ko
lonistendorf ans der Steppe . . . .
nach ihrem eignen Wunsch .... so
so machte sich das ganz gut.: man
brauchte sich gar keinen Zwang auf
zuerlegen . . .
Es sah freilich aus. als ob die bei
den Männer auch Geschäfte miteinan
der gehabt hätten. Eine Anzahl von
Briefen und Schriftstücken lag auf
dem Tisch, und Jrakis Z)annopoulo
blätterte jetzt noch, während er kaute,
zerstreut in ihnen. Nikolai aber
kümmerte sich nicht mehr darum.
Er hielt Madame ?)annoponlos
Hand in seiner Rechten, in der an
dern die unvermeidliche glimmende
Papiros und schaute ihr in das schma
Ie, leicht gepuderte Gesicht, über des
sen mandelförmige Augen sich die
dunklen Wimpern kalb gesenkt bat
ten. und sprach leise ans sie ein,
schmerzlich vertraulich, ein Freund
zur Freundin. Und von Weizen und
Rohzucker redete er mit ihr nicht.
'Tas spiegelte derGesichtsausdruck der
Polin zu deutlich wieder, die schwer
mütig schwieg und nur zuweilen mit
einem seltsamen Kopfsstütteln seine
Worte aufnahm. Tabei glitt ein
verstohlenes Lächeln über ihre Züge,
und sie blinzelte träumerisch halb ver
schlasen, wie eine Katze, in das vor
ihr flackernde Windlicht, und dann
lächelte auch er trübe. Lisa kannte
das bei ihm dies ewige Lächeln
der Luge, das vielleicht nur zener
'Frau gegenüber, die er liebte, echt
Zwar. Sie wußte: damit verleugnete
er seinen Nächsten damit bestach
er jeden Fremden damit betrog er
sich selbst aber dies Acußerste
diese Entmcibung ihrcs Hauses durch
dic Gcgcnwart der annopoulo
in tiefster Trauer während er sei
ne Frau einsam da draußen wußte
und dabei dieser schwache Sonnen
schein auf seinem Antlitz, dcr auch
diesen Lug und Trug vergoldete
das erkannte sie jetzt in einem Grauen
vor dem Manne, mit dcm sie so lan
ge zusammen gelebt hatte, zu,n ersten
v.? N:m war sie ganz erlö't und
'., ',..,' ' f"' d 'i' 'i.;.!.;' L
vit-Ct. ,-.. i . . . -
.ihres Leidens war lo.l. sm irani...
zwar üvcrgclaufcli, wie evi vcm Tra.
nen die letzten Tränen der Verach
tung und bitteren Scham ihr lang,
sam über die Wangen rannen .beim
Anblick der kleinen Tasclrunde da
drüben.
Dort war der stiernackige, griechi
sche Schisfsinaklcr jetzt ganz hmter
einer breit entfalteten Zeitimgsnum.
mer des Odcßki Ltstok" verschwun
den, die ihn von den beiden andern
trennte. Er wollte von ihnen nicht?
mehr sehen, und auch Lisa hatte ge-
nug, genug für heute und rmmer.
Sie war ganz ruhig geworden. So
rasch ihre Füße -sie trugen, lies sie den
Weg zurück, in beklemmender Angst.
von einem lhr entgegenkommenden
Tienstboten erkannt zu werden. Aber
die VilloSandbauer lag still und dun
lel wie ausgestorben. Wahrscheinlich
badeten die Leute alle unten im
Meer. Ihr Haus war hinter ihr. oh-
ne daß jemand von dem Besuch seiner
Herrin etwas ahnte. Sie stand mft
ten auf der staubigen, dnnklen, immer
noch schwülen Straße und schlug ei
lends ivieder die Richtung nach der
Bahn ein. Sie hatte jetzt nur dic
eine Sorge: sie wollte vor Nikolai
wieder in Lustdodf sein. Er brauchte
es nickt zn wissen, daß ne sich so tie?
gedemütigt hatte, ibm heimlich, in
Frrundesabsicht, um ihm in seiner
Einsamkeit und Trauer nahe zu sein,
nach Odessa zu folgen. Wenn er es
erfuhr, dann mußte sofort die ent
scheidende, die letzte Aussprache zwi
schen ihnen geschehen. Die war frei
lief) unvermeidlich das wußte sie
nun ohne Zweifel und Bangen, als
gehorchte sie einem fremden Willen
aber sie wollte sie erst herbeiführen.
wenn sie mit sich ganz in's reine ge
kommen war. Morgen vielleicht.
Nicht früher.
Zllm Glück erreichte sie noch gerade
einen Zug dcr Straßenbahn. Aber
am Endpunkt, an der großen Fon
täne, fand sie keinen Wagen. Un
schlüssig stand sie in der Dunkelheit
da, durch die in weißlichem, unbe
stimmte Flimmer die Kathedrale am
Steppenrand und sern dcr Leucht
turm glänzten. Jemand heraus,
klopfen und anspannen lassen da
mit verlor sie aufs neue Zeit. Da sah
sie, wie ein älterer Mann, der mitge
fahren war, sich von ein paar Russen
vertbschicdcte. Die wünschten ihm gu
ten Weg nach Lustdorf. Es war wohl
cin deutscher Kolonist von dort. Wenn
sie ihm folgte, war sie vor den Gcfak
rcn der Steppe geborgen.
Der Mann im Dunkel schritt schwer
und rüstig aus. Sie wanderte hinter
seiner Schattengestalt her. so daß sie
die eben noch erkennen konnte, voll
Vertrauens in die Nacht hinein an
den kleinen russischen Häusern und
dem Kloster vorbei, die letzten Vorpo.
stcn der städtischen Besiedelung hinter
sich lassend und weiter aus die freie
Fläche. Ueber der glitzerten und .fun
kelten zahlreiche Sterne in südlicher
Pracht, fern murmelte das unfickitba.
re Meer, ein kühler Hauch wehrte
über die Heide, und in ihm wurden
fern aus der Finsternis seltsame
Stimmen wach, ein leises Stöhnen
über der Steppe, ein Flüstern und
Raunen ein Locken wie von Men
schenkeblen ein Rascheln am We
ge dann wieder der Schrei eines
Nachtvogels irgendwo im Dun
kel das Schliauben angepflöckt wei
dender Pferde sie ließ sich durch
nichts beirren. Vor ihr schritt ja
ihr Führer durch die Finsternis. Der
würde ihr schon helfen, wenn Gefahr
drohte. Und ihr war, als veränder
te sich in der dämmernden Entfer
nung zwischen ihnen feine Gestalt.
Das war nicht mehr irgend ein unbe
kannter deutscher Mann aus Lust
dorf das war Rolosf selbst, der da
fest und gleichmäßig dahinwanderte
und ihr den Weg wies den Weg
ins Dunkel hinein und wieder zum
Licht den Weg aus der reichen
Villa unter ein niederes Bauerndach
den Weg von der Stadt dahinten
ihrer Heimat, hinaus in dic inive
kannte, von den Nebeln der Nacht
verschleierte Weite. Er wandte den
Kopf nickt um. Er wußte: sie folgte
ihm, wohin er den Fuß auch setzte.
Wie er ihr die Richtung angab, so
war es gut ...
Die Hunde der deutschen Ansiedler
kläfften wütend, und zu ihrer Be
ruhigung öffnete ihr nicht der Kolo
nist selbst, dcr mit den Seinen über
Land gefahren war, fondern dessen
Nesfe die Türe. Der war ein kran
ker, nicht ganz zurcchmlngsfähiger
Mann vcrstört in seinem bleichen,
blonden Ehristilskopf, aber von sanft
mütiger Art. Man nannte ihn den
Apostel, wciNnanche glaubten, daß er
sich für den heiligen Paulus halte.
Er selbst sprach nie davon. Er lebte
nur für seine Blumenbeete und Bie
nenvölker binter dem Hause. Um die
Menschen kümmerte er sich nicht und
erzählte es sicher niemand, daß sie,
die vornehme Dame, allein bei Nacht
und Nebel zu Fuß über die Steppe
zurückgekommen und totenbleich in
ihr Zimmer hinaufgestiegen sei.
Dort setzte sie sich am Fenster nie
der. Nikolai war noch nicht da. Es
mußte noch geraume Zeit verstreichen,
ehe er kam. Was würde er dann ihr.
der scheinbar nichts Ahnenden, sagen?
Ein harter, verächtlicher Zug legte
sich um ikre Lippen. Siclckiautc
hinaus, in die Nacht und mattete auf
ihn und auf seine letzte Lüge . . .
lgorntHuns soSk.)
Ellsworth Earson, 17
Jahre alt. dcr in dcr Nähe seiner
Wobnuna. No.590 Wheelock Avenue.
in einen E. F. Smith Laden einbrach
::n! '7 m:d Näschereien stahl.
' ivurd.'' cc:i Richter o-i'"i:' '-- fünf
! Mon25 GciänÄMs verurteilt.

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