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Detroiter Abend-Post. (Detroit [Mich.]) 18??-19??, December 25, 1918, Image 1

Image and text provided by Central Michigan University, Clark Historical Library

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T-vyisS'
Tln die Leser .
der Äbendpost.
Machen Sie Ihre l?inkSnse bri
den Geschäftsleuten, welche i der
Abendvoft nnonjieren und gebe
Sie sich als Leser der bendpost in
diesen Geschäfte , erkennen.
Eigentümer und Herouögeb:
50. Jahrgang.
Hindenburg
& y
Kongreß wird sich wiihrcnd
der Feicrtagc gründlich
ausruhen.
Mehr Truppen bcsinden sich auf
Hciuilocg vou Frankreich.
Komitc für öffentliche Jnlormation hat Tätig
seit eingestellt.
Troe translation filed with the
ostiuastor at Detroit ou Dec.
25th a n-juired bv tho act of
October 6th 1917.
W a s h i n g t o n, 23. Tez. 2er
Kongreß bat beute feine Weiknachts
ferien begonnen und selbst die Aus
fchiiffc kabeii fast alle Arbeit für die
Feiertage eingestellt. Nachdem der
Senat gestern die 5!riegöftener Bill
angenommen hatte, begann er drei
tägige Pansen bis znm 2. Januar
und da? Hanö schloß sich heute dem
Programm an, nachdem wegen Man
ccl eines Citonim die allgemeine
Debatte über die TfluVr und Hafen
litt vor den Feiertagen nicht znende
geführt werden konnte. '
: Vorsitzer Simon? vom Senats-Fi-nanausfchnk
und Nepräfentant Kit
chin. Vorüber des .oansansfchusses
für Mittel und Wege, kam dahin
überein, Konferenzen über die Krieg-steuer-Bill
ungefähr am 2. Januar zu
beginnen. Vielleicht wird es eine
Debatte über die Friedenskonferenz
geben, wenn der Senat am Ton-,
nerftag in Sitzung tritt,' aber nach
dem Pause llebereinkommen können
keine Geschäfte erledigt werden und
sehr geringe Beteiligung wird er
wartet. . Aufklärung über falsche Idee.
Um eine falsche Idee aufzuklären,
die aus vielen Teilen des Landes be
richtet wird, daf; Kriegs Sparzerti
fikate vor dem 1. Januar einkassiert
werden müssen, gab heute V.'rtvi B.
Franklitt. Direktor der Kriegsanleihe
Organisation, die folgende Erklärung
ab:
Kriegssparmarkeu und Thrift"
Marken sind so gnt wie ttold, ob nun
Zertifikate oder Thrift" - Karten
gänzlich gefüllt sind oder nicht. Die
Idee, daft ungefüllte Zertifikate vor
dem l. Januar einkfsiert werden miif
fen. ist gänzlich grundlos. Die Re
gierung wird fortfahren. Thrift"
Marken ,m verkaufen, fodafz ihr diese
Karten füllen und sie für die Kriegs
Sparmarken der Ausgabe von 1919
austauschen könnt".
Mehr kommen heim.
Abfahrt des Transports Princcfe
Matoika von Frankreich am 20. Te
zember mit 300(1 Truppen, ein
schließlich 700 Kranken und Verwun
deten, wurde heute vom Kriegsdepar
tement angekündigt. Das Schiff wird
ungefähr am 2. Januar in Newport
ews eintreffen. An Bord befinden sich
das zweite und dritte Bataillon, 37.
Küftenartillerie Regiment: Cafual
Companies" 108, 109 und 110;;
141. Maschinengewehr Bataillon: !
39. Division Cadre"; Hauptquartier !
30. Brigade Küftenartillerie. j
GeneralmaNjor Charles Monoher,
der kürzlich zum Vorsteher des Lust
dienches ernannt wurde, als Nachfol :
ger von John T. Rnan. kehrt auf der I
Princefz Matoika zurück.
Es wird angekündigt, dass die Ein
heiten nach den folgenden Lagern gc-
schickt werden sollen: 37. Regiment
Küftenartillerie. nach Fort ?ldams,
Newport. R. I.: Easua! Companies
108, 109 und 110, sowie das 14 t.
Maschinengewekr-Bataillon. 44 Pro
zent nach Camp Pike, Ark.. 40 Pro
zent nach Eamp Beauregard, La., Iß
Prozent nach Camp Zachary Tanlor,
flg.; 39. Division Cadre. bestehend
aus Abteilungen von mehreren In
fanterieregimentern, 100 Prozent
nach Camp Beauregard: "0. Brigade
Hauptauartier. 100 Prozent nach
Camp Merritt, N. I.
ttrüße ausgetauscht.
Die amerikanischen Armeen in
Frankreich und zuhause haben heute
per Kabel Veihnachtsgrüßc ausge
tauscht. General Pershing kabelte an
(General March: Akzeptieren Sie
Cfaflfast für die Offiziere und
AKÄM'RMf jyrfB
M lM pWwv 4
1
August Marrhausen.
Mannschaften der amerikanischen Ar
mee in den Ver. Staaten freund
fchaftliche Weihnachtsgrüße und beste
Wünsche für das kommende Jahr von
den amerikanischen Erpeditionstrup
fen". General March antwortete:
Weihnachtsgrüße an Sie und die
amerikanischen Erpeditionstruppen.
Glückliches Neujahr und baldige
Heimkehr".
Bon Armee ausgcstotzen.
Das Lkriegsdepartement hat den
Ausstoß des Sam Bucklen von der
Armee angekündigt. Bucklen war
überführt worden, zu feinem eigenen
Gebrauch $1500 verwendet zu haben,
welche Bürger in Camp Fuston. Kau
sas, beigesteuert hatten für Errich
tung eines Communitn Houfe" für
dortige farbige Soldaten.
, Präsident läßt Milde walten.
Todesutteile, welche von Kriegs
gerichten wegett Descrtierens über den
z Rekruten F. C. Laub und den Gemei
!nen George O. Jacobs, 150. Jnfan
'terie. verhängt worden waren, wur
jden heute von Präsident Wilsou in
jEntlan'ung mit Verlust der Ehren j
:und zwanzig Jahre schwerer Arbeits
'haft umgewandelt. Laub wurde in
Camp Todge, Iowa, verurteilt und
Jacobs in Camp Skelbn, Miss.
36si2 Namen auf Listen.
Zwei Armee.Perlustlisten, die heute
vom Kricgsdcpartement zur Veröf
fentlichung ausgegeben wurden, ent
halten insgesamt 3tfi2 Namen. Die
erste der Listen stellt sich wie folgt zu
fammen: schwer verwundet 43(;
verwundet. Schwere nicht festge
stellt, 597;
leicht verwundet 770;
Gesamtzahl 1809.
Die 1853 Namen der zweiten Liste
verteilen sich wie folgt:
an Krankheit gestorben 24;
schwer verwundet 657 :
verwundet. Schwere nicht festge
stellt, 378:
leicht verwundet 84 ;
in Aktion vermißt 110;
Gesamtzahl 1853.
Bureau wird geschlossen.
Niemand, der Autorität besitzt,
wollte hier heute das Schließen des
ausländischen Preßbureaus des Komi
tes für öffentliche Information in
New Aork auf von Vorsitzer Croul in
Paris gekabelte Instruktion bespre
chen. Insofern als keine Aktivitäten
j in Washington in Betracht komnien.
hat das Konute säst zu existieren auf
gehört. Anordnungen wurden vor ei
niger Zeit erlassen, alle Abteilungen
so schnell als möglich zn schließen, aber
man glaubte hier, daß die ansländi
sche Abteilung in New f)ott ihre Ar
beit fortsetzen werde, fo lange Herr
Creel in Verbindung mit der Frie
denskonferenz in Europa verweilt.
Juwelcadicbc machen gute Beute.
C h i c a go. 24. Dez. Drei Man
ner beraubten die Jralfon Gesell
fchaft, Juweliere, um Juwelen, de
ren Wert auf 100,000 geschätzt
wird.
Wcihnachtspakete verbrannt.
Trenton, N. I., 24. Dez.
Feuer in einem Postwaggon eines
Pennfalvania-Zuges, der heuteNach-
! mittag hier von New ?)ork eintraf,
vernichtete 400 von 1000 Säcken
Weibnachtsvost. die für Atlantic
Citn. Philadelphia und andere östli
che Punkte bestimmt waren.
Libertl, Bondö.
Bezahlen Sie für zahnärztliche
klxbeit mit Ver. St. Liberty BondS.
Dr. Adams' zahnärztliche Offices.
Michigan u"d l?r'i??sd. s?sn 1
um
Detroit,
Gm
Im KSwMschMWM
lNMsgM
Fraiizost gchc bei Frankfurt über die
Wafftnstillstandsbcfugnisse.
' s
Unter Wellingtons Triumpfbogen wird Wilson
seinen Einzug halten.
Troe translation filed with the j
postmaster at Detroit on Dec.
2oth as required br the act of
October 6th 1917.
London, Montag, 23. Dez. Die
Arrangements für das am Freitag zu
Ehren des Präsidenten Wilson zu ge
bende Bankett find ähnlich jenen, wel
che für den König von Dänemark ge
macht wurden, als dieser neulich Lon
don besuchte. Der Bunkettsaal im
Buckingham Palast wird in Weiß und
Gold dekoriert und enthält eine der
feinsten Tapcftrien, welche existieren.
Es ist der größte Raum im Palast.
An dem einen Ende befindet sich ein
Thron, aber dieser wird wahrscheinlich
durch Blumen verdeckt werden, wäh
rend an dem anderen Ende eine r
gelemvore sich befindet, in welchem
das Orchester für den Bankettabend
Aufnahme finden wird.
Das Erfatzdinner, das von Premier
Lloyd-George anstelle des im Lan
caster House geplanten Bankettes ge
geben werden wird, bedeutet, daß es
eine viel kleinere und viel intimere
Zusammenkunft fein wird, welche der
Präsident antreffen wird, nur eine
kleine Schar Männer vom kaiserlichen
Kriegskabinett.
Es ist beschlossen worden, daß Herr
Wilfon mit König George am Mon
tag Abend im Buckingham Palast di
nieren wird. Er wird den Palast um
9 Uhr am Dienstag Morgen verlas
sen. durch Linien Volk aufgestellten
Truppen bis zur Station passieren
und dann seinen Zug nach Dover neh
men. Es wurde heute angekündigt,
daß die am Samstag in der Guildhall
stattzufindende Empfangsfeierlichkeit
in der großen Halle, anstatt in der
Bibliothek, stattfinden wird. Das
wird es einer viel größeren Ver
fammlnng gestatten, der Zeremonie
beizuwohnen.
Franzosen überschreiten ihre Befug
nisse.
K o p c n h a g c n, 24. Dez. Die
franzöfifchen Okkupationstruppen ha
beu Nied, einen Vorort Frankfurts,
in ihre Zone eingeschlossen, und ent
gegen den Versprechungen des Mar
schall Fochs hat der Kommandant der
Franzosen die Jnternierung aller dor
tigen männlichen Pei-sonen, die nicht
vor dem Kriege Bewohner waren,
verfügt, wie der Vorsitzer der deut
scheu Waffenstillstandskommisfion sich
beschwert.
daß die
Die Beschwerde erklärt.
Verfügung des Kommandanten .eine
große Lokomotivenfabrik, welche bis
her für die Entente gearbeitet hatte
und in welcher eine große Zahl von
Beamten und mehrere hundert Arbei
ter beschäftigt waren, zur Einstellung
des Betriebes gebracht habe.
Die Berliner Depesche enthält diese
Beschwerde, und sügtc hinzu, daß
diese Maßnahme Deutschland verhin
dert. die Auslieferung von Lokomoti
veu an die Entente durchzuführen, wie
vereinbart worden fei und sie kiin
digt an, daß die deutsche Waffenftill
ttandskommission in Spa cinc Be-
schwerde erhoben habe.
Reisproblem halb gelöst.
Tokio. 24. Dez. Das neue Hara
Kabinett hat zu drastischen Maßnah
men gegriffen, um die Reissituation
zu lösen, indem es die Einfuhrsteucr
auf ausländischen Reis aufhob. Diese
Maßnahme hat sich als ein großer
Segen für das japanische Volk erwie
fen und trägt dazu bei. die Lasten
zu erleichtern, welche durch die cror
bitantcn Preise für Zcrcalicn; vor
banden waren. Die Regierung hat
Jedem daS Seine.
Mittwoch, den 25. Dezember ISIS.
erKeibtV ans ihren
Wirb WirWöMt
öllfSN fpeöfeW.
nun in allen Teilen von Tokio ihre
Vcrkaufsftände aufschlagen lassen,
um den Reis an die ärmeren Klassen
für mäßige Preise zu verkaufen.
Zionisten gehen zu Wilson alter ego.
Paris, 24. Dez. Eine Telega
tion amerikanischer Juden, von Rabbi
Wise geführt, wird in einigen Tagen
in Paris eintreffen, um mit Obersten
E. M. House betreffs der Zionisten
Bewegung zu konferieren. Die Zu
sammenkunft wurde heute per Tele
graph arrangiert.
Präsident geht augeblich auch ach der
Schweiz.
Basel, 24. Dez. (I. N. S.)
Die Zeitung Nachrichten brachte heute
die Meldung, daß Präsident Wilson
Bern und Genf besuchen werde.
Keine Pläne Wilsons, die Schweiz
zu besuchen, sind bekannt gemacht
worden.
Präsident kondoliert Frau Page.
Paris, 24. Dez. Präsident Wil
son hat heute Frau Walter H. Page
über das Abscheiden ihres Gatten,
des früheren amerikanischen Botschaf,
ters in London seine Kondolenz ge
kabelt. Frau Wilson machte heute amtliche
Weihnachtsbesuche und ließ die Karte
des Präsidenten zurück.
Die Mitglieder der amerikanischen
Friedensdelegation werden sich Weih
nachtsferien nehmen. Staatssekretär
Lsnsing wird seine zwei SckMestern
besuchen, welche an der Front Kriegs
arbeit verrichten.
Unter dem Königsbogen wird Wilson
einziehen.
London, 24. Dez. Die mit der
Tct'oricrung Londons zu Ehren Prä
sident Wilsons betrauten Beamten
trachten darnach, sowohl einen künstle
rischen Effekt wie auch eine brillante
Farbcnentfaltung zu erzielen. Außer
den venezianischen Masten, welche kö
nigliche Kronen tragen, Schilder und
Flaggen und welche mit Guirlanden
und Fahnentuch verbunden sind, wird
versucht, die bedeutenden, Gebäude
entlang der Route so zu dekorieren,
daß dies mit ihrer Architektur über
einstimmt. Der Portiko der Facade der Na
tionalgalleric wird mit Lorbecrguir
landen bekleidet sein und die Fen
ster werden in Scharlach, mit Gold
oesranzt, verhängt weroen. ic
Masten in diesem Teil der Routen
werden mit Lorbeer Festons anstatt
mit Fahnentuch verbunden sein. Der
Wellington .Triumphbogen auf dem
Konstitutionshügel wird mit Lor-
j beerfestons bekleidet sein und mit
Kronen geschmückt, welche von amcri
5anischen Flaggen und vergoldeten
Adlern verbunden sind. Der Mittel
gang dieses Bogens ist nur für könig
liehe und Staatsprozesfionen offen.
Präsident Wilson wird das erste
nicht gekrönte Haupt einer Regierung
sein, welches durch diesen Bogen im
Staatsaufzuge passieren wird.
Der Konstitutionshügel, dessen
Bäume die Errichtung von Masten
nicht zuläßt, werden mit verwundeten
Soldaten flankiert fein und mit
Frauen von der Flotte und Hilfsar
meezweigen. Die Masten um das
Königin Viktoria Denkmal vor dem
Buckingham Palast werden abwech
selnd das Sternenbanner und den
Union Jack tragen.
Botschafter Sharp geht auf Urlaub.
Paris, Montag, 23. Dez. Wil-
liam G. Sharp, der amerikanifchc
Botschafter in Frankreich, sprach heute
M-
Abend bei Präsident Wilson vor, um
sich zu verabschieden, da er unerwar
teterweise nach Amerika durch die
Erkrankung eines Bruders gerufen
wurde. Er reist heute Abend ab und
begibt sich nach Brest, wo er sich auf
einem Transport nach New Aork ein
schiffen wird. Robert Woods Bliß,
der Berater der Botschaft, wird als
Geschäftsträger während seiner Ab
Wesenheit fungieren.
Die Entscheidung des Herrn Sharp
wurde, getroffen, nachdem ihn ein
zweites Telegramm betreffs des Be
findens seines Bruders erreicht hatte.
Ter letztere wohnt in Elyria in Ohio.
Seiner starken Familienbande wegen
entschied er sich zu reifen, obgleich er
bedauert, daß die Reife zu diefer Zeit
unternommen werden muß, wenn die
Botschaft das Bindeglied zwischen dem
Hauptquartier des Präsidenten und
der Friedenskonferenz ist. Herr Bliß
ist ein Diplomat von großer Erfah
rung und ein fähiger Sprach kenner.
Er unterhält enge Beziehungen zu
dem französischen auswärtigen Amt
und zu allen diplomatischen Beamten.
Frau Sharp und Familie werden hier
bleiben, da es nicht befürchtet wird,
daß des Botschafters Abwesenheit von
langer Tauer fein werde.
E l y r i a, O., 24. Dez. Botschafter
Sharps Zwillingsbrudcr, George
Sharp, ist feit mehreren Jahren
kränklich gewesen. Letzten Samstag
wurde er vom Schlage getroffen und
gelähmt und am Montag erlitt er
einen zweiten Anfall. Dem Botschaf
ter Sharp ist die Nachricht davon
übermittelt worden, aber die Familie
hat noch nichts von ihm gekört, ob er
kommen werde.
George Sharp ist 60 Jahre alt,
lebt seit mehreren Jahren im Ruhe
stände und war früher ein Staatsse
nator in Michigan. Er wohnt hier
bei seiner Mutter.
Wilhelmina will Präsident Wilson
auch bei sich haben.
Haag, 24. Dez. Ehe Präsident
Wilson und Frau Wilson von Wash
ington abreisten, hatte ihnen Königin
Wilhelmina eine Einladuno znkom
men lassen. Holland zu besuchen. Die
Antwort, welche der Präsident an
fangs Dezember gab, ist soeben ver
öffentlicht worden. Sie läßt die
Frage der Annahme offen. Die Ant
wort drückt die aufrichtige Genug
tuung" über die Einladung der Kö
nigin aus und verspricht, daß der
Präsident und Frau Wilfon Ihrer
generösen und gütigen Einladung ge
denken werden", und daß sie sich die
Freiheit nehmen, Sie wissen zu las
sen, wenn Sie es nicht für unhöflich
halten, dies zu tun, ob es möglich sein
wird, uns das Vergnügen zu erlau
ben, Ihre Offerte anzunehmen."
Sie schließt: Bitte, von Frau Wil-
fon und von mir selbst tie Verfiche
rung meiner höchsten Hochatung ent
gegen nehmen zu wollen."
Ist Milukoff den Franzosen nicht an
genehm
Paris, 24 .Dez. Prof. Milu
koff erlangte in Konstantinopel einen
Paß nach Frankreich durch ein Ver
fehen, schreibt ein Blatt. Erwar in
Paris vier Tage lang gewesen.
Prof. Paul Milukoff. viele Jahre
lang einer der prominentesten liebe
ralen Führer in Rußland, war zu
letzt der Führer der konstitutionellen
Demokraten. Er spielte eine bedeu-
tende Rolle in der Revolution im
(Fortsetzung auf Zeitt 2)
hiu
Wo
Entente wird in Rußland
nicht ausgedehnter ein
greifen. Alliierte bei Archangel scheinen
nicht auf Rosen gebettet zn sem,
Wien hat ein licht- und hcizloscs ttamigcs
Wcihnachtsfcst. ,
Trne translation filed wltli the
postmaster at Detroit on Dec.
2oth as required by the act of
October 6th 1917.
Bafel, 24. Dez. Zwischen der
Berliner Regierung und dem deut
schen Generalstab ist eine Vereinba
rung getroffen worden, gemäß wel
cher Felömarschall von Hindenburg
und General Gröner. der General
quartiermeister, ihre Aemter inne be
halten, gemäß dem Lokalanzeiger in
Berlin geniäß.
Es wird von Berlin berichtet, daß
die Unterhandlungen zwischen den
Mehrheitssozialisten und den unab
hängigen Sozialdemokraten zu kei
nem Resultate geführt haben und daß
die Unabhängigen beschlossen haben,
Kandidaten in allen Distrikten aufzu
stellen. Russen sollen sich selbst helfen.
Paris. 24. Dez. In der russi
schen Botschaft fanden gestern wichtige
Konferenzen zwecks Kooperiern:
zwischen den Alliierten und den Ver.
Staaten einerseits und den ordimngs
liebenden, patriotischen russischen Ele
menten andererseits statt, wie die
heutigen Ausgaben der Blätter be
richten. Die Entente Regierungen find
nach den Preßberichten vollständig in
der Entschlossenheit einig, keine aus
gedehnten militärischen Expeditionen
in Rußland zu unternehmen. Man
ist der Meinung, daß es an Ruß
land sei, seine ordentlichen Elemente
zusammen zu bringen, welche, wenn
sie vereinigt sind, Unterstützung und
praktische Hilfe von den Alliierten
und den Ver. Staaten finden würden.
Traurige Weihnachten für das frohe
Wien.
Wien, Montag. 23. Dez. Ohne
offene Läden nach vier Uhr am Nach
mittag, wonach die Straßen sich im
Halbdunkel befinden werden, ohne
Licht und Heizung in den Wohnun
gen, ohne Nahrung und Kleidung zn
erschwinglichen Preisen und mit mekr
als 50.000 Personen ohne Beschäfti
gung, wird Wiens erste Friedens
weiknacht trauriger sein, als irgend
eine während der vier Kriegsjahre.
Personen, .welche unbeschränkte Mit
tel haben, können nahezu alles erlan
gen, dessen sie bedürfen, aber die
Mittelklaffen und die Familien der
Berufsleute, welche vor dem Kriege
und selbst noch vor zwei Jahren ganz
wobl daran waren, müssen am Weih
nachtsabend znm Beispiel um sechs
Uhr zu Bett gehen, da ihnen die Be
leuchtung gänzlich fehlt.
Seit der Waffenstillstand unter
zeichnet worden ist, haben die Laden
inhaber erstaunliche Massen von Wa-
ren hervorgebracht, besonders Klei
dungsstücke, von welchen sie nur eini-
ge Tage vorher behauptet hatten, sie
existierten nickt. Die Preise sind zu
einem Viertel der vorherigen phanta
stischen Raten gefallen, sind aber im-
mer noch zu hoch für alle, außer den
Profitmachern. Die Nahrungömit'
telprcise zeigen keine Reduktion auf
und sind in vielen Fällen immer noch
Prohibitiv. während einige Produkte,
wie Milch, fast unerhältlich sind.
Die Zeitungen berichten, daß
50,000 Personen am Samstag Mor
gen auf den Fleifchmärkten warteten,
von denen 10,000 in langen Reihen
die ganze Nacht zu verbleiben hatten,
in der Hoffnung, eine geringe Quan
tität Speck kaufen zu können. Trut
bähne kosten $r das Pfund. Rind
fleifch $3 und Schweinefleisch $5 das
Pfund. Die Preise für alle Weih
nachtsfrüchte sind gleicherweise exor
bitant. Der einzige Lichtpunkt ist das ver
hältnißmßige milde Wetter in dieser
Trübsal, welches bereits taufende der
Armen von unaussprechlichem Elend
errettet hat.
Das Wette?:
Heute etwas Schnee und Temperatur
ungefähr 20 Grad; frischer Nord-wind.
Office: Mendpost Gebäude.
Nummer 18772
Flottenhäupter eutlasseu.
Kopenhagen, 24. Dez. Vize
Admiral Hipper, der Oberbefehls
haber der deutschen Hochfeeflotte,
Vize-Admiral Bachmann, der Be
fehlshaber der baltischen Flotte und
Kapitän Hinke, der Direktor der
Schiffswerften in Kiel, sind aus dem
Amt entlassen worden, einem Tele
gramm von Berlin gemäß.
Vize-Admiral Hipper war das
Haupt der deutschen Delegation, wel
che die Pläne für die Uebcrgabe der
deutschen Flotte entwarf. Er war der
Nachfolger des Admirals Scheer als
Haupt der Hochseeflotte. Admiral
Bachmann hat den Befehl über die
baltische Flotte mehrere Jahre lang ,
gehabt. : .
Bolschewiki sperren so ungefähr alles
ein.
London, 24. Dez, In dem
Krefti Zuchthausc. einer der Strafan
stalten von Petrograd, werden 3.205
Personen von den Bolshcwiki festge
halten, Meldungen an die Rcutcrschc
Agentur gemäß. Die Gefangenen be
greifen: 1108 von dem Volkstribuna
len Verurteilte: 330, welche wegen
Uebertretting der Bolschewiki-Verfü
gungcn prozessiert werden sollen;
1504, welche von den Bolschuviki ver
hastet wurden, ohne irgend eines Ver
brechen? angellagt zu sein; 260, wel
che seit mchr als zwei Wochen in Hart
sind und für welche Verhaftungen
keine Autorität vorliegt.
Unter den Gefangenen befinden sich
350 Bourgeois. 7 Monarchisten. 27
Sozialdemokraten. 311 Sozial-Revo
lutionäre. 82 soziale Kommunisten.
5 Anarchisten, 85 Bolschewiki und
06 1 von keiner bestimmten Partei.
Russe bitter über London.
Paris. 24. Dez. Die aSnerte
Intervention in Rußland ist uner
läßlich, erklärte V. N. Kokovsoff, ein
früherer russischer Premier, in einer
Mitteilung an die Morgenblätter.
Es muß eine militärische Diktatur
errichtet werden", sagte er. Wie zu
wider das auch immer dem französi
schen Geist sein mag. nur eine militä
rische Diktattir kann dem gegenwärti
gen anarchistischen Regime ein Ende
und die Errichtung einer gefunden
und ehrlichen Regierung möglich ma
chen. Sollten die Alliierten nicht in
tervenieren, so würde das den Deut
schen gestatten ihren Griff auf Ruß
land zu stärken und auszudelnen und
zuletzt intime politische Beziehungen
zwischen den beiden Ländern herbeizu
führen. Werden die Alliierten inter
vcnieren? Offen gestanden, ich glaube
kaum. Ich bringe von Londgn einen -recht
pessimistischen Eindruck mit. In
dieser Hauptstadt erstreben sie vor
allen Dingen, die Beilegung der Ka
talnpse. welche die Welt aus den
Kopf stellte, zu beschleunigen und sie
scheinen bange vor der bloßen Idee
neuer Verwickelung zu sein.
Es schein nicht zum Beste mit den
Alliierten in Rußland anszusehkn.
L o n d o n, 21. Dez. Die britische
Regierung wird dem Präsidenten
Wilfon alle Information vorlegen,
welche man inbetrefs der russischen
Situation gesammelt hat. Diese Si
tuation ist die Ursache vieler Besorg
nis in einigen Kreisen hier.
Depeschen von Archangel heben
hervor, daß die Bolschewik! dort wohl
ausgerüstet find und daß sie gutes
Kampimaterial besitzen. Eine ernst
liche Niederlage der Alliierten im
nördlichen Rußland, wo eine enorme
Front zu bedachen ist, würde die
Folge haben, daß das Gebiet von den
Bolschewiki überschwemmt wird und
dürfte wahrscheinlich zur Maffakrie
rung der Rus'en führen, welche
freundschaftlich zu den Alliierten
standen. '
Es ist vorgeschlagen worden, daß
PsneV.

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