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Süd Dakota nachrichten. (Sioux Falls, Süd=Dakota) 18??-1900, April 05, 1900, Image 1

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'f
luslanv.
Ttntschcr ftnöclört^/
WSm Reichstag und feinen Ciicrfetltn.—
Tas Sducfsal der vermiedenen Vorlagen.
Lex Heinze so gut wie begraben.—
Teutschlands Znstininmng zur „Lfiencn
Thüre" in China mit einer Reeiproeitäts
klciusel.—Was die Äer. Staaten auf letz
tere zu erwidern hattem-^HohenWhe'G 81
Geburtstag.
Berlin, 2. April. Der Reichstag
hat seine Osterferien genommen ur.D
Flottenvorlage. Lex Heinze und einige
andere Vorlagen, welche die gesetzge
bende Körperschaft des Reiches in den
letzten Wochen' stark beschäftigt haben,
werden bis dahin nur noch in den Zei
tungen und politischen Versammlun
gen erörtert werden tonnen, selbstver
ständlich nur in dem Maße, als Poli
zei und Gen für gestatten tzürfen und
wollen. Den Discussionen über die
Flotten-Vorlage vor der Specialcom
misston desReichstags.die auch nach der
Vertagung des letzteren noch anbauers
ten, war zu entnehmen, daß die Regie
rung es als sicher betrachtet, durch Auf
läge von Sperialfieuetn die Kosten zu
Wen, welche die in der Vorlage be
stimmte Verstärkung der Flotte verur
fachen würden. Offenbar hat steh die
Regierung dem Wunsche des Centrums
gefügt, Börsianer, Exporteure etc. zu
besteuern, um dessen Stimmen zu ha
ben, wenn es zur endgültigen Elu,chei
dung kommt. Die Lex Heinze scheint
dem Tode geweiht zu fern allgemein
ist man der Ansicht, daß sie in den
Hallen des Reichstaas nicht wieder zu
sehen und den staubbedeckten Archiven
einverleibt werden wird, wo noeß 'an
dere vergessene Vorlagen ruhen. We
gen der Vorlagen, die auf ein Verbot
der Einfuhr von amerikanischem
Fleisch hinzielen, sucht die Regierung
noch immer zu einem Kompromiß mit
den Agrariern u gelangen, doch dürfte
ihr dies schwer werden.
Im Hinblick auf die Publikation
verschiedener Specialdepeschen, in de
nett gesagt wurde, daß Deutschland
Delegaten zu einer Conferenz ernannt
habe, welcke Präsident McKinley an
geblich in Vorft lag gebracht, um die
ökonomischen Streitfragen zwischen
Deutschland und den Ver. Staaten fu
schlickten, begab sich ver Correspondent
der Associirten Presse in das Auswar
tige Amt, um Näheres über diese An
gelegerilieit zu erfahren und dort wurde
ihm von hervorragenden Beamten
mitgeteilt, daß man nichts über eine
derartige Conferenz wtffe, auch nichts
über die Ernennung von Delegaten.
Es wurde aber angedeutet, daß wenn
sich Schwierigkeiten einer baldigen
Beilegung dieser Streitfragen entze
gen stellten, bieSchiVib daran ursprüng
lich nicht an Teutschland, sondern an
den Ver. Staaten lag. Nacyoern
Deutschland den Ver. Staaten eine zu
friedenstellende Antwort in Bezug auf
die „Offene 2hüte" in China gegeben,
damit seine guten Absichten gegen die
Ver. Staaten kundgebend, hätte es bei
letzteren mehrmals angefragt, ob sie
nicht dadurch auch ihren guten Willen
gegenüber Deutschland zeigen wollten,
daß sie ein ähnliches Privilegium für
den Handel in den Philippinen gestat
ten würden. Die Antwort der Ver.
Staaten lautete, daß die Tarifsragen
in den Philippinen noch nicht reguiirt
seien und daß die geeignete Zeit abge
wartet werden müsse. Gleichzeitig ließ
man durchblicken, daß wenn die Reci
procitäts-Frage ernstlich zu erwägen
sei, der unbedeutende Handel mit Ki
autschau in Deutsch-China mit dem
enormen Geschäft in den Philippinen
nicht verglichen werben könne und daß
die Ver. Staaten dann wenigstens er
warten, daß Deutschland alle seine
Colonien und nicht blos Kiautschau,
dem amerikanischen Handel freigeben
würde.
Fürst Hohenlohes 81. Geburtstag
wurde heute in der üblichen Weise
gefeiert. An allen öffentlichen Gebäu
den wehten Flaggen und bei dem Fest
mahl, das zu Ehren des greisen Ge
burtstagskindes stattfand, gratulirte
der Kaiser dem Fürsten persönlich und
überreichte ihm auch zu gleicher Zeit
«tu sinnig Geschenk.
Von heute art hören alle Privatpost
Smter zu eristiren auf und ihr Ge
schäfte übergehen an die Reichspost.
Die Regierung hat diesen Privatpost
Gesellschaften eine ihren Leistungen
entsprechende Entschädigung bezahlt
eine Firma soll allein eme Million
Mark erhalten.
fmi Richter» Resignation angenom
men.
Wien, 31. März. Hans Richtete
Resignation als Dirigent der Hofoper
ist angenommen und Prof. Hellmes
berger an seiner Stelle ernannt wot
den.
'?tT~ ^"lichen Uebetfchwemmun
Dil in Uruguay haben große Verhee
rungen unter dem Vieh und auf ben
SBciitnftlbtiJi angerichtet.
5 I
'v A
Lpser des lyauufauipiev.
New Nork. 31. März. Tbos. Mc
Gregor, ein lTjährtgei Jüngling, statu
heule Abend an den Verletzungen, die
er bei einem „freundschaftlichen" Faust
kampfe erhalten hatte, und der im sel
ben Alter stehende Thos. Nelson ist
verhaftet worden, um sich auf die An
klage zu verantworten, den Tod Mc
Gregors herbeigeführt zu haben. Die
Beiden pflegten mit anderen Freunden
von Zeit zu Zeit zusammenzutreffen,
um sich im Faustkamps zu üben ge
stern fand die „Vorstellung" in bei
Wohnung von Walter Sacht statt und
Nelson brachte McGregor, obwohl
beide Handschuhe anhatten, einen so
unglücklichen Schlag auf die Nase bei.
daß derselbe wenige Stunden nachher
vom Tode ereilt wurde.
Washington, 31.' März. Präsident
McKinley hat sich entschlossen, den
Söiceconsul der Ver. Staaten in Köln.
Chas. Barnes, zum Consul daselbst
zu ernennen, an Stelle seines Vaters,
des kürzlich verstorbenen Consuls John
A. Barnes. Der neue Consul ist aus
Illinois gebürtig.
Bergcr muß in'S ZuMans'
Chicago, 31. März. Robert Betger,
derGefchäftstheilhabet des kürzlich we
gen Unterschlagung von $300.000 zur
Zuchthausstrafe verurteilten Bankiers
E. S. Dreyer, ist heule ebenfalls schul
dig befunden worden. Der Richter der
tirtheilte ihn zur Zuchthausstrafe auf
unbestimmte Zeit.
Räuber in einer Brauerei.
Wt. Louis, 2. April. Drei mal
kitte Räuber drangen gestern in die
Office der Star Brauerei in Belleville,
III., sperrten den Nachtwächter und
Heizer in einen in der Näh stehenden
Refrigerator-Wagen und fingen dann
an, denGeldschrank zu plündern. Wäh
rend sie an der Arbeit waren betraten
Hubert Hartmann,* der Sekretär der
Brauerei, und fein Bruder Hans die
Office. Die Räuber richteten schnell
ihre Revolver auf die Beiden und ali
dieselben einsahen, daß Widerstand
nutzlos wäre, wurden sie ebenfalls nach
dem Refrigerator-^agen gebracht, um
dem Nachtwächter und Heizer Gesell
fchaft zu leisten. Nachdem die Banoi
ien den Geldschrank gesprengt und un
gefähr $1000 in Baar, werthoolle Do
kumente und verschiedene Schmucksa
chen erbeutet hatten, zogen sie ab.
Arbeiter-Angelegenheiten.
Pittsburg, 2. April. Die Feier zu
Gunsten der Einführung des achtstün
digen Arbeitstages leiten» der Kohlen
grabet hatte am Samstag eine vollstän
dige Einstellung der Betriebe im Pitts
burger Districts zur Folge. Taufend:
von Feiernden hielten an vielen Orten
Versammlungen ab, in denen Erecu
tivbeamte Ansprachen hielten, worin sie
die neue Skala erklärten und den Leu
ten deren Durchführung bis Ende des
Jahres an's Herz legten. Nahezu
30,OCO Mann werden von der neuen
Skala Aortheil haben, die am Montag
in Kraft tritt. Sie begreift eine 20
procentige Lohnerhöhung und den
Achtstundentag in sich.
New York, 2. April. Heute werben
im Baugewerbe viele Streiks ihren An
fang nehmen, indessen wird die Lage
noch nicht als ernst betrachtet angesichts
der Thatfache, daß eine Anzahl der Ar
beiigeber nachgibt. In Brooklyn ver
langen 1500 Zimmerleute einen Lohn
von 45 Cents die Stunde. Im Bronx
District dürften 500 bis 600 Zimmer
leutc und Anstreicher ausstehen, weil
ihnen der verlangte Lohn von $3.50
für den neunstündigen Arbeitstag und
der halbe Feiertag am Samstag nicht
bewilligt wird. In Newark, N. I..
wollen die Anstreicher, Tecorateure,
Tapezierer und Zimmerleute für eine
Lohnerhöhung von 25 Cents per Tag
streiken und die dortigen Zimmerleute
und Bautischler verlangen $3 Lohn.
Die Fundamentarbeiter in Harlem
und Bronr fordern eine Lohnerhöhung
von 50 Cents per Tag. Fünfzehnten
dert Elektricitätsarbeiter wollen am 1.
Man $4 per Tag anstatt des jetzigen
Lohnes von.$3.50 fordern.
Des Mordes schuldig.
Georgetown, O., 31. März. John
W. Donald, ivelcher Wilh. Schneider
am 27. August in Higginsport, O., er
mordete, wurde heute des Mordes im
zweiten Grade schuldig befunden.
S i w e n i e a
fern in Allegany County, Mo. In
der Familie des Herrn Edward Nixon
in Cumberland starben zwei erwachsene
Kinder, ein Sohn von 21 und eine
Tochter von 19 Jahren, innerhalb 36
Stunden an der Lungenentzündung.
Die Verstorbenen hatten vorher die
Masern gehabt. Noch zehn andere Fa
milienmitglieder liegen an den Masern
darnieder, und eines davon befindet
sich in kritischem Zustande. Schwester
und Bruder wurden in einem gemein
sAsijMen KWtet.
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SjjjBi
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MllljltowiliiM^*
Ä%5 *iV?^* v BTT"*^'
Englands Raubkrieg.
Weitere Berichte über Den ttamps cm Frei»
tag. Buren hielten roarer Stand und
wichen
nur der Uebetmadjt. Englische
y Heuchelei Gen. Roberts schickt an Präsi
"^fcent Krüger ein Condolenz Telegramm
Ivegen Jouberts Tod und Rudyard ftip*
ting versaßt sogar ein Gedicht
tobten Feldherrn.
London, 31. März. Lord Roberts
meldet den Tod des Obersten Geo.
Hugh Gough, der feit dem Iahte 1S97
Privatsecretär des Obercommandanten
der britischen Armee, Lord Wolseletz
war.
fernerem Widerstande an.
iB a rai
vsßjf
M-
auf
den
Bloernsontein, 31. März. Die Posi
tion der Buren im gestrigen Kampfe
war eine sehr starke/ Nur die Flan
kenbewegung des Gen. French und des
Majors La Gallais, welch' letzterer die
reitende Infanterie commandirte,
sicherte den Engländern den Erfolg.
Major Le Gallais beunruhigte die Bu
ren an der linken Flanke und unterhielt
mit feiner, Bickers Maxim Cte
schützen ein so heftiges Feuer, daß die
Buren mehr und mehr gegen das Cen
trum sich zurückzogen, wo sie tapfer
Stand hielten. Lord Robcrts hat an
läßlich des Todes von Gen. Joubert
ein Condolenz Telegramm an Präsi
dent Krüger gerichtet und (O Hohn!)
Rudyard Kipling hat ein Gedicht über
Gen. Joubert verfaßt, das in einer
Zeitung des Oranje Freistaates er
schienen ist.
Kroonstad, Oranje Freiswat, 3fX
März. Gen. Smuts griff heute e
Engländer bei Mafet Kop, südlich von
Brandfort, an und hielt sie sechs Stun
den lang im Schach. Die Buren
kämpften tapfer. Verluste sind nicht
bekannt. Der Raab des Orcmje
Freistaates wird sich am 2. April
Kroonftad versammeln.
a
Pretoria, 30. Marz. Die von den
britischen Behörden angeordnete
Transportation der gefangenen Bu
ren nach St. Helena hat in den beiden
Republiken eine solche Entrüstung her
vorgerufen, daß man sich hixr mit der
Idee trägt, Vergeltung zu üben und
die britischen Gefangenen nach Komati
poort, dem schlimmsten Fieber-Orte in
Südafrika, zu bringen.
Britische Colonne gegangen ßewwmieit „nd
sechs ihrer Geschütze erbeutet. Zuiie^
wende ttrankheits'älle unter den gesange
tteit Buren. Präsident Gtey»
reizt
zu
Bushman Kop. 31. März. Der von
Oberst Broadwood befehligte, aus dem
10. Husaren-, dem Household Caval
lerieregiment, zwei reitenden Batterien
und einer Abtheilung berittener In
fanterie unter Oberst Pilcher bestehende
Heerestheil war vorige Naajt infolge
des Vorrückens einer großen Buren
streitmach! gezwungen, das von dem
selben^arnisonirte Tbaba Nchu zu
Verlanen.
Oberst Broadwood mar-
fchirte nach den Bloemfonteiner Was
serlverken, wo er heute Morgen um 4
Uhr ein Lager bezog. Bei Tagesan
brueb wurde das Lager von einem na
hen Punkte aus mit Granaten beschos
sen. Oberst Broadwood sandte die
Batterien unter Bedeckung fort, wäh
rend der Rest seiner Truppen die Nach*
Hut bildete. Die Bedeckungscolcmne
kam an einen tiefen Bach, wo die Bu
ren verborgen waren, gerietb bort in
einen Hinterhalt und wurde fammt
sechs Geschützen gefangen genommen.
Der Verlust an Menschenleben war
nicht groß, da die meisten Briten in die
Falle Hinein gegangen waren, ehe ein
Schuß gefeuert wurde. Gen. Colvilles
Division, die heute Morgen zu früher
Stunde Bloemfontein verließ, traf um
Mittag hier ein und beschießt jetzt die
Buren mit Granaten.'
Kapstadt, 31. März.* Infolge zu
nehmenderKrankheitssälle unter den ge
fangtnen Buren ist die Abfahrt einige«
britischen Transportschiffe mit Buren?
gefangenen nach St. Helena verschoben
worden. Drei starben heute unb zwölf
während der Woche. Die Gefangenen
klagen weder über ihre Behandlung
noch über ihre Nahrung. Heute wurde
ein Heeresbefehl ausgegeben, der den
Titel „Freistaat Eisenbahnen" für ab
geschafft erklärt und ihnen dafür dir:
Benennung „Internationale Militär»
Maseru, Bajutoland, 31. März.
Präsident Steyn soll sich nach Lady
brand begeben haben, um die Burghers
zu erneutem Widerstand anzustacheln.
Die Buren sind aus der unmittelbaren
Nachbarschaft von Plattberg weggezo
gen und haben ein« beherrschende Stel
lung nicht weit davon eingenommen.
Die Holländer, die in Ladybrand ihre
Waffen auslieferten, müssen jetzt die
Beschlagnahme ihres Viehbestandes
übet sich ergeben lassen.
Pretoria, 30. März. Präsident
Krüger sagte gestern öffentlich, daß es
der ausdrückliche Wunsch des derstorbe
tttn Generalcommandanten Joubert
gewesen fei, daß Louis Potha sein
Nachfolget werden solle.
Berlin, 2. April. Dr. Leyds hat
die Berliner Presse benachrichtigt, daß
i in Deutschland für die Buten 400,000
Matt cMtürt weidtu k«d.
SiMlik
Notizen.
Die belgischen Schriftsetzer
für einen achtstündigen Arbeits
tag, an Stelle des neunstündigen, ttr
bis jetzt in 5!raft war. Viele Drucke
reien in Brüssel sind geschlossen.
fen
In Mannheim wurde am Sam
stag unter großartigen Feierlichkeiten
eine Colossal Bronzestatue des Für
sten Bismarck enthüllt.
Die Meldung, es habe anläßlich
der Verlobung der Prinzessin Marie
Luise von Cumberland mit dem Prirt
zen Mar von Baden zwischen demKai
set und dem Herzog von Cumberland
ein Depeschenwechsel stattgefunden, be
ruht auf Erfindung.
Die wiirtlembetgische Regierung
hat sich bereit erklärt, auf ihre eigenen
Postmarken zu verzichten. Es finden
jetzt Verhandlungen über die Art unt
Weise der Abrechnung zwischen dem
Reich und Württemberg statt, und so
bald dieselben zum Abschluß gelangt
sind, werben die württembergischen
Postinarten eingeben.
Aus Landeshut im preußischen
Regierungsbezirk Liegnitz sind alle
tschechischen Arbeitet polizeilich ausge
wiesen worden, weil es zwischen ihnen
unb ben deutschen Arbeitern fortwäh
rend zu Schlägereien kam. Landeshut
liegt am Fuße desRiesengebirges, nicht
weit von der böhmischen Grenze.
Am Samstag explodirte der Kes
sel eines französischen Torpedobootes.
Fünf Mann der Besatzung wurden
schrecklich verbrannt, eiltet starb und
ein Anderer, nicht im Stande den
Schmerz zu ertragen, sprang in'sMeet
und ertrank.
Inland.
Zwei Feuerwehrleute getödtet.
Orvosio. Mick.. 2. April. Bei ei
nem Feuer, das das Hochschulgebäude
hiesiger Stadt zerstörte, wurden ge
stern zwei Feuerwehrleute durch eine
fallende Mauer getödtet. Drei weitere
Feuerwehrleute wurden schwer verletzt
und auch zwei Zöglinge der Schule
trugen schlimme Wunden davon. Das
Feuer entstand durch einen brennenden
Schornstein und theilte sich durch die
Kaltluftschächte schnell allen Tbeilen
des großen Gebäudes mit. Der Werth
des Gebäudes wurde auf $125,000 ge
schätzt.
Ter magnetische Pol festgestellt
Wellingion. Nerseelattd, 2. April.
Der Erforschungsdampfer „Southern
Croß" mit Herrn C. E. Borchgrevinck
und den Ueberlebenden der im Jahre
1898 von Sir James Neroneß von
London ausgerüsteten Südpolar Ex
pedition, traf gestern hier ein. Herr
Borchgrevink berichtet, daß der magne
tische Pol festgestellt worden ist.Äner
der Teilnehmer an der Expedition,
der Zoologe Hansen, starb auf der
Reife. Die Erpedition ging am 19.
December von Tasmania aus nach der
antarktischen Region ab.
Mörder von Missionären bestraft.
Peking, 2. April. China hat sich jetzt
zur Beilegung der Controverfe verstan
den, lie sich infolge der Ermordung des
Rev. Brooks von der Kirchen Mis
sions-Gesellschast erhoben hätte. Zwei
ber Mörber werben enthauptet, einer
wirb lebenslänglich, einer zehn Jahre,
ein anderer zwei Jahre eingesperrt
werben, ferner wird auf dem Platze,
wo sich die Mordthat ereignete, eine
Gedächtnißkapelle errichtet und auf
Kosten der chinesischen Regierung in
der Canterbury Kathedrale in Eng
land eine Gedöchtnißtafel angebracht
werden.
Schreckliches Eisenbahnunglück.
Wladikawka-, Kaukasus, 31. März.
In der Nähe von Alkhan Thurt colli
dirte heute ein Postzug mit einem
Frachtzug, wobei die Petroleumbehäl.
ter in Brand geriethen. Die Locomo
tivfiihrer beider Züge, die Postbeamten
und viele Passagiere tarn« ''ferklet
Flammen um.
Japanischer Spion erwischt,
St. Petersburg, 2. April. Depesche?
aus Port Arthur melden, daß sich ir
russischem Gebiete, vorzugsweise in
Wladiwostock unb Chabariwsk, bern
Endpunkte der Küstenprovinz Ver
längcrung der transsibirischen Bahn
und in Port Arthur als Kaufleute ver
kleidete japanische Spione gezeigt ha^
ben. Mehrere von ihnen sind verhafte!
und ausgewiesen worden.
Es verlautet, daß in aller Kürze auj
der Insel Otmup an der Einfahrt ir
den persischen Meerbusen, Buder Ab
bas gegenüber, eine russische Kohlen
station errichtet werden wird. Dat
britische Kanonenboot »Pigeon", dat
Specialdienstschiff „Sphynx" int bei
Kreuzer dritter Klasse „Melpomene1
find gegenwärtig oberhalb der Jnse!
flationirt, um die russischen Bewegun
aen zu beobachten.
'vf" S
Goebelv (xritiorbmi *.
Sensationelle Geschichte aus Winchester.Otz.
59en« ^'v'.itscy erzählen will, was er
v vciß. kann er angeblich Gouv. Taylor auf
Nn Galgen bringen und die repubUka
tusche Partei vernichte». Dick Combs
Verhaftung.
Lexington, Ky., 30. März. Der hie
sige „Morning Herald" bringt eine
Specialdepesche aus Winchester, fty.,
derzufolge Jas. Andrew Scott, einer
der Anwälte für die Demokraten, die
Goebels Mörder zur Strafe zu brin
gen suchen, zu dem Schwager und dem
Schwiegervater des wegen Betheili
gung an der Mordverschwörung ver
hafteten Doutfey gesagt hat: „Wenn
Doutfey bekennen will, wovon et mei
net Meinung nach Kenntniß hat, so
kann er Tcmlot auf den Galgen brin
gen und die republikanische Partei
vernichten. Ich bin überzeugt, daß ich
von der Belohnung, welche die Legisla
tut aussetzte, soviel für ihn erlangen
kann, daß er und seine Gattin fortan
komfortabel leben können. Culter wird
am nächsten Morgen ein Geständniß
ablegen und Uoutsey würde wohl da
ran thun. sich das Geld zu sichern, cht
es zu spät ist." Ob Doutsev wirklich
ein Geständniß gemacht hat, weiß man
nicht, und ob dasselbe so weitreichend
sein würde, wie Scott andeutete, noch
weniger.
Frankfort, Ky., 30. März. Dich.
Combs, der Neger, der im Verdacht
steht, auf Geheiß Anderer den verhäng
nißvollen Schuß auf Goebel abgefeuert
zu haben, ist in Beatyville auf eine alte
Anklage hin verhaftet worden und
wird so lange in Haft bleiben, bis man
ihn der Beteiligung an der Motd
verschwötung oder direkt des Mordes
anklagen kann.
Arbeiter-Angelegenbeitcu.
Chicago, 31. Mär Geschästsagent
Ouablan von ber,.Amalgamated Asso
ciation of Wood Workers" wird, wie
man in den Kreisen des „Building
Trades Council" glaubt, an irgend ei
nem Orte in der Stadt gewaltsam
festgehalten oder aber er ist von Agen
ten der Unternehmer aus ber Stadt
gelockt worden. Leute, die man im
Verdachte hat, im Dienste der Unter
nehmer zu stehen, sollen gesehen worden
sein, wie sie ihm Mittwoch Nacht auf
dem Wege nach Haufe gefolgt sind.
Als er am folgenden Morgen nicht
im Council erschien, stellte Sekretär
Lee mit Hilfe von Detection Nachfor
schungen an, aber die Spur des Ver
mißten konnte nicht gefunden werden.
Er war auch nicht in feine Wohnung
geko.mmen. Ouablan ist in den gegen
wärtigen Wirren sehr thätig und er ist.
wie man weiß, wiederholt bedroht ge
wesen.
Sharon, Pa., Zl.März. Ein Streik,
der alle Koblengräber in diesem Di
strict in Mitleidenschaft ziehen wirb,
droht nächsten Mittwoch auszubrechen,
an welchem Tage die Leute das Ver
langen stellen werden, daß man ihnen
die Lohnsätze des Pittsburger Districts
zugesteht. Sie haben 40 Cents per
Tonne erhalten und fordern jetzt 49i
Cents, während ihnen die Unternehmer
nur 45 Cents bieten, was die Leute in
dessen nicht auepiiren. Es scheint nur
geringe Hoffnung auf eine friedliche
Schlichtung der Angelegenheit zu beste
hen. Es werden fast 5000 Leute durch
dieselbe berührt werden.
Dubois, Pa., 31. März. Die aus
ständigen Kohlengräber der Horatio
Grube der Berwind White Coal Mi
ning Company griffen vorige Nacht
die wenigen Leute an, die die Arbeit
nicht niedergelegt hatten, als diese aus
den Minen kamen. Ein Kohlengräber
und seine beiden Söhne wurden von ei
ner aus Männern, Frauen und Kin
dein bestehenden und mit Knütteln und
Steinen bewaffneten Menge attakirt
und gezwungen, für ihr Leben zu kam
pfen. Sie wurden durch Andere ver
stärkt und es kam zum Schießen. Dib
blebis erhielt eine schwere Fleischwunde
im Arm und wurde noch am Kopfe
verletzt, zwei Knaben wurden in den
Leib geschossen. Sheriff Chestnut er
schien mit einer starken Mannschaft auf
der Kampsesscene und verhaftete 40
Männer und Frauen. Weitere Unru
hen werden erwartet.
Chicago, 31. März. Eine Beile
gung des Streiks in den Maschinen
Werkstätten Chicagos wurde gestern in
einer Conferenz zwischen Beamten der
Gewerkschaften und Vertretern der Ar
beitgeber zu Stande gebracht. Es ist
ein Uebereinkommen. das in seinem
ganzen Umfange zu nationaler Gel
tung kommen unb den für den 1. April
beabsichtigten Ausstand der etwa 150,
000 Maschinenbauer des Landes ab
wenden wird. Am Montag wird so
wohl hier als in Cleveland, Paterfon,
Ä. 3k und Philadelphia die Arbeit
wieder aufgenommen werten. Die
Streiker haben ben neunstündigen Ar
beitstag und auch eine klein? Lohnerhö
hung zugestanden erhalten.
»ch i444
w
TZT&f*
Chicago, III., 4. April. Die Repu
blikaner siegten bei den Mimicipalwa|*\
ten mit großer Majorität in Illinois,'
Wisconsin und Nebraska. Es ift das
erste Mal in der Geschichte der Stadt
Cmaha, Ntbr., daß sie republikanisch
ging.
Washington, 4. April. Admiral
Deroen bestätigte das Gerücht, daß er,
falls gewünscht, Kandidat für die Prä»
sideutschafts-Nomination sei.
München, 3. April. Ter Prinz«*
gent Luitpold von Baiern soll zum
König erhoben werden.
Pretoria, Südafrika, 3. April. Die
talnern Buren stehen auf (uonje*
chlachtfeld bei Paarbeberg laming«*
rüstet. Sie schlugen Col. Piumetil
Armee zurück. Letztere erlitt schwere
Verluste.
St. Petersburg, 3. April. Ruß
lands große Rüstungen zp Wajje^ Md
Land dauern fort.
Kansas City, Mo., 4* April. Die
riesige Halle, in welcher die denrnkatU
sche National-Convention am 4. Juli
stattfinden sollte, ist abgebrannt. Der
$3."0,(KX) betragende Verlust ist durch
Versicherung gedeckt.
••Ii I W» I Hl"'
Handel und Gewerbe.
San'f Benefit über tue (Heid)art3iage wLh
rend der vergangenen Woche.—Weize»»
auifutjr weit hinter dem vorigen ^atjr
zurück.
New Kork, 2. April. R. G. Dun
& Co.'s Wöchentliche Uebersicht über
die Geschäftslage sagt heute: E«
Fortschritt zum Besseren ist unver
kennbar. Es ist jetzt ein Jahr her, dcch
die wahnsinnige Spekulation in Jndtt
strieaktien ihren Höhepunkt erreichte
mit Preisen, bie burchtdinittlich höh«
waren, als zu irgenb einer Zeit seit
dem. während Eisenbahnlinien, nach
dem sie ein wenig heruntergegangen
waren, $1.18 per Aktie int September
höher stiegen, und nach dem Fallen i»
Beiden, welches im December zu EnW
ging, sind sie jetzt $8.35 per Aktie
dem höchsten Punkte dieses Jahres ge
stiegen. Die Steigung während bei
vergangenen Woche ist merkwürdig
stark gewesen.
Weizenausfuhten sind aber weit hin
ter denjenigen des letztenJahres zuriitj#
geblieben, indem sie'während der Woche
9,706,891 Bushel betragen haben, ge
gen 14,105,886 im letzten Jahre. Der
Preis ist um 2| Cents gestiegen mit'
Angaben, daß die Ernte Frankreich!
"stark reduzirt ist, obwohl es ziemlich
früh ist, um eine solche Abschätzung zu
machen. Die Ausfuhren von Welsch»
torn beweisen von Neuem die Gröffc
der ausländischen Nachfrage nach Ce
cealten, da der außergewöhnliche Ver
fandt vom letzten Jahre beinahe er
reicht ist, indem 11,794,875 Bushel in
vier Wochen nach dem Auslände gegan
gen sind, gegen 13,102.811 im letzten
Jahre. Die westlichen Zufuhren sind
nahezu dreimal so groß wie in dersel
ben Wocke des letzten Jahres, was ei
nen überflüssigen Vorrath anzeigt»
aber der Preis ist Cents gestiegen.
Baumwolle ist diese Woche Cent ge
fallen, aber Borräthe sind so klein,
unb leicht controflirt, daß die Zukunft
nicht wohl vorhergesagt werden kann.
Die Nachfrage nach Baumwollenwaa!-^
ren ist ziemlich gut für unmittelbarst
Bebürfnisse, aber bieHaltung ist fchwä»
cher für künftige Lieferungen unb
etliche Wiederverkäufe durch Spekulan
ten find zu Conzessionen gemacht wor»
den. Wolle ist um einen ganzen Cent
auf den Durchschnitt revidirter Quo
tationen gefallen.
Eisen wird schwächer, ausgenomme»
Bessemer Roheisen, welches für $24.9l
in Pittsburg gehalten wiro, trotz klei
ner Verkäufe östlicher Fabriken zch
niedrigeren Preisen. 203 Bankerott^
sind während der Woche in den Veüt
Staaten vorgekommen, gegen 194 im
letzten Jahre und 53 in Canada gegen
26 in 1899..
t'*v
'if
fi
4i

Nummer 38.
Neueste Tcpcschen.
Attentat auf den Ptin von Wales.
Briiiiet, (Belgien) 4. April. Ei«
Deutschet machte angeblich hier einen
Mordversuch auf d?n Prinz von Wales.
Die Kugel ging fehl.
4
A
-1
ci
a
rison County, Ind., bat John Wise ei*
nen bis zur Hälfte mit Goldstücken ge*
füllten THeekessel ausgegraben. 33oit
einigen Jahren brannte ein auf der
Farm stehendes Haus nieder und vor •st
einigen Tagen begann Wife damit, die
Grundmauern dieses Haufes auszu»^/..
graben. Er hatte die Arbeit ungefähr
vollendet, als er unter einem Haufen
Steine einen alten Theekessel fand, dey
bis zur Hälfte mit Goldstücken gefüllt,
war. Diese sollen alle vor dem 8iir4:.-*
gerkriege geprägt sein und sich zusamt
men auf mehrere Tausend Dollars be*
laufen. Herr Wise weigert sich, gen
naue Angaben über die Höhe de?
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Consul in Köln.
10. Zahrgang. Tionx Mrtllo, Süd-Dakota, Tonnerswz.. den 5. April 1!)00.
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