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Süd Dakota Nachrichten. (Mitchell, Süd=Dakota) 1890-1899, April 20, 1893, Image 2

Image and text provided by South Dakota State Historical Society – State Archives

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Bellugeue BctriMr. '
‘Vnmon oon Rtinbold Crtnifliin.
(Fortsetzung.W
„Jch werde Dir aber
ich must zuvor in Gegenwart dieser
dieser Dame, die es dem Herrn Pro
fessor berichten mag, wiederholen, dast
ich nicht auf seine Aufsorderung
gckommen bin, dah er vielmehr nicht
das Geringste davon weist."
„Und der Brief, welch.-n Du diesen
Morgen empfingst, den Du so cingstlich
vor uns verstecttest? Sollte er nicht
doch vielleicht in einigem Zusammen
hang mit diesem Rendezvous stehen?"
„Nein!" erklarte sie hart und be
stimmt. «Dieser Brief war eine
Falschung, war ein ungeheurer Be
trug!"
„Nun, Du wirst mir erlauben,
dariiber meine besonderen Nachfor
schungen anzustellen. Ich bin durch
aus nicht geneigt, eine unzeitige Scho
nung gegen den Burschen zu iiben. Ich
werde ihn mit der Peitsche vor die
Pistole zwingen, wenn es kein anderes
Mittel giebt."
„O, mein Herr, das ist schandlich!
das ist abscheulich!" fuhr jetzt Helene
auf, und eine scharf umrissene fieber
hafte Nothe trat auf eben noch so
bleichen Wangen. ..Sie erheben gegen
einen Anderen den Vorwurs der Feig
heit und sind doch selber feige genug,
den Anwesenden zu beschimpfen. Ware
Profeffor Dernberg hier, Sie wiirden
sich bedenken, ihm das Alles zu wieder
holen."
Mit einer Miene unverhiillter Ver
achtung betrachtetc die Komtesse noch
einmal die vermeintliche Nebenbuhle
rin, ehe sie sich zu ihrem Bruder wand
te:
..Diese warme Vertheidigung sollte
Dir besser als meine Versicherungen
beweisen, Egon. wie wenig der Pro
fessor Deinen Zorn verdient! Es ist
moglich, dast wir Alle ihn falsch beur
theilt haben. Jedenfalls aber Hat sich
Keine in einem so grosten Jrrthum iiber
seinen Charakter und seinen Werth be
sunden, als ich selbst."
Die Bitterkeit, mit welcher sie diese
Worte sprach, liest nur eine einzige
Teutung zu und Egon blickte mit Er
staunen auf seine Schwester.
„AH, wie es scheint, sind Dir end
lich die Augen geossnet iiber die Groste
Deiner Thorheit. Nun, wenn Dich
dieser Besuch dazu gefiihrt Hat, mochte
dem Herrn Profeffor srine Ziichtigung
vielleicht erspart bleiben. Aber ich
habe wirklich keine Neigung, diese Din
ge gerade hier zu besprechen, und ich
bitte Dich, mir nun endlich zu fol
gen."
„Auch ich bin zu Ende," d.e
Komtesse mit einem letzten Blick auf
Helene, „d.-nn ich hoffe, dast dem Pro
fessor nichts von dem, was hier vorge
fallen ist, am ivenigsten aber der AvL
druck meiner Gesinnung vorenthalten
bleiben wird."
Eine Minute spater war Helene
allein. Sie wollte Frau Behrend her
beirufen; aber sie war auster Stande,
sich von dem Sessel zu erheben, auf
welchem sie niedergesunken war, und
als beinahe eine Stunde nachher Pro
fessor Dernberg erschien, um seiner
Schutzbefohlenen den gewohnlichen
Abendbesuch zu machen, da fand er das
junge Madck)en mit thrcineniiberstrom
tem Gesicht und im heftigsten Fieber,
das sofort auf's neue arztlichen Bei
stand nothwendig machte.
20. K a p i t e l.
Wohl hatte es in dem Arbeitszrmmer
des Generallieutenants an diesem
Abend eine heftige Szene gegeben; aber
der Zorn des alten .Herrn schien sich
doch schneller besanftigt zu l)aben, als
es bei der Schwere dcr rhm zugefiigten
Krankung zu erwarten gewesen war.
Seine Tochter war ihm nicht mit jener
trotzigen Entschiedenheit cntgegengetre
ten, die ihn so sehr erbittern konnte,
sondern sie hatte schweigend mit gesenk-
Kopfchen und mit der Miene ties
sten Kummers den Sturm iiber sich
ergehen lassen. So war denn der erste
Jngrimm des Grafen allmalig erlo
schen, wie eine hoch auflodernde Flam
me. der es bald an Nahrung mangelt,
und der Ausdruck tiefen Leidens in den
Mienen seines trotz alledem inniggelieb
ten Kindes hatte sogar sein Mitleid
wachgerufen. Er wurde weich, und an
die Stelle der vorhcrigen heftigen Bor
wiirfe traten Klagen iiber ihren Man
gel an Vertrauen zu ihm und iiber die
Lieblosigkeit, welche sie m ihrem Ver
halten auherte.
Da fiel ihm Elsa plotzlich laut wei
nend um den Hals und bat ihn in den
herzlichsten Worten um Verzeihung.
Sie fiihlte sich seit jener verhangnih
vollen Entdeckung, welche sie in dem
Atelier des Profeffors gemacht, so un
saqlich elend und einsam, so im ties
sten Herzen unglucklich, dah sie ihren
naturlichsten Freunv und Besitzer, ihren
Bater, nicht mehr mit uirfreundlicher
Kalte zuriickzuweisen vermochte. W»hl
vermihte sie a'.ch jetzt mit schwerer Be
briibnih das mrtfuhlenbe und ver
standnihvolle Herz einer Mutter, das
die ganze Tiefe ihre» Kummers hatte
ermessen und begreifen konnen, wohl
war sie auster Stande, ihm ihre ganze
Betrilbnist anzuvertrauen; aber e» ae
wahrtr ihr dennoch immerhin elne
schwache Erleichterung, sich an derßrust
eine» Menschen ausweinen zu kon
nen, von dem sie sicher war, dah er sie
liebte.
Als sie ihvni kranken Bater endlich
>rlieh, hatte sich die Stimmung de»-
selben, trotz seiner heftigen Gichtschmer
zen, wesmtlich gebessert. Er hatte ja
aus ihrem eigenen Munde die Bestciti
gung erbatten ,dast ihre Liebe fiir den
Maler ein verhangnistvoller Jrrthum
gewesen sei, dast sic sich dem Willen
des Vaters nunmehr unterworfen und
jeden Gedanken an eine Vercinigung
mit dem Professor aufgegeben habe.
Auf eine so schnelle und so vollstcindige
Sinnesveranderung hatte der Graf
freilich nicht zu hoffen gewagt, und da
ihm Elsa ihre eigentlechen Beweggriinde
verschwiegen l)atte, stand er derselben
auch jetzt noch wie einem Rathsel ge
geniiber. Aber die Tl>atsache erfiillte
jhn mit lebl)after Befriedigung, und er
war um dieses Gewinnes willen sehr
geneigt, seiner Tochter ihren unbedach-
und ihm Niemand Kenntnist hatte, zu
verzeihen.
Vielleicht ware er doch etwas nach
denklicher und etwas weniger zuver
sichtlich geworden, toenn er gesehen
te, wie mit verzweiflungsvoller Geberde
Elsa sich oben auf ihrem Zimmer vollig
angekleidet auf das Ruliebett lvarf und
wie sie mit leidenschaftlichem Schluck
zen ihr Gesicht in die Kiffen vergrub.
Sie hatte nicht die Unwahrheit gesagt,
wenn sie ihm versichert hatte. dast ihre
Hoffnungen und Wiinschc fiir immer
begraben seien; aber sie hatte doch
versaumt, hinzuzufiigen, dast sie die
Liebe zu dem Manne, den sie fiir einen
Unwiirdigen haltm mustte, noch nicht
aus ihrem Herzen reisten konne und dast
sie iiberzeugt war, ihn licben zu miiffen
biv zu ihrem letzten Athemzuge.
Kein wohlthatiger Schlummcr senkte
sich in dieser Nacht auf ihre brennenden
Augen. Als in friiher Riorgenstunde
die Zofe erschien, um ihrer Herrin in
g-wohnter Weise beim Ankleiden be
hilflich zu sein, erstaunte sie, dieselbe
bereits in vollem Anzug zu finden;
aber sie erschrak auch iiber das veran
derte und leidende Aussehen der bis
vor Kurzem so bliihenden und lebens
lustigen Komtesse.
Graf Egon war. als er seine Schwe
ster im Atelier des Malers iiberrascht
hatte, von aufrichtigstem Zorne gegen
den Letzteren erfiillt gewesen, denn er
theilte die Standesvorurtheile seines
Vaters vollkommen und wiirde es nicht
nur als sein Recht, sondern sogar als
eine unabweisbare Pflicht angesehen
haben, mit der Waffe in der Hand ein
blutiges Strafgericht an dem vermesse
nen Kiinstler zu iiben. Als ihm aber
der General nach seiner langen Unter
rcdung mit Elsa die biindige Erklarung
gab, dah es am Besten sei, die ganze
Angelegenheit der Vergessenheit zu
iiberliefern und den Professor Dern
berg fortan als nicht mehr vorl>anden
anzusehen, da war er auch mit dieser
Losung vollkommen einverstanden und
hatte sich den Vorfall, den er fiir seine
Person von vornherein nicht allzu tra
gisch genommen, bap) giinzlich aus dem
Sinn geschlagen.
Um die gewohnliche Zeit begab er
sich in seinen Klub, in welchem der
Marquis du Verdy jetzt ein regelmahi
ger, allabendlich wiederkehrcnder Gast
war. Man hatte sich unter den Mit
gliedern allgemach daran gewohnt, den
reichen Franzosen und den jungen Gra
fen Holzhausen als enge und nahezu
unzertrennliche Freunde anzusehen,
wenn man sich auch hier und da bereits
zuzufliistern begann. dast die immer ge
fiillte Brieftasche des Marquis und
seine Bereitwilligkeit, dem lebenslu
stigen Offizier stets iiber seine mannig
fachen kleinen Verlegenheiten hinweg
zuhelfen, einen nicht unwesentlichen An
theil an der Dauerhaftigkeit dieser
Freundschaft haben mochten.
Auch heute Abend hatten sie sich
wieder an dem namlichen Spieltische
niedergelassen, und der Graf hatte, wie
es jetzt beinahe regelmastig geschah, eine
betrachtliche Summe an den Franzo
sen erloren. Aergerlich stand er schon
vor der iiblichen Stunde auf, indem
er erklarte, er habe keine Lust mehr zu
spielen. Herr du Verdy war damit
vollkommen einverstanden, und sie tra
ten an eines der Fenster, an dem sie
unbeachtet und ungestort mit einander
plaudern konnten.
„Jch bin da wieder in einer verteu.
selten Klemme, lieber Marquis," sagte
Graf Egon, nach einem kurzen Schwei
gen. ..Uebermorgen ist bei dem wiir
digen Klinkhammer abermals ein We.t.-
sel fallig, und der Ehrenmann Hat die
Unverschamtheit gehabt. mir heu'e zu
schreiben, dah er auf keinen Fall pie
longiren konnte. Sie weroen mir
wohl noch einmal heraushelfen n
denn auf meinen Bater kann ich ge»ade
jetzt weniger rechnen als je zuvor."
..Verlaffen Sie sich ganz auf mich,
Herr Graf!" erwiderte der Marqui»
zuvorkommend. „Wenn es Jhnen ck
nehm ist, werden wir morgen Ab-nd
weiter daruber sprechen."
~Sie beschamen mich durch Ihre
Liebenswiirdigkeit, und ich Aermlier
warte noch immer auf eine Gelegenycit
mich Jhnen erkenntlich zu zeigen."
„Sie brauchen nicht langer zu war
ten. Graf! Die Gelegenheit ist da,
und es kommt nur daraus an, ob Sie
auck Lust haben werden, dieselbe zu
ergreifen."
„Jhr Zweifel ist beinahe eine Belei
digung fiir mich. Ich werde mich gliick
lich schatzen. Laffen Sie horen!"
Der Marqui» stiest die Asche von
seiner Cigarrette, al» ware er um da»
rechte Wort zur Einleitung in Verle
genheit und sagte dann etwa» zogernd:
..Ich weist nicht, ob e» Jhnen ganz
lich entgangen ist, lieber Graf, dah
Ihre Schwester von der Stunde unse
rer ersten Begegnung an einen auherst
lebhaften Eindruck auf mich gemacht
Hat. Ich hatte in der That vollstandig
blind sein miiffen, wenn mich so viel
Anmuth, Liebenswiirdigkeit und
Schonheit nicht sofort widerstandslos
hatte gefangen nehmen sollen. Ich
theilte ja am Ende nur die Verehrung
Aller, welclx das Gliick haben, derKom
teffe naher zu treten."
Graf Egon rciusperte sich verlegen,
denn gcrade dieses Gestcindnist kam ihm
nach der neulichen Erklarung seiner
Schwester und vollends nach den Er
lebnissen des heutigen Rachmittags
ausnehmend ungelegen.
„Jch habe allerdings bemerkt." sagte
er etwas unsicher, „dah Sie ihr, wie
man zu sagen pslegt, ein weniq den
. r '- r machten, fand aber nichts Unge
wohnliches darin, da in der That, wie
Sie ja selbst bemerken, die Zahl ihrer
Anbeter nicht gerade klein ist."
Die Bemerkung hatte ohne Frage
den Ztveck, einer weiteren Erklarung
des Marquis vorzubeugen; aber dieser
gab sich den Anschein, als habe er die
Absicht nicht bemerkt, und fuhr tveiter
fort:
„Sie selbst gaben mir einmal im Be
ginn unserer Bekanntschaft den Rath,
mir unter den Tochtern des Laudes
eine auszusuchen, die als Herrin in
mein altes Schlost im schonen Siiden
Frankreicl)s einziehen konnte. und Sie
waren damals wohlwollend genug. an
zudeuten, dast man meiner Werbung
iiberall mit Freuden entgegenkommen
wiirde. Sind Sie noch heute der
namlichen Ansicht, lieber Graf?"
..Gewist das heiht, so weit eben
die austeren Umstande in Frage lom
men; Ihre Erscheinung. Jhr Vermo
gen und Ihre gesellschaftliche Stellung!
Ich glaube wiederholen zu durfen, dast
Sie daraufhin selbst bei unseren besten
Familien nicht vergebens anfragen
wurden."
„Sie sind sehr liebenswiirdig. Aber
Sie waren doch eben im Begrisf, einen
gewissen Vorbehalt zu machen. Es
wiire mir lieb, wenn Sie sich jetzt recht
unumwunden aussprechen wollten."
Graf Egon bemuhte sich. seine Ver
legenheit hinter einem gezwungen klin
genden Lachen zu verbergen.
„Ja, mein Gott, lieber Marquis, in
erster Linie kommt es doch immer auf
das Herz der betresfenden Dame selbst
an. Ich gebe zu. dast sich nicht ein
einziger vernunftiger Einwand gegen
Sie erheben lassen wiirde; aber die
Neigungen und Launen unserer ziemlich
anspruchsvollen Schonen sind nun ein
mal unberechenbar. Darin geben un
sere deutschen Jungfrauen Ihren kapri
ziosen Landsmanninnen wohl nur we
nig nach."
..In den ersten Familien meines Va
terlandes pflegen sich die jungen Da
men bei ihren Heirathen nach dem
Willen ihrer Eltern zu richten!" fiel
der Marquis mit scharfer Betonur.g ein.
„Ein Bewerber, gegen den sich hinsicht
lich seiner Personlichkeit, seineGUlier
mogens und seiner gesellschaftlichen
Stellung nichts einwenden lcistt, ist
dort jederzeit sicher, auch der Tochter
des Hauses angenehm zu seiu. Um der
Laune einer anspruchsvollen Schon
heit willen Hat er niemals eine Abwei
sung zu befurchten."
„So allgemein lassen sich derartige
Verhaltniffe doch wohl nichts beurthei
len," meinte der Graf der die Anzug
lichkeit in den Worten des Marquis
nur zu gut verstand. „Die Naturen
der einzelnen Menschen sind eben sehr
verschieden, und wahrend auch bei uns
im Allgemeinen Gepflogenheiten herr
schen, die den von Jhnen erwahnten
gleichen, sind doch nicht alle Tochter
gehorsam und willenlos genug, sich mit
jeder Verbindung einverstanden zu er
klarcn, welche ihren Eltern wunschens
werth erscheint. Das mag ein bedau
erlicher Erziehungsfehler sein; aber es
ist doch nun einmal unleugbar hausig
genug zu beobachten."
„Wenn ich mir Ihre Worte richtig
deute, Herr Graf, geben Sie mir also
den Rath, meine Blicke nicht erst zu
Jhrer Schwester zu erheben, weil ich
vor den Augen derselben doch keine
Gnade finden wurde. Ich must ge
stehen, dah ich das nicht erwartet
habe!"
Er war offendar empfindlich verl-tzt
und der junge Graf befand sich in
peinlichsten Lage. Er war dem Mar
quis in so mannigfacher Hinsicht ver
pflichtet und steckte gerade ietzt so tief
in seiner Schuld. dast der Verlust sei
ner Freundschaff ein harter, wenn nicht
gar ein vernichtender Schlag fur ihn
gewesen ware. Dah es aber im Falle'
ei"-- Abweisung seiner Bewerbung zu
diesem Verlauf kommen wurde, schien
ihm nach dem jetzigen Benehmen des
Franzosen unvermeidlich. und eine
schwere Besorgnih begann sich infolge
dessen seiner zu bemachtigen. Er wiirde
ja nicht die mindesten Bedenken getra
gen haben. ihn als Schwager willkom
men zu heihen, und ihm schon heute
die sichersten Aussichten aus Elsa's
Hand zu machen, wenn ihm nicht die
neuliche kategorische Erklarung seiner
Schwester noch Work siir Wort vor der
Seele gestanden hatte. Er kannte ih
ren festen oder wie er ihn nannte
eigensinnigen Charakter gut genug.
um zu wissen, dah sie eine mit so gro
ster Entschiedenheit auLgesprochene
Meinung nicht ohne die zwingendsten
Griinde andern wiirde, und er wuht
nicht, worin auyenblicklich diese Griirche
liegen sollten. Twddem aber und«
trotz der geringen Hoffnungen, die er
selber hegte, durste er dem Marqui»
nicht schon jetzt den Muth benehmen.
Er beeilte sich deShalb, ihm zu ver
sichern, dast er seine ganz allgemein ge
haltenen Bemerkungen mihverstanden
habe, und datz er diesen bestimmten
Fall um so tveniger im Aupe gehabt
haben konne, al» er durch vie Absicht
des Marquis, um seine Schwcster zu
werben, im hochsten Grade überrascht
sei.
„Seien Sie von vornherein ver
sichert, lieber Freund," fugte er im
Tone vollster Aufrichtigkeit hinzu, „dast
Jhnen der freundlichste Empfang ge
wist ist. Jhr Antrag kann fur unser
Haus nur schmeichelhaft sein. Mein
Bater wird seine Zustimmung unter
keinen Umstanden versagen, ich brauche
Jhnen wohl nicht erst nachdriicklich zu
betl>euern, dast Sie mir als Schwager
lierzlich lieb sein werden!"
„Und die Komtesse?"
„Ja, mein Lieber! Das ist nun
eigentlich Ihre Sache. Jhrer person
lichen und Jhrer
ohne Zweifel nicht geringen Erfahrung
auf diesem Gebiete wird es ja wohl
leicht gelingen, sich die Zuneigung mei
ner Schlvester zu enverben, falls
nun, falls Sie dieselbe noch nicht be
sitzen sollten."
~Das klingt wenig aussichtsreich.
Es ist mir nicht entgangen, dast die
Komtesse fruher ein gewisses Faible iur
diesen Kun:stler da ich weist nicht
mehr, wie er beistt gehegt und dast
sie mich nicht immer mit jener Zuvor
kommenl>eit behandelte, auf die ich
vielleicht durch meine treuen Ritter
dienste einen gewissen Anspruch hatte.
Aber ich habe diesen Wahrnehmungen
keine besondere Bedeutung beigelegt.
weil ich weist. dast sich jedes junge Mad
chen einmal in seinem Leben so phan
tastischcn Traumereien hingiebt. Ich
wurde selbstverstandlich sofort zuruck
treten, wenn sich jene Beziehungen des
Beifalls Jhrer Familie zu erfreuen
haben sollten."
„Ums Himmclswillen, wo denken
Sie hin?" rief der Graf lachend.
„Bis zu diesem Grade der Borurthells
losigkeit sind wir denn doch glucklicher
weise noch nicht gelangt. Ich kann
Jhnen im Gegentheil die beruhigende
Bersicherung geben, dah der kleine
Zwischenfall mit jenem famosen le
benden Bilde endgiltig abgethan war.
Aber trotzoem —"
Sie sehen mich ge
spannt, Herr Graf!"
..Tvotzdem mochte ich Sie bitten,
mit Jhrer Erklarung noch ein wenig
zu warten. Ich mochte Jhnen gern
nach Moglichkeit vorarbeiten, und au
sterdem liegen gcrade jetzt Verhaltniffe
vor, über die ich mich zwar nicht naher
auslassen kann, die aber den Zeitpuntt
als recht unglucklich gewahlt erscheincn
lassen mustten."
„Jch bedaure, diesen wohlgemeinten
Wink, fur den ich Jhnen sehr dankbar
bin, nicht beherzigen zu konnen. Ich
brauche eine rasche Entscheidung, da
ich in meiner Heimath gewisse Dis
positionen auf der Stelle treffen moch
te. Es war meine Absicht, morgen in
aller Form bei Jhrem Bater
anzuhalten."
..Morgen?" sagte der Graf erschro
cken. „Bester Freund, das ist ganz
unmoglich!"
..Weshalb unmoglich? Wenn die
Abneigung der Komtesse gegen den
Gedanken einer Verbindung mit mir
eine so groste ist, wie Sie zu befurchten
scheinen, so ware es vielleicht am be
sten. wenn ich daruber baldigst eine
bestimmte Aufklarung erhalte. Ich
liebe den Zustand der Ungewihheit
nicht und lasse dem Entschlust am lieb
sten auch auf der Stelle die Ausfuh
rung folgen."
Wenn auch im verbindlichsten Ton,
waren seine Worte doch mit so unzwei
deutiger Entschiedenheit gesprochen
dast Graf Egon es aufgab, weitere
Einwendungen zn erheben.
21. K a p i t e l.
Unter den zahlreichen Morgenzeitun
gen der Hauptstadt war die ..Posaune"
eine der diirstigsten und armseligsten.
Bon einem libet berufenen und wegen
offentlicher Beleidigung schon wieder
holt bestraften Jndiviuum herausge
gebcn, wurde die ..Posaune" gewih
schon langst aus Mangel an Lesern ein
gegangen sein, wenn nicht hin und wie
der irgend eine pikante Skandalge
schichte aus der guten Gesellschaft oder
aus der Buhnenwelt die Aufmerksam
keit des Publikums erregt und der be
treffenden Nummer des Blattes einen
grosten Absatz verschafft hatte.
Dem Generallieutenant war die Exi
stenz des Schmutzblattchens ganz un
bekannt gewesen, und als ihm an die
sem Morgen unter seinen anderen
lournalen auch ein Exemplar dieser
Zeitung in die Hande fiel, legte er es
achtlos bei Seite, in der Meinung, dah
es durch ein Bersehen darunter gera
then sein miiffe. Mit der zweiten Post
überreichte ihm sein Diener nicht weni
ger als drei mit Adressen in verschiede
ner Handschrift verschene Streifban
der, deren jedes eine Nummer der „Po
sau.ne" enthielt. Jetzt erschien die
Moglichkeit eines Zufalles allerdings
ausgeschlossen und der Graf konnte
sich nicht enthalten. eines der Blatter zu
entfalten und den Jnhalt zu durch
fliegen.
Eine Minute darnach lag das Blatt,
zu einem Knauel zusammengeballt. am
Boden. und der in seinen Sessel zuruck
gesunktne Generat athmete so tief und
schwer, dast jeder Hauch wie ein
schmerzliches Stohnen aus seinem
Munde kam. Wa» er da gelesen. hatte
ihn wie mit Keulenschlaaen getroffen
und zum ersten Male in seinem langen
und ereignihreichen Leben hatte er seine
Fassung vollstandig verloren. Der
Artikel. der nur von einem genau Ein
geweihten versaht sein konnte, und
der em aeradezu teuflische» Gemisch
vvn Wahrheit und Erfindung war.
erzahlte unter der Ueberschrist: .Ein
Roman au» der hohen Aristokratie,"
die kletne Geschichte von der verstohle
nen Liebe einer jungen schonen Komtesse
Elsa H n, der Tochter eines her
vorragenven General» zu einem der
beruhintesten jungen Maler, dem Pro
fessor D g, und erging sich dabei
in der Schilderung von Einzelheiten,
die nur einem guten Freunde des graf
lichen Hauses bekannt sein konnten.
Mit allerlei pikanten Uebertreibungen
und Ausschmuckungen war zunachst der
Vorgang mit dem lebenden Bilde auf
einer selbst von Mitgliedern des Hofes
besuchten, hoch aristokratischen Soiree
dargestellt, und wenn noch irgend einer
der Leser iiber die vom Berfaffer in's
Auge gefastten Personlichkeiten hatte
im Zweifel sein konnen, so mustte er
sie doch nach dieser Einleitung errathen:
denn erst vor wenigen Wochen waren
ja alle Zeitungen voll gewesen von
den Berichten iiber die glanzende Soiree
beim Generallieutenant Grafen Holz
hausen. Run fuhr der Artikel fori
zu erzahlen, dast die Liebenden trotz
eines strengen vaterlichen Machtworts
Mittel und Wege ausfindig gemacht
lxitten, sich ungestort zu sehen und zu
sprechen, und dast namentlich das lau
schige, wohl versteckte Atelier d's
Malers einen sehr willkommenen Platz
fur l>eimliche Zusammenkunfte abge
geben habe. Dabei that es den intimen
Beziehungen der hochgeborenen jungen
Dame nach den Behauptungen des
verleumderischen Artikels scheinbar
durchaus keinen Abbruch. dast der weit
herzige Kunstlerin zu gleiicher Zeit noch
ein Bcrhaltnist mit einer anderen
..Freundin" ongeknupst, die schliestlich
sogar dauernde Aufnahme in seinem
famosen Atelier gefunden habe. Wahr
scbeinlich hatte das doppelte Liebes
biindnist noch fur recht lange Zeit Be
stand haben konnen, wenn nicht die
Komtesse so wollte der Berfaffer aus
besier Quelle erfahren haben endUch
bei einem dieser Rendezvous mitten im
„Tete-a-Tete" von lprein Bruder, einem
schneidigen Kavallerie-Offizier ertappt
worden wcire. Damit ware die Kata
strophe fertig gewesen. Aber es wurde
der hoch aristokratisclxn Familie der
jungen Dame nach solchem Skandal
nun nichts anderes iibrig bleiben, als
ihre Einwilligung zur Heirath mit dem
Maler zu geben, welcher die ganze Jn
trigue hochst wahrscheinlich nur zu die
sem Zwecke angezettelt und vielleicht
sogar die Ueberraschung durch seinen
kiinftigen Schwager selbst herbeigefiihrt
habe.
Es war kein Wunder, dast die Lektur
dieses bubischen Artikels den kranken
ken General der Berzweiflung nahe
brachte, und dast er, der wiederholt im
dichtesien Kugelregen gestanden und
dabei nicht mit einer Wimper gezuckt
hatte, jetzt vergeblich darnach rang.
serne Selbstbeherrschu.ng wenigstens
theilweise wieder zu gewinnen.
(Fortsetzung folgt.)
Alnffcctuiu in rflafriftt.
Ueber die Aussichten des
Kaffeebausin Ostafrikahat!
die Abtheilung Berlin der
Kolonial- Gesellschaft jungst einen!
Diskusiionsabend im Architektenhausej
veranstaltet, der recht zahlreich von den,
Bertretern Berliner Kaffee-Jmportge- >
schafte besucht war. Der Bortragende, >
Redakteur Meinecte, g<kb zuerst eine!
Sckilderung der Wichtigkeit dieses Kon-!
sumartikels, dessen Weltproduktion und
Berbrauch jahrlich etwa 850,000 Tons
ist, von denen Europa als starkster
Konsument 436,000 Tons verbraucht,!
um dann die naturlichen Bedingungen
Ostasrikas, insbesondere des kiistennah-'
hen Handelgebirges in Usambara, fur
diese Kultivation zu besprechcn.
Die naturlichen Bedingungen sind
hohe Lage, ausgezeichneter, mit schwe
rem Urwald bestandener Boden,
serreichthum und geringe Entfernung
von dem Hafenplatze Tanga, von dem
in Kurze die Eisenbahn nach Koraglve.
die am Fuste des Gebirges vorbeigeht/
gebaut werden wird. Auf dem Gebir->
ge Hat die deutsch-ostafrikanische Ge-j
sellschaft die Bersuchs- und
plantage Derema angelegt, welche be->
r-its über 200,000 Kaffeebaumchen aus
den Saatbeeten verpsianzt Hat. Diese
Baume wachsen prachtig heran und be
rechtigen zu den schonsten
Redner ging dann besonders auf die
Verhaltniffe in Mrogoro ein, wo die ka-
tholischen Missionare Kaffeebau betrei-,
ben und ein Produkt erzielt haben, das
trotz der primitiven Zubereitung doch
nach dem Gutachten von funf bedeuten
den Kaffeemaklern und Jmpoteuren
durchschnittlich mit 90 Ps. das Pfund,
ohne Zoll, loco Hamburg bewerthet
worden ist. Eine Probe dieses Kaffees
lag aus und fand vielen da sie
dem echten arabischen Mokka am mei
sten ahnelt.
Es wurden sodanu die Verhaltniffe,
unter denen die Usambara-Kaffeebau
gesellschaft arbeiten wird. besprochen,,
und mitgetheilt, dast die Regierung sich!
bereit erklart Hat, der Gesellschaft Land
zu überweisen, so wie dah Herr Reu
velamp, welcher 15 Jahre lana Kaffee-,
pflanzer auf Java war. zum Leiter ver
Plantagen ausersehen sei. Das Er
gebnist der Diskussion, an welcher vor
nehmlich die Herren P. Staudinaer,
Prof. Buttner, Privatdozent Dr. Kaer
ger und Dr. Hindorf theilnahmen, von
denen die Letzteren den Handel au» ei
gener Anschauung kennen, war ein den
Kultivationsbestrebungen durchau»
giinstige».
- Die Donau llberschwemmte neu
erding» wiederum mehrere ungarische
Gemeinden; in Bogyiizlo stllrzten iiber
300 Hiiuser em. 40,000 Juch Acker
standen in Folge von Dammbriichen
unter Wasser.
Lavdwirtkfschaftliches.
Bon der hochstmoglichen Berwer
thung der Magermilch oder abgerahm
ten Milch hangt auch die Bcrwerthung
der ganzen Milch und in Folge dessen
auch der Prosit ab, den man von einer
Kuh im Jahre erzielt. Die Mager
milch wird auf verschiedene Weise ver
wcrthet: Der Farmer, der die Milch im
Hause verbuttert, verfuttert abgerahmte
Milch entweder an Kuhe. Kalber, Foh
len, Schweine oder macht Handkase
daraus. Wird die Milch an eine Ge
nossenschaftsmolkerei geliefert, so wird
die zuruckgebene Magermilch verfuttert
dort, wo die Molkerei zur
reitung eingerichtet ist, zur Erzeugung
von Magerkase verwendet. Da diese
Art der Berwerthung der Magermilch
aber nicht immer die besten Resultate
bringt, auch oft mehr Magermilch vor
banden ist. als man vcrarbeiten kann.
so war man bestrebt, aus den festen Be
standtheilen dieser Milch eine Art
zu machen, die na
mentlich zur Futterung von Kalbern
verwendet werden.
Nach der schwedisckxn Milchzeitung
Hat W. Rehnstrom ein Verfahren zur
Herstellung solcher Milchfutterkuchen f
erlnnden unb berichtet iiber dasselbe, so- .'
w'- ■ die damit angestellten Fiitte
rungsversucbe Folgendes:
Bei Bereitung der Milchfutterkuchen
wird die Magermilch wie gewohnlich *
gelabt, der sorgfaltig gewonncne Bruch
in Scheiben getrocknet, dann zerkleinert
und eudlich gepulvert. Dies Milch
pulver besteht in der Hauptsache aus
Eiweiststoffen, welche nach Versuchen
von Prof. L. ?f. Nilson bei kiinstli
chen Verdauungsversuchen so vollkom
men verdaulich waren, dast das Ergeb
nih sehr befriedigen must. Auster Ei
weih enthalten die ?Nilck.futtcrkuchen
namentlich den fiir wachsende Thiere
unentbehrlichen phosphorsauren Kalk
in nicht unbedeutender Menge.
siir die verschiedenen Fiitterungs
zwecke wird das Milchpulver mit ande
ren paffenden Futterstoffen gemischt
und mit diesen in eine fur den Berfandt
und die Aufbewahrung paffende Ku
chenform gepreht. Die Patentinhaber
lassen die Kuchen in demselben Nahr
stoffverhaltniffe herstellen, wie es den
verschiedenen Zivecken wiffenschaftlich
am besten entspricht.
Die nicht entrahmte Milch entbalt
bekannlich alle zum Zlorperbau qeeigne
ten Nahrstoffe in paffendem Perhalt
niffe, so dah entrahmte Milch ohne Er
satz fur das entzogene Butterfett dem ‘ )
Futterungszwecke nur unvolltommen .
geniigen kann. da das natiirliche, richti
ge Verhaltnih zwischen Eiweih, Fett
und Kohlehydraten in der Magermilch
gestort ist und die Ausnutzung der ein
zelnen Stosse deshalb nicht in der voll
kommensien Weise erfolgt. In den
Milchfutterkuchen wird durch Zusatz
von Fett, Kohlehydraten und Salz das
natiirliche Nahrsioffverhaltnih wieder
hergestellt. ,
Eine Probe von Milchfutterkuchen
fur Kalber, welche an einer chemischen
hielt: 8.85 Proc. Wasser, 24.00 Proc.
Versuchsstation untersucht wurde. ent-
Protein, 13.48 Proc. Fett. 48.17 Proc.
Kohlehydrate und 5.50 Proc. Asche.
Verglichen mit Vollmilch zeigen viele
Futterkuchen also einen sechsmal so
grosten Gehalt an Eiweih und einen
viermal so grosten an Fett.
Bei den angestellten Fiitterungsver
fuchen mit Kalbern wurden die Kuchen
zusammen mit Magermilch in dem
Verhaltniffe von 1 Pfd. Kuchen auf 1.5
Pfd. Magermilch und 1 Gallone Mas
fer gegeben. -- .
Die Zusammensetzung der Mischung
war: 83.67 Proc. Wasser, 4.60 Proc.
Protein. 2.22 Proc. Fett. 858 Proc.
Kohlehydate, 1.03 Proc. Asche.
Das Alter der Versuchskalber betrug
zu Beginn der Versuche zwischen 25 u.
41 Tagen. Der Preis fur das Quart
der Futtermischung betrug bei einem
Futterwerth der Magermilch von 2
Ets. oder etwa s—B des Preises un
entrahmter Milch. Bei einem Mittel
fettgehalte der Milch von 3.5 Proc. ent
halt diese zwar 1.28 Proc. Fett mehr
als die Futtermischung, der Eiweistge
halt der Milch ist aber ungefahr 0.70
Proc. geringer, ebenso der Gehalt an
Aschenbestandtheilen. wozu noch kommt.
dast die Futterkuchen eine groste Sicher
heit gegen Gahrung und Verdauungs
storungen bieten. Der Versuchsansteller
auhert sich sehr befriedigt über die Ver
suche. Die Futtermischung wurde von
den Thieren gern und in groster Menge
verzehrt. die Gewichtszunahme war be
friedigend. der Gesundheitszustand gut
und von Berdauungsstorung nichts zu
merken.
—Dieser Tage wurde der Warter
der Pillarcito-Schleuse bei San-
Mat eo in Californien, durch welche
San FranciSco mit Trinkwasser ver
sorgt wird, der aus der Schweiz gebiir
tige Peter Banetti, ein Mann von etwa
50 Jahren, ermordet in einem Was
serlaufe vorgefunden. Der Korper
wieS mehrere Stichwunden auf. Ber- v 4
muthlich liegt ein Raubmord vor, drnn
Banetti war ein Geizhals und es war
bekannt, dast er stets eine bedeutende
Summe GeldeS bei sich trug. Er b«-
sah mehrere RanchoS, gab aber nur sel
ten Gelb zu ErholungSzwecken au», son
dern sammelte sein Gehalt zu Erspar
nisien auf. Sein Hauschen sieht auf
einem der einsamsten Punkte im ganzen
Staate.
Der Wirth Bernhard Johnson in
Neenah beging Seldstmord ourch
Erschiehen.
4 ,
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